Telekom will Frauenquote einführen

von Prof. Dr. Markus Stoffels, veröffentlicht am 15.03.2010
Rechtsgebiete: ArbeitsrechtTelekomFrauenquoteKristina Schröder14|4474 Aufrufe

Als erstes DAX-Unternehmen führt die Deutsche Telekom eine Frauenquote ein. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein, teilte das Bonner Unternehmen mit. „Mehr Frauen in Führungspositionen ist kein Diktat einer falsch verstandenen Gleichmacherei“, begründete Telekom-Chef René Obermann die Entscheidung. Es sei „ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness“ und „eine handfeste Notwendigkeit“ für den Erfolg des Unternehmens. Überzeugt ist der Telekom-Vorstandsvorsitzende eigenen Angaben zufolge von der „betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit“ der Frauenquote. Studien belegten, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil ein signifikant besseres Unternehmensergebnis und höhere Rentabilität erzielten. Die Umsetzung der 30-Prozent-Quote soll systematisch durch Zielwerte wie bei Neueinstellungen von Hochschulabsolventen, Auswahlprozessen sowie der Teilnahme an Führungskräfte-Entwicklungsprogrammen vorbereitet werden. Zudem will die Telekom ihr Programm zur Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben ausbauen. Familienministerin Kristina Schröder lobt die Initiative ausdrücklich. Unternehmen könnten es sich nicht mehr leisten, in den Führungsetagen auf die Kompetenz von Frauen zu verzichten, teilte die CDU-Politikerin mit. Sie freue sich, dass die Telekom mit gutem, freiwilligem Beispiel vorangehe. Frau Schröder kündigte derweil in einem Interview der „Financial Times Deutschland“ Bemühungen an, den Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen maßgeblich zu erhöhen. Eine Quote, etwa in Aufsichtsräten, könne aber nur ultima ratio sein.

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14 Kommentare

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Ich habe natürlich grundsätzlich nichts dagegen, dass auch Frauen Führungspositionen einnehmen. Aber was soll der Quatsch? Das ist wie mit der Forderung aus der SPD ein Recht auf einen Hauptschulabschluss einzuführen. Mit einem solchen Diktat ist der Abschluss nichts mehr (bzw. noch weniger) wert. Ebenso verhält es sich mit einer Frauenquote. An die Folgen hinsichtlich Ansehen und Respekt denkt bei solchen Regelungen keiner. Innerhalb der Belegschaft wird es wohl kaum auf positive Resonanz treffen und für Unruhe sorgen, wenn jemand nur aufgrund seines zufälligen Geschlechts bevorzugt wird. Alleine Leistung, soziale Kompetenzen sowie Ansehen und Akzeptanz innerhalb der Belegschaft sollten als Wertungsmaßstäbe herangezogen werden. Mit allem anderen tut man sich keinen Gefallen und den Frauen im Endeffekt auch nicht ...

 

... beste Grüße,

Kant.

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Mich bedrückt, dass die meisten Kommentare zu diesem Themenkreis (auch hier im Beck-Blog) genau die Art von Ressentiments schüren, die Frauen ihren Weg in die Führungsetagen so schwer machen. Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit sind zwischen Männern und Frauen gleich verteilt, allein die Erfolgschancengleichheit der Karrieren ist nicht gewährleistet. Schade.

Auch ich kann die Einführung der Frauenquote bei der Telekom nur begrüßen. Derzeit herrscht ohnehin noch eine Ungleichverteilung zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen. Von daher ist es sehr positiv zu bewerten, dass die Telekom "uns" Frauen hier endlich mal eine Chance einräumt Leistungsstärke und Führungsqualitäten zu beweisen. Denn was nützt es, wenn Frauen an den Universitäten ebenso eine gute Ausbildung wie Männer genießen, diese aber später im Berufsleben nur erschwert nutzen können, weil wie in vielen Branchen üblich, Männer bevorzugt werden. Wenn ein so großes Unternehmen wie die Telekom den Anfang macht werden auch bald andere Spitzenkonzerne nachziehen. Wie hier schon im Forum gesagt wurde, sind Frauen nicht weniger leistungsstark bzw. leistungsbereit wie Männer, so dass sich das Vorhaben der Telekom auf jeden Fall bewähren wird.

