Allen & Overy

Allen & Overy ist eine zum exponierten Kreis der Londoner „Magic Circle“-Kanzleien zählende Sozietät, die in allen Kernbereichen des Wirtschaftsrechts berät. 1930 von den beiden englischen Rechtsanwälten George Allen und Thomas Overy in London gegründet, zählt die Kanzlei nach einer jüngsten Standorteröffnung in Istanbul nunmehr 38 Büros in 28 Ländern dieser Erde.

Nach Deutschland kam die Sozietät im Jahr 1994. Damals schickte die Londoner Zentrale zwei Associates — einer davon war der heutige Londoner Partner Timothy Arnheim — nach Frankfurt, um ein eigenes Büro aufzubauen. Als Untermieter einer bekannten deutschen Sozietät angefangen, begann hierzulande der Aufstieg mit der Abwerbung des Bruckhaus-Partners Dr. Peter Hein (heute Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Doric Asset Finance), der das Geschäft wahrnehmbar vorantreiben konnte. Als sich im Jahr 2000 dann ein größeres Team um den Partner Dr. Hans-Christoph Ihrig anschloss, war dies ein weiteres erfolgreiches Mosaiksteinchen der Wachstumsstrategie. Diese ist noch längst nicht abgeschlossen, wie insbesondere das vergangene Jahr zeigte, denn Allen & Overy hat ihre ehrgeizigen Ziele erneut mit Nachdruck verfolgt — sowohl national als auch international. Auf internationaler Ebene steht der großasiatische Markt ganz klar im Fokus, neue Büroeröffnungen in Jakarta und Doha sowie die Fusion mit der australischen Sozietät Clayton Utz schlagen hier zu Buche. Zudem eröffnete Allen & Overy als erste internationale Kanzlei überhaupt ein eigenes Büro im marokkanischen Casablanca und im Frühjahr 2012 auch im türkischen Istanbul und bewies damit, dass sie dort präsent sein will, wo es Geld zu verdienen gibt. Den deutschen Partnern kann es recht sein, denn bei Allen & Overy wirtschaften alle Standorte in einen Topf.

Und auch hierzulande sind die Wachstumsambitionen noch nicht beendet. Zwar hat A&O schon im letzten Jahr hauptsächlich dadurch Schlagzeilen gemacht, dass sie die renommiertesten Partner der Wettbewerber rekrutieren konnten, die angestrebte Verdopplung der Berufsträgerzahl lässt jedoch erahnen, dass zur Verfolgung des Gesamtziels, schnellstmöglich zur globalen Elite zu gehören, hier noch einige Wechsel folgen könnten. Solange das Wachstum erfolgreich ist und die deutschen Praxen weiterhin gut zehn Prozent zum weltweiten Umsatz beisteuern, wird der internationale Senior Partner David Morley seinem deutschen Pendant Dr. Neil Weiand diesbezüglich auch keine Steine in den Weg legen. Der Expansion förderlich ist insofern sicherlich die Tatsache, dass Allen & Overy hierzulande nie eine Fusion mit einer deutschen Sozietät eingegangen ist, der Kanzlei somit noch unglaubliches Wachstumspotenzial innewohnt, ohne auf lange bestehende Strukturen Rücksicht nehmen zu müssen.

Philosophie: 

„Allen & Overy berät in- und ausländische Mandanten in allen Bereichen des Wirtschaftsrechts. Der Aufbau und die Pflege langfristiger Beziehungen mit den Mandanten bilden den Kern der Strategie und einen Eckpfeiler der Kanzleikultur. Vertrauen und Transparenz sind der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg. Besonderen Wert legen wir darauf, die geschäftlichen Ziele und Rahmenbedingungen der Mandanten zu verstehen.“

Rechtsgebiete und Mandate: 

Allen & Overy konzentriert sich auf die Kernbereiche des Wirtschaftsrechts und legt dabei den Fokus auf das Bank- und Finanzrecht sowie den M&A-Bereich, ohne jedoch den Fehler zu machen, die übrigen Rechtsgebiete nur als Support zu betrachten. Zu den Mandanten gehören börsennotierte Unternehmen, bedeutenden Mittelstands- und Familienbetriebe sowie international agierende Konzerne, Finanzinvestoren und Banken. Inhaltlich strukturiert sich Allen & Overy hierzulande in sechs Praxisgruppen und ist darüber hinaus aufgrund der Tatsache, dass die Partnerschaft nach einem strengen Lockstep vergütet wird, auch in der Lage, stets industriebezogene Teams im Sinne des Mandanten zusammenzustellen. Was die standortübergreifende Zusammenarbeit betrifft, besitzt die Kanzlei jedoch noch deutlich mehr synergetisches Potenzial; das gilt auch und gerade auf internationaler Ebene.

