Allen & Overy

Die 1930 von den Rechtsanwälten George Allen und Thomas Overy in London gegründete Sozietät Allen & Overy zählt zum exklusiven Kreis der „Magic Circle”-Kanzleien. Sie berät in allen Kernbereichen des Wirtschaftsrechts und unterhält weltweit 42 Standorte in 29 Ländern.

Nach Deutschland kam Allen & Overy im Jahr 1994. Damals schickte die Londoner Zentrale zwei Associates — einer davon war der heutige Londoner Partner Timothy Arnheim — nach Frankfurt, um ein eigenes Büro aufzubauen. Ursprünglich Untermieter einer bekannten deutschen Sozietät, begann hierzulande der Aufstieg mit dem Abwerben des Bruckhaus-Partners Dr. Peter Hein (heute Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Doric Asset Finance), der das Geschäft wahrnehmbar vorantreiben konnte. Als sich im Jahr 2000 dann ein größeres Team um den Partner Dr. Hans-Christoph Ihrig anschloss, war dies ein weiteres erfolgreiches Mosaiksteinchen der Wachstumsstrategie. Diese ist noch längst nicht abgeschlossen, wie auch das vergangene Jahr wieder eindrücklich belegt — national wie international. Auf internationaler Ebene steht nach wie vor der großasiatische Markt im Fokus; nach den Büroeröffnungen in Jakarta und Doha kamen im Mai 2012 mit Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt zwei weitere Standorte in Vietnam hinzu.

In Deutschland setzt Allen & Overy ihren Wachstumskurs unbeirrt und erfolgreich fort. Der kontinuierliche Ausbau der Teams auf Partner-, Counsel- und Associate-Ebene und die damit verbundenen erfolgreichen Integrationsmaßnahmen haben unmittelbar zu einem proportionalen Umsatzwachstum geführt. Die breitere Aufstellung bei hohen individuellen Qualitätsansprüchen und der Erwartung, dass jeder Teilbereich auch über einen deutlichen Anteil an eigenständigem transaktionsunabhängigem Beratungsgeschäft verfügt, ermöglicht es, auch unter schwierigen Marktbedingungen sehr profitabel zu arbeiten. Mittelfristig will die Sozietät in Deutschland in allen Kernbereichen zur Marktspitze gehören - also nicht nur im Bank- und Finanzrecht, wo dieses Ziel bereits erreicht ist, sondern auch in den Bereichen Gesellschaftsrecht/M&A, Arbeitsrecht, Dispute Resolution und Kapitalmarktrecht.

Philosophie: 

„Allen & Overy berät in- und ausländische Mandanten in allen Bereichen des Wirtschaftsrechts. Der Aufbau und die Pflege langfristiger Beziehungen mit den Mandanten bilden den Kern der Strategie und einen Eckpfeiler der Kanzleikultur. Vertrauen und Transparenz sind der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg. Besonderen Wert legen wir darauf, die geschäftlichen Ziele und Rahmenbedingungen der Mandanten zu verstehen.”

Rechtsgebiete und Mandate: 

Ähnlich wie Freshfields Bruckhaus Deringer generiert auch Allen & Overy mittlerweile einen erheblichen Teil der globalen Mandatsumsätze außerhalb des Londoner Stammsitzes, und zwar ganz wesentlich in Deutschland. Die deutsche Praxis ist nach dem Londoner Büro die zweitstärkste Jurisdiktion im internationalen Netzwerk der Kanzlei und hat im Berichtszeitraum ihren Jahresumsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Achtel gesteigert. (Auch) das hiesige Spektrum an Rechtsgebieten und Mandaten ist trotz des klassischen Schwerpunkts auf Bank- und Finanzrecht sowie M&A denkbar umfassend. In sechs Praxisgruppen sowie industriebezogenen Teams reicht die Expertise vom traditionellen Arbeitsrecht über die topaktuellen Felder Compliance und Energierecht zunächst bis hin zum Gesellschaftsrecht als (Umsatz-)Nukleus fast aller großen Wirtschaftssozietäten. Auch Immobilienrecht bietet die Sozietät an, ebenso wie — fast selbstverständlich — besondere Expertise zu Krediten und Akquisitionsfinanzierungen, im Steuerrecht und im Kartellrecht. Private Equity und Venture Capital stehen ebenso auf der Liste wie sanierungsrechtliche Mandate und das (allgemeine) öffentliche Wirtschaftsrecht. Schließlich verstehen sich die Anwälte auch auf die versicherungsrechtliche Beratung der Mandantschaft.

