Corona-Zahlenvergleiche und kriminologische Dunkelfeldforschung

von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 29.03.2020
Rechtsgebiete: Corona1813|57168 Aufrufe

Dieser Beitrag stammt vom 29. März 2020. Er wurde und wird regelmäßig aktualisiert durch Updates, die unten angehängt sind.

Seit Wochen starren wir alle auf die Infektionszahlen und die Zahl der Todesfälle, überlegen uns, wie Deutschland im Vergleich zu Italien, Frankreich, USA, Südkorea etc. dasteht, sprechen über Exponentialfunktion usw. Seit Wochen denke ich, dass diese Infektionszahlen eigentlich überhaupt nichts aussagen können, denn sie sind weitestgehend eine Funktion der Rate und der Selektion der Messung.

Die täglich angegeben Zahl der Infizierten ist in etwa so verlässlich wie die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in der Kriminalstatistik: Wenn niemand die BtM-Delikte kontrolliert und aufzeichnet, dann GIBT es sie offiziell einfach nicht. Und wenn die Polizei damit beginnt, BtM-Straftaten zu verfolgen und Personen auf Btm zu kontrollieren, dann sind die Fall- und die  Tatverdächtigenzahlen in der polizeilichen Kriminalstistik komplett davon abhängig, wie viele Polizeibeamte wo und wen kontrollieren, wiederum auch abhängig davon, wie die Polizeibeamten ausgerüstet werden und wie motiviert sie bei den Kontrollen sind.

Übertragen auf COVID19: Die Anzahl (wie viele werden überhaupt getestet?) und die Verteilung (wer wird getestet?) der Tests ist derzeit  national, regional, gesundheitspolitisch und faktisch so unterschiedlich und Maßstäbe wie Selektionskriterien ändern sich im Zeitverlauf so stark, dass die Zahl der positiv Getesteten für die derzeitigen Ländervergleiche objektiv praktisch wertlos ist.

Wenn die Zahlen ansteigen, KANN es theoretisch daran liegen, dass die Infektionen tatsächlich häufiger sind, aber es kann genauso daran liegen, dass man mehr Personen getestet hat oder die Selektionskriterien verändert hat, dass man stärker als vorher in einer betroffenen Region testet oder stärker eine andere Altersgruppe oder dass es leichter geworden ist für Personen, die sich krank fühlen, beim Hausarzt getestet zu werden. Anders als das RKI jetzt angekündigt hat, ändert sich an den Verzerrungen auch nichts dadurch, dass man einfach die Anzahl der Tests erhöht: Neue Kriterien machen Vergleiche zur vorherigen Situation noch schwieriger, wenn nicht unmöglich, und sie können die Realitätsabbildung sogar noch stärker verzerren.

Wir starren also auf Kurven, deren Datengrundlage anhand der Messkriterien einfach viel zu unterschiedlich ist und sich noch dazu auch innerhalb eines Staates nahezu täglich ändert, zB hinsichtlich der Verfügbarkeit und Distribution von Tests und Laboratorien. Noch dazu hinken die Ergebnisse einige Tage der Testung hinterher - in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich lange verzögert.

Diese täglichen Vergleiche sind deshalb m.E. komplett sinnlos.

Sinnvolle Vergleiche wären möglich, wenn in jedem Land bzw. in jeder betr. Region eine repräsentative Stichprobe von allen Einwohnern  gezogen und getestet würde (ich schätze 1000 Personen würden in einer Region ausreichen, deren Betroffenheitsgrad vorher bestimmt wurde, für die ganze Bundesrepublik müsste ein weit größere Stichprobe gezogen werden, siehe Diskussion unten), und zwar in regelmäßigen ca. 48-stündigen Abständen: Denn allein daraus, aus einer repräsentativen Stichprobe, die Region, Geschlecht, Alter der Gesamtbevölkerung abbildet, könnten Schlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Infektionsrate tatsächlich ist, wie stark sie steigt und wie viele Infizierte voraussichtlich schwer erkranken, also hospitalisiert oder beatmet werden müssen oder sterben. Schließlich lässt sich nur so ermitteln, ob diese Kurve der Neu-Infizierten aufgrund der getroffenen Maßnahmen abflacht. Denn auch dies lässt sich mit den derzeitigen Messungen gar nicht ermitteln: Solange nicht jeder getestet wird/werden kann oder zumindest eine repräsentative Stichprobe von allen, werden selbst bei Absinken der tatsächlichen Neuinfektionsrate die gemessenen Infektionszahlen noch ansteigen, denn man schöpft dann nur das (bisher nicht getestete) Dunkelfeld aus.

Warum die WHO eine solche repräsentative Stichprobe nicht anregt oder verlangt (nicht einmal von den großen Industriestaaten), ist ein Rätsel. Denn nur so ließe sich der Status und die Entwicklung der Pandemie einigermaßen zuverlässig ermitteln.

Solange es solche repräsentativen Studien nicht gibt, könnte ein anderer Vergleich der zugänglichen Daten nützlich sein, so wie es auch in der Kriminologie etwa bei internationalen Vergleichen erfolgt. So wird für den Vergleich der Gewaltprävalenz die Tötungsrate international verglichen, also die vorsätzlichen Tötungen im Verhältnis zur  Bevölkerung, also (relativ besser) messbare „hard facts“, die nicht praktisch zu 80 bis 90 % von der Selektion bei der Messung abhängen.

Ein einigermaßen hartes Faktum ist die SterbeRATE in der Bevölkerung. Wir können in den westlichen Gesundheitssystemen jedenfalls davon ausgehen, dass die Todesfälle durch COVID19 zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser und objektiver erfasst werden als die tatsächlichen Infektionszahlen. Noch besser wäre es, die Zahl der schwer Erkrankten zu vergleichen, denn die Sterbefälle hängen wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme ja auch davon ab, wie gut oder schlecht die medizinische Versorgung in einer Gesellschaft mit der Pandemie umgehen kann (Stichwort: Intensivbetten, Beatmungsgeräte).

Im Netz habe ich nur eine Stelle gefunden, die die Todesraten für westliche Industriestaaten regelmäßig auswertet und in Beziehung setzt. Kevin Drum ist ein Blogger aus Kalifornien, der neun Staaten miteinander vergleicht Ein keineswegs perfekter Vergleich, dessen Aussagekraft aber m.E. etwas besser einzuschätzen ist.

Zu beachten sind folgende Setzungen:

1. Die Todeszahlen werden jeweils auf die Gesamtbevölkerungszahl bezogen (und nicht, wie üblich, auf die Zahl der gemessenen Infizierungen).

2. Es wird der Vergleichs-Nullpunkt jeweils bei 1 Todesfall pro 10 Millionen der Bevölkerung gesetzt (und nicht wie üblich, ab dem Zeitpunkt einer aufgrund relativ willkürlicher Testraten angenommenen Anzahl der Infektionen.

3. Die "Italienkurve" wird zum Vergleich herangezogen, weil dort relativ früh ein Sterbefall pro 10 Million Bevölkerung aufgetreten ist und alle anderen westlichen Staaten einige Tage oder Wochen hinterherlaufen.

Was sind nun die Erkenntnisse aus diesem Vergleich (27.03.2019)?

a) anders als alle anderen feststellen: Deutschland steht (bisher) nicht wesentlich besser da als Italien. DE ist vielmehr mit ITA auf derselben Linie wie Frankreich, Schweden und UK. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob DE tatsächlich die Krise so viel besser bewältigt als ITA.

b) Die Schweiz steht überraschend gut da, Spanien viel schlechter als ITA.

c) USA und Canada stehen in dieser Statistik derzeit– noch – gut da, sogar besser als Deutschland.

Einwände, wie etwa das  Dunkelfeld der ungetestet/unbehandelt am Virus Verstorbenen sind allerdings auch hier in Rechnung zu stellen. Erst nach der Krise wird man an der Steigerung der Sterblichkeit im Jahr 2020 weitere Einschätzungen treffen können, auch was die mittelbaren Sterbefälle (durch allg. Überlastung des jew. Gesundheitssystems) angeht.

Update (31.03.):

Ich habe als Bild oben die neuere Grafik von Kevin Drum eingefügt (Stand ist jetzt 30.03.):

a) auch in Deutschland steigen die Sterberaten zwar, aber sie bleiben jetzt etwas niedriger als in Italien im verglichenen Zeitpunkt. Frankreich und UK sind in etwa auf demselben Pfad wie ITA

b) Die Schweiz bleibt bei den Sterbezahlen unter der Vergleichskurve Italiens - dies könnte in etwa der Pfad sein, der sich auch in DE zeigen wird (CH ist in diesem Vergleich neun Tage voraus).

c) In USA steigen die Sterbezahlen an, liegen aber noch deutlich unter der Italienkurve.

Was allerdings diese Kurvenvergleiche nicht abbilden (können), ist, wie sich das Virus innerhalb der einzelnen Staaten verbreitet. Besonders gefährlich ist es dort, wo viele Risikogruppenangehörige  infiziert werden - dort steigen auch die Sterberaten erheblich. Sind dies begrenzte Regionen innerhalb eines Staatsgebildes, dann zeigt sich dies kaum in der Sterblichkeitsrate für den Gesamtstaat. Dies zeigt sich etwa in den USA, aber auch in China (das in dieser Grafik nicht enthalten ist). Man müsste für diesen Vergleich dann kleinere Einheiten verwenden, also etwa den Staat New York oder die Provinz Hubei.

 

Es wird nun unter Leitung des Virologen Streeck zumindest in dem ersten deutschen Infektionscluster Heinsberg eine repräsentative Panel-Studie mit 1000 Personen durchgeführt, Es werden damit nicht nur die (bisher) getesteten und positiven Fälle bei Infektionsverdacht erfasst, sondern eine repräsentative Stichprobe aus dem gesamten Landkreis. Dies geht deutlich in die Richtung, die ich oben angedeutet habe, auch wenn sie natürlich keinen Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern und schon gar nicht Staaten ermöglicht. Wünschenswert wäre zumindest eine weitere repräsentative Pilotstudie in einem bisher unauffälligen Landkreis und ähnliche Panel-Studien in zwei Städten. Aber man kann nicht alles haben. Die Kritik daran, dass man nicht schon vorher repräsentative Studien durchgeführt hat, teile ich.

Update (3. 4. 2020):

Es ist nun mind. eine weitere Studie geplant, die das Dunkelfeld aufhellen soll, berichtet der Spiegel heute.

Update (6.4.2020):

Ich habe die Grafik von Kevin Drum aktualisiert.
Fortschreibung der vorher genannten Entwicklungen:
a) die Sterberaten in DE bleiben deutlich unter denen von Italien, sie sind auch besser als die Entwicklung in der Schweiz

b) Frankreich und UK liegen nun etwas über der Kurve von Italien, Schweden etwa gleichauf

c) Die USA bleiben bislang unter der Kurve von Italien, scheinen aber "aufzuholen"

d) Spanien zeigt die schlimmste Entwicklung der neun verglichenen Staaten, Canada die beste.

Update (7.4.2020)

Auszug aus einem Thesenpapier von Schrappe u.a. vom 5. April (Aerztezeitung dazu):

These 1.1. Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da
kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen
zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a.
asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist.
1. Die Zahl der täglich beim RKI gemeldeten Fälle wird in hohem Maße durch die
Testverfügbarkeit und Anwendungshäufigkeit beeinflusst.
2. Unter Berücksichtigung dieser anlassbezogenen Teststrategie ist es nicht
sinnvoll, von einer sog. Verdopplungszeit zu sprechen und von dieser Maßzahl
politische Entscheidungen abhängig zu machen.
3. Die Darstellung in exponentiell ansteigenden Kurven der kumulativen Häufigkeit
führt zu einer überzeichneten Wahrnehmung, sie sollte um die Gesamtzahl der
asymptomatischen Träger und Genesenen korrigiert werden.
4. Die Zahl der gemeldeten Fälle an Tag X stellt keine Aussage über die Situation
an diesem Tag dar, sondern bezieht sich auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit.
5. Ungefähr zwei Drittel der Infizierten werden zu diesem Zeitpunkt nicht erfasst.
6. Überlegungen zu populationsbezogenen Stichproben (Nationale Kohorte)
müssen intensiviert werden.

Die These entspricht weitestgehend meiner Kritik oben.

Update (9.4.2020)

Grafik von Kevin Drum aktualisiert.

Aus der Berichterstattung über erste Ergebnisse aus der oben erwähnten Heinsberg-Studie:

Das sind die ersten, aber schon repräsentativen Zwischenergebnisse:

  • Bei 15 Prozent der untersuchten Bewohner Gangelts konnte eine Infektion nachgewiesen werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent.
  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Letalität aktuell laut der Johns-Hopkins-Universität bei 1,98 Prozent - also fünf Mal höher.

An der Pilotstudie, bei der es darum ging mehr über die Dunkelziffer des Virus und Übertragungswege herauszufinden, nahmen Streeck zufolge mehr als 1000 Bewohner teil. Die Untersuchung basierte auf Fragebögen, Rachenabstrichen und Blutentnahmen (zum Test von Antikörpern, die auf eine Immunität hinweisen).