#Banking & Finance/#

Im Bank- und Finanzrecht setzt Allen & Overy Trends und zählt unzweifelhaft zu den absolut führenden Sozietäten Deutschlands — eine Eigenschaft, die im Übrigen auch auf internationalem Terrain gilt. Die Berater der Kanzlei zählen zu den Besten der Branche und die Vernetzung innerhalb der renommiertesten Geldhäuser und Finanzinstitute ist hervorragend. Ausgehend von dieser Expertise fällt es Allen & Overy zunehmend leichter, für andere Rechtsgebiete versierte Partner zu akquirieren, denn das Synergiepotenzial ist gewaltig und längst noch nicht vollständig ausgeschöpft. In finanzierungsrechtlicher Hinsicht gibt es keinen Deal, den Allen & Overy-Partner nicht schon irgendwo auf der Welt durchgeführt haben, was arrivierte Häuser wie Deutsche Bank und Commerzbank oder Unternehmen wie SAP, Bayer, E.on und Hapag-Lloyd, die Allen & Overy regelmäßig mandatieren, schätzen und honorieren.

Geleitet wird die Praxis von Peter Hoegen, einem der renommiertesten Finanzrechtler Deutschlands, der es geschafft hat, seine Kanzlei bei den zahlreichen erforderlichen Restrukturierungen hervorragend zu platzieren. Hier zeigt sich das Potenzial, wie die verschiedenen Praxisgruppen gegenseitig voneinander profitieren können, denn finanzrechtliche Restrukturierungen gehen nicht ohne Einbindung des Corporate-Bereichs vonstatten, wie etwa die entsprechenden Mandate bei Merckle, PrimaCon und Schaeffler zeigen. Beim Schaeffler-Mandat etwa knüpft Birgit Reese aus Düsseldorf die Verbindung zwischen finanz- und gesellschaftsrechtlicher Beratung. Daneben reüssieren Dr. Hans-Christoph Ihrig und Dr. Alexander Veith, die als Gesellschaftsrechtler und M&A-Experten beide in der Corporate-Gruppe angesiedelt sind. Wenn es der Kanzlei zunehmend gelingt, auch die anderen Praxisgruppen in solch prestigeträchtige Mandate zu bringen, dann wird es mittelfristig nicht ausbleiben, dass Allen & Overy in ihrer Gesamtbreite in die Riege der absoluten Spitzenkanzleien aufsteigt.

Im Bankaufsichtsrecht hat die Kanzlei die Spitzenposition mit Partnern wie Dr. Walter Uebelhoer, Okko Hendrik Behrends und Dr. Peter Stenz längst erlangt und konnte darüber hinaus im April 2011 fachlich noch einmal gewaltig zulegen, als der Bank-, Finanz- und Kapitalmarktrechtsexperte Frank Herring von Norton Rose wechselte. Herring gehört zu den renommiertesten Fachleuten auf seinem Gebiet, er beriet in seiner alten Kanzlei u.a. die Internetbank Onvista GmbH bei der Übernahme des Deutschlandgeschäfts der schwedischen Nordnet Bank federführend im Bankaufsichtsrecht. In den vergangenen Jahren hatte er auch und v.a. an grenzüberschreitenden Projekten gearbeitet, teilweise auch mit längeren Auslandsaufenthalten. Mit seiner Expertise wird sich Allen & Overy unzweifelhaft weiter entwickeln und so die eigene Position am Markt festigen können. Dass die Kanzlei dies auch beabsichtigte, bewies sie im März 2012, als sie den langjährigen Linklaters-Partner und Leiter der dortigen Kapitalmarktpraxis, Dr. Berthold Kusserow, zu sich lotste.

