Nach Mollath und Peggy ein weiteres Fehlurteil? - Der Doppelmord in Babenhausen

von Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg, veröffentlicht am 12.04.2014
Rechtsgebiete: StrafrechtStrafverfahrensrecht3377|199674 Aufrufe

Die Strafjustiz ist in jüngster Zeit nicht nur, aber vorallem durch den Fall Mollath und durch das in dieser Woche begonnene Wiederaufnahmeverfahren im Fall Peggy stark ins Gerede gekommen. Und schon gerät ein weiterer Fall wegen eines möglicherweise falschen Indizienurteils in den Fokus der Öffentlichkeit .

Für einen eiskalten Doppelmord an seinen auch nachts herumschreienden Nachbarn wurde Andreas D. vom Landgericht Darmstadt im Juli 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Verurteilte leugnet die Tat, seine Frau kämpft gemeinsam mit ihm Aufopferung voll um die Wiederaufnahme.

Zwischenzeitlich greifen die Medien auch diesen Fall auf. Es zeigen sich erhebliche Ungereimtheiten, die hoffentlich bald aufgeklärt werden können.

Das ZDF berichtete in der Serie 37 Grad:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2119408/Mein-Mann-ist-kein-Moerder?bc=sts;stt&flash=off

Zur Homepage der Ehefrau mit dem Urteil zum Download: 

http://www.doppelmord-babenhausen.de/Urteil.htm

Medienberichte:

www.google.com/search?q=Doppelmord+in+Babenhausen

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3377 Kommentare

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Damit will ich nicht die Klöpse in der UA herunterreden, aber VW diktiert nicht nur eine UA pro Jahr, so wie Strate eine Wiederaufnahme pro Jahr macht. Seine gute Quote dabei scheint ihm aber inzwischen in den Kopf gestiegen zu sein, denn wenn einer per Verein in Babenhausen und "social media" verbreiten lässt, seiner Rechtsauffassung müssen die Gerichte folgen, so offenbart das eine überhebliche Selbstüberschätzung, die er auch schon in anderen Verfahren zeigte und alle Richter lassen sich das auch nicht auf die DAUER bieten, soviel Küchenpsychologie müsste Strate sich doch eigentlich inzwischen auch noch angeeignet haben. Wer hoch hinaus will, der hat auch eine entsprechende Fallhöhe, und das ist auch gut so.

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„Spätere Diskussionen oder Behauptungen auf Webseiten“ wären u. U. obsolet, wenn sich das Tatgericht – bei Auflauf der halben Darmstädter Polizei – bspw. auch damit befasst hätte, was denn, lanciert von selbiger Polizei, an Informationen bereits vorprozessual publiziert waren, als sich der Verurteilte im Zuge seiner Beschuldigtenvernehmung am 23. Juli 2009 sowie des am nächsten Tag geführten Telefonats mit dem Kollegen GF/R. (unter Bezugnahme auf ein vorausgehendes, nach der polizeilichen Durchsuchung in der Firma geführtes Gespräch) äußerte.

UA S. 166/167:

 „Dass der Angeklagte nämlich deutlich mehr wusste, als er gegenüber KOK D. Glauben machen wollte, ergibt sich auch aus dem Inhalt des Telefonats vom 24.07.2009. Denn auf Vorhalt durch den Angeklagten während des Telefonats über das, was der Zeuge R. gegenüber dem Zeugen DA weitergetragen habe, antwortete der Zeuge R.: … „und da hab ich gesagt, ich hab kein Wort gesagt, aber Darsow weiß eigentlich über den ganzen Kram… Schalldämpfer und so“. Damit erklärte der Zeuge R. gegenüber dem Angeklagten eindeutig, dass er gegenüber dem Zeugen DA weitergegeben hätte, dass der Angeklagte auch etwas über den „Schalldämpfer“ wusste“.