Da bleibt nur noch zu hoffen, dass auch das Gehalt der Frauen an dem Gehalt der Männer angeglichen wird.

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Das wird dann Zeit, meine Telekom-Anschlüsse zu kündigen, wenn nicht mehr die Qualifikation sondern das Geschlecht entscheidet, einfach lächerlich. Vielmehr sollte man langsam anfangen, in den Titel des betreffenden Bundesministeriums endlich auch Männer aufzunehmen, da sie durch die unangemessene und sinnfreie Bevorzugung von Frauen in vielen Bereichen benachteiligt sind.

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Ach Gott die armen Männer! Früher mussten sie für uns Frauen am Herd stehen und die Kinder hüten, putzen, waschen und bügeln. Wir Frauen konnten dafür Karriere machen und uns in allen beruflichen Lagen selbstverwirklichen. Wenn wir dann abends nach Hause kamen musste der Herr Gemahl uns bedienen und verwöhnen. Tja und nun wird das weibliche Geschlecht auch noch bei der Telekom bevorzugt.

Einfach eine Gemeinheit, nicht wahr Johannes?

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@Helene

Wer bekommt denn die Kinder, dafür sind nun mal biologisch die Frauen vorgesehen, und in der Bewältigung dieser Aufgabe waren sie in der Geschichte nunmal großartig und unentbehrlich. Aber nicht einmal dazu sind Viele mehr heuzutage in der Lage, und wenn es dann mal ein Kind sein darf, dann machen die Rabenmütter nach einem Abkömmling lieber wieder irgend eine oberflächliche Karriere, ohne den Sinn des Lebens verstanden zu haben. Bei derartigem Verhalten sind sie dann jedoch maßgeblich Mitschuld an der Kinderarmut und dem Auseinanderbrechen des Sozialgefüges.

Also sachlich bleiben und nicht vom Thema abweichen, denn ein derart massiver Eingriff ist hinsichtlich der Fehlwirkungen in der Gesellschaft leider weit ernster zu nehmen.

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an Springtime:

 

Ihre Formulierung Frauen würden irgendeine oberflächliche Karriere machen, ohne den Sinn des Lebens verstanden zu haben zeigt mir, dass es sich bei Ihnen wohl um eine Person handelt, die Frauen in unserer Gesellschaft nicht als gleichberechtigte Menschen ansieht. Jedenfalls passen Ihre Ansichten wohl eher ins 18. Jahrhundert als ins Jahr 2010. Warum sind Frauen, die Karriere machen denn nach Ihrer Ansicht Schuld an das Auseinanderbrechen des Sozialgefüges und der Kinderarmut? Diese Thesen sind doch völliger Nonsense. Für den Wohlstand eines Kindes kann es doch wohl nur positiv sein, wenn beide Elternteile Geld verdienen. Familien mit doppelten Einkommen haben auch mehr Geld für ihre Sprösslinge zur Verfügung. Darüber hinaus lernen die Kinder in den Kitas sehr viel. Jedenfalls können Sie Kindern die ihre Erziehung in Ganztagskindergärten und Schulen genießen nicht unterstellen, dass sie sich später assozial verhalten würden. Darüber hinaus gibt es mittlerweile sogar schon einige Väter, die sich als Hausmänner prima um die Kinder kümmern.

Also ich weiss zwar nicht woher Sie ihre politischen Informationen über dieses Thema beziehen, aber realistisch sind ihre Aspekte nicht.