Der bereits erwähnte Stenz überzeugt zudem bei Akquisitionsfinanzierungen, ein Gebiet, auf dem auch Thomas Neubaum, Dr. Hartmut Krause, Dr. Oliver Waldburg und Dr. Neil Weiand reüssieren und sich Counsel Dr. Mark Hallett am Markt ebenfalls zunehmend positionieren kann. Weiand und Neubaum berieten etwa den Pharmakonzern Bayer AG bei einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 3,5 Milliarden Euro, mit der Bayer eine bestehende Kreditlinie in selber Höhe refinanzierte. Angesichts der Tatsache, dass in den kommenden Jahren die Refinanzierung der vor der Finanzkrise von den Private Equity-Fonds vielfach mit Fremdkapital akquirierten Unternehmen fällig wird, sind die Aussichten für die Praxisgruppe auch mittelfristig als hervorragend zu bezeichnen und es ist nicht erkennbar, dass Allen & Overy nicht auch von diesem Markt ein großes Stück abbekommen wird.

#Kapitalmarktrecht/#

Die Kapitalmarktrechtspraxis steht unter der Leitung von Okko Hendrik Behrends. Von der zur zweiten Jahreshälfte 2011 einsetzenden Flaute bei den Börsengängen war Allen & Overy insofern nicht betroffen, als dass die Kanzlei keine reine IPO-Kanzlei ist, wenngleich sie mit der Beratung der Commerzbank AG und BNP Paribas beim Börsengang des Automobilzulieferers Aalener SHW AG auch auf diesem Gebiet in Person der renommierten PartnerDr. Oliver Seiler und Gernot Wagner mandatiert wurde. Gut positioniert ist die Praxis bei Kapitalerhöhungen, so waren Seiler und Wagner an der Kapitalerhöhung und der damit verbundenen Entschuldung von Porsche beteiligt, dem größten Deal des Jahres auf Unternehmensseite, bei dem Allen & Overy das Bankenkonsortium beriet — und hier auch die Steuerrechtsabteilung mit ins Boot holen konnte. Insgesamt wächst innerhalb der Praxis insbesondere das International Capital Markets-Team, hier hat A&O mit dem im US-Recht versierten Gernot Wagner und dem am osteuropäischen Markt agierenden Matthew Howard versierte Berater in ihren Reihen.

#Corporate/M&A/#

Stark im Fokus der Kanzlei steht der Corporate- und M&A-Bereich, der sowohl fachlich als auch personell auf ein solches Maß ausgebaut werden soll, dass Allen & Overy ähnliche wie im Bankrecht in zwei bis drei Jahren zu den absolut führenden Kanzleien des Landes zählt. Die Konkurrenz ist stark, Platzhirsche wie Hengeler Mueller, Freshfields, Linklaters oder auch Clifford Chance werden ihre Sonderstellung sicherlich nicht widerstandslos aufgeben und so ist der Weg dorthin entsprechend steinig. Ein Teil der Lösung mag darin liegen, die Synergiemöglichkeiten, die der Banking-Bereich bereithält, noch besser zu nutzen. Im M&A-Geschäft konnte Allen & Overy im letzten Jahr mit der Beratung der Hapag-Lloyd AG beim Verkauf der TUI-Beteiligungen durch Praxisgruppenleiter Dr. Helge Schäfer oder mit der Beratung der Merck KGaA beim Erwerb einer Sparte von Biotest durch Dr. Michael J. Ulmer und Dr. Asmus Mihm bereits attraktive Mandate betreute.

Ein wichtiger Punkt des vergangenen Jahres war die interne Analyse und der damit verbundene Entschluss, eine eigene schlagkräftige Compliance-Gruppe aufzubauen, um dem gesteigerten Bedürfnis der Mandantschaft Rechnung tragen zu können. Mit dem Zugang des langjährigen BASF-Chefsyndikus Dr. Eckart Sünner als of Counsel holte Allen & Overy einen Experten ins Mannheimer Büro, von dem selbst Wettbewerber ehrfürchtig sagen, der Mann habe Compliance quasi erfunden. Insofern ist es auch hier spannend zu beobachten, ob die Kanzlei es schafft, sich binnen kürzester Zeit einen Namen im Markt zu erarbeiten.

