Corona-Zahlenvergleiche und kriminologische Dunkelfeldforschung

von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 29.03.2020
Rechtsgebiete: Corona1813|57181 Aufrufe

Dieser Beitrag stammt vom 29. März 2020. Er wurde und wird regelmäßig aktualisiert durch Updates, die unten angehängt sind.

Seit Wochen starren wir alle auf die Infektionszahlen und die Zahl der Todesfälle, überlegen uns, wie Deutschland im Vergleich zu Italien, Frankreich, USA, Südkorea etc. dasteht, sprechen über Exponentialfunktion usw. Seit Wochen denke ich, dass diese Infektionszahlen eigentlich überhaupt nichts aussagen können, denn sie sind weitestgehend eine Funktion der Rate und der Selektion der Messung.

Die täglich angegeben Zahl der Infizierten ist in etwa so verlässlich wie die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in der Kriminalstatistik: Wenn niemand die BtM-Delikte kontrolliert und aufzeichnet, dann GIBT es sie offiziell einfach nicht. Und wenn die Polizei damit beginnt, BtM-Straftaten zu verfolgen und Personen auf Btm zu kontrollieren, dann sind die Fall- und die  Tatverdächtigenzahlen in der polizeilichen Kriminalstistik komplett davon abhängig, wie viele Polizeibeamte wo und wen kontrollieren, wiederum auch abhängig davon, wie die Polizeibeamten ausgerüstet werden und wie motiviert sie bei den Kontrollen sind.

Übertragen auf COVID19: Die Anzahl (wie viele werden überhaupt getestet?) und die Verteilung (wer wird getestet?) der Tests ist derzeit  national, regional, gesundheitspolitisch und faktisch so unterschiedlich und Maßstäbe wie Selektionskriterien ändern sich im Zeitverlauf so stark, dass die Zahl der positiv Getesteten für die derzeitigen Ländervergleiche objektiv praktisch wertlos ist.

Wenn die Zahlen ansteigen, KANN es theoretisch daran liegen, dass die Infektionen tatsächlich häufiger sind, aber es kann genauso daran liegen, dass man mehr Personen getestet hat oder die Selektionskriterien verändert hat, dass man stärker als vorher in einer betroffenen Region testet oder stärker eine andere Altersgruppe oder dass es leichter geworden ist für Personen, die sich krank fühlen, beim Hausarzt getestet zu werden. Anders als das RKI jetzt angekündigt hat, ändert sich an den Verzerrungen auch nichts dadurch, dass man einfach die Anzahl der Tests erhöht: Neue Kriterien machen Vergleiche zur vorherigen Situation noch schwieriger, wenn nicht unmöglich, und sie können die Realitätsabbildung sogar noch stärker verzerren.

Wir starren also auf Kurven, deren Datengrundlage anhand der Messkriterien einfach viel zu unterschiedlich ist und sich noch dazu auch innerhalb eines Staates nahezu täglich ändert, zB hinsichtlich der Verfügbarkeit und Distribution von Tests und Laboratorien. Noch dazu hinken die Ergebnisse einige Tage der Testung hinterher - in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich lange verzögert.

Diese täglichen Vergleiche sind deshalb m.E. komplett sinnlos.

Sinnvolle Vergleiche wären möglich, wenn in jedem Land bzw. in jeder betr. Region eine repräsentative Stichprobe von allen Einwohnern  gezogen und getestet würde (ich schätze 1000 Personen würden in einer Region ausreichen, deren Betroffenheitsgrad vorher bestimmt wurde, für die ganze Bundesrepublik müsste ein weit größere Stichprobe gezogen werden, siehe Diskussion unten), und zwar in regelmäßigen ca. 48-stündigen Abständen: Denn allein daraus, aus einer repräsentativen Stichprobe, die Region, Geschlecht, Alter der Gesamtbevölkerung abbildet, könnten Schlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Infektionsrate tatsächlich ist, wie stark sie steigt und wie viele Infizierte voraussichtlich schwer erkranken, also hospitalisiert oder beatmet werden müssen oder sterben. Schließlich lässt sich nur so ermitteln, ob diese Kurve der Neu-Infizierten aufgrund der getroffenen Maßnahmen abflacht. Denn auch dies lässt sich mit den derzeitigen Messungen gar nicht ermitteln: Solange nicht jeder getestet wird/werden kann oder zumindest eine repräsentative Stichprobe von allen, werden selbst bei Absinken der tatsächlichen Neuinfektionsrate die gemessenen Infektionszahlen noch ansteigen, denn man schöpft dann nur das (bisher nicht getestete) Dunkelfeld aus.

Warum die WHO eine solche repräsentative Stichprobe nicht anregt oder verlangt (nicht einmal von den großen Industriestaaten), ist ein Rätsel. Denn nur so ließe sich der Status und die Entwicklung der Pandemie einigermaßen zuverlässig ermitteln.

Solange es solche repräsentativen Studien nicht gibt, könnte ein anderer Vergleich der zugänglichen Daten nützlich sein, so wie es auch in der Kriminologie etwa bei internationalen Vergleichen erfolgt. So wird für den Vergleich der Gewaltprävalenz die Tötungsrate international verglichen, also die vorsätzlichen Tötungen im Verhältnis zur  Bevölkerung, also (relativ besser) messbare „hard facts“, die nicht praktisch zu 80 bis 90 % von der Selektion bei der Messung abhängen.

Ein einigermaßen hartes Faktum ist die SterbeRATE in der Bevölkerung. Wir können in den westlichen Gesundheitssystemen jedenfalls davon ausgehen, dass die Todesfälle durch COVID19 zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser und objektiver erfasst werden als die tatsächlichen Infektionszahlen. Noch besser wäre es, die Zahl der schwer Erkrankten zu vergleichen, denn die Sterbefälle hängen wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme ja auch davon ab, wie gut oder schlecht die medizinische Versorgung in einer Gesellschaft mit der Pandemie umgehen kann (Stichwort: Intensivbetten, Beatmungsgeräte).

Im Netz habe ich nur eine Stelle gefunden, die die Todesraten für westliche Industriestaaten regelmäßig auswertet und in Beziehung setzt. Kevin Drum ist ein Blogger aus Kalifornien, der neun Staaten miteinander vergleicht Ein keineswegs perfekter Vergleich, dessen Aussagekraft aber m.E. etwas besser einzuschätzen ist.

Zu beachten sind folgende Setzungen:

1. Die Todeszahlen werden jeweils auf die Gesamtbevölkerungszahl bezogen (und nicht, wie üblich, auf die Zahl der gemessenen Infizierungen).

2. Es wird der Vergleichs-Nullpunkt jeweils bei 1 Todesfall pro 10 Millionen der Bevölkerung gesetzt (und nicht wie üblich, ab dem Zeitpunkt einer aufgrund relativ willkürlicher Testraten angenommenen Anzahl der Infektionen.

3. Die "Italienkurve" wird zum Vergleich herangezogen, weil dort relativ früh ein Sterbefall pro 10 Million Bevölkerung aufgetreten ist und alle anderen westlichen Staaten einige Tage oder Wochen hinterherlaufen.

Was sind nun die Erkenntnisse aus diesem Vergleich (27.03.2019)?

a) anders als alle anderen feststellen: Deutschland steht (bisher) nicht wesentlich besser da als Italien. DE ist vielmehr mit ITA auf derselben Linie wie Frankreich, Schweden und UK. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob DE tatsächlich die Krise so viel besser bewältigt als ITA.

b) Die Schweiz steht überraschend gut da, Spanien viel schlechter als ITA.

c) USA und Canada stehen in dieser Statistik derzeit– noch – gut da, sogar besser als Deutschland.

Einwände, wie etwa das  Dunkelfeld der ungetestet/unbehandelt am Virus Verstorbenen sind allerdings auch hier in Rechnung zu stellen. Erst nach der Krise wird man an der Steigerung der Sterblichkeit im Jahr 2020 weitere Einschätzungen treffen können, auch was die mittelbaren Sterbefälle (durch allg. Überlastung des jew. Gesundheitssystems) angeht.

Update (31.03.):

Ich habe als Bild oben die neuere Grafik von Kevin Drum eingefügt (Stand ist jetzt 30.03.):

a) auch in Deutschland steigen die Sterberaten zwar, aber sie bleiben jetzt etwas niedriger als in Italien im verglichenen Zeitpunkt. Frankreich und UK sind in etwa auf demselben Pfad wie ITA

b) Die Schweiz bleibt bei den Sterbezahlen unter der Vergleichskurve Italiens - dies könnte in etwa der Pfad sein, der sich auch in DE zeigen wird (CH ist in diesem Vergleich neun Tage voraus).

c) In USA steigen die Sterbezahlen an, liegen aber noch deutlich unter der Italienkurve.

Was allerdings diese Kurvenvergleiche nicht abbilden (können), ist, wie sich das Virus innerhalb der einzelnen Staaten verbreitet. Besonders gefährlich ist es dort, wo viele Risikogruppenangehörige  infiziert werden - dort steigen auch die Sterberaten erheblich. Sind dies begrenzte Regionen innerhalb eines Staatsgebildes, dann zeigt sich dies kaum in der Sterblichkeitsrate für den Gesamtstaat. Dies zeigt sich etwa in den USA, aber auch in China (das in dieser Grafik nicht enthalten ist). Man müsste für diesen Vergleich dann kleinere Einheiten verwenden, also etwa den Staat New York oder die Provinz Hubei.

 

Es wird nun unter Leitung des Virologen Streeck zumindest in dem ersten deutschen Infektionscluster Heinsberg eine repräsentative Panel-Studie mit 1000 Personen durchgeführt, Es werden damit nicht nur die (bisher) getesteten und positiven Fälle bei Infektionsverdacht erfasst, sondern eine repräsentative Stichprobe aus dem gesamten Landkreis. Dies geht deutlich in die Richtung, die ich oben angedeutet habe, auch wenn sie natürlich keinen Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern und schon gar nicht Staaten ermöglicht. Wünschenswert wäre zumindest eine weitere repräsentative Pilotstudie in einem bisher unauffälligen Landkreis und ähnliche Panel-Studien in zwei Städten. Aber man kann nicht alles haben. Die Kritik daran, dass man nicht schon vorher repräsentative Studien durchgeführt hat, teile ich.

Update (3. 4. 2020):

Es ist nun mind. eine weitere Studie geplant, die das Dunkelfeld aufhellen soll, berichtet der Spiegel heute.

Update (6.4.2020):

Ich habe die Grafik von Kevin Drum aktualisiert.
Fortschreibung der vorher genannten Entwicklungen:
a) die Sterberaten in DE bleiben deutlich unter denen von Italien, sie sind auch besser als die Entwicklung in der Schweiz

b) Frankreich und UK liegen nun etwas über der Kurve von Italien, Schweden etwa gleichauf

c) Die USA bleiben bislang unter der Kurve von Italien, scheinen aber "aufzuholen"

d) Spanien zeigt die schlimmste Entwicklung der neun verglichenen Staaten, Canada die beste.

Update (7.4.2020)

Auszug aus einem Thesenpapier von Schrappe u.a. vom 5. April (Aerztezeitung dazu):

These 1.1. Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da
kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen
zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a.
asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist.
1. Die Zahl der täglich beim RKI gemeldeten Fälle wird in hohem Maße durch die
Testverfügbarkeit und Anwendungshäufigkeit beeinflusst.
2. Unter Berücksichtigung dieser anlassbezogenen Teststrategie ist es nicht
sinnvoll, von einer sog. Verdopplungszeit zu sprechen und von dieser Maßzahl
politische Entscheidungen abhängig zu machen.
3. Die Darstellung in exponentiell ansteigenden Kurven der kumulativen Häufigkeit
führt zu einer überzeichneten Wahrnehmung, sie sollte um die Gesamtzahl der
asymptomatischen Träger und Genesenen korrigiert werden.
4. Die Zahl der gemeldeten Fälle an Tag X stellt keine Aussage über die Situation
an diesem Tag dar, sondern bezieht sich auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit.
5. Ungefähr zwei Drittel der Infizierten werden zu diesem Zeitpunkt nicht erfasst.
6. Überlegungen zu populationsbezogenen Stichproben (Nationale Kohorte)
müssen intensiviert werden.

Die These entspricht weitestgehend meiner Kritik oben.

Update (9.4.2020)

Grafik von Kevin Drum aktualisiert.

Aus der Berichterstattung über erste Ergebnisse aus der oben erwähnten Heinsberg-Studie:

Das sind die ersten, aber schon repräsentativen Zwischenergebnisse:

  • Bei 15 Prozent der untersuchten Bewohner Gangelts konnte eine Infektion nachgewiesen werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent.
  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Letalität aktuell laut der Johns-Hopkins-Universität bei 1,98 Prozent - also fünf Mal höher.

