Corona-Zahlenvergleiche und kriminologische Dunkelfeldforschung

von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 29.03.2020
Rechtsgebiete: Corona4327|185587 Aufrufe

Dieser Beitrag stammt vom 29. März 2020. Er wurde und wird regelmäßig aktualisiert durch Updates, die unten angehängt sind. Die Tabellen und  Diagramme über diesem Text werden regelmäßig aktualisiert.

Seit Wochen starren wir alle auf die Infektionszahlen und die Zahl der Todesfälle, überlegen uns, wie Deutschland im Vergleich zu Italien, Frankreich, USA, Südkorea etc. dasteht, sprechen über Exponentialfunktion usw. Seit Wochen denke ich, dass diese Infektionszahlen eigentlich überhaupt nichts aussagen können, denn sie sind weitestgehend eine Funktion der Rate und der Selektion der Messung.

Die täglich angegeben Zahl der Infizierten ist in etwa so verlässlich wie die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in der Kriminalstatistik: Wenn niemand die BtM-Delikte kontrolliert und aufzeichnet, dann GIBT es sie offiziell einfach nicht. Und wenn die Polizei damit beginnt, BtM-Straftaten zu verfolgen und Personen auf Btm zu kontrollieren, dann sind die Fall- und die  Tatverdächtigenzahlen in der polizeilichen Kriminalstistik komplett davon abhängig, wie viele Polizeibeamte wo und wen kontrollieren, wiederum auch abhängig davon, wie die Polizeibeamten ausgerüstet werden und wie motiviert sie bei den Kontrollen sind.

Übertragen auf COVID19: Die Anzahl (wie viele werden überhaupt getestet?) und die Verteilung (wer wird getestet?) der Tests ist derzeit  national, regional, gesundheitspolitisch und faktisch so unterschiedlich und Maßstäbe wie Selektionskriterien ändern sich im Zeitverlauf so stark, dass die Zahl der positiv Getesteten für die derzeitigen Ländervergleiche objektiv praktisch wertlos ist.

Wenn die Zahlen ansteigen, KANN es theoretisch daran liegen, dass die Infektionen tatsächlich häufiger sind, aber es kann genauso daran liegen, dass man mehr Personen getestet hat oder die Selektionskriterien verändert hat, dass man stärker als vorher in einer betroffenen Region testet oder stärker eine andere Altersgruppe oder dass es leichter geworden ist für Personen, die sich krank fühlen, beim Hausarzt getestet zu werden. Anders als das RKI jetzt angekündigt hat, ändert sich an den Verzerrungen auch nichts dadurch, dass man einfach die Anzahl der Tests erhöht: Neue Kriterien machen Vergleiche zur vorherigen Situation noch schwieriger, wenn nicht unmöglich, und sie können die Realitätsabbildung sogar noch stärker verzerren.

Wir starren also auf Kurven, deren Datengrundlage anhand der Messkriterien einfach viel zu unterschiedlich ist und sich noch dazu auch innerhalb eines Staates nahezu täglich ändert, zB hinsichtlich der Verfügbarkeit und Distribution von Tests und Laboratorien. Noch dazu hinken die Ergebnisse einige Tage der Testung hinterher - in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich lange verzögert.

Diese täglichen Vergleiche sind deshalb m.E. komplett sinnlos.

Sinnvolle Vergleiche wären möglich, wenn in jedem Land bzw. in jeder betr. Region eine repräsentative Stichprobe von allen Einwohnern  gezogen und getestet würde (ich schätze 1000 Personen würden in einer Region ausreichen, deren Betroffenheitsgrad vorher bestimmt wurde, für die ganze Bundesrepublik müsste ein weit größere Stichprobe gezogen werden, siehe Diskussion unten), und zwar in regelmäßigen ca. 48-stündigen Abständen: Denn allein daraus, aus einer repräsentativen Stichprobe, die Region, Geschlecht, Alter der Gesamtbevölkerung abbildet, könnten Schlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Infektionsrate tatsächlich ist, wie stark sie steigt und wie viele Infizierte voraussichtlich schwer erkranken, also hospitalisiert oder beatmet werden müssen oder sterben. Schließlich lässt sich nur so ermitteln, ob diese Kurve der Neu-Infizierten aufgrund der getroffenen Maßnahmen abflacht. Denn auch dies lässt sich mit den derzeitigen Messungen gar nicht ermitteln: Solange nicht jeder getestet wird/werden kann oder zumindest eine repräsentative Stichprobe von allen, werden selbst bei Absinken der tatsächlichen Neuinfektionsrate die gemessenen Infektionszahlen noch ansteigen, denn man schöpft dann nur das (bisher nicht getestete) Dunkelfeld aus.

Warum die WHO eine solche repräsentative Stichprobe nicht anregt oder verlangt (nicht einmal von den großen Industriestaaten), ist ein Rätsel. Denn nur so ließe sich der Status und die Entwicklung der Pandemie einigermaßen zuverlässig ermitteln.

Solange es solche repräsentativen Studien nicht gibt, könnte ein anderer Vergleich der zugänglichen Daten nützlich sein, so wie es auch in der Kriminologie etwa bei internationalen Vergleichen erfolgt. So wird für den Vergleich der Gewaltprävalenz die Tötungsrate international verglichen, also die vorsätzlichen Tötungen im Verhältnis zur  Bevölkerung, also (relativ besser) messbare „hard facts“, die nicht praktisch zu 80 bis 90 % von der Selektion bei der Messung abhängen.

Ein einigermaßen hartes Faktum ist die SterbeRATE in der Bevölkerung. Wir können in den westlichen Gesundheitssystemen jedenfalls davon ausgehen, dass die Todesfälle durch COVID19 zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser und objektiver erfasst werden als die tatsächlichen Infektionszahlen. Noch besser wäre es, die Zahl der schwer Erkrankten zu vergleichen, denn die Sterbefälle hängen wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme ja auch davon ab, wie gut oder schlecht die medizinische Versorgung in einer Gesellschaft mit der Pandemie umgehen kann (Stichwort: Intensivbetten, Beatmungsgeräte).

Im Netz habe ich nur eine Stelle gefunden, die die Todesraten für westliche Industriestaaten regelmäßig auswertet und in Beziehung setzt. Kevin Drum ist ein Blogger aus Kalifornien, der neun Staaten miteinander vergleicht Ein keineswegs perfekter Vergleich, dessen Aussagekraft aber m.E. etwas besser einzuschätzen ist.

Zu beachten sind folgende Setzungen:

1. Die Todeszahlen werden jeweils auf die Gesamtbevölkerungszahl bezogen (und nicht, wie üblich, auf die Zahl der gemessenen Infizierungen).

2. Es wird der Vergleichs-Nullpunkt jeweils bei 1 Todesfall pro 10 Millionen der Bevölkerung gesetzt (und nicht wie üblich, ab dem Zeitpunkt einer aufgrund relativ willkürlicher Testraten angenommenen Anzahl der Infektionen.

3. Die "Italienkurve" wird zum Vergleich herangezogen, weil dort relativ früh ein Sterbefall pro 10 Million Bevölkerung aufgetreten ist und alle anderen westlichen Staaten einige Tage oder Wochen hinterherlaufen.

Was sind nun die Erkenntnisse aus diesem Vergleich (27.03.2019)?

a) anders als alle anderen feststellen: Deutschland steht (bisher) nicht wesentlich besser da als Italien. DE ist vielmehr mit ITA auf derselben Linie wie Frankreich, Schweden und UK. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob DE tatsächlich die Krise so viel besser bewältigt als ITA.

b) Die Schweiz steht überraschend gut da, Spanien viel schlechter als ITA.

c) USA und Canada stehen in dieser Statistik derzeit– noch – gut da, sogar besser als Deutschland.

Einwände, wie etwa das  Dunkelfeld der ungetestet/unbehandelt am Virus Verstorbenen sind allerdings auch hier in Rechnung zu stellen. Erst nach der Krise wird man an der Steigerung der Sterblichkeit im Jahr 2020 weitere Einschätzungen treffen können, auch was die mittelbaren Sterbefälle (durch allg. Überlastung des jew. Gesundheitssystems) angeht.

Update (31.03.):

Ich habe als Bild oben die neuere Grafik von Kevin Drum eingefügt (Stand ist jetzt 30.03.):

a) auch in Deutschland steigen die Sterberaten zwar, aber sie bleiben jetzt etwas niedriger als in Italien im verglichenen Zeitpunkt. Frankreich und UK sind in etwa auf demselben Pfad wie ITA

b) Die Schweiz bleibt bei den Sterbezahlen unter der Vergleichskurve Italiens - dies könnte in etwa der Pfad sein, der sich auch in DE zeigen wird (CH ist in diesem Vergleich neun Tage voraus).

c) In USA steigen die Sterbezahlen an, liegen aber noch deutlich unter der Italienkurve.

Was allerdings diese Kurvenvergleiche nicht abbilden (können), ist, wie sich das Virus innerhalb der einzelnen Staaten verbreitet. Besonders gefährlich ist es dort, wo viele Risikogruppenangehörige  infiziert werden - dort steigen auch die Sterberaten erheblich. Sind dies begrenzte Regionen innerhalb eines Staatsgebildes, dann zeigt sich dies kaum in der Sterblichkeitsrate für den Gesamtstaat. Dies zeigt sich etwa in den USA, aber auch in China (das in dieser Grafik nicht enthalten ist). Man müsste für diesen Vergleich dann kleinere Einheiten verwenden, also etwa den Staat New York oder die Provinz Hubei.

 

Es wird nun unter Leitung des Virologen Streeck zumindest in dem ersten deutschen Infektionscluster Heinsberg eine repräsentative Panel-Studie mit 1000 Personen durchgeführt, Es werden damit nicht nur die (bisher) getesteten und positiven Fälle bei Infektionsverdacht erfasst, sondern eine repräsentative Stichprobe aus dem gesamten Landkreis. Dies geht deutlich in die Richtung, die ich oben angedeutet habe, auch wenn sie natürlich keinen Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern und schon gar nicht Staaten ermöglicht. Wünschenswert wäre zumindest eine weitere repräsentative Pilotstudie in einem bisher unauffälligen Landkreis und ähnliche Panel-Studien in zwei Städten. Aber man kann nicht alles haben. Die Kritik daran, dass man nicht schon vorher repräsentative Studien durchgeführt hat, teile ich.

Update (3. 4. 2020):

Es ist nun mind. eine weitere Studie geplant, die das Dunkelfeld aufhellen soll, berichtet der Spiegel heute.

Update (6.4.2020):

Ich habe die Grafik von Kevin Drum aktualisiert.
Fortschreibung der vorher genannten Entwicklungen:
a) die Sterberaten in DE bleiben deutlich unter denen von Italien, sie sind auch besser als die Entwicklung in der Schweiz

b) Frankreich und UK liegen nun etwas über der Kurve von Italien, Schweden etwa gleichauf

c) Die USA bleiben bislang unter der Kurve von Italien, scheinen aber "aufzuholen"

d) Spanien zeigt die schlimmste Entwicklung der neun verglichenen Staaten, Canada die beste.

Update (7.4.2020)

Auszug aus einem Thesenpapier von Schrappe u.a. vom 5. April (Aerztezeitung dazu):

These 1.1. Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da
kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen
zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a.
asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist.
1. Die Zahl der täglich beim RKI gemeldeten Fälle wird in hohem Maße durch die
Testverfügbarkeit und Anwendungshäufigkeit beeinflusst.
2. Unter Berücksichtigung dieser anlassbezogenen Teststrategie ist es nicht
sinnvoll, von einer sog. Verdopplungszeit zu sprechen und von dieser Maßzahl
politische Entscheidungen abhängig zu machen.
3. Die Darstellung in exponentiell ansteigenden Kurven der kumulativen Häufigkeit
führt zu einer überzeichneten Wahrnehmung, sie sollte um die Gesamtzahl der
asymptomatischen Träger und Genesenen korrigiert werden.
4. Die Zahl der gemeldeten Fälle an Tag X stellt keine Aussage über die Situation
an diesem Tag dar, sondern bezieht sich auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit.
5. Ungefähr zwei Drittel der Infizierten werden zu diesem Zeitpunkt nicht erfasst.
6. Überlegungen zu populationsbezogenen Stichproben (Nationale Kohorte)
müssen intensiviert werden.

Die These entspricht weitestgehend meiner Kritik oben.

Update (9.4.2020)

Grafik von Kevin Drum aktualisiert.

Aus der Berichterstattung über erste Ergebnisse aus der oben erwähnten Heinsberg-Studie:

Das sind die ersten, aber schon repräsentativen Zwischenergebnisse:

  • Bei 15 Prozent der untersuchten Bewohner Gangelts konnte eine Infektion nachgewiesen werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent.
  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Letalität aktuell laut der Johns-Hopkins-Universität bei 1,98 Prozent - also fünf Mal höher.

An der Pilotstudie, bei der es darum ging mehr über die Dunkelziffer des Virus und Übertragungswege herauszufinden, nahmen Streeck zufolge mehr als 1000 Bewohner teil. Die Untersuchung basierte auf Fragebögen, Rachenabstrichen und Blutentnahmen (zum Test von Antikörpern, die auf eine Immunität hinweisen).

Update (11.4.2020)

Inzwischen wird die Heinsberg-Studie stark kritisiert, zum einen wegen der frühen Veröffentlichung mittels einer Art Medienkampagne, zum anderen wegen (angeblicher) methodischer Fehler zum dritten, weil sie nichts wesentliches aussage über Deutschland insgesamt.

Ich habe im Moment eine ganz andere Kritik, die daran anknüpft, was die Studie als Zwischenergebnis aussagt: Unabhängig davon, ob diese oben geäußerten Kritikpunkte zutreffen, denke ich, dass dieses Zwischenergebnis nicht stützt, zu welcher politischen Aussage es jetzt verwendet wird oder werden soll: Es sind aus diesen Zahlen m.E. keine Argumente für oder gegen "Lockerungen" zu entnehmen. Es lassen sich insbesondere zwei Nachrichten/Botschaften entnehmen, die sich in der Richtung widersprechen.

1. Die - eingeschränkt - gute Nachricht:  Das Virus wäre (wenn die Ergebnisse bestätigt werden können) weniger tödlich als bislang von vielen angenommen. Ob das auch auf die Gefährlichkeit zutrifft, dazu müsste auch noch die Hospitalisierungsrate genannt werden, denn wenn die Erkrankten nur aufgrund besonders guter Kliniken gerettet werden können, dann sagt uns diese Sterberate noch nicht viel über die weltweite Gefährlichkeit im Sinne von schwerer Erkrankung.

