Nach Mollath und Peggy ein weiteres Fehlurteil? - Der Doppelmord in Babenhausen

von Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg, veröffentlicht am 12.04.2014
Rechtsgebiete: StrafrechtStrafverfahrensrecht3756|235228 Aufrufe

Die Strafjustiz ist in jüngster Zeit nicht nur, aber vorallem durch den Fall Mollath und durch das in dieser Woche begonnene Wiederaufnahmeverfahren im Fall Peggy stark ins Gerede gekommen. Und schon gerät ein weiterer Fall wegen eines möglicherweise falschen Indizienurteils in den Fokus der Öffentlichkeit .

Für einen eiskalten Doppelmord an seinen auch nachts herumschreienden Nachbarn wurde Andreas D. vom Landgericht Darmstadt im Juli 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Verurteilte leugnet die Tat, seine Frau kämpft gemeinsam mit ihm Aufopferung voll um die Wiederaufnahme.

Zwischenzeitlich greifen die Medien auch diesen Fall auf. Es zeigen sich erhebliche Ungereimtheiten, die hoffentlich bald aufgeklärt werden können.

Das ZDF berichtete in der Serie 37 Grad:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2119408/Mein-Mann-ist-kein-Moerder?bc=sts;stt&flash=off

Zur Homepage der Ehefrau mit dem Urteil zum Download: 

http://www.doppelmord-babenhausen.de/Urteil.htm

Medienberichte:

www.google.com/search?q=Doppelmord+in+Babenhausen

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3756 Kommentare

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Die Unfähigkeit, auch nur ernsthaft zu erwägen, dass die Sliencer-Recherche/Ausdruck mit der Tat in gar keinem Zusammenhang steht, überforderte die südhessische Allzweckwaffe. Und dessen Untertanen sowieso. Das Urteil gegen Andreas Darsow bleibt eine Schande. Die "Wartezeit" des Herrn Brunner unkommentiert, offen...

Besten Gruß

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Geht es Ihnen nun besser, nachdem Sie nur Ihren bekannten Ärger abgeladen hatten, aber ohne neuartige sachliche Erwiderungen blieben?

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Leider kam wieder keinerlei Erklärung von Hessenlotto, wie der Schraubendreher in den Flur und am Boden der Geschädigten geraten ist, 4 Wochen nachdem der Herr Brunner bei ihr an einer Balkonbespannung gearbeitet hatte.

Analog bei Andreas Darsow mit dem Wegziehen aus Nr. 36a, mit den Ohrenstöpseln, wo es doch kaum Lärmbelastigungen gegeben haben soll, dem Ausdruck der Anleitung, wie der unbemerkt von ihm nicht abgeholt werden konnte, dass er nichts gemerkt hatte von der Tat mit Luftschall, Körperschall und Erschütterungen, sowie den Anrufen, der Panzerfaust mit anderem Schmauch, und so weiter, ein anderer Täter hätte auch noch den Urlaub von Frau Darsow kennen müssen für geringes Entdeckungsrisiko, die ja ohne Ohrenstöpsel schläft.

Da sind doch mehrere Indizien, die genau auf Andeas Darsow passen, auch noch  ein Motiv und kein Alibi sind vorhanden

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Danke. Es ist ein Genuss, Ihren Worten zuzuhören, bitte weiter so!

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In SPIEGEL-TV kam wieder, dass ein Viertel aller Strafurteile Fehlurteile wären.

Nach Eschelbachs Schätzung ist jedes vierte Strafurteil ein Fehlurteil.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/justizirrtuemer-wie-strafgerichte-daneben-liegen-a-896583.html

Ralf Eschelbach ist Zivilrichter, kein Strafrichter übrigens.

Siehe dazu auch:

https://www.nwzonline.de/politik/druck-auf-deutsche-richter-waechst_a_29,0,1938761017.html

Darunter fielen dann auch die Fehlurteile, wo es in dubio pro reo Freisprüche gab, trotz der Schuld der / des Angeklagten. Die gibt es ja auch.

Diese Größe von ein Viertel jedoch ist zu einer reinen Spekulation einer Lobby geworden, warum sollte man solchen Lobbyisten denn alles ungeprüft glauben?

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Schon fast tragisch, dass das OLG Frankfurt dem Wiederaufnahmeantrag mit einem Kommentar von Eschelbach zu § 359 StPO endgültig den Garaus gemacht hat.  

