370 Jahre Westfälischer Frieden

von Dr. Thomas Lapp, veröffentlicht am 24.10.2018
Rechtsgebiete: Mediation2|1529 Aufrufe

Am 24.10.1648 wurden in Münster und Osnabrück die Verträge unterzeichnet, die gemeinsam als der Westfälische Frieden den dreißigjährigen Krieg in Deutschland beendeten.

Die Verhandlungen für diese Verträge duerten fünf Jahre, in denen der Krieg weitergeführt wurde. Der venezianische Diplomat Alvise Contarini, nach dem das Contarini-Institut der Fernuniversität Hagen benannt ist, hatte als Mediator wesentlichen Anteil am Erfolg der Verhandlungen. Der Kölner Nuntius Fabio Chigi (der spätere Papst Alexander VII.) war als weiterer Mediator tätig.

Es handelt sich um ein herausragendes Beispiel einer historischen Mediation. Auch wenn nicht alle Elemente unseres heutigen Verständnisses von Mediation eine Rolle spielten, kann das Vorgehen von Contarini doch als Mediation angesehen werden. In der Einleitung zum Münsteraner Friedensvertrag ist festgehalten, dass Contarini sein Amt als Mediator ohne Parteilichkeit ganze fünf Jahre ausgeübt hat. Chigi hat später den Aspekt der Selbstverantwortung der Parteien hervorgehoben und erklärt, Mediation sei mit dem Amt des Schiedsrichters unvereinbar.

Der westfälische Frieden war Grundlage einer europäischen Friedensordnung gleichberechtigter Staaten. Neben der goldenen Bulle war der Vertrag wesentliches Element der Reichsverfassung des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Der Westfälische Friede wurde zum Vorbild späterer Friedenskonferenzen und war ein Beitrag zur gesamteuropäischen Stabilität.

Weitere Information:

Wikipedia - Westfälischer Friede

Hehn, in: Haft/Schlieffen, Handbuch Mediation, § 2 Rn. 13 ff.

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