Nach Mollath und Peggy ein weiteres Fehlurteil? - Der Doppelmord in Babenhausen

von Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg, veröffentlicht am 12.04.2014
Rechtsgebiete: StrafrechtStrafverfahrensrecht3087|155967 Aufrufe

Die Strafjustiz ist in jüngster Zeit nicht nur, aber vorallem durch den Fall Mollath und durch das in dieser Woche begonnene Wiederaufnahmeverfahren im Fall Peggy stark ins Gerede gekommen. Und schon gerät ein weiterer Fall wegen eines möglicherweise falschen Indizienurteils in den Fokus der Öffentlichkeit .

Für einen eiskalten Doppelmord an seinen auch nachts herumschreienden Nachbarn wurde Andreas D. vom Landgericht Darmstadt im Juli 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Verurteilte leugnet die Tat, seine Frau kämpft gemeinsam mit ihm Aufopferung voll um die Wiederaufnahme.

Zwischenzeitlich greifen die Medien auch diesen Fall auf. Es zeigen sich erhebliche Ungereimtheiten, die hoffentlich bald aufgeklärt werden können.

Das ZDF berichtete in der Serie 37 Grad:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2119408/Mein-Mann-ist-kein-Moerder?bc=sts;stt&flash=off

Zur Homepage der Ehefrau mit dem Urteil zum Download: 

http://www.doppelmord-babenhausen.de/Urteil.htm

Medienberichte:

www.google.com/search?q=Doppelmord+in+Babenhausen

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3087 Kommentare

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Ein Psychogramm eines auch bekannten Strafverteidigers:

https://www.giessener-anzeiger.de/verteidige-menschen-nicht-ihre-taten_18671551

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Schließlich weiß der Verteidiger, dass der Vorsitzende des zuständigen Schwurgerichts solche Auftritte nicht verzeiht. "Tagelang basteln wir an seiner Aussage. Dabei übernehme ich die Rolle des Advocatus Diaboli. Ich, Krechel, gebe den Lehrer, den Trainer und den Sparringspartner zugleich. Mal spiele ich den Vorsitzenden, mal den Staatsanwalt." Er löchert den Familienvater mit bohrenden Fragen, übt Kritik, spornt ihn an oder mahnt zur Vorsicht. Bis der Durchbruch vollbracht ist: "Mein Mandant fügt sich mir wie ein Lämmchen der Mutter."

(Zitat aus "Gießener Anzeiger")

"Verteidige Menschen, nicht ihre Taten"Von Heidrun Helwig 

Link:  https://www.giessener-anzeiger.de/verteidige-menschen-nicht-ihre-taten_18671551

Aha:

Bis der Durchbruch vollbracht ist: "Mein Mandant fügt sich mir wie ein Lämmchen der Mutter."

Eine sehr interessante Motivation dieses Verteidigers! 

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Da wurde also ein Mandant manipuliert und quasi abgerichtet von einem Strafverteidiger für eine bevorstehende Gerichts-Verhandlung.

So war offensichtlich seine Strategie, aber was war seine eigene Motivation?

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Fazit: Eine Gerichtsverhandlung als Kulisse für Schauspieler und  auch noch für Selbstdarsteller als Regisseure.

Ein Schmierentheater offenbar, aber auch nichts Neues.

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Fehler des Doppelmörders: Der vorzeitige Abbruch der Wohnungssuche nach der Tatbegehung war für ihn gebauso suboptimal wie die mehrfache Offenbarung von Täterwissen, nicht zu vergessen auch das Verschweigen seines Wissens in der polizeilichen Beschuldigtenvernehmung. Selbstüberschätzung, vermeintlich schlauer als alle anderen zu sein, ist ein weiterer Punkt.

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Darsow gab in seiner Vernehmung an, sich bei einem Besuch im Opferhaus nur im unteren Bereich aufgehalten zu haben. Auf klugen Vorhalt der Vernehmungsbeamten modifizierte der Doppelmörder seine Angaben dahingehend auf einmal doch auch weitere Bereiche im Haus Toll betreten zu haben.

