Siesta im Büro?

von Prof. Dr. Markus Stoffels, veröffentlicht am 17.07.2011
Rechtsgebiete: ArbeitsrechtDGBSiestaBüroschlafBuntenbach|4475 Aufrufe

 

Der gepflegte Mittagsschlaf ist im Vormarsch. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach spricht sich in der TAZ für die Einführung einer Siesta in Deutschland aus. „Auch wenn die Siesta in vielen südeuropäischen Staaten nicht mehr selbstverständlich ist, weil auch dort in klimatisierten Räumen gearbeitet wird, ist sie auf jeden Fall gesund", schreibt die Gewerkschafterin. "Ein kurzer Mittagsschlaf senkt zum Beispiel das Herzinfarktrisiko und sorgt für neue Energie", stellt Buntenbach fest. Unternehmen wie BASF und Hornbach würden bereits jetzt Räume für Schlafpausen zur Verfügung stellen und von ausgeruhten Mitarbeitern profitieren. Jürgen Zulley, Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg, stimmt Buntenbach zu: „Eine Mittagsruhe überbrückt eine leistungsarme Zeit mit einem erhöhten Risiko für Fehler und wir reagieren anschließend schneller, sind aufmerksamer, unser Gedächtnis ist besser und wir sind auch noch besserer Laune." Auch im Arbeitgeberlager gibt es Befürworter des Büronickerchens. "Kluge Unternehmer wissen, wie wichtig schöpferische Pausen für den Erhalt der Leistungsfähigkeit, Kreativität und Motivation der Mitarbeiter sind", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der Bild-Zeitung. In den USA und Japan, aber auch in Österreich habe sich "die Siesta am Arbeitsplatz längst bewährt". Gute Arbeitsbedingungen steigerten zudem die Attraktivität eines Unternehmens für Fachkräfte. Arbeitsrechtlich interessant wird dieser Themenkomplex insbesondere dann, wenn es um die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats geht.

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