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Auf der Seite 13 des OLG-Beschlusses wird genau darauf abgehoben, dass SV Cachée mitnichten gezeigt hatte, man könne mit einer P38 und einem SD gemäss der Silencer-Seite keine Serie von 10 Schüssen abgeben, ohne nicht ständig an der Waffe nachzuladen, diese zu reinigen nach Ladehemmungen.

Indirekt wir ja von Urteilskritikern auch unterstellt, SV Pfoser - oder Wagner - haben betrogen und gelogen.

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Doch jetzt noch etwas zur Presse und zur Öffentlichkeitsarbeit: Auf der Homepage von Frau Darsow / Verein Monte Christo e.V. werden Presseveröffentlichungen aufgelistet, die ich alle ohne Ausnahme gelesen habe, soweit die auch anzuklicken sind.

Im Urteil sind doch alle 19 Tage des Prozesses aufgeführt, in der Offenbach Post online finden sich aber schon mal keine 19 Berichte dazu, einer ist nicht mehr anklickbar.

Wenigstens da hätten die Vereinsleute sich mal ins Archv begeben sollen, ebenso ins Archiv beim Darmstädter Echo. aber man muss auch wissen, dass Berichterstatter beider Medien, und auch anderer Presse, sich gegesneitig unterrichten und informieren über solche Verhandlungstage, die manchmal von 09:00 Uhr bis 16 oder 17 Uhr dauern können mit einer Mittagspause von 1 - 1,5 Stunden. Die Presse ist aber auch da nicht sämtliche Stunden lückenlos vertreten, manchmal nur ein bis zwei Stunden und dann wird schon ein Bericht über "den" Verhandlungstag auf dem Flur vor dem Gerichtssaal in einen Laptop, Notebook, Tablet, Smartphone getippt und an die Redaktion gesendet für einen Artikel.

Interessante Details in einem Prozess hatte von der ganzen Presse auch so dann niemand mitbekommen, das ist auch nicht selten. Die Unterstützerszene für Darsow und Brunner und Co.  sollten doch besser auch bei echten Zuhörern mal nachfragen, die solche Details nicht verschlafen hatten, und im Gerichtsaal genau zugehört hatten, statt stereotype Verschwörungstheorien meistens zu verbreiten auf ihren Websites oder in Foren und Blogs und Leserbriefen. Denn das schreckt doch diejenigen ab, die wirklich an Aufklärung, nicht jedoch an Propaganda von "Justiz- und Urteilsgegnern" interessiert sind.

Wer selber nicht transparent berichtet über Prozesse und nicht alles zusammenträgt und veröffentlicht, was zu finden ist nach intensiven Recherchen, bei dem fehlt es an der Glaubhaftigkeit seiner eigenen Darstellungen und an der Glaubwürdigkeit seiner eigenen  Person.

Also solche Aussagen machen als Unterstützer, auf die man sich guten Gewissens auch vereidigen lassen könnte als Zeuge vor einem Schwurgericht.

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Korrektur:

Im Urteil sind doch alle 18 Tage des Prozesses aufgeführt, in der Offenbach Post online finden sich aber schon mal keine 18 Berichte dazu, einer ist nicht mehr anklickbar.

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Eine sehr tragische Situation für die Eheleute, falls Andreas Darsow wirklich unschuldig wäre, denn dann muss er auch noch die volle Strafe absitzen, das ist so beim Strafvollzug.

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Mitgefühl ist unangebracht. Wenn Sie das Urteil gelesen haben, werden Sie wissen, dass der Täter bzw. Killer sitzt. Auch das Propagandageschwätz um den rechtskräftig Verurteilten Brunner ist unerträglich, der Mann hat schließlich nichts zu versäumen und – anders als unsere überlasteten Gerichte – mehr als genügend Zeit.   

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Wie die Eheleute Darsow damit fertig werden, das müssen sie selber entscheiden, Verdrängen scheint die Strategie zu sein und Klammern an einen winzigen Strohhalm aus Karlsruhe, den unbefangene Urteilskenner nicht mehr in Reichweite erwarten.