OP vom 29. Mai 2009: https://www.op-online.de/region/babenhausen/taeter-benutzt-selbst-gebauten-schalldaempfer-323616.html

Abgesehen davon, dass weder das am 24.07.2009 angeführte Telefonat noch das in Bezug genommene vorausgehende Gespräch mit dem Zeugen R. in den Urteilsfeststellungen  – diese beschränken sich insoweit auf ab dem 21.07.2009 (vorzeitige Arbeitsaufnahme nach Urlaubsabbruch) „mit seiner Ehefrau Anja Darsow [geführte] mehrere[n] Telefonate[n]“ (UA S. 35) – auftaucht,  gibt das dem Verurteilten zugschriebene "Täterwissen", der mit seiner attestierten Lüge in der polizeilichen Beschuldigtenvernehmung unbedingt sein Wissen verschweigen wollte bzw. musste, weiterhin Rätsel auf. Denn selbst wenn die laut Urteil eingeweihten drei Mitarbeiter der Firma A., darunter der Zeuge R. sowie der Administrator/“Waffennarr“ „dicht“ gehalten hätten, lag nach dem Aufmarsch der Polizei am 15.07.2009 für den Verurteilten sowie auch für alle weiteren nicht eingeweihten Firmenmitarbeiter (zuvor) die Schlussfolgerung nahe, dass der von der Firmenleitung verbreitete „Hackerangriff“ auf eine Lüge der Darmstädter Kriminalpolizei zurückzuführen war. Dieses, nach dem Wiederaufnahmevorbringen per se entfallende Indiz war in der Aufzählung des Wiederaufnahmegerichts auf Seite 80/81 seines Beschlusses im Übrigen – insoweit zutreffend – nicht mit enthalten.

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Auf die im Urteil unterdrückten Bekundungen des Seniorchefs Dieter A., dass es "sich trotzdem bald herumgesprochen" habe,  kommt es schon gar nicht an:  

„Als die Ermittler wegen der Computerspiegelung in den Betrieb kamen, geschah dies „für mich völlig überraschend“, so der Inhaber des Unternehmens. Die Kripo habe ihn angewiesen, dem Kollegium zu sagen, die Polizei sei wegen eines Hackerangriffs gekommen. Was wirklich los sei, habe sich trotzdem bald herumgesprochen.“

https://www.op-online.de/region/babenhausen/antrag-haftpruefung-gestellt-1186375.html

Besten Gruß

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"eine Lüge der Darmstädter Kriminalpolizei" war aus ermittlungstaktischen Gründen m.E. hier auch angezeigt und sie erfolgte ja nicht im Rahmen einer protokollierten Vernehmung eines Zeugen oder eines Beschuldigten, Angeschuldigten oder Angeklagten.

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Ein 3sat-Video dazu von 2015 war doch hier in 2018 auch längst bekannt:

Und diese Aussage ist zumindest fragwürdig: "Negativ! Er zeigt negativ, dieser Geruch war nicht hier.“

Richtig ist: "Negativ! Er zeigt negativ." Absolut richtig ist nur das, was die Geruchssprobe aber anbelangt, ist doch nichts Genaues in diesem Film darüber ausgesagt worden.

Mit Mantrailer-Hunden laufen übrigens Studien bei Polizeien und Rechtsmedizinern, das TV hat auch kürzlich erst wieder darüber berichtet. Da ist einiges noch in Arbeit. Hunde sind gut abrichtbar, aber nicht die allerbesten Riecher übrigens.

Der empfindlichste Geruchssinn unter den Tieren wird dem Aal übrigens nachgesagt, aber auch Bären sind ausgezeichnete Riecher.

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Rüdiger und andere Hobby-Kriminalisten, schauen Sie sich doch mal die informativen Filme mit Mantrailing und mit den echten Rechtsmedizinern aus der Frankfurter Rechtsmedizin Verhoff und Amendt an, neben den Geschauspielerten aus dem Tatort: Reihe Doku /Terra X

Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik in 2 Folgen.

