Corona-Zahlenvergleiche und kriminologische Dunkelfeldforschung

von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 29.03.2020
Rechtsgebiete: Corona4870|230676 Aufrufe

Dieser Beitrag stammt vom 29. März 2020. Er wurde und wird regelmäßig aktualisiert durch Updates, die unten angehängt sind. Die Tabellen und  Diagramme über diesem Text werden regelmäßig aktualisiert.

Seit Wochen starren wir alle auf die Infektionszahlen und die Zahl der Todesfälle, überlegen uns, wie Deutschland im Vergleich zu Italien, Frankreich, USA, Südkorea etc. dasteht, sprechen über Exponentialfunktion usw. Seit Wochen denke ich, dass diese Infektionszahlen eigentlich überhaupt nichts aussagen können, denn sie sind weitestgehend eine Funktion der Rate und der Selektion der Messung.

Die täglich angegeben Zahl der Infizierten ist in etwa so verlässlich wie die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in der Kriminalstatistik: Wenn niemand die BtM-Delikte kontrolliert und aufzeichnet, dann GIBT es sie offiziell einfach nicht. Und wenn die Polizei damit beginnt, BtM-Straftaten zu verfolgen und Personen auf Btm zu kontrollieren, dann sind die Fall- und die  Tatverdächtigenzahlen in der polizeilichen Kriminalstistik komplett davon abhängig, wie viele Polizeibeamte wo und wen kontrollieren, wiederum auch abhängig davon, wie die Polizeibeamten ausgerüstet werden und wie motiviert sie bei den Kontrollen sind.

Übertragen auf COVID19: Die Anzahl (wie viele werden überhaupt getestet?) und die Verteilung (wer wird getestet?) der Tests ist derzeit  national, regional, gesundheitspolitisch und faktisch so unterschiedlich und Maßstäbe wie Selektionskriterien ändern sich im Zeitverlauf so stark, dass die Zahl der positiv Getesteten für die derzeitigen Ländervergleiche objektiv praktisch wertlos ist.

Wenn die Zahlen ansteigen, KANN es theoretisch daran liegen, dass die Infektionen tatsächlich häufiger sind, aber es kann genauso daran liegen, dass man mehr Personen getestet hat oder die Selektionskriterien verändert hat, dass man stärker als vorher in einer betroffenen Region testet oder stärker eine andere Altersgruppe oder dass es leichter geworden ist für Personen, die sich krank fühlen, beim Hausarzt getestet zu werden. Anders als das RKI jetzt angekündigt hat, ändert sich an den Verzerrungen auch nichts dadurch, dass man einfach die Anzahl der Tests erhöht: Neue Kriterien machen Vergleiche zur vorherigen Situation noch schwieriger, wenn nicht unmöglich, und sie können die Realitätsabbildung sogar noch stärker verzerren.

Wir starren also auf Kurven, deren Datengrundlage anhand der Messkriterien einfach viel zu unterschiedlich ist und sich noch dazu auch innerhalb eines Staates nahezu täglich ändert, zB hinsichtlich der Verfügbarkeit und Distribution von Tests und Laboratorien. Noch dazu hinken die Ergebnisse einige Tage der Testung hinterher - in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich lange verzögert.

Diese täglichen Vergleiche sind deshalb m.E. komplett sinnlos.

Sinnvolle Vergleiche wären möglich, wenn in jedem Land bzw. in jeder betr. Region eine repräsentative Stichprobe von allen Einwohnern  gezogen und getestet würde (ich schätze 1000 Personen würden in einer Region ausreichen, deren Betroffenheitsgrad vorher bestimmt wurde, für die ganze Bundesrepublik müsste ein weit größere Stichprobe gezogen werden, siehe Diskussion unten), und zwar in regelmäßigen ca. 48-stündigen Abständen: Denn allein daraus, aus einer repräsentativen Stichprobe, die Region, Geschlecht, Alter der Gesamtbevölkerung abbildet, könnten Schlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Infektionsrate tatsächlich ist, wie stark sie steigt und wie viele Infizierte voraussichtlich schwer erkranken, also hospitalisiert oder beatmet werden müssen oder sterben. Schließlich lässt sich nur so ermitteln, ob diese Kurve der Neu-Infizierten aufgrund der getroffenen Maßnahmen abflacht. Denn auch dies lässt sich mit den derzeitigen Messungen gar nicht ermitteln: Solange nicht jeder getestet wird/werden kann oder zumindest eine repräsentative Stichprobe von allen, werden selbst bei Absinken der tatsächlichen Neuinfektionsrate die gemessenen Infektionszahlen noch ansteigen, denn man schöpft dann nur das (bisher nicht getestete) Dunkelfeld aus.

Warum die WHO eine solche repräsentative Stichprobe nicht anregt oder verlangt (nicht einmal von den großen Industriestaaten), ist ein Rätsel. Denn nur so ließe sich der Status und die Entwicklung der Pandemie einigermaßen zuverlässig ermitteln.

Solange es solche repräsentativen Studien nicht gibt, könnte ein anderer Vergleich der zugänglichen Daten nützlich sein, so wie es auch in der Kriminologie etwa bei internationalen Vergleichen erfolgt. So wird für den Vergleich der Gewaltprävalenz die Tötungsrate international verglichen, also die vorsätzlichen Tötungen im Verhältnis zur  Bevölkerung, also (relativ besser) messbare „hard facts“, die nicht praktisch zu 80 bis 90 % von der Selektion bei der Messung abhängen.

Ein einigermaßen hartes Faktum ist die SterbeRATE in der Bevölkerung. Wir können in den westlichen Gesundheitssystemen jedenfalls davon ausgehen, dass die Todesfälle durch COVID19 zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser und objektiver erfasst werden als die tatsächlichen Infektionszahlen. Noch besser wäre es, die Zahl der schwer Erkrankten zu vergleichen, denn die Sterbefälle hängen wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme ja auch davon ab, wie gut oder schlecht die medizinische Versorgung in einer Gesellschaft mit der Pandemie umgehen kann (Stichwort: Intensivbetten, Beatmungsgeräte).

Im Netz habe ich nur eine Stelle gefunden, die die Todesraten für westliche Industriestaaten regelmäßig auswertet und in Beziehung setzt. Kevin Drum ist ein Blogger aus Kalifornien, der neun Staaten miteinander vergleicht Ein keineswegs perfekter Vergleich, dessen Aussagekraft aber m.E. etwas besser einzuschätzen ist.

Zu beachten sind folgende Setzungen:

1. Die Todeszahlen werden jeweils auf die Gesamtbevölkerungszahl bezogen (und nicht, wie üblich, auf die Zahl der gemessenen Infizierungen).

2. Es wird der Vergleichs-Nullpunkt jeweils bei 1 Todesfall pro 10 Millionen der Bevölkerung gesetzt (und nicht wie üblich, ab dem Zeitpunkt einer aufgrund relativ willkürlicher Testraten angenommenen Anzahl der Infektionen.

3. Die "Italienkurve" wird zum Vergleich herangezogen, weil dort relativ früh ein Sterbefall pro 10 Million Bevölkerung aufgetreten ist und alle anderen westlichen Staaten einige Tage oder Wochen hinterherlaufen.

Was sind nun die Erkenntnisse aus diesem Vergleich (27.03.2019)?

a) anders als alle anderen feststellen: Deutschland steht (bisher) nicht wesentlich besser da als Italien. DE ist vielmehr mit ITA auf derselben Linie wie Frankreich, Schweden und UK. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob DE tatsächlich die Krise so viel besser bewältigt als ITA.

b) Die Schweiz steht überraschend gut da, Spanien viel schlechter als ITA.

c) USA und Canada stehen in dieser Statistik derzeit– noch – gut da, sogar besser als Deutschland.

Einwände, wie etwa das  Dunkelfeld der ungetestet/unbehandelt am Virus Verstorbenen sind allerdings auch hier in Rechnung zu stellen. Erst nach der Krise wird man an der Steigerung der Sterblichkeit im Jahr 2020 weitere Einschätzungen treffen können, auch was die mittelbaren Sterbefälle (durch allg. Überlastung des jew. Gesundheitssystems) angeht.

Update (31.03.):

Ich habe als Bild oben die neuere Grafik von Kevin Drum eingefügt (Stand ist jetzt 30.03.):

a) auch in Deutschland steigen die Sterberaten zwar, aber sie bleiben jetzt etwas niedriger als in Italien im verglichenen Zeitpunkt. Frankreich und UK sind in etwa auf demselben Pfad wie ITA

b) Die Schweiz bleibt bei den Sterbezahlen unter der Vergleichskurve Italiens - dies könnte in etwa der Pfad sein, der sich auch in DE zeigen wird (CH ist in diesem Vergleich neun Tage voraus).

c) In USA steigen die Sterbezahlen an, liegen aber noch deutlich unter der Italienkurve.

Was allerdings diese Kurvenvergleiche nicht abbilden (können), ist, wie sich das Virus innerhalb der einzelnen Staaten verbreitet. Besonders gefährlich ist es dort, wo viele Risikogruppenangehörige  infiziert werden - dort steigen auch die Sterberaten erheblich. Sind dies begrenzte Regionen innerhalb eines Staatsgebildes, dann zeigt sich dies kaum in der Sterblichkeitsrate für den Gesamtstaat. Dies zeigt sich etwa in den USA, aber auch in China (das in dieser Grafik nicht enthalten ist). Man müsste für diesen Vergleich dann kleinere Einheiten verwenden, also etwa den Staat New York oder die Provinz Hubei.

 

Es wird nun unter Leitung des Virologen Streeck zumindest in dem ersten deutschen Infektionscluster Heinsberg eine repräsentative Panel-Studie mit 1000 Personen durchgeführt, Es werden damit nicht nur die (bisher) getesteten und positiven Fälle bei Infektionsverdacht erfasst, sondern eine repräsentative Stichprobe aus dem gesamten Landkreis. Dies geht deutlich in die Richtung, die ich oben angedeutet habe, auch wenn sie natürlich keinen Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern und schon gar nicht Staaten ermöglicht. Wünschenswert wäre zumindest eine weitere repräsentative Pilotstudie in einem bisher unauffälligen Landkreis und ähnliche Panel-Studien in zwei Städten. Aber man kann nicht alles haben. Die Kritik daran, dass man nicht schon vorher repräsentative Studien durchgeführt hat, teile ich.

Update (3. 4. 2020):

Es ist nun mind. eine weitere Studie geplant, die das Dunkelfeld aufhellen soll, berichtet der Spiegel heute.

Update (6.4.2020):

Ich habe die Grafik von Kevin Drum aktualisiert.
Fortschreibung der vorher genannten Entwicklungen:
a) die Sterberaten in DE bleiben deutlich unter denen von Italien, sie sind auch besser als die Entwicklung in der Schweiz

b) Frankreich und UK liegen nun etwas über der Kurve von Italien, Schweden etwa gleichauf

c) Die USA bleiben bislang unter der Kurve von Italien, scheinen aber "aufzuholen"

d) Spanien zeigt die schlimmste Entwicklung der neun verglichenen Staaten, Canada die beste.

Update (7.4.2020)

Auszug aus einem Thesenpapier von Schrappe u.a. vom 5. April (Aerztezeitung dazu):

These 1.1. Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da
kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen
zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a.
asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist.
1. Die Zahl der täglich beim RKI gemeldeten Fälle wird in hohem Maße durch die
Testverfügbarkeit und Anwendungshäufigkeit beeinflusst.
2. Unter Berücksichtigung dieser anlassbezogenen Teststrategie ist es nicht
sinnvoll, von einer sog. Verdopplungszeit zu sprechen und von dieser Maßzahl
politische Entscheidungen abhängig zu machen.
3. Die Darstellung in exponentiell ansteigenden Kurven der kumulativen Häufigkeit
führt zu einer überzeichneten Wahrnehmung, sie sollte um die Gesamtzahl der
asymptomatischen Träger und Genesenen korrigiert werden.
4. Die Zahl der gemeldeten Fälle an Tag X stellt keine Aussage über die Situation
an diesem Tag dar, sondern bezieht sich auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit.
5. Ungefähr zwei Drittel der Infizierten werden zu diesem Zeitpunkt nicht erfasst.
6. Überlegungen zu populationsbezogenen Stichproben (Nationale Kohorte)
müssen intensiviert werden.

Die These entspricht weitestgehend meiner Kritik oben.

Update (9.4.2020)

Grafik von Kevin Drum aktualisiert.

Aus der Berichterstattung über erste Ergebnisse aus der oben erwähnten Heinsberg-Studie:

Das sind die ersten, aber schon repräsentativen Zwischenergebnisse:

  • Bei 15 Prozent der untersuchten Bewohner Gangelts konnte eine Infektion nachgewiesen werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent.
  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Letalität aktuell laut der Johns-Hopkins-Universität bei 1,98 Prozent - also fünf Mal höher.

An der Pilotstudie, bei der es darum ging mehr über die Dunkelziffer des Virus und Übertragungswege herauszufinden, nahmen Streeck zufolge mehr als 1000 Bewohner teil. Die Untersuchung basierte auf Fragebögen, Rachenabstrichen und Blutentnahmen (zum Test von Antikörpern, die auf eine Immunität hinweisen).

Update (11.4.2020)

Inzwischen wird die Heinsberg-Studie stark kritisiert, zum einen wegen der frühen Veröffentlichung mittels einer Art Medienkampagne, zum anderen wegen (angeblicher) methodischer Fehler zum dritten, weil sie nichts wesentliches aussage über Deutschland insgesamt.

Ich habe im Moment eine ganz andere Kritik, die daran anknüpft, was die Studie als Zwischenergebnis aussagt: Unabhängig davon, ob diese oben geäußerten Kritikpunkte zutreffen, denke ich, dass dieses Zwischenergebnis nicht stützt, zu welcher politischen Aussage es jetzt verwendet wird oder werden soll: Es sind aus diesen Zahlen m.E. keine Argumente für oder gegen "Lockerungen" zu entnehmen. Es lassen sich insbesondere zwei Nachrichten/Botschaften entnehmen, die sich in der Richtung widersprechen.

1. Die - eingeschränkt - gute Nachricht:  Das Virus wäre (wenn die Ergebnisse bestätigt werden können) weniger tödlich als bislang von vielen angenommen. Ob das auch auf die Gefährlichkeit zutrifft, dazu müsste auch noch die Hospitalisierungsrate genannt werden, denn wenn die Erkrankten nur aufgrund besonders guter Kliniken gerettet werden können, dann sagt uns diese Sterberate noch nicht viel über die weltweite Gefährlichkeit im Sinne von schwerer Erkrankung.

2. Die schlechte Nachricht: Selbst in Heinsberg sind erst 15 % der Menschen infiziert. Das bedeutet hochgerechnet, dass in Deutschland wohl weit weniger infiziert sind (1 %?) und das bedeutet wiederum, dass wir noch sehr weit entfernt snd von einer Herdenimmunität, da noch 99 % der Menschen infiziert werden können, wenn wir nicht auf Distanz gehen.

Also: Vorsicht ist geboten, sowohl bei  der Interpretation der Daten als auch bei politischen Konsequenzen.

Update (13.04):

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum nochmal neu eingefügt. Es zeigt sich bei den Sterberaten in DE (bezogen auf die Bevölkerung!) ein hoffnungsvoller "Knick" seitwärts.

Einiges, was ich oben im Beitrag geschrieben habe, sieht auch Prof. Vogt, ein Schweizer Virologe, ähnlich, in einem sehr lesenswerten Beitrag, der insbes. auf die Schweizer, aber auch auf die europäische Reaktion und Situation insgesamt eingeht und die politischen Versäumnisse klar herausstellt, hier:  Quelle: Mittelländische

Update (17.04.):

Habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Die Todesraten und ihr Wachstum unterscheiden sich nun stark. Deutschland und Kanada liegen recht gut - ein  Abflachen der Kurve in Deutschland ist zu erkennen, Schweden und USA sind aber offenbar noch nicht am "Peak" der Sterbezahlen angekommen, auch Frankreich macht keinen sehr hoffnungsvollen Eindruck.

Beachten Sie (neben der Kurvenentwicklung) auch die Sterbefälle pro Million der Bevölkerung.

Mein Monitum, dass Dunkelfeldstudien erforderlich seien, wird inzwischen von fast allen geteilt, auch - reichlich spät, finde ich - vom RKI: Pressemitteilung vom 9. April 2020.

Auch Kollegen von meiner Universität haben sich  in dem Sinne geäußert, wie ich es oben angedeutet habe (Auszug aus der Pressemitteilung, die Hervorhebung stammt von mir):

Peterhammers Studie legt die Vermutung nahe, dass um den 20. März 2020 herum die tatsächlichen Infektionen in Deutschland über die Kapazitäten für positive Tests hinausgewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Verlaufskurve der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eine deutliche Verlangsamung festzustellen. Der Grund für diese Stagnation liege jedoch nicht darin, dass die politischen Maßnahmen gegriffen hätten - ein positiver Effekt durch die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften sowie durch das Social Distancing hätte sich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in den gemeldeten Zahlen niederschlagen können, erläutert Peterhammer. Vielmehr sei es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, die tatsächlichen Neuinfektionen mithilfe der Testmethoden zu erfassen. Laut Studie spiegelten die gemeldeten Infektionen derzeit vermutlich nicht länger die tatsächlichen Fälle wider, sondern lediglich die Nachweiskapazitäten.

Felix Peterhammer spricht sich dafür aus, für die Überprüfung der Maßnahmen groß angelegte Zufallstests in der Bevölkerung durchzuführen - ähnlich wie bei Wahlumfragen könnte das Ergebnis anschließend auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet werden. Verdachtsabhängig sollte nur noch dort getestet werden, wo es medizinisch notwendig und sinnvoll ist, zum Beispiel bei schwer Erkrankten oder bei Klinikpersonal.

Update 20.04.2020:

Kevin Drum hat in seinem Blog die Darstellungsweise verändert. Er will nun zeigen, welche Länder anhand der Todesfallzahlen schon am Höhepunkt (peak) der Kurve angekommen sind bzw. diesen überschritten haben. In seinen Grafiken (unteres Bild) wird ein 6-Tages-"rolling average" verwendet, d.h. es wird jeweils der Durchschnitt der letzten 6 Tage angezeigt, um die Ausschläge täglicher Abweichungen etwas auszugleichen. Zu beachten ist, dass die Grafiken in den Zeilen verschiedene Skalen benutzen.

Um die frühere Aussage weiter zu ermöglichen, habe ich die gemeldeten Todesopferzahlen derselben neun Staaten mit der App "shinyapp" in einem Diagramm vereint (oberes Bild). Hier zeigt sich nun deutlich, wie stark die Staaten sich unterscheiden: Spanien leider außer Konkurrenz hoch, Italien, Frankreich und UK in etwa auf demselben Pfad, die USA, Schweiz und Schweden etwa gleichauf, Deutschland und Canada ebenfalls ungefähr gleichauf mit den niedrigsten Werten.

Bei shinyapp können Sie selbst weitere Grafiken erstellen und beliebige Staaten vergleichen.

 

Update 23.04.2020:

1. In einem Artikel auf der Seite von üben Sozialwissenschaftler unter dem Titel:

"Lockdown im Blindflug Was bei den Corona-Studien derzeit alles falsch läuft"

ebenfalls methodische Kritik an der bisherigen Datenbasis zur Coronakrise und es werden repräsentative Studien gefordert, Zitat:

Die Sozialwissenschaftler Menno Smid von Infas und Prof. Rainer Schnell von der Universität Duisburg-Essen beobachten immer noch eine Fixierung auf die Zahl der Infizierten. Diese sind nicht nur irreführend, weil in jedem Land zu anderen Zeitpunkten der Erkrankung und nach anderen Maßstäben getestet wird. Der Unterschied auf den Anteil der Verstorbenen im Verhältnis zu den Infizierten, erklärt sich daraus. Es handelt sich laut Schnell auch um eine „selbstrekrutierte Stichprobe“ – getestet wird nur wer Symptome zeigt –, die wenig aussagekräftig ist.

Auch die bisherigen repräsentativen Studien wiesen erhebliche methodische Mängel auf. Die geplante Studie in München sei zwar grundsätzlich geeignet, jedoch wird an der Erhebung unter Polizeibegleitung Kritik geübt:

Diese Vorgehensweise sei wohl gewählt worden, um die Unbedenklichkeit und Seriosität zu verstärken. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive entstehe so jedoch ein verfälschender Interviewereffekt, so Schnell. Schließlich ist die Teilnahme freiwillig und mancher Bürger könnte sich von dem Polizeischutz abgeschrecken lassen. Dann ist es aber wiederum nicht mehr zufällig, wer mitmacht.

2. Auf der Seite "coronasoziologie.net"  findet sich ein Artikel der beiden vorgenannten Soziologen, in denen die methodischen Problem noch einmal näher erläutert werden.

3. Ich selbst habe meine Überlegungen noch einmal in einem Interview mit der Pressestelle der Uni Regensburg zusammengefasst. Das Interview ist auf der Homepage der Uni verfügbar.

 

Update 24.04.2020:

1. Ich habe die Grafiken/Diagramme oben aktualisiert, auch wenn es zunehmend Kritik auch an der Zuverlässigkeit der täglichen Sterbezahlmeldungen gibt (siehe dazu 2.).

Die Entwicklung der Daten anhand der vorhandenen Sterbezahlen zeigt die Fortführung der bisherigen "Kurven" bei den neun beobachteten Staaten, mit einer Ausnahme: In Schweden zeigt sich ein stärkerer Zuwachs als in USA und Schweiz. Schweden erhält ja ganz besondere Beachtung, weil dort deutlich weniger  Distanzmaßnahmen behördlich angeordnet wurden als in den anderen europäischen Ländern. 

2. Nach meinem Interview, das auf der Homepage der Universität Regensburg veröffentlicht wurde, erreichte mich die Post eines örtlichen Kollegen aus den Humanwissenschaften, der wesentlich detaillierter ganz ähnliche Kritik an den offiziellen Infektionszahlen formuliert hat. In seinem Aufsatz "The Scenario of a Pandemic Spread of the Coronavirus SARS CoV 2 is Based on a Statistical Fallacy" hat Christof Kuhbandner  (hier die Pre-Print-Publikation, hier ein deutschsprachiger Beitrag auf scilogs, der sich auf die deutsche Situation bezieht) sich intensiv mit den Daten auseinandergesetzt und ebenso wie ich konstatiert er, dass die Infektionszahlen im Wesentlichen das Testgeschehen und nicht das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Zitat:

since the number of conducted coronavirus tests has rapidly increased over time as well, the apparent increase in infections may actually reflect increased testing, rather than a rapid spread of the coronavirus. To examine this issue, data from Austria, Belgium, France, Germany, Italy, and USA were analyzed. In all countries, the rapid increase in reported new infections was largely attributable to the rapid increase in conducted tests. Statistically controlling for the increased amount of testing revealed that the increases in reported infections dramatically overestimate the true increases in every country.

Seine dazu angestellten Überlegungen sind plausibel und entsprechen meiner Vermutung: Die Steigerung der Infektionszahlen ist mehr oder weniger einer zunehmenden Ausschöpfung des Dunkelfelds geschuldet. Da wir die Größe des jeweiligen  Dunkelfelds aber nicht kennen und die Selektionskriterien (für die Durchführung von Tests) sich zeitlich, regional und  international unterscheiden, halte ich eine korrigierte Berechnung der "wahren Infektionszahl" auf Grundlage der positiv Getesteten für weniger überzeugend.