Zuerst gab es auf der Homepage von Frau Darsow aber noch das komplette Urteil mit allen Seiten und ihren eigenen Kommentaren dazu, jetzt bei RA Strate fehlen 2 Seiten, Strates Kommentare hätten doch genügt, das eigene Einscannen der UA, aber mit Fehlern, das hätte er sich und den Besuchern auf seiner Website doch ersparen könne, dafür besser andere Dokumente enscannen.
 

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@Peter Müller

Frau Darsow kommentierte auf vielen Seiten mMn lesenswert und informativ aus ihrer Sichtweise das Urteil, z. B. auf Seite 6 zu den Wänden der Reihenhäuser, auf Seite 11 zu den Ohrenstöpseln, usw., auf Seite 38 zum Aussageverhalten, ganz wörtlich gebe ich das mal genau wieder:

Verfasser Anja Darsow    Thema Aussage    Datum 23.03.2014 21:49:52

Auf Anraten der Rechtsanwälte sollten mein Mann und ich keine Aussage tätigen. Gerne hätten wir ausgesagt.

Hätten beide es doch nur getan in der HV, danach kommt das zu spät!

Wollte das RA Strate aber so nicht mehr die Besucher lesen lassen als neuer Verteidiger, indem er auf die Seite von Frau Darsow nicht einfach nur verlinkte?

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3 Verteidiger hatte A. D. in der HV gehabt, bei der Urteilsverkündigung waren noch 2 dabei, Christoph Lang  (http://www.stvh.org/mitglieder) war m. W. von Anfang an dabei, Bernd Hintze mit gleicher Adresse in Frankfurt am Main ersetzte offenbar Veikko Bartel aus Potsdam.

War ein Pflichtverteidiger dabei, oder waren alle 3 Wahlverteidiger? 

Augen auf also bei den Wahlverteidigern ......
 

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Leider bringt für Andreas Darsow eine Angabe von Frau Darsow, dass die Reihenhäuser zwei 30cm (Brand-)Mauern mit Luftspalt dazwischen hätten, akustisch überhaupt nichts für eine Entlastung, ebenso eine aufgedrehte Stereoanlage im Haus 36b, die auch eine Entlastung sein sollte. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen.

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Bei einem solchen Verbrechen (zweimal Mord und ein versuchter Mord mit schwersten Kopfverletzungen) müsste auch die Seite der Geschädigten ebenfalls im TV mal gewürdigt werden, das Schwurgericht in Darmstadt und Wagner hatten das jedenfalls nicht vergessen.

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Da die Justiz im Fall Andreas Darsow ihr Gesicht zu verlieren droht, wird die VB mit dem üblichen Blatt aus Karlsruhe verbeschieden werden. 

Siehe:

Diese Welle um Mollath ist doch am Strand der Lebens-Realitäten ausgelaufen und kein Tsunami geworden, auch wenn sich das manche so gewünscht hätten.

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kein Blumentopf zu gewinnen

Nichts anderes gilt für die Kommentierung auf Urteilsseite 129, der von der Staatsanwaltschaft Darmstadt beauftragte IT-Sachverständige habe in einer E-Mail an die Polizei bekundet: „Herzlichen Glückwunsch Fall gelöst.“

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Habe beide Dokumente heruntergeladen. Hoffe, dass keine noch offenen, alten Rechnungen in der hessischen Politik und in der hessischen Polizeiführung damit en passant beglichen werden sollen.

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Die Email des Pfungstädter Bürgermeisters ist ja nicht Gegenstand der VB, mir ist es daher völlig schleierhaft, was das für die VB eigentlich bezwecken soll. Ich werte das auch nicht als überzeugend für eine Wiederaufnahme und für einen Rechtsanwalt an, private Emails an ihn zu veröffentlichen, aus denen auch nicht der Wunsch hervorgeht, dass sie zur Veröffentlichung vom Absender der Email freigegeben sind.

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Wenn die veröffentlichte Email aber Futter für den Verein e.V. sein sollte, dann muss Strate mMn den eigenen Darlegungen in der VB nicht mehr viel zutrauen.

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Ich halte - wie die meisten hier - die formelle Verurteilung nicht for groß angreifbar.

Aber mein persönlicher Eindruck ist, je länger man sich mit dem Fall auseinandersetzt setzt, umso unfassbarer ist das alles. Auf der einen Seite ist die Indiziengesamtheit in sich schlüssig und klar, auf der anderen Seite bleiben aber trotz dessen irgendwie Zweifel. So geht es jedenfalls mir.