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Ähnlich agierte Darsow bezüglich seines Wissens, dass das erste Opfer das Haus regelmäßig um 04.00 Uhr durch die Souterraintür verlässt und Müll raus bringt. Ein Unschuldiger hätte sein vorhandenes Wissen direkt offenbart und damit nicht so lange gewartet bis sich die Preisgabe praktisch nicht mehr vermeiden ließ. Auch hierin spiegelt sich die maßlose Selbstüberschätzung des Doppelmörders wieder.  

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Eilmeldung vom 08.10.2018 (um 5 Minuten vor 12 Uhr mittags):

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Für den IQ perfekter Mörderinnen und Mörder ist die nach oben und unten offene OF~Skala inzwischen in der Normierung beim Normenausschuss Sachmerkmale (NSM). Die wird dann in Dezibel dB(IQ) angegeben. Null Dezibel = 0dB(IQ) wird aber noch festgelegt nach einem Massen~IQ~Test im nächsten Frühjahr am 30. Februar.

Damit sollen nach einem inoffiziellen  Geheimbericht, der einem investigativen Rechercheverbund  {aus dem Koppf~Verlag, der Astrologischen~Rundschau und dem Aroma~TV} inzwischen in Kopie einer kleinen Glaskugel vorliegt, gefährliche Intelligenz~Bestien nach Offenbach abgeschoben werden, wie bereits vor einigen Tagen durchgestochen wurde.

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Informierte Greise werden weiter darüber berichten.

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Was ist eigentlich mit der Ankündigung Strates im Schreiben vom 2.7.18, die angeblich überlegene Aufnahmetechnik der Dokumentationen 2017 und 2018 mit einer Geschwindigkeit von 50 400 Bildern/Sek. gegenüber der „beim BKA im Jahre 2012 benutzten Aufnahmetechnik“ mit einer „Aufnahmerate von ca. 10.000 Bildern je Sekunde“ „unverzüglich“ nachzureichen?

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Wurde Darsow nicht schon 2011 verurteilt? Ausweislich der auf der Homepage eingestellten BKA Clips datieren die Beschusstests – oh Wunder – aus 2011.  Im Schriftsatz vom 25.7.18 ist davon die Rede, die Videoaufnahmen von den Beschusstests des BKA seien „fünf Jahre“ älter als die „später gefertigten Bildfolgen“. Eigentlich wohl sogar sechs bzw. sieben Jahre. Tja, eigentlich.   

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Ist halt nur eine Pro Bono Mandat, da kann so was schon mal passieren. Hinzu kommt auch noch die Doppelbelastung im Wiederaufnahmeverfahren Sabolik.  

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Dass die Erbinger Stellungnahme auf den 08.05.2018 datiert und als Faxanlage zum Antrag vom 11.05.2018 eingereicht wurde, deutet in der Tat darauf hin, dass Darsow aus Hamburg nur die Holzklasse geliefert bekommt. Wenn Darsow und Familie Glück haben, lässt Kassel den Antrag noch bis ins neue Jahr liegen, so dass die völlig utopische Hoffnung auf einen erfolgreichen Antrag zumindest noch über die Weihnachtszeit bestehen bleibt.

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Der doch ganze 10 Seiten umfassende Antrag zum Hüttenbrand der heimtückisch verbrannten „Tante Schmadtke“ trägt das Datum 22.05.2018, auf der HP als „Wiederaufnahmegesuch für Marijan Sabolic vom 21. Mai 2018“ deklariert. Gut, dass bei einer Zuständigkeit in Hamburg für Hamburg nicht schon wieder eine weite Reise in das schöne Hessen anstand.

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Das wäre menschlich ein echt feiner Zug. Auch Statler und Waldorf würden dabei ihrer einzigen Dauerbeschäftigung nicht beraubt. Aber dann hat es mit dem Humanismus auch sein Bewenden, und die Seifenblase „Ab nach Kassel“ wird endgültig zerplatzen.