Ein ehrgeiziges Projekt verfolgt Allen & Overy mit dem Zugang des Willkie Farr & Gallagher-Partners Dr. Michael Bernhardt, denn der im Juni 2011 hinzugestoßene Frankfurter ist auf den Private Equity-Bereich spezialisiert und damit der bislang einzige Partner, der ausschließlich dieses Segment repräsentiert. Mit seinem Zugang hat die Kanzlei somit klar gemacht, dass sie längst nicht mehr nur auf Bankenseite tätig sein, sondern bei Refinanzierungen gerne auch mal die Sponsorenseite vertreten möchte. Aufgrund der allgemeinen Expertise bei Finanzierungsfragen mutet dieser Entschluss nur logisch an, ob er allerdings von Erfolg gekrönt sein wird, steht auf einem ganz anderen Blatt, zumal Allen & Overy zwar einen durchaus geschätzten, aber nicht eine — wie in anderen Rechtsgebieten — bundesweit fest etablierten Partner hinzugeholt hat.

Mit Dr. Christoph Ihrig zog einer der erfahrensten und auch renommiertesten Corporate-Partner von Frankfurt nach Mannheim, um dort die ohnehin guten Beziehungen zu Unternehmen wie SAP weiter zu festigen und das Mandatsaufkommen noch mehr zu verbessern. Inwiefern dieser Schritt getätigt wurde, ohne auch ein Auge auf den an sich geschlossenen Stuttgarter Markt zu werfen, werden die nächsten zwei Jahre zeigen.

Zu den weiteren äußerst renommierten Partnern der gemischten Praxisgruppe gehören Dr. Astrid Krüger, Dr. Nicolaus Ascherfeld, Thomas Austmann und Dr. Christian Eichner, der über hohe Sachkenntnis im Versicherungsrecht verfügt — einem Bereich, der in den Planungen der Kanzlei eine wesentliche Rolle spielt und in dem mit der Verpflichtung des überaus renommierten Dr. Jan Schröder von Hogan Lovells im Juni 2011 ein weiteres Ausrufezeichen in Richtung Konkurrenz gesetzt werden konnte.

#Tax/#

Das Steuerrecht stellt eine gesunde Mischung aus mandatsbegleitender und eigenständiger Arbeit dar. Mit Eugen Bogenschütz und Dr. Gottfried E. Breuninger zählt die Praxis zwei Experten in ihren Reihen, die bundesweit hohe Anerkennung erfahren. Breuninger beriet etwa bei der Bezugsrechtskapitalerhöhung der Porsche Holding die Konsortialbanken unter Führung der Deutschen Bank, Morgan Stanley und J.P. Morgan. Sein Kollege Bogenschütz beriet Evonik Industries bei der konzernweiten Ausfinanzierung von Arbeitnehmeransprüchen aus der Altersversorgung im Rahmen eines Contractual Trust Agreements.