2. Die schlechte Nachricht: Selbst in Heinsberg sind erst 15 % der Menschen infiziert. Das bedeutet hochgerechnet, dass in Deutschland wohl weit weniger infiziert sind (1 %?) und das bedeutet wiederum, dass wir noch sehr weit entfernt snd von einer Herdenimmunität, da noch 99 % der Menschen infiziert werden können, wenn wir nicht auf Distanz gehen.

Also: Vorsicht ist geboten, sowohl bei  der Interpretation der Daten als auch bei politischen Konsequenzen.

Update (13.04):

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum nochmal neu eingefügt. Es zeigt sich bei den Sterberaten in DE (bezogen auf die Bevölkerung!) ein hoffnungsvoller "Knick" seitwärts.

Einiges, was ich oben im Beitrag geschrieben habe, sieht auch Prof. Vogt, ein Schweizer Virologe, ähnlich, in einem sehr lesenswerten Beitrag, der insbes. auf die Schweizer, aber auch auf die europäische Reaktion und Situation insgesamt eingeht und die politischen Versäumnisse klar herausstellt, hier:  Quelle: Mittelländische

Update (17.04.):

Habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Die Todesraten und ihr Wachstum unterscheiden sich nun stark. Deutschland und Kanada liegen recht gut - ein  Abflachen der Kurve in Deutschland ist zu erkennen, Schweden und USA sind aber offenbar noch nicht am "Peak" der Sterbezahlen angekommen, auch Frankreich macht keinen sehr hoffnungsvollen Eindruck.

Beachten Sie (neben der Kurvenentwicklung) auch die Sterbefälle pro Million der Bevölkerung.

Mein Monitum, dass Dunkelfeldstudien erforderlich seien, wird inzwischen von fast allen geteilt, auch - reichlich spät, finde ich - vom RKI: Pressemitteilung vom 9. April 2020.

Auch Kollegen von meiner Universität haben sich  in dem Sinne geäußert, wie ich es oben angedeutet habe (Auszug aus der Pressemitteilung, die Hervorhebung stammt von mir):

Peterhammers Studie legt die Vermutung nahe, dass um den 20. März 2020 herum die tatsächlichen Infektionen in Deutschland über die Kapazitäten für positive Tests hinausgewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Verlaufskurve der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eine deutliche Verlangsamung festzustellen. Der Grund für diese Stagnation liege jedoch nicht darin, dass die politischen Maßnahmen gegriffen hätten - ein positiver Effekt durch die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften sowie durch das Social Distancing hätte sich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in den gemeldeten Zahlen niederschlagen können, erläutert Peterhammer. Vielmehr sei es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, die tatsächlichen Neuinfektionen mithilfe der Testmethoden zu erfassen. Laut Studie spiegelten die gemeldeten Infektionen derzeit vermutlich nicht länger die tatsächlichen Fälle wider, sondern lediglich die Nachweiskapazitäten.

Felix Peterhammer spricht sich dafür aus, für die Überprüfung der Maßnahmen groß angelegte Zufallstests in der Bevölkerung durchzuführen - ähnlich wie bei Wahlumfragen könnte das Ergebnis anschließend auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet werden. Verdachtsabhängig sollte nur noch dort getestet werden, wo es medizinisch notwendig und sinnvoll ist, zum Beispiel bei schwer Erkrankten oder bei Klinikpersonal.

Update 20.04.2020:

Kevin Drum hat in seinem Blog die Darstellungsweise verändert. Er will nun zeigen, welche Länder anhand der Todesfallzahlen schon am Höhepunkt (peak) der Kurve angekommen sind bzw. diesen überschritten haben. In seinen Grafiken (unteres Bild) wird ein 6-Tages-"rolling average" verwendet, d.h. es wird jeweils der Durchschnitt der letzten 6 Tage angezeigt, um die Ausschläge täglicher Abweichungen etwas auszugleichen. Zu beachten ist, dass die Grafiken in den Zeilen verschiedene Skalen benutzen.

Um die frühere Aussage weiter zu ermöglichen, habe ich die gemeldeten Todesopferzahlen derselben neun Staaten mit der App "shinyapp" in einem Diagramm vereint (oberes Bild). Hier zeigt sich nun deutlich, wie stark die Staaten sich unterscheiden: Spanien leider außer Konkurrenz hoch, Italien, Frankreich und UK in etwa auf demselben Pfad, die USA, Schweiz und Schweden etwa gleichauf, Deutschland und Canada ebenfalls ungefähr gleichauf mit den niedrigsten Werten.

Bei shinyapp können Sie selbst weitere Grafiken erstellen und beliebige Staaten vergleichen.

 

Update 23.04.2020:

1. In einem Artikel auf der Seite von üben Sozialwissenschaftler unter dem Titel:

"Lockdown im Blindflug Was bei den Corona-Studien derzeit alles falsch läuft"

ebenfalls methodische Kritik an der bisherigen Datenbasis zur Coronakrise und es werden repräsentative Studien gefordert, Zitat:

Die Sozialwissenschaftler Menno Smid von Infas und Prof. Rainer Schnell von der Universität Duisburg-Essen beobachten immer noch eine Fixierung auf die Zahl der Infizierten. Diese sind nicht nur irreführend, weil in jedem Land zu anderen Zeitpunkten der Erkrankung und nach anderen Maßstäben getestet wird. Der Unterschied auf den Anteil der Verstorbenen im Verhältnis zu den Infizierten, erklärt sich daraus. Es handelt sich laut Schnell auch um eine „selbstrekrutierte Stichprobe“ – getestet wird nur wer Symptome zeigt –, die wenig aussagekräftig ist.

Auch die bisherigen repräsentativen Studien wiesen erhebliche methodische Mängel auf. Die geplante Studie in München sei zwar grundsätzlich geeignet, jedoch wird an der Erhebung unter Polizeibegleitung Kritik geübt:

Diese Vorgehensweise sei wohl gewählt worden, um die Unbedenklichkeit und Seriosität zu verstärken. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive entstehe so jedoch ein verfälschender Interviewereffekt, so Schnell. Schließlich ist die Teilnahme freiwillig und mancher Bürger könnte sich von dem Polizeischutz abgeschrecken lassen. Dann ist es aber wiederum nicht mehr zufällig, wer mitmacht.

2. Auf der Seite "coronasoziologie.net"  findet sich ein Artikel der beiden vorgenannten Soziologen, in denen die methodischen Problem noch einmal näher erläutert werden.

3. Ich selbst habe meine Überlegungen noch einmal in einem Interview mit der Pressestelle der Uni Regensburg zusammengefasst. Das Interview ist auf der Homepage der Uni verfügbar.

 

Update 24.04.2020:

1. Ich habe die Grafiken/Diagramme oben aktualisiert, auch wenn es zunehmend Kritik auch an der Zuverlässigkeit der täglichen Sterbezahlmeldungen gibt (siehe dazu 2.).

Die Entwicklung der Daten anhand der vorhandenen Sterbezahlen zeigt die Fortführung der bisherigen "Kurven" bei den neun beobachteten Staaten, mit einer Ausnahme: In Schweden zeigt sich ein stärkerer Zuwachs als in USA und Schweiz. Schweden erhält ja ganz besondere Beachtung, weil dort deutlich weniger  Distanzmaßnahmen behördlich angeordnet wurden als in den anderen europäischen Ländern. 

2. Nach meinem Interview, das auf der Homepage der Universität Regensburg veröffentlicht wurde, erreichte mich die Post eines örtlichen Kollegen aus den Humanwissenschaften, der wesentlich detaillierter ganz ähnliche Kritik an den offiziellen Infektionszahlen formuliert hat. In seinem Aufsatz "The Scenario of a Pandemic Spread of the Coronavirus SARS CoV 2 is Based on a Statistical Fallacy" hat Christof Kuhbandner  (hier die Pre-Print-Publikation, hier ein deutschsprachiger Beitrag auf scilogs, der sich auf die deutsche Situation bezieht) sich intensiv mit den Daten auseinandergesetzt und ebenso wie ich konstatiert er, dass die Infektionszahlen im Wesentlichen das Testgeschehen und nicht das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Zitat:

since the number of conducted coronavirus tests has rapidly increased over time as well, the apparent increase in infections may actually reflect increased testing, rather than a rapid spread of the coronavirus. To examine this issue, data from Austria, Belgium, France, Germany, Italy, and USA were analyzed. In all countries, the rapid increase in reported new infections was largely attributable to the rapid increase in conducted tests. Statistically controlling for the increased amount of testing revealed that the increases in reported infections dramatically overestimate the true increases in every country.

Seine dazu angestellten Überlegungen sind plausibel und entsprechen meiner Vermutung: Die Steigerung der Infektionszahlen ist mehr oder weniger einer zunehmenden Ausschöpfung des Dunkelfelds geschuldet. Da wir die Größe des jeweiligen  Dunkelfelds aber nicht kennen und die Selektionskriterien (für die Durchführung von Tests) sich zeitlich, regional und  international unterscheiden, halte ich eine korrigierte Berechnung der "wahren Infektionszahl" auf Grundlage der positiv Getesteten für weniger überzeugend.

Aber nicht nur das erörtert er in dem Aufsatz. Kuhbandner formuliert auch Kritik an der Todesfallzahlstatistik, denn auch diese sei von der Erhöhung der Testzahl betroffen. Wenn die meisten Erkrankten etwa erst kurz vor dem Tod positiv getestet wurden, werde die tatsächliche Todesursache möglicherweise verdeckt, da das Coronavirus noch gar nicht hätte so lebensgefährlich wirken können. Argument für diese Schlussfolgerung sieht er darin, dass die Todesfallzahlen in den Statistiken gleichzeitig mit den Infektionszahlen ansteigen, obwohl biologisch eine Zeitverzögerung zu erwarten sei. 

Diese Kritik an der zuverlässigen Todesfallstatistik lässt mich natürlich aufhorchen: Wenn sie zuträfe, wäre meine Annahme unzutreffend, dass das "harte Faktum" des Todesfalls die Ausbreitung der Epidemie tendenziell besser reflektiert als die Infektionszahlen. Und noch eine andere Kritik hat mir der Kollege zukommen lassen (scilogs): Die vom RKI täglich gemeldeten Todesfälle stammten ohnehin aus den letzten 14 Tagen, die Mehrheit der gemeldeten Todesfälle sei schon vor mehr als einer Woche eingetreten. Nach seiner Berechnung sei daher der "Peak" der Sterbefälle schon so früh zu verorten (Anfang April), dass die Mitte März ergriffenen Distanzmaßnahmen und Schulschließungen diesen Rückgang gar nicht erklären könnten.

Hierzu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, auch wenn ich den Einwand der (möglicherweise auch international stark abweichenden) Meldeverzögerung ad hoc nicht zurückweisen kann.

Update 28.04.:

Die beiden Grafiken habe ich aktualisiert. Inzwischen ist zu erkennen, dass sich Schweden deutlich von den beiden Staaten USA und Schweiz, mit denen es bislang in etwa auf gleicher Höhe lag, nach oben absetzt. In allen Staaten (außer Canada) zeigt sich inzwischen ein Rückgang der Todesfälle bzw. eine Plateaubildung (Schweden). Canada hat Deutschland inzwischen eingeholt bzw. überholt. Von den neun verglichenen Staaten hat Deutschland die Krise (bezgl. der Todesraten) bislang am besten bewältigt. Ob es an den Maßnahmen liegt oder schlicht am bisherigen Glück, lässt sich kaum ermessen. Die meisten anderen Staaten haben ja ähnliche oder sogar schärfere Maßnahmen ergriffen.

In einem Artikel in der Taz wird angesichts der Übersterblichkeitsstatistiken in einigen europäischen Staaten vermutet, dass das Virus schon viel mehr Todesfälle verursacht hat als bislang bekannt. Ich habe die zugrundeliegenden Statistiken aus der New York Times oben eingefügt.

Hinsichtlich der tatsächlichen Infektionszahlen und damit auch der tatsächlichen Sterblichkeit des Virus (IFR) wissen wir bislang mangels repräsentativer Studien immer noch nicht viel.

Update 30.04.:

Die Grafiken habe ich erneut aktualisiert. Nun ist auch Schweden (endlich!) "über den Berg", was die täglichen Todeszahlen angeht. Es bleibt aber dabei, dass der von manchen als so erfolgreich angesehene "schwedische Weg" (ob durch Pech oder durch unkluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) bislang deutlich mehr Opfer gekostet hat als in den Nachbarländern und auch als in Deutschland. Canada hat nun (auf Bevölkerung berechnet) ebenfalls recht eindeutig Deutschland überholt. Falls es nicht zu einer "zweiten Welle" kommt, ist Deutschland dann (durch Glück oder durch kluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) in diesem Neun-Nationen-Vergleich am besten davon gekommen. Natürlich gibt es jetzt Viele, die meinen, sie hätten schon immer gewusst, dass ein Lockdown gar nicht nötig sei, weil das Virus ja gar nicht soo gefährlich gewesen sei. Ja, hinterher kann man das immer behaupten. Auch das ist aus der Kriminologie bekannt: Erfolgreiche Prävention lässt sich schwer nachweisen und wird auch selten gelobt.

Hier ein aktuelles Interview, das ich der Bayerischen Staatszeitung gegeben habe: Interview vom 28.04..

Update 6.5.2020:

Ich habe das mit shinyapps erstellte Diagramm sowie das von Kevin Drum aktualisiert. Es ist nun erkennbar, dass die (tägl.) Todeszahlen in Spanien, Frankreich, Italien, UK, Schweiz,  Deutschland und (eingeschränkt) Schweden mittlerweile deutlich rückläufig sind. In  Canada und USA zeigt sich zwar auch eine gewisse "Plateaubildung", aber noch kein so deutlicher Rückgang (Diagramme von Kevin Drum). In den kumulierten Todeszahlen (pro Bevölkerungseinheit) bis heute steht Deutschland unter den neun verglichenen Staaten am besten da, auch Canada hat inzwischen deutlich mehr Tote (auf Bevölkerungsgröße berechnet) zu beklagen (shinyapps-Diagramm)

Da jetzt in allen Staaten gewisse "Lockerungen" der vorher unterschiedlich massiven Einschränkungen vorgesehen sind, wird sich wohl über kurz oder lang der bislang eigenwillige "schwedische Weg" überall durchsetzen. Ob und wie sich das auf die Sterberaten auswirkt, muss dann beobachtet werden. Wegen der immer noch deutlich unterschiedlichen Testkriterien (wer, wann und wo wird getestet) halte ich die Todesraten immer noch für einen besseren Vergleichsmaßstab. Aber auch hier ist weiterhin wegen der unterschiedlichen Zuordnung eines Todesfalls zur Ursache "COVID-19" Vorsicht geboten. Auch wenn inzwischen zeitlich etwas überholt, lasse ich auch die Statistiken zur Übersterblichkeit aus der New York Times noch stehen.