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Rudolphi kommentiert am Di, 2018-10-09 06:31Permanenter Link

Logiker, verstehe nicht, warum man solche Energien aufwendet, Darsow eine neue HV zu versagen?

Auch wenn diese Frage, jedenfalls formal, nicht von mir stammt, schließe ich mich dieser an. Ich mutmaße im Übrigen, dass sich auch andere (sozialisierte) User, ohne „Verschwörungstheoretiker“ zu sein, exakt die gleiche Frage stellen könnten. 

Viele Menschen werden sich diese Frage stellen, aber die StPO mit ihrem §359  mit allen seinen Absätzen und weiteren Rechtsprechungen dazu muß halt auch noch beachtet werden.

Das dürfte Ihnen doch inzwischen bekannt sein.

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Rudolphi kommentiert am Di, 2018-09-25 16:09Permanenter Link

Das ist aber nicht mehr das aktuelle Thema heute für eine Wiederaufnahme. Und Herr Pfoser könnte heute seine eigenen - oder neuen Versuche - auch bestimmt vor Zeugen wiederholen, aber er hat keinen Auftrag mehr dafür.

Die zunächst „verschwundene“ DVD zeigt 10 zusammen geschnittene Schüsse mit unterschiedlichen Kappen - bei Einhaltung der Silencer-Anleitung gäbe es überhaupt keine Kappen, sondern einen Adapter. In der Sequenz 2 fliegt die PET-Flasche an der "Befestigungsstelle" zur Waffe ab. Unter Berücksichtigung des vom Gericht vorausgehend attestierten geheimen Beschusstests mit mindestens zwei Testschüssen unter Verwendung des (selben) gemäß Silencer-Bauanleitungsseite hergestellten PET-Schalldämpfers hätte Pfosers nachgebildeter „Laienbau“ also mindestens 12 Schüssen standhalten müssen. Präsentiert wurde ein „Nachweis“ von neun ("funktionierenden") zusammen geschnittener Schüsse. Der „Rest“ beruht auf mündlichen Bekundungen des Gutachters: 1) Ein „Gutachter“, der so etwas abliefert, ist ein Schlechtachter. 2) Richter, welche dies nicht erkennen, haben in einem Rechtsstaat nichts verloren.

3 Antworten in einem einzigen Kommentar zusammengefaßt.

Sehr geehrte @ Peppermint Patty,

auch ich habe bereits früher Vorgänge bemängelt, wie sie oben ja von Ihnen geschildert werden, beim Tatgericht, beim Gutachter, bei der Revision. Auch bei relativ großen Pannen und später nicht mehr vorhandener / präsentierter Unterlagen sind ja viele Dinge immer denkbar für mich, frei nach dem Motto: "Shit happens".

Sehr geehrte @ Gerichtsgeher und @ Westossi,

ich verweise auf die Seiten in zwei Sprachen eines schwedischen Herstellers:

TYPE 4231 Sound Calibrator Calibration of sound level meters and other sound measurement equipment

 

TYP 4231 Schallkalibrator Kalibrierung von Schallpegelmessern und anderen Schallmessgeräten

Den englischen Begriff kenne ich aus vielen "manuals", siehe aber auch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibrierung

sowie die PTB-Zulassung dieses Geräts: 

 

Meine alte Rechtschreibung hat aber nichts mit der NVA zu tun, nur brauche ich kein modern betreutes Denken und Handeln, bin auch da mehr für Freiheit und ohne Mord.

Beste Grüße

GR

 

Peppermint Patty schrieb:

Die zunächst „verschwundene“ DVD zeigt 10 zusammen geschnittene Schüsse mit unterschiedlichen Kappen - bei Einhaltung der Silencer-Anleitung gäbe es überhaupt keine Kappen, sondern einen Adapter.

In der inzwischen ja allen Interessierten bekannten  Schweizer Anleitung genannte Adapter war ein Typ der Firma B & T.