Folge 1:

 Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik (1/2) Teil 1: Was Täter entlarvt

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/verraeterische-spuren-die-geschichte-der-forensik-was-taeter-entlarvt-100.html

Folge 2:

 Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik (2/2) Teil 2: Was Opfer preisgeben

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/verraeterische-spuren-die-geschichte-der-forensik-was-opfer-preisgeben-100.html

Und wenn Sie wollen, informieren Sie sich aber unbedingt auch noch über den Streit zwischen Rechtsmedizinern aus Leipzig und Sachsens Polizeihundeführern der Polizeihochschule mit einer Studie und dem Professor des Helmholtz-Zentrums Kai-Uwe Goss in Leipzig auf der anderen Seite:

https://www.piqd.de/wissenschaft-forschung/der-streit-um-die-fahigkeiten-von-polizei-hundenasen-aus-sachsen

Ich selber habe übrigens Erfahrungen mit dem Ausarbeiten von Bodenfährten bei Fährtenhunde-Prüfungen sammeln können und auch mit dem dafür notwendigen und intensiven Training in vielen Geländen bei jedem Wetter. An Wunderdinge beim Mantrailing glaube ich daher nicht.

Die südamerikanischen Brillenbären sollen aber viel besser noch als Hunde Beute und ihre Fährten riechen können, allerdings hat das noch keiner nachgeprüft, die Größe der Riechschleimhäute ist auch nur ein Indikator für den Geruchssinn.

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Rüdiger, ich bringe diesen Exkurs auch nur, weil von Seiten der Darsows diesem Hundeeinsatz ja so viel entlastendes Gewicht beigemessen wurde. Mehr darüber können Sie aber auch noch in diesem PDF lesen:

THEMA Duft-Noten

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Hat ja niemand bestritten, dass es auch Fehlurteile gibt. Dieser Film zeigt nichts Neues und nichts Konkretes für Babenhausen.

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Auch mit weiterer und neuerer Stimmungsmache per TV erreichen Sie zum Glück nichts, neue, hieb- und stichfeste Beweise aber haben Sie ja nicht.

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Gehen Sie doch mal zu Wagner als "Urteilskritiker", so wie Gehrke, der sich zur Fehlerkultur in der Justiz noch so hochtrabend im 3sat-Film äußerte, da in dem Artikel geschildert wird, so festgelegt jedenfalls verhandelt Wagner nicht und wischt Gutachten von renommierten Psychiatern auch nicht so vom Richtertisch.

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Damit will ich nicht die Klöpse in der UA herunterreden

Dass ein  (mutmaßlicher) Selbstbau-Schalldämpfer bereits Ende Mai 2009 herumposaunt wurde  und der fälschlich verbreitete „Hackerangriff“ deshalb selbst für die nicht eingeweihten Mitarbeiter als Märchengeschichte nahe liegen musste, ebenso wie für den knapp eine Woche nach der polizeilichen Durchsuchung vorzeitig aus dem Urlaub zurück gekehrten Verurteilten Andreas Darsow, dürfte in der Tat einen der „Klöpse“ darstellen. Auch die im Urteil unterdrückte Aussage des eingeweihten Seniorchefs, dass es sich „trotzdem bald herumgesprochen“ habe, ist hierunter zu verorten.

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"wie für den knapp eine Woche nach der polizeilichen Durchsuchung vorzeitig aus dem Urlaub zurück gekehrten Verurteilten Andreas Darsow"

Auf was bezieht sich das nun genau und wie ist das belegt?

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Rüdiger, auf der Seite 168 der UA bestreitet doch A.D., er hätte den wahren Grund der polizeilichen Anwesenheit in der Firma gekannt, er verbreitet die Legende der "EDV-Angelegenheiten". Und oben meinten Sie noch, alle hätten das längst gewusst, dass es in Wahrheit um einen SD und einem Ausdruck dazu ging, auch A.D. hätte dass ja gewusst.

Was sagen Sie zu diesem Widerspruch?

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Halten wir doch mal fest, unabhängig von einem Täterwissen oder einem Allgemeinwissen zur Anwesenheit der Polizei in der Baufirma, die ja nicht nur einmal in der Baufirma wegen der Computeruntersuchungen anwesend war, A.D. streitet eigenes Wissen zu einem SD in einer Beschuldigtenvernehmung in auffälliger Art und Weise ab.

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Wer anders als A. D. hätte den Ausdruck der Silencer-Seite abholen, d.h. an sich nehmen können, Rüdiger?

Haben Sie da eine Erklärung dafür?

