Allen & Overy

Allen & Overy LLP, 1930 von George Allen und Thomas Overy in London gegründet, zählt zum exklusiven Kreis der „Magic Circle”-Kanzleien. Sie berät in allen Kernbereichen des Wirtschaftsrechts und unterhält Büros in den wichtigsten internationalen Finanz- und Wirtschaftszentren. An weltweit 42 Standorten in 29 Ländern sind rund 2.800 Berufsträger tätig, darunter weit über 500 Partner. Ihr erstes Büro außerhalb Großbritanniens eröffnete Allen & Overy 1978 in Dubai, jüngstes Glied in der Kette ist das in Casablanca (2013). Seit 1994 ist man auch in Deutschland präsent. Damals schickte die Londoner Zentrale zwei Associates nach Frankfurt, um dort ein Büro aufzubauen — einer davon war der heutige Londoner Partner Timothy Arnheim. 2001 wurde ein weiteres Büro in Hamburg eröffnet, 2007 eines in Mannheim und eines in Düsseldorf. 2008 folgte dann noch München. Mit mehr als 200 Berufsträgern, darunter etwa 50 Partnern, zählt Allen & Overy LLP den führenden internationalen Anwaltsgesellschaften in Deutschland. An ihrer Spitze stehen Managing Partner Dr. Gottfried E. Breuninger und Senior Partner Dr. Neil George Weiand. Welch gute Reputation die deutschen Partner innerhalb des Allen & Overy-Netzwerks genießen, zeigt sich daran, dass mit Gottfried Breuninger und Thomas Ubber gleich zwei von ihnen zu „Global Heads” ihrer Praxisbereiche (Steuerrecht bzw. Arbeitsrecht) gewählt wurden. Dr. Helge Schäfer gehört dem „Global Board” an und Dr. Oliver Seiler ist Co-Head ECM/EMEA.