Wichtige externe Zugänge seit dem zweiten Halbjahr 2011 sind der Fondsspezialist Frank Herring und der Kapitalmarktrechtler Dr. Berthold Kusserow, die von Norton Rose bzw. Linklaters kamen. Für Aufsehen sorgte zudem im November 2012 der Wechsel des Vergaberechtspartners Dr. Olaf Otting, der zuvor die öffentlich-rechtliche Praxisgruppe bei Gleiss Lutz geleitet hatte. Den IP-Bereich verstärkt Linklaters-Abgang Dr. Jens Matthes. Ein Blick auf die Mandatsstruktur zeigt neben börsennotierten Unternehmen und international agierenden Konzernen, Finanzinvestoren und Banken auch bedeutende Mittelstands- und Familienbetriebe. Als Beispiel-Mandate sind zu nennen: die Beratung von Schaeffler beim Kapitalmarktdebüt („One Euro — one Vote”-Struktur — damit wurden Investorenrechte gestärkt), von Voith (erster syndizierter Kredit in China), der Deutschen Bank und von HSBC im Zusammenhang mit der erfolgreichen Platzierung von „Dim Sum Bonds” für BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (erster Dim Sum Bond der Unternehmensgeschichte).

#Banking & Finance, Bankaufsichtsrecht/#

Im Bank- und Finanzrecht gehört Allen & Overy neben Kanzleien wie Hengeler Mueller zu den großen Trendsettern der Branche — und zwar auf nationalem wie internationalem Terrain. Die Sozietät ist innerhalb der renommierten Geldhäuser und Finanzinstitute hervorragend vernetzt. Ausgehend von dieser Expertise fällt es Allen & Overy auch zunehmend leichter, für andere Rechtsgebiete versierte Partner zu akquirieren; hier gibt es großes Synergiepotenzial. In finanzierungsrechtlicher Hinsicht gibt es kaum einen Deal, den Allen & Overy-Partner nicht schon irgendwo auf der Welt durchgeführt haben, was arrivierte Häuser wie Deutsche Bank und Commerzbank oder Unternehmen wie SAP, Bayer, E.on und Hapag-Lloyd, die Allen & Overy regelmäßig mandatieren, durch Kundentreue honorieren.

Geleitet wird die Praxis von Peter Hoegen, einem der renommiertesten Finanzrechtler des Landes, der es geschafft hat, seine Kanzlei bei den zahlreichen erforderlichen Restrukturierungen hervorragend zu platzieren. Als aktuelles strategisches Ziel bezeichnet Allen & Overy den „entschlossenen Ausbau“ der Praxis im gesamten Bereich der Anleihen und strukturierten Finanzierungen. Insoweit sind insbesondere Derivate, Covered Bonds und strukturierte Schuldverschreibungen als hoch profitabel einzuschätzen. Traditionell stark ist die Kanzlei auf dem Gebiet der OTC-Derivate und der strukturierten Finanzierungen im gewerblichen Immobilienbereich. Bei strukturierten Schuldverschreibungen hat mit der Deutschen Bank, Commerzbank, Helaba, SEB, Credit Suisse, LBBW, Santander, UniCredit und WestLB die Spitzengruppe der Kreditinstitute auf den Rat der Kanzlei vertraut.