Update (11.4.2020)

Inzwischen wird die Heinsberg-Studie stark kritisiert, zum einen wegen der frühen Veröffentlichung mittels einer Art Medienkampagne, zum anderen wegen (angeblicher) methodischer Fehler zum dritten, weil sie nichts wesentliches aussage über Deutschland insgesamt.

Ich habe im Moment eine ganz andere Kritik, die daran anknüpft, was die Studie als Zwischenergebnis aussagt: Unabhängig davon, ob diese oben geäußerten Kritikpunkte zutreffen, denke ich, dass dieses Zwischenergebnis nicht stützt, zu welcher politischen Aussage es jetzt verwendet wird oder werden soll: Es sind aus diesen Zahlen m.E. keine Argumente für oder gegen "Lockerungen" zu entnehmen. Es lassen sich insbesondere zwei Nachrichten/Botschaften entnehmen, die sich in der Richtung widersprechen.

1. Die - eingeschränkt - gute Nachricht:  Das Virus wäre (wenn die Ergebnisse bestätigt werden können) weniger tödlich als bislang von vielen angenommen. Ob das auch auf die Gefährlichkeit zutrifft, dazu müsste auch noch die Hospitalisierungsrate genannt werden, denn wenn die Erkrankten nur aufgrund besonders guter Kliniken gerettet werden können, dann sagt uns diese Sterberate noch nicht viel über die weltweite Gefährlichkeit im Sinne von schwerer Erkrankung.

2. Die schlechte Nachricht: Selbst in Heinsberg sind erst 15 % der Menschen infiziert. Das bedeutet hochgerechnet, dass in Deutschland wohl weit weniger infiziert sind (1 %?) und das bedeutet wiederum, dass wir noch sehr weit entfernt snd von einer Herdenimmunität, da noch 99 % der Menschen infiziert werden können, wenn wir nicht auf Distanz gehen.

Also: Vorsicht ist geboten, sowohl bei  der Interpretation der Daten als auch bei politischen Konsequenzen.

Update (13.04):

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum nochmal neu eingefügt. Es zeigt sich bei den Sterberaten in DE (bezogen auf die Bevölkerung!) ein hoffnungsvoller "Knick" seitwärts.

Einiges, was ich oben im Beitrag geschrieben habe, sieht auch Prof. Vogt, ein Schweizer Virologe, ähnlich, in einem sehr lesenswerten Beitrag, der insbes. auf die Schweizer, aber auch auf die europäische Reaktion und Situation insgesamt eingeht und die politischen Versäumnisse klar herausstellt, hier:  Quelle: Mittelländische

Update (17.04.):

Habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Die Todesraten und ihr Wachstum unterscheiden sich nun stark. Deutschland und Kanada liegen recht gut - ein  Abflachen der Kurve in Deutschland ist zu erkennen, Schweden und USA sind aber offenbar noch nicht am "Peak" der Sterbezahlen angekommen, auch Frankreich macht keinen sehr hoffnungsvollen Eindruck.

Beachten Sie (neben der Kurvenentwicklung) auch die Sterbefälle pro Million der Bevölkerung.

Mein Monitum, dass Dunkelfeldstudien erforderlich seien, wird inzwischen von fast allen geteilt, auch - reichlich spät, finde ich - vom RKI: Pressemitteilung vom 9. April 2020.

Auch Kollegen von meiner Universität haben sich  in dem Sinne geäußert, wie ich es oben angedeutet habe (Auszug aus der Pressemitteilung, die Hervorhebung stammt von mir):

Peterhammers Studie legt die Vermutung nahe, dass um den 20. März 2020 herum die tatsächlichen Infektionen in Deutschland über die Kapazitäten für positive Tests hinausgewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Verlaufskurve der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eine deutliche Verlangsamung festzustellen. Der Grund für diese Stagnation liege jedoch nicht darin, dass die politischen Maßnahmen gegriffen hätten - ein positiver Effekt durch die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften sowie durch das Social Distancing hätte sich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in den gemeldeten Zahlen niederschlagen können, erläutert Peterhammer. Vielmehr sei es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, die tatsächlichen Neuinfektionen mithilfe der Testmethoden zu erfassen. Laut Studie spiegelten die gemeldeten Infektionen derzeit vermutlich nicht länger die tatsächlichen Fälle wider, sondern lediglich die Nachweiskapazitäten.

Felix Peterhammer spricht sich dafür aus, für die Überprüfung der Maßnahmen groß angelegte Zufallstests in der Bevölkerung durchzuführen - ähnlich wie bei Wahlumfragen könnte das Ergebnis anschließend auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet werden. Verdachtsabhängig sollte nur noch dort getestet werden, wo es medizinisch notwendig und sinnvoll ist, zum Beispiel bei schwer Erkrankten oder bei Klinikpersonal.

Update 20.04.2020:

Kevin Drum hat in seinem Blog die Darstellungsweise verändert. Er will nun zeigen, welche Länder anhand der Todesfallzahlen schon am Höhepunkt (peak) der Kurve angekommen sind bzw. diesen überschritten haben. In seinen Grafiken (unteres Bild) wird ein 6-Tages-"rolling average" verwendet, d.h. es wird jeweils der Durchschnitt der letzten 6 Tage angezeigt, um die Ausschläge täglicher Abweichungen etwas auszugleichen. Zu beachten ist, dass die Grafiken in den Zeilen verschiedene Skalen benutzen.

Um die frühere Aussage weiter zu ermöglichen, habe ich die gemeldeten Todesopferzahlen derselben neun Staaten mit der App "shinyapp" in einem Diagramm vereint (oberes Bild). Hier zeigt sich nun deutlich, wie stark die Staaten sich unterscheiden: Spanien leider außer Konkurrenz hoch, Italien, Frankreich und UK in etwa auf demselben Pfad, die USA, Schweiz und Schweden etwa gleichauf, Deutschland und Canada ebenfalls ungefähr gleichauf mit den niedrigsten Werten.

Bei shinyapp können Sie selbst weitere Grafiken erstellen und beliebige Staaten vergleichen.

 

Update 23.04.2020:

1. In einem Artikel auf der Seite von üben Sozialwissenschaftler unter dem Titel:

"Lockdown im Blindflug Was bei den Corona-Studien derzeit alles falsch läuft"

ebenfalls methodische Kritik an der bisherigen Datenbasis zur Coronakrise und es werden repräsentative Studien gefordert, Zitat:

Die Sozialwissenschaftler Menno Smid von Infas und Prof. Rainer Schnell von der Universität Duisburg-Essen beobachten immer noch eine Fixierung auf die Zahl der Infizierten. Diese sind nicht nur irreführend, weil in jedem Land zu anderen Zeitpunkten der Erkrankung und nach anderen Maßstäben getestet wird. Der Unterschied auf den Anteil der Verstorbenen im Verhältnis zu den Infizierten, erklärt sich daraus. Es handelt sich laut Schnell auch um eine „selbstrekrutierte Stichprobe“ – getestet wird nur wer Symptome zeigt –, die wenig aussagekräftig ist.

Auch die bisherigen repräsentativen Studien wiesen erhebliche methodische Mängel auf. Die geplante Studie in München sei zwar grundsätzlich geeignet, jedoch wird an der Erhebung unter Polizeibegleitung Kritik geübt:

Diese Vorgehensweise sei wohl gewählt worden, um die Unbedenklichkeit und Seriosität zu verstärken. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive entstehe so jedoch ein verfälschender Interviewereffekt, so Schnell. Schließlich ist die Teilnahme freiwillig und mancher Bürger könnte sich von dem Polizeischutz abgeschrecken lassen. Dann ist es aber wiederum nicht mehr zufällig, wer mitmacht.

2. Auf der Seite "coronasoziologie.net"  findet sich ein Artikel der beiden vorgenannten Soziologen, in denen die methodischen Problem noch einmal näher erläutert werden.

3. Ich selbst habe meine Überlegungen noch einmal in einem Interview mit der Pressestelle der Uni Regensburg zusammengefasst. Das Interview ist auf der Homepage der Uni verfügbar.

 

Update 24.04.2020:

1. Ich habe die Grafiken/Diagramme oben aktualisiert, auch wenn es zunehmend Kritik auch an der Zuverlässigkeit der täglichen Sterbezahlmeldungen gibt (siehe dazu 2.).

Die Entwicklung der Daten anhand der vorhandenen Sterbezahlen zeigt die Fortführung der bisherigen "Kurven" bei den neun beobachteten Staaten, mit einer Ausnahme: In Schweden zeigt sich ein stärkerer Zuwachs als in USA und Schweiz. Schweden erhält ja ganz besondere Beachtung, weil dort deutlich weniger  Distanzmaßnahmen behördlich angeordnet wurden als in den anderen europäischen Ländern. 

2. Nach meinem Interview, das auf der Homepage der Universität Regensburg veröffentlicht wurde, erreichte mich die Post eines örtlichen Kollegen aus den Humanwissenschaften, der wesentlich detaillierter ganz ähnliche Kritik an den offiziellen Infektionszahlen formuliert hat. In seinem Aufsatz "The Scenario of a Pandemic Spread of the Coronavirus SARS CoV 2 is Based on a Statistical Fallacy" hat Christof Kuhbandner  (hier die Pre-Print-Publikation, hier ein deutschsprachiger Beitrag auf scilogs, der sich auf die deutsche Situation bezieht) sich intensiv mit den Daten auseinandergesetzt und ebenso wie ich konstatiert er, dass die Infektionszahlen im Wesentlichen das Testgeschehen und nicht das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Zitat:

since the number of conducted coronavirus tests has rapidly increased over time as well, the apparent increase in infections may actually reflect increased testing, rather than a rapid spread of the coronavirus. To examine this issue, data from Austria, Belgium, France, Germany, Italy, and USA were analyzed. In all countries, the rapid increase in reported new infections was largely attributable to the rapid increase in conducted tests. Statistically controlling for the increased amount of testing revealed that the increases in reported infections dramatically overestimate the true increases in every country.

Seine dazu angestellten Überlegungen sind plausibel und entsprechen meiner Vermutung: Die Steigerung der Infektionszahlen ist mehr oder weniger einer zunehmenden Ausschöpfung des Dunkelfelds geschuldet. Da wir die Größe des jeweiligen  Dunkelfelds aber nicht kennen und die Selektionskriterien (für die Durchführung von Tests) sich zeitlich, regional und  international unterscheiden, halte ich eine korrigierte Berechnung der "wahren Infektionszahl" auf Grundlage der positiv Getesteten für weniger überzeugend.

Aber nicht nur das erörtert er in dem Aufsatz. Kuhbandner formuliert auch Kritik an der Todesfallzahlstatistik, denn auch diese sei von der Erhöhung der Testzahl betroffen. Wenn die meisten Erkrankten etwa erst kurz vor dem Tod positiv getestet wurden, werde die tatsächliche Todesursache möglicherweise verdeckt, da das Coronavirus noch gar nicht hätte so lebensgefährlich wirken können. Argument für diese Schlussfolgerung sieht er darin, dass die Todesfallzahlen in den Statistiken gleichzeitig mit den Infektionszahlen ansteigen, obwohl biologisch eine Zeitverzögerung zu erwarten sei. 

Diese Kritik an der zuverlässigen Todesfallstatistik lässt mich natürlich aufhorchen: Wenn sie zuträfe, wäre meine Annahme unzutreffend, dass das "harte Faktum" des Todesfalls die Ausbreitung der Epidemie tendenziell besser reflektiert als die Infektionszahlen. Und noch eine andere Kritik hat mir der Kollege zukommen lassen (scilogs): Die vom RKI täglich gemeldeten Todesfälle stammten ohnehin aus den letzten 14 Tagen, die Mehrheit der gemeldeten Todesfälle sei schon vor mehr als einer Woche eingetreten. Nach seiner Berechnung sei daher der "Peak" der Sterbefälle schon so früh zu verorten (Anfang April), dass die Mitte März ergriffenen Distanzmaßnahmen und Schulschließungen diesen Rückgang gar nicht erklären könnten.

Hierzu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, auch wenn ich den Einwand der (möglicherweise auch international stark abweichenden) Meldeverzögerung ad hoc nicht zurückweisen kann.

Update 28.04.:

Die beiden Grafiken habe ich aktualisiert. Inzwischen ist zu erkennen, dass sich Schweden deutlich von den beiden Staaten USA und Schweiz, mit denen es bislang in etwa auf gleicher Höhe lag, nach oben absetzt. In allen Staaten (außer Canada) zeigt sich inzwischen ein Rückgang der Todesfälle bzw. eine Plateaubildung (Schweden). Canada hat Deutschland inzwischen eingeholt bzw. überholt. Von den neun verglichenen Staaten hat Deutschland die Krise (bezgl. der Todesraten) bislang am besten bewältigt. Ob es an den Maßnahmen liegt oder schlicht am bisherigen Glück, lässt sich kaum ermessen. Die meisten anderen Staaten haben ja ähnliche oder sogar schärfere Maßnahmen ergriffen.

In einem Artikel in der Taz wird angesichts der Übersterblichkeitsstatistiken in einigen europäischen Staaten vermutet, dass das Virus schon viel mehr Todesfälle verursacht hat als bislang bekannt. Ich habe die zugrundeliegenden Statistiken aus der New York Times oben eingefügt.

Hinsichtlich der tatsächlichen Infektionszahlen und damit auch der tatsächlichen Sterblichkeit des Virus (IFR) wissen wir bislang mangels repräsentativer Studien immer noch nicht viel.