Erklärtes Ziel ist es, mittelfristig in allen Beratungsgebieten zur Marktspitze zu gehören. Im Bank- und Finanzrecht sowie im Bereich Restrukturierung ist das bereits der Fall. Im Steuer-, Arbeits- und Versicherungsrecht hat man sich an die Spitze herangearbeitet, im Gesellschaftsrecht/M&A, Kapitalmarktrecht und Konfliktlösung (Dispute Resolution) ist die Aufholjagd im Gange. Im Berichtszeitraum setzte die Kanzlei ihren Wachstumskurs ebenso unbeirrt wie erfolgreich fort und baute ihre Teams auf Partner-, Counsel- und Associate-Ebene aus. Bemerkenswertes Geschick bewies man wie bereits in den Vorjahren bei der Gewinnung von Quereinsteigern. Seit 2010 hat sich Allen & Overy durch mehr als ein Dutzend renommierter Experten, die sie ihren Mitbewerbern abjagte, auf allen strategisch wichtigen Gebieten verstärkt. Nach der auch 2012/2013 fortgesetzten Integration mehrerer hochkarätiger Laterals stellte die Berufung von drei neuen Partnern aus den eigenen Reihen ein wichtiges Signal in die Kanzlei dar. Unter den 19 zum 1. Mai 2013 in die Partnerschaft aufgenommenen Anwälten waren Malte-Matthias Holthaus (Corporate/M&A) und Markulf Behrendt (Arbeitsrecht) aus dem Hamburger Büro sowie Dr. Franz Bernhard Herding (Bank- und Finanzrecht/Restrukturierung) aus Frankfurt. Die Zahl der deutschen Partner stieg damit auf 48. Mit Herding und Holthaus wurden zudem zwei Eigengewächse befördert.
Der größten personellen Coup landete im März 2013 das Frankfurter Büro. Unter dem Motto „Sieben auf einen Streich” lotste man ein Prozessrechtsteam von Hogan & Lovells ins Haus am OpernTurm: zusammen mit Dr. Wolf Bussian und Dr. Marc Zimmerling wechselten fünf Associates. Dr. Bussian und Dr. Zimmerling waren bereits die Partner Nr. 6 und 7, die Allen & Overy bei Hogan & Lovells loseiste. Den Anfang gemacht hatten 2010 die beiden Arbeitsrechtler Thomas Ubber und Hans-Peter Löw. Noch im gleichen Jahr waren ihnen Corporate-Spezialist Christian Eichner und Prozessexperte Prof. Dr. Daniel Busse gefolgt, 2011 dann der Versicherungsunternehmensrechtler Dr. Jan Schröder.
Kräftig zugelangt hatte Allen & Overy auch bei Gleiss Lutz. Mit Dr. Olaf Otting, der dort die öffentlich-rechtliche Praxisgruppe geleitet hatte, gewann man Ende 2012 auch ein Vergaberechtsteam hinzu. Wenig später konnte die Kanzlei den Zugang des angesehenen Patentprozessrechtlers Dr. Joachim Feldges vermelden; er kam von Field Fisher Waterhouse. Mit dieser Personalie schlug man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die Lücke im Bereich IP, die Dr. Marcus Groschs Wechsel zu Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan im Jahre 2010 gerissen hatte, wurde endlich geschlossen. Feldges, auf Pharma und Biotechnologie spezialisiert, besetzt die Schnittstellen zu diesen Rechtsgebieten. Er ist äußerst prozesserfahren, hat Schiedsverfahren über Patentstreitigkeiten geführt und sie auch als Mediator begleitet.
Einen Goldfisch angelte sich Allen & Overy in Person von Dr. Hans Diekmann. Die Corporate- und Kapitalmarktskoryphäe, seit 1999 in Diensten Shearman & Sterlings, verstärkt seit Mai 2013 das Düsseldorfer Team. In der US-Kanzlei galt er als einer der wichtigsten deutsche Partner und als „Rainmaker”. An zahlreichen großen Transaktionen der vergangenen Jahre war er beteiligt. Er beriet die Sal. Oppenheim-Gesellschafter beim Verkauf an die Deutsche Bank, die Allianz bei einem Joint Venture mit Volkswagen und Continental bei einem JV in Sachen Elektromobilität. Neben DAX-, MDAX- und großen börsennotierten Unternehmen zählen Finanzinstitute, Vorstände und Aufsichtsräte zu seinen Mandanten. Seit September 2013 verfügt Allen & Overy auch über ein Notariat. Immobilienrechtler Dr. Jochen Scheel brachte es in die Partnerschaft ein. Der Fachanwalt hatte bei Paul Hastings die entsprechende Praxis aufgebaut und fast neun Jahre lang geleitet. 2010 war er zum Notar ernannt worden.
Allen & Overys deutsche Praxis („eine Großkanzlei mit starken englischen Genen” — Neil Weiand) ist die zweitstärkste in der internationalen Anwaltsgesellschaft — größer ist nur die am Londoner Stammsitz — und sie leistet einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtumsatz. Im Geschäftsjahr 2012/2013 erwirtschaftete sie 118 Millionen Euro und festigte damit ihren Platz in den Top 10 der umsatzstärksten deutschen Kanzleien. Gegenüber dem Vorjahresergebnis gab es eine Steigerung um 4,4 Prozent — deutlich mehr als beim weltweiten Gesamtergebnis, das sich nur um 0,6 Prozent verbesserte. Es belief sich auf 1,41 Milliarden Euro. Als Schlüssel zum Erfolg, d.h. profitables Arbeiten auch unter schwierigen Marktbedingungen, sieht man hierzulande die breitere Aufstellung in Verbindung mit der Philosophie, dass jeder der Geschäftsbereiche über einen deutlichen Anteil an eigenständigem, transaktionsunabhängigem Beratungsgeschäft verfügen soll. Fast 80 Prozent des Gesamtumsatzes wird in den drei Bereichen Corporate, Bank- und Finanzrecht sowie Kapitalmarktrecht erzielt. Auf Corporate entfallen 43 Prozent und auf Bank- und Finanzrecht 26 Prozent. Kapitalmarktrecht liegt mit 10 Prozent nur knapp vor Steuerrecht (9 Prozent) und Arbeitsrecht (8 Prozent). Dispute Resolution bringt es auf 4 Prozent.

