Mobbing führt zu Produktivitätsverlusten

von Prof. Dr. Markus Stoffels, veröffentlicht am 21.09.2008
Rechtsgebiete: ArbeitsrechtMobbingIFAKProduktivitätsverlust2|2908 Aufrufe

Nach einer Erhebung des Marktforschungsinstituts IFAK sind Mobbingopfer signifikant häufiger krank und naturgemäß weniger motiviert. Dies wirke sich in der Gesamtproduktivität eines Unternehmens aus. Die Erhebung geht davon aus, dass jede(r) achte Arbeitnehmer/in von Mobbing betroffen ist. Die häufigsten Formen von Mobbing seien das Vorenthalten von Information und bewusstes Schlechtmachen. Vgl. zu diesem Thema auch den Blog-Beitrag im Management-Blog des Handelsblatts.

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2 Kommentare

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Sehr geehrter Herr Professor Dr. Stoffels,

der von Ihnen veröffentlichte Bericht entspricht leider der Realität unserer heutigen Arbeitswelt. Ich persönlich habe auch schon die bittere Erfahrung mit Mobbing gemacht. Als Schülerin habe ich in den Sommerferien mal einen Aushilfsjob in einem bekannten Schmuckgeschäft in Osnabrück angenommen. Die Schikane dort waren unerträglich. Jede Kleinigkeit, wie z.B. das Kopieren mit Büroklammer usw., wurde dem Chef weitergetratscht. Besonders die weiblichen Kollegen waren sehr gehässig. Oft wollten sie mir gar keine Arbeit zuteilen, um hinther zu behaupten ich würde nur faul herumsitzen. Letztendlich ist man dann so demotiviert, dass die Konzentration und das Interesse an der Arbeit ganz verloren gehen. Von daher kann ich es gut nachvollziehen, dass Mobbing krank macht und die Leistungsfähigkeit der betroffenen Personen sinkt.
Zum Glück war ich auf den Job nicht angewiesen, wie zum Beispiel jemand der fest angestellt ist. In unseren heutigen Ellenbogengesellschaft ist Mobbing leider ein sehr verbreitetes Problem. Jeder will besser sein als der andere und wer nicht stark genug ist wird herausgemobbt. Dabei ist das Arbeitsklima für ein funktionstüchtiges und wirtschaftlich betandsfähiges Unternehmen so wichtig. Um derartige Fehlentwicklungen entgegenzusteuern und Produktivitätsverluste zu verhindern, muss die Kommunikation und Kooperation zwischen den Angestellten verbessert werden. Dieses könnte zum Beispiel durch monatliche Betriebssitzungen geschehen, bei denen jeder die Möglichkeit hat, offen darüber zu sprechen, was ihm im Unternehmen nicht gefällt. Offenen Aussprachen sind besser, wie hinterhältige Schikane. Gerade bei neuen Mitarbeitern sollten Vorgesetze stärker auf eine gleichberechtigte Integration in dem Betrieb achten.

Aber auch rechtlich gesehen ist es ein Defizit in unserem Gesetz, dass es nicht eine Regelung gibt, die die Opfer von Mobbing endlich handlungsfähig gegen ihre Peiniger macht. Vielleicht ein sogenannter "Mobbing-Paragraph"?

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