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Das nach der vorzeitigen Arbeitsaufnahme am 21. Juli 2009 bei verschiedenen Gelegenheiten gegenüber der Ehefrau und dem Arbeitskollegen/GF R. manifestierte Wissen des Verurteilten war nach der im Urteil unberücksichtigten Presseberichterstattung Ende Mai 2009 („Täter benutzt selbst gebauten Schalldämpfer“) und der am 15. Juli 2009 in der Firma erfolgten Durchsuchung kein „Täterwissen“. Unabhängig davon, ob die drei Eingeweihten nun tatsächlich „dicht“ gehalten hatten oder ob sich der wahre Anlass für den polizeilichen Aufmarsch mit den Computerspiegelungen bis zum 21. Juli 2009 „trotzdem bald herumgesprochen“ hatte (im Urteil unterdrückte Aussage des Seniorchefs Dieter A.). Ein solches „Täterwissen“ bescheinigt das Tatgericht dem Verurteilten jedoch, da er mit seinen Lügen in der Beschuldigtenvernehmung - „Schalldämpfer? Keine Vorstellung!“ und „Geglaubt und abgehakt. EDV-Angelegenheiten sind nicht meine Sache.“ – eben genau dieses zuvor preisgegebene, vermeintlich individuelle Sonderwissen habe verschleiern müssen.

  • UA S. 161: „also zu einem Zeitpunkt, als ihm die sich aus dem Tatortbefund ergebende „Brisanz“ dieser Frage kaum bekannt sein konnte, es sei denn, er verfügte über Täterwissen“
  • UA S. 166: „Dafür spricht des Weiteren, dass der Angeklagte von der Recherche bezüglich eines Schalldämpfers zu einem Zeitpunkt Kenntnis hatte, indem alleine derjenige davon wissen konnte, der mit dieser Recherche zu tun und diese daher selbst durchgeführt hat.“
  • UA S. 247: „Weiterhin spricht für die Täterschaft des Angeklagten in Bezug auf sein Verhalten nach der Tatbegehung – was sich in das bereits gezeichnete Verhaltensbild eines Täters, der versucht ist, alles gegen ihn sprechende möglichst zu verdecken, zwanglos einfügt – der Inhalt der Aussagen, die gegenüber dem Zeugen KOK D. gemacht wurden, im Verhältnis zu dem, was der Angeklagte wirklich wusste, sich aber dazu gedrängt sah, sein tatsächliches Wissen nicht Preis zu geben. Dies ergibt sich aus den Angaben des Angeklagten in seiner Vernehmung als Beschuldigter am 23.07.2009 gegenüber dem Zeugen KOK D.“
  • UA. S. 248: „Jedoch war ihm gleichfalls bewusst, dass er zu bestimmten Tatsachen, von denen er aufgrund seiner Tatbegehung wusste, keine Angaben machen durfte, da er ansonsten Wissen preisgegeben hätte, welches jemand nur haben konnte, der mit der Tatbegehung zu tun hatte und welches ihn noch verdächtiger gemacht hätte.“
  • UA S. 252: „Dies zeigt erneut, dass der Angeklagte weitergehende Angaben nicht machen wollte (und aus seiner Sicht auch nicht machen konnte), da er wusste, dass seine Kenntnis vom wahren Hintergrund der Durchsuchung auf seine Täterschaft zurückgeführt werden könnte.“
  • UA S. 253: „Dass der Angeklagte eine konkrete Vorstellung vom Hintergrund der Durchsuchung (…) hatte, ergibt sich (…) insbesondere aus den weiteren Angaben des Zeugen Dieter A. Dieser bekundete zum weiteren Gespräch mit dem Zeugen R., dass dieser ihm ebenfalls erzählt habe, dass der Angeklagte im Bezug auf den vermeintlichen Hackerangriff als Grund der Durchsuchung gelacht und gesagt habe, dass sie wegen ihm (dem Angeklagten) da gewesen seien.“

Zur Vermeidung von Wiederholungen:

https://community.beck.de/comment/reply/58641/131121   https://community.beck.de/comment/reply/58641/131146

https://community.beck.de/comment/reply/58641/132581   https://community.beck.de/comment/reply/58641/131056

https://community.beck.de/comment/reply/58641/126421

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Das beantwortet aber nicht die Frage, warum A.D. so auffällig jedes Wissen zu SD negierte.