Der von Okko Behrends geführte Bereich Covered Bonds und Pfandbriefe ist die wohl führende Praxis im deutschen Markt. Hier berät die Kanzlei nicht nur Marktführerin Deutsche Bank zu deren klassischen Pfandbriefemissionen, sondern hat den Lead bei der Beratung zu den sogenannten N Covered Bonds eingenommen — einem neuen selbst entwickelten Produkt, das ausländischen Emittenten den Zugang zu deutschen institutionellen Investoren erlaubt. Auch die Derivatepraxis der Kanzlei ist eine der führenden im deutschen Markt. Hier berät man zu dem wichtigsten Infrastrukturprojekt in diesem Bereich (CCP-Clearing), dies in Fortsetzung des Engagements für die Eurex, die nach wie vor großen Raum einnimmt. Zugleich ist die Sozietät weiterhin der führende Berater hinsichtlich eines weiteren wichtigen Derivateprodukts (Synthetic Credit Pooling), das großen Anklang bei deutschen Sparkassen und Landesbanken findet.

Das von Gernot Wagner geführte High Yield-Team hat in den letzten zwölf Monate eine große Zahl bedeutender Platzierungen von Hochzinsanleihen beraten, darunter Schaeffler bei der Platzierung von Hochzinsanleihen in Höhe von zwei Milliarden Euro, Dematic bei einer Begebung in Höhe von 300 Millionen US-Dollar (knapp 2,3 Millionen Euro) und Swissport International Ltd. bei der Platzierung von Hochzinsanleihen. Ausbaufähig ist hingegen der Bereich der Unternehmensanleihen, was nicht zuletzt dank Kusserow gelingen könnte. Mit Blick auf Fragen zur Reform des Prospektrechts, zu Retail Structured Products und zu hybriden Eigenkapitalmarktinstrumenten kommt der Kanzlei zudem die Expertise von Kai Schaffelhuber zugute. Und auch die internationale Karte wird gezogen: Aus unserem Frankfurter Team heraus berät man um Matthew Howard sowohl zum englischen Recht als auch um Gernot Wagner zum US-amerikanischen Recht. Beide Teams gehören zu den jeweils größten im Frankfurter Markt.

An Fahrt aufgenommen hat schließlich das Bank- (und Wertpapier-)aufsichtsrecht, in dem neben Behrends Dr. Peter Stenz, Dr. Norbert Wiederholt, Frank Bierwirth, Michael Becker und Dr. Stefan Henkelmann aktiv sind. Hier ist eine neue investmentaufsichtsrechtliche Praxis zu vermelden. Stichworte sind die schon erwähnte Regulierung von OTC-Derivaten, bei denen es durch die Einführung eines verpflichtenden CCP-Clearing zu einer radikalen Umgestaltung der Märkte kommt, oder die Eigenmittelanforderungen von Banken und Großkreditregime. Mit Dirk Eisel kam von Linklaters insoweit ein Anwalt zu Allen & Overy, der zu einer großen Zahl eigenmittelgetriebener Anleiheemissionen beraten hat. Auch in den Bereichen MiFID II/Anlegerschutz — ergänzend zu nennen: Dr. Detmar Loff —, Pfandbriefaufsichtsrecht und schließlich in der Unterstützung des M&A-Geschäfts im Bankenbereich liegen besondere Stärken der aufsichtsrechtlichen Praxis.