Aber nicht nur das erörtert er in dem Aufsatz. Kuhbandner formuliert auch Kritik an der Todesfallzahlstatistik, denn auch diese sei von der Erhöhung der Testzahl betroffen. Wenn die meisten Erkrankten etwa erst kurz vor dem Tod positiv getestet wurden, werde die tatsächliche Todesursache möglicherweise verdeckt, da das Coronavirus noch gar nicht hätte so lebensgefährlich wirken können. Argument für diese Schlussfolgerung sieht er darin, dass die Todesfallzahlen in den Statistiken gleichzeitig mit den Infektionszahlen ansteigen, obwohl biologisch eine Zeitverzögerung zu erwarten sei. 

Diese Kritik an der zuverlässigen Todesfallstatistik lässt mich natürlich aufhorchen: Wenn sie zuträfe, wäre meine Annahme unzutreffend, dass das "harte Faktum" des Todesfalls die Ausbreitung der Epidemie tendenziell besser reflektiert als die Infektionszahlen. Und noch eine andere Kritik hat mir der Kollege zukommen lassen (scilogs): Die vom RKI täglich gemeldeten Todesfälle stammten ohnehin aus den letzten 14 Tagen, die Mehrheit der gemeldeten Todesfälle sei schon vor mehr als einer Woche eingetreten. Nach seiner Berechnung sei daher der "Peak" der Sterbefälle schon so früh zu verorten (Anfang April), dass die Mitte März ergriffenen Distanzmaßnahmen und Schulschließungen diesen Rückgang gar nicht erklären könnten.

Hierzu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, auch wenn ich den Einwand der (möglicherweise auch international stark abweichenden) Meldeverzögerung ad hoc nicht zurückweisen kann.

Update 28.04.:

Die beiden Grafiken habe ich aktualisiert. Inzwischen ist zu erkennen, dass sich Schweden deutlich von den beiden Staaten USA und Schweiz, mit denen es bislang in etwa auf gleicher Höhe lag, nach oben absetzt. In allen Staaten (außer Canada) zeigt sich inzwischen ein Rückgang der Todesfälle bzw. eine Plateaubildung (Schweden). Canada hat Deutschland inzwischen eingeholt bzw. überholt. Von den neun verglichenen Staaten hat Deutschland die Krise (bezgl. der Todesraten) bislang am besten bewältigt. Ob es an den Maßnahmen liegt oder schlicht am bisherigen Glück, lässt sich kaum ermessen. Die meisten anderen Staaten haben ja ähnliche oder sogar schärfere Maßnahmen ergriffen.

In einem Artikel in der Taz wird angesichts der Übersterblichkeitsstatistiken in einigen europäischen Staaten vermutet, dass das Virus schon viel mehr Todesfälle verursacht hat als bislang bekannt. Ich habe die zugrundeliegenden Statistiken aus der New York Times oben eingefügt.

Hinsichtlich der tatsächlichen Infektionszahlen und damit auch der tatsächlichen Sterblichkeit des Virus (IFR) wissen wir bislang mangels repräsentativer Studien immer noch nicht viel.

Update 30.04.:

Die Grafiken habe ich erneut aktualisiert. Nun ist auch Schweden (endlich!) "über den Berg", was die täglichen Todeszahlen angeht. Es bleibt aber dabei, dass der von manchen als so erfolgreich angesehene "schwedische Weg" (ob durch Pech oder durch unkluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) bislang deutlich mehr Opfer gekostet hat als in den Nachbarländern und auch als in Deutschland. Canada hat nun (auf Bevölkerung berechnet) ebenfalls recht eindeutig Deutschland überholt. Falls es nicht zu einer "zweiten Welle" kommt, ist Deutschland dann (durch Glück oder durch kluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) in diesem Neun-Nationen-Vergleich am besten davon gekommen. Natürlich gibt es jetzt Viele, die meinen, sie hätten schon immer gewusst, dass ein Lockdown gar nicht nötig sei, weil das Virus ja gar nicht soo gefährlich gewesen sei. Ja, hinterher kann man das immer behaupten. Auch das ist aus der Kriminologie bekannt: Erfolgreiche Prävention lässt sich schwer nachweisen und wird auch selten gelobt.

Hier ein aktuelles Interview, das ich der Bayerischen Staatszeitung gegeben habe: Interview vom 28.04..

Update 6.5.2020:

Ich habe das mit shinyapps erstellte Diagramm sowie das von Kevin Drum aktualisiert. Es ist nun erkennbar, dass die (tägl.) Todeszahlen in Spanien, Frankreich, Italien, UK, Schweiz,  Deutschland und (eingeschränkt) Schweden mittlerweile deutlich rückläufig sind. In  Canada und USA zeigt sich zwar auch eine gewisse "Plateaubildung", aber noch kein so deutlicher Rückgang (Diagramme von Kevin Drum). In den kumulierten Todeszahlen (pro Bevölkerungseinheit) bis heute steht Deutschland unter den neun verglichenen Staaten am besten da, auch Canada hat inzwischen deutlich mehr Tote (auf Bevölkerungsgröße berechnet) zu beklagen (shinyapps-Diagramm)

Da jetzt in allen Staaten gewisse "Lockerungen" der vorher unterschiedlich massiven Einschränkungen vorgesehen sind, wird sich wohl über kurz oder lang der bislang eigenwillige "schwedische Weg" überall durchsetzen. Ob und wie sich das auf die Sterberaten auswirkt, muss dann beobachtet werden. Wegen der immer noch deutlich unterschiedlichen Testkriterien (wer, wann und wo wird getestet) halte ich die Todesraten immer noch für einen besseren Vergleichsmaßstab. Aber auch hier ist weiterhin wegen der unterschiedlichen Zuordnung eines Todesfalls zur Ursache "COVID-19" Vorsicht geboten. Auch wenn inzwischen zeitlich etwas überholt, lasse ich auch die Statistiken zur Übersterblichkeit aus der New York Times noch stehen.

Meine Interpretation, dass es nach wie vor - trotz vorhandener Testkapazitäten für repräsentative Stichprobentests - selektive (und nicht unbedingt überall gleich ausgeführte) Testkriterien sind, die zu einem Test führen, die das wirkliche Infektionsgeschehen nicht wiedergibt, wird vom RKI aktuell bestätigt (Quelle: Tagesschau):

Das Robert Koch-Institut teilte vergangene Woche auf Anfrage mit, nicht unmittelbar in die Testungen involviert zu sein. Es lege lediglich die Kriterien fest, bei denen Ärzte einen Corona-Test vornehmen sollen. Bisher war die Linie, dass nur Personen getestet werden sollen, die grippeähnliche Symptome haben und gleichzeitig Kontakt zu einem Infizierten hatten. Von dieser Linie ist das RKI inzwischen abgewichen. Jetzt sollen auch Patienten "bei kleinsten Symptomen" getestet werden, wie Wieler auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Gleichzeitig hält das RKI aber an einem "strategischen Testen" fest, da ein wahlloses Testen wenig bringe. Zu einem strategischen Testen gehöre es aber auch, gezielt in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern zu testen, so Wieler.

Anmerkung: Was viele empirisch forschende Wissenschaftler fordern, ist natürlich kein "wahlloses" Testen, sondern Studien an Stichproben, die insgesamt ein repräsentatives Bild des Infektionsgeschehens in Deutschland ergeben, also nicht nur Gangelt oder München abbilden. 

Hier noch ein Zitat des Bloggers Kevin Drum, der auf einen Vergleich der Infektionszahlen der US-Bundesstaaten diese Antwort findet:

 I continue to think this is probably highly misleading since different states have vastly different testing regimes. If, say, New York is testing 1 percent of its population and Florida is testing 0.1 percent, then New York will overwhelm the total regardless of who’s going up and who’s going down. Likewise, as testing becomes more widespread, looking at cases over time becomes unreliable even within a single state. The case rate can look like it’s skyrocketing just because we’re testing far more people.

Update 8.5.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert (Datenstand 6.5./7.5.).

Zu erkennen ist nun, dass die Todeszahlen in UK trotz Verlangsamung des Zuwachses über die von Italien hinaus gehen, und die Zuwächse in Schweden, Kanada und USA nur zögerlich bzw. nicht stabil nach unten gehen. Deutschland steht weiterhin unter den neun verglichenen Staaten ziemlich gut da, die täglichen Todesfälle durch corona sind auf ein recht niedriges Niveau gesunken, tödliche Infektionen sind also in Deutschland vergleichsweise selten geworden. Man kann das m.E. durchaus den Maßnahmen zuschreiben, wobei unklar ist, welche Maßnahmen genau den Effekt ausgelöst haben, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Maßnahmen hat und wie hoch daneben der Anteil von "Glück" bzw. "Pech" ist, also welche Rolle auch der Zufall spielt (etwa ob wegen ihrer Alters- und Gesundheitsstruktur besonders vulnerable Gegenden oder Institutionen betroffen sind oder nicht).

Erfreulicherweise ist jetzt von örtlichen Kolleg-inn-en eine weitere repräsentative Studie geplant, die im Landkreis Tirschenreuth stattfinden wird. In Bayern würden dann immerhin zwei solche Studien durchgeführt werden, neben der Metropolenstudie in München auch eine in der dünner besiedelten Oberpfalz.

Update 09.05.2020

1. Gingen die Infektionszahlen schon zurück, bevor die Maßnahmen greifen konnten?

Schon oben (Update vom 24.04.) habe ich auch die Thesen meines Regensburger Kollegen Kuhbandner diskutiert. Ich stimme ihm zu (bzw. er mir), dass die Infektionszahlen selbst nicht zur Einschätzung der wahren Lage taugen: Je mehr man testet, desto mehr findet man, soweit unser übereinstimmednes Fazit. Er hat dazu in seinem Artikel auf Telepolis (25.04.) ein anderes Beispiel gebracht, das aber auch sehr anschaulich ist: Bei einer bestimmten Anzahl  im Garten versteckter Ostereier, werden umso mehr gefunden, je mehr Zeit man den Suchenden einräumt. Es wäre unsinnig, aus der gefundenen Anzahl auf die tatsächliche Anzahl der versteckten Eier zu schließen. Wenn man jeden Tag mehr Zeit einräumt und mehr Eier findet, folgt daraus nicht, dass jeden Tag mehr Eier versteckt gewesen seien.

Kuhbandner versucht dann in einem weiteren Schritt aus der Testanzahl auf die wahre Steigerung der Infektionszahlen (im Dunkelfeld) zu schließen, und kommt zum Ergebnis, die tatsächlichen Infektionszahlen seien schon rückläufig gewesen, bevor die Maßnahmen überhaupt greifen konnten. Und da folge ich ihm nicht mehr: Das Dunkelfeld hat seinen Namen nicht umsonst. Es ist eben dunkel. Und aus meiner kriminologischen Erfahrung weiß ich, dass Schlussfolgerungen aus dem Hell- auf das Dunkelfeld methodisch höchst problematisch sind, auch wenn man versucht, die Verzerrungen des Hellfelds irgendwie in den Griff zu bekommen. Man ist dann nämlich darauf angewiesen, dass diese Verzerrungen (hier: Testkriterien und deren Anwendung) gleichförmig bleiben, so dass man sie statistisch auch über einen längeren Zeitraum hinweg herausrechnen kann.  Das weiß auch Kuhbandner und er versucht diese Gleichförmigkeit der Testkriterien zu reklamieren, doch hat er meines Erachtens dabei dreierlei verkannt:

a) Zwar mag das RKI die immer gleichen Selektionskriterien anwenden WOLLEN, wann wer getestet wird, aber ob dies (insbesondere bei Ausweitung der Testkapazitäten) tatsächlich in derselben Strenge eingehalten wird, erscheint mir sehr fraglich. Die Kapazitäten sind regional unterschiedlich und selbstverständlich wird das Signal ("wir sind knapp" oder "wir haben ausreichend Kapazitäten") von den Ärzten, die einen Test vor Ort vornehmen, so verstanden, dass sie ihr Ermessen, wann hinreichend Symptome vorliegen, entsprechend steuern sollen und dies auch können. Vergleich zur Kriminologie: Auch unter den bundesweit gleichen Kriterien für einen Anfangsverdacht finden wir deutlich unterschiedliche Praxen des polizeilichen Vorgehens zwischen versch. Bundesländern und erhebliche Stadt/Land-Unterschiede, ganz zu schweigen von örtlichen Unterschieden, sogar im selben Landkreis.

b) Anders als Kuhbandner annimmt, haben sich die Kriterien, wann wer wo getestet wird, auch aus Sicht des RKI gewandelt. Insbesondere werden inzw. auch sehr viele Menschen getestet, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko tragen, ganz ohne Symptome.

c) Symptome werden nicht von Überwachungsgeräten, Robotern, Drohnen oder ähnlichem festgestellt, sondern von den betroffenen Menschen selbst. D.h. es hängt sowohl das Meldedatum als auch die Meldung überhaupt davon ab, ob jemand die Symptome bei sich selbst als Corona-verdächtig einschätzt, ob er einen schnellen Draht zu seinem Hausarzt hat, ob er seine Familie und Kollegen damit behelligen möchte etc., insgesamt von vielen Faktoren, die wir aus der Kriminologie als "Anzeigebereitschaft" kennen und die individuell sehr verschieden sein können (und damit meine ich wörtlich SEHR). Ich würde vermuten, dass zumindest zu Beginn die Angst Viele dazu getrieben hat, schon bei leichtem Husten ihren Hausarzt zu nerven mit Testforderung. Mit Symptomen, die früher niemanden überhaupt zum Arztbesuch gebracht hätten. Inzwischen aber mag diese Sorge bei Vielen einer anderen gewichen sein (ich müsste dann in Quarantäne, kann ich mir das leisten, meiner Familie zumuten?).

d) Es werden nicht nur anzeigebereite  Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch - in unterschiedlichem Maße - Kontaktpersonen derselben. Und das bedeutet, auch hier hängt es stark davon ab, wie viele solcher Kontaktpersonen jemand hat und an wie viele er sich erinnert. Auch das ist nicht irgendwie vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe. Die Rate zwischen symptomatisch Infizierten und ihren Kontaktpersonen kann sogar erheblich von Woche zu Woche verschieden ausfallen.

Soweit meine Einwände. Aus den methodisch unrichtig ermittelten Infektionsdaten kann man mE nicht korrektere Daten errechnen. Es KANN so sein wie Kuhbandner schließt, es kann aber auch ganz ANDERS sein.

2. Noch ein paar Bemerkungen  zur Kritik an den Maßnahmen und  an der politischen Bewältigung der Krisensituation überhaupt:

Dass es keine  Tests an repräsentativen Stichproben gibt, habe ich im obigen Beitrag seit dem 29. März angemahnt. Inzwischen gibt es einige wenige solcher Studien, die nun auch von immer mehr Wissenschaftlern gefordert werden.

Und ich habe hier einige andere wissenschaftliche Kritik zitiert und besprochen, soweit ich meinte, dass diese etwas beitragen können mit ihren Erkenntnissen. Aber ich weiß, ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, noch bin ich politischer Entscheidungsträger. 

Zur BILD-Schlagzeile:  Deutschlands "klügste Corona-Experten": Was ich überhaupt nicht ernstnehmen kann, ist die klugscheißerische Art, mit der selbsternannte Experten, die selbst nicht im geringsten in der Position sind, für Tote verantwortlich gemacht zu werden, NACH den Maßnahmen deren Überflüssigkeit konstatieren oder so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst und sich dafür von der BILD-Zeitung oder von Reichsbürger-YouTube-Sendern feiern lassen. Das ist für einen Wissenschaftler (gleich welchen Fachgebiets) unverantwortlich und peinlich.

Update 11.05.2020

Die Regionalisierung der Gegenmaßnahmen und deren Orientierung an 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner ist theoretisch eine gute Idee, doch hinkt die praktische Umsetzung an mehreren Stellen:

a) die gemessenen Infektionszahlen (also "positiv Getestete"), an denen sich die Gegenmaßnahmen orientieren sollen, sind - wie schon oben ausgeführt - keine empirisch zuverlässigen Daten. Zudem ergibt sich insbesondere bei Menschen, die in einem Landkreis wohnen, in einem anderen (oder in einer Stadt) arbeiten, ein Zuordnungsproblem. Eigentlich müsste solch eine positiv getestete Person zweimal gezählt werden.

b) da die Landkreise sicherlich nicht interessiert sind daran, dass gerade ihr Landkreis und die darin befindlichen Firmen/Restaurants/Hotels betroffen sind von erneuten Schließungen, wird niemand dort auf eine häufigere Verdachtstestung achten, eher im Gegenteil: die Leute werden eher nicht ermuntert sich testen zu lassen, quasi ein "nudge" in die falsche Richtung, weil zu viele positiv Getestete im Landkreis "bestraft" werden.
Auch das kennen wir in der Kriminologie: Man braucht es den Bürgern nur ein bisschen schwerer zu machen, ihre Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, schon werden weniger Delikte angezeigt.

c) Der Hauptunterschied (Bevölkerungsdichte) zwischen Stadt und Land bleibt unberücksichtigt. Für Städte mit ihrem sehr beweglichen Bevölkerungen (man denke nur an den öffentl. Nahverkehr) ist daher das Maß 50 pro 100.000 möglicherweise zu hoch angesetzt, um durch Gegenmaßnahmen einen größeren Ausbruch noch zu verhindern.

Allerdings ist auch die Reproduktionszahl (für ganz Deutschland) kein besserer Maßstab, denn damit werden regional sehr hohe Verbreitungszahlen ausgeglichen durch niedrigere anderswo. Und die Reproduktionszahl beruht ebenfalls auf den positiv Getesteten und eben nicht auf den tatsächlichen Infektionszahlen. Immer wieder muss darauf hingewiesen werden: Die Erhebung dieser Daten entspricht NICHT den anerkannten Methoden empirischer Forschung.

Zu den Schlachthöfen: Wie oben schon zitiert: In den USA sind bereits 115 Fleischfabriken von Ausbrüchen betroffen (Quelle). Es ist nicht anzunehmen, dass dort Rumänen und Bulgaren beschäftigt sind. Es spricht mehr dafür, dass es nicht die "Reservearmee" ist, sondern die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter tätig sind, die eine Infektion begünstigen. Man muss hier vorsichtig sein, nicht fremdenfeindlichen Klischees Vorschub zu leisten.

Eine andere Form spezifischer Schutzmaßnahmen anhand des individuellen Risikos schlagen Schrappe et al. vor, hier (researchgate-Link). Ich möchte dies hier verbreiten, weil Schrappe et. al. (u.a. auch der Rechtsmediziner Püschel) vom selben argumentativen Ausgangspunkt wie ich aus einen anderen Weg einschlagen.

Update 19.05.2020

Ich habe die Diagramme zum Vergleich von neun Staaten hinsichtl. ihrer Todesrate wieder aktualisiert.

Mittlerweile ist deutlich, dass Schweden sich bezüglich der Häufigkeit der Todesfolge den französischen Ergebnissen  annähert und UK denen von Spanien. Schweden hat, auf die Bevölkerung berechnet, mittlerweile etwa viermal so viele Sterbefälle zu beklagen wie Deutschland und die Schere geht weiter auseinander. Ob sich dies bis zum Ende der Pandemie in einigen Jahren wieder ausgleicht, wie manche annehmen, halte ich für fragwürdig. Trotz aller Unsicherheit würde ich feststellen, dass sich Schweden im Moment NICHT eignet als Modell, wie mit dem Virus umgegangen werden sollte. Allerdings nähern sich die europäischen Staaten (einschl. Deutschland) ja nun derzeit dem schwedischen Modell an. 

Auch in der Übersicht von Kevin Drum zeigt sich, dass sich Schweden, neben USA und Canada, auch bei der Reduzierung der tägl. Todesfälle bislang deutlich schwerer tut als die anderen sechs Staaten im Vergleich.

Die Frage, ob die verschieden starken Maßnahmen (Schulschließung, Versammlungsverbote, Restaurantschließung, private Quarantäne) Erfolge bringen, steht nun im Mittelpunkt erster Forschungsprojekte. Eine erste Veröffentlichung in den USA besagt, dass vor allem die Restaurantschließungen und die Privatquarantäne ("shelter-in-place") effektiv gewesen seien, Schulschließungen aber nicht! Das sind erste Zahlen, die sicherlich noch mit etlichen Fragezeichen verbunden sind. Aber wenn sich dies bestätigt, könnte das ein gutes Signal geben für Schulöffnungen auch in Europa.

Jetzt erst entdeckt, aber seine Kritik geht in eine ganz ähnliche Richtung wie ich sie oben formuliert habe: David Spiegelhalter (Statistiker, UK) im Interview.

Update 25.05.

Die Kurven von Kevin Drum habe ich neu hochgeladen, die Daten bei shinyapps werden leider seit dem 14. Mai nicht mehr aktualisiert, so dass sie auf diesem Stand verblieben sind.

Alle neun betrachteten Staaten sind bei den täglichen Todesziffern nunmehr weit unter ihrem jeweiligen Höchststand, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Von den Gesamtzahlen liegt die Rate in diesem neun-Staaten-Vergleich in DE bei 100 pro Million der Bevölkerungszahl. Aufsteigend von hier aus sind es in CA mittlerweile 170/Million, in CH 224/Million, in den USA 295/Million, in SWE 399/Million, in FRA 421/Million, in Italien 546/Million, in UK 557/Million und in ESP  610 pro Million der Bevölkerung. Während sich in Deutschland wahrscheinlich keine Übersterblichkeit im Vergleich zu vergangenen Jahren ergibt, wird sich COVID-19 ab der dreifachen Todeszahl auch in der Jahresstatistik der Sterbefälle deutlich zeigen.

Der relative bisherige "Erfolg" in Deutschland beim Umgang mit dem Virus kann zu einem guten Teil auf glücklichem Zufall beruhen, aber sehr wahrscheinlich haben auch die Maßnahmen zur Kurvenverflachung gewirkt. Die Gegenargumente, die ich dazu bisher gelesen habe, sind wenig plausibel. Welche von diesen Distanz-Maßnahmen geeigneter waren und welche eher überflüssig oder übertrieben, wird man allerdings - wenn überhaupt - erst später genau ermitteln können. Dass diese Maßnahmen auch Kollateralschäden haben, v.a. wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche, kann nicht bestritten werden. Dass diese "tödlicher" seien als das Virus selbst, erscheint mir aber derzeit wenig glaubhaft.

Eine von Epidemiologen/Virologen anfangs als sehr wichtig eingestufte Maßnahme, die Komplettschließung von Schulen und Kindergärten, gerät allerdings zunehmend in die Kritik. Die Infektion selbst ist für Kinder und Jugendliche wenig gefährlich und die Auswirkungen der befürchteten Verbreitung auf andere Familienmitglieder, insbesondere Großeltern, lässt sich möglicherweise mit anderen Maßnahmen verhindern. So jedenfalls die mittlerweile mehrfach publizierte Auffassung, wie - ebenfalls - Kevin Drum zusammenstellt. Leider wurde ausgerechnet in Schweden(!) die Chance versäumt, das Realexperiment (geöffnete Schulen) zu studieren. Wenn man dort geforscht hätte, wüssten wir jetzt alle mehr.