Und wer sonst, ausser A.D., hätte sich in dem schmalen Zeitintervall sich den Ausdruck der SD-Seite holen können?

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Hätte A.D. bei der polizeilichen Vernehmung jedoch schon geschwiegen, wie später in der HV, würde sich die Frage der Wissensnegierung zu SD zwar nicht stellen, nur wäre er deswegen heute keineswegs ein freier Mann. Diese Legende braucht auch nicht mehr weiter verbreitet zu werden.

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Darsow hätte selbstverständlich gleich nach der Tat zur Polizei sagen können: "Kein Kommentar dazu von mir."

Ob das für ihn aber besser gewesen wäre, Rüdiger, daran darf doch gezweifelt werden, denn danach lässt ihn die Polizei mit absoluter Sicherheit nicht in Ruhe als direkten Nachbarn zweier Ermordeter und einer fast Ermordeten.

Was immer jemand sagt, kann gegen ihn verwendet werden, genau so wie das Schweigen, wenn es aber Indizien gibt.

Und wenn die Darsows jetzt reden, macht das das vorherige Schweigen nicht besser.

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Die Verurteilung erfolgte auf Grund vieler Indizien, die auf A.D. passen, wie auf keinen anderen sonst.

Daraus erwuchs die Überzeugung des Gerichts, auch wenn heute nicht sämtliche Details im Urteil haltbar erscheinen.

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Entgegen den Vorbringungen im Wiederaufnahmeantrag ist die SD-Ausführung der Tat nicht an der speziellen SD-Ausführungen von Cacheé gebunden, solange sie ja der Schweizer-Website noch entspricht, die ja viele Varianten enthält, die die Urteilsformulierung aber auch noch abdeckt.

Rüdiger, Sie sind da mit Strate zusammen auf dem Holzweg.

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Korrektur und Ergänzung: "...ist die SD-Ausführung der Tat nicht an die speziellen SD-Ausführungen von Cacheé gebunden ..."

Über die Größe des Bodenlochs steht ja auch überhaupt nichts in der Schweizer Website, und aauch nichts im Urteil.

Strate kann da nichts widerlegen, auch kein Spurenbild.

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Wer auf so vielen Annahmen, die ja nicht zwingend sind, so wie es aber Strate machte in seinem Wiederaufnahmeantrag, Schlüsse zieht bzw. daraus dann Tatsachen konstruiert, der baut auf Sand. Und das haben offenbar nun auch schon andere erkannt.

Beispiele dafür: Geschossknalle, Überschallmunition, volle Lauflänge der P38, nicht armierte PET-Flaschen, labile PET-Flaschen, Ausführungen der Bauschaumbefüllungen, ohne Anfeuchtungen usw. usf.

Die Daten der PMC-Munition liegen ja im Bereich um die Schallgeschwindigkeit, Geschossknalle sind daher reine Spekulation, mussten auch im Urteil nicht erwähnt werden.

Die Rechtsmedizin hatte auch nur festgestellt, dass auf beide Frauen in Schlafhaltung geschossen wurde, jedoch nicht, ob sie überhaupt geschlafen hatten und wie tief sie geschlafen hatten, oder ob sie in einer Schreckstarre sich befanden.

Zeugen ausserhalb des Tathauses hatte Schüsse gehört, es wurden ja auch zwei Schüsse noch im Freien abgegeben.

Die Türe im UG dämpfte die wahrnehmbaren Schussgeräusche nach Schliessung in Richtung ausser Haus, zum direkt danebenliegenden Nachbarhaus der Darsows hin in begrenztem Umfang, da dorthin auch noch eine Körperschall-Übertragung durch die Projektil-Einschläge, vor allen Dingen in harte Ziele wie Wände, Türen und Boden stattfinden kann. Über die Geräuschdämpfung der Feuerschutztüre zum EG und den OGs ist nichts bekannt, auch nicht, ob sie offen oder geschlossen bei den 4 weiteren Schüssen im UG war.