#ECM, Investmentrecht, Kredite und Akquisitionsfinanzierungen/#

Auf der Grenze zum Corporate-Bereich liegt das Segment der Equity Capital Markets, bei dem es bekanntlich um Börsengänge und Kapitalerhöhungen geht. Hier hat sich das Umfeld nach einem vielversprechenden Start 2011 zu einem schwierigen entwickelt: Das Volumen an abgeschlossenen ECM-Transaktionen bewegte sich auf dem Tiefstand von 2002. Soweit noch „etwas ging“, war indes das ECM-Team unter Dr. Oliver Seiler und Wagner an den meisten bedeutenden Transaktionen im deutschen Markt beteiligt. Die Sozietät beriet viele der beabsichtigten Börsengänge, darunter die geplanten Börsengänge der TMD Friction Group und der exceet Group, und berät weiterhin die pressebekannten geplanten Börsengänge von Evonik Industries, Hapag-Lloyd und Osram. Einige der wenigen Börsengänge, die 2011 durchgeführt wurden, war der von SHW Automotive, den Allen & Overy als Underwriter Counsel beriet. Darüber hinaus hat das ECM-Team eine Reihe viel beachteter Bezugsrechtskapitalerhöhungen begleitet, darunter die Underwriters bei der bisher größten Bezugsrechtsemission eines nicht zu den Finanzinstituten zählenden Emittenten: die Bezugsrechtskapitalerhöhung der Porsche Automobil Holding in Höhe von fünf Milliarden Euro. Weitere Transaktionen betrafen die Pfleiderer AG bei verschiedenen Kapitalmaßnahmen in Verbindung mit ihrer finanziellen Restrukturierung und YOUNIQ bei der Zweitplatzierung von Aktien.

Im unter Frank Herring neu angeschobenen Investmentrecht zählten zu den Mandanten u.a. Credit Suisse Asset Management, DWS / DeAM, J.P. Morgan Asset Management, KanAm Grund, Metzler, PIMCO, Union Investment, Wells Fargo und die Zürcher Kantonalbank. Auf dem Gebiet der Akquisitionsfinanzierung schließlich ist eine wachsende Zahl von Transaktionen zu beobachten, die Debt- und Capital Market-Finanzierungsinstrumente miteinander kombinieren. Dieser Trend setzt sich fort. Der Anleihenmarkt wird zu einer zunehmend bedeutenden Finanzierungsquelle für europäische Unternehmen, und das ist nicht wirklich überraschend: Die zunehmend restriktive Darlehensvergabe seitens europäischer Banken zwingt Unternehmen dazu, andere Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten. Der kanzleieigene Ausbau des Debt Capital Market-Bereichs unter Kusserow antwortet darauf.

Ein weiterer Trend sind übrigens Finanzierungstransaktionen in ausländischen Währungen, wie z.B. in Renminbi. Hier beriet die Sozietät sowohl die unter chinesischem Recht stehende syndizierte Milliarden-Kreditlinie für die Voith AG als auch die fast ebenso große Dim Sum_Anleihe für BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH. Die Mandatsliste beeindruckt einmal mehr nicht nur auf Bankenseite. So hat sich auch Evonik Industries AG beim Abschluss einer Kreditlinie in Höhe von anderthalb Milliarden Euro von Allen & Overy betreuen lassen. Die syndizierte Kreditlinie wurde u.a. von BNP Paribas, Deutsche Bank AG und The Royal Bank of Scotland plc als konsortialführenden Banken koordiniert und arrangiert. Hapag-Lloyd AG hat Allen & Overy bei verschiedenen Schiffsakquisitionen und weiteren Assetfinanzierungen sowie zu allgemeinen Unternehmensfinanzierungen mandatiert.

#Gesellschaftsrecht, M&A, Compliance, Restrukturierung/#

Die im engeren Sinne gesellschaftsrechtliche Praxis von Allen & Overy in Deutschland war geprägt von der Beratung komplexer aktien-, konzern- und kapitalmarktrechtlicher Themen sowie zu Compliance- und Corporate Governance-Fragen. Das deutsche Gesellschaftsrechts-Team zollt der fortschreitenden Fokussierung bei der Beratung aktienrechtlicher Themen mit einer eigenen Gruppe von Aktienrechtlern Gebühr. Diese Schwerpunktsetzung des Teams um die Partner Dr. Hans-Christoph Ihrig und Dr. Christian Eichner hat sich besonders in der Beratung von Vorstandsangelegenheiten etabliert — zumal auch an der Schnittstelle zur arbeitsrechtlichen Praxis. So gab es u.a. erheblichen Beratungsbedarf bei Aufhebungs- und Anstellungsverträgen sowie auch bei entsprechenden streitigen Auseinandersetzungen.

