Blockchain- Recht: Bericht von der Convoco-Tagung in Salzburg

von Prof. Dr. Thomas Hoeren, veröffentlicht am 30.07.2016
Rechtsgebiete: IT-Recht|6343 Aufrufe

Ich sitze gerade in der sehr spannenden Convoco-3.0.-Tagung In Salzburg: Anwesend sind im Mozarteum ausgewiesene Experten wie Bruce Pon,Julie Maupin,Garrick Hileman, Marcella Atzori u.a. Auf viele Chancen von Smart Contracts wie die schnelle Verwaltung von Liegenschaftsrechten oder Urheberrechten wird ausführlich hingewiesen, aber auch auf Flops wie das angebliche elektronische Grundbuchamt von Honduras oder Zweifel an dem ambitionierten Blockchain-Verwaltungssystem in Estland (e-estonia). Es stellen sich viele Fragen für Juristen,vom Steuerrecht, Staatsaufsichtsrecht bis zur Haftung für Datenverlust. Eingehend diskutiert wurden auch die Rechtsformen der Blockchainorganisationen wie auch die Terms of use, die meist europäischem Recht nicht standhalten. Schließlich wurde als Fallszenario der DAO-Fall problematisiert, in dem ein "Hacker" 60 Millionen Euro virtuell "entführt" und die Community zur Veränderung des Codes zwang. Alles sehr spannend - speziell für Juristen.

Wie die Diskussion mit den zahlreich erschienen Zuhörern zeigte, liegt die Wahrheit wahrscheinlich in der Mitte: Blockchain ist nicht die künftige Masterlösung, die Juristen überflüssig macht. In klar definierten Fällen (klar skalierbare Parametrisierung eines Vertragsinhalts; keine erhöhte Gefahr strafrechtlichen Mißbrauchs; kein hoher Formzwang) werden Smart Contracts die Abwicklung von Transaktionen deutlich erleichtern.

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