Update 29.05.

Die neuen Diagramme bei Kevin Drum zeigen, dass hinsichtlich der Todeszahlen die (mglw. nur erste, hoffentlich zugleich letzte) Welle der Pandemie in mehreren der neun Staaten vorüber ist, nämlich in Deutschland, Frankreich und Italien. Spanien und die Schweiz werden von Drum nicht mehr aufgeführt, gehören aber ebenfalls dazu.

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei"  in Schweden, UK, USA und Kanada. Schweden hat nun berechnet auf die Bevölkerungszahl ebenso viele Tote wie Frankreich und wird womöglich noch die italienischen Zahlen erreichen, das ist besonders bitter für den "schwedischen Weg", der von manchen auch für Deutschland vorgeschlagen wurde. Wie schon mehrfach gesagt: Es war sicherlich auch Glück bzw. Pech dabei, aber die in Deutschland (noch gerade rechtzeitig) ergriffenen Maßnahmen haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Anteil daran, dass es hierzulande bisher glimpflich ausgegangen ist.

In den beiden neu hinzugenommenen Staaten Brasilien und Kolumbien steht die Welle (bei den Todesfällen) offenbar noch bevor.

Update 05.06.

1. Dunkelfeldtestung in New York City

Eine Dunkelfeldstudie in New York (Zufallsstichproben von 15.000 Personen an Supermärkten) mit COVID19-Antikörpertests zeigt, dass die Infektionsrate in New York State bei ca. 12% der Bevölkerung liegt, in New York City bei 20 %, d.h.  etwa 10mal so hoch wie die Zahl der positiv Getesteten. Anhand der ebenfalls verfügbaren Exzess-Todesfälle in New York City (23.000) haben die Forscher daraus eine IFR (Infection Fatality Rate) von 1,4 % ermittelt, also ca. 1,4 % der Infizierten erkrankten mit tödlichem Ausgang. Da hinsichtlich der Zahlen eine gewisse Unsicherheit anzunehmen ist (z.B., dass die Exzess-Todesfälle nicht nur COVID19 Infizierte betreffen), wird man für NYC aber wohl von einer tatsächlichen IFR zwischen 1 und 2 % ausgehen können. Berücksichtigt man nur die "offizielle" Todesziffer in NYC (13.000) läge die IFR bei 0,75 %.

2. Stand der "Welle" der Sterbezahlen in den verglichenen Staaten

Anhand der wiederum aktualisierten Grafiken von Kevin Drum lässt sich sagen: Der Eindruck von letzter Woche setzt sich fort:

Die Staaten Italien, Frankreich und Deutschland  haben im Hinblick auf die täglichen Sterbezahlen die Welle der Pandemie "überstanden" (tägl. nur noch 2 oder weniger pro Million der Bevölkerung), bei den absoluten Zahlen steht DE mit 100 pro Million in diesem Vergleich ziemlich gut da, Italien und Frankreich hat es aufgrund der viel höheren Sterbezahlen im März und April mit  560 und 433 pro Million viel härter getroffen, aber auch dort sind die täglichen Sterbezahlen inzwischen auf ziemlich niedrigem Niveau.

Offenkundig noch nicht vorbei ist die Welle in Staaten, die auch aktuell noch relativ hohe tägliche Sterbeziffern aufweisen:

Schweden (ca. 4 pro Million tägl. hat bei den abs. Zahlen mit 450 pro Million inzwischen auch Frankreich überholt)

Kanada (ca. 3 pro Million tägl, liegt absolut inzwischen bei 200 pro Million),

UK (ca. 5 pro Million tägl., inzwischen absolut mit 600 pro Million deutlich mehr als Italien!) und

USA (ca. 3 pro Million tägl., liegt absolut bei 325 pro Million)

Trotz der schwierigeren Ausgangsbedingungen sieht es momentan so aus, als ob es auch in Brasilien und Kolumbien gelingen könnte, die Sterbezahlen gering zu halten.

Update 08.06.2020

1. Dunkelfeld-Panel-Studie in Lübeck

Die Elisa Studie in Lübeck hat nun erste Ergebnisse publik gemacht: 

Von den 3000 Probanden, die sich seit Beginn der Lockerungen immer wieder testen ließen, ist niemand positiv getestet worden, berichtet der NDR. Schlussfolgerung: Lockerungen einschl. Öffnung von Schulen und KiTas seien in Schleswig Holstein nun angezeigt.

2. Ein detaillierter Bericht von Robert Werner im Blog regensburg digital betrachtet die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Immerhin die Hälfte (europaweit wohl noch mehr) der Corona-Sterbefälle seien in diesen vorgekommen. Die genauere Untersuchung und der Schutz der Menschen seien hier sträflich vernachlässigt worden.

 

Update 11.06.2020

1. Maskenpflicht sinnvoll oder überflüssig bis schädlich?

Während hierzulande insbesondere der Virologe Streeck die Maskenpflicht kritisiert, weil die Menschen oft falsch und unhygienisch mit der Maske umgingen

Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.

, wird die Maskenpflicht von einer in Jena durchgeführten Studie  und einer anderen auf dem Schiff USS Theodore Roosevelt , als sinnvoll ausgewiesen:

Mask use is the most effective countermeasure by far, followed by social distancing and avoiding common areas.

M.E. ist auch der psychologische Effekt der Maske nicht zu unterschätzen. Sie signalisiert anderen, das Virus ist noch da!

2. Vergleichszahlen von neun Staaten: Immer noch Sorgen in vier Staaten

Die Daten vom 9.6. in den Diagrammen von Kevin Drum. Brasilien hat er durch Argentinien ersetzt, wo aber - angesichts der Todesraten - das Virus offenbar noch ganz am Anfang ist oder durch Distanzmaßnahmen bereits in seiner Gefährlichkeit eingehegt werden konnte. Mexiko hingegen hat bei noch stark steigenden Todeszahlen  Deutschland in den absoluten Zahlen bereits überholt. Immer noch sorgenvoll kann man nach UK, Kanada, Schweden und USA blicken, denn nach wie vor werden von dort höhere Sterbeziffern gemeldet. 

Update 15.06.2020

1. Die Diagramme von Kevin Drum (Datenstand 13.06.) zeigen wenig Neuigkeiten. Nach wie vor registrieren die vier schon oben genannten Staaten (USA, UK, SWE und CAN) täglich einige Tote. Inzwischen ist auch der Datenstand von shinyapps wieder aktualisiert und zeigt die Todesfälle pro 100.000 Bevölkerung der (usprünglichen) neun Staaten im direkten Vergleich. Auch hieran lässt sich an den weiter steigenden Todeszahlen der Unterschied zwischen den fünf Staaten, bei denen kaum noch Todesfälle registriert werden und den o.g., bei denen dies weiterhin der Fall ist, gut erkennen.

2. Die Diskussion darum, ob die Maßnahmen ("Lockdown") übertrieben waren bzw. sind, reißt indessen nicht ab. Ich empfehle dazu folgende (kostenfreie) Lektüren:

a)  Coronavirus: Should We Aim for Herd Immunity Like Sweden?

And What Can Countries like the US or Netherlands Learn from It? von Tomas Pueyo (9. Juni)

b) The Effect of Stay-at-Home Orders on COVID-19 Cases and Fatalities in the United
States von Fowler/Hill/Levin/Obradovich (13. April)

 

Update 19.06.2020

Die Neuinfektionen v.a. in einem Schlachtbetrieb zeigen, dass das Virus auch in Deutschland längst nicht verschwunden ist und soziale Distanz weiterhin sinnvoll ist. Für die Verbreitung gerade dort sind wohl in erster Linie die geringen Temperaturen, die nicht ausreichende Lüftung, die Enge und die wegen der Maschinen notwendig  laute Kommunikation verantwortlich, in zweiter Linie die beengte Wohnsituation der dort arbeitenden Menschen. Da das Virus keine Grenzen oder Nationalitäten kennt, ist die Aussage, dass es deren Herkunft sei, schlicht vorurteilsbehaftete Fremdenfeindlichkeit, die im Falle von Politikern von eigenen Fehlern ablenken soll.

Hinsichtlich der täglichen Todesziffern ist es mit Blick auf die Diagramme insbesondere in Schweden nach wie vor nicht gelungen, diese auf ein Mindestmaß zu verringern; inzwischen sind die Zahlen bezogen auf die Bevölkerung dort etwa fünf Mal so hoch wie in Deutschland und nähern sich den Todesziffern in Italien.

Während sie in USA ebenfalls noch nicht beruhigend niedrig sind, erscheinen die Aussichten jetzt in Kanada und UK etwas besser als vor ein paar Tagen.

Bislang hat sich die Strategie "Hammer and Dance", also mehrwöchige Schließungen ("Lockdown") mit erzwungener Distanz zur Ausbremsung der Infektion mit anschließender Nachverfolgung und Kontrolle konkreter Ausbrüche in den meisten Weltregionen als einigermaßen erfolgreich gezeigt.

Update (22.06.2020):

1. Schweden weiterhin hintendran

Die Diagramme oben habe ich aktualisiert. Inzwischen liegen von den sieben Staaten, die von Anfang an von Kevin Drum beobachtet wurden, beim Tagesdurchschnitt der Sterbezahlen alle unter dem Wert von zwei pro Million, mit einer Ausnahme: Schweden. Das ist eine traurige Nachricht für die nach wie vor betroffene Bevölkerung Schwedens und auch eine bittere Nachricht für diejenigen, die meinten, Schweden könne eine Art Vorbildrolle einnehmen für einen weniger beeinträchtigenden Umgang mit der Pandemie.

2. Warum schneidet Deutschland so gut ab?

Kevin Drum hat vor einigen Tagen in seinem Blog auch diese Frage gestellt:

Does anyone know of a really good article that explains the German miracle? Did they adopt different countermeasures than, say, France and Belgium? Did they adopt them earlier? Did everyone in Germany take them more seriously? Or what? It’s not just that they’ve had the best response to the pandemic; they’ve had the best response by light years among large countries. There are other countries that have also done well (Denmark, Norway, Austria, Greece, Switzerland), but they’re all a fraction of the size of Germany.

In der Kommentarspalte dort finden sich einige interessante Bemerkungen (aus der Außenperspektive auf Deutschland) und auch einige Links auf spannende Einschätzungen, z.B. diese hier. Manche machen die "ruhige Hand" der Bundeskanzlerin verantwortlich, andere das den Deutschen eigentümliche Vertrauen in Autoritäten und allg. Gehorsam (etwa bei der Maskenpflicht). Ich denke, es war  neben der Rechtzeitigkeit der Distanzmaßnahmen das  relativ effektive Tracing von Kontaktpersonen und Glück. Ja, Glück war auch dabei.

 

Update (30.06.2020)

Bei den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum zeigt sich jetzt, dass  Kanada auch nur noch ein Minimum an neuen Todesfällen (pro Million der Bevölkerung) registriert. Weiterhin stagnieren aber die USA, UK und SWE bei ca. zwei Toten pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Bayerns Ministerpräsident hat jetzt angekündigt, dass sich demnächst jede/r freiwillig testen lassen kann, also unabhängig von Symptomen. Dass nach wie vor - trotz der vorhandenen Kapazitäten - kein repräsentatives Panel in regelmäßigen Abständen getestet wird, halte ich für sehr fragwürdig.

Von der Münchener Dunkelfeldstudie, die Mitte Juni Ergebnisse vorlegen sollte, ist immer noch nichts zu hören.

Update 2.7.2020

Eine Diskussion in den Kommentaren aufgreifend:

Ich habe oben in meinem Ausgangsbeitrag angeführt, warum sich die Infektionszahlen für Vergleiche nicht eignen. Daran halte ich nach wie vor fest. Bei dem Problem mit diesen Zahlen geht es zwar AUCH um die Anzahl der Tests, aber das ist keineswegs der einzige Grund, warum diese Vergleiche nicht sinnvoll sind, noch weniger natürlich, wenn man sich daran macht, bei diesen Werten auch noch Wachstumsraten auf vier Stellen hinter dem Komma zu berechnen.

Auch wenn man die unterschiedliche Anzahl der Tests kontrolliert, kann das keine sinnvollen Vergleiche ergeben, denn es kommt ebenso sehr darauf an, WER und WO getestet wird, also welche Verdachtsmomente/Symptome im jeweiligen Land einen Test auslösen. Hier gibt es starke Unterschiede sogar innerhalb einer Region oder eines Staates, die zu Verzerrungen der Ergebnisse im Zeitverlauf führen, erst Recht beim Vergleich zwischen Staaten. Dabei ist insbesondere auch die Dynamik zu berücksichtigen, mit der die Testkapazitäten ausgebaut und gesteuert wurden und werden.

Ich habe im obigen Beitrag dann begründet, warum die Anzahl der Todesfälle (pro Bevölkerungseinheit in einem Land) ein besseres Maß für die relative Betroffenheit durch das Virus ist. Auch hier gibt es natürlich einen Einfluss der Tests, aber bei den schwereren Fällen von COVID19 ist die Verzerrung geringer als im Feld insgesamt.

Natürlich kann man jetzt daran gehen und auch die Todeszahlen mit der Anzahl der Tests im jeweiligen Land in Beziehung setzen, die unterschiedliche Anzahl der Tests also "kontrollieren". Das ist zwar insofern nicht zwingend, weil die Anzahl der (positiv getesteten und dann) Verstorbenen weitgehend unabhängig davon ist, wie viele aus der gesunden Bevölkerung man außerdem  gestestet hat, aber sei es drum, hier die Reihe. 

Verglichen werden Deutschland, seine neun Nachbarländer  und sechs weitere westl. Staaten mit vergleichbarer Infrastruktur
geordnet nach Todesfälle pro Million (TpM), die folgende Zahl ist gebildet aus den TpM unter Kontrolle der Testanzahl pro Million, die Zahl in Klammern zeigt die "Rangordnung" nach Berücksichtigung der Testhäufigkeit. Die Rohdaten stammen vom Worldometer heute:

  1. Tschechien 33 TpM, 0,63 (3.)
  2. Polen 39 TpM, 0,95 (4.)
  3. Österreich 78 TpM, 1,11 (5.)
  4. Dänemark 105 TpM, 0,56 (1.)
  5. Deutschland 108 TpM, 1,54 (6.)
  6. Luxemburg 176 TpM, 0,57 (2.)
  7. Schweiz 227 TpM, 3,28 (8.)
  8. Kanada 228 TpM, 3,12 (7.)
  9. Niederlande 357 TpM, 9,91 (14.)
  10. USA 395 TpM, 3,76 (9.)
  11. Frankreich 457 TpM, 21,76 (16.)
  12. Schweden 532 TpM, 10,43 (15.)
  13. Italien 575 TpM, 6,38 (12.)
  14. Spanien 607 TpM, 5,18 (11.)
  15. Großbritannien 647 TpM, 4,55 (10.)
  16. Belgien 842 TpM, 7,79 (13.)

 

Update 6.7.2020

1. Entwicklung der Todeszahlen: Weiterhin Sorge um Schweden und die USA

Ich habe erneut die beiden Diagramme oben aktualisiert. Wie sich aus dem Überblick über die neun von Anfang an beobachteten Staaten ergibt, steigen derzeit  nur noch die Todeszahlen in Schweden und in den USA erheblich an. Schweden schließt dabei zur Gruppe  der europäischen Staaten mit den schwersten Pandemiefolgen auf. Alle anderen beobachteten sieben Staaten haben bei Betrachtung der Todesziffern die Pandemie, zumindest deren erste Welle,  inzwischen hinter sich gelassen.

2. Sind die Kosten der Distanzmaßnahmen in Deutschland höher als die der Pandemie selbst ?

In Deutschland, wo die Pandemie bislang, im Vergleich zu allen andern großen Industriestaaten, relativ glimpflich bewältigt wurde, gibt es inzwischen eine  Diskussion darüber, ob nicht die  Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen (wirtschaftlich, aber auch gesundheitlich) ebenso schlimm bzw. sogar noch schlimmer gewesen seien als wenn man keine solche Maßnahmen ergriffen hätte. Ein Kommentator zitiert dazu eine Äußerung von Brinkschulte, der meint, die Folgen der Distanzmaßnahmen würden sogar das mehrfache an Sterbeziffern der Coronapandemie selbst erreichen. Dazu meine Antwort:Selbstverständlich haben auch die Anti-Corona-Maßnahmen "Kosten", auch solche im Gesundheitsbereich. Aber dass diese die drei- bis vierfache Anzahl an Toten mit sich bringen, ist eine höchst unseriöse Spekulation, die keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat. Wenn man statistisch Kosten (nicht nur Sterbefälle) vergleichen will, dann muss man zudem auch einbeziehen, welche unbeabsichtigten günstigen Folgen (Kollateralnutzen) die Maßnahmen hatten. Die möglicherweise für die Zeit des Lockdown zu erwartende  Zunahme häuslicher Gewalt hat auf der Gegenseite natürlich eine Abnahme öffentlicher Gewalt zur Folge. Und wenn die Wirtshäuser geschlossen sind, fallen auch Wirtshausschlägereien und Alkoholfahrten aus. Im März und im April 2020 gab es offenbar als Folge von HomeOffice und Kurzarbeit deutlich weniger Verkehrsunfälle als in den Vorjahren, im März auch deutlich weniger Verkehrsunfalltote (destatis). Zur möglicherweise gefährlichen Verschiebung notwendiger Operationen muss man auch benennen, dass viele Operationen, wie immer wieder beklagt wird, unnötigerweise durchgeführt werden und der Zeitplan bzw. -punkt für viele Operationen nicht lebenswichtig ist, etc. pp. 

Hätte Brinkschulte recht, dann müsste sich ja die durch die Distanzmaßnahmen verursachte Todesziffer in der Anzahl der Sterbefälle im Vergleich zu den Vorjahren zeigen. Zwar liegt, soweit mir bekannt, für 2020 noch keine Todesursachen-Statistik  (z.B. zu Suizid) vor, aber die Gesamttodesstatistik zeigt für Deutschland im relevanten Zeitraum keinerlei besondere Ausschläge. Die Distanzmaßnahmen haben also (im Vergleich zu anderen Ländern) in Deutschland im März und April höhere Todeszahlen durch COVID-19 erfolgreich verhindert (diese lassen sich nur in den enstpr. bes. gefährdeten Altersgruppen nachweisen), aber ganz offensichtlich haben die Maßnahmen selbst nicht relevant  höhere Todeszahlen verursacht. Nachzulesen hier: Sterbefallstatistik 2016 bis 2020, wochengenau.

3. Masketragen sinnvoll?

Hier noch ein Hinweis auf eine aktuelle Publikation von Prather et al. in der Zeitschrift Science. zum Sinn des Tragens einer Maske. Die Verpflichtung zum Maskentragen in Läden und im öffentlichen Nahverkehr wird ja derzeit in Deutschland  stark diskutiert. Die Autoren Prather et al. bestätigen, dass Masken sinnvoll sind:

Overall, the probability of becoming infected indoors will depend on the total amount of SARS-CoV-2 inhaled. Ultimately, the amount of ventilation, number of people, how long one visits an indoor facility, and activities that affect airflow will all modulate viral transmission pathways and exposure (10). For these reasons, it is important to wear properly fitted masks indoors even when 6 feet apart. Airborne transmission could account, in part, for the high secondary transmission rates to medical staff, as well as major outbreaks in nursing facilities. The minimum dose of SARS-CoV-2 that leads to infection is unknown, but airborne transmission through aerosols has been documented for other respiratory viruses, including measles, SARS, and chickenpox (4).

4. Internationale Vergleiche sind schwierig bis unmöglich

Unmittelbar zum Thema dieses Beitrags passt ein Artikel von Morris und Reuben (BBC) :Coronavirus: Why are international comparisons difficult? Sie kommen zu einem ernüchternden Fazit hinsichtlich der Vergleiche: Nichts genaues weiß man nicht....

 

Update 9.7.2020

Heute nur ein Hinweis auf einen Blog, der sich v.a. mit den juristischen, insbesondere den verfassungsrechtlichen Auswirkungen und Fragen der Corona-Krise befasst.

Hier: mitdenken! Corona-Diskurs

Und  eine pasende Veranstaltung als Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung am 16. Juli 2020, also heute in einer Woche. Anmeldung hier:

Webkonferenz am 16. Juli 2020: Das Grundgesetz in der Corona-Krise

 

 

Update vom 10.07.2020

1. Sterbezahlen in den USA steigen wieder

Anhand  der aktualisierten Grafik von Kevin Drum zeigt sich: Während alle der ursprünglich beobachteten europäischen und nordamerikanischen Staaten (einschließlich Schweden!) in der Todeszahlentwicklung auf einem beruhigenden Pfad sind, scheint sich in den USA die sehr hohe Infektionszahl nun auch in den Todesraten zu zeigen. Inzwischen ist die Kurve wieder auf den Stand von über 2 pro Tag pro Million gestiegen. Das ist alles andere als beruhigend.

2. Warum steigen die Todeszahlen nicht bzw. wesentlich weniger stark als die Infektionszahlen?

Sie haben sich schon einmal gefragt, warum in diversen Staaten die Infektionszahlen so stark steigen wie Anfang März oder erneut stark steigen, aber die Todeszahlen (bisher) nicht oder nicht in gleichem Maße ansteigen? Dieser Artikel von Derek Thompson erklärt einige Zusammenhänge ziemlich gut. Das meiste bezieht sich auf die Situation in den USA, ist aber übertragbar auf Europa. In Kurzfassung:

1. Der Tod wird wesentlich später registriert als die (immer früheren) positiven Tests, in den USA sind inzw. 3 - 4 Wochen normal.

2. Ausgeweitetes Testen findet mehr Fälle, findet mildere Fälle und  findet die Fälle  in einem früheren Erkrankungsstadium als noch vor einigen Monaten.

3. Der typische COVID19-Patient ist nun jünger als vor einigen Monaten - die Ältere sind weiterhin vorsichtiger, die Jüngeren haben jetzt ihr früheres distanzloses Freizeitverhalten oftmals wieder aufgenommen.

4. Die hospitalisierten Patienten sterben seltener - durch die gewonnene medizinische Erfahrung bei der Behandlung ist die Überlebenschance inzwischen höher.

5. Ein bisschen hilft der Sommer

Der Artikel ist lesenswert, wenn man die Entwicklung der Todesziffern in den westlichen Staaten verstehen will.

Update 20.07.2020

1. Todesraten im Weltvergleich, insbes. USA

Der Vergleich der neun Staaten zeigt, dass es hinsichtlich der Todeszahlen pro Bevölkerungsanzahl derzeit nur noch in drei Staaten besorgniserregende Entwicklungen gibt. In Schweden ist es bislang immer noch nicht gelungen, die Sterberate auf ein verträgliches Maß zu reduzieren, während U.K. immerhin bei etwa 1 pro Tag pro Million stabilisiert liegt. Besonders schwerwiegend sind die Verhältnisse in den USA, wo die Zahlen schon einmal wesentlich niedriger lagen und nun wieder nach oben tendieren. Das ist wohl eindeutig ein Versagen der dortigen Politik.

