"Eine Keksdose und ein paar Flaschen Wasser"

von Dr. Thomas Lapp, veröffentlicht am 29.03.2009

"Das läuft seit fünf Jahren ohne große Formalien. Der Richter kommt mit einer Keksdose und ein paar Flaschen Wasser und dann geht es los. Und in der Regel kommt man zu einer Einigung und einen Streit gibt es gar nicht mehr." So zitiert morgenweb den Präsidenten des hessischen Verwaltungsgerichtshofs Kassel, Wolfgang Reimers, zur Mediation bei hessischen Verwaltungsgerichten. Der Präsident teilte weiter mit, dass in 767 Fällen eine Mediation durchgeführt wurde und dass 80 % der Mediation erfolgreich gewesen seien.

Erfreulich ist die Erfolgsbilanz. Zu begrüßen ist auch, dass der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs die Mediation in seinem Bericht ausdrücklich erwähnt und dass die Presse darüber berichtet. Bei dem oben genannten wörtlichen Zitat kann man nur hoffen, dass es entweder eine nicht autorisierte missverständliche Wiedergabe der Ausführungen des Präsidenten war oder dass darin zumindest nicht die Auffassung der Mediatoren bei den hessischen Verwaltungsgerichten zum Ausdruck kommt.

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2 Kommentare

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Wer so redet, hat keine Ahnung, was Mediation bedeutet. Übersetzt auf normale Richter würde das Zitat lauten: "Der Richter kommt in schwarzer Kutte mit rotem Buch unterm Arm und dann geht es los. ..." Wissen um die Arbeit der Mitarbeiter und Wertschätzung für deren Tätigkeit klingt anders.

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