An der Pilotstudie, bei der es darum ging mehr über die Dunkelziffer des Virus und Übertragungswege herauszufinden, nahmen Streeck zufolge mehr als 1000 Bewohner teil. Die Untersuchung basierte auf Fragebögen, Rachenabstrichen und Blutentnahmen (zum Test von Antikörpern, die auf eine Immunität hinweisen).

Update (11.4.2020)

Inzwischen wird die Heinsberg-Studie stark kritisiert, zum einen wegen der frühen Veröffentlichung mittels einer Art Medienkampagne, zum anderen wegen (angeblicher) methodischer Fehler zum dritten, weil sie nichts wesentliches aussage über Deutschland insgesamt.

Ich habe im Moment eine ganz andere Kritik, die daran anknüpft, was die Studie als Zwischenergebnis aussagt: Unabhängig davon, ob diese oben geäußerten Kritikpunkte zutreffen, denke ich, dass dieses Zwischenergebnis nicht stützt, zu welcher politischen Aussage es jetzt verwendet wird oder werden soll: Es sind aus diesen Zahlen m.E. keine Argumente für oder gegen "Lockerungen" zu entnehmen. Es lassen sich insbesondere zwei Nachrichten/Botschaften entnehmen, die sich in der Richtung widersprechen.

1. Die - eingeschränkt - gute Nachricht:  Das Virus wäre (wenn die Ergebnisse bestätigt werden können) weniger tödlich als bislang von vielen angenommen. Ob das auch auf die Gefährlichkeit zutrifft, dazu müsste auch noch die Hospitalisierungsrate genannt werden, denn wenn die Erkrankten nur aufgrund besonders guter Kliniken gerettet werden können, dann sagt uns diese Sterberate noch nicht viel über die weltweite Gefährlichkeit im Sinne von schwerer Erkrankung.

2. Die schlechte Nachricht: Selbst in Heinsberg sind erst 15 % der Menschen infiziert. Das bedeutet hochgerechnet, dass in Deutschland wohl weit weniger infiziert sind (1 %?) und das bedeutet wiederum, dass wir noch sehr weit entfernt snd von einer Herdenimmunität, da noch 99 % der Menschen infiziert werden können, wenn wir nicht auf Distanz gehen.

Also: Vorsicht ist geboten, sowohl bei  der Interpretation der Daten als auch bei politischen Konsequenzen.

Update (13.04):

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum nochmal neu eingefügt. Es zeigt sich bei den Sterberaten in DE (bezogen auf die Bevölkerung!) ein hoffnungsvoller "Knick" seitwärts.

Einiges, was ich oben im Beitrag geschrieben habe, sieht auch Prof. Vogt, ein Schweizer Virologe, ähnlich, in einem sehr lesenswerten Beitrag, der insbes. auf die Schweizer, aber auch auf die europäische Reaktion und Situation insgesamt eingeht und die politischen Versäumnisse klar herausstellt, hier:  Quelle: Mittelländische

Update (17.04.):

Habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Die Todesraten und ihr Wachstum unterscheiden sich nun stark. Deutschland und Kanada liegen recht gut - ein  Abflachen der Kurve in Deutschland ist zu erkennen, Schweden und USA sind aber offenbar noch nicht am "Peak" der Sterbezahlen angekommen, auch Frankreich macht keinen sehr hoffnungsvollen Eindruck.

Beachten Sie (neben der Kurvenentwicklung) auch die Sterbefälle pro Million der Bevölkerung.

Mein Monitum, dass Dunkelfeldstudien erforderlich seien, wird inzwischen von fast allen geteilt, auch - reichlich spät, finde ich - vom RKI: Pressemitteilung vom 9. April 2020.

Auch Kollegen von meiner Universität haben sich  in dem Sinne geäußert, wie ich es oben angedeutet habe (Auszug aus der Pressemitteilung, die Hervorhebung stammt von mir):

Peterhammers Studie legt die Vermutung nahe, dass um den 20. März 2020 herum die tatsächlichen Infektionen in Deutschland über die Kapazitäten für positive Tests hinausgewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Verlaufskurve der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eine deutliche Verlangsamung festzustellen. Der Grund für diese Stagnation liege jedoch nicht darin, dass die politischen Maßnahmen gegriffen hätten - ein positiver Effekt durch die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften sowie durch das Social Distancing hätte sich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in den gemeldeten Zahlen niederschlagen können, erläutert Peterhammer. Vielmehr sei es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, die tatsächlichen Neuinfektionen mithilfe der Testmethoden zu erfassen. Laut Studie spiegelten die gemeldeten Infektionen derzeit vermutlich nicht länger die tatsächlichen Fälle wider, sondern lediglich die Nachweiskapazitäten.

Felix Peterhammer spricht sich dafür aus, für die Überprüfung der Maßnahmen groß angelegte Zufallstests in der Bevölkerung durchzuführen - ähnlich wie bei Wahlumfragen könnte das Ergebnis anschließend auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet werden. Verdachtsabhängig sollte nur noch dort getestet werden, wo es medizinisch notwendig und sinnvoll ist, zum Beispiel bei schwer Erkrankten oder bei Klinikpersonal.

Update 20.04.2020:

Kevin Drum hat in seinem Blog die Darstellungsweise verändert. Er will nun zeigen, welche Länder anhand der Todesfallzahlen schon am Höhepunkt (peak) der Kurve angekommen sind bzw. diesen überschritten haben. In seinen Grafiken (unteres Bild) wird ein 6-Tages-"rolling average" verwendet, d.h. es wird jeweils der Durchschnitt der letzten 6 Tage angezeigt, um die Ausschläge täglicher Abweichungen etwas auszugleichen. Zu beachten ist, dass die Grafiken in den Zeilen verschiedene Skalen benutzen.

Um die frühere Aussage weiter zu ermöglichen, habe ich die gemeldeten Todesopferzahlen derselben neun Staaten mit der App "shinyapp" in einem Diagramm vereint (oberes Bild). Hier zeigt sich nun deutlich, wie stark die Staaten sich unterscheiden: Spanien leider außer Konkurrenz hoch, Italien, Frankreich und UK in etwa auf demselben Pfad, die USA, Schweiz und Schweden etwa gleichauf, Deutschland und Canada ebenfalls ungefähr gleichauf mit den niedrigsten Werten.

Bei shinyapp können Sie selbst weitere Grafiken erstellen und beliebige Staaten vergleichen.

 

Update 23.04.2020:

1. In einem Artikel auf der Seite von üben Sozialwissenschaftler unter dem Titel:

"Lockdown im Blindflug Was bei den Corona-Studien derzeit alles falsch läuft"

ebenfalls methodische Kritik an der bisherigen Datenbasis zur Coronakrise und es werden repräsentative Studien gefordert, Zitat:

Die Sozialwissenschaftler Menno Smid von Infas und Prof. Rainer Schnell von der Universität Duisburg-Essen beobachten immer noch eine Fixierung auf die Zahl der Infizierten. Diese sind nicht nur irreführend, weil in jedem Land zu anderen Zeitpunkten der Erkrankung und nach anderen Maßstäben getestet wird. Der Unterschied auf den Anteil der Verstorbenen im Verhältnis zu den Infizierten, erklärt sich daraus. Es handelt sich laut Schnell auch um eine „selbstrekrutierte Stichprobe“ – getestet wird nur wer Symptome zeigt –, die wenig aussagekräftig ist.

Auch die bisherigen repräsentativen Studien wiesen erhebliche methodische Mängel auf. Die geplante Studie in München sei zwar grundsätzlich geeignet, jedoch wird an der Erhebung unter Polizeibegleitung Kritik geübt:

Diese Vorgehensweise sei wohl gewählt worden, um die Unbedenklichkeit und Seriosität zu verstärken. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive entstehe so jedoch ein verfälschender Interviewereffekt, so Schnell. Schließlich ist die Teilnahme freiwillig und mancher Bürger könnte sich von dem Polizeischutz abgeschrecken lassen. Dann ist es aber wiederum nicht mehr zufällig, wer mitmacht.

2. Auf der Seite "coronasoziologie.net"  findet sich ein Artikel der beiden vorgenannten Soziologen, in denen die methodischen Problem noch einmal näher erläutert werden.

3. Ich selbst habe meine Überlegungen noch einmal in einem Interview mit der Pressestelle der Uni Regensburg zusammengefasst. Das Interview ist auf der Homepage der Uni verfügbar.

 

Update 24.04.2020:

1. Ich habe die Grafiken/Diagramme oben aktualisiert, auch wenn es zunehmend Kritik auch an der Zuverlässigkeit der täglichen Sterbezahlmeldungen gibt (siehe dazu 2.).

Die Entwicklung der Daten anhand der vorhandenen Sterbezahlen zeigt die Fortführung der bisherigen "Kurven" bei den neun beobachteten Staaten, mit einer Ausnahme: In Schweden zeigt sich ein stärkerer Zuwachs als in USA und Schweiz. Schweden erhält ja ganz besondere Beachtung, weil dort deutlich weniger  Distanzmaßnahmen behördlich angeordnet wurden als in den anderen europäischen Ländern. 

2. Nach meinem Interview, das auf der Homepage der Universität Regensburg veröffentlicht wurde, erreichte mich die Post eines örtlichen Kollegen aus den Humanwissenschaften, der wesentlich detaillierter ganz ähnliche Kritik an den offiziellen Infektionszahlen formuliert hat. In seinem Aufsatz "The Scenario of a Pandemic Spread of the Coronavirus SARS CoV 2 is Based on a Statistical Fallacy" hat Christof Kuhbandner  (hier die Pre-Print-Publikation, hier ein deutschsprachiger Beitrag auf scilogs, der sich auf die deutsche Situation bezieht) sich intensiv mit den Daten auseinandergesetzt und ebenso wie ich konstatiert er, dass die Infektionszahlen im Wesentlichen das Testgeschehen und nicht das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Zitat:

since the number of conducted coronavirus tests has rapidly increased over time as well, the apparent increase in infections may actually reflect increased testing, rather than a rapid spread of the coronavirus. To examine this issue, data from Austria, Belgium, France, Germany, Italy, and USA were analyzed. In all countries, the rapid increase in reported new infections was largely attributable to the rapid increase in conducted tests. Statistically controlling for the increased amount of testing revealed that the increases in reported infections dramatically overestimate the true increases in every country.

Seine dazu angestellten Überlegungen sind plausibel und entsprechen meiner Vermutung: Die Steigerung der Infektionszahlen ist mehr oder weniger einer zunehmenden Ausschöpfung des Dunkelfelds geschuldet. Da wir die Größe des jeweiligen  Dunkelfelds aber nicht kennen und die Selektionskriterien (für die Durchführung von Tests) sich zeitlich, regional und  international unterscheiden, halte ich eine korrigierte Berechnung der "wahren Infektionszahl" auf Grundlage der positiv Getesteten für weniger überzeugend.

Aber nicht nur das erörtert er in dem Aufsatz. Kuhbandner formuliert auch Kritik an der Todesfallzahlstatistik, denn auch diese sei von der Erhöhung der Testzahl betroffen. Wenn die meisten Erkrankten etwa erst kurz vor dem Tod positiv getestet wurden, werde die tatsächliche Todesursache möglicherweise verdeckt, da das Coronavirus noch gar nicht hätte so lebensgefährlich wirken können. Argument für diese Schlussfolgerung sieht er darin, dass die Todesfallzahlen in den Statistiken gleichzeitig mit den Infektionszahlen ansteigen, obwohl biologisch eine Zeitverzögerung zu erwarten sei. 

Diese Kritik an der zuverlässigen Todesfallstatistik lässt mich natürlich aufhorchen: Wenn sie zuträfe, wäre meine Annahme unzutreffend, dass das "harte Faktum" des Todesfalls die Ausbreitung der Epidemie tendenziell besser reflektiert als die Infektionszahlen. Und noch eine andere Kritik hat mir der Kollege zukommen lassen (scilogs): Die vom RKI täglich gemeldeten Todesfälle stammten ohnehin aus den letzten 14 Tagen, die Mehrheit der gemeldeten Todesfälle sei schon vor mehr als einer Woche eingetreten. Nach seiner Berechnung sei daher der "Peak" der Sterbefälle schon so früh zu verorten (Anfang April), dass die Mitte März ergriffenen Distanzmaßnahmen und Schulschließungen diesen Rückgang gar nicht erklären könnten.