In einem Intervuew mit Chris Wallace, FOX, hat Trump trotzdem versucht, die USA als Staat darzustellen, der eine der besten ("one of the best")  oder sogar die beste ("the best") Todesrate habe. Der ganze Austausch beruhte auf einer Verwechslung der Todesrate berechnet auf Bevölkerungsanzahl (um die ging es eigentlich) und der Case-Fatality-Rate, die stark abhängig ist von der Anzahl der positiven Tests und deshalb für den Staatenvergleich keine Bedeutung hat. Aber: Bei keinem von beiden Zahlen liegt die USA auch nur nahe der "besten" Werte weltweit. Bei den Todesraten (um die es eigentlich ging) liegt die USA im Weltvergleich sogar mit an der Spitze. 

Klargestellt wird das Ganze hier (Link zum intercept-Artikel), Ausschnitt:

As the U.S. exceeded 140,000 dead on Sunday, Germany, which has about one quarter the population of the U.S. has suffered 9,091 deaths. What this means is that more than 100,000 Americans who have died of Covid-19 this year would still be alive today had the federal government in Washington been as successful as the one in Berlin.

2. Das Wettrennen um Medikamente und Impfstoffe

Hier eine heuet erst entdeckte Internet-Seite mit einem regelmäßig aktualisierten Tracker, welche Medikamente und welche Impfstoffe in der Entwicklung sind.

Update (29.07.2020)

Todesraten im Vergleich

Während sich die nun höheren Neuinfektionszahlen in Europa bislang nicht bei den Sterbezahlen bemerkbar machen und nun auch Schweden (endlich!) relativ niedrige Zahlen aufweist, zeigt sich in den USA deutlich eine neuer dramatischer Anstieg. Da die Kurven von Kevin Drum unterschiedliche Skalen aufweisen, sieht man nicht auf den ersten Blick, dass die täglichen Sterbezahlen (berechnet auf Bevölkerungsgröße) nun in den USA schon wieder den Wert erreicht haben, der in Deutschland als Höchststand Mitte April gemessen wurde, nämlich drei pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Die USA weisen nun bei den kumulierten Todeszahlen pro Million der Bevölkerung im Vergleich zu Deutschland ziemlich genau den vierfachen Wert auf, Schweden bleibt mit dem fünffachen Wert (vergl. mit DE) noch knapp unter den italienischen Todesfallzahlen.

Update (30.07.2020)

Anfang des Monats habe ich hier die bis dahin kumulierten Todesfälle in Deutschland, Deutschlands Nachbarländern und den weiteren westl. Staaten, die hier seit März beobachtet werden, zusammengestellt. Das war zu einem Zeitpunkt, indem in den verglichenen Staaten die akuten Sterbefälle überall stark rückläufig waren, man also bei allen (hinsichtlich der Todesfälle) davon ausgehen konnte, dass die schlimmste Pandemie-Welle erst einmal überstanden ist. Da nun auch alle diese Staaten - unabhängig davon, wie sie im März/April mit der Pandemie zurechtgekommen sind - nunmehr in ihren Erkenntnissen, was zu tun ist, gleich viel wissen, ist der Vergleich interessant, welche Staaten denn im Juli wie abgeschntten haben in der Vermeidung von Todesfällen.

Und da ergibt sich folgendes Bild, wenn man die seit Anfang Juli hinzugekommenen Todesfälle pro Million (TpM) vergleicht:

1. Staaten, in denen (im Juli 2020) bis zu 10 TpM hinzugekommen sind:
Tschechien von 33 auf 35 TpM, also plus 2
Polen von 39 auf 45 TpM, also plus 6
Österreich von 78 auf 80 TpM, also plus 2
Dänemark von 105 auf 106 TpM, also plus 1
Deutschland von 108 auf 110 TpM, also plus 2
Luxemburg von 176 auf 186 TpM, also plus 8
Schweiz von 227 auf 229 TpM, also plus 2
'Kanada von 228 auf 236 TpM, also plus 8
Niederlande von 357 auf 359 TpM, also plus 2
Frankreich von 457 auf 463 TpM, also plus 6
Italien von 575 auf 581 TpM, also plus 6
Spanien von 607 auf 608 TpM, also plus 1
Belgien von 842 auf 848 TpM, also plus 6

Auch wenn jede/r Gestorbene eine/r zuviel ist, kann man schon sagen, dass diese Länder die COVID19-Pandemie hinsichtlich der tödlichen Folgen aktuell im Griff haben.

2. Staaten mit (im Juli 2020) deutlich mehr Todesfällen

#Es sind drei Staaten in diesem Vergleich, bei denen das im Juli nicht der Fall ist. Wer regelmäßig auf die obigen Diagramme schaut, weiß schon, welche das sind. Aber wie krass sich dies noch im Juli auswirkt auf die konkreten Sterbezahlen, hat mich selbst überrascht:

USA von 395 auf 465 TpM, also plus 70
Schweden von 532 auf 567 TpM, also plus 35
(Ver. Königreich) UK von 647 auf 677 TpM, also plus 30

Update (03.08.2020)

Die Diagramme sind aktualisiert mit Stand 1. August.

Nur in  den USA macht sich eine zweite Welle bei den Sterbezahlen deutlich bemerkbar, bislang.

In Schweden ist die tägliche Sterberate Ende Juli (endlich) auf das niedrige Niveau der anderen beobachteten europäischen Staaten gesunken.

 

Update (04.08.2020)

Zwei Berichte erregen heute meine Aufmerksamkeit:

1. Dunkelfeldstudie in Italien

In Italien wurde von Mai bis Juli eine für Italien repräsentative Dunkelfeldstudie durchgeführt, darüber berichtet heute die deutsche Presse. Hier ein Auszug (tagesschau.de):

Das Coronavirus könnte in Italien einer Studie zufolge sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. In Italien leben rund 60 Millionen Menschen.

Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64.660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli - die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen. Laut den Daten der US-Universität Johns Hopkins haben sich in Italien bislang gut 248.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 35.000 Infizierte starben.

Der Studie zufolge gibt es jedoch große regionale Unterschiede, wie ANSA weiter berichtet. In der Lombardei wurde bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

2. Langzeitfolgen von COVID19

Während die Todesfälle als wichtiger Anhaltspunkt für internationale Vergleiche herausgestellt werden, darf man nicht vergessen, dass COVID19 sich auch dadurch von einer "einfachen Grippe" unterscheidet, dass über relativ gravierende Langzeitfolgen berichtet wird. Hier ein Artikel von Reuters (3.8.20), der sich mit den Kosten der langfristigen Behandlung der Erkrankten befasst. Klingt leider nicht so optimistisch.

Update (08.08.2020)

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum und von Shinyapps aktualisiert. In den USA scheint die Todesfallentwicklung in der zweiten Welle glücklicherweise gebremst zu sein, ca. zwei Wochen nachdem auch die Neuinfektionen dort nicht mehr steigen.

Update (18.08.2020)

1. Aus der Aktualisierung der Diagramme ergibt sich, dass die USA sich bei den Todesfällen auf dem vergleichsweise hohen Niveau von 3 pro Tag pro Million der Bevölkerung stabilisiert haben. Bei allen anderen beobachteten Staaten haben die seit zwei bis drei Wochen steigenden Neuinfektionszahlen (bisher) noch keine steigenden Todesfallzahlen nach sich gezogen. Am Ende der Kurve von Italien zeigt sich allerdings ein kleiner Zacken nach oben.

2. Dunkelfeldstudien. Die Seite des RKI, auf der Antikörper-Studien in der Allgemeinbevölkerung dargestellt werden, lohnt gelegentlich einen Blick, um die von mir seit Ende März angemahnten Forschungsergebnisse zur Ausbreitung des Virus zu evaluieren. Bislang allerdings sind dort zwar etliche Studein angekündigt bzw. werden durchgeführt, aber nur wenige haben bereits Ergebnisse publiziert. Wenn hierzu etwas Neues zu berichten ist, werde ich das tun.

3. Zu den vor vier Tagen publizierten Ergebnissen  einer repräsentativen Antikörperstudie in Kupferzell (6000 Einwohner-Gemeinde in Ba-Wü):

  • 7,7 Prozent der Kupferzellerinnen und Kupferzeller hatten positive Antikörper-Nachweise gegen SARS-CoV-2 und haben demnach die Infektion durchgemacht.
  • Im Verlauf der Studie wurden in Kupferzell keine akuten Infektionen festgestellt.
  • Bei Frauen (8,7 Prozent) wurden etwas häufiger als bei Männern (6,7 Prozent) Antikörper nachgewiesen.
  • Asymptomatische Fälle: 16,8 Prozent der Seropositiven (Personen mit positivem Antikörper-Nachweis) waren ohne typische Krankheitssymptome, 83,2 Prozent hatten mindestens eins der Symptome (Fieber über 38°C, Atemnot / Kurzatmigkeit,Lungenentzündung, Schnupfen, Husten, Schmerzen beim Atmen, Halsschmerzen, Geruchs-/ Geschmacksstörung).
  • Dunkelziffer: Durch die Studie wurden 3,9-mal mehr Infektionen nachgewiesen als bislang in Kupferzell bekannt.

Die Tagesschau bezeichnet die zuletzt genannte Dunkelziffer in der Überschrift als "hoch". Dies ist aber nicht der Fall, weil bislang von vielen auch ein Wert von bis zu 10 (also zehnmal so viele Infizierte im Dunkelfeld wie im Hellfeld) für möglich bzw. sogar wahrscheinlich gehalten wurde.

Zum Vergleich: In Gangelt (Streeck-Studie) wurde eine etwa 5fach erhöhte Zahl Infizierter im Dunkelfeld gefunden. Dazu passt auch die Quote von asymptomatischen Fällen - in Kupferzell  unter 17 % (in Gangelt 22 %), teilweise wurden ja bis zu 80% asymptomatische Fälle vermutet, dies ist deshalb so bedeutsam, weil die asymptomatisch Infizierten das Virus möglicherweise stärker verbreiten (sie fühlen sich ja nicht krank und gehen deshalb "normal" zur Arbeit, zur Schule oder ins Restaurant)

Update 20.08.2020

Belegt die geringe Sterblichkeit oder fehlende Übersterblichkeit in Deutschland (bzw. an vielen einzelnen Orten in der Welt) die Harmlosigkeit des Virus und damit die Nutzlosigkeit der Anti-Corona-Maßnahmen?

Ich habe ja schon einmal geschrieben, dass wegen der clustermäßigen Verbreitung des Virus die (fehlende) Sterblichkeit / erhöhte Todesziffer / Übersterblichkeit an einzelnen Orten nicht angeführt kann, um die Harmlosigkeit des Virus darzustellen.

Aber auch insgesamt ist in Deutschland für die erste Jahreshälfte keine Übersterblichkeit messbar, auch das habe ich bereits vor einigen Wochen festgestellt .

Eine Übersterblichkeit zeigt sich aber offenkundig in etlichen anderen Staaten Europas und weltweit (unter anderem auch in Schweden).

Nun kann man sich darüber Gedanken machen, woran es liegt, dass Deutschland von Januar bis Juni 2020 relativ glimpflich (also ohne Übersterblichkeit) davon gekommen ist (siehe schon Update vom 22.06.).

Dass es an der allg. Harmlosigkeit des Virus liegt, dürfte ausgeschlossen sein, denn an einigen Orten auf der Welt hat das Virus zu extrem hoher Sterblichkeit geführt (z.B. New York City, Region Bergamo,etc. etc.). 

Für Deutschland lässt sich anführen:

- die vergleichsweise gute medizinische Intensivversorgung in Deutschland

- die vergleichsweise rechtzeitige Reaktion durch Distanzmaßnahmen bis hin zum (allerdings begrenzten) Lockdown

- die vergleichsweise höhere Befolgungsbereitschaft der Bevölkerung jedenfalls in den ersten Wochen (soziale Distanzmaßnahmen betreffend), gegründet auf relativ hohem Vertrauen in die politische Führung

- ohnehin größere Distanz zwischen alten und jungen Menschen im Wohnbereich/Alltag, auch unabhängig von der Pandemie

- Zufall/Glück, dass es Deutschland am Anfang nicht so "erwischt" hat wie z.B. Italien, und Deutschland dann u.a. von den dortigen Erfahrungen Nutzen ziehen konnte

- hinsichtlich der Sterbeziffern über alle Ursachen hinweg, die hier für Bochum angeführt werden, haben die Anti-Corona-Maßnahmen auch anderweitigen Kollateralnutzen mit sich gebracht: weniger Verbreitung von Grippeviren, weniger Verkehrsunfälle, weniger Arbeitsunfälle

Es erscheint mir als ein (ziemlich durchsichtiges) Manöver von "Coronakritikern", die sich zudem nicht schämen, sich allfällig mit dem Begriff "Widerstand" zu schmücken, die geringe Sterblichkeit in Deutschland (oder gar in einzelnen Städten in Deutschland) als Argument dafür anzuführen, das Virus sei gar nicht gefährlich, die Maßnahmen seien völlig übertrieben gewesen etc. Sie verschweigen, dass das wahre Ausmaß der Gefahr in solchen Fällen erst nachträglich evaluiert werden kann, politische Schutzmaßnahmen vor dem Tod Vieler aber bei einer Pandemie schon frühzeitig in Gang gesetzt werden müssen, damit sie eine Chance haben zu wirken.

Eine bittere Lehre, die Boris Johnson (zunächst Verharmloser, heute hat UK immer noch mit die schärfsten Maßnahmen in Kraft)  und Donald Trump (trotz an die 200.000 Toten immer noch Verharmloser) erst spät feststellen mussten. Wobei es aus dem Januar und Februar auch viele Zitate deutscher (Gesundheits-)Politiker gibt, die das Virus damals als noch relativ harmlos und beherrschbar einschätzten.

Die fehlende Einsicht, dass auf eine potentielle Gefahr eben schon reagiert werden muss, bevor ihr Ausmaß wissenschaftlich korrekt evaluiert werden kann, ist m. E. das bestimmende Merkmal der "Widerständler".  Bei manchen ist dies offenkundig ein Problem des Intellekts, bei anderen möglicherweise politisches Kalkül. 

Zugleich verschweigen diese "Kritiker" bzw. "Widerständler", die auch von "Besorgnisindustrie" faseln, dass die geringere Sterblichkeit (in Deutschland) wahrscheinlich zu einem nicht geringen Anteil ein Erfolg gerade der Maßnahmen ist, die sie bekämpfen.

Update 16.09.

Zurückgekehrt aus dem Urlaub mit nur eingeschränktem Internetzugang habe ich soeben die Diagramme aktualisiert.

Die europäische Lage hinsichtlich der Todesfälle ist weiterhin entspannt trotz der teilweise massiv steigenden Infektionszahlen.  Letztere sind zumindest teilweise durch die wesentlich stärkere Testaktivität erklärbar. Weiterhin sind sie aufgrund verschiedener Teststrategien international wenig vergleichbar.

Das Vereinigte Königreich hat in den vergangenen Wochen seine Statistik umgestellt (böse Stimmen würden sagen: frisiert), so dass die Zahlen auch rückwirkend geändert wurden und daher nicht mehr ganz so erschreckend erscheinen.

Eine Ausnahme in Europa bildet Spanien, hier sind wieder etwas steigende Todeszahlen zu verzeichnen. Weiterhin erscheint die Lage in den USA sehr beunruhigend. Von allen Staaten, in denen ich die Todesfallentwicklung seit Ende März genauer verfolgt habe, sticht die USA - wie sich am shiny-apps-Diagramm zeigt - durch das am wenigsten erfolgreiche Krisenmanagment hervor.  Inzwischen wurde ja bekannt, dass US-Präsident Trump die Lage in den vergangenen Monaten bewusst lügend falsch dargestellt hat. Die Konsequenzen kann er nun kaum mehr weglügen.

Update 21.09.2020

Die Kommentarspalte wird demnächst vorläufig geschlossen.  Hier ist nicht die Plattform für historischen Steckenpferdthemen. Nutzen Sie dafür Ihre eigenen Internetplattformen. Schon gar nicht wird hier Ewiggestrigen eine Plattform geboten, die meinen, ständig unpassende Beispiele und Vergleiche aus den Jahren 1933-45 unter den hiesigen Beitrag posten zu müssen.

Update 23.09.2020

Zur aktuellen Entwicklung und dem derzeitigen Streit (insbes. in Deutschland) werde ich demnächst einen längeren Beitrag erstellen. Nur soviel zu den jetzt steigenden Infektionszahlen: Es gilt immer noch, sogar erst recht!, mein Kommentar von Ende März (einfach nach oben scrollen): Diese Zahlen sind wegen der unterschiedlichen Teststrategien nicht geeignet für Vergleiche. Das bedeutet, dass wir weder im Vergleich zwischen Bundesländern noch zwischen Stadt und Land, noch zwischen verschiedenen Staaten (Westeuropa, Nordamerika, Asien, Welt) noch im Hinblick auf historische Verhältnisse (Vergleich zwischen März/April und August/September) aus den jetzt wieder steigenden Infektionszahlen relevante Schlüsse ziehen können. Andererseits lässt sich aus den insofern unzuverlässigen Zahlen auch nicht etwa das Gegenteil herauslesen. Nur weil die Anzahl der Personen, die tatsächlich infiziert sind, sich nicht zuverlässig  aus den Messungen herauslesen lässt, bedeutet das selbstverständlich  NICHT, dass es gar keine Infizierten mehr gibt.

Nach wie vor halte ich die Todeszahlen (für Vergleiche!) für relevanter. Aber nur weil jetzt in einigen Weltregionen keine oder nur sehr wenige Tote registriert werden, bedeutet das nicht, dass die Gefahr völlig vorbei ist.

Zu den oben aktualisierten Grafiken:

Deutlich NICHT vorbei ist die Gefahr in den USA. Dort werden nach wie vor täglich mehr als 800, d.h. 2 bis 3 Tote pro Million der Bevölkerung gezählt. In Spanien ist die tägliche Sterberate ebenfalls wieder gestiegen (ca. 200 Tote täglich), ansonsten haben sich - glücklicherweise - die seit 1-2 Monaten gemessenen höheren Infektionszahlen bislang noch nicht in den Sterberaten bemerkbar gemacht. Ich hoffe, dass dies so bleibt. 

Update 29.09.2020

1. Wie kamen die Staaten über den Sommer?

Alle der beobachteten Staaten haben am Ende des Sommers mit (je nach Teststrategie anders ausfallenden/zu bewertenden) wieder steigenden Infektionszahlen/Anzahl positiver Tests zu tun. Aber wie kamen diese Staaten hinsichtlich der Sterbezahlen über den Sommer?

Ich habe die Beobachtung von Ende Juli mit den aktuellen worldometer-Daten weitergeführt (Achtung:Teilweise führen unterschiedl. Bevölkerungszahlen oder nachträgliche Korrekturen zu Abweichungen zw. den Zahlen bei Drum und im worldometer).

a) Staaten, in denen im August und September 2020 bis zu 20 TpM hinzugekommen sind:
Deutschland von 110 auf 114 TpM, also plus 4
Belgien von 842 auf 848 TpM, also plus 6
Dänemark von 106 auf 112 TpM, also plus 6
Österreich von 80 auf 88 TpM, also plus 8
Kanada von 236 auf 245 TpM, also plus 9
Schweiz von 229 auf 239 TpM, also plus 10
Luxemburg von 186 auf 197 TpM, also plus 11
UK (ekl. abw. Datenbasis) von 605 auf 618 TpM, also plus 13
Niederlande von 359 auf 372 TpM, also plus 13
Schweden von 567 auf 581 TpM, also plus 14
Italien von 581 auf 597 TpM, also plus 16
Auch wenn jede/r Gestorbene eine/r zuviel ist, kann man schon sagen, dass diese Länder die COVID19-Pandemie hinsichtlich der tödlichen Folgen im August und September im Griff hatten.

b) Staaten mit (im August und September 2020) deutlich mehr Todesfällen (mehr als 20 TpM zusätzlich)

Polen von 45 auf 66 TpM, also plus 21
Tschechien von 35 auf 58 TpM, also plus 23
Frankreich von 463 auf 487 TpM, also plus 24

Spanien von 608 auf 672 TpM, also plus 64
USA von 465 auf 633 TpM, also plus 168

Drei Nachbarstaaten Deutschlands haben im August und September deutlich mehr COVID19-Tote registriert.
Spanien und (eklatant) die USA haben diese gravierendste Folge der Pandemie auch im Sommer nicht im Griff gehabt.

2. Aktualisierte Diagramme

Während trotz steigender Zahlen positiv Getesteter in dne meisten beobachteten Staaten die Sterbezahlen nicht auffälig erhöht  sind, kann man bei Spanien und Frankreich erneut ansteigende und in den USA stagnierend hohe Sterbezahlen ablesen.

Update 7.10.2020

Aktualisierung der Diagramme und ein neues Diagramm. Während in Deutschland, Schweden und Italien die Sterbezahlstatistik weiterhin beruhigend niedrig erscheint, steigt die Anzahl der tödlichen Verläufe wieder in UK, Frankreich und Kanada (sowie in Südamerika) und bleibt nach wie vor auf (zu) hohem Niveau in den USA.

Ich bin weiterhin der Ansicht, dass die Infektionszahlen nicht viel taugen für überregionale, nationale, internationale und historische Vergleiche und habe deshalb auch wenig Verständnis für die Konkurrenz der Bundesländer um (niedrige) Infektionszahlen.

Um den Effekt der Testhäufigkeit aus der Statistik herauszuhalten, hat Kevin Drum nun einen Blick auf die Prozentsätze der positiven Tests (Anteil an allen Tests) geworfen. Das Ergebnis sehen Sie in dem neuen Diagramm. Kevin Drum kommentiert :

How are the rich countries of Europe and North American doing on the coronavirus? This is surprisingly hard to answer. You can look at cases, but they depend a lot on how much testing you’ve done. What’s more, cases don’t seem to correlate very well with deaths anymore.

So how about deaths? That’s better, but still far from perfect since there’s an increasingly open dispute about what counts as a “COVID-19 death.” Plus, deaths are a lagging indicator, as they’ve always been.

So how about share of positive tests? This is the percentage of all COVID-19 tests that come back positive, and epidemiologists say that it needs to be below 5 percent before you can tentatively say you have things under control. During the initial April outbreak, the positive test rate was as high as 20-25 percent in some countries (it peaked at about 18 percent in the US).

Needless to say, this is not a perfect metric either. If you test only people who are already showing symptoms, you’ll have a high rate. If you test everyone in a city, you’ll probably have a low rate. However, most countries are testing at a rate of 1-2 per thousand people, with a few outliers above and below that, which makes the positive test rate a decent look at how things are shaping up.

The chart shows that a few countries are in terrible shape and should probably be locking down everything in sight. Another group of countries is in OK shape but obviously on the rise. And then there’s good old Germany, with a low positivity rate and a fairly flat curve.

The United States doesn’t look good on this metric. We’ve been on the rise for the past two weeks and we broke the 5 percent barrier a few days ago. Winter is coming.