Generell schwierig gestaltet hat sich hingegen der Markt für Mergers & Acquisitions. Mit Fortschreiten der Staatsschulden- und Eurokrise wurden Investoren und Unternehmen zunehmend zurückhaltend. Dies hat sich in einer sinkenden Anzahl von M&A-Transaktionen im deutschen Markt widergespiegelt. Transaktionen sind im Berichtszeitraum zwischenzeitlich zu regelrechten Geduldsspielen geworden — auch bei Allen & Overy. Unterschiedliche Preisvorstellungen sowie die weiterhin zurückhaltende Risikobereitschaft der Parteien führen häufig zum Abbruch der Verhandlungen. Ein weiterer zu beobachtender Trend sind die zunehmend individualisierten und komplexen Dealstrukturen bei M&A-Transaktionen. Das bedeutet hier wie bei der Konkurrenz insgesamt anspruchsvollere M&A-Tätigkeiten mit intensiver Partner-Beteiligung.

Deren Praxis konnte im Berichtszeitraum insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen eine wachsende Anzahl von Mandaten verzeichnen — was vor allem der steigenden Attraktivität des deutschen Markts für ausländische Investoren zu verdanken ist. Deutsche Targets sind beliebter als je zuvor, und Deutschland gilt als einer der attraktivsten Zielmärkte weltweit. Insbesondere die Zunahme von Transaktionen mit chinesischen Investoren hat das vergangene Jahr geprägt. Wie die Kanzlei berichtet, wurden ihre Büros in China als interkulturelles Desk bis hin zur Übersetzung jeglicher Korrespondenz genutzt. Dabei gab es einen deutlichen Anstieg grenzüberschreitender Transaktionen mit chinesischen Investoren, bei denen die deutschen Partner mit den chinesischen Teams von Allen & Overy zusammengearbeitet haben. In Deutschland war es unter anderem „Stamm_Mandant“ SAP, der als DAX-Unternehmen neben der gesellschafts- und aktienrechtlichen Beratung zunehmend bei M&A-Angelegenheiten auf Allen & Overy setzte, so beim Verkauf von Steeb und bei der öffentlichen Übernahme von SuccessFactors. Neben der fallbezogenen Mandatierung renommierter Mandanten wurden die deutschen Partner verstärkt zu Panelausschreibungen eingeladen (z.B. Münchener Rück und Colfax).

Ein weiterer Schritt bei der Spezialisierung innerhalb der Gruppe war die Gründung eines fachbereichsübergreifenden Compliance-Teams, das eine Schnittstelle mit Anwälten aus den Bereichen Kapitalmarktrecht, Kartellrecht, Arbeitsrecht und Dispute Resolution bildet. In personeller Hinsicht war hier der Zugang von Dr. Eckart Sünner bemerkenswert. Sünner, bis Mai 2011 Chief Compliance Officer (CCO) beim Chemiekonzern BASF, gilt als einer der Pioniere der Unternehmenscompliance. Dr. Jan Schröder wiederum bedient als einer der führenden Köpfe im deutschen Markt für Versicherungsunternehmensrecht die Schnittstelle zwischen Corporate, M&A und Versicherungsaufsichtsrecht. Sein Team verstärkt das Düsseldorfer Büro und berät Versicherer und Rückversicherer sowie weitere Finanzdienstleister bei Fusionen und Übernahmen, Umstrukturierungen und in allgemeinen gesellschafts- und aufsichtsrechtlichen Fragen.