Hierzu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, auch wenn ich den Einwand der (möglicherweise auch international stark abweichenden) Meldeverzögerung ad hoc nicht zurückweisen kann.

Update 28.04.:

Die beiden Grafiken habe ich aktualisiert. Inzwischen ist zu erkennen, dass sich Schweden deutlich von den beiden Staaten USA und Schweiz, mit denen es bislang in etwa auf gleicher Höhe lag, nach oben absetzt. In allen Staaten (außer Canada) zeigt sich inzwischen ein Rückgang der Todesfälle bzw. eine Plateaubildung (Schweden). Canada hat Deutschland inzwischen eingeholt bzw. überholt. Von den neun verglichenen Staaten hat Deutschland die Krise (bezgl. der Todesraten) bislang am besten bewältigt. Ob es an den Maßnahmen liegt oder schlicht am bisherigen Glück, lässt sich kaum ermessen. Die meisten anderen Staaten haben ja ähnliche oder sogar schärfere Maßnahmen ergriffen.

In einem Artikel in der Taz wird angesichts der Übersterblichkeitsstatistiken in einigen europäischen Staaten vermutet, dass das Virus schon viel mehr Todesfälle verursacht hat als bislang bekannt. Ich habe die zugrundeliegenden Statistiken aus der New York Times oben eingefügt.

Hinsichtlich der tatsächlichen Infektionszahlen und damit auch der tatsächlichen Sterblichkeit des Virus (IFR) wissen wir bislang mangels repräsentativer Studien immer noch nicht viel.

Update 30.04.:

Die Grafiken habe ich erneut aktualisiert. Nun ist auch Schweden (endlich!) "über den Berg", was die täglichen Todeszahlen angeht. Es bleibt aber dabei, dass der von manchen als so erfolgreich angesehene "schwedische Weg" (ob durch Pech oder durch unkluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) bislang deutlich mehr Opfer gekostet hat als in den Nachbarländern und auch als in Deutschland. Canada hat nun (auf Bevölkerung berechnet) ebenfalls recht eindeutig Deutschland überholt. Falls es nicht zu einer "zweiten Welle" kommt, ist Deutschland dann (durch Glück oder durch kluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) in diesem Neun-Nationen-Vergleich am besten davon gekommen. Natürlich gibt es jetzt Viele, die meinen, sie hätten schon immer gewusst, dass ein Lockdown gar nicht nötig sei, weil das Virus ja gar nicht soo gefährlich gewesen sei. Ja, hinterher kann man das immer behaupten. Auch das ist aus der Kriminologie bekannt: Erfolgreiche Prävention lässt sich schwer nachweisen und wird auch selten gelobt.

Hier ein aktuelles Interview, das ich der Bayerischen Staatszeitung gegeben habe: Interview vom 28.04..

Update 6.5.2020:

Ich habe das mit shinyapps erstellte Diagramm sowie das von Kevin Drum aktualisiert. Es ist nun erkennbar, dass die (tägl.) Todeszahlen in Spanien, Frankreich, Italien, UK, Schweiz,  Deutschland und (eingeschränkt) Schweden mittlerweile deutlich rückläufig sind. In  Canada und USA zeigt sich zwar auch eine gewisse "Plateaubildung", aber noch kein so deutlicher Rückgang (Diagramme von Kevin Drum). In den kumulierten Todeszahlen (pro Bevölkerungseinheit) bis heute steht Deutschland unter den neun verglichenen Staaten am besten da, auch Canada hat inzwischen deutlich mehr Tote (auf Bevölkerungsgröße berechnet) zu beklagen (shinyapps-Diagramm)

Da jetzt in allen Staaten gewisse "Lockerungen" der vorher unterschiedlich massiven Einschränkungen vorgesehen sind, wird sich wohl über kurz oder lang der bislang eigenwillige "schwedische Weg" überall durchsetzen. Ob und wie sich das auf die Sterberaten auswirkt, muss dann beobachtet werden. Wegen der immer noch deutlich unterschiedlichen Testkriterien (wer, wann und wo wird getestet) halte ich die Todesraten immer noch für einen besseren Vergleichsmaßstab. Aber auch hier ist weiterhin wegen der unterschiedlichen Zuordnung eines Todesfalls zur Ursache "COVID-19" Vorsicht geboten. Auch wenn inzwischen zeitlich etwas überholt, lasse ich auch die Statistiken zur Übersterblichkeit aus der New York Times noch stehen.

Meine Interpretation, dass es nach wie vor - trotz vorhandener Testkapazitäten für repräsentative Stichprobentests - selektive (und nicht unbedingt überall gleich ausgeführte) Testkriterien sind, die zu einem Test führen, die das wirkliche Infektionsgeschehen nicht wiedergibt, wird vom RKI aktuell bestätigt (Quelle: Tagesschau):

Das Robert Koch-Institut teilte vergangene Woche auf Anfrage mit, nicht unmittelbar in die Testungen involviert zu sein. Es lege lediglich die Kriterien fest, bei denen Ärzte einen Corona-Test vornehmen sollen. Bisher war die Linie, dass nur Personen getestet werden sollen, die grippeähnliche Symptome haben und gleichzeitig Kontakt zu einem Infizierten hatten. Von dieser Linie ist das RKI inzwischen abgewichen. Jetzt sollen auch Patienten "bei kleinsten Symptomen" getestet werden, wie Wieler auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Gleichzeitig hält das RKI aber an einem "strategischen Testen" fest, da ein wahlloses Testen wenig bringe. Zu einem strategischen Testen gehöre es aber auch, gezielt in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern zu testen, so Wieler.

Anmerkung: Was viele empirisch forschende Wissenschaftler fordern, ist natürlich kein "wahlloses" Testen, sondern Studien an Stichproben, die insgesamt ein repräsentatives Bild des Infektionsgeschehens in Deutschland ergeben, also nicht nur Gangelt oder München abbilden. 

Hier noch ein Zitat des Bloggers Kevin Drum, der auf einen Vergleich der Infektionszahlen der US-Bundesstaaten diese Antwort findet:

 I continue to think this is probably highly misleading since different states have vastly different testing regimes. If, say, New York is testing 1 percent of its population and Florida is testing 0.1 percent, then New York will overwhelm the total regardless of who’s going up and who’s going down. Likewise, as testing becomes more widespread, looking at cases over time becomes unreliable even within a single state. The case rate can look like it’s skyrocketing just because we’re testing far more people.

Update 8.5.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert (Datenstand 6.5./7.5.).

Zu erkennen ist nun, dass die Todeszahlen in UK trotz Verlangsamung des Zuwachses über die von Italien hinaus gehen, und die Zuwächse in Schweden, Kanada und USA nur zögerlich bzw. nicht stabil nach unten gehen. Deutschland steht weiterhin unter den neun verglichenen Staaten ziemlich gut da, die täglichen Todesfälle durch corona sind auf ein recht niedriges Niveau gesunken, tödliche Infektionen sind also in Deutschland vergleichsweise selten geworden. Man kann das m.E. durchaus den Maßnahmen zuschreiben, wobei unklar ist, welche Maßnahmen genau den Effekt ausgelöst haben, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Maßnahmen hat und wie hoch daneben der Anteil von "Glück" bzw. "Pech" ist, also welche Rolle auch der Zufall spielt (etwa ob wegen ihrer Alters- und Gesundheitsstruktur besonders vulnerable Gegenden oder Institutionen betroffen sind oder nicht).

Erfreulicherweise ist jetzt von örtlichen Kolleg-inn-en eine weitere repräsentative Studie geplant, die im Landkreis Tirschenreuth stattfinden wird. In Bayern würden dann immerhin zwei solche Studien durchgeführt werden, neben der Metropolenstudie in München auch eine in der dünner besiedelten Oberpfalz.

Update 09.05.2020

1. Gingen die Infektionszahlen schon zurück, bevor die Maßnahmen greifen konnten?

Schon oben (Update vom 24.04.) habe ich auch die Thesen meines Regensburger Kollegen Kuhbandner diskutiert. Ich stimme ihm zu (bzw. er mir), dass die Infektionszahlen selbst nicht zur Einschätzung der wahren Lage taugen: Je mehr man testet, desto mehr findet man, soweit unser übereinstimmednes Fazit. Er hat dazu in seinem Artikel auf Telepolis (25.04.) ein anderes Beispiel gebracht, das aber auch sehr anschaulich ist: Bei einer bestimmten Anzahl  im Garten versteckter Ostereier, werden umso mehr gefunden, je mehr Zeit man den Suchenden einräumt. Es wäre unsinnig, aus der gefundenen Anzahl auf die tatsächliche Anzahl der versteckten Eier zu schließen. Wenn man jeden Tag mehr Zeit einräumt und mehr Eier findet, folgt daraus nicht, dass jeden Tag mehr Eier versteckt gewesen seien.

Kuhbandner versucht dann in einem weiteren Schritt aus der Testanzahl auf die wahre Steigerung der Infektionszahlen (im Dunkelfeld) zu schließen, und kommt zum Ergebnis, die tatsächlichen Infektionszahlen seien schon rückläufig gewesen, bevor die Maßnahmen überhaupt greifen konnten. Und da folge ich ihm nicht mehr: Das Dunkelfeld hat seinen Namen nicht umsonst. Es ist eben dunkel. Und aus meiner kriminologischen Erfahrung weiß ich, dass Schlussfolgerungen aus dem Hell- auf das Dunkelfeld methodisch höchst problematisch sind, auch wenn man versucht, die Verzerrungen des Hellfelds irgendwie in den Griff zu bekommen. Man ist dann nämlich darauf angewiesen, dass diese Verzerrungen (hier: Testkriterien und deren Anwendung) gleichförmig bleiben, so dass man sie statistisch auch über einen längeren Zeitraum hinweg herausrechnen kann.  Das weiß auch Kuhbandner und er versucht diese Gleichförmigkeit der Testkriterien zu reklamieren, doch hat er meines Erachtens dabei dreierlei verkannt:

a) Zwar mag das RKI die immer gleichen Selektionskriterien anwenden WOLLEN, wann wer getestet wird, aber ob dies (insbesondere bei Ausweitung der Testkapazitäten) tatsächlich in derselben Strenge eingehalten wird, erscheint mir sehr fraglich. Die Kapazitäten sind regional unterschiedlich und selbstverständlich wird das Signal ("wir sind knapp" oder "wir haben ausreichend Kapazitäten") von den Ärzten, die einen Test vor Ort vornehmen, so verstanden, dass sie ihr Ermessen, wann hinreichend Symptome vorliegen, entsprechend steuern sollen und dies auch können. Vergleich zur Kriminologie: Auch unter den bundesweit gleichen Kriterien für einen Anfangsverdacht finden wir deutlich unterschiedliche Praxen des polizeilichen Vorgehens zwischen versch. Bundesländern und erhebliche Stadt/Land-Unterschiede, ganz zu schweigen von örtlichen Unterschieden, sogar im selben Landkreis.

b) Anders als Kuhbandner annimmt, haben sich die Kriterien, wann wer wo getestet wird, auch aus Sicht des RKI gewandelt. Insbesondere werden inzw. auch sehr viele Menschen getestet, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko tragen, ganz ohne Symptome.

c) Symptome werden nicht von Überwachungsgeräten, Robotern, Drohnen oder ähnlichem festgestellt, sondern von den betroffenen Menschen selbst. D.h. es hängt sowohl das Meldedatum als auch die Meldung überhaupt davon ab, ob jemand die Symptome bei sich selbst als Corona-verdächtig einschätzt, ob er einen schnellen Draht zu seinem Hausarzt hat, ob er seine Familie und Kollegen damit behelligen möchte etc., insgesamt von vielen Faktoren, die wir aus der Kriminologie als "Anzeigebereitschaft" kennen und die individuell sehr verschieden sein können (und damit meine ich wörtlich SEHR). Ich würde vermuten, dass zumindest zu Beginn die Angst Viele dazu getrieben hat, schon bei leichtem Husten ihren Hausarzt zu nerven mit Testforderung. Mit Symptomen, die früher niemanden überhaupt zum Arztbesuch gebracht hätten. Inzwischen aber mag diese Sorge bei Vielen einer anderen gewichen sein (ich müsste dann in Quarantäne, kann ich mir das leisten, meiner Familie zumuten?).

d) Es werden nicht nur anzeigebereite  Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch - in unterschiedlichem Maße - Kontaktpersonen derselben. Und das bedeutet, auch hier hängt es stark davon ab, wie viele solcher Kontaktpersonen jemand hat und an wie viele er sich erinnert. Auch das ist nicht irgendwie vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe. Die Rate zwischen symptomatisch Infizierten und ihren Kontaktpersonen kann sogar erheblich von Woche zu Woche verschieden ausfallen.