Ich halte diese Angaben für nur mit großen Vorbehalten für interpretierbar, da bei der jeweiligen Teststrategie in unterschiedlicher Weise auf Anhaltspunkte für eine Infektion Rücksicht genommen wird. Wenn man  beim Testen anstrebt, möglichst die "Richtigen" zu testen, und dabei auf Kontakte, Gefährdete und symptomatische Personengruppen Rücksicht nimmt, dann könnte man auch sagen, eine höhere Prozentzahl spreche nicht unbedingt für eine größere Gefährdung, sondern für eine bessere Teststrategie.  Man kommt nicht drum herum: Nur das Testen von repräsentativen Zufallsstichproben kann über die wirkliche Anzahl der Infektionen Auskunft geben, alle anderen Versuche, die Daten zu deuten, haben erhebliche Einwände gegen sich. Unabhängig davon sind die dargestellten Unterschiede in der positiven Testrate beeindruckend.

Update 12.10.2020

Die mit der steigenden Anzahl positiver Testergebnisse nach einem relativ ruhigen Sommer auch wieder durchgesetzten, geplanten oder diskutierten Maßnahmenpakete stoßen inzwischen in Deutschland auf immer mehr (teilweise gut verständlichen) Überdruss und Skepsis. In der aktuellen Diskussion sagen auch manche Verfassungsrechtsexperten, die Maßnahmen, insbesondere die Art von Geschäfts-Lockdown und Ausgangsbeschränkungen im März/April, seien mit dem Grundgesetz nicht vereinbar (gewesen). Hierbei kommt es m.E. stark auf die Perspektive an: Mit dem heutigen Wissen können wir einige Maßnahmen und ihre Wirksamkeit sowie die Gefährlichkeit des Virus wesentlich besser einschätzen als Mitte März. Das Vorsorgeprinzip hat damals aber geboten, schnell Maßnahmen einzuführen, die sich in der Rückschau möglicherweise als unverhältnismäßig herausstellen. Aber das ist einfach die notwendige Folge einer Politik, die Gefährdungen möglichst effektiv eindämmen will und muss. Sich jetzt hinzustellen und die Regierung(en) allgemein für ihre Entscheidungen Mitte März zu kritisieren, sorgt in Talkshows für billig erworbenen Applaus, ist aber eigentlich unwürdig (ich beziehe mich auf einen im Netz kursierenden Auftritt meines Kollegen Lepsius). Auch mit dem Argument, die Maßnahmen würden allgemein nichts bringen, da dennoch fast alle irgendwann infiziert seien, bevor ein Impfstoff weite Verbreitung finden könne, liegt man m.E. völlig schief.

Die Wahrnehmung, dass "die Maßnahmen nichts bringen", wird doch eindrücklich - gerade in Deutschland! - durch die Diagramme oben und diverse Vergleichsuntersuchungen widerlegt.

Dass gerade in Deutschland so viele Menschen nun auf die Idee kommen, die Maßnahmen seien sinnlos und deshalb sollten sie ganz unterlassen werden, ist angesichts der Beobachtungen etwa in den USA, aber auch in anderen Staaten, in denen zu spät, nicht konsequent genug oder gar keine Maßnahmen ergriffen wurden, völlig unverständlich. Niemand hat behauptet, durch die Maßnahmen werde das Virus aus der Welt geschafft. Es ging immer nur (und auch heute noch) darum, die Infektionszahlen/Weiterverbreitung so gering zu halten,

dass man

1. Zeit gewinnt, um Wissen zu generieren und Medikamente/Impfstoffe/Behandlungserfahrungen zu entwickeln,

2. die "Kurve flach hält", so dass nicht sehr viele Menschen gleichzeitig (schwer) erkranken,

3. im Ergebnis also Menschenleben schützen kann.

Die ersten beiden Ziele wurden (bislang) in Deutschland erreicht und damit auch zu einem Teil das dritte Ziel. Sicherlich mögen einige Maßnahmen übertrieben erscheinen oder bringen weniger als andere, manche sind nach wie vor auch wissenschaftlich umstritten. Aber eine aufkommende Tendenz, die Maßnahmen seien insgesamt nutzlos und daher verzichtbar, ist geradezu wahnwitzig und erinnert stark an das Verhalten von Trump.

Update 15.10.2020

Die Zahl der positiv Getesteten  steigt in Deutschland wie anderswo stark an. Dieser Anstieg ist zwar nicht vergleichbar mit den Zahlen vom Frühjahr, weil diese neuen Zahlen das Ergebnis wesentlich verbreiteter Testung ist, doch lässt sich ein Anstieg der Infektionen - bei in den letzten Wochen gleichbleibend hoher Testanzahl - nicht mehr ignorieren. Das war vorhersehbar, weil das Virus offenkundig v.a. in Innenräumen verbreitet wird, in denen sich in dieser Jahreszeit wieder mehr Menschen aufhalten. Den Blick auf die Diagramme von Kevin Drum habe ich ergänzt um eine "Lupe" auf die vergangenen Wochen/Monate. Es zeigt sich, dass die Sterbezahlen in den USA nahezu gleichbleibend auf erhöhtem Niveau liegen, in UK, Frankreich und  Italien wieder (leicht) nach oben zeigen und in Schweden und Deutschland noch auf beruhigend geringem Niveau geblieben sind. Offenbar hat aber die Infektionswelle noch nicht die besonders gefährdeten Altersgruppen erreicht. Die letzten Tage zeigen jedoch, dass auch in Deutschland die Sterbezahlen wieder leicht steigen (von Zahlen im einstelligen Bereich/Tag auf ca. 30/Tag heute und gestern).

Ein kleiner Seitenblick auf die Nachbarländer: Polen und Tschechien, die bisher (bezgl. der Sterberaten) sehr gut durch die Pandemie gekommen sind, zeigen seit Herbstbeginn ein erhebliches tödliches Risiko: In Tschechien sind in den vergangenen zwei Wochen 51 TpM hinzugekommen, in Polen 21 TpM.

Insbesondere die Entwicklung in Tschechien sollte näher betrachtet werden, damit dort gemachte Fehler nicht hierzulande widerholt werden. Hierzu die Schilderung der tagesschau.

Falls, wie nun berichtet wird, die Zahl der positiv Getesteten auch in DE weiter steigt, wird aber bald eine Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter nicht mehr flächendeckend möglich sein und dann, so die Befürchtung, werden auch Menschen der gefährdeten Altersgruppen wieder vermehrt infiziert werden. Insofern kann ich die Sorge der Politik nachvollziehen, die sich in der derzeitigen erneuten Verschärfung von Maßnahmen niederschlägt.

Update 18.10.2020

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Eine Steigerung der Sterbefallzahlen ist auch in Schweden (0,6 TpM pro Tag) und Deutschland (0,4 TpM pro Tag) messbar, zeigt sich aber im Diagramm noch nicht so deutlich wie in Italien (knapp 1 TpM pro Tag), Frankreich (1,5 TpM pro Tag) und UK (knapp 2 TpM pro Tag). Geringe Sterberaten (weniger als 1 TpM pro Tag) sind auch in unseren Nachbarländern Österreich, Dänemark, Luxemburg, Schweiz und Niederlande zu beobachten. Wesentlich höhere Sterbezahlen werden aus unseren östlichen Nachbarländern gemeldet: Tschechien (knapp 7 TpM pro Tag), Polen (knapp 4 TpM pro Tag). Beide Staaten waren im Frühjahr von Corona-Toten weitgehend verschont geblieben.

In der jüngsten Zeit wird wieder stark über den erneuten exponentiellen Anstieg der Neu-Infektionszahlen in Deutschland gesprochen und geschrieben. Teilweise werden dabei unangemessene Vergleiche mit den Zahlen aus dem Frühjahr angestellt. Teilweise wird aber auch richtigerweise erwähnt, dass der Anstieg mit der Erhöhung der Testanzahl zusammenhängt. Einige meinen, dass möglicherweise gar kein realer Anstieg zu verzeichnen sei. Das Phänomen ist aus der Kriminologie bekannt: Wird etwa ein existierendes Verbrechensphänomen zunächst jahrelang tabuisiert (wie etwa der sexuelle Kindesmissbrauch) und deshalb kaum angezeigt, bricht aber später das soziale Tabu und es kommen viele Fälle zur Anzeige, kann das in der Hellfeldstatistik den Eindruck erzeugen, als seien plötzlich viel mehr Taten hinzugekommen und es gebe eine enorme Steigerung, obwohl in Wahrheit nur das bisherige Dunkelfeld aufgehellt wird. Vorsicht: Der Vergleich mit der Inzidenz einer Infektion ist nicht ganz treffend, aber er zeigt das Problem auf.

Ein interessanter Versuch, dieses Problem zu umschiffen, ist die Berechnung/Schätzung von Infektionszahlen aufgrund der Todeszahlen, wenn man eine konstante IFR (infection fatality rate) zugrunde legt. Das ist allerdings eine bloße Modellierung, die eben als Konstante die IFR setzt, die vermeintlich sicherer ist, weil man sie aus verschiedenen empirischen Untersuchungen herleiten kann. Das oben wiedergegebene Modell (Dank für die Genehmigung an Otmar Scherer-Gennermann, auf Twitter bekannt unter „Otmar S“,) geht von einer IFR von 0,48 % aus und zeigt, dass die Infektionszahlen im Frühjahr zu einem größeren Teil im Dunkelfeld verblieben sind und die heutigen Infektionszahlen (modelliert an der gleichbleibenden IFR) noch wesentlich geringer sind. Dennoch lässt sich derzeit eine Steigerung der Kurve durchaus ablesen. Es ist kein reiner Dunkelfeldeffekt, sondern eine reale (noch geringe) Steigerung der Infektionen. Die Einwände hat Otmar S. gleich mitgeliefert: Die Kurve ist nicht altersbereinigt und sie sähe anders aus – wesentlich höhere Zahlenwerte –, wenn die IFR geringer wäre. In der Tat besteht über die IFR keine wissenschaftliche Einigkeit und sie wird je nach Altersstruktur der betr. Gruppe, unterschiedlich ausfallen. Die derzeitigen seriöseren Schätzungen liegen zwischen 0,13 % und 1%. Ich betrachte das Modell also mit einer gewissen Skepsis. Ob diese berechtigt ist, wird sich möglicherweise in den nächsten Wochen noch herausstellen.

Update 22.10.2020

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Nun zeigt sich deutlich der Vorteil des Blicks auf die Sterbezahlen im Unterschied zu den teilweise weit auseinanderlaufenden Zahlen der positiv Getesteten in den einzelnen Staaten. Da die positiv Getesteten vermutlich eine ganz andere Altersstruktur aufweisen als im Frühjahr, ist der Vergleich der Infektionszahlen in zeitlicher Hinsicht zur Beurteilung der Gefährlichkeit weiterhin nicht sinnvoll. Die Fixierung der Medien auf die Infektionszahlen führt aber nun regelmäßig zu genau diesem Vergleich ("mehr als im April", "höchste Zahl von Neuinfektionen überhaupt" etc.).

Dass das Virus aber nicht etwa ungefährlich geworden ist, zeigt sich daran, dass - innerhalb der beobachteten Staaten bislang v.a. in UK, Frankreich und Italien -  auch die Sterbezahlen wieder ansteigen. In den USA sind sie weiter auf relativ hohem Niveau.

Im Nachbarland Tschechien (ich habe einmal das Diagramm von Worldometer hinzugefügt) ist das besonders krass zu sehen. Mittlerweile sterben dort 11 Menschen pro Million der Bevölkerung täglich (!). Ich habe im Länderüberblick auf worldometer kein Land entdeckt, bei dem die Anzahl der Toten stärker steigt als in Tschechien.

Bei exponentieller Verbreitung des Virus wird (vermutlich und hoffentlich in geringerem Umfang) auch die Sterberate  in Deutschland wieder ansteigen. Im Moment liegt diese Zahl noch bei 0,8 TpM täglich.

Bleiben Sie gesund!

 

Update 24.10.2020

Ich habe das aktuelle Diagramm von Kevin Drum übernommen. Das andere Diagramm zeigt die am stärksten betroffenen Staaten (Bevölkerung > 1 Million) nach Toten pro Million mit Peru und Belgien an der Spitze. Aktuell (Mitte/Ende Oktober 2020) am stärksten betroffen ist allerdings Tschechien mit 10-12 TpM am Tag (!).

Update 27.10.2020

1. Wie hoch/niedrig ist die Sterblichkeit?

Sehr viel mediale Relevanz hat die Studie von Ioannidis bekommen, die unter Berücksichtigung vieler Studien zu COVID19 eine geringere IFR ermittelte als bisher angenommen. Hier der Artikel von n-tv dazu.

Ein sehr hilfreicher Artikel zum Verständnis der Sterblichkeits-Zahlen ist m.E. dieser hier (von einem Biologie-Blog)

CFR, IFR, and You: What is the true COVID-19 death rate?

Er wurde schon Ende Juni veröffentlicht, hat aber auch Gewicht zur Beurteilung der neuesten Veröffentlichung von Ioannidis.

Im Grunde  geht es um dieselben Zusammenhänge, die ich schon in meinem ersten Beitrag (ganz oben, also am 29. März) angesprochen habe: Bewegen wir uns in einem bislang unbekannt großem Dunkelfeld, hängen alle Zahlen und Werte, die mit der Anzahl der Fälle zu tun haben, davon ab, wie viele Fälle im Hellfeld erkannt/registriert werden. Sofern aber die Registrierung mit der Schwere der Fälle zu tun hat, werden im Dunkefeld immer viel mehr leichtere Fälle vorhanden sein als im Hellfeld.

Eine Analogie aus der Kriminologie:

Will man herausfinden, wie viele Gewaltdelikte tödliche Folgen haben (nennen wir es "Tödlichkeit der Gewaltdelinquenz"), und wertet dementsprechend die Kriminalstatistik aus und zählt dort alle Gewaltdelikte zusammen, die in einem Jahr registriert wurden (also von Körperverletzung über Sexualdelikte bis hin zu Mord, einschließlich aller registrierten Versuche), dann wird man einen Bruch erhalten (auch als Prozentzahl darstellbar), den man künftig als "Tödlichkeit der Gewaltdelinquenz in Deutschland" verbreiten könnte. Warum tut das niemand in der Kriminologie? Weil wir wissen, dass diese Rate völlig unsinnig ist, solange man von einer viel höheren  Anzahl von Körperverletzungsdelikten ausgehen muss, die gar nicht bekannt werden (Dunkelfeld). Und im Dunkelfeld verbleiben mit viel größerer Wahrscheinlichkeit die leichteren Delikte, die also mehrheitlich von vornherein nicht annähernd lebensgefährlich sind. Da die Gesamtzahl der Delikte im Nenner des Bruchs (unten) steht, hängt der Wert der tatsächlichen Tödlichkeit aber entscheidend davon ab, wie viele Gewaltdelikte überhaupt gezählt werden.

Zurück zur Pandemie: Auch hier wissen wir nicht die tatsächliche Anzahl der Infektionen, und zu Beginn werden wir die eher schlimmeren symptomatischen Fälle registrieren. Je mehr wir aber über das Virus wissen und auch die symptomfreien Infektionen und solche mit leichteren Symptomen erfassen, desto geringer wird die Zahl "Sterblichkeit" (IFR), die ebenfalls ein Bruch ist, bei dem die Anzahl der ermittelten Fälle im Nenner stehen. Daher ist es überhaupt kein Wunder oder nichts besonderes, dass die Sterblichkeit des Virus sich mit Anzahl und Verbreitung der Tests stark verkleinert: Immer mehr und immer auch leichtere Fälle erhöhen jetzt den Nenner. Es kommen im Vergleich zum kriminologischen Beispiel noch einige weitere Punkte hinzu, die die Sache nicht vereinfachen: Bei der Pandemie  liegt auch der Zähler des Bruchs (also die Anzahl der Todesfälle) teilweise im Dunkelfeld, nämlich soweit Todesfälle existieren, die gar nicht als COVID19-Fälle erfasst wurden. Bei der Pandemie ist zudem die Zuverlässigkeit der Tests unterschiedlich, je nachdem, ob ein gerade positiv Infizierter getestet wird oder (nachträglich) getestet wird, ob eine Person früher einmal infiziert war - letztere Tests (auf Antikörper) haben eine höhere falsch-positiv-Rate, sie überschätzen also die Infektionsrate. Letzteres Problem gibt es - analog - übrigens auch in der Kriminologie, da ein gewisser Anteil der polizeilich erfassten Fälle sich später als nicht real herausstellt (Falschanzeigen, falsche Verdächtigungen, polizeiliche Ermittlungsfehler).

Ein Vergleich von COVID19 mit der Influenza ist insofern bislang wenig aussagekräftig als die Influenza-Zahlen nicht auf Tests beruhen, sondern auf nachträglichen Schätzungen.  Nach bisherigem - auch dem reduzierten Stand nach der Ioannidis-Publikation, ist aber nach wie vor eine höhere Gefährlichkeit des COVID19-Virus anzunehmen.

2. Aktualisierungen der Diagramme

Deutschland verzeichnet in der zweiten Welle bisher(!) eine nur gering erhöhte Anzahl an Toten pro Tag, anders v.a. Frankreich und UK. Auch die Zahlen in den USA (bislang stagnierend auf hohem Niveau) steigen wieder. Dass, wie Trump sagte, man in den USA jetzt "die Kurve kriegt" ("rounding the corner") , ist leider eine glatte Lüge. Die letzte Woche schon schlimme Lage in Tschechien hat sich noch einmal verschärft, zuletzt wurden 16 TpM an einem Tag (!) gemessen. Diejenigen, die man im Frühjahr durch harte Maßnahmen retten konnte, sterben jetzt.

Update 29.10.2020

Kurz vor dem sogenannten "Lockdown light", der ab Montag gelten soll und wieder viele kleinere und mittlere Unternehmer (zB Künstler, Gastronomen, Hoteliers) sowie uns allen, die wir diese Angebote gerne nutzen treffen wird, erreichen uns auch wieder etliche widersprüchliche Stellungnahmen.

Zum einen wird von ernstzunehmenden Wissenschaftlern immer noch bzw. nach wie vor beklagt, die steigenden Infektionszahlen seien keineswegs als Indikator für die aktuelle Gefährlichkeit anzusehen. Auch die (bisherige) Intensivbettenbelegung zeige keineswegs, dass ein nationaler Gesundheitsnotstand bevorstehe. Dementsprechend hat sich mein Regensburger Kollege Kuhbandner, mit dessen kritischen bis skeptischen Ausführungen ich mich schon mal im Frühjahr auseinandergesetzt habe (siehe oben) jüngst geäußert (LINK). Seine Darstellung läuft darauf hinaus, dass trotz der hohen Infektionszahlen (die er zu einem großen Teil auf Falsch-Positive Messungen zurückführt) eben in Deutschland derzeit auch keine besonders erhöhte Gefahr für das Gesundheitssystem bestehe, überrollt zu werden. Ein zweiter Lockdown, so wohl sein Resultat, sei unnötig. 

Seine ausschließliche Bezugnahme auf Deutschland ist mein stärkster Einwand gegen diese Darstellung: Kuhbandner schildert die Lage so, als sei Deutschland nicht mitten in Mitteleuropa gelegen, sondern auf einem Inselkontinent. Aber immerhin lässt sich sein Artikel auch positiv lesen (obwohl er dies wohl nicht so beabsichtigt): Es ist noch nicht zu spät für Maßnahmen, wir können sie ergreifen, bevor es auf den Intensivstationen "akut" wird und wir könnten in Deutschland erneut - wie schon im Frühjahr - relativ gut mit der Krise umgehen, so dass sie hierzulande glimpflich verläuft. Ob die angekündigten Maßnahmen die richtigen sind, da bin ich selbst ratlos und froh, nicht entscheiden zu müssen.

Leider gibt es auch bei ausschließlicher Betrachtung der Sterbeziffern eine negative Nachricht:

Erstmals nach vielen Monaten sind in Deutschland gestern wieder mehr als 1 TpM (Tote pro Million) TpM coronabedingte Todesfälle gezählt worden, nämlich 96 an einem Tag. Wegen des 7-Tages-Durchschnitts oben auf dem Diagramm ist das dort noch nicht erkennbar. Aber es ist eine deutliche Steigerung gegenüber der vorherigen Woche, in der nur ca. 0,5 TpM registriert wurden. Nach wie vor am meisten Todesfälle werden derzeit ("akut") in Tschechien gemeldet, nämlich mit 128 Todesfällen weiterhin mehr als 12 TpM (weltweiter Spitzenwert).

Update 1.11.2020

1. Aktualisierungen der Diagramme

Kurz vor der Wahl hat Präsident Trump mehrfach geäußert, man sei nun dabei das Virus in den Griff zu bekommen ("rounding the corner"). Dies stimmt anhand der Zahlen nicht. In den USA ist es insgesamt nicht gelungen, im Sommer die Sterbezahlen auf Null zu reduzieren wie in den meisten westlichen Staaten. Und auch jetzt steigen die Zahlen wieder an. Nun behauptet Trump ohne Beleg, die Ärzte würden fälschlich COVID-Todesfälle registrieren. Nun ja.

2. Wie gut gelang es den beobachteten Staaten im Oktober, Todesfälle zu vermeiden?

Ich habe mich hier einmal auf den "Ausbruch der zweiten Welle"  und - wie zuvor - dafür auf die Sterbezahlen in 16 Staaten im Oktober 2020 konzentriert. Dabei geht es um die Vergleichszahl Tote pro Million der Bevölkerung (TpM), die ich dem Datensatz des worldometers entnommen habe (leicht abweichend von den bei Kevin Drum angegebenen Daten).

Allgemein ist im Oktober neben den eklatant steigenden Zahlen positiv Getesteter auch ein stärkerer Anstieg der registrierten COVID19-bezogenen Sterbezahlen festzustellen, aber letztere Zahlen fallen sehr unterschiedlich aus.

a) Staaten, in denen im Oktober 2020 bis zu 20 TpM hinzugekommen sind:

Schweden von 581 auf 587 TpM, also plus 6
Deutschland von 114 auf 126 TpM, also plus 12
Dänemark von 112 auf 124 TpM, also plus 12

b) Staaten, in denen im Oktober 2020 zw. 21 und 50 TpM hinzugekommen sind:

Kanada von 245 auf 268 TpM, also plus 23
Schweiz von 239 auf 265 TpM, also plus 26
Österreich von 88 auf 123 TpM, also plus 35
Italien von  597 auf 639 TpM, also plus 42

c) Staaten, in denen im Oktober 2020 zw. 51 und 100 TpM hinzugekommen sind:

Luxemburg von 197 auf 249 TpM, also plus 53
Niederlande von 372 auf 431 TpM, also plus 59
UK von 618 auf 685 TpM, also plus 67
Frankreich von 487 auf 563 TpM, also plus 76
USA von 633 auf 712 TpM, also plus 79
Polen von 66 auf 149 TpM, also plus 83
Spanien von 672 auf 767 TpM, also plus 95

d) Staaten, in denen im Oktober mehr als 100 TpM hinzugekommen sind:

Belgien von 848 auf 987 TpM, also plus 139
Tschechien von 58 auf 303 TpM, also plus 242

Feststellungen:

Überraschend gut ist bislang Schweden mit der Herbstwelle zurechtgekommen. Trotz auch hier stark steigenden Infektionszahlen ist es in Schweden diesmal bislang wesentlich besser gelungen, seine Risikogruppen zu schützen.
Deutschland, Dänemark und Österreich schneiden bislang insgesamt am besten ab. Sie hatten relativ niedrige Todesraten sowohl im Frühjahr und nun auch zum Herbstbeginn. Dass sich dies leider sehr schnell ändern kann, zeigt sich an drei anderen Nachbarn Deutschlands.
Krass ist die Entwicklung in Belgien und v.a. Tschechien. Unser östliches Nachbarland hat (eingeschränkt gilt dies auch für Polen) nach einem sehr günstigen Verlauf im Frühjahr nun die weltweit höchsten Sterbezahlen, allein im Oktober sind in Tschechien rund doppelt so viel Tote pro Million zu verzeichnen wie in Deutschland seit Beginn der Pandemie.