Update 30.04.:

Die Grafiken habe ich erneut aktualisiert. Nun ist auch Schweden (endlich!) "über den Berg", was die täglichen Todeszahlen angeht. Es bleibt aber dabei, dass der von manchen als so erfolgreich angesehene "schwedische Weg" (ob durch Pech oder durch unkluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) bislang deutlich mehr Opfer gekostet hat als in den Nachbarländern und auch als in Deutschland. Canada hat nun (auf Bevölkerung berechnet) ebenfalls recht eindeutig Deutschland überholt. Falls es nicht zu einer "zweiten Welle" kommt, ist Deutschland dann (durch Glück oder durch kluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) in diesem Neun-Nationen-Vergleich am besten davon gekommen. Natürlich gibt es jetzt Viele, die meinen, sie hätten schon immer gewusst, dass ein Lockdown gar nicht nötig sei, weil das Virus ja gar nicht soo gefährlich gewesen sei. Ja, hinterher kann man das immer behaupten. Auch das ist aus der Kriminologie bekannt: Erfolgreiche Prävention lässt sich schwer nachweisen und wird auch selten gelobt.

Hier ein aktuelles Interview, das ich der Bayerischen Staatszeitung gegeben habe: Interview vom 28.04..

Update 6.5.2020:

Ich habe das mit shinyapps erstellte Diagramm sowie das von Kevin Drum aktualisiert. Es ist nun erkennbar, dass die (tägl.) Todeszahlen in Spanien, Frankreich, Italien, UK, Schweiz,  Deutschland und (eingeschränkt) Schweden mittlerweile deutlich rückläufig sind. In  Canada und USA zeigt sich zwar auch eine gewisse "Plateaubildung", aber noch kein so deutlicher Rückgang (Diagramme von Kevin Drum). In den kumulierten Todeszahlen (pro Bevölkerungseinheit) bis heute steht Deutschland unter den neun verglichenen Staaten am besten da, auch Canada hat inzwischen deutlich mehr Tote (auf Bevölkerungsgröße berechnet) zu beklagen (shinyapps-Diagramm)

Da jetzt in allen Staaten gewisse "Lockerungen" der vorher unterschiedlich massiven Einschränkungen vorgesehen sind, wird sich wohl über kurz oder lang der bislang eigenwillige "schwedische Weg" überall durchsetzen. Ob und wie sich das auf die Sterberaten auswirkt, muss dann beobachtet werden. Wegen der immer noch deutlich unterschiedlichen Testkriterien (wer, wann und wo wird getestet) halte ich die Todesraten immer noch für einen besseren Vergleichsmaßstab. Aber auch hier ist weiterhin wegen der unterschiedlichen Zuordnung eines Todesfalls zur Ursache "COVID-19" Vorsicht geboten. Auch wenn inzwischen zeitlich etwas überholt, lasse ich auch die Statistiken zur Übersterblichkeit aus der New York Times noch stehen.

Meine Interpretation, dass es nach wie vor - trotz vorhandener Testkapazitäten für repräsentative Stichprobentests - selektive (und nicht unbedingt überall gleich ausgeführte) Testkriterien sind, die zu einem Test führen, die das wirkliche Infektionsgeschehen nicht wiedergibt, wird vom RKI aktuell bestätigt (Quelle: Tagesschau):

Das Robert Koch-Institut teilte vergangene Woche auf Anfrage mit, nicht unmittelbar in die Testungen involviert zu sein. Es lege lediglich die Kriterien fest, bei denen Ärzte einen Corona-Test vornehmen sollen. Bisher war die Linie, dass nur Personen getestet werden sollen, die grippeähnliche Symptome haben und gleichzeitig Kontakt zu einem Infizierten hatten. Von dieser Linie ist das RKI inzwischen abgewichen. Jetzt sollen auch Patienten "bei kleinsten Symptomen" getestet werden, wie Wieler auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Gleichzeitig hält das RKI aber an einem "strategischen Testen" fest, da ein wahlloses Testen wenig bringe. Zu einem strategischen Testen gehöre es aber auch, gezielt in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern zu testen, so Wieler.

Anmerkung: Was viele empirisch forschende Wissenschaftler fordern, ist natürlich kein "wahlloses" Testen, sondern Studien an Stichproben, die insgesamt ein repräsentatives Bild des Infektionsgeschehens in Deutschland ergeben, also nicht nur Gangelt oder München abbilden. 

Hier noch ein Zitat des Bloggers Kevin Drum, der auf einen Vergleich der Infektionszahlen der US-Bundesstaaten diese Antwort findet:

 I continue to think this is probably highly misleading since different states have vastly different testing regimes. If, say, New York is testing 1 percent of its population and Florida is testing 0.1 percent, then New York will overwhelm the total regardless of who’s going up and who’s going down. Likewise, as testing becomes more widespread, looking at cases over time becomes unreliable even within a single state. The case rate can look like it’s skyrocketing just because we’re testing far more people.

Update 8.5.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert (Datenstand 6.5./7.5.).

Zu erkennen ist nun, dass die Todeszahlen in UK trotz Verlangsamung des Zuwachses über die von Italien hinaus gehen, und die Zuwächse in Schweden, Kanada und USA nur zögerlich bzw. nicht stabil nach unten gehen. Deutschland steht weiterhin unter den neun verglichenen Staaten ziemlich gut da, die täglichen Todesfälle durch corona sind auf ein recht niedriges Niveau gesunken, tödliche Infektionen sind also in Deutschland vergleichsweise selten geworden. Man kann das m.E. durchaus den Maßnahmen zuschreiben, wobei unklar ist, welche Maßnahmen genau den Effekt ausgelöst haben, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Maßnahmen hat und wie hoch daneben der Anteil von "Glück" bzw. "Pech" ist, also welche Rolle auch der Zufall spielt (etwa ob wegen ihrer Alters- und Gesundheitsstruktur besonders vulnerable Gegenden oder Institutionen betroffen sind oder nicht).

Erfreulicherweise ist jetzt von örtlichen Kolleg-inn-en eine weitere repräsentative Studie geplant, die im Landkreis Tirschenreuth stattfinden wird. In Bayern würden dann immerhin zwei solche Studien durchgeführt werden, neben der Metropolenstudie in München auch eine in der dünner besiedelten Oberpfalz.

Update 09.05.2020

1. Gingen die Infektionszahlen schon zurück, bevor die Maßnahmen greifen konnten?

Schon oben (Update vom 24.04.) habe ich auch die Thesen meines Regensburger Kollegen Kuhbandner diskutiert. Ich stimme ihm zu (bzw. er mir), dass die Infektionszahlen selbst nicht zur Einschätzung der wahren Lage taugen: Je mehr man testet, desto mehr findet man, soweit unser übereinstimmednes Fazit. Er hat dazu in seinem Artikel auf Telepolis (25.04.) ein anderes Beispiel gebracht, das aber auch sehr anschaulich ist: Bei einer bestimmten Anzahl  im Garten versteckter Ostereier, werden umso mehr gefunden, je mehr Zeit man den Suchenden einräumt. Es wäre unsinnig, aus der gefundenen Anzahl auf die tatsächliche Anzahl der versteckten Eier zu schließen. Wenn man jeden Tag mehr Zeit einräumt und mehr Eier findet, folgt daraus nicht, dass jeden Tag mehr Eier versteckt gewesen seien.

Kuhbandner versucht dann in einem weiteren Schritt aus der Testanzahl auf die wahre Steigerung der Infektionszahlen (im Dunkelfeld) zu schließen, und kommt zum Ergebnis, die tatsächlichen Infektionszahlen seien schon rückläufig gewesen, bevor die Maßnahmen überhaupt greifen konnten. Und da folge ich ihm nicht mehr: Das Dunkelfeld hat seinen Namen nicht umsonst. Es ist eben dunkel. Und aus meiner kriminologischen Erfahrung weiß ich, dass Schlussfolgerungen aus dem Hell- auf das Dunkelfeld methodisch höchst problematisch sind, auch wenn man versucht, die Verzerrungen des Hellfelds irgendwie in den Griff zu bekommen. Man ist dann nämlich darauf angewiesen, dass diese Verzerrungen (hier: Testkriterien und deren Anwendung) gleichförmig bleiben, so dass man sie statistisch auch über einen längeren Zeitraum hinweg herausrechnen kann.  Das weiß auch Kuhbandner und er versucht diese Gleichförmigkeit der Testkriterien zu reklamieren, doch hat er meines Erachtens dabei dreierlei verkannt:

a) Zwar mag das RKI die immer gleichen Selektionskriterien anwenden WOLLEN, wann wer getestet wird, aber ob dies (insbesondere bei Ausweitung der Testkapazitäten) tatsächlich in derselben Strenge eingehalten wird, erscheint mir sehr fraglich. Die Kapazitäten sind regional unterschiedlich und selbstverständlich wird das Signal ("wir sind knapp" oder "wir haben ausreichend Kapazitäten") von den Ärzten, die einen Test vor Ort vornehmen, so verstanden, dass sie ihr Ermessen, wann hinreichend Symptome vorliegen, entsprechend steuern sollen und dies auch können. Vergleich zur Kriminologie: Auch unter den bundesweit gleichen Kriterien für einen Anfangsverdacht finden wir deutlich unterschiedliche Praxen des polizeilichen Vorgehens zwischen versch. Bundesländern und erhebliche Stadt/Land-Unterschiede, ganz zu schweigen von örtlichen Unterschieden, sogar im selben Landkreis.

b) Anders als Kuhbandner annimmt, haben sich die Kriterien, wann wer wo getestet wird, auch aus Sicht des RKI gewandelt. Insbesondere werden inzw. auch sehr viele Menschen getestet, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko tragen, ganz ohne Symptome.

c) Symptome werden nicht von Überwachungsgeräten, Robotern, Drohnen oder ähnlichem festgestellt, sondern von den betroffenen Menschen selbst. D.h. es hängt sowohl das Meldedatum als auch die Meldung überhaupt davon ab, ob jemand die Symptome bei sich selbst als Corona-verdächtig einschätzt, ob er einen schnellen Draht zu seinem Hausarzt hat, ob er seine Familie und Kollegen damit behelligen möchte etc., insgesamt von vielen Faktoren, die wir aus der Kriminologie als "Anzeigebereitschaft" kennen und die individuell sehr verschieden sein können (und damit meine ich wörtlich SEHR). Ich würde vermuten, dass zumindest zu Beginn die Angst Viele dazu getrieben hat, schon bei leichtem Husten ihren Hausarzt zu nerven mit Testforderung. Mit Symptomen, die früher niemanden überhaupt zum Arztbesuch gebracht hätten. Inzwischen aber mag diese Sorge bei Vielen einer anderen gewichen sein (ich müsste dann in Quarantäne, kann ich mir das leisten, meiner Familie zumuten?).

d) Es werden nicht nur anzeigebereite  Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch - in unterschiedlichem Maße - Kontaktpersonen derselben. Und das bedeutet, auch hier hängt es stark davon ab, wie viele solcher Kontaktpersonen jemand hat und an wie viele er sich erinnert. Auch das ist nicht irgendwie vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe. Die Rate zwischen symptomatisch Infizierten und ihren Kontaktpersonen kann sogar erheblich von Woche zu Woche verschieden ausfallen.

Soweit meine Einwände. Aus den methodisch unrichtig ermittelten Infektionsdaten kann man mE nicht korrektere Daten errechnen. Es KANN so sein wie Kuhbandner schließt, es kann aber auch ganz ANDERS sein.

2. Noch ein paar Bemerkungen  zur Kritik an den Maßnahmen und  an der politischen Bewältigung der Krisensituation überhaupt:

Dass es keine  Tests an repräsentativen Stichproben gibt, habe ich im obigen Beitrag seit dem 29. März angemahnt. Inzwischen gibt es einige wenige solcher Studien, die nun auch von immer mehr Wissenschaftlern gefordert werden.

Und ich habe hier einige andere wissenschaftliche Kritik zitiert und besprochen, soweit ich meinte, dass diese etwas beitragen können mit ihren Erkenntnissen. Aber ich weiß, ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, noch bin ich politischer Entscheidungsträger. 

Zur BILD-Schlagzeile:  Deutschlands "klügste Corona-Experten": Was ich überhaupt nicht ernstnehmen kann, ist die klugscheißerische Art, mit der selbsternannte Experten, die selbst nicht im geringsten in der Position sind, für Tote verantwortlich gemacht zu werden, NACH den Maßnahmen deren Überflüssigkeit konstatieren oder so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst und sich dafür von der BILD-Zeitung oder von Reichsbürger-YouTube-Sendern feiern lassen. Das ist für einen Wissenschaftler (gleich welchen Fachgebiets) unverantwortlich und peinlich.