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Übrigens wären die ersten beiden Schüsse auch von Herrn Darsow nachts über den Luftweg und durch die Fenster prinzipiell zu hören gewesen, wenn er nicht der Täter war, so ähnlich wie bei den Zeugen, dafür macht man normaler Weise Messungen vor Ort, aber nicht solche Fakes wie Mark Benecke, den Strate aber auch nicht als Gutachter bemüht hatte.

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Was aber in der Schweizer Website explizit steht ist, zu viel Bauschaum in der PET-Flasche wieder mit einem Rohr von der Einfüllöffnung an herauszuholen. 20 cm des ausgehärteten Bauschaums wurden empfohlen.

Das ist so zu verstehen, dass auch danach sämtliche Innenwände der PET-Flasche bis zum Schraubgewinde hin noch einen gut anhaftenden Überzug mit Bauschaum haben, durch vorheriges Ausgiessen mit Kunstharzkleber auch sichergestellt. Der äussere Überzug mit einem Wollsocken über die schon armierte Flasche verhindert auch noch sicher alle möglichen Ausbrüche bei den Schüssen. Der Durchmesser des Bodenlochs hingegen darf nicht zu klein werden, um den Flascheninnendruck zu begrenzen und auch das Rückblasen von Bauschaumpartikeln in die Waffe zu minimieren.

Damit lässt sich dann mit der allergrössten Wahrscheinlichkeit ein Spurenbild mit von unten nach oben abnehmender Intensität von ausgeworfenen feinen Bauschaumteilchen erzeugen, so wie in Babenhausen.

Auch ein Puzzle oder ein Sudoku löst sich nicht ohne Anstrenungen von alleine auf.

In Strates Wiederaufnahmeantrag und in den Gutachten Von Winkelsdorf und Cacheé sind dilettantische Arbeiten erkennbar, Erbinger ist die einzige Ausnahme davon.

Mit diesem Wiederaufnahmeantrag dann noch Frau Darsow so große Hoffnungen zu machen, das sollte Strate besser bleiben lassen nach dieser dilettantischen Arbeit.

Jeder Schülerpraktikant hätte die ballistischen Daten der PMC-Munition recherchieren können und das PDF aus der Schweiz lesen können, die die Gutachten Strates und seinen ganzen Wiederaufnahmeantrag nun voraussichtlich platzen lassen werden, ja sogar platzen lassen müssen.

Gibt es übrigens Erkenntnisse, ab wann die angeschossene Tochter im Vorgarten lag und wo genau? Diese Frage stellt sich, denn ein unschuldiger Herr Darsow hätte mit einem Blick aus Fenstern in diversen Stockwerken oder der Terrassentür im EG die schwerstverletzte A.T. unter Umständen bemerken müssen.

Das würde jedenfalls in einer neuen, wiederaufgenommenen HV Herr Darsow sicher auch gefragt werden, was er am Freitag morgen und nach der Arbeit und am Samstag denn alles so im Haus machte bis die A.T. gefunden wurde, ebenso zu den Telefonaten und Inhalten mit seiner Frau vor dem Druckauftrag sollte er dann genaue Auskunft geben, ebenso Frau Darsow.

Schweigen dazu hilft dann nicht weiter.

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Immer noch wird der Fokus auf Details im Urteil gelegt, die angreifbar sind.

Und wenn es zum völlig unwahrscheinlichen Fall einer neuen HV käme, reicht der Rest der unangreifbaren Indizien auch erneut wieder für eine Mord-Verurteilung nach Lage der Dinge, auch wieder mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

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Da Herr Darsow sich dem Vernehmen nach gut führt in der Haft, wird er keine 25 Jahre dort bleiben müssen, einige Jahre mehr als 15 Jahre werden es aber schon werden. Sich in der Haft jetzt nicht mit dem Corona-Virus zu infizieren und auch andere nicht zu infizieren, das dürfte nun zuerst einmal das Wichtigste für die ganze Familie Darsow sein, der man das nur wünschen kann, auch der Kinder wegen.

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Die südamerikanischen Brillenbären sollen aber viel besser noch als Hunde Beute und ihre Fährten riechen können, allerdings hat das noch keiner nachgeprüft, die Größe der Riechschleimhäute ist auch nur ein Indikator für den Geruchssinn.