Meine Interpretation, dass es nach wie vor - trotz vorhandener Testkapazitäten für repräsentative Stichprobentests - selektive (und nicht unbedingt überall gleich ausgeführte) Testkriterien sind, die zu einem Test führen, die das wirkliche Infektionsgeschehen nicht wiedergibt, wird vom RKI aktuell bestätigt (Quelle: Tagesschau):

Das Robert Koch-Institut teilte vergangene Woche auf Anfrage mit, nicht unmittelbar in die Testungen involviert zu sein. Es lege lediglich die Kriterien fest, bei denen Ärzte einen Corona-Test vornehmen sollen. Bisher war die Linie, dass nur Personen getestet werden sollen, die grippeähnliche Symptome haben und gleichzeitig Kontakt zu einem Infizierten hatten. Von dieser Linie ist das RKI inzwischen abgewichen. Jetzt sollen auch Patienten "bei kleinsten Symptomen" getestet werden, wie Wieler auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Gleichzeitig hält das RKI aber an einem "strategischen Testen" fest, da ein wahlloses Testen wenig bringe. Zu einem strategischen Testen gehöre es aber auch, gezielt in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern zu testen, so Wieler.

Anmerkung: Was viele empirisch forschende Wissenschaftler fordern, ist natürlich kein "wahlloses" Testen, sondern Studien an Stichproben, die insgesamt ein repräsentatives Bild des Infektionsgeschehens in Deutschland ergeben, also nicht nur Gangelt oder München abbilden. 

Hier noch ein Zitat des Bloggers Kevin Drum, der auf einen Vergleich der Infektionszahlen der US-Bundesstaaten diese Antwort findet:

 I continue to think this is probably highly misleading since different states have vastly different testing regimes. If, say, New York is testing 1 percent of its population and Florida is testing 0.1 percent, then New York will overwhelm the total regardless of who’s going up and who’s going down. Likewise, as testing becomes more widespread, looking at cases over time becomes unreliable even within a single state. The case rate can look like it’s skyrocketing just because we’re testing far more people.

Update 8.5.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert (Datenstand 6.5./7.5.).

Zu erkennen ist nun, dass die Todeszahlen in UK trotz Verlangsamung des Zuwachses über die von Italien hinaus gehen, und die Zuwächse in Schweden, Kanada und USA nur zögerlich bzw. nicht stabil nach unten gehen. Deutschland steht weiterhin unter den neun verglichenen Staaten ziemlich gut da, die täglichen Todesfälle durch corona sind auf ein recht niedriges Niveau gesunken, tödliche Infektionen sind also in Deutschland vergleichsweise selten geworden. Man kann das m.E. durchaus den Maßnahmen zuschreiben, wobei unklar ist, welche Maßnahmen genau den Effekt ausgelöst haben, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Maßnahmen hat und wie hoch daneben der Anteil von "Glück" bzw. "Pech" ist, also welche Rolle auch der Zufall spielt (etwa ob wegen ihrer Alters- und Gesundheitsstruktur besonders vulnerable Gegenden oder Institutionen betroffen sind oder nicht).

Erfreulicherweise ist jetzt von örtlichen Kolleg-inn-en eine weitere repräsentative Studie geplant, die im Landkreis Tirschenreuth stattfinden wird. In Bayern würden dann immerhin zwei solche Studien durchgeführt werden, neben der Metropolenstudie in München auch eine in der dünner besiedelten Oberpfalz.

Update 09.05.2020

1. Gingen die Infektionszahlen schon zurück, bevor die Maßnahmen greifen konnten?

Schon oben (Update vom 24.04.) habe ich auch die Thesen meines Regensburger Kollegen Kuhbandner diskutiert. Ich stimme ihm zu (bzw. er mir), dass die Infektionszahlen selbst nicht zur Einschätzung der wahren Lage taugen: Je mehr man testet, desto mehr findet man, soweit unser übereinstimmednes Fazit. Er hat dazu in seinem Artikel auf Telepolis (25.04.) ein anderes Beispiel gebracht, das aber auch sehr anschaulich ist: Bei einer bestimmten Anzahl  im Garten versteckter Ostereier, werden umso mehr gefunden, je mehr Zeit man den Suchenden einräumt. Es wäre unsinnig, aus der gefundenen Anzahl auf die tatsächliche Anzahl der versteckten Eier zu schließen. Wenn man jeden Tag mehr Zeit einräumt und mehr Eier findet, folgt daraus nicht, dass jeden Tag mehr Eier versteckt gewesen seien.

Kuhbandner versucht dann in einem weiteren Schritt aus der Testanzahl auf die wahre Steigerung der Infektionszahlen (im Dunkelfeld) zu schließen, und kommt zum Ergebnis, die tatsächlichen Infektionszahlen seien schon rückläufig gewesen, bevor die Maßnahmen überhaupt greifen konnten. Und da folge ich ihm nicht mehr: Das Dunkelfeld hat seinen Namen nicht umsonst. Es ist eben dunkel. Und aus meiner kriminologischen Erfahrung weiß ich, dass Schlussfolgerungen aus dem Hell- auf das Dunkelfeld methodisch höchst problematisch sind, auch wenn man versucht, die Verzerrungen des Hellfelds irgendwie in den Griff zu bekommen. Man ist dann nämlich darauf angewiesen, dass diese Verzerrungen (hier: Testkriterien und deren Anwendung) gleichförmig bleiben, so dass man sie statistisch auch über einen längeren Zeitraum hinweg herausrechnen kann.  Das weiß auch Kuhbandner und er versucht diese Gleichförmigkeit der Testkriterien zu reklamieren, doch hat er meines Erachtens dabei dreierlei verkannt:

a) Zwar mag das RKI die immer gleichen Selektionskriterien anwenden WOLLEN, wann wer getestet wird, aber ob dies (insbesondere bei Ausweitung der Testkapazitäten) tatsächlich in derselben Strenge eingehalten wird, erscheint mir sehr fraglich. Die Kapazitäten sind regional unterschiedlich und selbstverständlich wird das Signal ("wir sind knapp" oder "wir haben ausreichend Kapazitäten") von den Ärzten, die einen Test vor Ort vornehmen, so verstanden, dass sie ihr Ermessen, wann hinreichend Symptome vorliegen, entsprechend steuern sollen und dies auch können. Vergleich zur Kriminologie: Auch unter den bundesweit gleichen Kriterien für einen Anfangsverdacht finden wir deutlich unterschiedliche Praxen des polizeilichen Vorgehens zwischen versch. Bundesländern und erhebliche Stadt/Land-Unterschiede, ganz zu schweigen von örtlichen Unterschieden, sogar im selben Landkreis.

b) Anders als Kuhbandner annimmt, haben sich die Kriterien, wann wer wo getestet wird, auch aus Sicht des RKI gewandelt. Insbesondere werden inzw. auch sehr viele Menschen getestet, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko tragen, ganz ohne Symptome.

c) Symptome werden nicht von Überwachungsgeräten, Robotern, Drohnen oder ähnlichem festgestellt, sondern von den betroffenen Menschen selbst. D.h. es hängt sowohl das Meldedatum als auch die Meldung überhaupt davon ab, ob jemand die Symptome bei sich selbst als Corona-verdächtig einschätzt, ob er einen schnellen Draht zu seinem Hausarzt hat, ob er seine Familie und Kollegen damit behelligen möchte etc., insgesamt von vielen Faktoren, die wir aus der Kriminologie als "Anzeigebereitschaft" kennen und die individuell sehr verschieden sein können (und damit meine ich wörtlich SEHR). Ich würde vermuten, dass zumindest zu Beginn die Angst Viele dazu getrieben hat, schon bei leichtem Husten ihren Hausarzt zu nerven mit Testforderung. Mit Symptomen, die früher niemanden überhaupt zum Arztbesuch gebracht hätten. Inzwischen aber mag diese Sorge bei Vielen einer anderen gewichen sein (ich müsste dann in Quarantäne, kann ich mir das leisten, meiner Familie zumuten?).

d) Es werden nicht nur anzeigebereite  Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch - in unterschiedlichem Maße - Kontaktpersonen derselben. Und das bedeutet, auch hier hängt es stark davon ab, wie viele solcher Kontaktpersonen jemand hat und an wie viele er sich erinnert. Auch das ist nicht irgendwie vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe. Die Rate zwischen symptomatisch Infizierten und ihren Kontaktpersonen kann sogar erheblich von Woche zu Woche verschieden ausfallen.

Soweit meine Einwände. Aus den methodisch unrichtig ermittelten Infektionsdaten kann man mE nicht korrektere Daten errechnen. Es KANN so sein wie Kuhbandner schließt, es kann aber auch ganz ANDERS sein.

2. Noch ein paar Bemerkungen  zur Kritik an den Maßnahmen und  an der politischen Bewältigung der Krisensituation überhaupt:

Dass es keine  Tests an repräsentativen Stichproben gibt, habe ich im obigen Beitrag seit dem 29. März angemahnt. Inzwischen gibt es einige wenige solcher Studien, die nun auch von immer mehr Wissenschaftlern gefordert werden.

Und ich habe hier einige andere wissenschaftliche Kritik zitiert und besprochen, soweit ich meinte, dass diese etwas beitragen können mit ihren Erkenntnissen. Aber ich weiß, ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, noch bin ich politischer Entscheidungsträger. 

Zur BILD-Schlagzeile:  Deutschlands "klügste Corona-Experten": Was ich überhaupt nicht ernstnehmen kann, ist die klugscheißerische Art, mit der selbsternannte Experten, die selbst nicht im geringsten in der Position sind, für Tote verantwortlich gemacht zu werden, NACH den Maßnahmen deren Überflüssigkeit konstatieren oder so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst und sich dafür von der BILD-Zeitung oder von Reichsbürger-YouTube-Sendern feiern lassen. Das ist für einen Wissenschaftler (gleich welchen Fachgebiets) unverantwortlich und peinlich.

Update 11.05.2020

Die Regionalisierung der Gegenmaßnahmen und deren Orientierung an 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner ist theoretisch eine gute Idee, doch hinkt die praktische Umsetzung an mehreren Stellen:

a) die gemessenen Infektionszahlen (also "positiv Getestete"), an denen sich die Gegenmaßnahmen orientieren sollen, sind - wie schon oben ausgeführt - keine empirisch zuverlässigen Daten. Zudem ergibt sich insbesondere bei Menschen, die in einem Landkreis wohnen, in einem anderen (oder in einer Stadt) arbeiten, ein Zuordnungsproblem. Eigentlich müsste solch eine positiv getestete Person zweimal gezählt werden.

b) da die Landkreise sicherlich nicht interessiert sind daran, dass gerade ihr Landkreis und die darin befindlichen Firmen/Restaurants/Hotels betroffen sind von erneuten Schließungen, wird niemand dort auf eine häufigere Verdachtstestung achten, eher im Gegenteil: die Leute werden eher nicht ermuntert sich testen zu lassen, quasi ein "nudge" in die falsche Richtung, weil zu viele positiv Getestete im Landkreis "bestraft" werden.
Auch das kennen wir in der Kriminologie: Man braucht es den Bürgern nur ein bisschen schwerer zu machen, ihre Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, schon werden weniger Delikte angezeigt.

c) Der Hauptunterschied (Bevölkerungsdichte) zwischen Stadt und Land bleibt unberücksichtigt. Für Städte mit ihrem sehr beweglichen Bevölkerungen (man denke nur an den öffentl. Nahverkehr) ist daher das Maß 50 pro 100.000 möglicherweise zu hoch angesetzt, um durch Gegenmaßnahmen einen größeren Ausbruch noch zu verhindern.

Allerdings ist auch die Reproduktionszahl (für ganz Deutschland) kein besserer Maßstab, denn damit werden regional sehr hohe Verbreitungszahlen ausgeglichen durch niedrigere anderswo. Und die Reproduktionszahl beruht ebenfalls auf den positiv Getesteten und eben nicht auf den tatsächlichen Infektionszahlen. Immer wieder muss darauf hingewiesen werden: Die Erhebung dieser Daten entspricht NICHT den anerkannten Methoden empirischer Forschung.

Zu den Schlachthöfen: Wie oben schon zitiert: In den USA sind bereits 115 Fleischfabriken von Ausbrüchen betroffen (Quelle). Es ist nicht anzunehmen, dass dort Rumänen und Bulgaren beschäftigt sind. Es spricht mehr dafür, dass es nicht die "Reservearmee" ist, sondern die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter tätig sind, die eine Infektion begünstigen. Man muss hier vorsichtig sein, nicht fremdenfeindlichen Klischees Vorschub zu leisten.

Eine andere Form spezifischer Schutzmaßnahmen anhand des individuellen Risikos schlagen Schrappe et al. vor, hier (researchgate-Link). Ich möchte dies hier verbreiten, weil Schrappe et. al. (u.a. auch der Rechtsmediziner Püschel) vom selben argumentativen Ausgangspunkt wie ich aus einen anderen Weg einschlagen.

Update 19.05.2020

Ich habe die Diagramme zum Vergleich von neun Staaten hinsichtl. ihrer Todesrate wieder aktualisiert.

Mittlerweile ist deutlich, dass Schweden sich bezüglich der Häufigkeit der Todesfolge den französischen Ergebnissen  annähert und UK denen von Spanien. Schweden hat, auf die Bevölkerung berechnet, mittlerweile etwa viermal so viele Sterbefälle zu beklagen wie Deutschland und die Schere geht weiter auseinander. Ob sich dies bis zum Ende der Pandemie in einigen Jahren wieder ausgleicht, wie manche annehmen, halte ich für fragwürdig. Trotz aller Unsicherheit würde ich feststellen, dass sich Schweden im Moment NICHT eignet als Modell, wie mit dem Virus umgegangen werden sollte. Allerdings nähern sich die europäischen Staaten (einschl. Deutschland) ja nun derzeit dem schwedischen Modell an. 

Auch in der Übersicht von Kevin Drum zeigt sich, dass sich Schweden, neben USA und Canada, auch bei der Reduzierung der tägl. Todesfälle bislang deutlich schwerer tut als die anderen sechs Staaten im Vergleich.