Wie kann ein Familienvater so eine grausame Tat begehen? Und warum vor allen Dingen?

Entweder Herr. D. ist ein kaltblütiger Killer oder das Schicksal spielt ihm einfach auf übelste Weise mit. Wir werden es wohl nie erfahren.

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"Wir werden es wohl nie erfahren."

Das ist bei vielen Dingen doch so, auch in den Kopf eines Menschen kann noch niemand genau hineinschauen, auch ein Ehepartner nicht nach vielen gemeinsamen Jahren. Ansonsten gibt es hier offenbar nichts wirklich Neues in diesem Fall, was nicht schon oft erörtert wurde. RA Strate wird keine Wiederaufnahme erreichen, das erscheint doch ausgeschlossen zu sein. In der HV wäre zu reden gewesen, wenn einer unschuldig ist und so viele Indizien gegen ihn sprechen. Fast teilnahmslos Anwälten - so hatte es den Anschein - das eigene Schicksal zu überlassen, wobei der Potsdamer RA der falsche Mann am falschen Ort zur falschen Zeit war, das war ein verkehrtes Verhalten.  Ein wirklich unschuldiger Nachbar müsste doch auch Interesse an der Aufklärung dieses Verbechens zeigen, damit hätte er auch in der HV bei Wagner jedenfalls punkten können, aber auch Wagner lässt sich nicht so leicht dann bei Aussagen hinter`s Licht führen.

Der BGH-Richter Ralf Eschelbach war in Thomas Fischers 2. Strafsenat ab 2010 gewesen, die Revisison war 2011.

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In der TV-Runde beim SWR hatte Thomas Fischer Frau D., die sogar mal eine Ausbildung beim AG Darmstadt machte mit Zugang zu Zivil- und Strafsachen, ja damals erklärt, dass bei einer Revision das Urteil auch auf materieill-rechtliche Schlüssigkeit geprüft wird, nicht nur auf rein formal-rechtliche Richtigkeit.

Der Interviewer vom SWR stolperte noch über den korrekten, weil so üblichen Terminus  "Geschädigte" in der Justiz.

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Die Betreiber der Webseiten, die keine Revsisonsanträge auch noch veröffentlichen neben dem Urteil bei einer laufenden Wiederaufnahme, jedes Schreiben dazu aber schon, besonders die eigenen Kommentare noch dazu wie RA Strate, denen fehlt doch der Wille zur Transparenz.

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Auf der HP heißt es unverändert: „Der BGH prüft nur ob Verfahrensfehler vorliegen, es werden keine Tatsachen erneut geprüft.“ Die anmerkende „Korrektur“ auf Urteilsseite 13 „Die Frühstückspause ist von 9.00 Uhr bis 9.15 Uhr.“ ist auf der HP nicht mehr enthalten, immerhin.

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Interessant – speziell im Blick auf das Schreiben des Pfungstädter Bürgermeisters Patrick Koch vom 20. Juni 2020 – ist u.a.:

UA S. 33: „Am 04.05.2009 und 05.05.2009 – der Angeklagte war bis zu diesem Zeitpunkt nur als Zeuge vernommen worden – nahm dieser telefonisch Kontakt zum Versicherungsbüro K… auf, ließ sich in Bezug auf seine Rechtsschutzversicherung beraten und erkundigte sich nach einem Strafverteidiger."

Dazugehörige Urteilskommentierung von Frau Darsow: „Mein Mann musste am 1.05. eine DNA Probe abgeben. Uns wunderte diese Maßnahme. Wir wollten wissen, ob die Rechtsschutzversicherung die Kosten eines Beratungsgespräch bei einem Anwalt übernehmen würde. Damals wurden wir schon abgehört.“

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Gleiches gilt für die Kommentierung der Ehefrau zu UA. S. 35:

„Ein Polizeibeamter K…, sagte mir: „Ich weis, dass es ihr Mann war und wir werden ihn bekommen.“

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Dann hatte der Beamte den richtigen "Riecher" wahrscheinlich  gehabt.

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Frau D. hatte aus dem AG doch schon gewusst, wie das Procedere ist. Ein Pflichtverteidiger muss für richterliche Vernehmungen bereits beigeordnet werden auf Antrag.

Also bräuchten Darsows keine kostenpflichtige Beratung oder eine Deckung durch eine Rechtsschutzversicherung.