 

Update 5.11.2020:

1. Dunkelfeldstudie München, Ergebnisse:

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über die Ergebnisse der Münchener Dunkelfeldstudie, die die erste Welle im Frühjahr erfasst.

In den Monaten, in denen die Untersuchungsteams in München unterwegs waren, registrierte das Gesundheitsamt der Stadt 6584 Infektionen - ein Anteil von 0,4 Prozent der Stadtbevölkerung. Schon damals wurde vermutet, dass es eine hohe Dunkelziffer geben könnte, denn nicht jeder Infizierte entwickelt auch Symptome. Die LMU-Studie versuchte, Licht in dieses Dunkel zu bringen, indem sie ihre Probanden auf Antikörper untersuchte. Diese zeigen an, ob der Körper versucht hat, sich gegen einen Eindringling zu wehren. Antikörper sind auch nach Abklingen der Infektion noch vorhanden. Durch die Tests und verschiedene statistische Methoden fanden die LMU-Forscher heraus, dass die Zahl der tatsächlich Infizierten wohl bei etwa 1,8 Prozent liegt - das würde also bedeuten, dass rund 25 000 Münchner die Infektion durchgemacht haben, auch wenn viele vielleicht nichts davon bemerkten. (...)

Um die Sterblichkeitsrate zu überprüfen - sie wird immer wieder herangezogen, um die Gefährlichkeit des Virus zu relativieren oder zu leugnen -, haben die Forscher die sogenannte Übersterblichkeit in den Monaten März bis Juni betrachtet, also das Mehr an Toten im Vergleich zu den gleichen Zeiträumen der Vorjahre, und sie mit der Zahl der offiziellen Corona-Toten verglichen. Die beiden Kurven liegen fast deckungsgleich übereinander, beide mit einem Höhepunkt gegen Ende April, Anfang Mai. "Es gibt für diese Übersterblichkeit keine andere vernünftige Erklärung als das Virus", sagt Michael Hölscher, und: "Das zeigt auch, dass die Ärzte in den Kliniken supergut zugeordnet, registriert und gemeldet haben."

(...)

Die Sterblichkeitsrate einigermaßen sinnvoll zu berechnen, war bislang auch schwierig, weil eine grundlegende Zahl, eben die der tatsächlich Infizierten, mehr oder weniger unbekannt war - wenn die Zahl der Todesfälle gleich bleibt, aber die der Infizierten höher ist als angenommen, dann ist die Sterblichkeitsrate niedriger als vermutet. Ausgehend von den Antikörper-Befunden in der Testgruppe und den gemeldeten Todesfällen errechnet die Studie eine Sterblichkeitsrate von 0,76 Prozent - das heißt, dass von 10 000 Infizierten 76 sterben. "Das ist um ein Vielfaches höher als die Rate bei saisonalen Grippe-Infektionen", sagt Michael Hölscher. "Dort bewegt sie sich im Promillebereich."

 

2. Aktualisierte Diagramme

Auf dem Diagramm von Kevin Drum ist inzwischen der Anstieg der Todesfälle in Deutschland deutlich erkennbar,  deutlich über 1 TpM täglich. Im Nationenvergleich ist dies immer noch recht wenig, wie etwa am Nachbarland Österreich zu erkennen ist, das DE inzwischen "überholt" hat. Auch in Schweden steigt mittlerweile die Zahl der Todesfälle. Wenn nun darüber spekuliert wird, wie lange die gemessenen Infektionszahlen noch steigen, nachdem die Beschleunigung des Wachstums offenbar nachlässt: Im Frühjahr dauerte es in fast allen Staaten etwa 12 bis 15 Tage, bis auch die täglichen Sterbezahlen den Höhepunkt erreicht hatten;
in Deutschland gab es am 27. März: 6933 neue Infektionen, am 8. April: 333 Tote, das waren die jeweiligen Höchstzahlen. Derzeit bewegen sich (infolge der wesentlich verbreiteteren Tests) die Zahlen so: 3x so hohe Neuinfektionen, knapp halb so viele Tote täglich.  

Ein Blick noch auf unser Nachbarland Tschechien: Nach wie vor werden hier die höchsten Sterbezahlen weltweit gemessen: Gestern waren es 25 TpM! Tschechien ist auf dem obigen Diagramm der kumulierten Todesfälle in einem Monat von weit unterhalb der Rangfolge auf  mittlerweile Platz 27 der am meisten betroffenen Staaten vorgerückt.

Update 13.11.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert. In Deutschland zeigen nun auch die Todesfälle eine steigende Tendenz auf mittlerweile über 2 TpM täglich. Damit rückt der Höchstwert aus dem Frühjahr auch bei den Todesfällen in bedenklliche Nähe. Im Vergleich mit Italien und Frankreich, wo sich bei den Todesfällen ein ähnlich starker Anstieg wie im Frühjahr zeigt, mag das Geschehen in Deutschland immer noch "beruhigend" erscheinen. Auch in Schweden nimmt die Sterblichkeit zu, wenn auch noch geringer als in Deutschland. Aber die schwedische Hoffnung, durch weniger einschneidende Maßnahmen im Frühjahr das Geschehen im Herbst besser zu gestalten, scheint auch dort nicht unbedingt bestätigt zu werden. In Tschechien ist die Sterberate immer noch sehr hoch, allerdings  niedriger als in der vergangenen Woche. 

Update 18.11.2020

Nach langer Zeit gibt es wieder aktuelle Daten auf shinyapps, so dass ich die Grafik mit der Entwicklung der Corona-Todesfälle, die ich schon im Frühjahr/Sommer regelmäßig eingestellt habe, noch einmal produzieren konnte. Ich habe neben den neun Staaten, die ich seit Ende März beobachte, nun noch drei Nachbarstaaten (Dänemark, Österreich und Polen) ergänzt. Werte von Tschechien (gehört jetzt zu den Staaten, die mehr als 600 TpM aufweisen) sind in shinyapps leider nicht verfügbar.
Von den schon im Frühjahr stark betroffenen Staaten im oberen Drittel der Grafik sind wiederum alle von der zweiten Welle betroffen mit der Ausnahme von Schweden, wo zwar die Todeszahlen auch steigen, aber (bislang) nicht stark. Sorge macht vor allem Italien. Von den Staaten im Mittelfeld sind alle außer Canada ebenfalls von stark steigenden Sterbeziffern betroffen, insbesondere die Schweiz. Von denjenigen Staaten, bei denen es im Frühjahr glimpflich ausging, sind Polen und Österreich nun wesentlich stärker betroffen, während Deutschland und Dänemark (bislang) von stark steigenden Todeszahlen verschont geblieben sind.

Bei der anderen Darstellungsweise (tägliche Sterbezahlen, 7-Tages-Mittelwerte) von Kevin Drum lässt sich dies hinsichtlich sechs der Staaten genauer betrachten: Die Kurve steigen überall an, in Italien und Frankreich sogar mit einer ähnlich starken Steigung wie im Frühjahr, in den anderen Staaten etwas abgemildert im Vergleich zum Frühjahr. Keine distinkten Wellen sind nach wie vor in den USA zu erkennen, hier liegt die tägliche Sterberate (TpM) seit dem Sommer kontinuierlich etwa auf dem Niveau des  Höchststands (April) in Deutschland. Gestern lag lt. Worldometer-Daten in Deutschland die tägliche Todeszahl mit 357 erstmals höher als im April, es steht also zu befürchten, dass Deutschland eine ähnliche Entwicklung durchmacht wie zuvor Österreich.

Update 20.11.2020

Aus den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum lässt sich erkennen:

Italien (bei 10 TpM), Frankreich (bei 9 TpM), UK (bei 6 TpM) zeigen Anzeichen einer Plateaubildung der täglichen Sterbefälle auf hohem Niveau. Schweden und Deutschland liegen derzeit bei 4 TpM, aber eine Abschwächung ist in beiden Ländern noch nicht erkennbar, in den USA zeigt sich jetzt erst ein stärkerer Anstieg. Inzwischen wird aus Schweden berichtet, dass man dort härtere Maßnahmen ergreift, die den in Deutschland derzeit geltenden recht ähnlich sind. An der Grafik mit den kumulierten Todesfällen seit Beginn der Pandemie erkennbar (ebenso beim Diagarmm mit den am stärksten betroffenen größeren Staaten): Österreich hat nun Deutschland bei den kumulierten Todesfällen weit hinter sich gelassen. Das einzige (allerdings kleine) Nachbarland, das bezüglich der Todesfälle besser dasteht als DE, ist Dänemark. 

Update 26.11.2020

Ich habe zwei der Diagramme aktualisiert. Erkennbar ist, dass in Frankreich und UK der "Peak" der Todesfälle offenbar erreicht ist, in den anderen vier Staaten steigen die Todesfälle weiterhin an.
Von Deutschlands Nachbarstaaten ist nach wie vor nur Dänemark weniger von der Herbstwelle betroffen, insbesondere Polen und Tschechien liegen nun in der Todesfallstatistik weit vor Deutschland. Innerhalb der EU macht aktuell Bulgarien eine sehr heftige Entwicklung durch (um 20 TpM pro Tag).

Ich habe noch ein weiteres Diagramm zur Verfügung gestellt. Es stammt von John Burn-Murdoch, dem Datenjournalisten der Financial Times. Hier werden die Wellen von Infektionen/Hospitalisierungen und Todesfällen einander gegenübergestellt. Ein Haken wird angebracht, wenn der Peak der jeweiligen Welle erreicht ist.

Update 29.11.2020

Wie tödlich ist die Herbstwelle?

Wochenendbedingt habe ich schon heute die Zahlen zusammengestellt mit den (bislang) im November aufgetretenen Sterbefällen (Tote pro Million der Bevölkerung, TpM), die Daten stammen vom worldometer. Die nachfolgende Aufstellung beinhaltet wie zuvor die Nachbarstaaten Deutschlands und einige westliche Industriestaaten mit vergleichbarer Infrastruktur. Wie im Frühjahr zeigt sich, dass die Staaten sehr unterschiedlich von der Pandemie betroffen sind, bzw. mit ihr zurecht gekommen sind, wenn man die Todesziffern betrachtet.

a) Staaten, in denen im November 2020 zusätzlich bis zu 90 TpM  registriert wurden, also bis zu 3 TpM täglich

Dänemark von 124 auf 143 TpM, also plus 19 TpM
Kanada von 268 auf 316 TpM, also plus 48 TpM
Deutschland von 126 auf 196 TpM, also plus 70 TpM
Schweden von 587 auf 660 TpM, also plus 73 TpM

b) Staaten, in denen im November 2020 bis zu 180 TpM registriert wurden, also bis zu 6 TpM täglich

USA von 712 auf 821 TpM, also plus 109 TpM
Niederlande von 431 auf 545 TpM, also plus 114 TpM
UK von 685 auf 853 TpM, also plus 168 TpM

c) Staaten, in denen im November 2020 bis zu 270 TpM registriert wurden, also bis zu 9 TpM täglich

Spanien von 767 auf 955 TpM, also plus 188 TpM
Österreich von 123 auf 344 TpM, also plus 221 TpM
Frankreich von 563 auf 798 TpM, also plus 235 TpM
Luxemburg von 249 auf 486 TpM, also plus 237 TpM
Italien von 639 auf 900 TpM, also plus 261 TpM
Schweiz von 265 auf 535 TpM, also plus 270 TpM

d) Staaten, in denen im November 2020 täglich mehr als 9 TpM registriert wurden

Polen von 149 auf 450 TpM, also plus 301 TpM
Belgien von 987 auf 1418 TpM, also plus 431 TpM
Tschechien von 303 auf 752 TpM, also plus 448 TpM

Feststellungen:

Im Ranking steht Dänemark ganz vorn; als einziger der hier einbezogenen Staaten hat Dänemark die zweite Welle bislang mit nur wenigen Todesfällen bewältigt. Dänemark hat allerdinsg gegenüber DEutschland den Vorteil, praktisch ein (Halb-)inselstaat zu sein mit nur einer direkten Landgrenze.
Noch relativ gut stehen Kanada, Deutschland und Schweden da, auch wenn in Deutschland die Anzahl der täglich Verstorbenen jetzt höher ist als im Frühjahr.

Während Belgien in der zweiten Welle wiederum besonders hohe Todeszahlen zu verkraften hat (dem liegt wohl auch eine eigene Zählweise zugrunde!), fallen Polen und Tschechien völlig aus dem Rahmen, denn diese beiden europäischen Staaten hatten als einzige Nachbarländer Deutschlands im Frühjahr sehr niedrige Sterbefallzahlen aufzuweisen, während sie jetzt zur (weltweiten) Spitze gehören.

Update 3.12.2020

Die Diagramme habe ich aktualisiert:

Die Sterbezahlen in Deutschland und Schweden steigen weiter an.  In Frankreich zeigt sich tatsächlich eine "Trendwende" mit allerdings noch immer wesentlich höheren Sterbezahlen als in DE. Auch der Anstieg  in Italien und U.K.  scheint gestoppt. Aus dem  Diagramm mit der (kumulierten) Todesfallentwicklung lässt sich entnehmen, dass unsere Nachbarn Schweiz und Österreich weiterhin eine sehr beunruhigende Todesfallstatistik zeigen.

Update 9.12.2020

Aus den soeben aktualisierten Diagrammen lässt sich entnehmen: Hinsichtlich der Todesfallentwicklung zeigt Deutschland einen stetigen linearen Anstieg, von dessen Verlangsamung oder gar von einem Erreichen des Peak nichts zu erkennen ist. Ich deute dies als Hinweis darauf, dass - anders als im Frühjahr - Deutschland diesmal zu wenig getan hat, um die Pandemie zu beherrschen. Die täglichen Todesfalldaten liegen jetzt erheblich über den Werten im Frühjahr. Die Todesfall-Entwicklung in Deutschland ist  in ihrem Umfang momentan vergleichbar mit Schweden. Wesentlich schlimmer betroffen von der zweiten Welle waren zwar Frankreich, Italien und UK - in diesen Ländern zeigt sich bei den Todesfällen allerdings tatsächlich eine "Trendwende", wenn auch die täglichen Todeszahlen immer noch hoch liegen. Erwartungsgemäß stark steigend sind die Sterbezahlen in den USA nach dem Thanksgivingwochenende. 

Update 13.12.2020

Anders als in Frankreich, Italien und UK lässt sich in Deutschland noch keinerlei Verringerung der Todesfallentwicklung feststellen, inzwischen nähert sich DE 6 TpM täglich an. Im Vergleich vieler der am meisten betroffenen Staaten mit vergleichbaren Bedingungen steht DE damit zwar nach wie vor relativ gut da. Kommt es aber, wie jetzt befürchtet, tatsächlich zu der im Frühjahr vermiedenen Überlastung des Gesundheitssystems, werden die Todesfälle noch stark zunehmen. Zu befürchten ist, dass der jetzt angekündigte härtere Lockdown ab Mittwoch zu spät kommt, um so erfolgreich zu sein wie im Frühjahr. Unser Nachbar Dänemark und auch Kanada bewältigen die zweite Welle bislang wesentlich besser.

Update 19.12.2020

Ich habe drei Diagramme aktualisiert. In Deutschland ist die Todesfallentwicklung in eine exponentielle Steigerung übergegangen. Zusammen mit Schweden und den USA sieht es jetzt hierzulande am dramatischsten aus. Italien hat in der zweiten Welle wiederum mit einer hohen Sterblichkeit zu tun, die jedoch derzeit auf hohem Niveau abgebremst erscheint. In Frankreich und UK sieht es etwas besser aus. Nach wie vor vergleichsweise gut sehen die Kurven von Dänemark und Kanada aus. Nach meiner Beurteilung haben wir in Deutschland in der zweiten Welle zu spät reagiert und sind dabei, die relativ gute Entwicklung aus dem Frühjahr herzuschenken und uns hinsichtlich der Sterberaten einzugliedern in die anderen Industriestaaten der westlichen  Welt, wie dies zuvor auch mit Österreich geschehen ist. Ich habe natürlich nach wie vor die Hoffnung, dass der jetzige Lockdown auch die Zahlen wieder herunterbringt. Meinen örtlichen Kollegen Kuhbandner, der noch vor zwei Wochen die höheren Sterbezahlen bestritten hat und im Oktober die Pandemie praktisch schon für beendet erklärt hat, argumentiert auch angesichts der von ihm offensichtlich nicht erklärbaren stark steigenden Todeszahlen noch damit, die Wirkung eines solchen Lockdowns sei nicht erwiesen, weshalb dieser nicht angeordnet werden dürfe. Nun gut, mein Kollege steht auch nicht in politischer Verantwortung, später für tausende Tote verantwortlich gemacht zu werden.

Inzwischen wurde recherchiert (Link Netzpolitik), dass die Spitze der Querdenker-Bewegung die Verschwörungskasperei möglicherweise zur eigenen Bereicherung nutzt (Einwerbung von "Schenkungen" aufs Privatkonto des Gründers). Ich möchte nicht öffentlich die Contenance verlieren, aber das hielte ich für eine abgrundtief verachtenswerte skrupellose Masche.

Update 27.12.

Ich habe die Diagramme aktualisiert. Hoffnung macht, dass die gemeldeten Todesfälle in Deutschland nun - wie zuvor schon in den anderen verglichenen Staaten rückläufig sind. Ob das nur ein Feiertagseffekt ist, bleibt abzuwarten. Insgesamt hat Deutschland nun Kanada bald eingeholt in den TpM-Werten. Neben Dänemark ist Kanada derjenige der beobachteten Staaten, der die zweite Welle bislang am besten bewältigt hat.

Update 30.12.2020

Wie tödlich ist die Welle im Dezember?

Ich habe - wei zuvor im Oktober und November (siehe Updates oben)  zum Ende des Monats die Zahlen zusammengestellt mit den (bislang) im Dezember gemeldeten Sterbefällen (Tote pro Million der Bevölkerung, TpM), die Daten stammen vom worldometer. Zu berücksichtigen ist, dass infolge der Feiertage eine Meldeverzögerung dazu führen kann, dass die Zahlen etwas zu gering sind. Außerdem gibt es ohenhin oft eine Verzögerung der Meldung zwischen Sterbedatum und Registreirung von mehreren Tagen. Da die Registrierungsbedingungen und diese Verzögerungen in den einzelnen Staaten unterschiedlich sind, gibt der Vergleich auch nur ein ungefähres Bild ab. Die nachfolgende Aufstellung beinhaltet wie zuvor die Nachbarstaaten Deutschlands und einige westliche Industriestaaten mit vergleichbarer Infrastruktur. Wie im Frühjahr zeigt sich, dass die Staaten sehr unterschiedlich von der Pandemie betroffen sind, bzw. mit ihr zurecht gekommen sind, wenn man die Todesziffern betrachtet.

a) Staaten, in denen im Dezember 2020  bis zu 90 TpM  registriert wurden, also bis zu 3 TpM täglich

Dänemark von 143 auf 211 TpM, also plus 68 TpM
Kanada von 316 auf 406 TpM, also plus 90 TpM

b) Staaten, in denen im Dezember 2020  bis zu 180 TpM registriert wurden, also 3 bis 6 TpM täglich

Niederlande von 545 auf 654 TpM, also plus 109 TpM
Spanien von 955 auf 1079 TpM, also plus 124 TpM
Schweden von 660  auf 837 TpM, also plus 177 TpM

c) Staaten, in denen im Dezember 2020 bis zu 270 TpM registriert wurden, also 6 bis 9 TpM täglich

Frankreich von 798 auf 981 TpM, also plus 183 TpM
Deutschland von 196 auf 386 TpM, also plus 190 TpM
UK von  853 auf 1051 TpM, also plus 198 TpM
Polen von 450 auf 771 TpM, also plus 221 TpM
USA von 821 auf 1044 TpM, also plus 223 TpM
Belgien von 1418 auf 1667 TpM, also plus 249 TpM

d) Staaten, in denen im Dezember 2020 insgesamt mehr als 270 TpM, also täglich mehr als 9 TpM registriert wurden

Luxemburg von 486 auf 775 TpM, also plus 289 TpM
Italien von  900 auf 1209 TpM, also plus 309 TpM
Tschechien von 752 auf 1066 TpM, also plus 314 TpM
Österreich von 344 auf 671 TpM, also plus 326 TpM
Schweiz von  535 auf 863 TpM, also plus 328 TpM

Feststellungen: Von den 16 Staaten in dieser Übersicht sind nur noch zwei, die unter der Herbst/Winterwelle vergleichsweise glimpflich davon gekommen sind. Alle anderen wurden im Dezember, was Todesfälle angeht, stark bis sehr stark getroffen. Die Lage in Deutschland hat sich im Vergleich zum Frühjahr stark verschlechtert, so dass sich DE derzeit, was die Bewältigung der Pandemie angeht, nur noch im Mittelfeld der Staaten befindet, zusammen etwa mit Frankreich, UK, USA, Polen. Während Schweden, Spanien und die Niederlande die Welle diesmal bislang noch relativ gut abgewehrt bzw. überstanden haben, sieht es für etliche Nachbarstaaten Deutschlands im Dezember dramatisch aus (vgl. Schweiz, Österreich, Tschechien).  

Update 8. 1.2021

Durch die Feiertage sind alle Meldungen mehr oder weniger durcheinandergeraten, so dass selbst der 7-Tage-Mittelwert nicht mehr zuverlässig Auskunft geben konnte. In den Diagrammen von Kevin Drum ist das an den deutlichen "Haken" erkennbar, die die Kurven ausweisen. Ich denke, dass sich die Daten nun "normalisieren" und spätestens Mitte nächster Woche wieder zuverlässiger sein werden. Was  jetzt schon erkennbar ist: In Deutschland, anders als in Frankreich und Italien, zeigt sich bei den Todesfällen noch keine Kurve nach unten und erst recht keine Beruhigung der Lage. Wie in UK und USA steigen die täglichen Sterbezahlen in Deutschland an bzw. verharren auf hohem Niveau. Inzwischen hat Deutschland bei den kumulierten Zahlen Kanada überholt. Auch wenn in Dänemark (bisheriges "Muster"-Nachbarland Deutschlands und bis Herbst auf gleichem Niveau) ebenfalls ansteigende Serbezahlen zu verzeichnen sind, ist Deutschland mittelrweile sehr weit nach vorn gerückt in der Aufstellung der 70 meist betroffenen Staaten.