Im Gutachten Cachée vom 17.07.2017 wurde ein 3-teiliger PET-Flaschen-Adapter gezeigt auf Seite 7 und 8 zur Befestigung auf der Waffe  Seite 6. Dieser Adapter hat ein Einzel-Teil mit einem PET-Flaschen-Innengewinde auf Seite 8.  Darauf wird dann die PET-Flasche aufgeschraubt mit ihrem PET-Flaschen-Außengewinde.

Darunter steht sogar etwas von einer "Geschoß-Geschwindigkeitsmessanlage", wofür die aber im Gutachten eingesetzt wurde, blieb mir noch ein Rätsel.

Wenn Winkelsdorf aber in seinem Gutachten auf der Seite 37 zwingend ein aufgeschnittenes Gewinde auf einem gekürzten Lauf schlußfolgert, dann kann jeder Maschinenbauer, Bastler, Techniker oder Schlosser usw. doch nur darüber lächeln. Auch ein verkürzter, schwach konischer Lauf ohne Korn und ohne Gewinde kann von einem Bastler einfachst modifiziert werden. Wie das zu machen wäre, das führe ich im Moment mal nicht aus. Wer sich die Videoclips des BKA genau anschaut, der kann zwischen dem Korn am Lauf und dem Rahmen der Pistole noch ein Teil erkennen, das aber nicht zur eigentlichen Waffe gehört.

Was vermuten die Waffenexperten im Blog, was das sein kann, oder was das ist? Darauf bin ich aber mal gespannt.

Außerdem bitte diese roten und weißen Kappen genau vergleichen in den jeweiligen Abmessungen und in den jeweiligen Lagen zu den diversen PET-Flaschen.

Im übrigen ist diese DVD m.E. auch nicht schon zwingend alles das, was dem Gericht vorgelegen hatte, oder sogar überhaupt einmal angefertigt wurde bei den Tests / Versuchen im BKA.

GR

 

Die Firma Joniskeit bietet ja auch diverse PET-Flaschen-Adapter, die ebenfalls einfach noch modifiziert werden könnten für eine P. 38, hier z.B. an:

http://www.joniskeit-1.de/Luftpistolen/Angebote-a/PET_Adapter/pet_adapte...

Der "PET Adapter PREMIUM" ganz unten auf der Seite scheint von den Abmessungen her doch dafür prinzipiell geeignet zu sein.

GR

Bei den Schußversuchen der Polizei vor Ort in Babenhausen scheint eine PET-Flasche über das Korn am Lauf geschoben worden zu sein und nur mit Klebeband ist dann eine Fixierung versucht worden, das hatte nicht gehalten.

Schauen Sie sich aber bitte mal diese Video an mit einer AK 47 und einer Cola-Flasche:

https://www.youtube.com/watch?v=ii2qlRx_bRc

GR

Hatte ich alles vorher doch längst gelesen.

1.) Subsonic aber war auch in Babenhausen möglich und sogar sehr wahrscheinlich.

2.) Der Auswurf des Dämmmaterials aus der Cola-Flasche wurde immer weniger im Video mit der AK 47.

3.) Zu den Fehlern bei Winkelsdorf und Cachée fehlt bisher jede Stellungnahme.

4.) Dazu aber auch:

Wer sich die Videoclips des BKA genau anschaut, der kann zwischen dem Korn am Lauf und dem Rahmen der Pistole noch ein Teil erkennen, das aber nicht zur eigentlichen Waffe gehört. [...]

Außerdem bitte diese roten und weißen Kappen genau vergleichen in den jeweiligen Abmessungen und in den jeweiligen Lagen zu den diversen PET-Flaschen.

GR

5.) Die AK 47 ist außerdem ein Gasdrucklader, darum wurde einzeln geladen bei Subsonic im Video, die P. 38 hat aber damit kein Problem i.d.R.

Fazit: Wie meistens, keine Expertise beim Oberexperten aus OF.

GR

6.) Außerdem waren in vielleicht relevanter Weise für Babenhausen nach ersten Schüssen keine Plastiksplitter erkennbar auf dem Video mit der AK 47.