Philosophie: 

„Allen & Overy berät in- und ausländische Mandanten in allen Bereichen des Wirtschaftsrechts. Der Aufbau und die Pflege langfristiger Beziehungen mit den Mandanten bilden den Kern der Strategie und einen Eckpfeiler der Kanzleikultur. Vertrauen und Transparenz sind der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg. Besonderen Wert legen wir darauf, die geschäftlichen Ziele und Rahmenbedingungen der Mandanten zu verstehen.”

Rechtsgebiete und Mandate: 

Die deutsche Praxis berät eine internationale Mandantschaft — vornehmlich Banken, Finanzdienstleister und —investoren sowie Unternehmen und Konzerne — zu Fragen des deutschen, englischen und amerikanischen Wirtschaftsrechts. Schwerpunkte sind Bank- und Finanzrecht sowie M&A — in finanzierungsrechtlicher Hinsicht gibt es wohl kaum einen Deal, den Allen & Overy-Partner nicht schon irgendwo durchgeführt haben. Die Kombination von fachlicher und branchenspezifischer Expertise, Erfahrung und Kreativität öffnete der Kanzlei die (Mandats-)Türen zur Deutschen Bank, der Commerzbank und der KfW, zu Credit Suisse und UBS, UniCredit und der Royal Bank of Scotland. Zu den Unternehmen, die Allen & Overy regelmäßig mandatieren, zählen die Allianz, Bayer, Bilfinger, Deutsche Annington, E.ON, Evonik, General Electric, Hapag-Lloyd, SAP, Schaeffler und Telekom. Projektbezogen wurden im Berichtszeitraum außerdem Altana, Air Berlin, Bertelsmann, die Douglas Holding, die Elster Group, Fraport, die Lufthansa, Merck, Patrizia und die Salzgitter AG beraten. Ein wichtiger Erfolg war es auch, vermehrt zu Panelausschreibungen eingeladen zu werden. Bei Shell, Bayer und Novartis kam die Kanzlei auf die Liste.

Neben den sechs Praxisgruppen Arbeitsrecht, Bank- und Finanzrecht, Kapitalmarktrecht, Steuerrecht, Unternehmensrecht und Konfliktlösung gibt es in der Kanzlei noch eine Reihe industriebezogener Sektorgruppen. Ihr Fokus liegt insbesondere auf Private Equity, Finanzdienstleistern, Immobilienwirtschaft, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen, Infrastruktur und Transportwesen sowie Telekommunikation, Medien und Technologie (ZMT). Der Bereich Compliance ist seit 2011 in einer fachübergreifend strukturierten Themengruppe gebündelt.

#Banking & Finance, Bankaufsichtsrecht/#

Mit rund 70 in Deutschland und England zugelassenen Anwälten stellt Allen & Overy hierzulande die Nr. 1 unter den Bank- und Finanzrechtspraxen. Sie arbeitet eng mit den Spezialisten für Aufsichtsrecht, Restrukturierung und Prozessführung zusammen und gehört neben Hengeler zu den großen Trendsettern der Branche. An ihrer Spitze steht mit Peter Hoegen einer der renommiertesten Finanzrechtler Deutschlands, versiert in der Bewältigung komplexer Transaktionen und Restrukturierungsverfahren. Im Zusammenhang mit der Sanierung und dem Börsenrückzug des insolventen Holzwerkstoffherstellers Pfleiderer beriet er mit einem fachgruppen- und jurisdiktionsübergreifend besetzten Team die Banken des Lenkungsausschusses. Die Bertelsmann AG ließ sich von einem Team um Seniorpartner Dr. Neil George Weiand im Zusammenhang mit der Umwandlung in eine KGaA und die mit der Umwandlung verbundenen bank- und kapitalmarkrechtlichen Implikationen beraten.
Aufgrund ihrer guten Vernetzung in der Finanzszene fungiert die Praxis innerhalb der Kanzlei auch als Wegbereiter, wenn es darum geht, für „Deals” aus anderen Rechtsgebieten geeignete Partner zu akquirieren. Dabei lassen sich konsequent die Vorteile einer weltweit operierenden Praxis nutzen.