Die Frage, ob die verschieden starken Maßnahmen (Schulschließung, Versammlungsverbote, Restaurantschließung, private Quarantäne) Erfolge bringen, steht nun im Mittelpunkt erster Forschungsprojekte. Eine erste Veröffentlichung in den USA besagt, dass vor allem die Restaurantschließungen und die Privatquarantäne ("shelter-in-place") effektiv gewesen seien, Schulschließungen aber nicht! Das sind erste Zahlen, die sicherlich noch mit etlichen Fragezeichen verbunden sind. Aber wenn sich dies bestätigt, könnte das ein gutes Signal geben für Schulöffnungen auch in Europa.

Jetzt erst entdeckt, aber seine Kritik geht in eine ganz ähnliche Richtung wie ich sie oben formuliert habe: David Spiegelhalter (Statistiker, UK) im Interview.

Update 25.05.

Die Kurven von Kevin Drum habe ich neu hochgeladen, die Daten bei shinyapps werden leider seit dem 14. Mai nicht mehr aktualisiert, so dass sie auf diesem Stand verblieben sind.

Alle neun betrachteten Staaten sind bei den täglichen Todesziffern nunmehr weit unter ihrem jeweiligen Höchststand, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Von den Gesamtzahlen liegt die Rate in diesem neun-Staaten-Vergleich in DE bei 100 pro Million der Bevölkerungszahl. Aufsteigend von hier aus sind es in CA mittlerweile 170/Million, in CH 224/Million, in den USA 295/Million, in SWE 399/Million, in FRA 421/Million, in Italien 546/Million, in UK 557/Million und in ESP  610 pro Million der Bevölkerung. Während sich in Deutschland wahrscheinlich keine Übersterblichkeit im Vergleich zu vergangenen Jahren ergibt, wird sich COVID-19 ab der dreifachen Todeszahl auch in der Jahresstatistik der Sterbefälle deutlich zeigen.

Der relative bisherige "Erfolg" in Deutschland beim Umgang mit dem Virus kann zu einem guten Teil auf glücklichem Zufall beruhen, aber sehr wahrscheinlich haben auch die Maßnahmen zur Kurvenverflachung gewirkt. Die Gegenargumente, die ich dazu bisher gelesen habe, sind wenig plausibel. Welche von diesen Distanz-Maßnahmen geeigneter waren und welche eher überflüssig oder übertrieben, wird man allerdings - wenn überhaupt - erst später genau ermitteln können. Dass diese Maßnahmen auch Kollateralschäden haben, v.a. wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche, kann nicht bestritten werden. Dass diese "tödlicher" seien als das Virus selbst, erscheint mir aber derzeit wenig glaubhaft.

Eine von Epidemiologen/Virologen anfangs als sehr wichtig eingestufte Maßnahme, die Komplettschließung von Schulen und Kindergärten, gerät allerdings zunehmend in die Kritik. Die Infektion selbst ist für Kinder und Jugendliche wenig gefährlich und die Auswirkungen der befürchteten Verbreitung auf andere Familienmitglieder, insbesondere Großeltern, lässt sich möglicherweise mit anderen Maßnahmen verhindern. So jedenfalls die mittlerweile mehrfach publizierte Auffassung, wie - ebenfalls - Kevin Drum zusammenstellt. Leider wurde ausgerechnet in Schweden(!) die Chance versäumt, das Realexperiment (geöffnete Schulen) zu studieren. Wenn man dort geforscht hätte, wüssten wir jetzt alle mehr.

Update 29.05.

Die neuen Diagramme bei Kevin Drum zeigen, dass hinsichtlich der Todeszahlen die (mglw. nur erste, hoffentlich zugleich letzte) Welle der Pandemie in mehreren der neun Staaten vorüber ist, nämlich in Deutschland, Frankreich und Italien. Spanien und die Schweiz werden von Drum nicht mehr aufgeführt, gehören aber ebenfalls dazu.

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei"  in Schweden, UK, USA und Kanada. Schweden hat nun berechnet auf die Bevölkerungszahl ebenso viele Tote wie Frankreich und wird womöglich noch die italienischen Zahlen erreichen, das ist besonders bitter für den "schwedischen Weg", der von manchen auch für Deutschland vorgeschlagen wurde. Wie schon mehrfach gesagt: Es war sicherlich auch Glück bzw. Pech dabei, aber die in Deutschland (noch gerade rechtzeitig) ergriffenen Maßnahmen haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Anteil daran, dass es hierzulande bisher glimpflich ausgegangen ist.

In den beiden neu hinzugenommenen Staaten Brasilien und Kolumbien steht die Welle (bei den Todesfällen) offenbar noch bevor.

Update 05.06.

1. Dunkelfeldtestung in New York City

Eine Dunkelfeldstudie in New York (Zufallsstichproben von 15.000 Personen an Supermärkten) mit COVID19-Antikörpertests zeigt, dass die Infektionsrate in New York State bei ca. 12% der Bevölkerung liegt, in New York City bei 20 %, d.h.  etwa 10mal so hoch wie die Zahl der positiv Getesteten. Anhand der ebenfalls verfügbaren Exzess-Todesfälle in New York City (23.000) haben die Forscher daraus eine IFR (Infection Fatality Rate) von 1,4 % ermittelt, also ca. 1,4 % der Infizierten erkrankten mit tödlichem Ausgang. Da hinsichtlich der Zahlen eine gewisse Unsicherheit anzunehmen ist (z.B., dass die Exzess-Todesfälle nicht nur COVID19 Infizierte betreffen), wird man für NYC aber wohl von einer tatsächlichen IFR zwischen 1 und 2 % ausgehen können. Berücksichtigt man nur die "offizielle" Todesziffer in NYC (13.000) läge die IFR bei 0,75 %.

2. Stand der "Welle" der Sterbezahlen in den verglichenen Staaten

Anhand der wiederum aktualisierten Grafiken von Kevin Drum lässt sich sagen: Der Eindruck von letzter Woche setzt sich fort:

Die Staaten Italien, Frankreich und Deutschland  haben im Hinblick auf die täglichen Sterbezahlen die Welle der Pandemie "überstanden" (tägl. nur noch 2 oder weniger pro Million der Bevölkerung), bei den absoluten Zahlen steht DE mit 100 pro Million in diesem Vergleich ziemlich gut da, Italien und Frankreich hat es aufgrund der viel höheren Sterbezahlen im März und April mit  560 und 433 pro Million viel härter getroffen, aber auch dort sind die täglichen Sterbezahlen inzwischen auf ziemlich niedrigem Niveau.

Offenkundig noch nicht vorbei ist die Welle in Staaten, die auch aktuell noch relativ hohe tägliche Sterbeziffern aufweisen:

Schweden (ca. 4 pro Million tägl. hat bei den abs. Zahlen mit 450 pro Million inzwischen auch Frankreich überholt)

Kanada (ca. 3 pro Million tägl, liegt absolut inzwischen bei 200 pro Million),

UK (ca. 5 pro Million tägl., inzwischen absolut mit 600 pro Million deutlich mehr als Italien!) und

USA (ca. 3 pro Million tägl., liegt absolut bei 325 pro Million)

Trotz der schwierigeren Ausgangsbedingungen sieht es momentan so aus, als ob es auch in Brasilien und Kolumbien gelingen könnte, die Sterbezahlen gering zu halten.

Update 08.06.2020

1. Dunkelfeld-Panel-Studie in Lübeck

Die Elisa Studie in Lübeck hat nun erste Ergebnisse publik gemacht: 

Von den 3000 Probanden, die sich seit Beginn der Lockerungen immer wieder testen ließen, ist niemand positiv getestet worden, berichtet der NDR. Schlussfolgerung: Lockerungen einschl. Öffnung von Schulen und KiTas seien in Schleswig Holstein nun angezeigt.

2. Ein detaillierter Bericht von Robert Werner im Blog regensburg digital betrachtet die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Immerhin die Hälfte (europaweit wohl noch mehr) der Corona-Sterbefälle seien in diesen vorgekommen. Die genauere Untersuchung und der Schutz der Menschen seien hier sträflich vernachlässigt worden.

 

Update 11.06.2020

1. Maskenpflicht sinnvoll oder überflüssig bis schädlich?

Während hierzulande insbesondere der Virologe Streeck die Maskenpflicht kritisiert, weil die Menschen oft falsch und unhygienisch mit der Maske umgingen

Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.

, wird die Maskenpflicht von einer in Jena durchgeführten Studie  und einer anderen auf dem Schiff USS Theodore Roosevelt , als sinnvoll ausgewiesen:

Mask use is the most effective countermeasure by far, followed by social distancing and avoiding common areas.

M.E. ist auch der psychologische Effekt der Maske nicht zu unterschätzen. Sie signalisiert anderen, das Virus ist noch da!

2. Vergleichszahlen von neun Staaten: Immer noch Sorgen in vier Staaten

Die Daten vom 9.6. in den Diagrammen von Kevin Drum. Brasilien hat er durch Argentinien ersetzt, wo aber - angesichts der Todesraten - das Virus offenbar noch ganz am Anfang ist oder durch Distanzmaßnahmen bereits in seiner Gefährlichkeit eingehegt werden konnte. Mexiko hingegen hat bei noch stark steigenden Todeszahlen  Deutschland in den absoluten Zahlen bereits überholt. Immer noch sorgenvoll kann man nach UK, Kanada, Schweden und USA blicken, denn nach wie vor werden von dort höhere Sterbeziffern gemeldet. 

Update 15.06.2020

1. Die Diagramme von Kevin Drum (Datenstand 13.06.) zeigen wenig Neuigkeiten. Nach wie vor registrieren die vier schon oben genannten Staaten (USA, UK, SWE und CAN) täglich einige Tote. Inzwischen ist auch der Datenstand von shinyapps wieder aktualisiert und zeigt die Todesfälle pro 100.000 Bevölkerung der (usprünglichen) neun Staaten im direkten Vergleich. Auch hieran lässt sich an den weiter steigenden Todeszahlen der Unterschied zwischen den fünf Staaten, bei denen kaum noch Todesfälle registriert werden und den o.g., bei denen dies weiterhin der Fall ist, gut erkennen.

2. Die Diskussion darum, ob die Maßnahmen ("Lockdown") übertrieben waren bzw. sind, reißt indessen nicht ab. Ich empfehle dazu folgende (kostenfreie) Lektüren:

a)  Coronavirus: Should We Aim for Herd Immunity Like Sweden?

And What Can Countries like the US or Netherlands Learn from It? von Tomas Pueyo (9. Juni)

b) The Effect of Stay-at-Home Orders on COVID-19 Cases and Fatalities in the United
States von Fowler/Hill/Levin/Obradovich (13. April)

 

Update 19.06.2020

Die Neuinfektionen v.a. in einem Schlachtbetrieb zeigen, dass das Virus auch in Deutschland längst nicht verschwunden ist und soziale Distanz weiterhin sinnvoll ist. Für die Verbreitung gerade dort sind wohl in erster Linie die geringen Temperaturen, die nicht ausreichende Lüftung, die Enge und die wegen der Maschinen notwendig  laute Kommunikation verantwortlich, in zweiter Linie die beengte Wohnsituation der dort arbeitenden Menschen. Da das Virus keine Grenzen oder Nationalitäten kennt, ist die Aussage, dass es deren Herkunft sei, schlicht vorurteilsbehaftete Fremdenfeindlichkeit, die im Falle von Politikern von eigenen Fehlern ablenken soll.

Hinsichtlich der täglichen Todesziffern ist es mit Blick auf die Diagramme insbesondere in Schweden nach wie vor nicht gelungen, diese auf ein Mindestmaß zu verringern; inzwischen sind die Zahlen bezogen auf die Bevölkerung dort etwa fünf Mal so hoch wie in Deutschland und nähern sich den Todesziffern in Italien.

Während sie in USA ebenfalls noch nicht beruhigend niedrig sind, erscheinen die Aussichten jetzt in Kanada und UK etwas besser als vor ein paar Tagen.

Bislang hat sich die Strategie "Hammer and Dance", also mehrwöchige Schließungen ("Lockdown") mit erzwungener Distanz zur Ausbremsung der Infektion mit anschließender Nachverfolgung und Kontrolle konkreter Ausbrüche in den meisten Weltregionen als einigermaßen erfolgreich gezeigt.

Update (22.06.2020):

1. Schweden weiterhin hintendran

Die Diagramme oben habe ich aktualisiert. Inzwischen liegen von den sieben Staaten, die von Anfang an von Kevin Drum beobachtet wurden, beim Tagesdurchschnitt der Sterbezahlen alle unter dem Wert von zwei pro Million, mit einer Ausnahme: Schweden. Das ist eine traurige Nachricht für die nach wie vor betroffene Bevölkerung Schwedens und auch eine bittere Nachricht für diejenigen, die meinten, Schweden könne eine Art Vorbildrolle einnehmen für einen weniger beeinträchtigenden Umgang mit der Pandemie.

2. Warum schneidet Deutschland so gut ab?

Kevin Drum hat vor einigen Tagen in seinem Blog auch diese Frage gestellt:

Does anyone know of a really good article that explains the German miracle? Did they adopt different countermeasures than, say, France and Belgium? Did they adopt them earlier? Did everyone in Germany take them more seriously? Or what? It’s not just that they’ve had the best response to the pandemic; they’ve had the best response by light years among large countries. There are other countries that have also done well (Denmark, Norway, Austria, Greece, Switzerland), but they’re all a fraction of the size of Germany.

In der Kommentarspalte dort finden sich einige interessante Bemerkungen (aus der Außenperspektive auf Deutschland) und auch einige Links auf spannende Einschätzungen, z.B. diese hier. Manche machen die "ruhige Hand" der Bundeskanzlerin verantwortlich, andere das den Deutschen eigentümliche Vertrauen in Autoritäten und allg. Gehorsam (etwa bei der Maskenpflicht). Ich denke, es war  neben der Rechtzeitigkeit der Distanzmaßnahmen das  relativ effektive Tracing von Kontaktpersonen und Glück. Ja, Glück war auch dabei.

 

Update (30.06.2020)

Bei den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum zeigt sich jetzt, dass  Kanada auch nur noch ein Minimum an neuen Todesfällen (pro Million der Bevölkerung) registriert. Weiterhin stagnieren aber die USA, UK und SWE bei ca. zwei Toten pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Bayerns Ministerpräsident hat jetzt angekündigt, dass sich demnächst jede/r freiwillig testen lassen kann, also unabhängig von Symptomen. Dass nach wie vor - trotz der vorhandenen Kapazitäten - kein repräsentatives Panel in regelmäßigen Abständen getestet wird, halte ich für sehr fragwürdig.

Von der Münchener Dunkelfeldstudie, die Mitte Juni Ergebnisse vorlegen sollte, ist immer noch nichts zu hören.