Soweit meine Einwände. Aus den methodisch unrichtig ermittelten Infektionsdaten kann man mE nicht korrektere Daten errechnen. Es KANN so sein wie Kuhbandner schließt, es kann aber auch ganz ANDERS sein.

2. Noch ein paar Bemerkungen  zur Kritik an den Maßnahmen und  an der politischen Bewältigung der Krisensituation überhaupt:

Dass es keine  Tests an repräsentativen Stichproben gibt, habe ich im obigen Beitrag seit dem 29. März angemahnt. Inzwischen gibt es einige wenige solcher Studien, die nun auch von immer mehr Wissenschaftlern gefordert werden.

Und ich habe hier einige andere wissenschaftliche Kritik zitiert und besprochen, soweit ich meinte, dass diese etwas beitragen können mit ihren Erkenntnissen. Aber ich weiß, ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, noch bin ich politischer Entscheidungsträger. 

Zur BILD-Schlagzeile:  Deutschlands "klügste Corona-Experten": Was ich überhaupt nicht ernstnehmen kann, ist die klugscheißerische Art, mit der selbsternannte Experten, die selbst nicht im geringsten in der Position sind, für Tote verantwortlich gemacht zu werden, NACH den Maßnahmen deren Überflüssigkeit konstatieren oder so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst und sich dafür von der BILD-Zeitung oder von Reichsbürger-YouTube-Sendern feiern lassen. Das ist für einen Wissenschaftler (gleich welchen Fachgebiets) unverantwortlich und peinlich.

Update 11.05.2020

Die Regionalisierung der Gegenmaßnahmen und deren Orientierung an 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner ist theoretisch eine gute Idee, doch hinkt die praktische Umsetzung an mehreren Stellen:

a) die gemessenen Infektionszahlen (also "positiv Getestete"), an denen sich die Gegenmaßnahmen orientieren sollen, sind - wie schon oben ausgeführt - keine empirisch zuverlässigen Daten. Zudem ergibt sich insbesondere bei Menschen, die in einem Landkreis wohnen, in einem anderen (oder in einer Stadt) arbeiten, ein Zuordnungsproblem. Eigentlich müsste solch eine positiv getestete Person zweimal gezählt werden.

b) da die Landkreise sicherlich nicht interessiert sind daran, dass gerade ihr Landkreis und die darin befindlichen Firmen/Restaurants/Hotels betroffen sind von erneuten Schließungen, wird niemand dort auf eine häufigere Verdachtstestung achten, eher im Gegenteil: die Leute werden eher nicht ermuntert sich testen zu lassen, quasi ein "nudge" in die falsche Richtung, weil zu viele positiv Getestete im Landkreis "bestraft" werden.
Auch das kennen wir in der Kriminologie: Man braucht es den Bürgern nur ein bisschen schwerer zu machen, ihre Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, schon werden weniger Delikte angezeigt.

c) Der Hauptunterschied (Bevölkerungsdichte) zwischen Stadt und Land bleibt unberücksichtigt. Für Städte mit ihrem sehr beweglichen Bevölkerungen (man denke nur an den öffentl. Nahverkehr) ist daher das Maß 50 pro 100.000 möglicherweise zu hoch angesetzt, um durch Gegenmaßnahmen einen größeren Ausbruch noch zu verhindern.

Allerdings ist auch die Reproduktionszahl (für ganz Deutschland) kein besserer Maßstab, denn damit werden regional sehr hohe Verbreitungszahlen ausgeglichen durch niedrigere anderswo. Und die Reproduktionszahl beruht ebenfalls auf den positiv Getesteten und eben nicht auf den tatsächlichen Infektionszahlen. Immer wieder muss darauf hingewiesen werden: Die Erhebung dieser Daten entspricht NICHT den anerkannten Methoden empirischer Forschung.

Zu den Schlachthöfen: Wie oben schon zitiert: In den USA sind bereits 115 Fleischfabriken von Ausbrüchen betroffen (Quelle). Es ist nicht anzunehmen, dass dort Rumänen und Bulgaren beschäftigt sind. Es spricht mehr dafür, dass es nicht die "Reservearmee" ist, sondern die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter tätig sind, die eine Infektion begünstigen. Man muss hier vorsichtig sein, nicht fremdenfeindlichen Klischees Vorschub zu leisten.

Eine andere Form spezifischer Schutzmaßnahmen anhand des individuellen Risikos schlagen Schrappe et al. vor, hier (researchgate-Link). Ich möchte dies hier verbreiten, weil Schrappe et. al. (u.a. auch der Rechtsmediziner Püschel) vom selben argumentativen Ausgangspunkt wie ich aus einen anderen Weg einschlagen.

Update 19.05.2020

Ich habe die Diagramme zum Vergleich von neun Staaten hinsichtl. ihrer Todesrate wieder aktualisiert.

Mittlerweile ist deutlich, dass Schweden sich bezüglich der Häufigkeit der Todesfolge den französischen Ergebnissen  annähert und UK denen von Spanien. Schweden hat, auf die Bevölkerung berechnet, mittlerweile etwa viermal so viele Sterbefälle zu beklagen wie Deutschland und die Schere geht weiter auseinander. Ob sich dies bis zum Ende der Pandemie in einigen Jahren wieder ausgleicht, wie manche annehmen, halte ich für fragwürdig. Trotz aller Unsicherheit würde ich feststellen, dass sich Schweden im Moment NICHT eignet als Modell, wie mit dem Virus umgegangen werden sollte. Allerdings nähern sich die europäischen Staaten (einschl. Deutschland) ja nun derzeit dem schwedischen Modell an. 

Auch in der Übersicht von Kevin Drum zeigt sich, dass sich Schweden, neben USA und Canada, auch bei der Reduzierung der tägl. Todesfälle bislang deutlich schwerer tut als die anderen sechs Staaten im Vergleich.

Die Frage, ob die verschieden starken Maßnahmen (Schulschließung, Versammlungsverbote, Restaurantschließung, private Quarantäne) Erfolge bringen, steht nun im Mittelpunkt erster Forschungsprojekte. Eine erste Veröffentlichung in den USA besagt, dass vor allem die Restaurantschließungen und die Privatquarantäne ("shelter-in-place") effektiv gewesen seien, Schulschließungen aber nicht! Das sind erste Zahlen, die sicherlich noch mit etlichen Fragezeichen verbunden sind. Aber wenn sich dies bestätigt, könnte das ein gutes Signal geben für Schulöffnungen auch in Europa.

Jetzt erst entdeckt, aber seine Kritik geht in eine ganz ähnliche Richtung wie ich sie oben formuliert habe: David Spiegelhalter (Statistiker, UK) im Interview.

Update 25.05.

Die Kurven von Kevin Drum habe ich neu hochgeladen, die Daten bei shinyapps werden leider seit dem 14. Mai nicht mehr aktualisiert, so dass sie auf diesem Stand verblieben sind.

Alle neun betrachteten Staaten sind bei den täglichen Todesziffern nunmehr weit unter ihrem jeweiligen Höchststand, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Von den Gesamtzahlen liegt die Rate in diesem neun-Staaten-Vergleich in DE bei 100 pro Million der Bevölkerungszahl. Aufsteigend von hier aus sind es in CA mittlerweile 170/Million, in CH 224/Million, in den USA 295/Million, in SWE 399/Million, in FRA 421/Million, in Italien 546/Million, in UK 557/Million und in ESP  610 pro Million der Bevölkerung. Während sich in Deutschland wahrscheinlich keine Übersterblichkeit im Vergleich zu vergangenen Jahren ergibt, wird sich COVID-19 ab der dreifachen Todeszahl auch in der Jahresstatistik der Sterbefälle deutlich zeigen.

Der relative bisherige "Erfolg" in Deutschland beim Umgang mit dem Virus kann zu einem guten Teil auf glücklichem Zufall beruhen, aber sehr wahrscheinlich haben auch die Maßnahmen zur Kurvenverflachung gewirkt. Die Gegenargumente, die ich dazu bisher gelesen habe, sind wenig plausibel. Welche von diesen Distanz-Maßnahmen geeigneter waren und welche eher überflüssig oder übertrieben, wird man allerdings - wenn überhaupt - erst später genau ermitteln können. Dass diese Maßnahmen auch Kollateralschäden haben, v.a. wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche, kann nicht bestritten werden. Dass diese "tödlicher" seien als das Virus selbst, erscheint mir aber derzeit wenig glaubhaft.

Eine von Epidemiologen/Virologen anfangs als sehr wichtig eingestufte Maßnahme, die Komplettschließung von Schulen und Kindergärten, gerät allerdings zunehmend in die Kritik. Die Infektion selbst ist für Kinder und Jugendliche wenig gefährlich und die Auswirkungen der befürchteten Verbreitung auf andere Familienmitglieder, insbesondere Großeltern, lässt sich möglicherweise mit anderen Maßnahmen verhindern. So jedenfalls die mittlerweile mehrfach publizierte Auffassung, wie - ebenfalls - Kevin Drum zusammenstellt. Leider wurde ausgerechnet in Schweden(!) die Chance versäumt, das Realexperiment (geöffnete Schulen) zu studieren. Wenn man dort geforscht hätte, wüssten wir jetzt alle mehr.

Update 29.05.

Die neuen Diagramme bei Kevin Drum zeigen, dass hinsichtlich der Todeszahlen die (mglw. nur erste, hoffentlich zugleich letzte) Welle der Pandemie in mehreren der neun Staaten vorüber ist, nämlich in Deutschland, Frankreich und Italien. Spanien und die Schweiz werden von Drum nicht mehr aufgeführt, gehören aber ebenfalls dazu.

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei"  in Schweden, UK, USA und Kanada. Schweden hat nun berechnet auf die Bevölkerungszahl ebenso viele Tote wie Frankreich und wird womöglich noch die italienischen Zahlen erreichen, das ist besonders bitter für den "schwedischen Weg", der von manchen auch für Deutschland vorgeschlagen wurde. Wie schon mehrfach gesagt: Es war sicherlich auch Glück bzw. Pech dabei, aber die in Deutschland (noch gerade rechtzeitig) ergriffenen Maßnahmen haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Anteil daran, dass es hierzulande bisher glimpflich ausgegangen ist.

In den beiden neu hinzugenommenen Staaten Brasilien und Kolumbien steht die Welle (bei den Todesfällen) offenbar noch bevor.

Update 05.06.

1. Dunkelfeldtestung in New York City

Eine Dunkelfeldstudie in New York (Zufallsstichproben von 15.000 Personen an Supermärkten) mit COVID19-Antikörpertests zeigt, dass die Infektionsrate in New York State bei ca. 12% der Bevölkerung liegt, in New York City bei 20 %, d.h.  etwa 10mal so hoch wie die Zahl der positiv Getesteten. Anhand der ebenfalls verfügbaren Exzess-Todesfälle in New York City (23.000) haben die Forscher daraus eine IFR (Infection Fatality Rate) von 1,4 % ermittelt, also ca. 1,4 % der Infizierten erkrankten mit tödlichem Ausgang. Da hinsichtlich der Zahlen eine gewisse Unsicherheit anzunehmen ist (z.B., dass die Exzess-Todesfälle nicht nur COVID19 Infizierte betreffen), wird man für NYC aber wohl von einer tatsächlichen IFR zwischen 1 und 2 % ausgehen können. Berücksichtigt man nur die "offizielle" Todesziffer in NYC (13.000) läge die IFR bei 0,75 %.

2. Stand der "Welle" der Sterbezahlen in den verglichenen Staaten

Anhand der wiederum aktualisierten Grafiken von Kevin Drum lässt sich sagen: Der Eindruck von letzter Woche setzt sich fort:

Die Staaten Italien, Frankreich und Deutschland  haben im Hinblick auf die täglichen Sterbezahlen die Welle der Pandemie "überstanden" (tägl. nur noch 2 oder weniger pro Million der Bevölkerung), bei den absoluten Zahlen steht DE mit 100 pro Million in diesem Vergleich ziemlich gut da, Italien und Frankreich hat es aufgrund der viel höheren Sterbezahlen im März und April mit  560 und 433 pro Million viel härter getroffen, aber auch dort sind die täglichen Sterbezahlen inzwischen auf ziemlich niedrigem Niveau.