# Kapitalmarktrecht — Kredite und Akquisitionsfinanzierungen, Investmentrecht, ECM/#

Im Juni 2013 wurden die bisherigen Geschäftsfelder Equity Capital Markets (ECM) und International Capital Markets (ICM) zusammengelegt, so dass nunmehr die gesamte Kapitalmarktkompetenz in einem Team gebündelt ist. Leiter der neuen Einheit, die den Namen International Capital Markets (ICM) trägt, ist Dr. Oliver Seiler. Er hatte zuvor das ECM-Team geführt. Okko Hendrik Behrends, langjähriger Leiter des ICM-Teams alten Zuschnitts, hatte die Kanzlei im Frühjahr noch vor der Neuordnung verlassen. Der anerkannte Experte in Sachen strukturierte Finanzierungen und derivative Produkte schloss sich Latham & Watkins an, wenig später folgte ihm Counsel Frank Bierwirth.
Der Anleihenmarkt wird zu einer immer wichtigeren Finanzierungsquelle für europäische Unternehmen, denn die restriktive Darlehensvergabe seitens der Banken zwingt sie dazu, für die Akquisitionsfinanzierung auf andere Möglichkeiten auszuweichen. Eine „trendige”, bereits bei einer Reihe von Finanztransaktionen praktizierte Variante besteht in der Kombination von Eigen- und Fremdkapital. Diese Lösung spielt Allen & Overy in die Karten, weil man das Know-how der Kapitalmarkt- und der Bankaufsichtsrechtspraxis nutzen und den Mandanten eine integrierte, umfassende Beratung zu allen Arten der Finanzierung anbieten kann.

Besonders erfolgreich agierte das in Frankfurt ansässige, durch die Zugänge von Partner Dr. Berthold Kusserow, Counsel Dr. Patrick Scholl und Senior Associate Dr. Bernd Geier (der im September 2013 zum Counsel ernannt wurde) bedeutend verstärkte Derivate-Team. Kusserow, Experte für Anleihen und strukturierte Kapitalmarktprodukte, wurde von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) als Berater für den Ausbau ihres Geschäfts mit derartigen Produkten konsultiert und von der Bilfinger SE bei der Platzierung ihrer Debüt-Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 500 Millionen Euro. Das High Yield-Team um Gernot Wagner begleitete bedeutende Platzierungen von Hochzinsanleihen, darunter Schaeffler bei der Begebung einer Anleihe im Gesamtvolumen von 1,25 Milliarden Euro. Wagner berät auch zum US-amerikanischen Recht, er leitet die US Law Group in Frankfurt, und Matthew Howard, englischer Solicitor, zum englischen Recht. Howard betreute federführend das J.P. Morgan-Mandat beim Erwerb forderungsbesicherter Wertpapiere (CMBS) in Höhe von 885 Millionen Euro. Dr. Walter Uebelhoer hatte die Federführung bei der Beratung Schaefflers im Zusammenhang mit der Refinanzierung der Kreditfazilitäten; das Volumen betrug acht Milliarden Euro. Er stand auch der News Corporation bei der Refinanzierung von Sky Deutschland zur Seite; hier ging es um ein Volumen von 438 Millionen Euro. Die Salzgitter AG ließ sich vom Team um Dr. Neil George Weiand im Zusammenhang mit einer syndizierten revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 500 Millionen Euro beraten. Der Seniorpartner verantwortete auch die Mandate der Elster Group SE bei der Übernahme durch Melrose PLC und der Douglas Holding im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot der Advent International, einem der größten amerikanischen Private Equity Fonds.

Das (damalige) ECM-Team um Dr. Oliver Seiler und Gernot Wagner begleitete eine Reihe von Börsengängen und Kapitalerhöhungen. Es beriet ein von Barclays und Crédit Suisse angeführtes Bankenkonsortium bei der zur Finanzierung des Kaufs der TLG Wohnen erforderlichen Kapitalerhöhung der TAG Immobilien AG in Höhe von 270 Millionen Euro, die Deutsche Bank bei der Erhöhung von bedingtem Kapital der GEA AG und die Schaeffler Verwaltungs GmbH im Zusammenhang mit dem Verkauf von Continental-Aktien für rund 1,6 Milliarden Euro. Den mehrfach verschobenen Börsenstart von Evonik Industries Seiler betreuten Seiler und der Gesellschaftsrechtler Dr. Hans-Christoph Ihrig.