#Arbeitsrecht/#

Im Arbeitsrecht ist man als Beobachter schon fast geneigt zu sagen: „Wo soll das noch enden?“. Dass sich Allen & Overy nach dem Abgang der Praxisgruppenleiterin Dr. Anja Breitfeld im April 2010 nicht lange mit Wunden lecken aufhielt, sondern zuerst den Taylor Wessing-Jungpartner Dr. Tobias Neufeld und Anfang 2011 dann den Leteral Thomas Ubber von Hogan Lovells rekrutierte und damit mehr als ebenbürtigen Ersatz holte, war bekannt. Durch den Zugang eines weiteren renommierten Hogan Lovells-Partners, Hans-Peter Löw, gelang es Allen & Overy jedoch innerhalb kürzester Zeit, sich derart geballte Kompetenz ins Haus zu holen, wie sie nur wenige Wettbewerber besitzen. Praxisgruppenleiter Ubber ist v.a. für seine Kompromisslosigkeit und den damit verbundenen Erfolg im Arbeitskampfrecht bekannt, zu seinen Mandanten zählen die Deutsche Bahn, die Deutsche Flugsicherung oder auch der Hessische Rundfunk, den er bei der erfolgreichen Schadensersatzklage gegen den ehemaligen Sportchef Jürgen Emig und bei der Abweisung dessen Kündigungsschutzklage beriet. Sein alter und neue Kollege Löw beriet u.a. die Commerzbank erfolgreich bzgl. der Kürzung von Bonuszahlungen und besitzt gute Kontakte in den Finanzsektor, was ihm die schnelle Integration innerhalb der Kanzlei leicht machte. Wenngleich sich Allen & Overy diese personellen Zugänge einiges hat kosten lassen, war der Return of Investment mindestens ebenbürtig, denn die Praxisgruppe konnte wie bei Merck gesehen bereits für positive Synergieeffekte sorgen. Zudem macht es sich bezahlt, dass das Arbeitsrecht nun nicht mehr nur lediglich transaktionsbegleitend fungiert, sondern echten Full Service anbietet — ein Vorteil gerade in Krisenzeiten. Eine große Herausforderung wird nun lediglich darin bestehen, zu zeigen, dass Allen & Overy das schnelle Wachstum auch verdauen kann und in der Lage ist, auch innerhalb des Teams neue Partner zu machen.

#Dispute Resolution/#

Auch im Dispute Resolution-Bereich hatte Allen & Overy im April 2010 mit dem Abgang von Dr. Carsten Salger den Verlust des Praxisgruppenleiters zu verzeichnen, anders als im Arbeitsrecht reagierte man hier jedoch nicht mit dem Zukauf diverser renommierter Partner. Es genügte der Zugang des Ex-Lovells-Partner Prof. Dr. Daniel Busse, um die Praxisgruppe wieder auf ein äußerst ordentliches Niveau zu bringen. Busse brachte viel Expertise im versicherungsrechtlichen Bereich mit und stockte innerhalb eines Jahres die Einheit moderat auf, sein größter Verdienst besteht allerdings in der besseren Vernetzung der Praxen untereinander, auch auf internationaler Ebene. Insbesondere im Bankenbereich führte dies auch zu Neumandatierungen, derzeit beraten Busse und sein Team, in dem v.a. Silke Justen positiv hervorzuheben ist, ein renommiertes Geldhaus im Zusammenhang mit angeblicher Falschberatung. Einen Gewinn stellt die Person von Busse auch in schiedsrechtlicher Hinsicht dar, hier zog es mit Jan Schäfer allerdings auch einen Counsel zu King & Spalding, dem nicht wenige Kanzleiangehörige gute Partnerchancen bescheinigten.

#Sonstige Rechtsgebiete/#

Im Gewerblichen Rechtsschutz kann die Kanzlei ihrem Full Service-Ansatz nicht auf dem Niveau gerecht werden, wie es ihr Anspruch verlangt. Der Verlust des renommierten Patentrechtlers Dr. Marcus Grosch, der Anfang 2010 die Kanzlei verließ und in Mannheim erfolgreich ein Büro für Quinn Emanuel aufbaute, steckt Allen & Overy offensichtlich noch derart in den Knochen, dass sie — was angesichts der personellen Erfolgsgeschichte etwas verwundert — bisher keinen adäquaten Ersatz finden konnte. So kommt es, dass die einzige IP-Partnerin Dr. Nadine Herrmann den kompletten Bereich alleine abdecken muss und ihre Praxis eher das Dasein einer Unterabteilung des Dispute Resolution-Bereichs fristet, als eigene, wahrnehmbare IP-Beratung leisten zu können. Will sich Allen & Overy auch auf diesem Gebiet ähnlich positionieren wie bspw. im Arbeitsrecht und echten Full Service anbieten, muss hier personell noch kräftig nachgelegt werden.

Ähnlich mager ist die Sparte Telekommunikationsrecht besetzt, die ebenfalls von Dr. Nadine Herrmann betreut wird und in der ansonsten lediglich noch der Corporate-Partner Dr. Helge Schäfer mit Fachexpertise aufwarten kann.