Offenkundig noch nicht vorbei ist die Welle in Staaten, die auch aktuell noch relativ hohe tägliche Sterbeziffern aufweisen:

Schweden (ca. 4 pro Million tägl. hat bei den abs. Zahlen mit 450 pro Million inzwischen auch Frankreich überholt)

Kanada (ca. 3 pro Million tägl, liegt absolut inzwischen bei 200 pro Million),

UK (ca. 5 pro Million tägl., inzwischen absolut mit 600 pro Million deutlich mehr als Italien!) und

USA (ca. 3 pro Million tägl., liegt absolut bei 325 pro Million)

Trotz der schwierigeren Ausgangsbedingungen sieht es momentan so aus, als ob es auch in Brasilien und Kolumbien gelingen könnte, die Sterbezahlen gering zu halten.

Update 08.06.2020

1. Dunkelfeld-Panel-Studie in Lübeck

Die Elisa Studie in Lübeck hat nun erste Ergebnisse publik gemacht: 

Von den 3000 Probanden, die sich seit Beginn der Lockerungen immer wieder testen ließen, ist niemand positiv getestet worden, berichtet der NDR. Schlussfolgerung: Lockerungen einschl. Öffnung von Schulen und KiTas seien in Schleswig Holstein nun angezeigt.

2. Ein detaillierter Bericht von Robert Werner im Blog regensburg digital betrachtet die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Immerhin die Hälfte (europaweit wohl noch mehr) der Corona-Sterbefälle seien in diesen vorgekommen. Die genauere Untersuchung und der Schutz der Menschen seien hier sträflich vernachlässigt worden.

 

Update 11.06.2020

1. Maskenpflicht sinnvoll oder überflüssig bis schädlich?

Während hierzulande insbesondere der Virologe Streeck die Maskenpflicht kritisiert, weil die Menschen oft falsch und unhygienisch mit der Maske umgingen

Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.

, wird die Maskenpflicht von einer in Jena durchgeführten Studie  und einer anderen auf dem Schiff USS Theodore Roosevelt , als sinnvoll ausgewiesen:

Mask use is the most effective countermeasure by far, followed by social distancing and avoiding common areas.

M.E. ist auch der psychologische Effekt der Maske nicht zu unterschätzen. Sie signalisiert anderen, das Virus ist noch da!

2. Vergleichszahlen von neun Staaten: Immer noch Sorgen in vier Staaten

Die Daten vom 9.6. in den Diagrammen von Kevin Drum. Brasilien hat er durch Argentinien ersetzt, wo aber - angesichts der Todesraten - das Virus offenbar noch ganz am Anfang ist oder durch Distanzmaßnahmen bereits in seiner Gefährlichkeit eingehegt werden konnte. Mexiko hingegen hat bei noch stark steigenden Todeszahlen  Deutschland in den absoluten Zahlen bereits überholt. Immer noch sorgenvoll kann man nach UK, Kanada, Schweden und USA blicken, denn nach wie vor werden von dort höhere Sterbeziffern gemeldet. 

Update 15.06.2020

1. Die Diagramme von Kevin Drum (Datenstand 13.06.) zeigen wenig Neuigkeiten. Nach wie vor registrieren die vier schon oben genannten Staaten (USA, UK, SWE und CAN) täglich einige Tote. Inzwischen ist auch der Datenstand von shinyapps wieder aktualisiert und zeigt die Todesfälle pro 100.000 Bevölkerung der (usprünglichen) neun Staaten im direkten Vergleich. Auch hieran lässt sich an den weiter steigenden Todeszahlen der Unterschied zwischen den fünf Staaten, bei denen kaum noch Todesfälle registriert werden und den o.g., bei denen dies weiterhin der Fall ist, gut erkennen.

2. Die Diskussion darum, ob die Maßnahmen ("Lockdown") übertrieben waren bzw. sind, reißt indessen nicht ab. Ich empfehle dazu folgende (kostenfreie) Lektüren:

a)  Coronavirus: Should We Aim for Herd Immunity Like Sweden?

And What Can Countries like the US or Netherlands Learn from It? von Tomas Pueyo (9. Juni)

b) The Effect of Stay-at-Home Orders on COVID-19 Cases and Fatalities in the United
States von Fowler/Hill/Levin/Obradovich (13. April)

 

Update 19.06.2020

Die Neuinfektionen v.a. in einem Schlachtbetrieb zeigen, dass das Virus auch in Deutschland längst nicht verschwunden ist und soziale Distanz weiterhin sinnvoll ist. Für die Verbreitung gerade dort sind wohl in erster Linie die geringen Temperaturen, die nicht ausreichende Lüftung, die Enge und die wegen der Maschinen notwendig  laute Kommunikation verantwortlich, in zweiter Linie die beengte Wohnsituation der dort arbeitenden Menschen. Da das Virus keine Grenzen oder Nationalitäten kennt, ist die Aussage, dass es deren Herkunft sei, schlicht vorurteilsbehaftete Fremdenfeindlichkeit, die im Falle von Politikern von eigenen Fehlern ablenken soll.

Hinsichtlich der täglichen Todesziffern ist es mit Blick auf die Diagramme insbesondere in Schweden nach wie vor nicht gelungen, diese auf ein Mindestmaß zu verringern; inzwischen sind die Zahlen bezogen auf die Bevölkerung dort etwa fünf Mal so hoch wie in Deutschland und nähern sich den Todesziffern in Italien.

Während sie in USA ebenfalls noch nicht beruhigend niedrig sind, erscheinen die Aussichten jetzt in Kanada und UK etwas besser als vor ein paar Tagen.

Bislang hat sich die Strategie "Hammer and Dance", also mehrwöchige Schließungen ("Lockdown") mit erzwungener Distanz zur Ausbremsung der Infektion mit anschließender Nachverfolgung und Kontrolle konkreter Ausbrüche in den meisten Weltregionen als einigermaßen erfolgreich gezeigt.

Update (22.06.2020):

1. Schweden weiterhin hintendran

Die Diagramme oben habe ich aktualisiert. Inzwischen liegen von den sieben Staaten, die von Anfang an von Kevin Drum beobachtet wurden, beim Tagesdurchschnitt der Sterbezahlen alle unter dem Wert von zwei pro Million, mit einer Ausnahme: Schweden. Das ist eine traurige Nachricht für die nach wie vor betroffene Bevölkerung Schwedens und auch eine bittere Nachricht für diejenigen, die meinten, Schweden könne eine Art Vorbildrolle einnehmen für einen weniger beeinträchtigenden Umgang mit der Pandemie.

2. Warum schneidet Deutschland so gut ab?

Kevin Drum hat vor einigen Tagen in seinem Blog auch diese Frage gestellt:

Does anyone know of a really good article that explains the German miracle? Did they adopt different countermeasures than, say, France and Belgium? Did they adopt them earlier? Did everyone in Germany take them more seriously? Or what? It’s not just that they’ve had the best response to the pandemic; they’ve had the best response by light years among large countries. There are other countries that have also done well (Denmark, Norway, Austria, Greece, Switzerland), but they’re all a fraction of the size of Germany.

In der Kommentarspalte dort finden sich einige interessante Bemerkungen (aus der Außenperspektive auf Deutschland) und auch einige Links auf spannende Einschätzungen, z.B. diese hier. Manche machen die "ruhige Hand" der Bundeskanzlerin verantwortlich, andere das den Deutschen eigentümliche Vertrauen in Autoritäten und allg. Gehorsam (etwa bei der Maskenpflicht). Ich denke, es war  neben der Rechtzeitigkeit der Distanzmaßnahmen das  relativ effektive Tracing von Kontaktpersonen und Glück. Ja, Glück war auch dabei.

 

Update (30.06.2020)

Bei den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum zeigt sich jetzt, dass  Kanada auch nur noch ein Minimum an neuen Todesfällen (pro Million der Bevölkerung) registriert. Weiterhin stagnieren aber die USA, UK und SWE bei ca. zwei Toten pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Bayerns Ministerpräsident hat jetzt angekündigt, dass sich demnächst jede/r freiwillig testen lassen kann, also unabhängig von Symptomen. Dass nach wie vor - trotz der vorhandenen Kapazitäten - kein repräsentatives Panel in regelmäßigen Abständen getestet wird, halte ich für sehr fragwürdig.

Von der Münchener Dunkelfeldstudie, die Mitte Juni Ergebnisse vorlegen sollte, ist immer noch nichts zu hören.

Update 2.7.2020

Eine Diskussion in den Kommentaren aufgreifend:

Ich habe oben in meinem Ausgangsbeitrag angeführt, warum sich die Infektionszahlen für Vergleiche nicht eignen. Daran halte ich nach wie vor fest. Bei dem Problem mit diesen Zahlen geht es zwar AUCH um die Anzahl der Tests, aber das ist keineswegs der einzige Grund, warum diese Vergleiche nicht sinnvoll sind, noch weniger natürlich, wenn man sich daran macht, bei diesen Werten auch noch Wachstumsraten auf vier Stellen hinter dem Komma zu berechnen.

Auch wenn man die unterschiedliche Anzahl der Tests kontrolliert, kann das keine sinnvollen Vergleiche ergeben, denn es kommt ebenso sehr darauf an, WER und WO getestet wird, also welche Verdachtsmomente/Symptome im jeweiligen Land einen Test auslösen. Hier gibt es starke Unterschiede sogar innerhalb einer Region oder eines Staates, die zu Verzerrungen der Ergebnisse im Zeitverlauf führen, erst Recht beim Vergleich zwischen Staaten. Dabei ist insbesondere auch die Dynamik zu berücksichtigen, mit der die Testkapazitäten ausgebaut und gesteuert wurden und werden.

Ich habe im obigen Beitrag dann begründet, warum die Anzahl der Todesfälle (pro Bevölkerungseinheit in einem Land) ein besseres Maß für die relative Betroffenheit durch das Virus ist. Auch hier gibt es natürlich einen Einfluss der Tests, aber bei den schwereren Fällen von COVID19 ist die Verzerrung geringer als im Feld insgesamt.

Natürlich kann man jetzt daran gehen und auch die Todeszahlen mit der Anzahl der Tests im jeweiligen Land in Beziehung setzen, die unterschiedliche Anzahl der Tests also "kontrollieren". Das ist zwar insofern nicht zwingend, weil die Anzahl der (positiv getesteten und dann) Verstorbenen weitgehend unabhängig davon ist, wie viele aus der gesunden Bevölkerung man außerdem  gestestet hat, aber sei es drum, hier die Reihe. 

Verglichen werden Deutschland, seine neun Nachbarländer  und sechs weitere westl. Staaten mit vergleichbarer Infrastruktur
geordnet nach Todesfälle pro Million (TpM), die folgende Zahl ist gebildet aus den TpM unter Kontrolle der Testanzahl pro Million, die Zahl in Klammern zeigt die "Rangordnung" nach Berücksichtigung der Testhäufigkeit. Die Rohdaten stammen vom Worldometer heute:

  1. Tschechien 33 TpM, 0,63 (3.)
  2. Polen 39 TpM, 0,95 (4.)
  3. Österreich 78 TpM, 1,11 (5.)
  4. Dänemark 105 TpM, 0,56 (1.)
  5. Deutschland 108 TpM, 1,54 (6.)
  6. Luxemburg 176 TpM, 0,57 (2.)
  7. Schweiz 227 TpM, 3,28 (8.)
  8. Kanada 228 TpM, 3,12 (7.)
  9. Niederlande 357 TpM, 9,91 (14.)
  10. USA 395 TpM, 3,76 (9.)
  11. Frankreich 457 TpM, 21,76 (16.)
  12. Schweden 532 TpM, 10,43 (15.)
  13. Italien 575 TpM, 6,38 (12.)
  14. Spanien 607 TpM, 5,18 (11.)
  15. Großbritannien 647 TpM, 4,55 (10.)
  16. Belgien 842 TpM, 7,79 (13.)

 

 

 

 

 

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1813 Kommentare

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Da ich inzwischen schon am Lesevermögen und den kognitiven Kapazitäten des Herrn Sponsel ja begründete schwere Zweifel hege, muss ich eine kleine Korrektur und Ergänzung noch anbringen:

  .... mit 40 wiegt er dann schon 95 kg, nach Sponsel wäre seine Gesamtwachstumsrate nur noch 0,08047, also Abnahme der Wachstumsraten.

(Zu finden in der 3. und 4. Zeile von oben.)

 .... das sponselsche Wachstumsratenverhältnis aus den geometrisch gemittelten Wachstumsratenwerten der 4-4 Perioden für die Neuzunahmen bliebe dabei immer kleiner als 1.

(Zu finden in der 7., 8. und 9. Zeile von oben.)

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Zwei Chroniken zur Corona-Krise noch vom BR und von der FAZ, neben denen von RTL mit der Suche* :

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/rueckblick-entwicklung-der-coronakrise,RoxMtok

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/ein-virus-breitet-sich-aus-chronik-der-corona-epidemie-16652824.html

*:  Coronavirus-Chronik Teil RTL

Daten und Fakten sind entscheidend, "Meinungen" sind es weniger für die Wahrheitsfindung.