#Gesellschaftsrecht, M&A, Restrukturierung, Compliance/#

Der deutsche M&A-Markt hielt sich 2012 im internationalen Vergleich auf einem soliden Niveau. Absolutes Highlight im Berichtszeitraum war für Allen & Overy das Mandat der Patrizia Alternative Investments für eine der größten europäischen Immobilienportfolio-Transaktionen jüngster Zeit. Als die Bayerische Landesbank (BayernLB) die Aktienmehrheit an ihrer Wohnimmobilientochter GBW an ein Investorenkonsortium verkaufte, beriet ein jurisdiktionsübergreifend besetztes Team, in dem nahezu alle deutschen Fachgruppen vertreten waren, Patrizia als Konsortialführerin bei der rechtlichen und steuerlichen Strukturierung der Investition sowie im Zusammenhang mit der Akquisition selbst. Die Federführung hatte der Frankfurter Private Equity/M&A-Partner Dr. Michael Bernhardt. Allen & Overy kam zum zweiten Mal innerhalb gut eines Jahres bei einem „Mega-Deal” zum Zuge. Patrizia hatte sich, ebenfalls als Konsortialführerin, bereits beim Anfang 2012 abgeschlossenen Kaufs der LBBW Immobilien GmbH und der Finanzierung dieser 1,4 Milliarden-Euro-Transaktion von der Kanzlei beraten lassen. Bernhardt, der im Juni 2011 von Willkie Farr & Gallagher LLP gekommen war, hatte damit einen beachtlichen Einstand gefeiert.
Der Patrizia-Deal war eine der größten M&A-Transaktionen des Jahres gewesen, an denen deutsche Unternehmen beteiligt waren. In drei weitere war die Kanzlei ebenfalls involviert: Sie betreute SAP bei der Übernahme des Cloud-Anbieters Ariba, die Elster Group SE bei der Übernahme durch Melrose PLC und die Douglas Holding im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot der Advent International, einem der größten amerikanischen Private Equity Fonds. Bei den beiden letztgenannten war Seniorpartner Dr. Neil George Weiand im Mandat gewesen. Er beriet ferner Asklepios Kliniken im Zusammenhang mit einer Konsortialkreditlinie in Höhe von 325 Millionen Euro und die Merck KGaA bei einer in Höhe von zwei Milliarden Euro. Dr. Helge Schäfer stand BSG Real Estate bei der Gründung eines Joint Ventures mit SIGMA zum Erwerb von Karstadt-Immobilien, darunter dem KaDeWe, zur Seite und Hapag-Lloyd bei der geplanten Fusion mit der Reederei Hamburg Süd.

Dem von Dr. Ellen Braun (Kartellrecht) und Dr. Hans-Christoph Ihrig (Gesellschaftsrecht) geleiteten Kompetenzteam Compliance gehören inzwischen 15 Rechtsanwälte an. Sie befassen sich insbesondere mit aktien-, arbeits-, gesellschafts-, kartell-, kapitalmarkt- und vergaberechtlichen Fragestellungen und Programmen sowie dem Thema Corporate Governance.

#Arbeitsrecht/#

In der Praxisgruppe Arbeitsrecht (Employment & Benefits) setzte sich die positive Entwicklung fort. Das 20-köpfige Team um Thomas Ubber wurde mit anspruchsvollen Mandaten betraut. Stark gefragt war die bekannte Expertise des Teams im Zusammenhang mit Restrukturierungen. Hervorzuheben ist etwa die umfassende Betreuung im Zuge der (nicht zum ersten Mal erforderlich gewordenen) Restrukturierung des CD- und DVD-Hersteller Cinram. Federführend im Mandat war der Düsseldorfer Partner Dr. Tobias Neufeld. Er beriet die hessisch-thüringische Landesbank (Helaba) bei der Übernahme einer aus der WestLB herausgelösten Verbundbank, Thomas Ubber die Oldenburgische Landesbank bei der Schließung der „Allianz Bank”. Sein großes Verhandlungsgeschick bewies er in den Arbeitskämpfen am Flughafen Frankfurt, sowohl während der Streikphase als auch im Schadensersatzprozess, den Lufthansa, Air Berlin und Fraport gegen die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) angestrengt hatten.