Update 2.7.2020

Eine Diskussion in den Kommentaren aufgreifend:

Ich habe oben in meinem Ausgangsbeitrag angeführt, warum sich die Infektionszahlen für Vergleiche nicht eignen. Daran halte ich nach wie vor fest. Bei dem Problem mit diesen Zahlen geht es zwar AUCH um die Anzahl der Tests, aber das ist keineswegs der einzige Grund, warum diese Vergleiche nicht sinnvoll sind, noch weniger natürlich, wenn man sich daran macht, bei diesen Werten auch noch Wachstumsraten auf vier Stellen hinter dem Komma zu berechnen.

Auch wenn man die unterschiedliche Anzahl der Tests kontrolliert, kann das keine sinnvollen Vergleiche ergeben, denn es kommt ebenso sehr darauf an, WER und WO getestet wird, also welche Verdachtsmomente/Symptome im jeweiligen Land einen Test auslösen. Hier gibt es starke Unterschiede sogar innerhalb einer Region oder eines Staates, die zu Verzerrungen der Ergebnisse im Zeitverlauf führen, erst Recht beim Vergleich zwischen Staaten. Dabei ist insbesondere auch die Dynamik zu berücksichtigen, mit der die Testkapazitäten ausgebaut und gesteuert wurden und werden.

Ich habe im obigen Beitrag dann begründet, warum die Anzahl der Todesfälle (pro Bevölkerungseinheit in einem Land) ein besseres Maß für die relative Betroffenheit durch das Virus ist. Auch hier gibt es natürlich einen Einfluss der Tests, aber bei den schwereren Fällen von COVID19 ist die Verzerrung geringer als im Feld insgesamt.

Natürlich kann man jetzt daran gehen und auch die Todeszahlen mit der Anzahl der Tests im jeweiligen Land in Beziehung setzen, die unterschiedliche Anzahl der Tests also "kontrollieren". Das ist zwar insofern nicht zwingend, weil die Anzahl der (positiv getesteten und dann) Verstorbenen weitgehend unabhängig davon ist, wie viele aus der gesunden Bevölkerung man außerdem  gestestet hat, aber sei es drum, hier die Reihe. 

Verglichen werden Deutschland, seine neun Nachbarländer  und sechs weitere westl. Staaten mit vergleichbarer Infrastruktur
geordnet nach Todesfälle pro Million (TpM), die folgende Zahl ist gebildet aus den TpM unter Kontrolle der Testanzahl pro Million, die Zahl in Klammern zeigt die "Rangordnung" nach Berücksichtigung der Testhäufigkeit. Die Rohdaten stammen vom Worldometer heute:

  1. Tschechien 33 TpM, 0,63 (3.)
  2. Polen 39 TpM, 0,95 (4.)
  3. Österreich 78 TpM, 1,11 (5.)
  4. Dänemark 105 TpM, 0,56 (1.)
  5. Deutschland 108 TpM, 1,54 (6.)
  6. Luxemburg 176 TpM, 0,57 (2.)
  7. Schweiz 227 TpM, 3,28 (8.)
  8. Kanada 228 TpM, 3,12 (7.)
  9. Niederlande 357 TpM, 9,91 (14.)
  10. USA 395 TpM, 3,76 (9.)
  11. Frankreich 457 TpM, 21,76 (16.)
  12. Schweden 532 TpM, 10,43 (15.)
  13. Italien 575 TpM, 6,38 (12.)
  14. Spanien 607 TpM, 5,18 (11.)
  15. Großbritannien 647 TpM, 4,55 (10.)
  16. Belgien 842 TpM, 7,79 (13.)

 

Update 6.7.2020

1. Entwicklung der Todeszahlen: Weiterhin Sorge um Schweden und die USA

Ich habe erneut die beiden Diagramme oben aktualisiert. Wie sich aus dem Überblick über die neun von Anfang an beobachteten Staaten ergibt, steigen derzeit  nur noch die Todeszahlen in Schweden und in den USA erheblich an. Schweden schließt dabei zur Gruppe  der europäischen Staaten mit den schwersten Pandemiefolgen auf. Alle anderen beobachteten sieben Staaten haben bei Betrachtung der Todesziffern die Pandemie, zumindest deren erste Welle,  inzwischen hinter sich gelassen.

2. Sind die Kosten der Distanzmaßnahmen in Deutschland höher als die der Pandemie selbst ?

In Deutschland, wo die Pandemie bislang, im Vergleich zu allen andern großen Industriestaaten, relativ glimpflich bewältigt wurde, gibt es inzwischen eine  Diskussion darüber, ob nicht die  Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen (wirtschaftlich, aber auch gesundheitlich) ebenso schlimm bzw. sogar noch schlimmer gewesen seien als wenn man keine solche Maßnahmen ergriffen hätte. Ein Kommentator zitiert dazu eine Äußerung von Brinkschulte, der meint, die Folgen der Distanzmaßnahmen würden sogar das mehrfache an Sterbeziffern der Coronapandemie selbst erreichen. Dazu meine Antwort:Selbstverständlich haben auch die Anti-Corona-Maßnahmen "Kosten", auch solche im Gesundheitsbereich. Aber dass diese die drei- bis vierfache Anzahl an Toten mit sich bringen, ist eine höchst unseriöse Spekulation, die keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat. Wenn man statistisch Kosten (nicht nur Sterbefälle) vergleichen will, dann muss man zudem auch einbeziehen, welche unbeabsichtigten günstigen Folgen (Kollateralnutzen) die Maßnahmen hatten. Die möglicherweise für die Zeit des Lockdown zu erwartende  Zunahme häuslicher Gewalt hat auf der Gegenseite natürlich eine Abnahme öffentlicher Gewalt zur Folge. Und wenn die Wirtshäuser geschlossen sind, fallen auch Wirtshausschlägereien und Alkoholfahrten aus. Im März und im April 2020 gab es offenbar als Folge von HomeOffice und Kurzarbeit deutlich weniger Verkehrsunfälle als in den Vorjahren, im März auch deutlich weniger Verkehrsunfalltote (destatis). Zur möglicherweise gefährlichen Verschiebung notwendiger Operationen muss man auch benennen, dass viele Operationen, wie immer wieder beklagt wird, unnötigerweise durchgeführt werden und der Zeitplan bzw. -punkt für viele Operationen nicht lebenswichtig ist, etc. pp. 

Hätte Brinkschulte recht, dann müsste sich ja die durch die Distanzmaßnahmen verursachte Todesziffer in der Anzahl der Sterbefälle im Vergleich zu den Vorjahren zeigen. Zwar liegt, soweit mir bekannt, für 2020 noch keine Todesursachen-Statistik  (z.B. zu Suizid) vor, aber die Gesamttodesstatistik zeigt für Deutschland im relevanten Zeitraum keinerlei besondere Ausschläge. Die Distanzmaßnahmen haben also (im Vergleich zu anderen Ländern) in Deutschland im März und April höhere Todeszahlen durch COVID-19 erfolgreich verhindert (diese lassen sich nur in den enstpr. bes. gefährdeten Altersgruppen nachweisen), aber ganz offensichtlich haben die Maßnahmen selbst nicht relevant  höhere Todeszahlen verursacht. Nachzulesen hier: Sterbefallstatistik 2016 bis 2020, wochengenau.

3. Masketragen sinnvoll?

Hier noch ein Hinweis auf eine aktuelle Publikation von Prather et al. in der Zeitschrift Science. zum Sinn des Tragens einer Maske. Die Verpflichtung zum Maskentragen in Läden und im öffentlichen Nahverkehr wird ja derzeit in Deutschland  stark diskutiert. Die Autoren Prather et al. bestätigen, dass Masken sinnvoll sind:

Overall, the probability of becoming infected indoors will depend on the total amount of SARS-CoV-2 inhaled. Ultimately, the amount of ventilation, number of people, how long one visits an indoor facility, and activities that affect airflow will all modulate viral transmission pathways and exposure (10). For these reasons, it is important to wear properly fitted masks indoors even when 6 feet apart. Airborne transmission could account, in part, for the high secondary transmission rates to medical staff, as well as major outbreaks in nursing facilities. The minimum dose of SARS-CoV-2 that leads to infection is unknown, but airborne transmission through aerosols has been documented for other respiratory viruses, including measles, SARS, and chickenpox (4).

4. Internationale Vergleiche sind schwierig bis unmöglich

Unmittelbar zum Thema dieses Beitrags passt ein Artikel von Morris und Reuben (BBC) :Coronavirus: Why are international comparisons difficult? Sie kommen zu einem ernüchternden Fazit hinsichtlich der Vergleiche: Nichts genaues weiß man nicht....

 

Update 9.7.2020

Heute nur ein Hinweis auf einen Blog, der sich v.a. mit den juristischen, insbesondere den verfassungsrechtlichen Auswirkungen und Fragen der Corona-Krise befasst.

Hier: mitdenken! Corona-Diskurs

Und  eine pasende Veranstaltung als Webinar der Friedrich-Ebert-Stiftung am 16. Juli 2020, also heute in einer Woche. Anmeldung hier:

Webkonferenz am 16. Juli 2020: Das Grundgesetz in der Corona-Krise

 

 

Update vom 10.07.2020

1. Sterbezahlen in den USA steigen wieder

Anhand  der aktualisierten Grafik von Kevin Drum zeigt sich: Während alle der ursprünglich beobachteten europäischen und nordamerikanischen Staaten (einschließlich Schweden!) in der Todeszahlentwicklung auf einem beruhigenden Pfad sind, scheint sich in den USA die sehr hohe Infektionszahl nun auch in den Todesraten zu zeigen. Inzwischen ist die Kurve wieder auf den Stand von über 2 pro Tag pro Million gestiegen. Das ist alles andere als beruhigend.

2. Warum steigen die Todeszahlen nicht bzw. wesentlich weniger stark als die Infektionszahlen?

Sie haben sich schon einmal gefragt, warum in diversen Staaten die Infektionszahlen so stark steigen wie Anfang März oder erneut stark steigen, aber die Todeszahlen (bisher) nicht oder nicht in gleichem Maße ansteigen? Dieser Artikel von Derek Thompson erklärt einige Zusammenhänge ziemlich gut. Das meiste bezieht sich auf die Situation in den USA, ist aber übertragbar auf Europa. In Kurzfassung:

1. Der Tod wird wesentlich später registriert als die (immer früheren) positiven Tests, in den USA sind inzw. 3 - 4 Wochen normal.

2. Ausgeweitetes Testen findet mehr Fälle, findet mildere Fälle und  findet die Fälle  in einem früheren Erkrankungsstadium als noch vor einigen Monaten.

3. Der typische COVID19-Patient ist nun jünger als vor einigen Monaten - die Ältere sind weiterhin vorsichtiger, die Jüngeren haben jetzt ihr früheres distanzloses Freizeitverhalten oftmals wieder aufgenommen.

4. Die hospitalisierten Patienten sterben seltener - durch die gewonnene medizinische Erfahrung bei der Behandlung ist die Überlebenschance inzwischen höher.

5. Ein bisschen hilft der Sommer

Der Artikel ist lesenswert, wenn man die Entwicklung der Todesziffern in den westlichen Staaten verstehen will.

Update 20.07.2020

1. Todesraten im Weltvergleich, insbes. USA

Der Vergleich der neun Staaten zeigt, dass es hinsichtlich der Todeszahlen pro Bevölkerungsanzahl derzeit nur noch in drei Staaten besorgniserregende Entwicklungen gibt. In Schweden ist es bislang immer noch nicht gelungen, die Sterberate auf ein verträgliches Maß zu reduzieren, während U.K. immerhin bei etwa 1 pro Tag pro Million stabilisiert liegt. Besonders schwerwiegend sind die Verhältnisse in den USA, wo die Zahlen schon einmal wesentlich niedriger lagen und nun wieder nach oben tendieren. Das ist wohl eindeutig ein Versagen der dortigen Politik.

In einem Intervuew mit Chris Wallace, FOX, hat Trump trotzdem versucht, die USA als Staat darzustellen, der eine der besten ("one of the best")  oder sogar die beste ("the best") Todesrate habe. Der ganze Austausch beruhte auf einer Verwechslung der Todesrate berechnet auf Bevölkerungsanzahl (um die ging es eigentlich) und der Case-Fatality-Rate, die stark abhängig ist von der Anzahl der positiven Tests und deshalb für den Staatenvergleich keine Bedeutung hat. Aber: Bei keinem von beiden Zahlen liegt die USA auch nur nahe der "besten" Werte weltweit. Bei den Todesraten (um die es eigentlich ging) liegt die USA im Weltvergleich sogar mit an der Spitze. 

Klargestellt wird das Ganze hier (Link zum intercept-Artikel), Ausschnitt:

As the U.S. exceeded 140,000 dead on Sunday, Germany, which has about one quarter the population of the U.S. has suffered 9,091 deaths. What this means is that more than 100,000 Americans who have died of Covid-19 this year would still be alive today had the federal government in Washington been as successful as the one in Berlin.

2. Das Wettrennen um Medikamente und Impfstoffe

Hier eine heuet erst entdeckte Internet-Seite mit einem regelmäßig aktualisierten Tracker, welche Medikamente und welche Impfstoffe in der Entwicklung sind.

Update (29.07.2020)

Todesraten im Vergleich

Während sich die nun höheren Neuinfektionszahlen in Europa bislang nicht bei den Sterbezahlen bemerkbar machen und nun auch Schweden (endlich!) relativ niedrige Zahlen aufweist, zeigt sich in den USA deutlich eine neuer dramatischer Anstieg. Da die Kurven von Kevin Drum unterschiedliche Skalen aufweisen, sieht man nicht auf den ersten Blick, dass die täglichen Sterbezahlen (berechnet auf Bevölkerungsgröße) nun in den USA schon wieder den Wert erreicht haben, der in Deutschland als Höchststand Mitte April gemessen wurde, nämlich drei pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Die USA weisen nun bei den kumulierten Todeszahlen pro Million der Bevölkerung im Vergleich zu Deutschland ziemlich genau den vierfachen Wert auf, Schweden bleibt mit dem fünffachen Wert (vergl. mit DE) noch knapp unter den italienischen Todesfallzahlen.

Update (30.07.2020)

Anfang des Monats habe ich hier die bis dahin kumulierten Todesfälle in Deutschland, Deutschlands Nachbarländern und den weiteren westl. Staaten, die hier seit März beobachtet werden, zusammengestellt. Das war zu einem Zeitpunkt, indem in den verglichenen Staaten die akuten Sterbefälle überall stark rückläufig waren, man also bei allen (hinsichtlich der Todesfälle) davon ausgehen konnte, dass die schlimmste Pandemie-Welle erst einmal überstanden ist. Da nun auch alle diese Staaten - unabhängig davon, wie sie im März/April mit der Pandemie zurechtgekommen sind - nunmehr in ihren Erkenntnissen, was zu tun ist, gleich viel wissen, ist der Vergleich interessant, welche Staaten denn im Juli wie abgeschntten haben in der Vermeidung von Todesfällen.