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Danke Archivar 06-03    22:04 Uhr für die Übersicht br. Zum letzten Satz: Was Sie als "Meinungen" in Gegenstz zu Daten und Fakten setzen, das ist wohl die Abwägung , welche Maßnahmen getroffen werden sollen, welche verfassungsgemäß sind.  Am ehesten der "Meinung", eher der Untermauerung von Propaganda, kommt wohl nahe die kanzleroide Masche, gelegentlich die eine, dann die andere Faktenmethde als bedeutsam für Entscheidungen auszugeben. Wenn ein Drosten in Tages- oder Stundenabstand andauernd bei seinem Medialkasperlspiel neue "Methoden", "Kennziffern" aus dem Dunkelfeld der potentiellen Methoden herauszaubert - und dann eine Führerin sich an die eine oder andere dranhängt - erinnern Sie sich noch: "Verdoppelungszahl" - wenn wir 10 erreichen, dann .............; dann erreichten wir 8, 10, 12, 14, 25, 30 .......und plötzlich war die Verdoppelungszahl völlig futsch, sie leitete nichts an Entscheidungen.  "Wahrheitsfindung" wurde führerisch als "Orgie" deklariert.

Ein Virologe mit Kenntnissen in der Epidemiologe wie Drosten weiss, das es für die BEURTEILUNG einer echten Pandemie keine einfache und einzige Masszahl gibt, aber Stümper wie auch Sponsel wissen das ja nicht. Am Anfang einer Epidemie geht das Geschehen meistens exponentiell [1] los, aber auch schon überexponentielles [2] Geschehen ist nicht selten.

Darum war am Anfang die Nennung der Verdoppelungszeiten von Seiten der Epidemiologen, die ein Synonym ist für die Exponentialität, wichtig und richtig.

[1] : Gesamtinfektionszahl Y = A mal e hoch (b mal n)

n ist die Zahl der Tage seit der Erstinfektionszahl A, b ist ein Infektionsexponent. Für n = 0 wird Y = A mal e hoch 0 = A, das heißt für n = 0 wird Y = A

[2] : Ein Beispiel dafür wäre: Y = A mal e hoch ((b hoch (c mal n)) - 1)

Y ist wieder die Gesamtinfektionszahl, A ist wieder die Erstinfektionszahl, n ist die Zahl der Tage seit der Erstinfektionszahl A, b und c sind verschiedene Infektionsexponenten. Für n = 0 wird Y = A

Bei [2] explodiert eine Infektion jedoch wie eine hochbrisante Bombe, ein kleines Rechenexempel dazu kommt mal später.

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Für Rechtschreib-Trolle wieder eine kleine Korrektur:

Ein Virologe mit Kenntnissen in der Epidemiologe wie Drosten weiss, dass es für die BEURTEILUNG einer echten Pandemie keine einfache und einzige Masszahl gibt, aber Stümper wie auch Sponsel wissen das ja nicht.

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Alle diese Masszahlen mit Wachstumsraten wrs als Inhalt beruhen auf einer einzigen Formel!

Über diesen einen Leisten wird da dann alles gezogen, ob es zu einer Situation passt, oder in einer neuen Phase angemessen ist, wird da nicht mehr gefragt.

Das ist Scharlatanerie!

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Durch die immer weiter sich ausbreitende Inflationierung auf inzwischen 40 wurde der anfänglich einzige zugrunde liegende Masszahl-Gedanke ja nicht besser. Später kamen auch noch einige Plagiate dazu, das macht es aber auch nicht wirklich besser.

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Mildere Form von überexponentiellem Wachstum wären noch potenziert exponentielles Wachstum:

[1a] : Gesamtinfektionszahl Y = A mal e hoch (b mal n hoch 2)

[1b] : Gesamtinfektionszahl Y = A mal e hoch (b mal n hoch 3)

usw. usf.

Neben doppeltexponentiellem Wachstum als überexponentiellem Wachstum kann auch dreifach und vierfach usw. ..... exponentielles Wachstum sich ausgedacht werden. Da geht dann noch mehr die Post ab! Mathematik macht`s möglich, aber man muss sie kennen.

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Ertappte Stümper wie Sponsel versuchen auch meistens nur mit verbalen Ausdünstungen wie "Troll" oder "Schwätzer", sich noch aus der Affäre zu ziehen, das gehört zu deren Wesen dazu.

Um beim Beispiel des schwergewichtigen Mannes zu bleiben, bei der Geburt hatte er eine Körperlänge von 52 cm bei 3,8 kg Geburtsgewicht, als Faustregel verdoppelt sich das Geburtsgewicht nach 5 Monaten und verdreifacht sich nach 12 Monaten. Weitere Angaben zu Körperlänge und Gewicht sehen Sie hier:

https://www.swissmom.ch/baby/medizinisches/beim-kinderarzt/gewicht-und-laengenwachstum/

Als 10 Jahre alter Junge sind ca. 140 cm Körperlänge und 38 kg Körpergewicht normal, auch dafür gibt es ja Statistiken beim RKI, siehe: Referenzperzentile für anthropometrische Maßzahlen ... - RKI

Und nun können ja die sponselschen Wachstumsraten aus den Körperlängen und auch aus den Gewichtszahlen des Neugeborenen und des 10-jährigen Jugendlichen bestimmt werden und damit dann der ganze sponselsche UNFUG bis ins hohe Alter gemacht werden.

Demnächst führe ich das auch noch mal vor.

Bei den Südkorea-Zahlen von Sponsel mit der letzten Neu-Infektionszunahme vom 02.06.2020 zuletzt zeigt eine kleine fiktive Abänderung auch wieder ein sehr interessantes Phänomen:

...... -47-46-45-44-43-42-41-40- .........

Damit erhöhen sich ja die täglichen NEUINFEKTIONEN jeden Tag um 1 Infektion, aber was machen die sponselschen Wachstumsraten und seine Verhältniszahlen aus den geometrischen Mitteln der 4-4 PERIODEN?

Die Auflösungen gibt es dann demnächst hier auch wieder.

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Es ist aber bezeichnend, dass ein Mathematik-Dilettant wie Sponsel alle warnenden Hinweise so in den Wind geschlagen hatte.

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Göttingen wurde als "Vorgang" ja erwähnt. Ist es nun im Sinne des Lallschwalls "rassistisch", aus dem Spiegel 3.6.2020 zu zitieren: "Für mutmaßliche Verstöße gegen die Corona-Regeln bei den besagten Familienfeiern zum muslimischen Zuckerfest hat er jedoch kein Verständnis."  ?

Aktuelle-Lage-03.06.2020 Bundesländer und Kreise: Heute erneut schlechte Nachrichten für die Scharfmacher und Berufskatastrophierer: Alle Wachstumsraten der jemals Infizierten und der Todesfälle sinken weiter. Und alle Wachstumsraten für Neuinfektionen  und das Verhältnis der geometrischen Mittel aus den letzten 4 zu den davorliegenden 4 Tagen im grünen Bereich. Die Verhältniszahl (nicht mit R zu verwechseln) für Deutschland  für den 03.06.2020 beträgt für 4-4=0.8856 und für 7-7=0.9150, die Wachstumsraten der letzten Periode fallen trotz der Lockerungen gegenüber den Vorperioden (4-4, 7-7. Sollte dieser Trend bis zum 08.06.2020 anhalten, werden die täglichen aktuellen Lageberichte ein­ge­stellt und nur bei entsprechenden Anlässen  aktualisiert.

Kreise: Kein Kreis am 03.04.2020 über der Obergrenze 50/7Tage. Der neue Grenzwert für Landkreise und Städte, dass in 7 Tagen nicht mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Inzidenz) auftreten dürfen, um die Lockerungen beizubehalten, liefert eine klare Orientierung. Das ist im Grundsatz sicher sachlich vernünftig und daher zu begrüßen.  Inzwischen sind einige Länder sogar schon dazu übergangen, engere Obergrenzen (z.B. 30, 35) zu ziehen. Hier die  Entwicklung auch vormaliger Überschreiter oder Problemgebiete:

  • 39.1 nach 44.5, 53.4, 62.3, 24.9, 29.9, 23.1, 32.0, 21.4, 39.1, 35.6, 39.1, 39.9, 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)
  • 26.5 nach 28.8, 40.3, 43.7, 40.3, 41.4, 32.2, 34.5, 24.2, 33.4, 41.4, 33.4, 43.7, 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern),
  • 16.5 nach 15.0, 25.4 [31.05., 30.05 nicht erfasst];  29.9, [28.04.20 nicht erfasst], 34.4,  31.4, 38.9, 40.4, 41.9, 41.9,
  • 25.4, 38.9, 26.9, 26.9, 29.9 Lkr Lichtenfels (Bayern)
  • 24.4 nach 19.5, 12.2 Göttingen Landkreis
  • 9.9 nach 8.9, 8.9, 11.9, 7.9, 9.0, 7.0, 5.0, 8.9, 12.9, 9.9, 9.9, 9.9, 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)
  • 8.5 nach 9.8, 7.2, 15.1, 43.2, 49.8, 51.8, 49.8, 74.0, 76.7, 72.1, 40.6, 39.3, 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern).
  • 7.3 nach 14.5, 17.0, 19.4, 19.4, 24.2, 36.7, 24.2, 26.7, 29.1, 26.7 Coburg Stadt
  • 6.1 nach 10.2, 15.3, 18.3, 21.4, 23.4, 29.5 nach, 22.4, 28.5 nach 28.5, 29.5, 30.6, 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)
  • 5.5 nach 5.5, 5.9, 8.7, 8.7, 8.7, 4.7, 7.1, 6.3, 26.0, 27.1, 26.3, 25.2 Heinsbergkreis
  • 4.2  Osnabrück Stadt
  • 2.8 nach 3.4, 2.8, 8.1, 8.1, 9.0, nicht erfasst (28.05.20)  und 22.9,h 22.7, 22.1, 25.7, 32.5, 32.5, 25.5 Osnabrück Landkreis
  • 2.1 nach 4.2, 12.6, 16.7, 16.7, 11.5 16.7, 14.6, 4.2, 6.3, 6.3, 6.3, 6.3, 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)
  • 0.5 nach 0.7, 2.0, 2.5, 3.3, 3.0, 3.3, 2.8, 5.8, 5.8, 8.0, 21.5, 24.7, 23.3, 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis
  • 1.4 nach 1.4, 1.4, 2.3, 2.7, 2.3 8.2, 9.5, 15.0, 15.5, 17.3, 18.2, 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW),

 

 

RUBIKON: Im Gespräch: „Der Pandemie-Schwindel“ (Sucharit Bhakdi und Jens Lehrich)

Interessant, dass Amazon kurz vor der Ausgabe mitteilte, dass sie das Buch nicht vertreiben. Wer sich informieren möchte über Corona, möge sich an die anerkannten Autoritäten wenden (um min 2).

Richtig, "die anerkannten Autoritäten" sind seriöse Epidemiologen und Virologen, keine Verschwöriker und Stümper und Naivlinge, die sich vor den Karren eines Ken Jebsen und Co., oder der BILD-Zeitung, spannen lassen.

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Anmerkung: Das Thema Wachstum beim Menschen in allen Bereichen ist deshalb auch hochinteressant, weil in der Forensik bei den Altersbestimmungen auf das Skelettalter und das Knochenwachstum der Handwurzelknochen zurückgegriffen wird.

Siehe: https://www.spektrum.de/news/wie-laesst-sich-ein-alter-am-besten-bestimmen/1530653

War hier schon ein Thema im Blog gewesen, der Herr Prof. Dr. Müller wird sich auch daran erinnern.

Außerdem dürfte das auch jeden Vater und jede Mutter interessieren, die ja manchmal auch Hormonbehandlungen für ihren Nachwuchs erwägen. In der Schweizer Website wurden auch die genetischen Komponenten (durch die genetische Vererbung) beim Größenwachstum der Kinder angesprochen und Faustformeln genannt, das HGH (Human Growth Hormone) ist hier am Werk.

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Ich gehe jetzt mal nicht sämtliche Ihrer gelöschten und nicht gelöschten Kommentare durch, was ich mir aber ausdrücklich noch vorbehalte für einen späteren Zeitpunkt, aber in einem Ihrer letzten Kommentare vom Do, 2020-06-04 um 07:11 Uhr ist das enthalten:

Wenn ein Drosten in Tages- oder Stundenabstand andauernd bei seinem Medialkasperlspiel neue "Methoden", "Kennziffern" aus dem Dunkelfeld der potentiellen Methoden herauszaubert

Dann belegen Sie doch mal das, wobei "Tagesabstand" und "Stundenabstand" im allgemeinen Sprachgebrauch und gemäss der guten Sitten in den Wissenschaften nicht auch noch den BEREICH von Milliarden und Billionen und darüber hinaus von Tagen und Stunden umfasst.