Kanzleiintern ist die Arbeitsrechtspraxis nicht nur der Musterschüler bei der Umsetzung der Forderung, für ein eigenständiges transaktionsunabhängiges Geschäft zu sorgen, sie fungiert darüber hinaus in erheblichem Umfang — auch grenzüberschreitend — als Mandatsvermittlerin für andere Praxen. Ein Highlight war die Ernennung Allen & Overys zum weltweiten Rechtsberater der Colfax Corporation. Ubber spielte auch insoweit eine führende Rolle. Als „Global Head” treibt er zudem die Zusammenarbeit der nationalen Teams voran, um sowohl die grenzüberschreitende Beratung als auch das globale Cross Selling zu intensivieren. Im Inland steht die Erweiterung des Themenspektrums auf der Agenda. Eines ist öffentliches Dienstrecht; dort wurden bereits die ersten Mandanten gewonnen. Tobias Neufeld brachte betriebliche Altersversorgung und HR Compliance ein. Er ist auch in den Sozialen Medien unterwegs und betreut als Moderator das XING-Forum „Compliance and Human Resources” mit mehr als 1000 Interessenten.

#Steuerrecht/#

Die Steuerrechtspraxis ist in drei Tätigkeitsschwerpunkte gegliedert — Coporate Tax, Finanztransaktionen und Finanzdienstleistungen. Sie bietet ihren Mandanten damit ein sowohl breit gefächertes als auch hoch spezialisiertes Beratungsangebot. Das sorgt für eine steigende Zahl von Dauermandanten. Eine starke Säule neben dem „klassischen” transaktionsunabhängigen Beratungsgeschäft bildet das transaktionsnahe. Hier profitierte das Team um Dr. Gottfried E. Breuninger und Eugen Bogenschütz signifikant von den Partnerzugängen in anderen Praxen der Kanzlei, und zwar speziell der arbeits-, kapitalmarkt- und öffentlichrechtlichen. Transaktionsnahe Beratung fand außerdem im Zusammenhang mit M&A, Private Equity, Immobilien, Umstrukturierung und Sanierung, Prozessen, Finanzierung, Aufsichtsrecht und Finanzprodukten statt. In die großen Immobiliendeals Deutsche Annington und Patrizia war die Praxis stark involviert. Laufend beraten lassen sich u.a. General Electric (GE), Huhtamaki, Johnson Controls, Pfizer, die Unternehmensgruppe Theo Müller sowie Grace & Co. Der äußerst renommierte Breuninger betreute u.a. Greif und GE Capital. Zu einem wichtigen Schwerpunkt hat sich die steuerliche Beratung bei compliancegetriebenen internen Untersuchungen entwickelt. In diesem noch relativ jungen Beratungsfeld konnte sich die Praxis bereits gut etablieren und profilieren. Die kanzleiinterne Praxisvernetzung und das Cross Selling sollen weiter ausgebaut, der Anteil grenzüberschreitender Mandate gesteigert werden.

#Prozesse und Schiedsverfahren Dispute Resolution/IP-Litigation/#

Neu formiert und massiv verstärkt hat sich 2013 die Praxis für Prozesse und Schiedsverfahren (Dispute Resolution — DR). Im Mai wurde zwecks Bündelung der Prozesskompetenz das IP-Team um Partner Jens Matthes in die Praxis integriert und die Neuzugänge brachten spezifische Expertise mit: Dr. Bussian beispielsweise Erfahrung mit Auseinandersetzungen zu komplexen Finanztransaktionen und der Abwehr von Anleger-/Investorenklagen, Dr. Zimmerling in handels-, gesellschafts- und berufshaftungsrechtlichen Streitigkeiten und Schiedsgerichtsverfahren, Feldges in Patentprozessen. Intensiviert wurde die Zusammenarbeit insbesondere mit den forensisch besonders aktiven Praxisgruppen Banking, Corporate und ICM, den Sektorgruppen Energie und Versicherungen sowie dem Kompetenzteam Compliance. Welch gute Reputation Daniel Busse und das DR-Team in bank- und finanzrechtlichen Streitigkeiten bereits genießt, zeigt sich an der Mandatierung durch die Hypo-Alpe-Adria-Gruppe (HGGA) für den Prozess gegen die BayernLB.
Busse wird häufig vom ICC und dem CEAC als Schiedsrichter berufen. Besonderes Ansehen genießt er aufgrund seiner Kompetenz in Verfahren mit einer ausländischen Schiedsordnung. Als Parteivertreter wurden er und das DR-Kernteam mehrfach für große Energieunternehmen tätig. Gemeinsam mit Dr. Wolf Bussian beriet er den Insolvenzverwalter von Walter Bau zu Vollstreckung und Anerkennung eines investitionsschutzrechtlichen Schiedsspruchs gegen das Land Thailand.