Und da ergibt sich folgendes Bild, wenn man die seit Anfang Juli hinzugekommenen Todesfälle pro Million (TpM) vergleicht:

1. Staaten, in denen (im Juli 2020) bis zu 10 TpM hinzugekommen sind:
Tschechien von 33 auf 35 TpM, also plus 2
Polen von 39 auf 45 TpM, also plus 6
Österreich von 78 auf 80 TpM, also plus 2
Dänemark von 105 auf 106 TpM, also plus 1
Deutschland von 108 auf 110 TpM, also plus 2
Luxemburg von 176 auf 186 TpM, also plus 8
Schweiz von 227 auf 229 TpM, also plus 2
'Kanada von 228 auf 236 TpM, also plus 8
Niederlande von 357 auf 359 TpM, also plus 2
Frankreich von 457 auf 463 TpM, also plus 6
Italien von 575 auf 581 TpM, also plus 6
Spanien von 607 auf 608 TpM, also plus 1
Belgien von 842 auf 848 TpM, also plus 6

Auch wenn jede/r Gestorbene eine/r zuviel ist, kann man schon sagen, dass diese Länder die COVID19-Pandemie hinsichtlich der tödlichen Folgen aktuell im Griff haben.

2. Staaten mit (im Juli 2020) deutlich mehr Todesfällen

#Es sind drei Staaten in diesem Vergleich, bei denen das im Juli nicht der Fall ist. Wer regelmäßig auf die obigen Diagramme schaut, weiß schon, welche das sind. Aber wie krass sich dies noch im Juli auswirkt auf die konkreten Sterbezahlen, hat mich selbst überrascht:

USA von 395 auf 465 TpM, also plus 70
Schweden von 532 auf 567 TpM, also plus 35
(Ver. Königreich) UK von 647 auf 677 TpM, also plus 30

Update (03.08.2020)

Die Diagramme sind aktualisiert mit Stand 1. August.

Nur in  den USA macht sich eine zweite Welle bei den Sterbezahlen deutlich bemerkbar, bislang.

In Schweden ist die tägliche Sterberate Ende Juli (endlich) auf das niedrige Niveau der anderen beobachteten europäischen Staaten gesunken.

 

Update (04.08.2020)

Zwei Berichte erregen heute meine Aufmerksamkeit:

1. Dunkelfeldstudie in Italien

In Italien wurde von Mai bis Juli eine für Italien repräsentative Dunkelfeldstudie durchgeführt, darüber berichtet heute die deutsche Presse. Hier ein Auszug (tagesschau.de):

Das Coronavirus könnte in Italien einer Studie zufolge sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. In Italien leben rund 60 Millionen Menschen.

Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64.660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli - die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen. Laut den Daten der US-Universität Johns Hopkins haben sich in Italien bislang gut 248.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 35.000 Infizierte starben.

Der Studie zufolge gibt es jedoch große regionale Unterschiede, wie ANSA weiter berichtet. In der Lombardei wurde bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

2. Langzeitfolgen von COVID19

Während die Todesfälle als wichtiger Anhaltspunkt für internationale Vergleiche herausgestellt werden, darf man nicht vergessen, dass COVID19 sich auch dadurch von einer "einfachen Grippe" unterscheidet, dass über relativ gravierende Langzeitfolgen berichtet wird. Hier ein Artikel von Reuters (3.8.20), der sich mit den Kosten der langfristigen Behandlung der Erkrankten befasst. Klingt leider nicht so optimistisch.

Update (08.08.2020)

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum und von Shinyapps aktualisiert. In den USA scheint die Todesfallentwicklung in der zweiten Welle glücklicherweise gebremst zu sein, ca. zwei Wochen nachdem auch die Neuinfektionen dort nicht mehr steigen.

Update (18.08.2020)

1. Aus der Aktualisierung der Diagramme ergibt sich, dass die USA sich bei den Todesfällen auf dem vergleichsweise hohen Niveau von 3 pro Tag pro Million der Bevölkerung stabilisiert haben. Bei allen anderen beobachteten Staaten haben die seit zwei bis drei Wochen steigenden Neuinfektionszahlen (bisher) noch keine steigenden Todesfallzahlen nach sich gezogen. Am Ende der Kurve von Italien zeigt sich allerdings ein kleiner Zacken nach oben.

2. Dunkelfeldstudien. Die Seite des RKI, auf der Antikörper-Studien in der Allgemeinbevölkerung dargestellt werden, lohnt gelegentlich einen Blick, um die von mir seit Ende März angemahnten Forschungsergebnisse zur Ausbreitung des Virus zu evaluieren. Bislang allerdings sind dort zwar etliche Studein angekündigt bzw. werden durchgeführt, aber nur wenige haben bereits Ergebnisse publiziert. Wenn hierzu etwas Neues zu berichten ist, werde ich das tun.

3. Zu den vor vier Tagen publizierten Ergebnissen  einer repräsentativen Antikörperstudie in Kupferzell (6000 Einwohner-Gemeinde in Ba-Wü):

  • 7,7 Prozent der Kupferzellerinnen und Kupferzeller hatten positive Antikörper-Nachweise gegen SARS-CoV-2 und haben demnach die Infektion durchgemacht.
  • Im Verlauf der Studie wurden in Kupferzell keine akuten Infektionen festgestellt.
  • Bei Frauen (8,7 Prozent) wurden etwas häufiger als bei Männern (6,7 Prozent) Antikörper nachgewiesen.
  • Asymptomatische Fälle: 16,8 Prozent der Seropositiven (Personen mit positivem Antikörper-Nachweis) waren ohne typische Krankheitssymptome, 83,2 Prozent hatten mindestens eins der Symptome (Fieber über 38°C, Atemnot / Kurzatmigkeit,Lungenentzündung, Schnupfen, Husten, Schmerzen beim Atmen, Halsschmerzen, Geruchs-/ Geschmacksstörung).
  • Dunkelziffer: Durch die Studie wurden 3,9-mal mehr Infektionen nachgewiesen als bislang in Kupferzell bekannt.

Die Tagesschau bezeichnet die zuletzt genannte Dunkelziffer in der Überschrift als "hoch". Dies ist aber nicht der Fall, weil bislang von vielen auch ein Wert von bis zu 10 (also zehnmal so viele Infizierte im Dunkelfeld wie im Hellfeld) für möglich bzw. sogar wahrscheinlich gehalten wurde.

Zum Vergleich: In Gangelt (Streeck-Studie) wurde eine etwa 5fach erhöhte Zahl Infizierter im Dunkelfeld gefunden. Dazu passt auch die Quote von asymptomatischen Fällen - in Kupferzell  unter 17 % (in Gangelt 22 %), teilweise wurden ja bis zu 80% asymptomatische Fälle vermutet, dies ist deshalb so bedeutsam, weil die asymptomatisch Infizierten das Virus möglicherweise stärker verbreiten (sie fühlen sich ja nicht krank und gehen deshalb "normal" zur Arbeit, zur Schule oder ins Restaurant)

Update 20.08.2020

Belegt die geringe Sterblichkeit oder fehlende Übersterblichkeit in Deutschland (bzw. an vielen einzelnen Orten in der Welt) die Harmlosigkeit des Virus und damit die Nutzlosigkeit der Anti-Corona-Maßnahmen?

Ich habe ja schon einmal geschrieben, dass wegen der clustermäßigen Verbreitung des Virus die (fehlende) Sterblichkeit / erhöhte Todesziffer / Übersterblichkeit an einzelnen Orten nicht angeführt kann, um die Harmlosigkeit des Virus darzustellen.

Aber auch insgesamt ist in Deutschland für die erste Jahreshälfte keine Übersterblichkeit messbar, auch das habe ich bereits vor einigen Wochen festgestellt .

Eine Übersterblichkeit zeigt sich aber offenkundig in etlichen anderen Staaten Europas und weltweit (unter anderem auch in Schweden).

Nun kann man sich darüber Gedanken machen, woran es liegt, dass Deutschland von Januar bis Juni 2020 relativ glimpflich (also ohne Übersterblichkeit) davon gekommen ist (siehe schon Update vom 22.06.).

Dass es an der allg. Harmlosigkeit des Virus liegt, dürfte ausgeschlossen sein, denn an einigen Orten auf der Welt hat das Virus zu extrem hoher Sterblichkeit geführt (z.B. New York City, Region Bergamo,etc. etc.). 

Für Deutschland lässt sich anführen:

- die vergleichsweise gute medizinische Intensivversorgung in Deutschland

- die vergleichsweise rechtzeitige Reaktion durch Distanzmaßnahmen bis hin zum (allerdings begrenzten) Lockdown

- die vergleichsweise höhere Befolgungsbereitschaft der Bevölkerung jedenfalls in den ersten Wochen (soziale Distanzmaßnahmen betreffend), gegründet auf relativ hohem Vertrauen in die politische Führung

- ohnehin größere Distanz zwischen alten und jungen Menschen im Wohnbereich/Alltag, auch unabhängig von der Pandemie

- Zufall/Glück, dass es Deutschland am Anfang nicht so "erwischt" hat wie z.B. Italien, und Deutschland dann u.a. von den dortigen Erfahrungen Nutzen ziehen konnte

- hinsichtlich der Sterbeziffern über alle Ursachen hinweg, die hier für Bochum angeführt werden, haben die Anti-Corona-Maßnahmen auch anderweitigen Kollateralnutzen mit sich gebracht: weniger Verbreitung von Grippeviren, weniger Verkehrsunfälle, weniger Arbeitsunfälle

Es erscheint mir als ein (ziemlich durchsichtiges) Manöver von "Coronakritikern", die sich zudem nicht schämen, sich allfällig mit dem Begriff "Widerstand" zu schmücken, die geringe Sterblichkeit in Deutschland (oder gar in einzelnen Städten in Deutschland) als Argument dafür anzuführen, das Virus sei gar nicht gefährlich, die Maßnahmen seien völlig übertrieben gewesen etc. Sie verschweigen, dass das wahre Ausmaß der Gefahr in solchen Fällen erst nachträglich evaluiert werden kann, politische Schutzmaßnahmen vor dem Tod Vieler aber bei einer Pandemie schon frühzeitig in Gang gesetzt werden müssen, damit sie eine Chance haben zu wirken.

Eine bittere Lehre, die Boris Johnson (zunächst Verharmloser, heute hat UK immer noch mit die schärfsten Maßnahmen in Kraft)  und Donald Trump (trotz an die 200.000 Toten immer noch Verharmloser) erst spät feststellen mussten. Wobei es aus dem Januar und Februar auch viele Zitate deutscher (Gesundheits-)Politiker gibt, die das Virus damals als noch relativ harmlos und beherrschbar einschätzten.

Die fehlende Einsicht, dass auf eine potentielle Gefahr eben schon reagiert werden muss, bevor ihr Ausmaß wissenschaftlich korrekt evaluiert werden kann, ist m. E. das bestimmende Merkmal der "Widerständler".  Bei manchen ist dies offenkundig ein Problem des Intellekts, bei anderen möglicherweise politisches Kalkül. 

Zugleich verschweigen diese "Kritiker" bzw. "Widerständler", die auch von "Besorgnisindustrie" faseln, dass die geringere Sterblichkeit (in Deutschland) wahrscheinlich zu einem nicht geringen Anteil ein Erfolg gerade der Maßnahmen ist, die sie bekämpfen.

Update 16.09.

Zurückgekehrt aus dem Urlaub mit nur eingeschränktem Internetzugang habe ich soeben die Diagramme aktualisiert.

Die europäische Lage hinsichtlich der Todesfälle ist weiterhin entspannt trotz der teilweise massiv steigenden Infektionszahlen.  Letztere sind zumindest teilweise durch die wesentlich stärkere Testaktivität erklärbar. Weiterhin sind sie aufgrund verschiedener Teststrategien international wenig vergleichbar.

Das Vereinigte Königreich hat in den vergangenen Wochen seine Statistik umgestellt (böse Stimmen würden sagen: frisiert), so dass die Zahlen auch rückwirkend geändert wurden und daher nicht mehr ganz so erschreckend erscheinen.

Eine Ausnahme in Europa bildet Spanien, hier sind wieder etwas steigende Todeszahlen zu verzeichnen. Weiterhin erscheint die Lage in den USA sehr beunruhigend. Von allen Staaten, in denen ich die Todesfallentwicklung seit Ende März genauer verfolgt habe, sticht die USA - wie sich am shiny-apps-Diagramm zeigt - durch das am wenigsten erfolgreiche Krisenmanagment hervor.  Inzwischen wurde ja bekannt, dass US-Präsident Trump die Lage in den vergangenen Monaten bewusst lügend falsch dargestellt hat. Die Konsequenzen kann er nun kaum mehr weglügen.

Update 21.09.2020

Die Kommentarspalte wird demnächst vorläufig geschlossen.  Hier ist nicht die Plattform für historischen Steckenpferdthemen. Nutzen Sie dafür Ihre eigenen Internetplattformen. Schon gar nicht wird hier Ewiggestrigen eine Plattform geboten, die meinen, ständig unpassende Beispiele und Vergleiche aus den Jahren 1933-45 unter den hiesigen Beitrag posten zu müssen.

Update 23.09.2020

Zur aktuellen Entwicklung und dem derzeitigen Streit (insbes. in Deutschland) werde ich demnächst einen längeren Beitrag erstellen. Nur soviel zu den jetzt steigenden Infektionszahlen: Es gilt immer noch, sogar erst recht!, mein Kommentar von Ende März (einfach nach oben scrollen): Diese Zahlen sind wegen der unterschiedlichen Teststrategien nicht geeignet für Vergleiche. Das bedeutet, dass wir weder im Vergleich zwischen Bundesländern noch zwischen Stadt und Land, noch zwischen verschiedenen Staaten (Westeuropa, Nordamerika, Asien, Welt) noch im Hinblick auf historische Verhältnisse (Vergleich zwischen März/April und August/September) aus den jetzt wieder steigenden Infektionszahlen relevante Schlüsse ziehen können. Andererseits lässt sich aus den insofern unzuverlässigen Zahlen auch nicht etwa das Gegenteil herauslesen. Nur weil die Anzahl der Personen, die tatsächlich infiziert sind, sich nicht zuverlässig  aus den Messungen herauslesen lässt, bedeutet das selbstverständlich  NICHT, dass es gar keine Infizierten mehr gibt.