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 In einem anderen Ihrer letzten Kommentare vom Di, 2020-06-02 um 17:23 Uhr ist das enthalten:

Ja, Cleverle 06-02  16:32, dann machen Sie doch mal aus dem Verbrecherkreis von Göttingen ein Hellfeld. Was  für "Großfamilien" waren das denn? Soll das im Dunkelfeld bleiben?

Im deutschen Strafrecht werden gemäß § 12 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) als Verbrechen alle gesetzlich normierten Delikte bewertet, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind. (z. B. Raub, Körperverletzung mit Todesfolge, schwere Brandstiftung, schwerer sexueller Missbrauch, Rechtsbeugung).

Delikte mit Androhung einer geringeren Mindeststrafe werden gemäß § 12 Abs. 2 StGB als Vergehen bezeichnet.

(Wikipedia, ist aber so vollkommen korrekt!)

Welche Verbrechen hatten diese Leute in Götingen denn genau und konkret begangen?

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Sehr geehrter Herr Müller,

Im update vom 29.05.20 sagen Sie: "Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei"" Gibt es irgendwo Kriterien, was eine "Welle" sein soll, wie man sie erkennt (Anfang, Ende)? Mein Ansatz ist bislang nur graphisch.

Beste Grüße: Rudolf Sponsel

 

 

Diese Kommentar ersetzt ausdrücklich nicht die Antwort von Prof. Dr. Müller!

Die vielen Wachstumskurvenscharen beim RKI für Kinder und Jugendliche beim Längen- und Gewichtswachstum, die statistisch erfasst wurden, sind in keiner einzigen Phase exponentiell! Wer da wie Sponsel herangeht mit seinen wrs, der ist ein Scharlatan [1]. Ergänzt durch Wachstumskurven für Föten seit der Befruchtung wäre weiter zu erkennen, dass es nur im ersten Stadium der Zellteilungen rein exponentielle Wachstumsphasen mit charakteristischen Verdoppelungszeiten für Menschen gibt, die gesamte Tragezeit bis zur Geburt variiert beim Menschen aber nur relativ gering, das ist bei anderen Spezies aus der Fauna nicht anders, aber da sind Wachstumsraten bem Zellwachstum mit ganz anderen Grössen und Verdoppelungszeiten und Zeiten bis zur Ausreifung vorhanden, wie bei Fruchtfliegen, Eintagsfliegen, oder auch bei Elefanten mit deren langer Tragezeit.

Auch bei Tumoren gibt es verschiedene Wachstumsraten bem Zellwachstum, aber auch verschiedene Phasen und Wellen.

Was Wellen bei Infektionen anlangt, belegt sind bspw. solche bei der sog. "Spanischen Grippe" [2], aber auch bei Masern [3] [4].

Im Übrigen verweise ich auf:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/reproduktionszahl-wachstumsfaktor-nowcasting-die-fachbegriffe-der-corona-pandemie-und-was-sie-bedeuten/25808916.html

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Scharlatan

[2] https://www.br.de/wissen/spanische-grippe-influenza-virus-pandemie-100.html

[3] Gemeldete Masernfälle in Deutschland 2002 bis 2020 (Suchen, Diagramm ist auch dabei)

[4] https://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2019/oeaez-20-25102019/masern-globale-krise-usa-europa-ungarn.html

  

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Sehr geehrter Herr Sponsel,

zunächst bitte ich Sie bei wörtlichen Zitaten den ganzen Satz (und Sinnzusammenhang) zu zitieren, denn dann wird Vieles leichter zu erklären.

Der vollständige Satz lautet so:

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei" in Schweden, UK, USA und Kanada.

Damit wird auch schnell klar, was gemeint ist: Ich beziehe mich auf die Darstellung von Kevin Drum und die Unterschiede in der Wellenform der Grafiken (7-Tages-Durchschnitts-Todeszahlen pro Million der Bevölkerung) zwischen den dort verglichenen Staaten. Erkennbar ist dann "grafisch" deutlich, dass die täglichen (7-Tags-gemittelten) Sterbezahlen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien inzwischen wieder auf nahezu den Stand zurückgefallen sind, den sie vor Beginn der "Welle" mit exponentiellem Anstieg hatten, nämlich (deutlich) unter 2 pro Million der Bevölkerung, während sie in den von mir genannten Staaten Schweden, UK, USA und Kanada bis zum 27.05. zwar zurückgegangen sind, aber sozusagen auf halbem Weg nach unten "steckengeblieben" sind, also, einfach gesprochen, die Welle hier noch nicht "vorbei" ist. 

Ganz deutlich erkennbar ist das bei dem von Ihnen (und Herrn Gaidzik) so gelobten Schweden, bei denen die täglichen Sterbeziffern IMMER NOCH höher liegen als sie in Deutschland am Peak der Welle lagen - das halte ich für ziemlich bemerkenswert. In Kanada, das bei den Todeszahlen lange Zeit auf nahezu gleichem Niveau wie Deutschland lag, ist der Rückgang auch ins Stocken geraten, so dass Kanada inzwischen 1,5 mal soviele Tote zu beklagen hat (jetzt sogar doppelt so viele) wie Deutschland. Ähnliches gilt für die USA und für UK. Das war mit "die Welle ist in diesen Ländern noch nicht vorbei" gemeint und das ist mit bloßem Auge eigentlich auch sehr gut für Laien nachvollziehbar, ohne dass man statistische Tricks anwenden oder die (nach wie vor m.E. für Vergleiche völlig ungeeigneten Infektionszahlen) heranziehen müsste.

Besten Gruß

Henning Ernst Müller

Sehr geehrter Herr Müller,

danke: grafisch also.

Die Graphiken beruhen allerdings auf Zahlen, wobei m.E. aktuell besonders wichtig die der Neuinfektionen und der Aktiven sind. Möchten Sie die außer Acht lassen?

Die Todeszahlen leiden an der Vermischung von "durch" oder "mit" Corona gestorben, eine völlige Fehlentscheidung des RKI (auch der WHO?).

Besten Gruß: Rudolf Sponsel

 

Wer auf sachliche und fundierte Darlegungen zu meinen von Sponsel behaupteten "Rechenfehlern" gewartet hatte, der wartete natürlich vergebens bei diesem Scharlatan aus Erlangen. Und nun beklagt er eine "Fehlentscheidung" des RKI, die aber in der ersten Situation der vielen auftretenden Todesfälle nicht anders zu handhaben war, da die Vielzahl der Verstorbenen damals nicht alle in den Pathologien gründlich untersucht werden konnten.

Ein weiterer Beleg für retrospektive Klugscheissereien des Herrn Sponsel, die im Nachhinein ja leicht gemacht werden können.

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Bei den Todeszahlen frühere Influenza-Wellen bspw. hat Sponsel auch auf keine lückenlosen pathologischen Untersuchungen / Begutachtungen aller Verstorbenen bestanden, jedenfalls konnte er das für seine in seiner Website genannten Zahlen in keinster Weise nachweisen, dass es da etwas anderes als ""durch" oder "mit" Corona gestorben" gegeben hätte.

Sponsel agitiert nur als ein Propagandist gegen das RKI, aber so offensichtlich wie ein ganz blutiger Anfänger, sprich Dilettant, der er ja auch in der Mathematik und Statistik und Epidemiologie ist.

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Korrektur:  .... jedenfalls konnte er das für seine in seiner Website genannten Zahlen in keinster Weise nachweisen, dass es da etwas anderes als ""durch" oder "mit" (Corona) Influenza gestorben" gegeben hätte.

Sonst bleibt alles ausdrücklich gleich!

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Auch am Mi, 2020-04-01 um 23:42 Uhr nannte Sponsel hier im Beck-Blog ja Zahlen zu Influenza-Toten:

Influenza verursacht in Deutschland jährlich durchschnittlich 10.000 Todesfälle. Bei außergewöhnlicher Influenzaaktivität können es  auch schon über 30.000 Todesfälle werden.
Die Saison 2011/12 ergibt eine Sterblichkeitsrate von 25.6%
Die Saison 2013/14 ergibt eine Sterblichkeitsrate je nach RKI-Bezugsquelle Sterblichkeitsraten von 31-44%.
Die Saison 2014/15 ergibt eine Sterblichkeitsrate von 21.41% und 21300 Todesfälle.
Die Saison 2016/17 ergibt eine Sterblichkeitsrate von 23.8% und 22900 Todesfälle.
Die Saison 2017/18 ergibt eine Sterblichkeitsrate von 1.74% bis 26.15% je nach RKI-Datenquelle.

Also ging er von diesen Zahlen aus, auch wenn er auf Widersprüchlichkeiten hingewiesen hatte, die aber ohne die lückenlosen pathologischen Begutachtungen aller Verstorbenen ja vorhanden sein müssen!

Im globalen Bereich der WHO sind lückenlose pathologische Begutachtungen aller Verstorbenen noch absurder als in der BRD.

Sponsels Geschwätz, auch dazu wird immer offensichtlicher.

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Nähert man die Debatte als Jurist dem Recht wieder an, so ist verfassungsrechtlich bemerkenswert die Einbindung gleich mehrerer Grundrechte. Basierend auf der Religionsfreiheit Art. 4 GG, offenbart sich ein weitverbreiteter Glaube an Zahlen, Statistiken, Quoten, Referenzkennziffern usw. Einbezogen ist die Berufsfreiheit, namentlich Art. 12 GG, speziell der Friseure. "Wellen", Dauerwellen, "zweite Wellen" -  man kann aber bei entsprechendem Wunsch auch gekräuseltes Haar glätten. Selbst scheinbar einheitlich dem Grundsatz der Statistik zugeneigte Gläubige zeigen aber doch  harsche Binnendifferenzierungen, gleichsam Konfessionen: Einige sehen in Berlin ein unfehlbares Lehramt verortet. Lassen wir denen allen ihre Gläublein! Dazu ist das Grundrecht nach Art. 4 GG ja da. 

Mit der Einstellung wie oben zu "Zahlen, Statistiken, Quoten, Referenzkennziffern" fragte Peus sicher auch nach den Sterbezahlen in Bochum für Monate der 2. Quartals, oder geht so an andere "Zahlen, Statistiken, Quoten, Referenzkennziffern" heran, wie an die Besoldungstarife. Und auch Glatzköpfe brauchen keine ""Wellen", Dauerwellen, "zweite Wellen"" mehr,  "auch gekräuseltes Haar glätten" brauchen Glatzköpfe ebenfalls nicht mehr, meine Vorbilder wären Glatzköpfe deswegen aber nicht unbedingt

Jeder hat eben so seine Vorlieben oder Marotten, die ja viel über ihn implizit und explizit auch aussagen können.

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Erfreulich, Cleverle, 06-05   15:48, dass gegenüber meinem Respekt vor der Religionsfreiheit kein Widerspruch kommt. Und wie gesagt - die Friseure werden sich über Debatte zu Wellen sehr freuen. Ist ja ihr Metier. 

Anhand der wiederum aktualisierten Grafiken von Kevin Drum lässt sich sagen: Der Eindruck von letzter Woche setzt sich fort:

Die Staaten Italien, Frankreich und Deutschland  haben im Hinblick auf die täglichen Sterbezahlen die Welle der Pandemie "überstanden" (tägl. nur noch 2 oder weniger pro Million der Bevölkerung), bei den absoluten Zahlen steht DE mit 100 pro Million in diesem Vergleich ziemlich gut da, Italien und Frankreich hat es aufgrund der viel höheren Sterbezahlen im März und April mit  560 und 433 pro Million viel härter getroffen, aber auch dort sind die täglichen Sterbezahlen inzwischen auf ziemlich niedrigem Niveau.

Offenkundig noch nicht vorbei ist die Welle in Staaten, die auch aktuell noch relativ hohe tägliche Sterbeziffern aufweisen:

Schweden (ca. 4 pro Million tägl. hat bei den abs. Zahlen mit 450 pro Million inzwischen auch Frankreich überholt)

Kanada (ca. 3 pro Million tägl, liegt absolut inzwischen bei 200 pro Million),

UK (ca. 5 pro Million tägl., inzwischen absolut mit 600 pro Million deutlich mehr als Italien!) und

USA (ca. 3 pro Million tägl., liegt absolut bei 325 pro Million)

Trotz der schwierigeren Ausgangsbedingungen sieht es momentan so aus, als ob es auch in Brasilien und Kolumbien gelingen könnte, die Sterbezahlen gering zu halten.