Update 11.05.2020

Die Regionalisierung der Gegenmaßnahmen und deren Orientierung an 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner ist theoretisch eine gute Idee, doch hinkt die praktische Umsetzung an mehreren Stellen:

a) die gemessenen Infektionszahlen (also "positiv Getestete"), an denen sich die Gegenmaßnahmen orientieren sollen, sind - wie schon oben ausgeführt - keine empirisch zuverlässigen Daten. Zudem ergibt sich insbesondere bei Menschen, die in einem Landkreis wohnen, in einem anderen (oder in einer Stadt) arbeiten, ein Zuordnungsproblem. Eigentlich müsste solch eine positiv getestete Person zweimal gezählt werden.

b) da die Landkreise sicherlich nicht interessiert sind daran, dass gerade ihr Landkreis und die darin befindlichen Firmen/Restaurants/Hotels betroffen sind von erneuten Schließungen, wird niemand dort auf eine häufigere Verdachtstestung achten, eher im Gegenteil: die Leute werden eher nicht ermuntert sich testen zu lassen, quasi ein "nudge" in die falsche Richtung, weil zu viele positiv Getestete im Landkreis "bestraft" werden.
Auch das kennen wir in der Kriminologie: Man braucht es den Bürgern nur ein bisschen schwerer zu machen, ihre Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, schon werden weniger Delikte angezeigt.

c) Der Hauptunterschied (Bevölkerungsdichte) zwischen Stadt und Land bleibt unberücksichtigt. Für Städte mit ihrem sehr beweglichen Bevölkerungen (man denke nur an den öffentl. Nahverkehr) ist daher das Maß 50 pro 100.000 möglicherweise zu hoch angesetzt, um durch Gegenmaßnahmen einen größeren Ausbruch noch zu verhindern.

Allerdings ist auch die Reproduktionszahl (für ganz Deutschland) kein besserer Maßstab, denn damit werden regional sehr hohe Verbreitungszahlen ausgeglichen durch niedrigere anderswo. Und die Reproduktionszahl beruht ebenfalls auf den positiv Getesteten und eben nicht auf den tatsächlichen Infektionszahlen. Immer wieder muss darauf hingewiesen werden: Die Erhebung dieser Daten entspricht NICHT den anerkannten Methoden empirischer Forschung.

Zu den Schlachthöfen: Wie oben schon zitiert: In den USA sind bereits 115 Fleischfabriken von Ausbrüchen betroffen (Quelle). Es ist nicht anzunehmen, dass dort Rumänen und Bulgaren beschäftigt sind. Es spricht mehr dafür, dass es nicht die "Reservearmee" ist, sondern die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter tätig sind, die eine Infektion begünstigen. Man muss hier vorsichtig sein, nicht fremdenfeindlichen Klischees Vorschub zu leisten.

Eine andere Form spezifischer Schutzmaßnahmen anhand des individuellen Risikos schlagen Schrappe et al. vor, hier (researchgate-Link). Ich möchte dies hier verbreiten, weil Schrappe et. al. (u.a. auch der Rechtsmediziner Püschel) vom selben argumentativen Ausgangspunkt wie ich aus einen anderen Weg einschlagen.

Update 19.05.2020

Ich habe die Diagramme zum Vergleich von neun Staaten hinsichtl. ihrer Todesrate wieder aktualisiert.

Mittlerweile ist deutlich, dass Schweden sich bezüglich der Häufigkeit der Todesfolge den französischen Ergebnissen  annähert und UK denen von Spanien. Schweden hat, auf die Bevölkerung berechnet, mittlerweile etwa viermal so viele Sterbefälle zu beklagen wie Deutschland und die Schere geht weiter auseinander. Ob sich dies bis zum Ende der Pandemie in einigen Jahren wieder ausgleicht, wie manche annehmen, halte ich für fragwürdig. Trotz aller Unsicherheit würde ich feststellen, dass sich Schweden im Moment NICHT eignet als Modell, wie mit dem Virus umgegangen werden sollte. Allerdings nähern sich die europäischen Staaten (einschl. Deutschland) ja nun derzeit dem schwedischen Modell an. 

Auch in der Übersicht von Kevin Drum zeigt sich, dass sich Schweden, neben USA und Canada, auch bei der Reduzierung der tägl. Todesfälle bislang deutlich schwerer tut als die anderen sechs Staaten im Vergleich.

Die Frage, ob die verschieden starken Maßnahmen (Schulschließung, Versammlungsverbote, Restaurantschließung, private Quarantäne) Erfolge bringen, steht nun im Mittelpunkt erster Forschungsprojekte. Eine erste Veröffentlichung in den USA besagt, dass vor allem die Restaurantschließungen und die Privatquarantäne ("shelter-in-place") effektiv gewesen seien, Schulschließungen aber nicht! Das sind erste Zahlen, die sicherlich noch mit etlichen Fragezeichen verbunden sind. Aber wenn sich dies bestätigt, könnte das ein gutes Signal geben für Schulöffnungen auch in Europa.

Jetzt erst entdeckt, aber seine Kritik geht in eine ganz ähnliche Richtung wie ich sie oben formuliert habe: David Spiegelhalter (Statistiker, UK) im Interview.

Update 25.05.

Die Kurven von Kevin Drum habe ich neu hochgeladen, die Daten bei shinyapps werden leider seit dem 14. Mai nicht mehr aktualisiert, so dass sie auf diesem Stand verblieben sind.

Alle neun betrachteten Staaten sind bei den täglichen Todesziffern nunmehr weit unter ihrem jeweiligen Höchststand, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Von den Gesamtzahlen liegt die Rate in diesem neun-Staaten-Vergleich in DE bei 100 pro Million der Bevölkerungszahl. Aufsteigend von hier aus sind es in CA mittlerweile 170/Million, in CH 224/Million, in den USA 295/Million, in SWE 399/Million, in FRA 421/Million, in Italien 546/Million, in UK 557/Million und in ESP  610 pro Million der Bevölkerung. Während sich in Deutschland wahrscheinlich keine Übersterblichkeit im Vergleich zu vergangenen Jahren ergibt, wird sich COVID-19 ab der dreifachen Todeszahl auch in der Jahresstatistik der Sterbefälle deutlich zeigen.

Der relative bisherige "Erfolg" in Deutschland beim Umgang mit dem Virus kann zu einem guten Teil auf glücklichem Zufall beruhen, aber sehr wahrscheinlich haben auch die Maßnahmen zur Kurvenverflachung gewirkt. Die Gegenargumente, die ich dazu bisher gelesen habe, sind wenig plausibel. Welche von diesen Distanz-Maßnahmen geeigneter waren und welche eher überflüssig oder übertrieben, wird man allerdings - wenn überhaupt - erst später genau ermitteln können. Dass diese Maßnahmen auch Kollateralschäden haben, v.a. wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche, kann nicht bestritten werden. Dass diese "tödlicher" seien als das Virus selbst, erscheint mir aber derzeit wenig glaubhaft.

Eine von Epidemiologen/Virologen anfangs als sehr wichtig eingestufte Maßnahme, die Komplettschließung von Schulen und Kindergärten, gerät allerdings zunehmend in die Kritik. Die Infektion selbst ist für Kinder und Jugendliche wenig gefährlich und die Auswirkungen der befürchteten Verbreitung auf andere Familienmitglieder, insbesondere Großeltern, lässt sich möglicherweise mit anderen Maßnahmen verhindern. So jedenfalls die mittlerweile mehrfach publizierte Auffassung, wie - ebenfalls - Kevin Drum zusammenstellt. Leider wurde ausgerechnet in Schweden(!) die Chance versäumt, das Realexperiment (geöffnete Schulen) zu studieren. Wenn man dort geforscht hätte, wüssten wir jetzt alle mehr.

Update 29.05.

Die neuen Diagramme bei Kevin Drum zeigen, dass hinsichtlich der Todeszahlen die (mglw. nur erste, hoffentlich zugleich letzte) Welle der Pandemie in mehreren der neun Staaten vorüber ist, nämlich in Deutschland, Frankreich und Italien. Spanien und die Schweiz werden von Drum nicht mehr aufgeführt, gehören aber ebenfalls dazu.

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei"  in Schweden, UK, USA und Kanada. Schweden hat nun berechnet auf die Bevölkerungszahl ebenso viele Tote wie Frankreich und wird womöglich noch die italienischen Zahlen erreichen, das ist besonders bitter für den "schwedischen Weg", der von manchen auch für Deutschland vorgeschlagen wurde. Wie schon mehrfach gesagt: Es war sicherlich auch Glück bzw. Pech dabei, aber die in Deutschland (noch gerade rechtzeitig) ergriffenen Maßnahmen haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Anteil daran, dass es hierzulande bisher glimpflich ausgegangen ist.

In den beiden neu hinzugenommenen Staaten Brasilien und Kolumbien steht die Welle (bei den Todesfällen) offenbar noch bevor.

Update 05.06.

1. Dunkelfeldtestung in New York City

Eine Dunkelfeldstudie in New York (Zufallsstichproben von 15.000 Personen an Supermärkten) mit COVID19-Antikörpertests zeigt, dass die Infektionsrate in New York State bei ca. 12% der Bevölkerung liegt, in New York City bei 20 %, d.h.  etwa 10mal so hoch wie die Zahl der positiv Getesteten. Anhand der ebenfalls verfügbaren Exzess-Todesfälle in New York City (23.000) haben die Forscher daraus eine IFR (Infection Fatality Rate) von 1,4 % ermittelt, also ca. 1,4 % der Infizierten erkrankten mit tödlichem Ausgang. Da hinsichtlich der Zahlen eine gewisse Unsicherheit anzunehmen ist (z.B., dass die Exzess-Todesfälle nicht nur COVID19 Infizierte betreffen), wird man für NYC aber wohl von einer tatsächlichen IFR zwischen 1 und 2 % ausgehen können. Berücksichtigt man nur die "offizielle" Todesziffer in NYC (13.000) läge die IFR bei 0,75 %.

2. Stand der "Welle" der Sterbezahlen in den verglichenen Staaten

Anhand der wiederum aktualisierten Grafiken von Kevin Drum lässt sich sagen: Der Eindruck von letzter Woche setzt sich fort:

Die Staaten Italien, Frankreich und Deutschland  haben im Hinblick auf die täglichen Sterbezahlen die Welle der Pandemie "überstanden" (tägl. nur noch 2 oder weniger pro Million der Bevölkerung), bei den absoluten Zahlen steht DE mit 100 pro Million in diesem Vergleich ziemlich gut da, Italien und Frankreich hat es aufgrund der viel höheren Sterbezahlen im März und April mit  560 und 433 pro Million viel härter getroffen, aber auch dort sind die täglichen Sterbezahlen inzwischen auf ziemlich niedrigem Niveau.

Offenkundig noch nicht vorbei ist die Welle in Staaten, die auch aktuell noch relativ hohe tägliche Sterbeziffern aufweisen:

Schweden (ca. 4 pro Million tägl. hat bei den abs. Zahlen mit 450 pro Million inzwischen auch Frankreich überholt)

Kanada (ca. 3 pro Million tägl, liegt absolut inzwischen bei 200 pro Million),

UK (ca. 5 pro Million tägl., inzwischen absolut mit 600 pro Million deutlich mehr als Italien!) und

USA (ca. 3 pro Million tägl., liegt absolut bei 325 pro Million)

Trotz der schwierigeren Ausgangsbedingungen sieht es momentan so aus, als ob es auch in Brasilien und Kolumbien gelingen könnte, die Sterbezahlen gering zu halten.

Update 08.06.2020

1. Dunkelfeld-Panel-Studie in Lübeck

Die Elisa Studie in Lübeck hat nun erste Ergebnisse publik gemacht: 

Von den 3000 Probanden, die sich seit Beginn der Lockerungen immer wieder testen ließen, ist niemand positiv getestet worden, berichtet der NDR. Schlussfolgerung: Lockerungen einschl. Öffnung von Schulen und KiTas seien in Schleswig Holstein nun angezeigt.

2. Ein detaillierter Bericht von Robert Werner im Blog regensburg digital betrachtet die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Immerhin die Hälfte (europaweit wohl noch mehr) der Corona-Sterbefälle seien in diesen vorgekommen. Die genauere Untersuchung und der Schutz der Menschen seien hier sträflich vernachlässigt worden.

 

Update 11.06.2020

1. Maskenpflicht sinnvoll oder überflüssig bis schädlich?

Während hierzulande insbesondere der Virologe Streeck die Maskenpflicht kritisiert, weil die Menschen oft falsch und unhygienisch mit der Maske umgingen

Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.

, wird die Maskenpflicht von einer in Jena durchgeführten Studie  und einer anderen auf dem Schiff USS Theodore Roosevelt , als sinnvoll ausgewiesen:

Mask use is the most effective countermeasure by far, followed by social distancing and avoiding common areas.

M.E. ist auch der psychologische Effekt der Maske nicht zu unterschätzen. Sie signalisiert anderen, das Virus ist noch da!

2. Vergleichszahlen von neun Staaten: Immer noch Sorgen in vier Staaten

Die Daten vom 9.6. in den Diagrammen von Kevin Drum. Brasilien hat er durch Argentinien ersetzt, wo aber - angesichts der Todesraten - das Virus offenbar noch ganz am Anfang ist oder durch Distanzmaßnahmen bereits in seiner Gefährlichkeit eingehegt werden konnte. Mexiko hingegen hat bei noch stark steigenden Todeszahlen  Deutschland in den absoluten Zahlen bereits überholt. Immer noch sorgenvoll kann man nach UK, Kanada, Schweden und USA blicken, denn nach wie vor werden von dort höhere Sterbeziffern gemeldet. 