Update 14.01.2021

Erschreckende Entwicklung In Deutschland, wie auch in UK und den USA: In diesen Ländern werden derzeit neue Rekorde in der (täglichen) Todesfallentwicklung erreicht. Wegen der weiterhin hohen Infektionszahlen ist auch nicht damit zu rechnen, dass diese Sterberate in naher Zukunft entscheidend sinkt. Auch Schweden zeigt weiterhin hohe Werte, während die Lage in Frankreich und Italein derzeit nicht mehr so krass erscheint wie zuvor. In der kumulierten Todesfallzählung holt Deutschland - im Frühjahr noch weitgehend verschont - nun kräftig auf. Mittlerweile sind es bei uns weit über 500 TpM.

Nun kann man sich über die Erklärung dieser Entwicklung streiten:

I. Es kann einerseits sein, dass wir im Frühjahr mehr vom Glück profitiert haben, das uns dann im Herbst/Winter leider nicht treu geblieben ist. Meine Bewertung, dass die im Frühjahr angeordneten maßnahmen zumindest zu einem guten Teil erklärt haben, weshalb hier in DE vergleichsweise wenige Menschen sterben mussten, könnte zu optimistisch gewesen sein. Diejenigen, die (auch jetzt) behaupten, die Maßnahmen seien ohnehin wirkungslos ("es kommt, wie es kommt"), hätten dann recht behalten.

II. Eine andere Interpretation wäre, dass die Maßnahmen im Frühjahr durchaus wesentlich beigetragen  haben, aber damals besser gewirkt haben. Für die jetzige Situation könnte dann eines oder mehrere der folgednen Argumente gelten a) Die Maßnahmen kamen im Frühjahr rechtzeitig, im Herbst/Winter aber zu spät
b) Sie wurden im Frühjahr überobligatorisch befolgt, jetzt nur noch widerwillig
c) Die Maßnahmen sind unverzichtbar in ihrer Wirkung, ohne sie würden im Winter noch viel mehr Menschen dem Virus zum Opfer fallen.

Es ist noch zu früh, um I. oder II. bzw. a) bis c) endgültig zu beurteilen.

Update 22.01.2021

Aktualisierung

Ich habe die Diagramme aktualisiert. Der erschreckende Anstieg der Todesfälle in Deutschland scheint (auf hohem Niveau) gestoppt, doch sind immer noch täglich knapp 10 TpM zu beklagen. Ähnlich scheint die Entwicklung der Sterbefälle in den USA. Die Lage in UK sieht nach wie vor mit mittlerweile 18 TpM gravierend schlimmer aus, während Italien udn Frankreich momentan vergleichsweise weniger betroffen sind. In Schweden zeigt sich - aufgrund der dortigen offenbar problematischeren Datenerhebung - eine derzeit wenig verlässliche Situation.

Sterblichkeitsrate Schweden 2020

Derzeit wird im Netz verstärkt über die (Über-)Sterblichkeit in Schweden 2020 diskutiert. Mein Eindruck: Ja, die Sterblichkeit in Schweden war mit knapp unter einem Prozent etwas höher als in den vergangenen fünf Jahren, aber nein, sie war im Jahr 2020 nicht exorbitant hoch, der Wert reiht sich wenig auffällig ein in die Zahlenwerte der Dekade seit 2010.  Insofern muss man denjenigen, die den "schwedischen Weg" als richtig ansahen, zugeben: Im Hinblick auf die  Sterberate hat COVID19 dort keine Katastrophe herbeigeführt;  Schweden fügt sich hier ein zwischen andere westeuropäische Staaten, die wesentlich härtere Maßnahmen ergriffen haben und trotzdem sehr viele Sterbefälle hatten. Ob das aber ein Argument für die Übernahme dieses Wegs speziell in Deutschland wäre, wage ich dennoch zu bezweifeln, denn hier geht es auch um das Verhalten der Menschen im Allgemeinen, die Bevölkerungsdichte, die Grenzen.  Die Nachbarstaaten Schwedens (Dänemark, Norwegen, Finnland) haben zudem mit Distanzmaßnahmen noch wesentlich geringere Sterberaten erzielt, ebenso Deutschland.

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Nach einer Überschrift bei der Tagesschau [Zitat unten] verbreitet Minister Altmaier auch schon Alarmstimmung, die Zahlen geben das derzeit noch nicht her, auch wenn deren Tendenz zu Sorgen Anlass gibt.

Das sind doch Unterschiede, Sorgen und Alarm:

Altmaier hält Zahl der Neuinfektionen für alarmierend

04:16 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält die jüngsten Neuinfektionszahlen von mehr als 1000 pro Tag in Deutschland für alarmierend. "Wir müssen diesen Trend abflachen und umkehren, denn es geht um die Gesundheit aller, die Rückkehr der Kinder in die Schulen und den Aufschwung unserer Wirtschaft", sagt der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir müssen einen zweiten Lockdown mit aller Macht verhindern. Deshalb brauchen wir zielgenauere Maßnahmen und Korrekturen statt flächendeckender Rundumschläge." Nötig sei eine medizinische Einordnung, was bislang falsch gelaufen sei und geändert werden müsse.

Auch jetzt sind die Durchschnitte immer noch unter 1.000, auch noch die aktuellen Neuzahlen wieder.

Was morgen am Montag als Neuzahlen kommt, ist abzuwarten.

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Wenn Regierungsmitglieder, ob im Bund oder in einem Land Versäumnisse einräumen, wird jede Opposition sagen, warum hat die Regierung das nicht besser gemanagt, denn als Opposition kann sie leicht kritisieren.

So läuft gewöhnlich das Spiel, Misserfolge sind Waisenkinder.

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VBDA 202008091235:

Vorschlag Nr.12:

Wer sagt, unsere Kinder sind die Zukunft, der darf nicht nur an seine eigenen, oder an die Privatschulen mit Schulgeld(-spenden) denken.

Für die könnte Corona nun zum Konjunkturprogramm werden, der Staat muss dagegen halten, sonst gibt es die Gefahr ganz schiefer Verteilungen bei der Bildung der Kinder.

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Übrigens kenne ich die Tricks von Eltern, auch den Schultourismus an Grenzen von Bundesländern und den von PolitikerInnen, die für die staatlichen Gesamtschulen nach aussen hin waren, aber selber für eigene Sprösslinge nicht.

Das kam sehr selten gut an, wenn es sich nicht länge mehr verheimlichen liess. Auch  PolitikerInnen brauchen Glaubwürdigkeit btw..

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Tja, Gast 08-09   13:43, aus welchem Anlass und mit welchem Bezug sprechen Sie mich denn hier namentlich an?

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Und die anderen Artikel mit dem Treueeid der Bischöffe nach Art. 16, dem Verbot der Geistlichen und Ordensleute zu politischen Betätigung für und der Mitgliedschaft in Parteien (Vorsitzender des Zentrums war Prälat Kaas) nach Art. 32 und das Schlußprotokoll und den Geheimanhang, nicht zu vergessen, der den Versailler Vertrag verletzte.

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Wieso verletzte der Anhang den Versailler Vetrag? Es waren nur vorsorgliche Regelungen für einen nicht bis dahin eingetretenen Fall. 

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Das ist Unfug, denn in einer heutigen Welt ist doch schon der deutsche Anteil an Bevölkerung und Wirtschaftskraft und Verfügung über weitere Ressourcen dafür viel kleiner als vor 80 Jahren.

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Viele deutsche Bürger hatten sich von den Nationalsozialisten schon rein statistisch gesehen betrügen lassen, weil ihnen absolute Zahlen vorenthalten wurden, nur Steigerungsraten wurden m.W. offiziell genannt.

Beispiel: Eine Produktionssteigerung von 100 Panzern auf 200 Panzer in einem Jahr waren "tolle" 100% in Deutschland als Propagandazahl, von 1.000 Panzer auf 1.500 Panzer "nur" 50% bei den Alliierten, so "schwach" wurden die Alliierten in der NS-Propaganda gemacht.

Eine nationale kumulierte,also gebündelte Stärke oder Schwäche zeigt sich da nicht in den pro-Kopf-Zahlen, sondern in den Gesamtzahlen.

Da kann jeder mal die deutschen Anteile am globalen BIP sich ausrechnen und Steigerungen innerhalb des deutschen und des globalen BIP ebenfalls von 1950 bis 2019, z.B. in 10-Jahres-Schritten, also bis Corona. Wie es danach in Deutschland und global weitergeht, das kann jetzt noch nicht prognostiziert werden.

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2 Links dazu:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4878/umfrage/bruttoinlandsprodukt-von-deutschland-seit-dem-jahr-1950/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159798/umfrage/entwicklung-des-bip-bruttoinlandsprodukt-weltweit/

Von 1999 auf 2019 in 20 Jahren erhöhte sich das deutsche BIP um den Faktor 1,67, das globale um den Faktor 2,64, bei Anteilen wären natürlich Bezüge zu Kaufkraft oder Preisen auch in den Datenbasen noch zu beachten.

Nur aus den Zahlen der Links aber gerechnet: der deutsche Anteil 1999 ist 6,28%, 2019 ist er 3,72%.

In 10 Jahren kann dann erneut gerechnet werden, da wird die Corona-Pandemie hoffentlich vorbei sein.

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Anmerkung: USD in Euro umrechnen kann jeder selber machen, das ändert aber nicht viel bei den Anteilen, der Kurs ist auch nicht konstant geblieben, dazu müsste mehr über die Datenbasen gewusst werden.

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Aus dem höchsten und dem niedrigsten Kurs in 2019 das arithmetische Mittel gebildet ergibt 1,12, bei 1999 entsprechend 1,09.

Die Anteile werden damit 6,85% in 1999 und 4,44% in 2019, die Tendenz ist etwas schwächer dabei geblieben. Nur noch für die Transparenz und Nachvollziehbarkeit bemerkt.

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Bei beiden Links ist angegeben:

"Besondere Eigenschaften  Angabe in jeweiligen Preisen" Damit wäre mMn grundsätzlich eine Vergleichbarkeit gegeben, Deutschland ab Wiedervereinigung sinnvoller Weise wegen Staatsfläche und Bevölkerungszahl.Fazit: Das globale Wirtschafts-Wachstum im BIP nach Preisen war in den letzten beiden Jahrzehnten, da war die Wiedervereinigung schon 10 Jahre lang Geschichte, höher als das deutsche, kann aber eigentlich doch auch niemanden verwundern ohne Scheuklappen.

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Erstaunlich und bedauerlich finde ich, dass statista keine einheitlichen Darstellungen bietet, einmal ein Balkendiagramm für Deutschlands BIP, dann einen Graphen für das globale BIP.

Das Bundesamt für Statistik hat ja jetzt neue, aktuelle Zahlen und Graphen für BIP (preis-, saison- und kalenderbereinigt) und Erwerbstätige (saisonbereinigt) vorgelegt:

"Bruttoinlandsprodukt schneller und deutlicher gefallen als in der Finanzkrise 2008/09"

Pressemitteilung Nr. 291 vom 5. August 2020

Europäische Wirtschaft noch härter von Corona-Pandemie getroffen[...]
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft im Bereich Statistik
Seit dem 1. Juli leitet das Statistische Bundesamt im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft unter dem Vorsitz von Präsident Dr. Georg Thiel die Ratsarbeitsgruppe Statistik.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/08/PD20_291_811.html

Ohne gute Statistiken gibt es keine guten politischen, rationalen Entscheidungen in der EU, oder auf nationaler Ebene.

Für statista dann einen Wunsch: Sämtliche BIP aller Staaten und das globale BIP in Graphen gepackt, und wie in shinyapp einzeln oder zusammen graphisch darstellbar, zwischen linearer und logarithmischer Skalierung auf der Ordinate auch noch wählbar, dann kann jeder die Zahlen grob analysieren und sich so informieren über die Trends beim BIP-Wachstum.

Dass es neben dem Wirtschaftswachstum, im BIP abgebildet, aber noch andere wichtige Faktoren gibt, die Lebensgrundlagen nämlich auf diesem Planeten, denn das "Ende des Wachstums" ist ja nicht nur ein Schlagwort des Club of Rome gewesen, das heute keiner mehr beachten müsste, das müsste auch noch auf der Agenda der globalen Politik stehen, aber die nationalen Volkswirtschaften stehen im harten globalen Wettbewerb, da ist "survival of the fittest" ein Motto geblieben. Träume von einem Paradies auf Erden mit Versorgung via Manna vom Himmel leisten sich da nur relativ wenige Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, schon vor der Corona-Pandemie nicht.

Beste Grüsse

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In Neuseeland hat sich seit 100 Tagen niemand mehr angesteckt

Stand: 09.08.2020 - 18:42 Uhr

[I]n Neuseeland ist die Übertragung des Coronavirus in der Bevölkerung seit hundert Tagen gestoppt. Obwohl seitdem keine Neuansteckungen mehr verzeichnet wurden, warnten die Gesundheitsbehörden am Sonntag vor Nachlässigkeit. Derzeit gibt es nach offiziellen Angaben noch 23 aktive Infektionsfälle im Land. Die Infizierten steckten sich aber nicht in Neuseeland an, sondern wurden bei der Einreise positiv getestet und in Quarantäne-Einrichtungen untergebracht.

https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Corona-In-Neuseeland-hat-sich-seit-100-Tagen-niemand-mehr-angesteckt.html

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Neuseeland hat kontrolliert, wer einreist, und viele Menschn die einreisen wollten abgewiesen, und auch kontrolliert, wer infiziert ist.

Neuseeland war streng, als es darum ging, die Pandemie einzudämmen.

In Deutschland sind die Grenzen weitgehend offen und können unter anderem auch zu Fuß überquert werden, während Neuseeland eine Insel ist, zu der man nur per Flugzeug oder per Schiff kommt.

In Deutschland sind vielen Menschen ihre Urlaubsreisen sehr wichtig, und auch das Zuschauen und Live-dabeisein bei Musik- & Sportereignissen (z.B. Fussball, Eishockey, Autorennen, Konzerten, ...) ist vielen Bürgern sehr wichtig, und die Politik nimmt darauf Rücksicht.

Man kann nicht Alles haben, sondern man muß Prioritäten setzen.

In Neuseeland setzte man andere Prioritäten als in manchen anderen Ländern.

In den USA ja auch, lediglich andersherum.

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Aus der RKI-Website vom 10.08.2020 um 10:52 Uhr:

7-Tage-Inzidenzen: BRD gesamt: 6,5.

NRW 12,4, Hamburg 12,4, Berlin 9,6, Hessen 9,3, Rheinland-Pfalz 6,7, andere sind unter dem Bundesdurchschnitt.

NRW, Hamburg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz sind derzeit (!), also aktuell am 10. August, die "Problemländer", weil ihre Werte grösser/gleich dem Bundesdurchschnitt sind.

Siehe auch die Einschränkung vom Mi, 2020-08-05 um 00:53 Uhr mit Vergleichswerten.

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Örtlich hat nur der Dingolfing-Landau Landkreis in Bayern mit in den letzten 7 Tage/100.000 EW 128,9 neuen Fällen die Obergrenze überschritten. Alle anderen Landkreise und Städte sind unterhalb der Warnstufe.

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Die Berliner haben da bei 20 und bei 30 Fällen pro 100.000 ihre Warnstufen gelb und rot für eine Ampel, 3 Ampeln insgesamt sind in Berlin vom Senat für Corona bekanntlich installiert worden.
 

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Im Dashboard des RKI für Landkreise sind Farben die Markierungen, jetzt ist einer heute ocker Duisburg Kreisfreie Stadt Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW 25,1, einer rot Dingolfing-Landau Landkreis Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW 85,2.

Excel hat wohl keine Graphen zum Übereinanderschreiben anzubieten wie Shinyapps, Balkendiagramme sind sowieso nur eine Krücke. Vielleicht helfen aber diese Tipps:

Kostenfrei:

https://www.pc-magazin.de/ratgeber/excel-2010-dynamische-diagramme-erstellen-1551362.html

https://www.fasteasy.at/tippshop/index.php?mp=1&id=1&id2=18&id3=120

Kommerziell:

http://www.techsoft.de/german/documents/graphxt.html

Zahlt mir keinen einzigen Cent für diesen Link.

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AKK-200810  Deutschland, Bundesländer, Kreise für den 10.08.2020: Lage leicht konsolidiert aber weiter kritisch.

Daten Dashboard RKI 11.08.2020. 0 Uhr = 10.08.20. PR-Ampel-WerteProzentranginfo.

Bundesländer Zus200810:  ROT=1, GELB=10, GRÜNGELB=5, GRÜN=0, Deutschland GELB. (PR-Datenbasis ca.4.3.-07.08.2020)

Das RKI meldet nach dem WE für den 10.08.2020 realistische 966 Neuinfektionen, in die allerdings auch Wochenendnachträge eingehen, so dass die tatsächliche Neuinfektionszahl kleiner sein dürfte. Inzwischen wurden die Datenbasen für die Prozentränge bis zum 07.08.2020 ergänzt und neu berechnet, auch um zu sehen, was mit den Prozentranggrenzen (Quantile, Quartile) geschieht, wenn die Datenbasis erweitert wird. Dies wurde für alle Bundesländer und auch für Deutschland gemacht. Für Deutschland wurde zusätzlich eine  Prozentrang­berechnung auf Basis der Mittelwerte der jeweils letzten 7-Tage durchgeführt, um die Tages- und vor allem Wochenendschwankungen auszugleichen (experimentelle Kontrolltechnik konstant halten). Für  Deutschland  liegen damit 4 Prozentrangberech­nungen vor, die einen guten Einblick in die Entwicklung gestatten. Die Unterschiede zwischen den Werten vom 31.7 und 7.8. wurden für  Sachsen  detailliert dargestellt. Dies soll im Laufe des Tages auch noch für Gesamttabelle  durchgeführt werden.

      Die  Aktualisierung  von Prozenträngen ist sehr aufwändig und arbeitsintensiv. Sie kann daher nur gelegentlich erfolgen. Jetzt war eine Neuberechnung sehr wichtig, weil sich seit  rund 14 Tagen die Fallzahlen für Neuinfektionen deutlich erhöht haben und noch keine Erfahrungswerte vorlagen, wie sich Erweiterungen auf die Prozentränge, Quantile, Quartile und ihre Grenzen auswirken. Hierbei ist die Wirklichkeit stets für Überraschungen gut, wie der Vergleich Berlin  zeigt, wo sich die Grenzen an den Quartilen zwischen 1.8. und 7.8. nicht geändert haben. Ich wollte es kaum glauben und habe drei Mal nachgerechnet. Auch das gibt es.

Deutschland  966 nach 436, 555 [unrealistische WE Zahlen], 1122, 1147, 1045, mit PR-Ampel GELB  (7. Quantil)

Bundesländer > Zusammenfassungen PR-Ampeln.

Bundesländer Ampel auf ROT  1

o       Sachsen 23, nach 0, 0 [WE nicht mitgeteilt?]  20, 10, 12, 7 Neuinfektionen mit PR-Ampel nach ROT (8. Quantil)

 Bundesländer Ampel auf GELB 10

o       Schlesweg-Holstein 32 nach 2, 8, 9, 35, 8, 22, 27 Neuinfektionen mit PR-Ampel  GELB (3. Quartil)

o       Niedersachsen 82 nach 31, 32, 64, 124, 52, 37, 67 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil)

o       Nordrhein-Westfalen 413 nach 201, 231, 393, 444, 425, 341, 292 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (3. Quartil)

o       Saarland  12 nach 4, 13, 13, 3, 6, 5, 5 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (3. Quartil).

o       Hessen 78 nach 34, 101, 134, 158, 56, 55,  57 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (7. Quantil)

o       Berlin 42 nach 10, 48, 53, 91, 32, 39 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil)

o       Rheinland-Pfalz 39 nach 61, 23,35, 46, 49, 35, 40 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (7. Quantil)

o       Sachsen-Anhalt 7 nach 4, 0, 13, 0, 8, 2, 3 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil)

o       Mecklenburg-Vorpommern 5 nach 2, 6, 20, 3, 18, 9, 3 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (7. Quantil)

o       Hamburg 13 nach 14, 54, 80 nach 44, 25, 17, 8 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB(6. Quantil).

Bundesländer Ampel auf GRÜNGELB  5

  • Bayern 98 nach 45, 9, 84, 128, 205, 98, 123 Neuinfektionen mit PR-Ampel GRÜNGELB (5. Quantil)
  • Thüringen 5 nach 2, 7, 5, 14 Neuinfektionen mit PR-Ampel, GRÜNGELB (3. Quantil)
  • Bremen 5 nach 1, 3, 2, 5, 7, 6, 2, 3, 5 Neuinfektionen mit PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil).
  • Baden-Württemberg 35 nach 35, 35 [Gedrittel Sa, So, Mo] , 107 nach 68, 60, 59, 61 Neuinfektionen mit nach PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil)
  • Brandenburg 7 nach 1, 4, 22, 3, 9, 9, 6 Neuinfektionen mit  PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil).

     Bundesländer Ampel auf GRÜN 0

Kreise: Einer von 401 Kreisen > Obergrenze: Dingolfing-Landau 85.2 nach 128.9, ... 177.7, 231.8, 231.8, 120.6, 123.7 (Bayern)

Aktuelle Wellendiskussion Deutschland und seine Nachbarn zusätzlich Italien und Spanien hier.  Alle Wellendiskussionen.

Korrelations- und Eigenwertanalyse KEWA-Deutschland-200809 sechs wichtiger Variablen (Datenbasis 10.07.-09.08.2020 mit jeweils 31 Werten). (Details am angegebenen Linkort):

Mit der Eigenwertanalyse der Korrelationen gefundene Gesetzmäßigkeiten:

  • Zwischen der Anzahl der Aktiven und der Ausprägung in Quantilen gibt es einen gesetzesartigen Zusammenhang. Das ist für mich eher überraschend und intuitiv nicht so erwartet worden.
  • Die Wachstumsraten für Neuinfektionen und die Anzahl der Aktiven zeigen einen gesetzesartigen Zusammenhang.
  • Die Anzahl der Neuinfektionen und die Anzahl der Aktiven zeigen einen gesetzesartigen  Zusammenhang.
  • Zwischen der Anzahl der Neuinfektionen und der Ausprägung in Quantilen gibt es einen gesetzesartigen Zusammenhang. Das kann man sich zwar intuitiv auch denken, aber nun wissen wir es für diese Stichprobe.

Weiter sehr wichtig: Zwischen den Wachstumsraten und den Quantilen (Prozenträngen) gibt es  starke Korrelation  von r= 07898. Lassen Sie sich also von den inkompetenten Desinformationen und Diskreditierungen des multiplen Mobber-Trolls "Gast", "Cleverle", "Beobachter", "Archivar" ... nicht irritieren. Dem fehlen schlicht die rund 10 Scheine, die Psychologen zu diesem Themenkomplex in ihrem Studium erwerben müssen.

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Herr Sponsel meinte am Di, 2020-08-11 um 15:28 Uhr:

Korrelations- und Eigenwertanalyse KEWA-Deutschland-200809 sechs wichtiger Variablen (Datenbasis 10.07.-09.08.2020 mit jeweils 31 Werten). (Details am angegebenen Linkort):

Mit der Eigenwertanalyse der Korrelationen gefundene Gesetzmäßigkeiten: [...]

einen gesetzesartigen Zusammenhang [4-fach]

[...]