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Frau D. mit ihren Erfahrungen aus dem AG Darmstadt, die man auch an ihrem protokollmässigen Kommentaren auf den Seiten zum Urteil erkennen kann, konnte ihren Mann beraten und sich auch schlau machen, wo es ihr noch nötig erschien.

Das Münchner Anwaltshandbuch Strafverteidigung kostet ca. 200 Euro, gebraucht ungefähr die Hälfte, das StGB und die StPO als Beck-Taschenbücher wird sie doch schon gehabt haben, wenn nicht, die kosten nicht viel.
 

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den richtigen "Riecher"

Urteil S. 245/246: „Soweit der Zeuge K. diese Angaben erstmalig in der Hauptverhandlung und nicht bereits im Ermittlungsverfahren vor der Polizei (246) machte, konnte er dies zur Überzeugung der Kammer damit nachvollziehbar erklären, dass er erst im nachhinein aufgrund der gegen den Angeklagten sprechenden Indizien auch und gerade in Bezug auf den damals genutzten Rechner „die mögliche Wichtigkeit“ dieser Wahrnehmung realisiert und dies ihn in letzter Zeit daher „sehr belastet“ und so umgetrieben habe, dass er zum Teil schlecht habe schlafen können (…) Er habe bei der Polizei bzw. nach der Tat bei seinen Vernehmungen von diesen Wahrnehmungen deshalb davon nichts erzählt, da er dem Angeklagten diese Tat damals nicht zugetraut habe und diesen daher als Kollegen nicht habe belasten wollen.“

Beredtes Schweigen

„Schließlich wollte ein Zeuge aus einer bayerischen Nachbargemeinde »sein Gewissen erleichtern«. (…) Etwa zwei Wochen später habe er beobachtet, wie er in seinem Büro an seinem Computer »zugange war«, bei dem das Gehäuse entfernt gewesen sei. Zu beiden Beobachtungen aber habe er den Angeklagten nicht angesprochen, stellte der Zeuge auf Nachfrage des Richters fest. Auf die Frage, warum er dies noch schon bei der Polizei ausgesagt habe, wusste er keine Antwort, dementierte aber des Richters Vermutung nicht, man habe den Arbeitskollegen nicht belasten wollen.“

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@emil, Sie kennen das Statement von Staatsanwaltschaften und Polizei: "Wir ermitteln in alle Richtungen."

Der mutmassliche Mörder von Walter Lübcke hatte vor der Tat sein späteres Opfer genau ausspioniert durch lange Beobachtungen, es wurden auch Wärmebildgeräte genannt, also z.B. auch IR-Ferngläser, die heute auch jeder sich kaufen kann. Gibt es als passive Nachtsichtgeräte und auch noch mit IR-Scheinwerfer zusammen.

Das Ganze war mutmasslich doch eine reine Racheaktion gewesen, Rache ist immer ein sehr starkes Tatmotiv.

Wenn rein theoretisch jemand sich an A.D. rächen wollte, dann alleine könnte ich mir so eine Tat wie diesen Doppelmord mit Mordversuch vorstellen, die ein anderer als  A. D. begangen hätte.

Frau D. fragt auf Ihrer Website: "Helfen Sie uns herauszufinden, wer Familie Toll war. Jede Kleinigkeit kann wichtig sein!"

Will heissen: "Wer könnte sich an Familie Toll rächen wollen?"

Das bringt mich nun auf den Gedanken: "Wer könnte sich an A. D. (oder seiner Familie) rächen wollen?"

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Es ist immer wichtig, eigene Schriftstücke von Bedeutung vor dem Absenden mehrfach sorgfältig zu lesen, um keine Fehler zu machen, oder sie auch noch zu korrigieren. Die bei Frau D. aufrufbare Kartei mit dem Urteil hatte 115 MB übrigens, auch kleinste Fehler können ja stören. Bei der VB hatte RA Strate sich dieser Maxime nicht angenähert, ich belege gerade mal mir aufgefallene Fehler:

Ein unerheblicher grammatikalischer Fehler: ein "geht" ist zuviel:

Das auf 292 Seiten begründete Urteil des Landgerichts Darmstadt geht, welches in Ablich-tung als  A n l a g e 1 beigefügt wird, geht – kurz gefasst – von folgendem Sachverhalt aus:

Nicht unerheblich dagegen ein Zitierfehler Strates: Er schreibt in der VB auf der Seite 5:

Im Zentrum der Urteilsbegründung steht der Nachweis, dass während der gesamten Tataus-führung, also bei der Abgabe aller zehn Schüsse, auf den Lauf der Pistole P38 ein selbstge-bauter Schalldämpfer aufgeschraubt gewesen sei, der aus einer mit Montageschaum gefüllten PET-Flasche bestanden habe (UA S.109 – 170).