Update 15.06.2020

1. Die Diagramme von Kevin Drum (Datenstand 13.06.) zeigen wenig Neuigkeiten. Nach wie vor registrieren die vier schon oben genannten Staaten (USA, UK, SWE und CAN) täglich einige Tote. Inzwischen ist auch der Datenstand von shinyapps wieder aktualisiert und zeigt die Todesfälle pro 100.000 Bevölkerung der (usprünglichen) neun Staaten im direkten Vergleich. Auch hieran lässt sich an den weiter steigenden Todeszahlen der Unterschied zwischen den fünf Staaten, bei denen kaum noch Todesfälle registriert werden und den o.g., bei denen dies weiterhin der Fall ist, gut erkennen.

2. Die Diskussion darum, ob die Maßnahmen ("Lockdown") übertrieben waren bzw. sind, reißt indessen nicht ab. Ich empfehle dazu folgende (kostenfreie) Lektüren:

a)  Coronavirus: Should We Aim for Herd Immunity Like Sweden?

And What Can Countries like the US or Netherlands Learn from It? von Tomas Pueyo (9. Juni)

b) The Effect of Stay-at-Home Orders on COVID-19 Cases and Fatalities in the United
States von Fowler/Hill/Levin/Obradovich (13. April)

 

Update 19.06.2020

Die Neuinfektionen v.a. in einem Schlachtbetrieb zeigen, dass das Virus auch in Deutschland längst nicht verschwunden ist und soziale Distanz weiterhin sinnvoll ist. Für die Verbreitung gerade dort sind wohl in erster Linie die geringen Temperaturen, die nicht ausreichende Lüftung, die Enge und die wegen der Maschinen notwendig  laute Kommunikation verantwortlich, in zweiter Linie die beengte Wohnsituation der dort arbeitenden Menschen. Da das Virus keine Grenzen oder Nationalitäten kennt, ist die Aussage, dass es deren Herkunft sei, schlicht vorurteilsbehaftete Fremdenfeindlichkeit, die im Falle von Politikern von eigenen Fehlern ablenken soll.

Hinsichtlich der täglichen Todesziffern ist es mit Blick auf die Diagramme insbesondere in Schweden nach wie vor nicht gelungen, diese auf ein Mindestmaß zu verringern; inzwischen sind die Zahlen bezogen auf die Bevölkerung dort etwa fünf Mal so hoch wie in Deutschland und nähern sich den Todesziffern in Italien.

Während sie in USA ebenfalls noch nicht beruhigend niedrig sind, erscheinen die Aussichten jetzt in Kanada und UK etwas besser als vor ein paar Tagen.

Bislang hat sich die Strategie "Hammer and Dance", also mehrwöchige Schließungen ("Lockdown") mit erzwungener Distanz zur Ausbremsung der Infektion mit anschließender Nachverfolgung und Kontrolle konkreter Ausbrüche in den meisten Weltregionen als einigermaßen erfolgreich gezeigt.

Update (22.06.2020):

1. Schweden weiterhin hintendran

Die Diagramme oben habe ich aktualisiert. Inzwischen liegen von den sieben Staaten, die von Anfang an von Kevin Drum beobachtet wurden, beim Tagesdurchschnitt der Sterbezahlen alle unter dem Wert von zwei pro Million, mit einer Ausnahme: Schweden. Das ist eine traurige Nachricht für die nach wie vor betroffene Bevölkerung Schwedens und auch eine bittere Nachricht für diejenigen, die meinten, Schweden könne eine Art Vorbildrolle einnehmen für einen weniger beeinträchtigenden Umgang mit der Pandemie.

2. Warum schneidet Deutschland so gut ab?

Kevin Drum hat vor einigen Tagen in seinem Blog auch diese Frage gestellt:

Does anyone know of a really good article that explains the German miracle? Did they adopt different countermeasures than, say, France and Belgium? Did they adopt them earlier? Did everyone in Germany take them more seriously? Or what? It’s not just that they’ve had the best response to the pandemic; they’ve had the best response by light years among large countries. There are other countries that have also done well (Denmark, Norway, Austria, Greece, Switzerland), but they’re all a fraction of the size of Germany.

In der Kommentarspalte dort finden sich einige interessante Bemerkungen (aus der Außenperspektive auf Deutschland) und auch einige Links auf spannende Einschätzungen, z.B. diese hier. Manche machen die "ruhige Hand" der Bundeskanzlerin verantwortlich, andere das den Deutschen eigentümliche Vertrauen in Autoritäten und allg. Gehorsam (etwa bei der Maskenpflicht). Ich denke, es war  neben der Rechtzeitigkeit der Distanzmaßnahmen das  relativ effektive Tracing von Kontaktpersonen und Glück. Ja, Glück war auch dabei.

 

Update (30.06.2020)

Bei den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum zeigt sich jetzt, dass  Kanada auch nur noch ein Minimum an neuen Todesfällen (pro Million der Bevölkerung) registriert. Weiterhin stagnieren aber die USA, UK und SWE bei ca. zwei Toten pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Bayerns Ministerpräsident hat jetzt angekündigt, dass sich demnächst jede/r freiwillig testen lassen kann, also unabhängig von Symptomen. Dass nach wie vor - trotz der vorhandenen Kapazitäten - kein repräsentatives Panel in regelmäßigen Abständen getestet wird, halte ich für sehr fragwürdig.

Von der Münchener Dunkelfeldstudie, die Mitte Juni Ergebnisse vorlegen sollte, ist immer noch nichts zu hören.

Update 2.7.2020

Eine Diskussion in den Kommentaren aufgreifend:

Ich habe oben in meinem Ausgangsbeitrag angeführt, warum sich die Infektionszahlen für Vergleiche nicht eignen. Daran halte ich nach wie vor fest. Bei dem Problem mit diesen Zahlen geht es zwar AUCH um die Anzahl der Tests, aber das ist keineswegs der einzige Grund, warum diese Vergleiche nicht sinnvoll sind, noch weniger natürlich, wenn man sich daran macht, bei diesen Werten auch noch Wachstumsraten auf vier Stellen hinter dem Komma zu berechnen.

Auch wenn man die unterschiedliche Anzahl der Tests kontrolliert, kann das keine sinnvollen Vergleiche ergeben, denn es kommt ebenso sehr darauf an, WER und WO getestet wird, also welche Verdachtsmomente/Symptome im jeweiligen Land einen Test auslösen. Hier gibt es starke Unterschiede sogar innerhalb einer Region oder eines Staates, die zu Verzerrungen der Ergebnisse im Zeitverlauf führen, erst Recht beim Vergleich zwischen Staaten. Dabei ist insbesondere auch die Dynamik zu berücksichtigen, mit der die Testkapazitäten ausgebaut und gesteuert wurden und werden.

Ich habe im obigen Beitrag dann begründet, warum die Anzahl der Todesfälle (pro Bevölkerungseinheit in einem Land) ein besseres Maß für die relative Betroffenheit durch das Virus ist. Auch hier gibt es natürlich einen Einfluss der Tests, aber bei den schwereren Fällen von COVID19 ist die Verzerrung geringer als im Feld insgesamt.

Natürlich kann man jetzt daran gehen und auch die Todeszahlen mit der Anzahl der Tests im jeweiligen Land in Beziehung setzen, die unterschiedliche Anzahl der Tests also "kontrollieren". Das ist zwar insofern nicht zwingend, weil die Anzahl der (positiv getesteten und dann) Verstorbenen weitgehend unabhängig davon ist, wie viele aus der gesunden Bevölkerung man außerdem  gestestet hat, aber sei es drum, hier die Reihe. 

Verglichen werden Deutschland, seine neun Nachbarländer  und sechs weitere westl. Staaten mit vergleichbarer Infrastruktur
geordnet nach Todesfälle pro Million (TpM), die folgende Zahl ist gebildet aus den TpM unter Kontrolle der Testanzahl pro Million, die Zahl in Klammern zeigt die "Rangordnung" nach Berücksichtigung der Testhäufigkeit. Die Rohdaten stammen vom Worldometer heute:

  1. Tschechien 33 TpM, 0,63 (3.)
  2. Polen 39 TpM, 0,95 (4.)
  3. Österreich 78 TpM, 1,11 (5.)
  4. Dänemark 105 TpM, 0,56 (1.)
  5. Deutschland 108 TpM, 1,54 (6.)
  6. Luxemburg 176 TpM, 0,57 (2.)
  7. Schweiz 227 TpM, 3,28 (8.)
  8. Kanada 228 TpM, 3,12 (7.)
  9. Niederlande 357 TpM, 9,91 (14.)
  10. USA 395 TpM, 3,76 (9.)
  11. Frankreich 457 TpM, 21,76 (16.)
  12. Schweden 532 TpM, 10,43 (15.)
  13. Italien 575 TpM, 6,38 (12.)
  14. Spanien 607 TpM, 5,18 (11.)
  15. Großbritannien 647 TpM, 4,55 (10.)
  16. Belgien 842 TpM, 7,79 (13.)

 

 

 

 

 

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1813 Kommentare

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Vor allem junge Leute    108 Verstöße gegen Corona-Regeln am Wochenende

Erstellt 01.06.2020

https://www.koeln.de/koeln/nachrichten/lokales/108-verstoesse-gegen-corona-regeln-am-wochenende-in-koeln_1149027.html

Corona-Ausbruch in Göttingen: Jetzt schon 68 Infizierte

Stand: 01.06.2020 22:50 Uhr

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Corona-Ausbruch-Goettingen-Jetzt-schon-68-Infizierte,corona3282.html

Corona-Konjunkturpaket Der Sparer, der Großzügige - und Söder

Stand: 02.06.2020 02:18 Uhr

https://www.tagesschau.de/inland/koalitionsausschuss-189.html

0

R-Wert in Deutschland steigt rapide - Hunderte feiern große Party in Berlin

Aktualisiert: 01.06.20 17:49

Update vom 1. Juni, 17.34 Uhr: Die Reproduktionszahl (kurz: R-Wert) ist am Pfingstmontag laut aktuellem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Vergleich zum Vortag (1,04) deutlich gestiegen. Sie lag - Stand vom 1. Juni - bei 1,20. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als eine weitere Person ansteckt.

 https://www.merkur.de/welt/coronavirus-deutschland-straende-goettingen-quarantaene-bayern-nrw-baden-wuerttemberg-ausbruch-berlin-zr-13782828.html

Tja, die sensiblen Realitätsabbildungen sind eben durch falsche Methoden und unsinnige Zahlenspielereien in einer privaten Website aus Erlangen nicht zu erreichen.

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Die Schulen sind auch noch nicht aus dem Schneider:

Corona-Ausbruch in Göttingen: 13 Schulen betroffen

Stand: 02.06.2020 09:05 Uhr

Der Corona-Ausbruch in Göttingen hat Auswirkungen für Hunderte Schüler. Da sich unter den Kontaktpersonen der Infizierten auch 57 Kinder und Jugendliche befinden, sollen an 13 Schulen die Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden. Das teilte die Stadt am Montagabend mit. Dazu zähle unter anderem eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände und in den Gebäuden, ausgenommen sind lediglich die Klassenräume. Die Schulen sollen zudem verstärkt auf Krankheitsanzeichen achten. Sollte ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet werden, würden alle Mitschüler sowie deren Lehrkräfte als Kontaktpersonen ersten Grades eine Quarantäneverfügung erhalten, hieß es.

 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Corona-Ausbruch-in-Goettingen-13-Schulen-betroffen,corona3282.html

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Damit auch Dr. Peus noch sein kleines Zuckerl erhält:

Private Feiern in einer illegal geöffneteten Sisha-Bar wurden als möglicher Infektions-Herd in Göttingen auch inzwischen genannt, bestätigt jedoch ist das noch nicht.

Ich habe doch mit Fakten keinerlei Probleme, wenn es wirkliche Fakten sind, Gerüchte, Spekulationen, Theorien und Fiktionen bezeichne ich aber als solche.

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Panorama Ausbruch in GöttingenKrisenstab droht Quarantäne-Brechern mit Einweisung

Stand: 16:00 Uhr heute

https://www.welt.de/vermischtes/article208713717/Corona-Ausbruch-in-Goettingen-wegen-Shisha-Bar-und-Familienfeiern.html

Die Behörden haben also schon reagiert und auch eine Nachricht schon darüber herausgegeben. Die Shisha-Bar wurde auch schon geschlossen.

Ohne das AfD - Tamtam .......

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Eine "Sushi-Bar" (so Peus) und eine Shisha-Bar, um genau zu sein, haben doch auch unterschiedliches Publikum, sicher auch in Bochum.

Ich brauche auch da keine AfD dazu.

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Corona-Nachweise : Krankenkassen wollen Massentests nicht bezahlen

-Aktualisiert am 02.06.2020-10:15

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/krankenversicherungen-wollen-corona-massentests-nicht-bezahlen-16796282.html

Und wie ist es in anderen Staaten, wer bezahlt sämtliche Testungen, auch die für Antikörper, auch noch für wissenschaftliche Dunkelzifferuntersuchungen und für alle Studien mit diversen Testungen?

Auch in Schweden bleibt es schon deswegen kaum bei Millionen an Kosten.

Siehe auch die FAZ:

Noch Sonderweg oder schon Holzweg? Das tut weh: Überall werden die Corona-Beschränkungen gelockert, aber für Touristen aus Schweden bleiben die Grenzen geschlossen. Die Zweifel wachsen, ob das Land am Ende besser aus der Krise herauskommt als die Nachbarn.