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Hier wird ein großer polemischer Unsinn verzapft. Durch das schlichte "Karriereinteresse", durch dass sich die betroffenen Damen was auch immer erhoffen, wird nach oft, wenn überhaupt, max. einem Kind die Mutter sich ihrer biologischen FUnktion überdrüssig und belässt es dabei. Die Geburtenzahlen waren früher sicher nicht höher, weil die Männer heute keine Kinder mehr bekommen, es sind eben die Frauen, die damit auch sehr erhebliche Schuld am demographischen Niedergang der Gesellschaft trifft. Natürlich müssen Frauen grds, gleichberechtigt sein und gleiche Bildungschancen erhalten, damit sie auch gleichberechtigt selbständig auf dem Arbeitsmarkt auftreten. Es gibt aber eben nun mal die Phase der Schwangerschaft, Niederkunft und zumindest umfangreicher Anfangsumsorge des Kleinkindes, was bei drei bis vier Kindern auch zumindest eben 5 und mehr Jahre des Lebens der intensiven mütterlichen Rolle bedeutet. Dazu sind die selbstverliebten Egomaninnen des Zeitgeistes heute jedoch nicht mehr bereit, denn sie passen sich unkritisch einer auch medial suggerierten Rolle des Vorzugs der eigenen ökonomischen Ausbeutung als Humankapital vor ihrer eigentlichen biologischen Verantwortung an. Der Hedonismus dominiert die Vernunft, eine schreckliche Entwicklung.

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an Georg:

Ihre Sprüche sind sehr dick und ich hoffe Ihr Handeln auch. Ich hoffe Sie sind bereit sich in die altertümliche Rolle einer Frau zu begeben. Denn dann werden Sie sehen was es heißt sich selbst aufzugeben und nur noch für die Kinder dar zu sein. Wenn wir so wie sie denken, dann können wir die Bildung für die Frauen gleich über bord werfen. denn dann regiert zumindest in diesem Bereich das Frauenbild des Nazi-Regimes. "Die Frau als Gebärmaschine und Dienerin von Mann und Kinder.

Und noch eine Bemerkung für alle Machos hier im Forum: Frauen sind keine Menschen zweiter Klasse, sondern genauso berechtigt am beruflichen Leben teilzunehmen wie die Männer. Zudem hat es nichts mit Selbstverliebtheit zu tun, wenn Frauen arbeiten, weil das Gehalt des Mannes nicht ausreichen würde um den familiären Lebensbedarf zu decken.

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Frau Konersmann, Ihre Polemiken werfen kein gutes Licht auf Sie, bitte versuchen Sie zumindest sachlich zu bleiben. Vielleicht werden Sie ja doch noch einmal vielfache Mutter und folgen der natürlichen femininen Bestimmung. Ich kenne viele Frauen die damit sehr glücklich sind, als sich im Gegensatz dazu ausschließlich im Büro ausnutzen zu lassen. Zumal sie nach einem Studium, welches sie zuvor abgeschlossen haben, auch gute Chancen auf einen beruflichen Wiedereinstieg haben. Auch sind aus meiner Erfahrung heraus Frauen ohnehin kaum bereit etwa von morgens um 8 bis abends um 22/23 Uhr im Büro zu sein und zudem oftmals auch noch am WE, und das selbst ganz unabhängig von der Kinderverweigerung dieser Damen, denn es passt einfach oftmals nicht in ihren lifestyle, was ob der nötigen Selbstausbeutung der eigenen Arbeitskraft eigentlich verständlich ist. Männer hingegen betrachten das vielleicht eher als sportliche Herausforderung, obgleich auch ihnen diese langen Arbeitszeiten sicher nicht gut tun. Genauso sieht jedoch zumeist leider der Alltag in einer Großkanzlei aus und Karriere/ Geld bekommt man eben nicht geschenkt. Aber die Realität holt auch Sie noch ein, sie studieren ja noch... ;-)

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http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1FCC

 

zu Samuel:

