10 % weniger Verkehrstote wegen "Runter vom Gas"?

von Carsten Krumm, veröffentlicht am 25.01.2009

Das BMVBS meldet in einer Pressemeldung vom 22. Januar 2009, Nr.: 011/2009 einen Erfolg der Aktion "Runter vom Gas". Das Ministerium möchte dabei einen Ursachenzusammenhang zwischen der Aktion und der Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten um etwa 10 % ausmachen. Ob das wohl stimmt - überprüfbar dürfte dieser Zusammenhang jedenfalls nicht sein. Trotzdem gibt`s gleich einen Nachschlag: Neue Plakate für die Aktion "Runter vom Gas".

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2 Kommentare

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Hmmh, eine Kausalität macht das BMVBS nicht unbedingt aus. Es stellt Informationen so zusammen, dass jeder Leser diese Kausalität selbst herstellt. Das Ministerium kann im Ernstfall aber prima dementieren. Da beherrscht jemand sein politisches Handwerkszeug. ;)

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Die Worte von Giesen kann man nur unterschreiben.

Dass man sich seitens des Ministeriums um den Anschein der Kausalität bemüht, dürfte auch daran liegen, dass es zunehmend Kritik vom Bundesrechnungshof einstecken muss, diese Kausalität früher nie gemessen zu haben (vgl.: Weidmann in Poilizei 2005, 48ff und derselbe in Polizei 2005, 299ff).

Allerdings ist der Zusammenhang sehr wohl überprüfbar. Was dabei zu beachten ist, kann man z.B. in einer ganz frischen Dissertation nachlesen: Iris Utzmann, Methodische Vorgehensweise bei der Wirkungsmessung von Maßnahmen der Verkehrserziehung und -aufklärung, Hamburg 2008. Die Autorin hat zahlreiche Maßnahmen gefunden, die evaluiert wurden. Dabei wurde zwar verschiedentlich (aus Unwissenheit, Geldmangel, politischem Kalkül o.a.) Dies und Das verkehrt gemacht. Aber man dann den Zusammenhang sehr wohl messen!

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