#Immobilienrecht - Immobilienwirtschaft, Öffentliches Wirtschaftsrecht/#

In der Real Estate-Gruppe arbeiten Anwälte aus verschiedenen Praxisgruppen, insbesondere Immobilien-, Gesellschafts-, Steuer- und Kapitalmarktrechtler, Finanzierungs- und Restrukturierungsspezialisten, zusammen. Das Kernteam bilden Dr. Jochen Scheel, Dr. Hans Schoneweg und Dr. Olaf Otting. Traditionell stark ist die Sparte Immobilienfinanzierung. Die denkbar enge Zusammenarbeit mit Allen & Overys Bank- und Finanzrechtspraxis verschafft ihr eine außergewöhnlich gute, von den Mandanten sehr geschätzte Expertise. Die ähnlich enge Kooperation mit dem Verbriefungsteam ermöglicht eine umfassende Betreuung bei Restrukturierungen von CMBS-Transaktionen. Ein Paradebeispiel dafür war die Ende 2012 abgeschlossene milliardenschwere Refinanzierung der Deutsche Annington.

Ein von Dr. Olaf Meisen (Frankfurt) und Mark Sterling (London) angeführtes Cross-Border-Team lieferte dabei eine deutsch-englische „Co-Produktion” ab. Mit einem Volumen von 4,3 Milliarden Euro handelte es sich um eine der größten europäischen CMBS-Transaktionen nach der Finanzkrise. Meisen beriet auch in den bereits an anderer Stelle erwähnten Mandaten J.P. Morgan, Patrizia und BSG Real Estate. Der im November 2012 zur Kanzlei gestoßene Otting stellt zugleich die Schnittstelle zu Projektentwicklern wie zum Energiesektor dar. Bei einem Nachprüfungsverfahren im Zusammenhang mit der Vergabe von Strom- und Gaskonzessionen erstritt er ein Grundsatzurteil.

In den ihm zugedachten Aufbau der Praxis für Öffentliches Recht bringt Otting seine bekannte Expertise im Vergaberecht ein. Arbeitsschwerpunkte sind neben Schienenverkehr und Gesundheitswesen auch Städtebau und Privatisierung/ÖPP und Rekommunalisierung. Ein prominentes Mandat auf letztgenanntem Gebiet bearbeitet Dr. Helge Schäfer, nämlich den Rückkauf ihrer Versorgungsnetze durch die Stadt Hamburg. Die praxisübergreifende Branchengruppe Energiewirtschaft konnte sich im Berichtszeitraum mit einem weiteren Top-Mandat schmücken. Es bestand darin, die finanzierenden Banken für zwei Konsortien im Bieterverfahren um die größte Erdgastransportgesellschaft Deutschlands, die Open Grid Europe (OGE) zu beraten - das Transaktionsvolumen betrug mehr als drei Milliarden Euro.

Weitere Mandate betrafen sowohl konventionelle wie erneuerbare Energien. Man beriet zur Finanzierung einer Beteiligung an einem Braunkohlekraftwerk, ferner diverse Banken bei der Finanzierung von Photovoltaikparks sowie bei Windparkprojekten, einen Investor beim geplanten Erwerb einer Beteiligung am größten Raffinerie-Netzwerk in Bayern und mehrere Energieversorgungsunternehmen bei Konzessionsvergabeverfahren nach § 46 EnWG.