Nach wie vor halte ich die Todeszahlen (für Vergleiche!) für relevanter. Aber nur weil jetzt in einigen Weltregionen keine oder nur sehr wenige Tote registriert werden, bedeutet das nicht, dass die Gefahr völlig vorbei ist.

Zu den oben aktualisierten Grafiken:

Deutlich NICHT vorbei ist die Gefahr in den USA. Dort werden nach wie vor täglich mehr als 800, d.h. 2 bis 3 Tote pro Million der Bevölkerung gezählt. In Spanien ist die tägliche Sterberate ebenfalls wieder gestiegen (ca. 200 Tote täglich), ansonsten haben sich - glücklicherweise - die seit 1-2 Monaten gemessenen höheren Infektionszahlen bislang noch nicht in den Sterberaten bemerkbar gemacht. Ich hoffe, dass dies so bleibt. 

Update 29.09.2020

1. Wie kamen die Staaten über den Sommer?

Alle der beobachteten Staaten haben am Ende des Sommers mit (je nach Teststrategie anders ausfallenden/zu bewertenden) wieder steigenden Infektionszahlen/Anzahl positiver Tests zu tun. Aber wie kamen diese Staaten hinsichtlich der Sterbezahlen über den Sommer?

Ich habe die Beobachtung von Ende Juli mit den aktuellen worldometer-Daten weitergeführt (Achtung:Teilweise führen unterschiedl. Bevölkerungszahlen oder nachträgliche Korrekturen zu Abweichungen zw. den Zahlen bei Drum und im worldometer).

a) Staaten, in denen im August und September 2020 bis zu 20 TpM hinzugekommen sind:
Deutschland von 110 auf 114 TpM, also plus 4
Belgien von 842 auf 848 TpM, also plus 6
Dänemark von 106 auf 112 TpM, also plus 6
Österreich von 80 auf 88 TpM, also plus 8
Kanada von 236 auf 245 TpM, also plus 9
Schweiz von 229 auf 239 TpM, also plus 10
Luxemburg von 186 auf 197 TpM, also plus 11
UK (ekl. abw. Datenbasis) von 605 auf 618 TpM, also plus 13
Niederlande von 359 auf 372 TpM, also plus 13
Schweden von 567 auf 581 TpM, also plus 14
Italien von 581 auf 597 TpM, also plus 16
Auch wenn jede/r Gestorbene eine/r zuviel ist, kann man schon sagen, dass diese Länder die COVID19-Pandemie hinsichtlich der tödlichen Folgen im August und September im Griff hatten.

b) Staaten mit (im August und September 2020) deutlich mehr Todesfällen (mehr als 20 TpM zusätzlich)

Polen von 45 auf 66 TpM, also plus 21
Tschechien von 35 auf 58 TpM, also plus 23
Frankreich von 463 auf 487 TpM, also plus 24

Spanien von 608 auf 672 TpM, also plus 64
USA von 465 auf 633 TpM, also plus 168

Drei Nachbarstaaten Deutschlands haben im August und September deutlich mehr COVID19-Tote registriert.
Spanien und (eklatant) die USA haben diese gravierendste Folge der Pandemie auch im Sommer nicht im Griff gehabt.

2. Aktualisierte Diagramme

Während trotz steigender Zahlen positiv Getesteter in dne meisten beobachteten Staaten die Sterbezahlen nicht auffälig erhöht  sind, kann man bei Spanien und Frankreich erneut ansteigende und in den USA stagnierend hohe Sterbezahlen ablesen.

Update 7.10.2020

Aktualisierung der Diagramme und ein neues Diagramm. Während in Deutschland, Schweden und Italien die Sterbezahlstatistik weiterhin beruhigend niedrig erscheint, steigt die Anzahl der tödlichen Verläufe wieder in UK, Frankreich und Kanada (sowie in Südamerika) und bleibt nach wie vor auf (zu) hohem Niveau in den USA.

Ich bin weiterhin der Ansicht, dass die Infektionszahlen nicht viel taugen für überregionale, nationale, internationale und historische Vergleiche und habe deshalb auch wenig Verständnis für die Konkurrenz der Bundesländer um (niedrige) Infektionszahlen.

Um den Effekt der Testhäufigkeit aus der Statistik herauszuhalten, hat Kevin Drum nun einen Blick auf die Prozentsätze der positiven Tests (Anteil an allen Tests) geworfen. Das Ergebnis sehen Sie in dem neuen Diagramm. Kevin Drum kommentiert :

How are the rich countries of Europe and North American doing on the coronavirus? This is surprisingly hard to answer. You can look at cases, but they depend a lot on how much testing you’ve done. What’s more, cases don’t seem to correlate very well with deaths anymore.

So how about deaths? That’s better, but still far from perfect since there’s an increasingly open dispute about what counts as a “COVID-19 death.” Plus, deaths are a lagging indicator, as they’ve always been.

So how about share of positive tests? This is the percentage of all COVID-19 tests that come back positive, and epidemiologists say that it needs to be below 5 percent before you can tentatively say you have things under control. During the initial April outbreak, the positive test rate was as high as 20-25 percent in some countries (it peaked at about 18 percent in the US).

Needless to say, this is not a perfect metric either. If you test only people who are already showing symptoms, you’ll have a high rate. If you test everyone in a city, you’ll probably have a low rate. However, most countries are testing at a rate of 1-2 per thousand people, with a few outliers above and below that, which makes the positive test rate a decent look at how things are shaping up.

The chart shows that a few countries are in terrible shape and should probably be locking down everything in sight. Another group of countries is in OK shape but obviously on the rise. And then there’s good old Germany, with a low positivity rate and a fairly flat curve.

The United States doesn’t look good on this metric. We’ve been on the rise for the past two weeks and we broke the 5 percent barrier a few days ago. Winter is coming.

Ich halte diese Angaben für nur mit großen Vorbehalten für interpretierbar, da bei der jeweiligen Teststrategie in unterschiedlicher Weise auf Anhaltspunkte für eine Infektion Rücksicht genommen wird. Wenn man  beim Testen anstrebt, möglichst die "Richtigen" zu testen, und dabei auf Kontakte, Gefährdete und symptomatische Personengruppen Rücksicht nimmt, dann könnte man auch sagen, eine höhere Prozentzahl spreche nicht unbedingt für eine größere Gefährdung, sondern für eine bessere Teststrategie.  Man kommt nicht drum herum: Nur das Testen von repräsentativen Zufallsstichproben kann über die wirkliche Anzahl der Infektionen Auskunft geben, alle anderen Versuche, die Daten zu deuten, haben erhebliche Einwände gegen sich. Unabhängig davon sind die dargestellten Unterschiede in der positiven Testrate beeindruckend.

Update 12.10.2020

Die mit der steigenden Anzahl positiver Testergebnisse nach einem relativ ruhigen Sommer auch wieder durchgesetzten, geplanten oder diskutierten Maßnahmenpakete stoßen inzwischen in Deutschland auf immer mehr (teilweise gut verständlichen) Überdruss und Skepsis. In der aktuellen Diskussion sagen auch manche Verfassungsrechtsexperten, die Maßnahmen, insbesondere die Art von Geschäfts-Lockdown und Ausgangsbeschränkungen im März/April, seien mit dem Grundgesetz nicht vereinbar (gewesen). Hierbei kommt es m.E. stark auf die Perspektive an: Mit dem heutigen Wissen können wir einige Maßnahmen und ihre Wirksamkeit sowie die Gefährlichkeit des Virus wesentlich besser einschätzen als Mitte März. Das Vorsorgeprinzip hat damals aber geboten, schnell Maßnahmen einzuführen, die sich in der Rückschau möglicherweise als unverhältnismäßig herausstellen. Aber das ist einfach die notwendige Folge einer Politik, die Gefährdungen möglichst effektiv eindämmen will und muss. Sich jetzt hinzustellen und die Regierung(en) allgemein für ihre Entscheidungen Mitte März zu kritisieren, sorgt in Talkshows für billig erworbenen Applaus, ist aber eigentlich unwürdig (ich beziehe mich auf einen im Netz kursierenden Auftritt meines Kollegen Lepsius). Auch mit dem Argument, die Maßnahmen würden allgemein nichts bringen, da dennoch fast alle irgendwann infiziert seien, bevor ein Impfstoff weite Verbreitung finden könne, liegt man m.E. völlig schief.

Die Wahrnehmung, dass "die Maßnahmen nichts bringen", wird doch eindrücklich - gerade in Deutschland! - durch die Diagramme oben und diverse Vergleichsuntersuchungen widerlegt.

Dass gerade in Deutschland so viele Menschen nun auf die Idee kommen, die Maßnahmen seien sinnlos und deshalb sollten sie ganz unterlassen werden, ist angesichts der Beobachtungen etwa in den USA, aber auch in anderen Staaten, in denen zu spät, nicht konsequent genug oder gar keine Maßnahmen ergriffen wurden, völlig unverständlich. Niemand hat behauptet, durch die Maßnahmen werde das Virus aus der Welt geschafft. Es ging immer nur (und auch heute noch) darum, die Infektionszahlen/Weiterverbreitung so gering zu halten,

dass man

1. Zeit gewinnt, um Wissen zu generieren und Medikamente/Impfstoffe/Behandlungserfahrungen zu entwickeln,

2. die "Kurve flach hält", so dass nicht sehr viele Menschen gleichzeitig (schwer) erkranken,

3. im Ergebnis also Menschenleben schützen kann.

Die ersten beiden Ziele wurden (bislang) in Deutschland erreicht und damit auch zu einem Teil das dritte Ziel. Sicherlich mögen einige Maßnahmen übertrieben erscheinen oder bringen weniger als andere, manche sind nach wie vor auch wissenschaftlich umstritten. Aber eine aufkommende Tendenz, die Maßnahmen seien insgesamt nutzlos und daher verzichtbar, ist geradezu wahnwitzig und erinnert stark an das Verhalten von Trump.

Update 15.10.2020

Die Zahl der positiv Getesteten  steigt in Deutschland wie anderswo stark an. Dieser Anstieg ist zwar nicht vergleichbar mit den Zahlen vom Frühjahr, weil diese neuen Zahlen das Ergebnis wesentlich verbreiteter Testung ist, doch lässt sich ein Anstieg der Infektionen - bei in den letzten Wochen gleichbleibend hoher Testanzahl - nicht mehr ignorieren. Das war vorhersehbar, weil das Virus offenkundig v.a. in Innenräumen verbreitet wird, in denen sich in dieser Jahreszeit wieder mehr Menschen aufhalten. Den Blick auf die Diagramme von Kevin Drum habe ich ergänzt um eine "Lupe" auf die vergangenen Wochen/Monate. Es zeigt sich, dass die Sterbezahlen in den USA nahezu gleichbleibend auf erhöhtem Niveau liegen, in UK, Frankreich und  Italien wieder (leicht) nach oben zeigen und in Schweden und Deutschland noch auf beruhigend geringem Niveau geblieben sind. Offenbar hat aber die Infektionswelle noch nicht die besonders gefährdeten Altersgruppen erreicht. Die letzten Tage zeigen jedoch, dass auch in Deutschland die Sterbezahlen wieder leicht steigen (von Zahlen im einstelligen Bereich/Tag auf ca. 30/Tag heute und gestern).

Ein kleiner Seitenblick auf die Nachbarländer: Polen und Tschechien, die bisher (bezgl. der Sterberaten) sehr gut durch die Pandemie gekommen sind, zeigen seit Herbstbeginn ein erhebliches tödliches Risiko: In Tschechien sind in den vergangenen zwei Wochen 51 TpM hinzugekommen, in Polen 21 TpM.

Insbesondere die Entwicklung in Tschechien sollte näher betrachtet werden, damit dort gemachte Fehler nicht hierzulande widerholt werden. Hierzu die Schilderung der tagesschau.

Falls, wie nun berichtet wird, die Zahl der positiv Getesteten auch in DE weiter steigt, wird aber bald eine Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter nicht mehr flächendeckend möglich sein und dann, so die Befürchtung, werden auch Menschen der gefährdeten Altersgruppen wieder vermehrt infiziert werden. Insofern kann ich die Sorge der Politik nachvollziehen, die sich in der derzeitigen erneuten Verschärfung von Maßnahmen niederschlägt.

Update 18.10.2020

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Eine Steigerung der Sterbefallzahlen ist auch in Schweden (0,6 TpM pro Tag) und Deutschland (0,4 TpM pro Tag) messbar, zeigt sich aber im Diagramm noch nicht so deutlich wie in Italien (knapp 1 TpM pro Tag), Frankreich (1,5 TpM pro Tag) und UK (knapp 2 TpM pro Tag). Geringe Sterberaten (weniger als 1 TpM pro Tag) sind auch in unseren Nachbarländern Österreich, Dänemark, Luxemburg, Schweiz und Niederlande zu beobachten. Wesentlich höhere Sterbezahlen werden aus unseren östlichen Nachbarländern gemeldet: Tschechien (knapp 7 TpM pro Tag), Polen (knapp 4 TpM pro Tag). Beide Staaten waren im Frühjahr von Corona-Toten weitgehend verschont geblieben.

In der jüngsten Zeit wird wieder stark über den erneuten exponentiellen Anstieg der Neu-Infektionszahlen in Deutschland gesprochen und geschrieben. Teilweise werden dabei unangemessene Vergleiche mit den Zahlen aus dem Frühjahr angestellt. Teilweise wird aber auch richtigerweise erwähnt, dass der Anstieg mit der Erhöhung der Testanzahl zusammenhängt. Einige meinen, dass möglicherweise gar kein realer Anstieg zu verzeichnen sei. Das Phänomen ist aus der Kriminologie bekannt: Wird etwa ein existierendes Verbrechensphänomen zunächst jahrelang tabuisiert (wie etwa der sexuelle Kindesmissbrauch) und deshalb kaum angezeigt, bricht aber später das soziale Tabu und es kommen viele Fälle zur Anzeige, kann das in der Hellfeldstatistik den Eindruck erzeugen, als seien plötzlich viel mehr Taten hinzugekommen und es gebe eine enorme Steigerung, obwohl in Wahrheit nur das bisherige Dunkelfeld aufgehellt wird. Vorsicht: Der Vergleich mit der Inzidenz einer Infektion ist nicht ganz treffend, aber er zeigt das Problem auf.