Mit Dr. Michael Bernhardt kam sodann im Juni 2011 von Willkie Farr einer der angesehensten Anwälte im Private Equity-Markt zu Allen & Overy, der neben Private Equity-Investoren auch in- und ausländische Unternehmen bei M&A-Transaktionen und im Gesellschaftsrecht berät. Ferner bemerkenswert ist der Zugang von Dr. Michael Brellochs als Counsel im Münchener Büro. Brellochs wechselte von Hengeler Mueller zu Allen & Overy und pflegt enge Kontakte zu wichtigen DAX-Mandanten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die deutsche Corporate-Praxis von Allen & Overy mit an die 50 Associates um mehr als ein Drittel ihrer ursprünglichen Größe zugelegt. Auch dies ist eine deutliche Aussage im Rahmen der Umsetzung der strategischen Wachstumsziele der Praxis.

Auch mit Blick auf Restrukturierung und Insolvenzrecht stehen Hoegen und sein Team dank fachübergreifender Expertise bei äußerst komplexen Transaktionen für einige der wichtigsten Fälle am deutschen Markt. Zum konkreten Geschäft zählten im Berichtszeitraum Restrukturierungen eines Asset Managers und eines Schiffsportfolios sowie Insolvenzen und Insolvenzverfahren (einschließlich Gerichtsverfahren) von deutschen und internationalen Unternehmen verschiedenster Industrien.

#Immobilienrecht, Öffentliches Wirtschaftsrecht/#

Im Immobilienrecht kann Neuzugang Bernhardt in der Beratung der Patrizia AG beim Erwerb der LBBW Immo Gruppe einen Erfolg vorweisen. Auch der traditionell starke Bereich der Immobilienfinanzierer hat im Geschäftsjahr 2011/2012 reussiert, und zwar u.a. mit der laufenden Beratung der Deutsche Annington bei der GRAND CMBS Refinanzierung und der Patrizia Erwerbsfinanzierung. Was das (allgemeine) öffentliche Wirtschaftsrecht betrifft, so ist unter Otting nicht nur im Vergaberecht mit neuen Impulsen zu rechnen. Er ist besonders versiert in den Bereichen öffentlich-privater Partnerschaften (öPP), Schienenverkehr, Energie und Healthcare. Aber auch die bestehende Praxis unter Leitung von Dr. Bettina Enderle hat ihre Spezifizierung im Umwelt(energie-) und Planungsrecht weiter ausgebaut und thematisch auf Anlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erweitert. Enderle war beteiligt an den Vertragsverhandlungen über den Erwerb einer Raffinerie von Shell im Hafen Hamburg Harburg für eine schwedische Mandantin (Nynas AB).

Zudem zeichnet die praxisübergreifende Branchengruppe Energiewirtschaft für einige Transaktionen und Projekte mit Pioniercharakter verantwortlich. Dazu zählen die Rekommunalisierung in Hamburg mit dem Rückkauf der Versorgungsnetze (Gas, Strom, Fernwärme) sowie die Finanzierung des ersten kommerziellen Offshore-Windparks Baltic 1 in der Ostsee. Analog zur Rekommunalisierung in Hamburg sehen die Partner noch weiteres Potenzial in Bezug auf Vergaben und Wechsel von Konzessionsverträgen. Ferner spiegelt sich die Energiewende in Transaktionen aus dem Bereich Offshore-Windenergie, Geothermie und Rekommunalisierung (HGV) wider, an denen das öffentlich-rechtliche Team mit Genehmigungs-, speziellen Umwelt- und Planungsfragen, aber auch im Hinblick auf Klageverfahren von Bürgern und Naturschutzverbänden tätig war. Bei der Planung und Entwicklung eines Solarparks in Thüringen — vor den drastischen Kürzungen für Solarstrom — hat Enderle umfassend zu den Planungs-, Erschließungs-, Umwelt- und Förderthemen nach EEG beraten. Entsprechendes gilt für ein Geothermieprojekt in Bayern, das in der Explorationsphase steht (Beratung des Equity-Investors). In diesem Zusammenhang standen auch wieder bergrechtliche Themen auf der Agenda. Das alles ist für die weitere kanzleiinterne Entwicklung umso wichtiger, als für das allgemeine Geschäft mit erneuerbaren Energien eine zunehmende Standardisierung zu beobachten ist, in der sich Pionierqualitäten auf Dauer weniger auszahlen dürften als bisher.

