Eklatante Arbeitszeitüberschreitungen bei Klinikärzten

von Prof. Dr. Markus Stoffels, veröffentlicht am 15.11.2010
Rechtsgebiete: ArbeitsrechtArbeitszeitNRWÄrzteKliniken2|3703 Aufrufe

Ein Bericht der Rheinischen Post bestätigt, was man schon bisher befürchten musste: Ärzte, die über 24 Stunden am Stück arbeiten müssen, sind jedenfalls in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern keine Seltenheit.  Auf Initiative der FDP sind in zehn Prozent der NRW-Krankenhäuser die Arbeitszeiten der Ärzte untersucht worden. In 92 Prozent der untersuchten Fälle wurden Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz festgestellt. In 15 Fällen wurde eine Schichtlänge von 24 Stunden überschritten, 22-mal wurde die tägliche Arbeitszeit von zehn beziehungsweise zwölf Stunden nicht eingehalten und weitere zwölfmal wurde die zulässige Inanspruchnahme im Bereitschaftsdienst überstiegen. "Das Ergebnis ist erschreckend und nicht akzeptabel", sagte der Gesundheitsexperte der FDP-Fraktion im NRW-Landtag, Stefan Romberg. "Unter den Marathondiensten im Klinikalltag leiden nicht nur die Ärzte, sondern vor allem auch die Patienten, die von übermüdeten Medizinern nicht optimal versorgt werden können", so Romberg. Unmittelbar nach der Überprüfung durch die Arbeitsschutzbehörden wurden sieben Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Das NRW-Gesundheitsministerium wollte sich zu den Vorgängen gestern auf Anfrage nicht äußern und verwies auf das NRW-Arbeitsministerium. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte: "Wir nehmen das sehr ernst und gehen jeder Beschwerde nach." 

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2 Kommentare

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Dazu gab es mal eine treffende Karikatur vor einigen Jahren als das nicht - ärztliche Klinigpersonal für mehr Lohn und weniger Wochenarbeitsstunde streikte. Die Karikatur zeigte offensichtlich Klinikmitarbeiter, die Schilder sowie Plakate hoch hielten, die skandierten: "Keine 40 - Stunden Woche mehr". In einigem Abstand dahinter ein paar vereinzelte Ärzte mit ähnlichen Schildern: "Gegen 40 Stunden - Wochenendschichten". Müsste mitterweile auch schon gut 4 Jahre her sein.

Naja, die Politik muss wissen wo sie spart. Jedenfalls ca. 400.000 € in einen Humanmedizinstudienplatz seitens des Staates zu investieren (so viel kostet das Studium insgesamt) und sich dann wundern, dass viele ins europäische Ausland abwandern ... naja, ich denke unser Sozialetat ist noch nicht groß genug, da sollte man dann noch ein paar 400.000 € reinschmeissen. Gibt jedenfalls ein paar Wählerstimmen ... ist zwar - wie immer - kurzfristig gedacht seitens der Politik, aber was will man machen ... "Nach mir die Sintflut!"

... übrigens Norwegen ist sehr schön, wenn man Städte nicht so sehr mag, sondern auf Natur steht.

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