Veröffentlichungen und Vorträge: 

Rechtsanwälte von Allen & Overy sind regelmäßig mit Gastbeiträgen in der Tages- und Wirtschaftspresse vertreten sowie mit Veröffentlichungen in deutschen und internationalen Fachzeitschriften. Einige von ihnen wirken an namhaften Kommentaren und Handbüchern mit. Thomas Ubber und Hans-Peter Löw sind Mitherausgeber und Mitautoren des „Beck'schen Formularbuch Arbeitsrecht”, Ubber ist außerdem Mitautor des „Nomos StichwortKommentar Arbeitsrecht”, Löw Mitautor des „Rechtshandbuch Private Equity”. Dr. Wolf Bussian, Dr. Marc Zimmerling und Peter Hoegen sind mit Beiträgen im „Handbuch Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten” bzw. im „Jahrbuch Restrukturierung 2012” vertreten. Als Kommentatoren betätigen sich Dr. Ellen Braun (Kartellrecht), Dr. Hans Diekmann und Dr. Hans-Christoph Ihrig (Umwandlungsgesetz), Dr. Jan Schröder (Versicherungsvertragsgesetz) und Olaf Otting (GWB). Letzterer ist außerdem ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift „Vergaberecht”, Mitautor des „Handbuch Kommunale Unternehmen” und des „Handbuch Vergaberecht”. Dr. Udo H. Olgemöller und Dr. Wiland Tresselt sind ebenfalls Mitautoren dieses Handbuchs und Dr. Oliver Seiler ist Co-Autor des Handbuch „Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt”.

Dr. Jochen Scheel ist Lehrbeauftragter an den Universitäten Heidelberg und Münster, Dr. Sven Prüfer an der Bucerius Law School und Dr. Bernd Geier an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Dr. Michael Bernhardt hält regelmäßig Vorlesungen an der Frankfurt School of Finance & Management (FS) und am Institute for Law and Finance (ILF) der Universität Frankfurt. Matthew Howard und Dr. Olaf Meisen sind ebenfalls als Dozenten am ILF tätig, Meisen außerdem an der Universität Münster.

Fazit: 

Allen & Overy ist 2012/2013 weiter gewachsen — nicht so schnell wie ursprünglich vorgesehen, aber durchaus über dem allgemeinen Großkanzleien-Trend. Konsequent und unbeirrt hat man auf das ehrgeizige Ziel hingearbeitet, „in allen Bereichen, in denen wir Rechtsrat erteilen, zu den führenden Kanzleien zu gehören”. Im Bank- und Finanzrecht sowie im Bereich Restrukturierung ist man das bereits. Als Motoren und Magneten bewährten sich dabei renommierte Quereinsteiger. Bei der Weiterverfolgung dieser Strategie geht es nicht allein darum, passendes Personal zu finden und zu integrieren. Wichtig ist für die Sozietät auch, den Ausbau der Praxen in voller Breite ohne Niveauverluste zu bewältigen und den Aufzug in die oberen Etagen auch und gerade für Eigengewächse offen zu halten — fehlende Entwicklungsperspektiven könnten beim „Kampf um die besten Köpfe” schnell zum Wettbewerbsnachteil werden. 2014 steht für Allen & Overy das 20-jährige Deutschland-Jubiläum an. Ob wohl zum 25. Jubiläum die hochgesteckten Ziele bereits erreicht sein werden?

Ansprechpartner für Bewerber: 

Nadine Klimt

Sortname: 
allen_overy
Standort: 

Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Mannheim, München, Abu Dhabi, Amsterdam, Antwerpen, Athen, Bangkok, Beijing, Belfast, Bratislava, Brüssel, Budapest, Bukarest, Casablanca, Doha, Dubai, Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Hongkong, Istanbul, Jakarta, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, Moskau, New York, Paris, Perth, Prag, Riad, Rom, São Paulo, Shanghai, Singapur, Sydney, Tokio, Warschau, Washington, D.C.

Besondere Sprachkenntnisse (außer Englisch): 

Chinesisch (Mandarin), Dänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch

Bevorzugte Rechtsgebiete: 

Aktien- und Konzernrecht, Arbeitsrecht, Banken, Finanzen, Kapital, Gesellschaftsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Immobilienrecht, Kartellrecht, M & A, Öffentliches Wirtschaftsrecht, Private Equity und Venture Capital, Sanierung und Insolvenz, Steuerrecht, Vergaberecht, Versicherungs- und Haftungsrecht