#Arbeitsrecht/#

Der arbeitsrechtliche Bereich ist durch einen Neuaufbau gekennzeichnet, im Zuge dessen das Rechtsgebiet seit Mai 2011 über eine eigenständige Praxisgruppe abgedeckt wird. Wegen des überwiegend eigenständigen Geschäfts fungiert man gar als Mandatsvermittler für andere Bereiche, etwa bei der Ernennung von Allen & Overy als weltweiter Rechtsberater der Colfax Corporation einschließlich der neu hinzuerworbenen Charter International plc in allen relevanten Rechtsbereichen Ende 2011. Andererseits wurden bestehende Mandatsbeziehungen im Arbeitsrecht sowie bestehende Beziehungen in anderen Fachbereichen zu gleichen Mandanten zusammengeführt und dadurch Mandatsbeziehungen der Kanzlei gefestigt. Eine besondere Rolle spielt der Bereich der betrieblichen Altersversorgung mit dem Aufbau der fachübergreifenden German Pensions Group.

Im Berichtszeitraum war Allen & Overy aktiv als Berater involviert bei E.ON, außerdem bei Arbeitskampfmaßnahmen der Fluglotsen, Arbeitskampfmaßnahmen der Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen, bei der Restrukturierung der WestLB und Herauslösung einer Verbundbank sowie Bonusverfahren der Commerzbank. Zu den Spezialisten zählen Thomas Ubber im Tarif- und Arbeitskampfrecht, Dr. Hans-Peter Löw auf dem Feld der Finanzwirtschaft und Tobias Neufeld für HR-Compliance sowie betriebliche Altersversorgung.

#Steuerrecht, streitige Konfliktlösung/#

Die deutsche Steuerpraxis war in unterschiedlichste Projekte involviert, die von M&A- über Private Equity-, Umstrukturierungs-, Real Estate- und Compliance- bis hin zu wiederkehrenden Tax Dispute Resolution-Mandaten reichten. Zu den Mandanten zählten General Electric (GE), Huhtamaki, Johnson Controls, Pfizer und W.R. Grace & Co. Neben transaktionsgenerierten Mandaten sind zahlreiche Fälle aus dem Bereich Tax Litigation zu verzeichnen. Mit Eugen Bogenschütz und Dr. Gottfried E. Breuninger zählt die Praxis zwei Experten in ihren Reihen, die bundesweit hohe Anerkennung erfahren.

Der Dispute-Bereich schließlich profitiert vom Ausbau der fachübergreifenden Zusammenarbeit — etwa mit den Sektorgruppen Energy und Insurance oder der Themengruppe Compliance. Hier hat die Kanzlei ihr Augenmerk vor allem auf versicherungsrechtliche und energierechtliche Streitigkeiten gelegt und sich eng mit den starken Praxen Banking, Corporate und ICM verzahnt. Im forensischen Teil des Gesellschaftsrechts betreuten Dr. Hans-Christoph Ihrig und sein Team DAX- und M-DAX-Mandanten wie die Bayer AG, Deutsche Telekom AG, SAP AG und Bilfinger Berger SE (insbesondere bei aktienrechtlichen Streitigkeiten) — und profitieren dabei von ihrer großen Expertise bei der Vorbereitung und Begleitung von Hauptversammlungen. Darüber hinaus mandatierten das Team sowohl Aufsichtsräte und Vorstände als auch die betreffenden Unternehmen gegenüber diesen; aktuelle Mandate kamen von Evonik, SAP und Bilfinger Berger. Schließlich trug die internationale Zusammenarbeit zur starken Rolle bei, die die streitige Konfliktlösung bei den hiesigen Büros mittlerweile einnimmt.