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.............. und deshalb, Cleverle 06-02   15:35, schreiben Sie zwar gegen Kritiker des Wirtscháftherunterfahrens , haben aber von Buchführung und Bilanzkunde keine Ahnung. 

Ja, Cleverle 06-02  16:32, dann machen Sie doch mal aus dem Verbrecherkreis von Göttingen ein Hellfeld. Was  für "Großfamilien" waren das denn? Soll das im Dunkelfeld bleiben?

Sie müssen halt auch in die Gerichte gehen, wenn Verfahren öffentlich verhandelt werden, dann haben Sie ein Hellfeld.

Ansonsten die Presse lesen und die PKS der Länder und des Bundes und die anderen Statistiken der Justiz.

Und wenn Ihnen das nicht reicht, die Gesetzgeber, Abgeordnete, Amtsleiter und Behördenspecher usw. anschreiben, oder Sie setzten sich eine Perücke auf und ermitteln alles selber, was Sie wissen wollen .......
 

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Och, Gast 06-02    18:13, laut Spiegel 3.6.2020 "Feiern zum Zuckerfest".Man sieht - der Pressekodex des systematischen Lügen-Schweigens hat Grenzen.

Kann Dr. Peus wenigstens mal konkrete Angaben zu gefälschten Bilanzen und Buchführungen einer einzigen von allen Shisha-Bars in der BRD machen, oder ist das auch schon zuviel verlangt von einem Bochumer Juristen?

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Ich jedenfalls kann auch noch lesen, was aus Dortmund berichtet wurde, wie das:

https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/clan-kriminalitaet-13-shisha-bars-in-dortmund-geschlossen-viele-verfahren-laufen-noch-1482378.html

Nur beachte ich generell die Grössenverhältnisse, auch noch in der ganzen Kriminalität, und brauche auch keine parteiliche Nachhilfe dafür.

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In derTat, Cleverle 06-02    17:16, unter Reul/CDU scheinen sich die Dinge etwas zu bessern.  Unter den Rotgrünen-Lügnern hieß es  zuvor, es gebe  gar keine Problemviertel bzw. no go-areas.

Laut Presse 1.5.2017 tönte die rote Sozi Kraft noch:  NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bestreitet die Existenz rechtsfreier Räume in ihrem Bundesland. „Es gibt keine No-Go-Areas in NRW“, sagte Kraft dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und dem „Express“ (Montagsausgaben). „Das würde bedeuten, es gäbe Orte, in die kein Polizist mehr reingeht“, sagte sie zur Erklärung. - Allerdings hat es auch CDU-Reul unter Verfassungsbruch versucht, klare Aussagen über Kriminalitätsschwerpunkte zu unterdrücken. Der VerfGH NRW hat ihm dazu eins in die Fr..... ( vgl. Nahles) gegeben.  Vgl. NRW LT-DrS Drucksache 17/9401 vom 20. Mai 2020. 

Dazu sagte schon Otto Fürst von Bismarck:

Eine zweifelhafte Behauptung muß recht häufig wiederholt werden, dann schwächt sich der Zweifel immer etwas ab und findet Leute, die selbst nicht denken, aber annehmen, mit soviel Sicherheit und Beharrlichkeit könne Unwahres nicht behauptet oder gedruckt werden.

Der alte Depeschen-Schreiber hielt sich auch nicht immer daran, war später "Lotse", bevor er von Bord gehen musste, aber Mark Twain hatte auch eine Antwort:

Man muß die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann.

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Sie haben eben den völlig einseitigen Blickwinkel, denn auf Donald Trump (USA)  und Boris Johnson (UK) und Jair Bolsonaro (Brasilien) passt Bismarcks Zitat perfekt, auf Drosten nicht, auf Merkel weniger als auf die 2 Staats- und den einen Minister-Präsidenten, aber auch auf alle Päpste passt das Bismarck-Zitat perfekt.

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 Zur Sache Corona-Lage in der Hauptstadt Berlin:

  1. Juni 2020 19:42Felix Hackenbruch

R-Wert steigt weiter - Ampel aber noch auf Grün   Die Reproduktionszahl, der sogenannte R-Wert, liegt in Berlin den zweiten Tag in Folge über der kritischen Schwelle von 1,2. Wie die Gesundheitsverwaltung am Montagabend mitteilte, stieg die Zahl von 1,41 auf 1,66 an. Sollte der R-Wert auch am Dienstag über dem vom Senat festgelegten Grenzwert von 1,2 liegen, würde eine der drei "Corona-Ampeln" von Grün auf Rot springen. Der R-Wert ermittelt, wie viele Menschen von einem Infizierten neu angesteckt werden. Die Gesundheitsverwaltung wies jedoch darauf hin, dass wegen der geringen Fallzahlen die geschätzte Reproduktionszahl schwankungsanfällig sei. Konsequnezen hätte die Rote Ampel indes nicht, da die anderen beiden Werte (Zahl der Neuinfektionen und Plätze auf Intensivstationen) weiter deutlich unter den festgelegten Grenzwerten liegen.

 https://www.tagesspiegel.de/berlin/coronavirus-in-berlin-gew-haelt-normalbetrieb-in-schulen-noch-nicht-fuer-machbar/25655678.html

Über die Shisha-Bars in Berlin hatte der TAGESSPIEGEL aber auch schon früher berichtet, und wer alles solche Bars besucht:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-shisha-bars-nach-dem-attentat-in-hanau-es-haette-auch-uns-treffen-koennen/25569642.html

0

Siehe oben, Kommentar vom Di, 2020-06-02 um 18:13 Uhr.

Behördensprecher, Stadtsprecher, Polizeisprecher, Gerichtsprecher, usw. anschreiben, ansprechen und nicht locker lassen, nach der Devise:

"Ohne Fleiß kein Preis"

oder

"Das Gesinde soll arbeiten, was im Haus zu feiern ist, das können Herr und Frau selber verrichten"

Jetzt haben Sie die Wahl !

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++ R-Wert sinkt auf 0,89 ++

Stand: 02.06.2020 22:17 Uhr

https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-dienstag-117.html#R-Wert-faellt-unter-10

Die geglätteten R-7-Tage-Werte reichen aber im Prinzip doch aus, aber das hat sich auch noch nicht überall herumgesprochen, weil die Tages-Presse ja von Neuigkeiten lebt, wieder andere aber im Gespräch bleiben wollen, auch mit ihrem Klar-Namen, wenn er denn auch stimmt.

Anonyme, Pseudonyme und Gäste brauchen das schon mal nicht.

Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.

Immanuel Kant

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Damit ist das also auch mal geklärt, dass Archivare auf das Wissen vieler kluger Leute aus allen Bereichen der Wissenschaften und noch auf den ganzen Erfahrungsschatz der Bevölkerungen dieses Planeten zugreifen können, wie dem aus Kenia:

"Die Bosheit ist ein Löwe, der zuerst seinen Herrn anspringt."

oder dem aus Ostafrika:

"Eine Warnung ist für den Weisen ein Segen, für den Narren eine Beleidigung."

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Stuttgarter Nachrichten 3.4.2020: "Die Corona-Zahlen dürften sich nur noch alle zehn Tage verdoppeln, hat Angela Merkel vergangenen Samstag gesagt. Seither blickt halb Deutschland auf diesen Wert. Jetzt erklärt ein Regierungssprecher: das war nicht wörtlich gemeint." Na, erinnern Sie sich noch an diese Lallschwallungen jener Führerin? Dann BZ 22.4.2020: 

"Anfang März hatte die Kanzlerin auf die sogenannte Verdopplungszeit zur Begründung harter Maßnahmen verwiesen. Demnach verdoppelte sich damals die Zahl der Infizierten alle vier bis fünf Tage. Erst wenn diese Zahl über 14 Tage liege, könne man von einer Entspannung reden.

Später, als die Verdopplungszeit bei 20 Tagen lag (aktuell: 35 Tage) erklärte Merkel,..............", ja was wohl? Wenn ich lalle , bin ich doch in einer Orgie. Denn zählen oder rechnen kann ich doch nicht. Das habe ich doch schon als  Agitprop-Beauftragte der FDJ und dann im September 2018 bewiesen. Singular oder Plural , 10 oder 14, Drosten oder Kasperle, 1 oder 2, Milliarde oder Billion, eine oder mehrere - eh alles egal. 

Morgenpost 2.6.2020: "Momentan liegt der R-Wert bei 0,89 (Stand 2. Juni). Damit ist die Reproduktionszahl niedriger als an den Tagen zuvor. Die Zahl ist über der kritischen Grenze – das Robert Koch-Institut hatte angegeben, dass der Wert idealerweise unter 1 liegen sollte, damit sich die Zahl der Neuinfektionen verringert." Au ja, rechnen wie Merkel - 0,89 ist "über" 1. "Eine weitere Kennzahl des RKI ist der 7-Tage-R-Wert. Er vergleicht den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert vier Tage zuvor. So soll das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen abgebildet werden. Derzeit liegt der 7-Tage-R-Wert bei 0,89 (Stand 2. Juni)." Ja ja, ich sagte ja: es gibt ein riesges Dunkelfeld an Statistik-"Methoden". Nur manche kennen wir bislang. "Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen:" Ja ja , nicht nur Methoden der Statistereien, sondern auch der Faktenermittlung, der Zählung.

Und wieder BZ 22.4.2020: "Nur: Fakt ist, dass die Reproduktionszahl bereits seit Mitte März unter dem Wert 1 liegt!

Das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt in einem Bericht vom 15. April, dass der Wert „sich etwa seit dem 22. März um R = 1 stabilisiere“, eine Grafik zeigt, dass er seither konstant unter 1 liegt.

Pikant: Der harte Lockdown mit Ausgangssperren und Betriebsschließungen wurde erst danach, am 23. März verkündet. Der unausgesprochene Vorwurf vieler Unions-Abgeordneter: Übereifer und Chaos im Anti-Corona-Kampf." 

Ich ahne jetzt, was jener BT-Abgeordnete mit seinem hochgehaltenen Blatt demonstrieren wollte. 

Da allerdings Frau M ihr 5/3 x B 11  ohne weiteres erhält, schert sie der wirtschaftliche Effekt auf Normalbürger und Wirtschafttreibende nicht die Bohne.

Was wir heute noch nicht wissen über die Verbreitungsgeschwindigkeit und -gefährlichkeit des Virus, wussten wir Anfang März erst recht nicht. Was ich von Regierungspolitikern erwarte, ist, dass sie trotz solcher Unwissenheit relativ klare Entscheidungen treffen und diese dann auch kommunizieren. und wenn sich etwas ändert an der Einschätzung, dass dann die Entscheidungen wieder geändert werden. Es wäre ganz falsch, wenn man sich in solch einer Lage, nur weil man (auf anderer Tatsachenbasis) einmal etwas prognostiziert hat, dies dann beibehält, nur um bei Leuten, die nicht mitdenken können oder wollen, den Eindruck zu machen: Ich bleibe unbedingt bei dem, was ich letzte Woche gesagt habe.

Zu kritisieren ist an der Politik insbesondere, dass wir im Vorfeld der Pandemie nicht durch Masseneinkauf und -lagerung von Schutzkleidung etc. darauf vorbereitet waren, obwohl es entsprechende Warnungen gab. Höchstwahrscheinlich hätten sich weniger intelligente Zeitgenossen dann aber auch über solche Ausgaben beschwert, die ja letztlich auch den Staatshaushalt belasten, ohne dass man garantieren kann, dass man dies wirklich einmal braucht.

Aber auf die Situation Anfang März bezogen ist die Kritik an der Politik schlicht unfair und offenbar von Durchblick unbelastet.  Es wird der Regierung indirekt vorgeworfen, dass ihre Maßnahmen Erfolg hatten und dass in Folge dieses Erfolgs inzwischen (seit einigen Wochen stufenweise) weitgehende Lockerungen der zunächst tatsächlich harten und in Teilen auch übertriebenen Maßnahmen verfügt wurden. Es steht jedem Menschen frei, durch Vergleich der Zahlen - insbesondere der Verstorbenen und der wirtschaftlichen Folgen des teilweise Lockdowns in verschiedenen Staaten - festzustellen, wo auf der Skala Deutschland liegt. Bei objektiver Betrachtung dieser Skalen ist Deutschland - trotz der wissenschaftlichen Darstellungs- und Begründungsmängel hinsichtlich so mancher der verfügten Maßnahmen -  relativ gut gefahren in dieser Krise. Was hierzulande aus der Ecke des Autors des obigen Textes gejammert wird, ist wirklich Jammern auf allerhöchstem Niveau, besser gesagt auf allerdümmstem.

 

Zu kritisieren ist an der Politik insbesondere, dass wir im Vorfeld der Pandemie nicht durch Masseneinkauf und -lagerung von schutzkleidung etc. vorbereitet waren, obwohl es entsprechende Warnungen gab.