Das heißt, wenn die Öffnung in der PET-Flasche  ausreichend groß ist, werden keine Plastikteile mehr beim Schießen ausgeworfen, Dämmmaterial immer weniger dann in entsprechender Konstellation Waffe - Munition - PET-SD.

Darum macht ein vernünftiger Mensch ja auch vorher Versuche!

GR

Wer vor ersten Schuß-Versuchen schon, oder erst nach den ersten Schuß-Versuchen, also weiß worauf es ankommt, der kann mit einer P. 38 und PMC-Munition und einem PET-SD mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das Spurenbild von Babenhausen generieren.

Wann veröffentlicht RA Strate auch noch mal alle ihm vorliegenden schriftlichen Gutachten aus den damaligen Akten?

Über Begriffe wie "vernünftiger Mensch"  oder über "Überschallmunition" bei dieser Mordtat in Babenhausen zu streiten, das führt nur noch zu weiterer Zeitverschwendung.

Wer aber die ganze Ballistik auch überhaupt noch nicht kennt und das Zielen dabei, für den noch ein Zitat:

  • Geschossgewicht: 23,8 kg
  • Mündungsgeschwindigkeit V0 = 212 m/s
  • Maximale Reichweite: 3900

( aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Typ_97_150-mm-Infanterie-M%C3%B6rser )

Falls weiter eine alte Platte mit längst ausgeleierten Rillen wieder und wieder abgespielt werden wird.

GR

Rote Schraubkappen gibt es, wie in vielen anderen Farben, für die Originalabfüllungen von PET-Flaschen. Aber die haben m.W. alle keine Form wie die weiße Kappe auf dem BAK-Video. Das ist der m.E. hier das entscheidende Merkmal.

Peppermint Patty schrieb:

Die zunächst „verschwundene“ DVD zeigt 10 zusammen geschnittene Schüsse mit unterschiedlichen Kappen - bei Einhaltung der Silencer-Anleitung gäbe es überhaupt keine Kappen, sondern einen Adapter. In der Sequenz 2 fliegt die PET-Flasche an der "Befestigungsstelle" zur Waffe ab.

Immer mit der Ruhe, man / frau muß schon schon sehr genau mit den Sachverhalten und allen Gutachten beschäftigen. Dazu befasse ich mich hier mit dem Hauptgutachten von Herrn Cachée vom 17.07.2017. Die Munition ist dort angegeben als S&B mit 117 grs, das ist aber nicht die Ladung, sondern die Geschoßmasse, eine kleine Ungenauigkeit, wahrscheinlich auch nur ein Schreibfehler.

Die V-Null- Angabe dort mit 390 m/s läßt aber keinen Rückschluß auf eine eigene Meßreihe von Cachée zu,  dabei ist das eindeutig Überschallgeschwindigkeit bei üblichen Testbedingungen. Herr Winkelsdorf dagegen schlußfolgert Unterschallgeschwindigkeit im Haus bei den Schüssen in den höheren Etagen, höchstens außerhalb Überschall durch geringe Außentemperaturen und leitet daher eine Laufverkürzung ab. Mit diesem Durcheinander anzutreten zur Wiederaufnahme ist m.E. schon recht mutig von RA Strate.

Weiter sind darin  5 Flaschentypen gezeigt, alles labile Einwegflaschen. Auch sind alle ziemlich voll dann mit dem ausgehärteten Bauschaum gefüllt, in der Anleitung werden zwar 2/3 genannt, aber zuerst sollte die Flasche ja mit Kunstharz behandelt werden für eine gute Dämpfungsleistung, ansonsten werden diverse Varianten beschrieben, auch mit Wasserbenetzung bzw. -füllungen  und die Kombination dieser Varianten dann empfohlen in der Anleitung. Die Bohrungen bei Cachée haben wieder 10 mm Durchmesser, ebenso das sog. "Zwischenstück" aus der Schweizer Anleitung, in der aber nur eine Länge von "etwa 20 cm" angeben war ohne eine Quantifizierung der Durchmesser. Je mehr Bauschaum in der Flasche aber ist, desto größer wird der Druck in der Flasche beim Schuß bei konstanter und kleiner Bohrung im Flaschenboden. Das heißt, bei ungenügender Befestigung fliegt die Flasche beim ersten Schuß gleich fort, bei ausreichender Befestigung dagegen platzt die labile Flasche auf.