Ach was, ultimativ sind die menschlichen Spürnasen, zusammengesetzt aus spontaner Eingabe

"Aufgrund dessen, so der Zeuge KOK S. weiter, habe man auf „gut Glück“ bei der Suchmaschine „google“ mit den Worten (…) gesucht"

und intuitiver Bestätigung

„Ein Richter spürt der "inneren Tatzeit" nach“ 

Bleiben Sie gesund

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Die menschlichen Spürnasen nahmen bildlich eine Fährte auf, aber bis zu einer Tataufklärung und Täterverurteilung ist es ja noch ein weiter Weg mit sehr viel Teamarbeit. Der Brillenbär muss alles mit egenen Sinnen und eigener Intuition alleine machen, ein Hilfs-Team mit optischer und akustischer Luftaufklärung durch ein paar Schleiereulen zum Beispiel würde auch ihm noch viel beim Beutemachen helfen können, und wenn ein paar Maulwürfe im Team noch für den Fluchtweg der Beute hinderliche Erdhügel aufwerfen würden, wäre es noch einfacher für den Brillenbär.

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Zur "inneren Tatzeit": Viele haben schon einmal gesagt, den, oder die, oder die ganze Bande bringe ich um, oder sich auch schon mal einige Wege dazu überlegt. Und irgendwann schreiten sie zur Ausführung, einige treten auch wieder zurück davon aus Furcht vor Entdeckung und Strafe, oder aus technischen und anderen Gründen.

a) Was war also der Gegenstand des Telefonats vor dem Druckauftrag gewesen?

b) Die Sache mit dem vernichteten Computer hätte A.D. selber besser gleich den Ermittlern mitgeteilt als Unschuldiger!

Ist aber nun voraussichtlich auch Schnee von gestern.
 

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Nicht nur die wenigen Jahre Altersunterschied sowie der (zweite) Wiederaufnahmeantrag in Sachen Bence T. („Münchner Parkhausmord“) sind eine Verbindung zwischen Gerhard Strate und Peter Witting: 

„Guten Abend Mörder Toth. Gestern vor 14 Jahren hast du deine Tante auf bestialische Art und Weise grausam ermordet. Sicherlich wirst jedes Jahr am 15. Mai an deine mörderische Tat erinnert. Wie fühlst du dich heute einen Tag nach dem grausamen Mord vor 14 Jahren? Soll ich dir was sagen, du kleiner stinkfauler nichtsnutziger Mörder? Ich bin stolz auf unsere Justiz und unseren Strafvollzug. Du wirst noch mindestens weitere 12 Jahre sitzen im Hotel Straubing. Und wenn du kleiner Faulpelz, Betrüger und Mörder deine Tat nicht gestehst werden noch weitere 5-7 Jahre draufgelegt. Und das ist gut so! Es muss schließlich vermieden werden, dass dieser Toth nach seiner Entlassung noch so beweglich ist, dass er in einen 911er Porsche kommt. Und ich denke mit dann knapp 60 dürfte Dir das nicht mehr gelingen. Viel Spaß in deiner Zelle. Ich melde mich dann kurz vor Weihnachten nochmals. Bis dahin liegt auch die Ablehnung deines Wiederaufnahmeantrages vor (das Fest deiner beiden Anwälte wird ob der fetten Hinirare wieder richtig fett ausfallen  https://www.facebook.com/BI.ProBence/posts_to_page/

Auch der heute 39-jährige RTL2 Moderator Dr. Alexander Stevens schuf durch Zitate in einem 2016 veröffentlichten Artikel bereits eine vorausgehende Verbindung: https://justament.de/archives/7498

„Alexander Stevens, promovierter Strafverteidiger und Buchautor, hat vor zehn Jahren bei der Münchner Staatsanwaltschaft gearbeitet und den Mordfall Böhringer aus nächster Nähe verfolgt. Für ihn stand schon damals fest: „Benedict Toth ist schuldig, das Urteil vollumfänglich gerechtfertigt“. Stevens kritisiert vor allem den „Tunnelblick“, den die Toth-Verteidiger von Anfang an auf den Fall hatten. Und nicht nur dort. „Immer wieder versuchen Mörder mit Hilfe der Medien den Kontakt nach draußen zu halten, was in vielen Fällen auch gelingt“, sagt Stevens. Täter und Medien zögen häufig an einem Strang, indem sie gemeinsam unangenehme Details unter den Teppich kehrten. Details, die dem Zuschauer verschwiegen werden und ihn an die Unschuld des verurteilten Täters glauben ließen.“