In den USA gab es nationale Notfall-Reserven und Notfall-Pläne gegen ein Pandemie noch aufgebaut von Bush junior und von Obama noch beibehalten, aber Trump hatte die dann abgebaut vor der Pandemie und auch noch Teile exportiert für seinen Wahlkampf, um gutes Wetter zu machen, siehe:

In 2005 and in preparation for a predictable pandemic influenza, the Bush administration called for the coordination of domestic production and stockpiling of protective personal equipments.[8] In 2006, the US Congress funded the integration of protective equipment to a Strategic National Stockpile: 52 million surgical masks and 104 million N95 air-filtration masks were acquired and added.[8] During the 2009 flu pandemic, tens of millions of masks were used, but during the Obama administration strategic stocks were not “significantly restored”, neither have they been during the Trump administration.[9]

Play mediaVideo produced by HHS in October 2019 about the 20th anniversary of the stockpile.

As of March 2020, the national strategic stockpile had 40 million masks while 100 times more were expected to be necessary to handle the pandemic crisis.[8]

2020 coronavirus pandemic

During the COVID-19 pandemic, states criticized the lack of availability of medical supplies from the federal stockpile. At a White House press conference on April 2, 2020, Jared Kushner commented "The notion of the federal stockpile was it's supposed to be our stockpile. It's not supposed to be states' stockpiles that they then use."[10][11] The idea that the stockpile was not a backup for states that run out of supplies was disputed by Governor Laura Kelly of Kansas,[12] among others.

The description of the stockpile, as listed on its website, was changed the day after Kushner's remarks to better align with them, from:

"Strategic National Stockpile is the nation’s largest supply of life-saving pharmaceuticals and medical supplies for use in a public health emergency severe enough to cause local supplies to run out. When state, local, tribal, and territorial responders request federal assistance to support their response efforts, the stockpile ensures that the right medicines and supplies get to those who need them most during an emergency. Organized for scalable response to a variety of public health threats, this repository contains enough supplies to respond to multiple large-scale emergencies simultaneously."[13][14][15][16]

to:

"The Strategic National Stockpile's role is to supplement state and local supplies during public health emergencies. Many states have products stockpiled, as well. The supplies, medicines, and devices for life-saving care contained in the stockpile can be used as a short-term stopgap buffer when the immediate supply of adequate amounts of these materials may not be immediately available."[14][15][16]

 https://en.wikipedia.org/wiki/Strategic_National_Stockpile

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Sehr geehrter Herr Professor Müller 06-03   12:00 Uhr:

„Was hierzulande aus der Ecke des Autors des obigen Textes gejammert wird, …………“ Eine gewisse Schwierigkeit liegt darin, dass man bisweilen nicht redaktionell ersehen kann, auf wen Bezug genommen wird. Noch schlimmer, wenn zwischenzeitlich eine Lösch-"Orgie" (Sprachgebrauch Frau M.) gewütet hat. Ich versuche daher, stets Namen, Datum und Zeit anzugeben.

„Was wir heute noch nicht wissen über die Verbreitungsgeschwindigkeit und -gefährlichkeit des Virus, wussten wir Anfang März erst recht nicht.“ Und auch Absatz 3: „Aber auf die Situation Anfang März bezogen ist die Kritik an der Politik schlicht unfair und offenbar von Durchblick unbelastet.“   Wieso „Anfang“ März? War mein Zitat aus Lügenpresse ? 23. März? https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/besprechung-der-bundeskanzlerin-mit-den-regierungschefinnen-und-regierungschefs-der-laender-1733248: Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder fassen am 22. März 2020 folgenden Beschluss. Genau da wurde druffgehauen.

Ist 22. März 2020 „Anfang“ März? Wird in Regensburg so gezählt  oder eingeordnet?

 

„Was ich von Regierungspolitikern erwarte, ist, dass sie trotz solcher Unwissenheit relativ klare Entscheidungen treffen ….“ Dem stimme ich in der Sache zu, freilich kommen dem Juristen da Fragen, ob das wie bei Hitler und Goebbels ab 22.4.1945 in einem Organ „Panzerbär“ oder heute ähnlicher Dignität als „Journaille“ oder „Staats“-Fernsehen umzusetzen ist oder eventuell in einem Gesetzblatt?

Klarheit ist, wäre gut. Aus der Familie werde ich auf die originelle Informationshandhabung der NRW-Schulverwaltung hingewiesen. Mails, teils wirre Besinnungsaufsätze,  – teils binnen Stunden korrigiert  zB „17. Mail“.

„diese dann auch kommunizieren“ – im Panzerbär? In den Gossenprodukten der Tendenzjournaille – die es nicht schafft, einem INFORMATIONSAUFTRAG nachzukommen und etwa in NRW ALLEN Interessierten klipp und klar die einzige legale EDV-Eingangsstelle für Hilfsanträge von Gewerbetreibenden an das Ministerium mitzuteilen – S. 1, fette Überschrift? Wieso kam es zu vieltausendfachen betügerischen Falschanträgen via Falschadressen, deretwegen die Bearbeitung und Auszahlung in NRW jedenfalls tagelang ausgesetzt wurde?

„etwas ändert an der Einschätzung, dass dann die Entscheidungen wieder geändert werden“ – das mag so sein, aber zu den von mir zitierten Verdoppelungszahlen wirkt es am „allerdümmsten“, sie erst mit 10 in Rede zu stellen, dann 12, dann 14, und dann ist alles dahingehend wurscht, dann werden andere Parameter hervorgekramt und Debatte als „Orgie“ abgewatscht. Hier hat sich gerade die Einschätzung nicht geändert, sondern die Zahl ist über 10 auf 12, 14, und weit darüber hinaus geklettert.  Es wirkt am „allerdümmsten“, den Eindruck zu erwecken, Kennzahlen heranzuziehen, wenn man sie nacheinander im System als Blödsinn dartut. Es taucht der Verdacht auf, sich jeweils mit dem zahlenmäßigen Anschein von „wissenschaftlicher“ Objektivität einmanteln zu wollen, um in der Sache intern Gewolltes durchzupeitschen.

„Es wäre ganz falsch, wenn man sich in solch einer Lage, nur weil man (auf anderer Tatsachenbasis) einmal etwas prognostiziert hat, dies dann beibehält,…“ Was denn wäre hier die „Tatsachenbasis“, sobald man „10“ sagt? Die Relevanz der Methode – oder die erreichte Zahl 4, dann 6, dann 10, dann 12, dann 14, dann 35? Ich würde an der Qualität der Empfehler Zweifel bekommen, wenn die mir plötzlich sagen, die Methode Verdoppelung sei Quatsch, man habe jetzt ganz was anderes. Das habe ich mehrfach als dubioses Dunkelfeld sogenannter „wissenschaftlicher“ Methoden bezeichnet.

„Ich bleibe unbedingt bei dem, was ich letzte Woche gesagt habe.“ Tja, wenn ich gesagt habe, mit „wissenschaftlichem“ Hintergrund, es komme auf die Verdoppelungszahl an, was  kann ich dann dafür, dass sich tatsächlich 10 und mehr nachhaltig einstellt? Allerdings kann ich auch davon abrücken, gewisse politfinanzierte sog. „Wissenschaftler“ permanent als vertrauenswürdig zu deklarieren und ihre Kasperleaufführungen darbringen zu lassen.

 

Ihr zweiter Absatz findet meine volle Zustimmung: „Zu kritisieren ist an der Politik insbesondere, dass wir im Vorfeld der Pandemie nicht durch Masseneinkauf und -lagerung von Schutzkleidung etc. darauf vorbereitet waren, obwohl es entsprechende Warnungen gab.“ Darüber hinaus,, ich habe es wiederholt an mehreren Stellen ausgeführt: Deutschland hat verlernt, Reserven zu bilden und vorzuhalten. Reserven und Vorsorge. Z.B. auch Schienenstrecken, Ausweichen, Reservefahrzeuge, vor allem bei Neuanschaffungen. Das ist ein ganz breites Feld!

Ihr Absatz 3 überzeugt zu einigen wichtigen Teilen. Man wagt ja kaum  -   wg. „Rassismus“-Gefahr – es zu sagen: Deutschland scheint mir in der Krisenbewältigung vergleichsweise „Spitze“ zu sein. Aber es gilt auch, was Sie sagen: „in Teilen auch übertriebenen Maßnahmen verfügt wurden.“ Und hier setzt die Feinkontrolle ein, und die maßlose Verärgerung über den Schandbeschluss des BVerfG vom 10.4.2020  1 BvR 31/20 und zuvor VG Neustadt/Weinstraße über eine 2-Mann- Bollerwagen-Demonstration. Hier hat mehrfach der Rechtsstaat restlos versagt. Dazu habe ich intensiv und wiederholt vorgetragen.

 

 

Auswertung Bundesländer und Landkreise 02.06.2020. Schlechte Zeiten für Scharfmacher und Berufskatastrophierer. Trotz der Lockerungen immer noch keine besorgnoserregenden Zahlen. Keiner der 401 Kreise über der Obergrenze. Im Detail:

  • 44.5 nach 53.4, 62.3, 24.9, 29.9, 23.1, 32.0, 21.4, 39.1, 35.6, 39.1, 39.9, 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)
  • 28.8 nach 40.3, 43.7, 40.3, 41.4, 32.2, 34.5, 24.2, 33.4, 41.4, 33.4, 43.7, 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern),
  • 15.0 nach 25.4 [31.05., 30.05 nicht erfasst];  29.9, [28.04.20 nicht erfasst], 34.4,  31.4, 38.9, 40.4, 41.9, 41.9, 25.4, 38.9, 26.9, 26.9, 29.9 Lkr Lichtenfels (Bayern)
  • 19.5 nach 12.2 Göttingen Landkreis
  • 14.5 nach 17.0, 19.4, 19.4, 24.2, 36.7, 24.2, 26.7, 29.1, 26.7 Coburg Stadt
  • 10.2 nach 15.3, 18.3, 21.4, 23.4, 29.5 nach, 22.4, 28.5 nach 28.5, 29.5, 30.6, 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)
  • 9.8 nach 7.2, 15.1, 43.2, 49.8, 51.8, 49.8, 74.0, 76.7, 72.1, 40.6, 39.3, 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern).
  • 8.9 nach 8.9, 11.9, 7.9, 9.0, 7.0, 5.0, 8.9, 12.9, 9.9, 9.9, 9.9, 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)
  • 5.5 nach 5.9, 8.7, 8.7, 8.7, 4.7, 7.1, 6.3, 26.0, 27.1, 26.3, 25.2 Heinsbergkreis
  • 4.2 nach 12.6, 16.7, 16.7, 11.5 16.7, 14.6, 4.2, 6.3, 6.3, 6.3, 6.3, 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)
  • 3.4 nach 2.8, 8.1, 8.1, 9.0, nicht erfasst (28.05.20)  und 22.9,h 22.7, 22.1, 25.7, 32.5, 32.5, 25.5 Osnabrück Landkreis
  • 2.0 nach 2.5, 3.3, 3.0, 3.3, 2.8, 5.8, 5.8, 8.0, 21.5, 24.7, 23.3, 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis
  • 1.4 nach 1.4, 1.4, 2.3, 2.7, 2.3 8.2, 9.5, 15.0, 15.5, 17.3, 18.2, 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW),

Nachdem die Wachstumsraten für Neuinfektionen in gewohnter Präzizion und Plausbi­lität (direkte Interpretatierbarkeit) die aktuelle Lage sehr gut beschreiben, habe ich vier neue Zeitreihen entwickelt, die ich bei der nächsten Aktualisierung der Graphen mit G37-G40 berücksichtige (wegen des Zeitaufwandes deshalb gestern keine Präsentation).

Baden-Wuerttemberg

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.514 nach 0.8425  (korrigiert)

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 1.063 nach 1.0064 (korigiert)

          Bayern

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 1.3956 nach 1.2453

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.6493 nach 0.6882

          Berlin

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.9236 nach 1.0014 (korrigiert)

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 1.0676 nach 1.0283 (korrigiert)

          Brandenburg

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.4176 nach 0.3909 (korrigiert)

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.9151 nach 1.0821 (korrigiert)

          Bremen

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.9532 nach 1.1691

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 1.3804 nach 1.2939 (korrigiert)

 

          Hamburg

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 1.1802 nach 1.2835

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.7475 nach 0.6650

          Hessen

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.6602 nach 0.7163

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.8781 nach 0.9356

          Mecklenburg-Vorpommern

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = nb nach nb, nb, nb

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = nb nach nb

          Niedersachsen

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.8156 nach 0.8905

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.8886 nach 0.8376

          Nordrhein-Westfalen (NRW)

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.8281 nach 0.8427

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 =  0.8790 nach 0.8772

 

          Rheinland-Pfalz

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 1.2148 nach 1.3686, 1.6764, 1.4873

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.9002 nach 0.9686

 

          Saarland

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 1.0971 nach 1.0856

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 1.3429 nach 1.3505 (korrigiert)

          Sachsen

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.5772 nach 1.0504

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 1.0770 nach 1.0455

          Sachsen-Anhalt

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = nb nach nb

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = nb nach nb

          Schleswig-Holstein

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.9282 nach 1.2683 (korrigiert)

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.6365  nach 0.5376

          Thueringen

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.5249 nach 0.6703

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.9132 nach 0.9117

          Deutschland (insgesamt)

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 4-4 = 0.9291 nach 1.0151

          Verhältniszahl Geometrische Mittel 7-7 = 0.9075 nach 0.9097

         Ergebnis: In 2 von 16 Bundesländern steigen die Verhältniszahlen der geometrischen Mittel für die Wachstumsraten für Neu-Infizierungen aus den letzten vier Tagen gegenüber den davorliegenden vier Tagen auf über 1.2. In der 7-7-Periode, die Wochenendeffekte konstant gehalten werden, sind es ebenfalls zwei Bundesländer (Saarland, Bremen mit Verhält­niszahlen > 1.2). In Gesamtdeutschland sind das Mittel der Wachstumsraten. Also keinerlei Anlass für Scharrfmacherei oder Katastrophenphantasien.