Auf dem Video im TV mir Schüssen vor Ort war das Erste auch so zu sehen. Bei Probeschüssen des Täters müßten ja ähnliche Erfahrungen gemacht worden sein mit  solchen Konstellationen. Da müßte dann nachgedacht und modifiziert werden bei Waffe + Munition + SD.

So jedenfalls läßt sich m.E. die "Ausgangshypothese der Ermittler" nicht wirklich widerlegen und "die das Urteil des Tatgerichts tragende Säule" auch wenig erschüttern. Aber entscheiden werden das doch die Richter in Kassel. Alle versuchten Vorwegnahmen im Beck-Blog sind m.E. sogar kontraproduktiv in beiden Richtungen des pro und contra einer Wiederaufnahme.

Die Nebenklage aber könnte vermutlich auch noch eine Stellungnahme nach Kassel  zum Wiederaufnahmeantrag schicken. Wer von den Strafrechtsexperten hier traut es sich zu, eine Auskunft darüber zu geben, ob auch neben den Staatsanwaltschaften in Darmstadt und Kassel  Vertreter der Nebenklage im damaligen Schwurgerichtsverfahren ihre Stellungnahme zum Wiederaufnahmeantrag noch in Kassel einreichen können? Auch evtl. unter dem Stichwort zu buchen: Herstellung eines fairen Verfahrens auch in der Wiederaufnahme, und ebenso Waffengleichheit. Damals konnte die Verteidigung ja ihrer Meinung nach entlastende Beweisanträge stellen. Sind solche denn überhaupt bekannt und auch inzwischen veröffentlicht worden? Auch alle Gutachten im Prozeß  sind nicht veröffentlicht worden von RA Strate. Urheberrechte daran sollten dem eigentlich nicht entgegenstehen in so einer Mordsache wie der in Babenhausen.

Einen Nachtrag für die peniblen Leserinnen und Leser:

Immer mit der Ruhe, man / frau muß sich schon schon sehr genau mit den Sachverhalten und allen Gutachten beschäftigen.

 

Eine "faire Behandlung" steht übrigens auch auf der Website eines Vereins e.V. in dieser Sache des "Doppelmords in Babenhausen", aber auch "Unterstützende Öffentlichkeitsarbeit" und "Einflußnahme auf die Gesetzgebung und sonstige Meinungsführer" und außerdem will man mit "Justizgeschädigten und deren Angehörigen" einen "Erfahrungsaustausch" anstreben.

Das erklärt ja fast alles:

a) auch noch dieses Zitat von Peppermint Patty:

Wer meint, der Silencer-Komplex stelle nicht die das Urteil des Tatgerichts tragende Säule dar, manifestiert eine tiefgreifende kognitive Wahrnehmungsstörung.

b) und vermutlich auch noch die Aktionen und Aktivitäten hier eines Herrn aus Offenbach

c) und eines Plagiators.

Nette Versuche zwar, aber doch insgesamt eine durchsichtige Kampagne.

 

 

Logiker, verstehe nicht, warum man solche Energien aufwendet, Darsow eine neue HV zu versagen?

GR

Sehr geehrter Herr Rudolphi,

die extreme Schalldämpfung nach dem zweiten Schuß 
erfolgte alleine durch das Schließen
der außen liegenden Kellertür !

Alles andere ist technisch
völlig unmöglich.

MfG
Dipl.-Ing.
Ralf Steffler
Out~of~The Box Solutions 
63069 Offenbach am Main

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Gast kommentiert am Mi, 2018-10-10 22:05Permanenter Link

 Peppermint Patty kommentiert am Sa, 2018-09-22 01:21 Permanenter Link

Zitat:

Im Fall Darsow hat sich die Ausgangshypothese der Ermittler, bei der Tat sei ein PET-SD Marke-Eigenbau verwendet worden, den der Verurteilte nach der Silencer-„Bauanleitungsseite“ hergestellt habe, als falsch erwiesen. Damit wird dem das Urteil tragenden Silencer-Belastungskomplex der Boden entzogen.