Soweit es Andreas Darsow betraf, hieß es in o. g. „Artikel“:

„Liebevoller Familienmensch

Ähnlich kühn praktiziert es der rechtskräftig verurteilte Dreifachmörder Andreas Darsow aus Hessen. 2011 wurde er vom Landgericht Darmstadt zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt – und lässt sich seither in Fernsehen und Internet als „unschuldig einsitzenden Familienvater“ zeigen. Auch in seinem Fall ist die Fangemeinde mittlerweile beträchtlich angewachsen. Ein eigens gegründeter Verein von „Opfern gegen Justizirrtümer“ rührt fleißig die Werbetrommel für den früheren Bundeswehrsoldaten. Darsow soll, laut Urteil, seine Nachbarn erschossen haben, mit denen er angeblich „seit Jahren keinen Kontakt“ mehr hatte. Indes die Polizei beweisen konnte, dass Darsows über Jahre versucht hatten, aus der Siedlung wegzuziehen, da sie die Lärmbelästigung durch die späteren Opfer, darunter eine geistig behinderte Frau, nicht mehr ertrugen.“

RTL2: Hier kommt Alex

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der rechtskräftig verurteilte Dreifachmörder Andreas Darsow

Sehr interessante Berechnung des Autors Benedikt Vallendar ("Die andere Hälfte der Wahrheit"): 1 + 1 = 3

Ob diese einer möglichen gerichtlichen Überprüfung standhielte, muss indes bezweifelt werden.

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„Immer wieder versuchen Mörder mit Hilfe der Medien den Kontakt nach draußen zu halten, was in vielen Fällen auch gelingt“, sagt Stevens. Täter und Medien zögen häufig an einem Strang, indem sie gemeinsam unangenehme Details unter den Teppich kehrten. Details, die dem Zuschauer verschwiegen werden

Dass Andreas Darsow ein "rechtskräftig verurteilte[r] Dreifachmörder" ist, wurde im ZDF-Propagandastreifen glatt unter den Teppich gekehrt. Auch hier scheint dies ausweislich des unveränderten Titels "Der Doppelmord in Babenhausen" noch niemand registriert zu haben. RTL2: Hier kommt Alex

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Wenn Rechtsanwälte auch noch Schriftsteller spielen, dann ist die eigene Phantasie offenbar wichtiger als Wahrhaftigkeit.

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Wenn Rechtsanwälte auch noch Schriftsteller spielen, dann ist die eigene Phantasie offenbar wichtiger als Wahrhaftigkeit.

Stimmt nicht:

http://www.breinersdorfer.com/sophie-scholl-die-letzten-tage-2/

https://www.zeit.de/2014/53/justiz-gustl-mollath-gerhard-strate

Stimmt:

https://www.youtube.com/watch?v=XF74aCoyzVM

https://www.piper.de/buecher/9-12-perfekte-morde-isbn-978-3-492-31144-1

Besten Gruß

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Nachtrag, "Stimmt":

Sex vor Gericht – ein Anwalt und seine härtesten Fälle

Verhängnisvolle Affären: Wenn Online-Dates beim Anwalt landen

Aussage gegen Aussage: Urteile ohne Beweise

RTL2: Hier kommt Alex

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Sie fokussieren sich bei den Anwälten  mit "Stimmt" nur auf den einen, ich dachte auch noch an den aus Potsdam, der auch im vorliegenden Prozess eine unrühmliche Rolle gespielt hatte. Strate schriftstellert auch nicht, Fischer (hat als Anwalt nicht gearbeitet) ebenso, Ferdinand von Schirach schriftstellert schon.

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"Strate schriftstellert auch nicht" wird etwas relativiert, ich sehe mehr Bericht oder Dokumentation als übliche schriftstellerische Prosa in seinem Buch zu Mollath darinn.

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