Downtime: Was kostet der Systemausfall ?

von Dr. Michael Karger, veröffentlicht am 04.02.2011

Der (Total-) Ausfall eines IT-Systems ist für jedes Unternehmen das Worst-Case-Szenario.

Bei einem Outsourcing der Systeminfrastruktur oder bei der Übernahme des Inhouse-Betriebs der unternehmenseigenen Systeme durch einen externen Dienstleister werden üblicherweise Service Level Agreements geschlossen, in denen die Downtime / Ausfallzeit eine zentrale Rolle spielt: Zumeist muss der Dienstleister eine bestimmte auf den Monat und/oder das Jahr gerechnete Verfügbarkeit des Systems gewährleisten und für den Fall des Systemausfalls die Einhaltung bestimmter Reaktions- und Wiederherstellungszeiten zusagen.

Bei Nichteinhaltung dieser Service Levels kommen regelmäßig Instrumente aus der juristischen Folterkammer zum Einsatz:

  • Pauschalierte Minderung
  • pauschalierter Schadensersatz
  • Vertragsstrafen
  • Kündigungsrechte.

 

Bei Vertragsverhandlungen geht es oft um die Frage, wie realistisch die zu regelnden Szenarien eigentlich sind. Die beteiligten Juristen dürfen sich dabei nicht selten den Vorwurf anhören, sie seien wie immer praxisfern und erfänden Probleme, die in der Regel gar nicht aufträten und damit auch keiner Regelung bedürften.

 

Dass die Themen Systemausfall, Wiederherstellungszeiten und Schadensrisiko aber doch nicht so theoretisch sind, kann man jetzt einem Beitrag in CIO-Online entnehmen. Das englische Marktforschungsunternehmen Coleman Parkes hat im Auftrag der Firma CA Technologies in einer länderübergreifenden Studie u.a. folgendes ermittelt:

  • Deutsche Unternehmen haben im Durchschnitt 438 Fehlstunden zu verzeichnen, die durch Systemausfälle verursacht werden. In Frankreich sind es 1082, im Vereinigten Königreich 502 und in Italien 223 Stunden.
  • Unternehmen in Europa mit mehr als 50 Mitarbeitern verlieren insgesamt mehr als 37 Millionen Mann-Stunden durch Downtime und anschließende Recovery-Maßnahmen. Im Durchschnitt verliert jedes Unternehmen dieser Größe 552 Mann-Stunden pro Jahr.
  • Folgende Abteilungen sind vom IT-Ausfall am stärksten betroffen: Operatives Geschäft (61 %), Verkauf (42%), Human Resources/Personal (40 %).
  • Bei jedem Systemausfall fallen im Durchschnitt 7 Stunden Ausfallzeit und 4 Stunden Recovery-Zeit an.
  • Die größten Schäden treten im Finanzsektor auf.
  • Die längsten Ausfallzeiten (durchschnittlich 7,5 Stunden) und Recovery-Zeiten (4,7 Stunden) finden sich beim öffentlichen Dienst.

 

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