       Anmerkung: Die Wachstumsraten für Infizierungen und die Todesfälle sinken weiter mit der bekannten Präzision und Plausibilität: sie werden wie gewohnt erfasst und  dokumentiert.

Alle relevanten Daten gibt es in öffentlich zugänglichen Datensammlungen, auf die ja auch Sponsel zugreifen muss. Seine Auswertungen jedoch zeigen Dilletanz und Irrelevanz, denn darin sind die bekannten Artefakte enthalten und bekannte methodische Fehler.

Sponsel ist aber nicht mehr bereit, die gundlegenden Fehler abzustellen, er doktort nur noch an einigen der ärgsten Symptome herum. Placebos geben gegen Krebs, verbunden mit Handauflegen und mit Zaubersprüchen, nenne ich das.

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Empfehle den neuesten Podcast mit Prof. Drosten im NDR:

(45) Abstandsgebot auch draußen ernst nehmen NDR Info - Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten - 02.06.2020 13:50 Uhr Autor/in: Korinna Hennig

Vorsicht vor dem Präventions-Paradox! Außerdem: Wie die verbesserten RKI-Zahlen zu lesen sind. Und was über die Forschung an Remdesivir und die BCG-Impfung gegen Tuberkulose bekannt ist.

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Wer jedoch Drosten angreift - wie Peus - ohne konkrete Beanstandungen zu benennen aus Drostens Darlegungen heraus, und daher sich auch nicht argumentativ mit seinen Worten oder Schreiben auseinandersetzt, der zeigt, dass er keine Argumente hat, von einem Diskurs und von Wissenschaftlichkeit nichts versteht,  auch nichts mehr dazulernen will, sondern auf seinen nicht rationalen Vorurteilen beharrt.

Eine Meinung, die einmal im Besitze des Ansehens, und sogar des Vorurteils ist, muß man ohne Ende verfolgen, und aus allen Schlupfwinkeln heraus jagen.

(I. Kant)

Das gleiche gilt aber auch für Sponsel, der auf konkrete Beanstandungen zu seinen Methoden und Auswertungen ja nicht eingeht.

Um einen falschen Gedanken mit Erfolg zu widerlegen, muß man bekanntlich ein ganzes Buch schreiben und den, der den Ausspruch getan hat, überzeugt man doch nicht.

(v. Bismarck)

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Es werden ja auch noch laufend falsche Chronologien der Ereignisse genannt und suggeriert, dabei gibt es bei RTL mindestens 8 Chronologien, hier ist die Nr. 1:

27. Januar bis 02. Februar    Coronavirus-Chronik Teil 1

https://www.rtl.de/cms/coronavirus-chronik-die-gesammelten-informationen-aus-kalenderwoche-5-4495812.html

Die anderen Chroniken sind nach einer Suche ebenfalls leicht zu finden, für Berufsignoranten und Berufsdilletanten aus Bochum und Erlangen aber nicht zu empfehlen wegen Fakteninhalten, die bei der Stümperei nur stören.

 

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Schwedischer Epidemiologe : „Wir hätten mehr Corona-Maßnahmen ergreifen sollen“

Aktualisiert am 03.06.2020-11:44

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat sich erstmals selbstkritisch über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise gezeigt. Schweden hätte schon von Beginn an mehr Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreifen sollen, sagte Tegnell in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem schwedischen Radio. „Ich glaube, dass es sicherlich Verbesserungspotenzial bei dem gibt, was wir in Schweden gemacht haben, klar. Und es wäre gut gewesen, wenn man exakter gewusst hätte, was man schließen soll, um die Infektionsausbreitung besser zu verhindern.“

Zu viele Schweden seien zu früh gestorben. Würde man mit dem heutigen Wissensstand auf dieselbe Erkrankung stoßen, läge der richtige Weg seiner Ansicht nach zwischen dem schwedischen und dem, den der Rest der Welt eingeschlagen habe, sagte Tegnell. Welche Vorkehrungen in anderen Ländern den größten Effekt gegen die Coronavirus-Pandemie gezeigt hätten, könne man jedoch nur schwer sagen, da diese Staaten viele Maßnahmen gleichzeitig ergriffen hätten.

 https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/schwedischer-epidemiologe-haetten-mehr-gegen-corona-tun-muessen-16798166.html

Einsicht und Selbstkritik ist also doch noch möglich bei Schwedens Staatsepidemiologen Anders Tegnell.

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Hier der Vergleich von Global- und Nationalzahlen, auch von Südkorea, Deutschland und Schweden mit aufgeschlüsselten Regional-Zahlen und mit Diagrammen, auch noch speziell der letzten 60 Tage:

https://news.google.com/covid19/map?hl=de&gl=DE&ceid=DE%3Ade

Deutschlands neue Fälle sinken  geglättet beständig im Diagramm der letzten 60 Tage, Schwedens und Südkoreas aber nicht.

Solche Diagramme haben Hand und Fuß, nicht jedoch Sponsels Spielereien.

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Bei diesem obigen Link haben Sie auch gleich das Handelsblatt und andere Publikationen noch dabei zum Anklicken mit:

Coronavirus Schwedens Chefepidemiologe rudert vorsichtig zurück

03.06.2020 - 15:17 Uhr

https://www.handelsblatt.com/politik/international/coronavirus-schwedens-chefepidemiologe-rudert-vorsichtig-zurueck/25883510.html?ticket=ST-3135074-jJXd5cobyF9yZVrQqLxs-ap5

Wer braucht da schon die Selfies aus Erlangen, wenn er doch den ganzen Globus übersichtlich sehen kann?

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Auf Sponsels Süd-Korea-Seite ist die Zahlen-Tabelle immer noch beim 14.03.2020 stehen geblieben, wie schon seit Wochen,  seine schon bekannten Textbausteine dabei geben auch nicht die aktuellen Entwicklungen in Süd-Korea wieder, ebenso seine Grafiken, für die er absurder Weise auch noch ein Copyright beansprucht, die er aber ja nur aus anderen Publikationen im Wesentlichen abkopiert hatte.

Selfies aus seinem Umfeld indes ersetzen keine fehlende sachliche und fachliche Substanz, die es ihm erlauben würde, so dick die Backen aufzublasen, wie er es aber tut.

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Süd-Korea Wachstumsraten der Neuinfektionen

Schlechte Nachrichten für Scharfmacher und Berufskatatstrophierer in Sachen Süd-Korea: Die Wachstumsraten für Neuinfektionen in Südkorea die letzten acht Tage weiter niedrig. Nachdem "Cleverle", "Gast", "Beobachter", "Archivar" oder wie immer er sich sonst auch nennen mag, sich nicht in der Lage erweist, mit Wachstumsraten angemessen umzugehen, um damit die Situation der Neuinfektionen in Südkorea sachkundig und fair zu beurteilen, hier eine kleine Analyse nach den Wachstumsraten der Neu-Infektionen der letzten 8 Tage (Datenbasis  timeserie der JHU  [die fehlerhaft nicht mit den JHU-Dashboard-Prä­sen­tationen über­einstimmt]), womit sich jeder selbst ein Bild machen kann:

   Dat               ÜberhInf         N-Inf           wrs-Neu-Inf

02.06.20           11590              49                 0.0293

01.06.20           11541              38                 0.0278

31.05.20           11503              35                 0.0273

30.05.20           11468              27                 0.0255

29.05.20           11441              39                 0.0286

28.05.20           11402              58                 0.0320

27.05.20           11344              79                 0.0347

26.05.20           11265              40                 0.0295

Das geometrische Mittel der ersten vier Wachstumsraten beträgt 0.0274

Das geometrische Mittel der zweiten vier Wachstumsraten beträgt 0.0311

Setzt man beide Mittel ins Verhältnis, ergibt sich 0.0274/0.0311 = 0.8824.

Das heißt, die Wachstumsraten der ersten 4-4-Periode sind kleiner als die Wachstumsraten der zweiten 4-4-Periode, so dass sich daraus der Interpretationssatz ergibt: Die Wachstumsraten für Neuinfektion in Süd-Korea sinken aktuell. Sie geben also keinerlei Anlass für besondere Besorgnisse.

 

Die sponselschen Wachstumsraten sind nur für rein exponentielles Gesamt-Wachstum eine brauchbare Kennzahl, das aber nicht zu erkennen ist ein klarer Denkfehler!

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Bei einem rein exponentiellen Gesamt-Wachstum in einer isolierten Population gibt es auch nur einen einzigen Wachstumsratenwert nach der Formel ln(E/A)/n.

Dieser kann dann bei verschiedenen isolierten Populationen verschieden sein unter der Voraussetzung, jedes Gesamt-Wachstum in dieser Population verläuft rein exponentiell.

Sponsel fehlen eben schon elementare Kenntnisse von Wachstumsprozessen.

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Die sponselschen Wachstumsraten als rein artefiziellen Konstrukte belasten kein Gesundheitssystem und keine Individuen, sondern das können ja nur die Fallzahlen der Neuinfektionen und die daraus entstehenden Erkrankungen selber sein.

Sponsel hat sich nur eine Momentankonstellation oben herausgesucht mit dem 02.06.2020 zuletzt:

49-38-35-27-39-58-79-40

Diese Zahlen-Folge muss aber weiter- und auch noch zurückgeschrieben werden, um die Neuinfektionen schon mal weiter beurteilen zu können mit den bewährten Methoden der Epidemiologie, die sponselschen Wachstumsraten aber braucht kein Mensch!

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Anhand der obigen sponselschen 8 Zahlen für Neuinfektionen müsste jeder nicht schon völlig verblendete Mensch Folgendes erkennen:

Zur obersten Zahl der Neuinfektionen N-Inf von 49 gehört der wrs-Neu-Inf von 0.0293 !

Zur untersten Zahl der Neuinfektionen N-Inf von 40 gehört der wrs-Neu-Inf von 0.0295 !

49 ist größer als 40, jedoch 0.0293 ist kleiner als 0.0295 !

Sponselsche Wachstumsraten sind auch bei Neuinfektionen also völliger Kappes, Sponsel kapiert das in seiner Verbohrtheit aber offensichtlich nicht mehr, da ist Hopfen und Malz bereits verloren.

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Dr. Sponsel schrieb am  Mi, 2020-06-03 um 18:33 Uhr:

Die Wachstumsraten für Neuinfektion in Süd-Korea sinken .....

Das werden und müssen sie zwangsläufig, auch bei moderat steigenden täglichen Neuinfektionen, ad infinitum noch tun.

Sie geben also keinerlei Anlass für besondere Besorgnisse.

Nur wenn jemand so wenig Ahnung von der Epidemiologie und der Mathematik wie der Herr Sponsel hat.

Aber die Backen bläst der Herr auf wie ein ganz großer Experte auf diesen Gebieten.

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Ein weiteres kleines Beispiel für Sponsels hanebüchenen Unfug:Ein durchschnittlicher Mann wiegt bei seiner Geburt ca. 3,8 kg, nach 30 Jahren  ca. 75 kg, die Gesamt-Wachstumsrate auf Lebens-Jahre bezogen wäre daher ln(75/3,8)/30 = ln19,737/30 = 2,9825/30 = 0,09942. Er nimmt seit dem 29 Lebensjahr jährlich 2 kg zu, mit 40 wiegt er dann schon 95 kg, nach Sponsel wäre seine Gesamtwachstumsrate nur noch 0,08047, als Abnahme der Wachsumsraten.Die Neuzunahmen von jährlich 2 kg ergeben bei 4-4 Jahresperioden nun sponselsche Wachstumsraten von Neuzunahmen bei den immer gleichen Neuzunahmen, die immer kleiner werden, das ergibt dann ein Wachstumsratenverhältnis von immer kleiner als 1 bei der sponselschen Rechnung.Mit 50 würde der Mann 105 kg wiegen, mit 60 dann 125 kg, mit 90 bereits 185 kg, bei immer kleineren Wachstumsraten für das Gesamtgewicht, das sponselsche Wachstumsratenverhältnis aus den geometrisch gemittelten Wachstumsratenwerten der 4-4 Peroden blieb dabei immer kleiner als 1.Sponsel analog nun für diese Konstellation zitiert:

Das heißt, die Wachstumsraten der ersten 4-4-Periode sind kleiner als die Wachstumsraten der zweiten 4-4-Periode, so dass sich daraus der Interpretationssatz ergibt: Die Wachstumsraten für Neu-Gewichtszunahmen des Mannes sinken aktuell. Sie geben also keinerlei Anlass für besondere Besorgnisse.

Für Sumō-Ringer mag das sogar auch so richtig sein, für normale Männer aber nicht, daher muss diesem ganzen hanebüchenen sponselschen Unsinn doch ganz energisch, und auch immer wieder im Dienst der Volksgesundheit widersprochen werden.

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