In der UA auf den Seiten 109, 110 steht:

... typischen Schmauchantragungen andererseits, zur Gewissheit der Kammer, dass die Benutzung eines selbst gebauten Schalldämpfers, der auf den Lauf der Pistole Walther P 38 aufgeklemmt, bzw. aufgeschraubt war, während der Tatausführung keinem vernünftigen Zweifel unterliegen kann:

"aufgeklemmt" sehe ich bei Strates VB nicht.

Auf der Seite 11 wiederholt Strate die völlig abwegige "Rücksog"-Fabel, denn die Aufnahmen zeigen ja eine ganze Schmauch- und Partikel-Wolke, die aus dem Auswurffenster quoll.

Auf der Seite 16 wird ein unbelegtes, auch von SV Cachèe ja nicht  nachgemessenes Mündungsaustritts-Geschwindigkeits-Intervall - wie eine Tatsachenfeststellung - als Beweis wiedergegeben, wobei der untere Wert von 330 m/s erheblich gewesen wäre, da im Bereich der Schallgeschwindigkeit liegend. Keine Schussversuche mit der genauen Tatmunition von PMC 124 grain Vollmantel waren auch bei allen Gutachten Strates gemacht worden. Dabei hatte SV Cachèe sogar eine Mündungs-Geschwindigkeiten-Messanlage als Arbeitsmittel im Haupt-Gutachten vom 17.07.2017 ausgewiesen gehabt:

Geschoß-Geschwindigkeitsmessanlage Shooting Chrony Modell Beta in m / sek

Ein ganz eklatanter Fehler wieder, auch wieder in der VB.

Im weiteren Verlauf der VB überhöht Strate wieder völlig die Beweiskraft der Videosequenzen des SV Cachèe mit ihren labilen PET-Flaschen, zu engen Bohrungen im Flaschenboden, zu wenig aus dem ausgehärteten Bauschaumkörper mittels geignetem Rohr herausgeholtem Bauschaum, um genügend Expansionsvolumen zu erhalten, fehlendem, aber empfohlenem  Ausgiessen der Flasche mit Kunstharzkleber, fehlender Armierung mit Klebebändern oder ähnlichem, keine Umhüllung mit textilem Material, wie einem Wollsocken, und auch mit keinen Nassschüssen, was doch alles empfohlen wurde in der "silencer.ch" Seite.

Diese VB Strates ist mMn nicht geeignet für eine Wiederaufnahme mit einem Freispruch des Andreas Darsow.

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Strates Meinung zu einem sich nicht ausbildenden Schusskanal, die er als bewiesene Tatsache bereits darstellt, beruht auf einem relativ losen, voluminösem Bauschaumkörper, ohne festere Anhaftung an der inneren Flaschenwandung, der selber erheblich komprimiert wird, während die Flaschenwandung dabei erheblich gedehnt wird, was dann zu einer Zerwirkung führt. Dagegen aber spricht eine empfohlene Ausgiessung mit einem Kunstharzkleber, der gerade diesem Effekt entgegenwirkt. Eine relativ dünne, die ganze Flaschenwandung innen überziehende, gut anhaftende Bauschaumschicht allerdings zeigt dann diesen Effekt nicht, von dem Strate und SV Cachée wie selbstverständlich ausgegangen waren, und der den logisch schlüssigen Empfehlungen der "silencer.ch" Website ja entgegensteht, in der nur ebenfalls eine "Rücksog"-Fabel in die Welt gesetzt wurde, die dann bei Strate wieder auftaucht als Übernahme und damit als eine tatsächlich und denklogisch ungeprüfte Fortsetzung.

Dieser komplette, innere relativ dünne und gut anhaftende Überzug der vollständigen inneren Wandung einer verstärkten PET-Flasche hat auch einen guten, schalldämpfenden Effekt noch zur Folge.