Weiter sehr wichtig: Zwischen den Wachstumsraten und den Quantilen (Prozenträngen) gibt es  starke Korrelation  von r= 07898.

a) Wenn lediglich Korrelationen bestehen, dann gibt es eben keine "Gesetzmäßigkeiten" im Sinn der Mathematik und der Physik und jeder seriösen Wissenschaft.

b) Wer "einen gesetzesartigen  Zusammenhang" für "diese Stichprobe" von "der Anzahl der Neuinfektionen und der Ausprägung in Quantilen" sah, der hat nichts bewiesen in dieser Sache und auch nichts in anderen Sachen.

c) Diese ständigen, haltlosen und auch unverschämt dreisten Beleidigungen fallen daher erneut auf den Herrn Sponsel zurück.

Besten Gruss

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Jeder Leser und jede Leserin kann beim Link KEWA-Deutschland-200809 folgende Passagen hier auszugsweise von mir zitiert und festgehalten finden:

Anmerkung: Die Wachstumsraten für Neuinfektionen sind, sensibel und präzise wie immer, entsprechend gestiegen, auch die Verhältniszahlen der geometrischen Mittel für die Wachstumsraten der Neuinfektionen der 7-7-Periode. Die Wachstumsraten für Neuinfektionen korrelieren mit 0.7897 stark mit den Quantilen. [...]

 ABC-Analyse: Die 2005 von mir entwickelte und von einem Mathematiker programmierte ABC-Analyse ..... [...]

Anmerkung-FA: Während  Faktorenanalytiker  Eigenwerte kleiner 1 gerne als "redundant" beiseite legen, weil sie vom Variablen-Reduktionsfuror beseelt sind und ihre mathematische Bedeutung meist nicht erfassen, bin ich geradezu darauf versessen, in Korrelationsmatrizen Eigenwerte < 0.2 zu entdecken, weil das bedeutet, eine Regelhaftigkeit oder Gesetzmäigkeit gefunden zu haben (die natürlich weiterer Bestätigungen bedarf).

Selbstverständlich sollten alle Leser und Leserinnen im Kontext diese Zitate dann selber lesen und selber bewerten.

Besten Dank im Voraus

Ein Gast

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Relevante Daten sind weiter beim RKI, der JHU, dem ECDC, bei Worldometer, Our World in Data, usw. sowie bei den Statistischen Ämtern und Institutionen und bei vielen Qualitätsmedien, aber auch bei wenigen Bloggern noch zu finden, die keinen Selbst-Täuschungen sich inzwischen hingeben.

Sie haben die freie Auswahl als mündige Leser und Leserinnen.

Mit den besten Wünschen dafür

Ein Gast

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Herr Sponsel meinte am Di, 2020-08-11 um 15:28 Uhr:

Bundesländer Ampel auf ROT  1

o       Sachsen 23, nach 0, 0 [WE nicht mitgeteilt?]  20, 10, 12, 7 Neuinfektionen mit PR-Ampel nach ROT (8. Quantil)

Beim RKI die Zahlen für Sachsen:

Fälle Gesamt-An­zahl:  5.655    Dif­fe­renz zum Vor­tag: +23    Fälle in den letzten 7 Tagen: 92    7-Tage-Inzi­denz: 2,3    Todes­fälle gesamt: 225

BRD gesamt: 7-Tage-Inzi­denz: 6,7 pro 100.000 EW

NRW 13,1 Hamburg 10,9, Berlin 9,5, Hessen 9,5, andere sind unter dem Bundesdurchschnitt.

NRW, Hamburg, Berlin, Hessen sind derzeit (!), also aktuell am 11. August, die "Problemländer", weil ihre Werte grösser/gleich dem Bundesdurchschnitt sind.

Keine Panik, auch S-Triple-A (Sponsels Ampel-Alarm-Artefakt) ist daher derzeit angebracht für die ganze BRD und ihre Bundesländer.

NRW muss aber langsam aufpassen, die Infektionen wieder besser einzufangen, hat nun 1 Landkreis / Stadt  im Bereich ocker im Dashboard des RKI mit einer 7-Tage-Inzidenz von 25,1 aktuell.

Bayern roter Landkreis mit einer 7-Tage-Inzidenz von 85,2 aktuell schlägt sich dagegen nur im ganzen Land Bayern mit 4,4 nieder.

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Die  letzten täglichen, oder über 7-Tage-kumulierten neuen Todesfälle pro 1 Million oder pro 100.000 EW sind nirgends in Deutschland und in seinen Ländern besorgniserregend, sogar sehr niedrig im europäischen Vergleich adäquater Staaten.

Fallzahlen der BRD und ihrer Länder dazu sind hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland/Statistik

Einwohnerzahlen der Bundesländer und der BRD sind da:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Bundesl%C3%A4nder_nach_Bev%C3%B6lkerung

Hospitalisierte Fälle findet der intersssierte Lesende ebenfalls im Internet auf den seriösen Seiten mit Daten, artefizielle, abwegige und absurde Spekulationen über Daten gibt es ebenfalls im Internet.

Es lebe der Unterschied.

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Jetzt aber auch noch die zuletzt gemeldeten Todeszahlen der gesamten BRD und einiger Bundesländer für das letzte 7-Tage-Intervall bei den gemeldeten Todeszahlen  vom 02.08.2020 bis zum 09.08.2020 mit den Bevölkerungszahlen in  Beziehung gesetzt:

BRD gesamt: 55 Tote vs. 83.166.711, oder 0,661 TpM

NRW: 28 Tote vs. 17.947.221, oder 1,560 TpM

Bayern: 4 Tote vs. 13.124.737, oder 0,305 TpM

MV: 0 Tote vs. 1.608.138, oder 0,000 TpM

Sachsen: 0 Tote vs. 4.071.971 oder 0,000 TpM

In Europa Vergleichszahlen für Schweden:

Quelle: https://experience.arcgis.com/experience/09f821667ce64bf7be6f9f87457ed9aa

Das letzte 7-Tage-Intervall bei den gemeldeten Todeszahlen ist aktuell: 7-Tage vom 01.08.2020 bis zum 08.08.2020.

Das letzte 7-Tage-Intervall bei den gemeldeten Infektionszahlen ist aktuell: 7-Tage vom 03.08.2020 bis zum 10.08.2020

Schweden: 7-Tage-Inzi­denz ist 19,3

Tote und Infektionen für diese beiden 7-Tage-Intervalle in prozentuale Beziehung gesetzt:

Schweden: 28 Tote vs. 1.992 Infektionen, oder 1,41%

Todeszahlen  vom 02.08.2020 bis zum 09.08.2020 mit den Bevölkerungszahlen in  Beziehung gesetzt:

Schweden: 28 Tote vs. 10.327.589, oder 2,711 TpM

Deutschland und  "Problemländer" NRW, Hamburg, Berlin, Hessen haben bessere Werte als Schweden.

Herrn Sponsels "PR-Ampel" stand zuletzt für Sachsen auf ROT, vorher am 2020-08-07 um 10:50 Uhr für NRW, Hessen, Hamburg, SH, vorher am 2020-08-06 um 15:33 Uhr für MV, NRW, Berlin, vorher am 2020-08-05 um 11:09 Uhr für MV.

Zitat von Herrn Sponsel vom Do, 2020-08-06 um 15:33 Uhr:

Anmerkung: Die Wachstumsraten für Neuinfektionen sind, sensibel und präzise wie immer, entsprechend gestiegen, auch die Verhältniszahlen der geometrischen Mittel für die Wachstumsraten der Neuinfektionen der 7-7-Periode. Das PR-Ampel-System ist eine wertvolle Ergänzung zu den Wachstumsraten und eine universelle Methode, Rohwerte statistisch einfach und vergleichbar in ihrer Ausprägung zu interpretieren (>Prozentranginfo).

Auch mehrfacher, ständig wiederholter Blödsinn von Herrn Sponsel bleibt Blödsinn.

Der Mann diskreditiert sich und die seriöse Wissenschaft weiter damit.

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Aus den Fallzahlen der gesamten BRD und einiger Bundesländer hier einige Kennzahlen, Quelle ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland/Statistik

Das letzte 7-Tage-Intervall bei den gemeldeten Todeszahlen ist aktuell: 7-Tage vom 02.08.2020 bis zum 09.08.2020.

Das letzte 7-Tage-Intervall bei den gemeldeten Infektionszahlen ist aktuell: 7-Tage vom 04.08.2020 bis zum 11.08.2020.

Tote und Infektionen für diese beiden 7-Tage-Intervalle in prozentuale Beziehung gesetzt:

BRD gesamt: 55 Tote vs. 6.012 Infektionen, oder 0,91%

NRW: 28 Tote vs. 2.448 Infektionen, oder 1,14%

Bayern: 4 Tote vs. 667 Infektionen, oder 0,60%

MV: 0 Tote vs. 63 Infektionen, oder 0,00%

Sachsen: 0 Tote vs. 107 Infektionen, oder 0,00%

Bei Herrn Sponsel stand in der BRD die "PR-Ampel" aktuell auf GELB

Bei Herrn Sponsel stand in NRW die "PR-Ampel" aktuell auf GELB

Bei Herrn Sponsel stand in Bayern die "PR-Ampel" aktuell auf GRÜNGELB

Bei Herrn Sponsel stand in MV die "PR-Ampel" aktuell auf GELB

Bei Herrn Sponsel stand in Sachsen die "PR-Ampel" aktuell auf ROT

Bewertungen und  Schlussfolgerungen bei den Lesern und Leserinnen bleiben diesen selber überlassen.

Fragen dazu?

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Das treibende Moment der Corona-Pandemie ist die Infektion mit dem Virus. Daher sind auch die Infektionszahlen die treibenden Momente, die anderen Pandemie-Zahlen sind Derivate davon. Insbesondere sind auch Zahlen von sog. "Genesenen", die nicht mehr positiv getestet werden nach einer vorherigen Infektion, ein Derivat der Infektionszahlen und damit korreliert.

Selbstverständliche Binsen als "wichtige" eigene Erkenntnisse anzupreisen, das zeigt diesen Erlanger Stümper ungeschminkt, seine dicke Schminke des Eigenlobs ist an Peinlichkeit auch kaum mehr zu übertreffen.

Jedoch sind sog. "Genesene" noch lange nicht gesund, auch das ignoriert ein Erlanger Herr für seine "Bewertungen", siehe:

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Corona-Genesene-kaempfen-mit-Langzeitfolgen,coronalangzeitfolgen100.html

(Stand: 14.07.2020 10:42 Uhr)

Und was ich auch schon seit langer Zeit zu den Graphen hier geschrieben hatte in puncto Steigungen, Krümmungen, Skalierungen, das können Sie inzwischen auch bei SPON ja alle nachlesen:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-infizierte-genesene-tote-alle-live-daten-a-242d71d5-554b-47b6-969a-cd920e8821f1

(11.08.2020, 08.42 Uhr)

Auch das sind aber Binsen für Mathematiker und gut Informierte, ohne diese Erlanger Scheuklappen des Herrn Sponsel.

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Siehe auch zu den Farben:

Das RKI markiert Kreise mit einem Infektionsgeschehen über 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen auf seiner Deutschlandkarte orange, bei einer Inzidenz von über 50 wechselt die Farbe auf rot.

https://www.welt.de/vermischtes/article206504969/Corona-Grafiken-Zahl-der-Neuinfektionen-in-Hamburg-vervierfacht.html

Ich hatte die Farbe als ocker bezeichnet, orange ist aber auch okay.

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Auch hinsichtlich der Corona-Zahlenvergleiche und der kriminologischen Dunkelfeldforschung wird sich in etwa einem Jahr zeigen, wer der amtierenden Bundesregierung GroKodilstränen nachweinen wird. 

AKK-200811  Deutschland, Bundesländer, Kreise für den 10.08.2020: Lage spitzt sich zu.

Daten Dashboard RKI 11.08.2020. 0 Uhr = 10.08.20. PR-Ampel-WerteProzentranginfo.

Zusammenfassungen-PR-Ampeln auf neuer Datenbasis 07.08.2020

  • Zus200811:  ROT=5, GELB=10, GRÜNGELB=1, GRÜN=0, Deutschland ROT (PR-Datenbasis ca.4.3.-07.08.2020)
  • Zus200810:  ROT=0, GELB=11, GRÜNGELB=5, GRÜN=0, Deutschland GELB. (PR-Datenbasis ca.4.3.-07.08.2020)
  • Zus200809:  wegen der unzuverlässigen Meldungen am Wochenende nicht durchgeführt
  • Zus200808:  wegen der unzuverlässigen Meldungen am Wochenende nicht durchgeführt
  • Zus200807:  ROT=3, GELB=8, GRÜNGELB=4, GRÜN=1 , Deutschland GELB.  (PR-Datenbasis ca.4.3.-07.08.2020)
  • Zus200806:  ROT=4, GELB=7, GRÜNGELB=4, GRÜN=1 , Deutschland GELB.  (PR-Datenbasis ca.4.3.-31.07.2020)
  • Zus200805:  ROT=3, GELB=5, GRÜNGELB=7, GRÜN=1 , Deutschland GELB.  (PR-Datenbasis ca.4.3.-31.07.2020)
  • Zus200804:  ROT=1, GELB=5, GRÜNGELB=8, GRÜN=2 , Deutschland GELB.  (PR-Datenbasis ca.4.3.-31.07.2020)
  • Zus200803:  ROT=0, GELB=7, GRÜNGELB=8, GRÜN=1 , Deutschland GELB.  (PR-Datenbasis ca.4.3.-31.07.2020)

Tagesauswertung PR-Ampeln-Bundesländer

Bundesländer Ampel auf ROT = 5

  • Schlesweg-Holstein 55 nach 32,  2, 8, 9, 35, 8, 22, 27 Neuinfektionen mit  PR-Ampel ROT (9. Quantil) nach PR-Ampel GELB (3. Quartil)
  • Rheinland-Pfalz 64 nach 39 nach 61, 23,35, 46, 49, 35, 40 Neuinfektionen mit PR-Ampel ROT (8. Quantil) nach PR-Ampel GELB (7. Quantil)
  • Berlin 111 nach 42 nach 10, 48, 53, 91, 32, 39 Neuinfektionen mit PR-Ampel ROT (9. Quantil) nach PR-Ampel GELB (6. Quantil)
  • Mecklenburg-Vorpommern 9 nach 5 nach 2, 6, 20, 3, 18, 9, 3 Neuinfektionen mit PR-Ampel ROT (8. Quantil) nach PR-Ampel GELB (7. Quantil)
  • Hamburg 57 nach 13 nach 14, 54, 80 nach 44, 25, 17, 8 Neuinfektionen mit PR-Ampel ROT (8. Quantil) nach PR-Ampel GELB (6. Quantil).

 Bundesländer Ampel auf GELB = 10

  • Nordrhein-Westfalen 413 nach 413, 201, 231, 393, 444, 425, 341, 292 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (3. Quartil) nach PR-Ampel GELB (3. Quartil)
  • Sachsen 18 nach 23, 0, 0 [WE nicht mitgeteilt?]  20, 10, 12, 7 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil) nach GELB (6. Quantil) [korrigiert, war fälschlich ROT zugeordnet]
  • Niedersachsen 66 nach 82 nach 31, 32, 64, 124, 52, 37, 67 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil) nach PR-Ampel GELB (6. Quantil)
  • Saarland  10 nach 12 nach 4, 13, 13, 3, 6, 5, 5 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (7. Quantil) nach PR-Ampel GELB (3. Quartil).
  • Hessen 61 nach 78 nach 34, 101, 134, 158, 56, 55,  57 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil) nach PR-Ampel GELB (7. Quantil)
  • Sachsen-Anhalt 8 nach 7 nach 4, 0, 13, 0, 8, 2, 3 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil) nach PR-Ampel GELB (6. Quantil)
  • Bayern 236 nach 98 nach 45, 9, 84, 128, 205, 98, 123 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (7. Quantil)  nach PR-Ampel GRÜNGELB(5. Quantil)
  • Thüringen 21 nach 5 nach 2, 7, 5, 14 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (7. Quantil) nach PR-Ampel, GRÜNGELB (3. Quantil)
  • Bremen 10 nach 5 nach 1, 3, 2, 5, 7, 6, 2, 3, 5 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil) nach PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil).
  • Baden-Württemberg 79 nach 35, 35, 35 [Gedrittelt Sa, So, Mo], 107, 68, 60, 59, 61 Neuinfektionen mit PR-Ampel GELB (6. Quantil) nach PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil)

Bundesländer Ampel auf GRÜNGELB = 1

  • Brandenburg 8 nach 7 nach 1, 4, 22, 3, 9, 9, 6 Neuinfektionen mit  PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil) nach PR-Ampel GRÜNGELB (4. Quantil).

Bundesländer Ampel auf GRÜN = 0

Kreise: Einer von 401 Kreisen > Obergrenze: Dingolfing-Landau 96.7 nach  85.2, 128.9, ... 177.7, 231.8, 231.8, 120.6, 123.7 (Bayern)

Aktuelle Wellendiskussion Deutschland und seine Nachbarn zusätzlich Italien und Spanien hier.  Alle Wellendiskussionen.

Sonderstudie: Korrelations- und Eigenwertanalyse KEWA-Deutschland-200809 sechs wichtiger Variablen (Datenbasis 10.07.-09.08.2020 mit jeweils 31 Werten). (Details am angegebenen Linkort):

Weiter sehr wichtig: Zwischen den Wachstumsraten und den Quantilen (Prozenträngen) gibt es eine starke Korrelation  von r= 07898. Lassen Sie sich also von den inkompetenten Desinformationen und Diskreditierungen des multiplen Mobber-Trolls "Gast", "Cleverle", "Beobachter", "Archivar" ... nicht irritieren. Dem fehlen nicht nur rund 10 Scheine, die Psychologen zu diesem Themenkomplex in ihrem Studium erwerben müssen, sondern.

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Es ist schon traurig genug, wenn Titelträger ihr eigenes Fach nicht in allen seinen Aspekten wenigstens einigermassen beherrschen, also professionelle Pfuscharbeit abliefern und sich als Scharlatane outen. Noch trauriger aber ist es, wenn Titelträger auf fachfremden Gebieten ihre Scharlatanerie dermassen nicht mehr kaschierbar zur Schau stellen, wie das in Erlangen nun von Herrn Sponsel getan wird.

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MV hat übrigens eine 7-Tage-Inzidenz von aktuell 3,4, keinen NEUTOTEN, der Bund 7-Tage-Inzidenzen von 7,0, Sachsen 2,4 und so weiter. Auch die NEUTOTEN bitte selber noch komplettieren neben den NEUINFEKTIONEN.

Wer in MV eine Rote Ampel sieht bei dieser Corona-Lage, wie der Herr Sponsel am Mi, 2020-08-12 um 10:17 Uhr wegen +9 NEUINFEKTIONEN, der muss m.E. mal zu einem Augenexperten gehen, bei einem guten geht das auch auf Kassenleistungen, ohne für IGeL-Zusatzleistungen extra zu löhnen btw.

Das kann ich sogar garantieren.

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Aussagekräftige Kennwerte liefern wieder die seriösen Datensammlungen:

Aktuell abgerufen am 12.08.2020 um 11:20 Uhr:

BRD gesamt: 7-Tage-Inzi­denz: 7,0 pro 100.000 EW

NRW 13,2 Hamburg 12,1, Berlin 10,9, Hessen 9,3, Rheinland-Pfalz 7,5 , andere sind unter dem Bundesdurchschnitt.

NRW, Hamburg, Berlin, HessenRheinland-Pfalz, sind derzeit (!), also aktuell am 12. August, die "Problemländer", weil ihre Werte grösser/gleich dem Bundesdurchschnitt sind.

S-Triple-A (Sponsels Ampel-Alarm-Artefakte) sind völlig ungeignet als Kriterien zur pandemischen Lage-Einschätzung für die ganze BRD und ihre Bundesländer.

Derzeit gibt es 1 roten Kreis in Bayern mit einer 7-Tage-Inzidenz von 96,7 und 2 orange Kreise mit 7-Tage-Inzidenzen von 26,5 und 25,7 in NRW.

Für die wichtigen 7-Tage-Intervalle bei den gemeldeten Todeszahlen ist in der BRD eine Zahl von +6 zum Vortag zu vermelden, das erniedrigt sogar die kumulierte 7-Tages-Zahl der Toten in der BRD weiter aktuell zum Vortag. Sie können es ausrechnen mit einem Taschenrechner.

Das sind nachprüfbare Fakten,  die auch kein Zahlen-Esoteriker aus Erlangen mit seinem weiteren PR-Hokuspokus wegzaubern kann.

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Neben den Zahlen der Corona-Toten und Corona-Infizierten und Corona-Genesenen wären auch Zahlen darüber interessant, wieviele der Infizierten Symptome zeigen, und wieviele Symptom-frei sind.

Werden Symptomfreie Infizierte bisher der Gruppe der "Genesenen" zugeschlagen?

Es ist aber doch ein Unterschied, ob ein "Genesener" Symptome hatte oder nicht.

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Das RKI sagt dazu:

Daten darüber, ob ein Patient wieder genesen ist, werden nicht offiziell erhoben. Die Erhebung ist auch nicht gesetzlich vorgesehen. Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden und, die keine schweren Symptome hatten, die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind. Das RKI schätzt die Zahl der Genesenen und stellt sie täglich auf dem RKI-Dashboard (https://corona.rki.de) und im Situationsbericht  zur Verfügung.

Stand: 15.05.2020

Ärzte-Meinungen zu dem Komplex sind auch da zu finden, auch noch in den vielen Kommentaren von anderen Ärzten unter dem Artikel vom 24.07.2020:

https://www.doccheck.com/de/detail/articles/28539-corona-immunitaet-monate-vermutlich-eher-jahre

Sie werden vielleicht gemerkt haben, dass auch Prof. Dr. Müller von der Kategorie "Genesene" nur sehr wenig hält und das auch schon  mehrfach begründet hatte.

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Der Herr Sponsel mit seine Matrizen, Diagonalmatrizen, Eigenwerten und Determinanten bewegt sich noch im einfachen Raum der linearen Gleichungssysteme und ihrer Lösungen. Bei der Corona-Pandemie hat er aber keine linearen Gleichungssysteme mehr zu lösen. Das ist doch klarer als die fränkische Klossbrühe.

Also abgehakt.

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Bei den Korrelationsmatrizen geht es um Hauptkomponentenanalysen.

Der Leser und die Leserin kann sich mal da über diese Thematik informieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptkomponentenanalyse

Danach werden Sie feststellen müssen, dass Herr Sponsel einfach ein vorhandenes Statistikprogramm ablaufen lässt, von denen es sehr viele gibt, ob es nun auf  Pandemie-Fallzahlen passt, hat er nicht geprüft und selbstkritisch, evidenzbasiert und effektivitätsorientiert untersucht, oder besser mal untersuchen lassen.

Ein Resultat wieder: MV => Ampel ROT jedoch  ZEIGT ja auch noch die Unbrauchbarkeit seiner eigenen Methodiken, andere Resultate taten das genau so.

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Die Diskussionsseite diese WP-Artikels ist auch interessant:

https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Hauptkomponentenanalyse

Der Dunning-Kruger-Effekt ebenfalls:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

Tja, das Internet in Gestalt der Wikipedia vergisst so schnell nichts.

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Sie haben absolut nichts Neues von Relevanz gemacht, Herr Sponsel, schauen Sie selber:

https://de.wikibooks.org/wiki/Statistik:_Korrelationsanalyse

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