Live-Podcast aus der Jugendarrestanstalt Düsseldorf-Gerresheim

von Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg, veröffentlicht am 30.04.2008
Rechtsgebiete: JugendstrafrechtPodcastJugendarrestStrafrecht6|15047 Aufrufe

Unter www.podknast.de erscheinen seit vergangenem Freitag zweimal im Monat von verurteilten jugendlichen Straftätern produzierte Podcasts, die von ihren Erfahrungen in der Jugendarrestanstalt Düsseldorf-Gerresheim berichten.

In der ersten Folge spricht u.a. Kevin über den Schock des ersten Tages und Mike darüber, was ihm fehlt und was draußen schief gelaufen ist.

Nicht nur für im Jugendstrafrecht tätige Juristen lohnt sich m.E. das Reinhören!

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6 Kommentare

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Sehr geehrter Herr Prof. Heintschel-Heinegg,
Vielen Dank für den Hinweis auf podknast.de. Jedoch musste ich leider feststellen, dass Sie außer den harten Fakten der Webseite keine weitere Bewertung vornehmen. Mich würde insbesondere Ihre Einschätzung zur Geeignetheit dieser Maßnahme (die ja wohl Präventionscharakter haben soll) interessieren. Daran habe ich persönlich nämlich ehrlich gesagt erhebliche Zweifel (meinen eigenen disbezüglichen Blog Beitrag habe ich zur Illustration meiner Einschätzung mal unter Webseite verlinkt).
Mit freundlichem Gruß,
Christoph Barth

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Guten Tag Herr Barth!

In Ihrem Blog scheint die Kommentarfunktion nicht zu funktionieren, denn zu Ihrem Beitrag hatte ich mich bereits vor ein paar Tagen geäußert. Leider finden sich dort auch keine Kontaktdaten, nicht einmal ein Name.

Schade, wenn Ihnen PodKnast.de (noch) nicht gefällt. An der Qualität der Beiträge wird noch gearbeitet, wobei das Projekt - wie bereits in der Presse ausgeführt - ganz sicher noch Potential zur Weiterentwicklung hat. Konkret ist der Beitrag von "Kevin" nicht angeblich, sondern tatsächlich von dem Leiter der JAA, Edwin Pütz, vorgelesen. Das hat den Sinn gerade zu Anfang der Reihe einen "typischen" Tagesablauf zu beschreiben, der den meisten Menschen so nicht bekannt sein dürfte.
An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass wir kein Hörbuch machen, sondern "echte" Menschen aus ihrem eigenen Leben sprechen lassen wollen. Wenn Ihnen die Beiträge "grausam schleppend" vorkommen liegt das daran, dass es kein Skript gibt. Es würde sicherlich entstellen, wenn man die individuellen Denkpausen der Teilnehmer wegschneiden würde.

Das Reinhören lohnt sich auf jeden Fall, wie Herr Prof. Dr. Heintschel-Heinegg schreibt, denn die Erfahrungen der Arrestanten in der JAA sind hörenswert. Alle Teilnehmer haben ihre persönlichen und individuellen Erlebnisse offen und ehrlich geschildert. Sie setzen sich (teilweise erstmals) mit ihrem Leben und ihren Fehlern auseinander und regen hoffentlich den einen oder anderen "gefährdeten" Jugendlichen zum Nachdenken an.

Eine tatsächliche Präventionswirkung zu messen ist schwierig, womit Sie sich aber wohl gut auszukennen scheinen. Aber der Versuch zur Abschreckung ist gemacht und auch nur eines der Ziele, die wir uns erhoffen.

In der Hoffnung auf eine konstruktive Kritik, die ich mir wünschen würde, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen aus Neuss,

Marc Quandel

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Sehr geehrter Herr Quandel,

ich persönlich bin von dem Projekt sehr angetan und wünsche Ihnen, daß es einer möglichst breiten Öffentlichkeit bekannt wird.
Zum einen finde ich die Beiträge informativ und zum anderen glaube ich an eine positive Wirkung für die Teilnehmer, wenn diese ihre Gefühle und Gedanken auch anderen mitteilen können und dadurch vermittelt bekommen, daß man sich für sie interessiert und sie nicht einfach nur bestraft und verwahrt werden.

Ich stimme ihnen zu, daß gerade die freie Rede in den Beiträgen die Gedanken der Teilnehmer am authentischsten vermittelt.

Die Präventionswirkung vermag ich zwar nicht zu beurteilen, aber ich denke, diese ist sicherlich auch davon abhängig, inwieweit entsprechende Adressaten überhaupt Kenntnis von Podknast.de erhalten.

Eine kleine Kritik habe ich aber dennoch:
Die Einspieler am Anfang und am Ende des Beitrages würde ich weglassen und wenn überhaupt, durch einige einleitende Worte, bspw. des Herrn Pütz, ersetzen.
Meiner Meinung nach haben diese zu sehr den Flair von Filmchen der öffentlich-rechtlichen Sender wie bspw. "Der 7te Sinn". Der von Jugendlichen auf einer Seite des Justizministeriums ohnehin erwartete "erhobene Zeigefinger" dürfte auf diese weniger überzeugend wirken, als die bloßen Berichte der Teilnehmer.
Ich will damit sagen, wenn die Beiträge auch Jugendliche ansprechen sollen, würde ich sie in einem so ungezwungenen Format wie möglich präsentieren. Sie müssen deswegen natürlich nicht gleich "cool rüberkommen", sondern vielleicht einfach neutral präsentiert werden, weswegen besonders auf das Zitat aus dem JGG am Ende der Beiträge verzichtet werden sollte.
In diesem Zusammenhang halte ich allerdings den Namen des Projekts für sehr ansprechend.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Büsching

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Guten Tag Herr Büsching!

Vielen Dank für die ausführlichen Anregungen zu PodKnast.de. Ich werde die Anregungen mit den (Mit-)Verantwortlichen besprechen.

Ich habe es schon oft gesagt und sage es gerne wieder: Das Projekt steckt sozusagen noch in den Kinderschuhen und ist der Form derart neu, dass ich mich wirklich über "Hinweise aus der Bevölkerung" freue!

Da es zur Zeit auch (noch) keinen Blog gibt, sind diese Anregungen besonders wichtig!

Viele Grüße aus Neuss,

Marc Quandel

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Sehr geehrter Herr Barth,

meine von Ihnen vermisste persönliche Einschätzung: Ohne Einschränkung begrüsse ich die von Herrn Rechtsanwalt Quandel unterstützte Initiative. Den Arrestanten müssen Angebote gemacht werden und solche, die zum Nachdenken zwingen, zählen sicher zu den vorzugswürdigen.

Natürlich würde eine nachweisbare Präventionswirkung das Projekt außerhalb jeglicher Diskussion stellen. Zweifel an der Präventionswirkung sollten aber nicht von vorneherein zulasten des Projekts gehen. Persönlich hoffe ich vielmehr, dass andere Jugendarrestanstalten und Jugendstrafanstalten die Idee aufgreifen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd von Heintschel

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