Im Übrigen hatte SV Erbinger auch schon darauf hingewiesen gehabt, dass auch ein anderes Behältnis als eine PET-Flasche mit Bauschaum-Inhalten als Schuss-Schalldämpfer in Frage käme, siehe hier:

Gutachterliche Stellungnahme Martin Erbinger vom 08.05.2018:

Auf den Seiten 3, 4, 5 dort macht SV Erbinger  dazu schlüssige, zutreffende Ausführungen, auch zu der Munition, den Mündungs- bzw. Geschossgeschwindigkeiten und zu den Lauflängen einer Pistole P38, auch zu Änderungen an der Pistole und zu "abgebrochenen" Treibladungen. Diese Ausführungen SV Erbingers, die dem Gutachten des SV Winkeldorf galten, das bei RA Strate inzwischen keine Rolle mehr spielt, sind aber auch auf das Haupt- und Zusatzgutachten des SV Cachée in vollem Umfang anwendbar und bleiben auch da noch gültig und ebenso zutreffend.

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Wenn ich an das Gästebuch von Frau Darsow denke, da tummelten sich sog. "Justizgeschädigte", neben "Steffi" und "docreini" besonders "Hessenlotto" mit vielen Abwandlungen dieses Pseudonyms.

Mit den Urteilsgründen wurde dort sich wenig befasst, es wurden echte und vermeintliche Justizirrtümer behandelt um damit zu suggerieren, bei der Verurteilung von A. D. kann es sich auch nur um einen solchen handeln.

So aber kann doch nicht ernsthaft über andere Fälle diskutiert werden, das andere ist Kampagnen zu befeuern.

Wenn, dann müssen die tatgerichtlichen Verurteilungen des Herrn Darsow, auch der Frau Weimar, des Herrn Brunner, des Herrn Mollath, des Herrn Kulac und anderer doch fallbezogen diskutiert werden.

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Mithin verfehlt:...

Die Überzeugung der Kammer stützte sich diesbezüglich NIE auf die Videos, sondern immer (nur) auf die Aussage des Sachverständigen.

Strate erwähnt auf S. 28 der Verfassungsbeschwerde (zurückhaltend), dass das Oberlandesgericht Frankfurt am Main das Urteil des Landgerichts Darmstadt unvollständig wiedergegeben habe:

„Zu der Gewinnung einer „zweifelsfreien Gewissheit“ der erkennenden Strafkammer –hinsichtlich des Einsatzes eines Schalldämpfers, gefertigt aus einer mit Bauschaum gefüllten PET-Flasche – entnimmt der Senat den Urteilsgründen folgendes:...“  [von einem nochmaligen Zitat aus UA S. 118 wird abgesehen]

„Der Senat zitiert den Satz mit der „zweifelsfreien Gewissheit“ der Kammer allerdings nicht ganz vollständig. In dem Urteil des Landgerichts Darmstadt heißt es:

„Dass unter Berücksichtigung all dessen – was für sich schon die Überzeugung der Kammer für den Gebrauch eines solchermaßen konstruierten Schalldämpfers ‚Marke Eigenbau‘ bei der Tatausführung im Sinne der getroffenen Feststellungen finden lässt, weil eine andere Ursache für das Vorhandensein der tatortfremden und mithin erkennbar tatbezogenen verschmauchten Bauschaumteilchen nicht plausibel erklärbar ist – dessen Verwendung im Sinne des Resümees des Sachverständigen Dr. Schulze nicht nur ‚absolut möglich und erklärbar‘ ist, vielmehr bei der tatsächlich ein selbstgebauter Schalldämpfer bestehend aus einer mit Bauschaum befüllten PET-Flasche genutzt wurde, erschließt sich zur zweifelsfreien Gewissheit auch unter weiterer Berücksichtigung der dahingehenden Ausführungen des Sachverständigen Pfoser, der Augenscheinsnahme eines von ihm gedrehten Videos hinsichtlich seiner Tests mit – nach der Bauanleitung des PDF-Dokuments der Internetseite ‚www.silence.ch‘ – zuvor selbst angefertigten Schalldämpfern und seinen Erläuterungen dazu: (...)“ (UA S. 117 – meine Hervorhebung)“