Im Immobilienrecht verzichtet die Sozietät auf eine Stand-Alone-Praxis und deckt weder die öffentlich-rechtlich relevanten Rechtsgebiete noch das Vergaberecht als Sonderrecht ab. Zwar gibt es mit Dr. Olaf Meisen einen versierten Finanzierungsexperten mit zahlreichen Real Estate-Mandaten und mit Dr. Cornelius Fischer-Zernin einen renommierten Partner bei Allen & Overy, der auch zahlreiche Immobilientransaktionen betreut, deren eigentliche Schwerpunkte liegen jedoch auf den jeweiligen Hauptsektoren, in deren Rahmen immobilienrechtliche Fragen betreut werden.

Im Kartellrecht steht mit Dr. Ellen Braun eine sehr versierte Partnerin an der Spitze der Praxisgruppe, sie beriet u.a. die CTS Eventim AG in einem erfolgreich abgeschlossenen Entflechtungsverfahren oder den russischen Staatsmineralkonzern Rosneft bei einer weltweiten Fusionskontrolle.

Veröffentlichungen und Vorträge: 

Die Rechtsanwälte von Allen & Overy veröffentlichen regelmäßig Beiträge in deutschen und internationalen Fachzeitschriften. Einige von ihnen sind Autoren namhafter Kommentare und Fachbücher. Thomas Ubber bspw. ist Mitverfasser eines renommierten Arbeitsrechtskommentars, sein Kollege Hans-Peter Löw wurde Anfang 2011 zum ständigen Arbeitsrechts-Redakteur des Betriebsberaters berufen.

Fazit: 

Zum 20-jährigen Deutschland-Jubiläum im Jahr 2014 hat sich die Magic Circle-Kanzlei Allen & Overy ein klar formuliertes Ziel gesetzt: Die Sozietät will hierzulande mit einem auf die Kernbereiche des Wirtschaftsrechts ausgerichteten Full Service-Konzept zu dem ausgewählten Kreis der vier, fünf absoluten Topkanzleien gehören. Im Bank- und Finanzrecht tut sie das bereits, in den anderen Rechtsgebieten ist sie auf dem besten Weg oder hat zumindest die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Anders lässt sich die Personalpolitik des vergangenen Jahres nicht interpretieren, denn Zugänge wie die Arbeitsrechtler Ubber und Löw, die Kapitalmarktrechtler Herring oder Kusserow sowie der Versicherungsrechtler Schröder gehören zu den besten ihrer Zunft. Getreu der Fußball-Binsenweisheit „Geld schießt keine Tore“ dürfte den Machern der Kanzlei aber auch bewusst sein, dass aggressive Personalpolitik allein noch niemandem geholfen hat und so gehört es neben dem fachlichen Ausbau der Praxen zu der größten Herausforderung, die bereits erfolgten und noch folgenden Neuzugänge in die Kanzlei zu integrieren und zu einem echten Team zu formen, in dem auch Eigengewächsen noch der nötige Freiraum eingeräumt wird, um sich geschäftlich zu entwickeln. Gelingt Allen & Overy dies, wird die Kanzlei reüssieren. Gelingt ihr dies allerdings nicht, droht ihr ein Schicksal, wie es schon Kanzleigrößen wie Haarmann Hemmelrath ereilt hat. Eines kann man Allen & Overy also definitiv nicht vorwerfen: dass die Kanzlei langweilig ist.

Sortname: 
allen_overy
Standort: 

Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Mannheim, München, Abu Dhabi, Amsterdam, Antwerpen, Bangkok, Beijing, Bratislava, Brüssel, Budapest, Bukarest, Casablanca, Doha, Dubai, Hongkong, Istanbul, Jakarta, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, Moskau, New York, Paris, Perth, Prag, Riad, Rom, São Paulo, Shanghai, Singapur, Sydney, Tokio, Warschau, Washington, D.C.

Besondere Sprachkenntnisse (außer Englisch): 

Chinesisch (Mandarin), Dänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch

Rechtsgebiete: 

Aktien- und Konzernrecht, Arbeitsrecht, Banken, Finanzen, Kapital, Datenschutz, Energierecht, Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht, IT und Telekommunikation, Kartellrecht, M & A, Öffentliches Wirtschaftsrecht, Private Equity und Venture Capital, Sanierung und Insolvenz, Steuerrecht, Wettbewerbsrecht