#Sonstige Rechtsgebiete /#

Ergänzend zu nennen ist zunächst die deutsche Telekommunikations-Gruppe, die ein multidisziplinärer Teil der übergreifenden Telecommunications, Media and Technology (TMT)-Gruppe der Kanzlei ist. Wie in vielen Sozietäten arbeitet das Team recht eng mit der IP-Gruppe zusammen, welche auch entsprechende regulatorische Themen in diesem Sektor abdeckt. (Auch) zu den TMT-Mandanten von Allen & Overy zählt die Deutsche Telekom AG. Im Ausbau befindet sich nach Kanzleiangaben der versicherungswirtschaftliche Bereich, wobei besonderes Augenmerk auf der betrieblichen Altersversorgung liegt, aber auch auf dem Versicherungskartellrecht. Hier wie im Gewerblichen Rechtsschutz ist aber eine weitere Aufstockung vonnöten, wenn die Kanzlei ihrem selbst gewählten Full-Service-Standard in jeder Hinsicht gerecht werden will. Das gilt ungeachtet des Umstands, dass im Kartellrecht mit Dr. Ellen Braun eine sehr versierte Partnerin an der Spitze der Praxisgruppe steht und mit Dr. Martin Bechtold und Dr. Jürgen Schindler zwei weitere Partner regelmäßig von Brüssel aus einpendeln.

Veröffentlichungen und Vorträge: 

Die Rechtsanwälte von Allen & Overy veröffentlichen regelmäßig Beiträge in sämtlichen deutschen und internationalen Fachzeitschriften, Tageszeitungen (FAZ, Handelsblatt, Börsen-Zeitung) und Wochenzeitungen (Wirtschaftswoche). Einige von ihnen sind Autoren namhafter Kommentare und Fachbücher. Thomas Ubber ist beispielsweise Mitverfasser eines renommierten Arbeitsrechtskommentars.

Fazit: 

Zum 20-jährigen Deutschland-Jubiläum im Jahr 2014 hat sich die Magic Circle-Kanzlei Allen & Overy ein klar formuliertes Ziel gesetzt: Die Sozietät will hierzulande mit einem auf die Kernbereiche des Wirtschaftsrechts ausgerichteten Full Service-Konzept zu dem ausgewählten Kreis der vier, fünf absoluten Topkanzleien gehören. Im Bank- und Finanzrecht tut sie das bereits, in den anderen Rechtsgebieten ist sie auf dem besten Weg oder hat zumindest die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Dazu gehört allerdings nicht nur, die jüngsten, erfolgreichen Integrationsmaßnahmen weiter zu konsolidieren, sondern auch, den Eigengewächsen die notwendigen Entwicklungsperspektiven offenzuhalten und den weiteren Ausbau der Praxen in der Breite zu fördern.

Ansprechpartner: 

Steffen Müller

Sortname: 
allen_overy
Standort: 

Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Mannheim, München, Abu Dhabi, Amsterdam, Antwerpen, Athen, Bangkok, Beijing, Belfast, Bratislava, Brüssel, Budapest, Bukarest, Casablanca, Doha, Dubai, Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Hongkong, Istanbul, Jakarta, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, Moskau, New York, Paris, Perth, Prag, Riad, Rom, São Paulo, Shanghai, Singapur, Sydney, Tokio, Warschau, Washington, D.C.

Besondere Sprachkenntnisse (außer Englisch): 

Chinesisch (Mandarin), Dänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch

Bevorzugte Rechtsgebiete: 

Aktien- und Konzernrecht, Arbeitsrecht, Banken, Finanzen, Kapital, Datenschutz, Energierecht, Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht, IT und Telekommunikation, Kartellrecht, M & A, Öffentliches Wirtschaftsrecht, Private Equity und Venture Capital, Sanierung und Insolvenz, Steuerrecht, Wettbewerbsrecht