Sodann stellt er klar – auf die vom Wiederaufnahmegericht anzustellende Perspektive wird auf S. 36 „Verfassungsrechtliche Bewertung“ eingegangen -, dass sich die „zweifelsfreie Gewissheit“ der Darmstädter Schwurgerichtskammer insoweit mithin „aus zweierlei Beweismitteln“ gebildet habe, nämlich:

- den dahingehenden (mündlichen) Ausführungen des Sachverständigen Pfoser  sowie

- der Augenscheinseinnahme eines von ihm gedrehten Videos hinsichtlich seiner Tests mit zuvor selbst angefertigten Schalldämpfern und seinen Erläuterungen dazu. (Zitatende)

Ungeachtet der "Giftschrankausführungen" ist der seit dem Wiederaufnahmeantrag konsequent begründete und weiter verfolgte Vortrag, dass es sich (u.a.) bei den Videoclips des Sacherständigen Cachèe, (u.a.) in Bezug auf Menge und Größe aus der PET-Flasche abgegebener Bauschaumpartikel im Zuge mehrerer, tatsächlich durchgeführter Schussserien,  um neue, geeignete Beweismittel - und nicht um bloße „Hilfsmittel“ eines (quasi) alten Beweismittels (Sachverständiger) - handelt, m. E. überzeugend.

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 [von einem nochmaligen Zitat aus UA S. 118 wird abgesehen]

Das wird aber nicht akzeptiert.

Zitat von der UA S. 118:

Bei den Schusstests mit dem danach gebauten Schalldämpfer seien unter anderem zehn Schüsse per Video festgehalten worden, wobei die ersten fünf Schüsse eingespannt und die weiteren fünf Schüsse freihändig erfolgt seien. Es seien aber noch 10 weitere Schüsse abgegeben worden, die nicht per Video gefilmt worden seien.

Da scheint es nur eine ungenaue Formulierung im Urteil gegeben zu haben, das müsste m.E. statt Schüssen immer Schussserien heissen.

Auf dem BKA-Bildmaterial sind m.E. Teile von Schussserien zu sehen.

Was im Videoclip 01 und in anderen zu sehen ist, ist m.E. nämlich nicht zwingend ein Erstschuss, denn der Bauschaumkörper erscheint mir da nicht mehr so klar an seiner Luftgrenzfläche deutlich abgegrenzt zu sein wie jeweils in den Videoclips 03 und 04, bei denen auch noch deutlich zu sehen ist, dass der Bauschaum überhaupt keine Haftung an der Flaschenwand hat, und das sollte ja nicht sein.

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Dass keine (Silencer-) PET-Flasche verwendet wurde, da – ungeachtet der von der Darmstädter Schwurgerichtskammer in ihrem Urteil mitunter erfolgten fälschlichen Gleichsetzung von Plastik- bzw. Schaumstoff- bzw. Bauschaumteilchen – am Tatort keine Plastiksplitter gefunden wurden, ist dem Erbinger Gutachten sowie dem – auch - hierauf beruhenden Wiederaufnahmevorbringen in der Tat zu entnehmen.

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Dieser Schluss ist aber unzutreffend, da die Spurensicherung Schaumteilchen doch von PET-Flaschen-Splitterteilchen unterschieden hätte, so wie sie bei Cachée ja aufgetreten sind, in den BKA-Videiclips aber kein einziges Mal, auch gab es da keine Ladesstörungen, soweit das an der Waffe noch zu erkennen ist, die ja teilweise nicht zu sehen war.

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In dem SPIEGEL-Video sind ja diese relativ gleichmässigen Schaumteilchen an Tatorten deutlich zu erkennen, das ist also auch kein Staub gewesen.

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Was Strate suggeriert ist doch, SV Pfoser hätte jedesmal nur einen Schuss abgegeben pro Flasche mit Füllung und Kappe, und nur solche  Erstschüsse wären auch noch auf den 10 Videoclips zu sehen, das ist doch völlig unwahrscheinlich.

Wer als SV eine Schussserie von mindestens 10 Schüssen pro Flasche belegen möchte, der hört doch nicht schon nach einem ersten Schuss bereits auf und nimmt gleich eine andere Flasche, danach die nächste usw. Das jedenfalls kann ich mir so nicht vorstellen.

Strate offenbar schon, ein weiterer Fehler von ihm.

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Strate scheint andere, wie auch SV Pfoser, für unterbelichtet zu halten, nicht nur andere Juristen.

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