Das ist doch Wunschdenken, wird durch Wiederholungen auch nicht mehr besser.

Falschunterstellung. Das ist u. a. Gegenstand des WA-Vorbringens und wird doch (schon) – ohne dass es in diesem Kontext noch auf die Unterscheidung zwischen Aditions- und Probationsverfahren ankommt - durch die Gutachten bewiesen. Wer meint, der Silencer-Komplex stelle nicht die das Urteil des Tatgerichts tragende Säule dar, manifestiert eine tiefgreifende kognitive Wahrnehmungsstörung. Ohne die voreilige, inspirative Falschannahme des POK Roggenkamp, bei der Tat sei ein PET-SD Marke Eigenbau verwendet worden und dem sich hieran anschließenden Bestätigungsfehler („Bingo-Erlebnis“) im Ermittlungsverfahren, hätte gegen Herrn Darsow nicht einmal das Hauptverfahren eröffnet werden können, wobei, wenn man sich etwas näher mit dem Standpunktproblem des WA-Gerichts beschäftigt, die (Wahrscheinlichkeits-) Anforderungen für die Eröffnung des „normalen“ Hauptverfahrens im (vermeintlichen) Filter-Zwischenverfahren insoweit sogar graduell höher einzustufen sein dürften. Und immerhin: Während dem Angeklagten, anders als der StA, gegen die Zulassung der Anklage keine Beschwerdemöglichkeit zusteht, bleibt im WAV ja - für den Fall der Fälle - noch, zumindest formal, (u. a.) der Hoffnungslauf der sofortigen Beschwerde. Kann mir vor oben genannten Hintergrund aber kaum vorstellen, dass hier noch weitere OLG-Post anfällt.

Eine falsche Interpretation auch noch. Denn Ihr Wunschdenken besteht ja darin, eine Widerlegung der von Ihnen so genannten "Ausgangshypothese der Ermittler" sei bereits vollständig gelungen durch das WA-Vorbringen mit seinen Gutachten.

Das "manifestiert eine tiefgreifende kognitive Wahrnehmungsstörung."

(Übrigens, heißt es nicht Additionsverferfahren mit Doppel "d" in der Literatur?)
 

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Wie gewohnt heiße Luft.

Letzte Zeile (Klammer) vertretbar: Aditionsverfahren wird tatsächlich - vereinzelt - auch mit "dd" publiziert. Können Sie halten wie den Ausgang des Hornbeger Schiessens. Jedoch nicht zu verwechseln mit den legendären Beschusstestes in Babenhausen im Juni 2009: Slapstick/Rauchende Colts in Babenhausen. 

Und weswegen sind Sie nicht in der Lage, auf die Kassler Gerichtsentscheidung in aller Ruhe und Gelassenheit zu warten?

Sie machen doch einen großen Wirbel hier, das demonstriert jedenfalls keine Ruhe und Gelassenheit.

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(Erneute) Falschunterstellungen: Welche Kraft treibt Sie & Friends an, eine vehemente (Primitiv-) Kampagne gegen den Verurteilten Darsow zu führen?

Erneute Fehlinterpretation und eine Unterstellung!

Mir geht es nur um die Wahrheitsfindung ganz allein in dieser Mordsache. Was andere Menschen antreibt, das fragen Sie bitte diese Menschen selbst!

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"Jedoch nicht zu verwechseln mit den legendären Beschusstestes in Babenhausen im Juni 2009" schreiben Sie.

In der UA jedenfalls wird doch erklärt, warum diese "Beschusstetes" nicht relevant für das Gericht und die Verurteilung waren.

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.... warum diese "Beschusstestes" nicht relevant für das Gericht und die Verurteilung waren.

Bitte das "s" nachzutragen.

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