Noch ein Update:

Dunkelfeldtestung in New York, insbes, New York City

Eine Dunkelfeldstudie in New York (Zufallsstichproben von 15.000 Personen an Supermärkten) mit COVID19-Antikörpertests zeigt, dass die Infektionsrate in New York State bei ca. 12% der Bevölkerung liegt, in New York City bei 20 %, d.h.  etwa 10mal so hoch wie die Zahl der positiv Getesteten. Anhand der ebenfalls verfügbaren Exzess-Todesfälle in New York City (23.000) haben die Forscher daraus eine IFR (Infection Fatality Rate) von 1,4 % ermittelt, also ca. 1,4 % der Infizierten erkrankten mit tödlichem Ausgang. Da hinsichtlich der Zahlen eine gewisse Unsicherheit anzunehmen ist (z.B., dass die Exzess-Todesfälle nicht nur COVID19 Infizierte betreffen), wird man für NYC aber wohl von einer tatsächlichen IFR zwischen 1 und 2 % ausgehen können. Berücksichtigt man nur die "offizielle" Todesziffer in NYC (13.000) läge die DORTIGE  IFR bei 0,75 %.



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Aktuelle-Lage-04.06.2020 Bundesländer und Kreise: Heute erneut schlechte Nachrichten für die Scharfmacher und Berufskatastrophierer: Alle Wachstumsraten der jemals Infizierten und der Todesfälle sinken weiter. Allerdings steigen in einigen Bundesländern die Wachs­tumsraten für Neuinfizierungen. Die Verhältniszahlen (nicht mit R zu verwechseln) der geo­metrischen Mittel für Deutschland  für den 04.06.2020 beträgt für 4-4=0.9107 nach 0.8856 und für 7-7=0.9040 nach 0.9150, also trotz einiger Anstiege von Bundesländern noch im grünen Bereich, d.h. trotz der Lockerungen gegenüber den Vorperioden (4-4, 7-7) kleiner 1. Ob der Trend anhält lässt sich im Moment nicht zuverlässig sagen. Falls er bis zum 08.06.2020 anhält, werden die täglichen aktuellen Lageberichte eingestellt und nur bei entsprechenden Anlässen aktualisiert.

Kein Kreis am 04.04.2020 über der Obergrenze 50/7Tage. Hier die Entwicklung auch vormaliger Überschreiter oder Problemgebiete:

  • 26.2 nach 24.4, 19.5, 12.2 Göttingen Landkreis
  • 25.3 nach 26.5, 28.8, 40.3, 43.7, 40.3, 41.4, 32.2, 34.5, 24.2, 33.4, 41.4, 33.4, 43.7, 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern),
  • 25.3 nach 16.5, 15.0, 25.4 [31.05., 30.05 nicht erfasst];  29.9, [28.04.20 nicht erfasst], 34.4,  31.4, 38.9, 40.4, 41.9, 41.9, 25.4, 38.9, 26.9, 26.9, 29.9 Lkr Lichtenfels (Bayern)
  • 8.9 nach 39.1, 44.5, 53.4, 62.3, 24.9, 29.9, 23.1, 32.0, 21.4, 39.1, 35.6, 39.1, 39.9, 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)
  • 7.9 nach 9.9 nach 8.9, 8.9, 11.9, 7.9, 9.0, 7.0, 5.0, 8.9, 12.9, 9.9, 9.9, 9.9, 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)
  • 5.9 nach 8.5, 9.8, 7.2, 15.1, 43.2, 49.8, 51.8, 49.8, 74.0, 76.7, 72.1, 40.6, 39.3, 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern).
  • 5.1 nach 6.1, 10.2, 15.3, 18.3, 21.4, 23.4, 29.5 nach, 22.4, 28.5 nach 28.5, 29.5, 30.6, 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)
  • 3.9 nach 5.5, 5.5, 5.9, 8.7, 8.7, 8.7, 4.7, 7.1, 6.3, 26.0, 27.1, 26.3, 25.2 Heinsbergkreis
  • 3.6 nach 4.2  Osnabrück Stadt
  • 2.8 nach 2.8, 3.4, 2.8, 8.1, 8.1, 9.0, nicht erfasst (28.05.20)  und 22.9,h 22.7, 22.1, 25.7, 32.5, 32.5, 25.5 Osnabrück Landkreis
  • 2.4 nach 7.3, 14.5, 17.0, 19.4, 19.4, 24.2, 36.7, 24.2, 26.7, 29.1, 26.7 Coburg Stadt
  • 1.5 nach 0.5, 0.7, 2.0, 2.5, 3.3, 3.0, 3.3, 2.8, 5.8, 5.8, 8.0, 21.5, 24.7, 23.3, 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis
  • 1.4 nach 1.4, 1.4, 2.3, 2.7, 2.3 8.2, 9.5, 15.0, 15.5, 17.3, 18.2, 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW),
  • 0.0 nach 2.1, 4.2, 12.6, 16.7, 16.7, 11.5 16.7, 14.6, 4.2, 6.3, 6.3, 6.3, 6.3, 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)

Die Überwachung des Neuninfektions-Geschehens scheint einigermaßen zu funktionieren, wenn auch unverständlich bleibt, weshalb die Testungen in manchen Problemgebieten noch so lange dauern.

Ohne Grundrechte aus dem GG einzuhalten und mit viel Geld aus dem Staatshaushalt kann überall in der BRD zwangsgetestet werden, wäre ja kein Problem.

Bei 83 Millionen Einwohnern und 100 Euro pro Test wären das noch keine 10 Milliarden Euro.

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Die Testkapazität für PCR-Tests  könnte ja noch ohne Weiteres auf 1 Million pro Woche gebracht werden, in 83 Wochen wäre man dann auch durch, das sind ungefähr 1 3/4 Jahre.

Geht doch, aber gerechnet muss dabei schon richtig werden.

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Dr. Sponsel schrieb am  Fr, 2020-06-05 um 13:32 Uhr:

Kein Kreis am 04.04.2020 über der Obergrenze 50/7Tage

Ein schon  überholtes Zwischenergebnis, denn nun hat Bremerhafen die Obergrenze gerissen:

Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen

Stand: 05.06.2020, 00:00 Uhr

Bremerhaven
Infizierte pro 100.000 Einwohner: 142
Neue Infektionen in den letzten 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 53,7
Obergrenze überschritten

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Für den 04.06.2020 schreibt Joachim Herrmann, MdL, Staatsminister in Bayern, in einem update:

Die über sieben Tage statistisch geglättete Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für Bayern heute auf R=0,81 (gestern ebenfalls R=0,81). Die allein auf den Tag abstellende Reproduktionszahl liegt heute bei R=1,02.

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Ohne Zahlen, Rechnen, Statistiken kommen aber Gläubige aus, die dann das glauben müssen, was man ihnen sagt, oder sie es sich einbilden, nachprüfen können sie beides aber nicht.

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Was sind die sponselschen Wachstumsraten  wrs?

Das sind die Exponenten einer e-Funktion, also einer  Exponentialfunktion mit der Eulerschen Zahl e als Basis!

Gesamtinfektionszahl Y = A mal e hoch (b mal n)

n ist die Zahl der Tage seit der Erstinfektionszahl A, b ist ein Infektionsexponent. Für n = 0 wird Y = A mal e hoch 0 = A, das heißt für n = 0 wird Y = A

Der Exponent b = wrs

Eine e-Funktion mit Y = A mal e hoch (0,2 mal n) hat einen anderen Verlauf als eine mit Y = A mal e hoch (0,1 mal n).

Dieser Exponent b = wrs kann e-Funktionen erschöpfend mit A zusammen beschreiben und unterscheiden, nicht solche rein exponentielle Funktionen aber nicht, sondern führt dann zwingend zu Fehlschlüssen.

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Anmerkung: Da der ganze Exponent der e-Funktion ja (b mal n) ist, wäre der Begriff Exponenten-Koeffizient oder Infektions-Koeffizient der Genauere bei der reinen e-Funktion für ein Wachstum.

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Was nie zu vergessen ist: Ein positiver Koeffizient (wrs), also wrs > 0 bedeutet immer, die e-Funktion geht mit ihren Funktionswerten gegen Unendlich bei n gegen Unendlich, in Sponsels Nomenklatur stand das E für einen Endwert bei:

wrs = ln(E/A)/n  <=> E = A mal e hoch (wrs mal n)

Wer das aber nicht beachtet, der fabriziert eben hanebüchenen Unfug.

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In Bayern gibt es keinen Katastrophenfall, da dort schon Lockerungen wieder greifen.

Aber bei Herrn Sponsel scheint es immer noch einen Katastrophenfall wegen bisher noch weiter ausgeweitetem Unfug zu geben.
 

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Im Landkreis Coburg ist der 7-Tageswert auch wieder auf 34 gestiegen mit heutigem Stand, bei Sponsel waren es gestern noch 25,3 pro 100.000 gewesen, nun aber  mit sogar 2 neuen Todesfällen auf jetzt 26 insgesamt, darüber schrieb Sponsel hier nichts.

Na gut, in der Stadt Erlangen seht es besser aus, davon hat der Landkreis Coburg aber nichts.

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Schon längst sind ja Städte und Landkreise für Maßnahmen und Lockerungen auch in Bayern zuständig.

Aber in Erlangen bei Herrn Sponsel scheint das noch nicht angekommen zu sein.

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Angelehnt an die Sponsel-Zahlen und Berechnungen für Südkorea vom Mi, 2020-06-03 um 18:33 Uhr nannte ich für ein Rechenexempel am Do, 2020-06-04 um 03:23 Uhr diese Zahlen für Neuinfektionen:

...... -47-46-45-44-43-42-41-40- .........

(..... -49-38-35-27-39-58-79-40- ........ Sponsel)

Die Tage n sind dabei 125 bis 132, genau wie bei Sponsel.

Die wrs-Neu-Inf berechnen sich dann so:

-0,02917-0,0923-0,02928-0,02933-0,02938-0,02943-0,02947-0,02951-

Das heisst, entgegen den gebetsmühlenhaften Sponsel-Behauptungen sinken die Sponsel-Wachstumsraten, aber es steigen die Fallzahlen der Neuinfektionen dabei !

Bei den geometrischen Mitteln von der 4-4-Periode ergibt sich 0,02925 und 0,02945, das Verhältnis daraus ist dann 0,9932 < 1 !

Das heißt, die Sponsel-Wachstumsraten der ersten 4-4-Periode sind kleiner als die Wachstumsraten der zweiten 4-4-Periode, so dass sich daraus der Interpretationssatz ergibt: Die Sponsel-Wachstumsraten für Neuinfektion in Süd-Korea sinken aktuell.

Aber die Fallzahlen steigen ja in diesem Rechenexempel, in 100 weiteren Tagen wären auch die  Sponsel-Wachstumsraten und das Verhältnis aus weiteren 4-4-Perioden immer noch kleiner als 1 geblieben.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen läge dann bereits bei 147 und könnte sich täglich auch weiter wieder um 1 erhöhen, daher sind solche Sponsel-Berechnungen und Sponsels Schlussfolgerungen aus seinen Berechnungen nichts anderes als reiner Unfug, was somit erneut wieder belegt wurde.

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Mit diesem Rechenexempel wären wir bei 147 täglichen Neuinfektionen 100 Tage weiter noch im September, noch im Oktober könnten es dann schon 160, bis zum Jahreswechsel 2020/2021 weit über 220, bis zum Jahreswechsel 2021/2022 schon knapp unter 600 tägliche Neuinfektionen werden, ohne dass durch Sponsels  Berechnungen irgend ein Alarm ausgelöst werden müsste. In Südkorea lag der Gipfel der täglichen Neuinfektionen bei 850 Anfag März 2020. So würde eine zweite schwere Infektions-Welle komplett übersehen werden können für ganz Sudkorea mit diesen Rechen-Stümpereien eines Diplom-Psychologen aus Erlangen, der sich auf mathematisches Glatteis begeben hatte.

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Da aber in keinem Staat dieser Erde zum Glück solche Sponsel-"Berechnungen" und darauf fussende Sponsel-"Analysen" eine Rolle spielen, kann kein vernünftiger Mensch einen Schaden davon erhalten, die Betonung liegt auf vernünftig.

Das bleibt also weiter alleine das Problem eines Erlanger Diplom-Psychologen, so einen Unfug über lange Zeit veranstaltet zu haben, der ja dokumentiert ist.

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