Auch das ist noch Realität: Wegen Kooperation mit dem Internationalen Strafgerichtshof wird ein Sudanese zu einer hohen Haftstrafe verurteilt

von Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg, veröffentlicht am 31.01.2009

Offenkundig als Warnung gedacht ist in Karthum/Sudan - wie erst jetzt bekannt wurde - vor etwa einem Monat der Sudanese Mohammed Alsary Ibrahim "wegen Spionage, Verschwörung und des Verrats militärischer Geheimnisse" zu 17 Jahren Haft verurteilt worden, weil er dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Informationen über mutmaßliche Kriegsverbrechen in der Krisenregion Darfur liefern wollte. Dem Vernehmen nach hatte Ibrahim über Kontakte zur Polizei belastendes Material gegen den Minister für humanitäre Angelegenheiten Ahmed Haroun zusammengetragen, der verdächtigt wird, Massaker an der Zivilbevölkerung in Darfur durch die Reitermilizen organisiert zu haben.

Der IStGH hatte 2007 einen Haftbefehl gegen Haroun erlassen, dem u.a. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zeitraum von 2003 bis 2004 angelastet werden.

Über den Haftbefehlsantrag der Chefanklägers beim IStGH gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Völkermords in Darfur ist noch nicht entschieden.

Nach UN-Angaben sind in Darfur in den vergangenen sechs Jahren rund 300.000 Menschen ums Leben gekommen, 2,7 Millionen seien vertrieben worden.

Quelle: FAZ Nr.25 vom 30.1.2009 S. 4

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