Sie stellen sich den Wiedereinstieg für Frauen ins Berufsleben nach der Babypause zu einfach vor. Es gibt leider zahlreiche Praxiserfahrungen, welche belegen, dass es für Frauen oftmals sehr schwierig ist nach einer längeren beruflichen Auszeit wieder zurück in den Alltag ihres alten Berufes zu finden. Bewerberinnen, die schon längere Zeit aus ihrem Job heraus sind wird oft von den Arbeitgebern vorgeworfen, dass sie nicht mehr auf den neusten Stand der Dinge sind und wohlmöglich, schon einiges wieder vergessen haben. Gerade in akademischen Berufen fällt die Wahl dann ohnehin eher auf Bewerberinnen, die keine Kinder haben und dem Betrieb uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Für eine Frau gibt es für ihre Karriere keine schädlichere Entscheidung, als erst einmal einige Jahre für das Kind daheim zu bleiben. Gerade auch für Juristinnen wäre eine solche Entscheidung fatal. Denn das umfangreiche Wissen, welches man sich in einem Jura-Studium über die einzelnen Rechtsgebiete angeeignet hat, muss man auch ständig praktizieren. Wer dies nicht tut, der wird bald einrosten und Gelerntes schnell vergessen. Zumal die Rechtswissenschaft wie viele andere Wissenschaften auch, einen ständigen Wandel unterworfen ist. "Wer nicht rudert den treibt der Strom zurück". Zudem kenne ich keine Frau die neben Babyfläschen und Windeln wirklich noch kontinuirlich die Zeit aufbringen kann, ihre Studienkenntnisse nebenbei zu bewahren und zu vertiefen.

Natürlich muss letztendlich jede Frau selbst wissen ob sie Hausfrau und Mutter oder Karrierefrau sein möchte. Ich habe nichts gegen die erstere Entscheidung und bewundere Frauen, die ihren Kindern zu liebe, so viel entbehren wollen und auch können.

Dennoch stehen die Frauen den Männern in ihren beruflichen Leistungen in keinster Weise zurück, so dass es keine Rechtfertigung für Diskriminierungen gibt. Dass Männer einen Arbeitstag von 8 bis 22/22 Uhr als sportliche Herausforderung betrachten und Frauen eher nicht, also dass halte ich mal wieder für eine nicht belegbare These. In juristischen Karrierezeitschriften habe ich oftmals schon von Frauen gelesen, die ihren 12 Stunden Tag als Herausforderung betrachten. Ich denke es ist ohnehin ganz individuell und hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, ob jemand schon nach 8 Stunden oder erst nach 14 Stunden vom Job bedient ist.

Trotz allen Dagegenhalten hier von einigen Leuten im Forum, ist es eine gute Maßnahme von der Telekom gezielt Frauen in den oberen und mittleren Führungspositionen einzustellen, denn dort sind bislang ohnehin sehr wenig Frauen vertreten.

 

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Das kann ich nicht bestätigen, ich kenne taffe Müter die während  udn unmittklbaer nach der Schwangerschaft gelegentlich zu Hause arbeiteten, sich weiterbildeten, Kontakt zu ihrer Branche hielten und so auch im Anschluss wieder erfolgreich tätig sind, ob in Banken, Kanzleien etc.

 

Meine Erfahrungen zeigten, dass in Großkanzleien abends und am WE eher und nahezu regelmäßig die Männer anzutreffen waren, aber vielleicht die absoluten Einzelfälle. ;-)

 

Eine sozialistische Zwangsquote ist jedenfals keine Lösung und keinem glaubwürdig begründbar, denn Leistung muss sich lohnen.

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@ Troll

Ihre Kenntnis von Großkanzleien sollten Sie gelegentlich auffrischen, sofern man Sie lässt. Außerdem setzen Sie Anwesenheit mit Leistung gleich. Wie fatal. Im Übrigen frage ich mich, weshalb Sie als Unbeteiligten das Thema Unternehmensführung derart berührt.

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