Ein interessanter Versuch, dieses Problem zu umschiffen, ist die Berechnung/Schätzung von Infektionszahlen aufgrund der Todeszahlen, wenn man eine konstante IFR (infection fatality rate) zugrunde legt. Das ist allerdings eine bloße Modellierung, die eben als Konstante die IFR setzt, die vermeintlich sicherer ist, weil man sie aus verschiedenen empirischen Untersuchungen herleiten kann. Das oben wiedergegebene Modell (Dank für die Genehmigung an Otmar Scherer-Gennermann, auf Twitter bekannt unter „Otmar S“,) geht von einer IFR von 0,48 % aus und zeigt, dass die Infektionszahlen im Frühjahr zu einem größeren Teil im Dunkelfeld verblieben sind und die heutigen Infektionszahlen (modelliert an der gleichbleibenden IFR) noch wesentlich geringer sind. Dennoch lässt sich derzeit eine Steigerung der Kurve durchaus ablesen. Es ist kein reiner Dunkelfeldeffekt, sondern eine reale (noch geringe) Steigerung der Infektionen. Die Einwände hat Otmar S. gleich mitgeliefert: Die Kurve ist nicht altersbereinigt und sie sähe anders aus – wesentlich höhere Zahlenwerte –, wenn die IFR geringer wäre. In der Tat besteht über die IFR keine wissenschaftliche Einigkeit und sie wird je nach Altersstruktur der betr. Gruppe, unterschiedlich ausfallen. Die derzeitigen seriöseren Schätzungen liegen zwischen 0,13 % und 1%. Ich betrachte das Modell also mit einer gewissen Skepsis. Ob diese berechtigt ist, wird sich möglicherweise in den nächsten Wochen noch herausstellen.

Update 22.10.2020

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Nun zeigt sich deutlich der Vorteil des Blicks auf die Sterbezahlen im Unterschied zu den teilweise weit auseinanderlaufenden Zahlen der positiv Getesteten in den einzelnen Staaten. Da die positiv Getesteten vermutlich eine ganz andere Altersstruktur aufweisen als im Frühjahr, ist der Vergleich der Infektionszahlen in zeitlicher Hinsicht zur Beurteilung der Gefährlichkeit weiterhin nicht sinnvoll. Die Fixierung der Medien auf die Infektionszahlen führt aber nun regelmäßig zu genau diesem Vergleich ("mehr als im April", "höchste Zahl von Neuinfektionen überhaupt" etc.).

Dass das Virus aber nicht etwa ungefährlich geworden ist, zeigt sich daran, dass - innerhalb der beobachteten Staaten bislang v.a. in UK, Frankreich und Italien -  auch die Sterbezahlen wieder ansteigen. In den USA sind sie weiter auf relativ hohem Niveau.

Im Nachbarland Tschechien (ich habe einmal das Diagramm von Worldometer hinzugefügt) ist das besonders krass zu sehen. Mittlerweile sterben dort 11 Menschen pro Million der Bevölkerung täglich (!). Ich habe im Länderüberblick auf worldometer kein Land entdeckt, bei dem die Anzahl der Toten stärker steigt als in Tschechien.

Bei exponentieller Verbreitung des Virus wird (vermutlich und hoffentlich in geringerem Umfang) auch die Sterberate  in Deutschland wieder ansteigen. Im Moment liegt diese Zahl noch bei 0,8 TpM täglich.

Bleiben Sie gesund!

 

Update 24.10.2020

Ich habe das aktuelle Diagramm von Kevin Drum übernommen. Das andere Diagramm zeigt die am stärksten betroffenen Staaten (Bevölkerung > 1 Million) nach Toten pro Million mit Peru und Belgien an der Spitze. Aktuell (Mitte/Ende Oktober 2020) am stärksten betroffen ist allerdings Tschechien mit 10-12 TpM am Tag (!).

Update 27.10.2020

1. Wie hoch/niedrig ist die Sterblichkeit?

Sehr viel mediale Relevanz hat die Studie von Ioannidis bekommen, die unter Berücksichtigung vieler Studien zu COVID19 eine geringere IFR ermittelte als bisher angenommen. Hier der Artikel von n-tv dazu.

Ein sehr hilfreicher Artikel zum Verständnis der Sterblichkeits-Zahlen ist m.E. dieser hier (von einem Biologie-Blog)

CFR, IFR, and You: What is the true COVID-19 death rate?

Er wurde schon Ende Juni veröffentlicht, hat aber auch Gewicht zur Beurteilung der neuesten Veröffentlichung von Ioannidis.

Im Grunde  geht es um dieselben Zusammenhänge, die ich schon in meinem ersten Beitrag (ganz oben, also am 29. März) angesprochen habe: Bewegen wir uns in einem bislang unbekannt großem Dunkelfeld, hängen alle Zahlen und Werte, die mit der Anzahl der Fälle zu tun haben, davon ab, wie viele Fälle im Hellfeld erkannt/registriert werden. Sofern aber die Registrierung mit der Schwere der Fälle zu tun hat, werden im Dunkefeld immer viel mehr leichtere Fälle vorhanden sein als im Hellfeld.

Eine Analogie aus der Kriminologie:

Will man herausfinden, wie viele Gewaltdelikte tödliche Folgen haben (nennen wir es "Tödlichkeit der Gewaltdelinquenz"), und wertet dementsprechend die Kriminalstatistik aus und zählt dort alle Gewaltdelikte zusammen, die in einem Jahr registriert wurden (also von Körperverletzung über Sexualdelikte bis hin zu Mord, einschließlich aller registrierten Versuche), dann wird man einen Bruch erhalten (auch als Prozentzahl darstellbar), den man künftig als "Tödlichkeit der Gewaltdelinquenz in Deutschland" verbreiten könnte. Warum tut das niemand in der Kriminologie? Weil wir wissen, dass diese Rate völlig unsinnig ist, solange man von einer viel höheren  Anzahl von Körperverletzungsdelikten ausgehen muss, die gar nicht bekannt werden (Dunkelfeld). Und im Dunkelfeld verbleiben mit viel größerer Wahrscheinlichkeit die leichteren Delikte, die also mehrheitlich von vornherein nicht annähernd lebensgefährlich sind. Da die Gesamtzahl der Delikte im Nenner des Bruchs (unten) steht, hängt der Wert der tatsächlichen Tödlichkeit aber entscheidend davon ab, wie viele Gewaltdelikte überhaupt gezählt werden.

Zurück zur Pandemie: Auch hier wissen wir nicht die tatsächliche Anzahl der Infektionen, und zu Beginn werden wir die eher schlimmeren symptomatischen Fälle registrieren. Je mehr wir aber über das Virus wissen und auch die symptomfreien Infektionen und solche mit leichteren Symptomen erfassen, desto geringer wird die Zahl "Sterblichkeit" (IFR), die ebenfalls ein Bruch ist, bei dem die Anzahl der ermittelten Fälle im Nenner stehen. Daher ist es überhaupt kein Wunder oder nichts besonderes, dass die Sterblichkeit des Virus sich mit Anzahl und Verbreitung der Tests stark verkleinert: Immer mehr und immer auch leichtere Fälle erhöhen jetzt den Nenner. Es kommen im Vergleich zum kriminologischen Beispiel noch einige weitere Punkte hinzu, die die Sache nicht vereinfachen: Bei der Pandemie  liegt auch der Zähler des Bruchs (also die Anzahl der Todesfälle) teilweise im Dunkelfeld, nämlich soweit Todesfälle existieren, die gar nicht als COVID19-Fälle erfasst wurden. Bei der Pandemie ist zudem die Zuverlässigkeit der Tests unterschiedlich, je nachdem, ob ein gerade positiv Infizierter getestet wird oder (nachträglich) getestet wird, ob eine Person früher einmal infiziert war - letztere Tests (auf Antikörper) haben eine höhere falsch-positiv-Rate, sie überschätzen also die Infektionsrate. Letzteres Problem gibt es - analog - übrigens auch in der Kriminologie, da ein gewisser Anteil der polizeilich erfassten Fälle sich später als nicht real herausstellt (Falschanzeigen, falsche Verdächtigungen, polizeiliche Ermittlungsfehler).

Ein Vergleich von COVID19 mit der Influenza ist insofern bislang wenig aussagekräftig als die Influenza-Zahlen nicht auf Tests beruhen, sondern auf nachträglichen Schätzungen.  Nach bisherigem - auch dem reduzierten Stand nach der Ioannidis-Publikation, ist aber nach wie vor eine höhere Gefährlichkeit des COVID19-Virus anzunehmen.

2. Aktualisierungen der Diagramme

Deutschland verzeichnet in der zweiten Welle bisher(!) eine nur gering erhöhte Anzahl an Toten pro Tag, anders v.a. Frankreich und UK. Auch die Zahlen in den USA (bislang stagnierend auf hohem Niveau) steigen wieder. Dass, wie Trump sagte, man in den USA jetzt "die Kurve kriegt" ("rounding the corner") , ist leider eine glatte Lüge. Die letzte Woche schon schlimme Lage in Tschechien hat sich noch einmal verschärft, zuletzt wurden 16 TpM an einem Tag (!) gemessen. Diejenigen, die man im Frühjahr durch harte Maßnahmen retten konnte, sterben jetzt.

Update 29.10.2020

Kurz vor dem sogenannten "Lockdown light", der ab Montag gelten soll und wieder viele kleinere und mittlere Unternehmer (zB Künstler, Gastronomen, Hoteliers) sowie uns allen, die wir diese Angebote gerne nutzen treffen wird, erreichen uns auch wieder etliche widersprüchliche Stellungnahmen.

Zum einen wird von ernstzunehmenden Wissenschaftlern immer noch bzw. nach wie vor beklagt, die steigenden Infektionszahlen seien keineswegs als Indikator für die aktuelle Gefährlichkeit anzusehen. Auch die (bisherige) Intensivbettenbelegung zeige keineswegs, dass ein nationaler Gesundheitsnotstand bevorstehe. Dementsprechend hat sich mein Regensburger Kollege Kuhbandner, mit dessen kritischen bis skeptischen Ausführungen ich mich schon mal im Frühjahr auseinandergesetzt habe (siehe oben) jüngst geäußert (LINK). Seine Darstellung läuft darauf hinaus, dass trotz der hohen Infektionszahlen (die er zu einem großen Teil auf Falsch-Positive Messungen zurückführt) eben in Deutschland derzeit auch keine besonders erhöhte Gefahr für das Gesundheitssystem bestehe, überrollt zu werden. Ein zweiter Lockdown, so wohl sein Resultat, sei unnötig. 

Seine ausschließliche Bezugnahme auf Deutschland ist mein stärkster Einwand gegen diese Darstellung: Kuhbandner schildert die Lage so, als sei Deutschland nicht mitten in Mitteleuropa gelegen, sondern auf einem Inselkontinent. Aber immerhin lässt sich sein Artikel auch positiv lesen (obwohl er dies wohl nicht so beabsichtigt): Es ist noch nicht zu spät für Maßnahmen, wir können sie ergreifen, bevor es auf den Intensivstationen "akut" wird und wir könnten in Deutschland erneut - wie schon im Frühjahr - relativ gut mit der Krise umgehen, so dass sie hierzulande glimpflich verläuft. Ob die angekündigten Maßnahmen die richtigen sind, da bin ich selbst ratlos und froh, nicht entscheiden zu müssen.

Leider gibt es auch bei ausschließlicher Betrachtung der Sterbeziffern eine negative Nachricht:

Erstmals nach vielen Monaten sind in Deutschland gestern wieder mehr als 1 TpM (Tote pro Million) TpM coronabedingte Todesfälle gezählt worden, nämlich 96 an einem Tag. Wegen des 7-Tages-Durchschnitts oben auf dem Diagramm ist das dort noch nicht erkennbar. Aber es ist eine deutliche Steigerung gegenüber der vorherigen Woche, in der nur ca. 0,5 TpM registriert wurden. Nach wie vor am meisten Todesfälle werden derzeit ("akut") in Tschechien gemeldet, nämlich mit 128 Todesfällen weiterhin mehr als 12 TpM (weltweiter Spitzenwert).

Update 1.11.2020

1. Aktualisierungen der Diagramme

Kurz vor der Wahl hat Präsident Trump mehrfach geäußert, man sei nun dabei das Virus in den Griff zu bekommen ("rounding the corner"). Dies stimmt anhand der Zahlen nicht. In den USA ist es insgesamt nicht gelungen, im Sommer die Sterbezahlen auf Null zu reduzieren wie in den meisten westlichen Staaten. Und auch jetzt steigen die Zahlen wieder an. Nun behauptet Trump ohne Beleg, die Ärzte würden fälschlich COVID-Todesfälle registrieren. Nun ja.

2. Wie gut gelang es den beobachteten Staaten im Oktober, Todesfälle zu vermeiden?

Ich habe mich hier einmal auf den "Ausbruch der zweiten Welle"  und - wie zuvor - dafür auf die Sterbezahlen in 16 Staaten im Oktober 2020 konzentriert. Dabei geht es um die Vergleichszahl Tote pro Million der Bevölkerung (TpM), die ich dem Datensatz des worldometers entnommen habe (leicht abweichend von den bei Kevin Drum angegebenen Daten).

Allgemein ist im Oktober neben den eklatant steigenden Zahlen positiv Getesteter auch ein stärkerer Anstieg der registrierten COVID19-bezogenen Sterbezahlen festzustellen, aber letztere Zahlen fallen sehr unterschiedlich aus.

a) Staaten, in denen im Oktober 2020 bis zu 20 TpM hinzugekommen sind:

Schweden von 581 auf 587 TpM, also plus 6
Deutschland von 114 auf 126 TpM, also plus 12
Dänemark von 112 auf 124 TpM, also plus 12

b) Staaten, in denen im Oktober 2020 zw. 21 und 50 TpM hinzugekommen sind:

Kanada von 245 auf 268 TpM, also plus 23
Schweiz von 239 auf 265 TpM, also plus 26
Österreich von 88 auf 123 TpM, also plus 35
Italien von  597 auf 639 TpM, also plus 42

c) Staaten, in denen im Oktober 2020 zw. 51 und 100 TpM hinzugekommen sind:

Luxemburg von 197 auf 249 TpM, also plus 53
Niederlande von 372 auf 431 TpM, also plus 59
UK von 618 auf 685 TpM, also plus 67
Frankreich von 487 auf 563 TpM, also plus 76
USA von 633 auf 712 TpM, also plus 79
Polen von 66 auf 149 TpM, also plus 83
Spanien von 672 auf 767 TpM, also plus 95

d) Staaten, in denen im Oktober mehr als 100 TpM hinzugekommen sind:

Belgien von 848 auf 987 TpM, also plus 139
Tschechien von 58 auf 303 TpM, also plus 242

Feststellungen:

Überraschend gut ist bislang Schweden mit der Herbstwelle zurechtgekommen. Trotz auch hier stark steigenden Infektionszahlen ist es in Schweden diesmal bislang wesentlich besser gelungen, seine Risikogruppen zu schützen.
Deutschland, Dänemark und Österreich schneiden bislang insgesamt am besten ab. Sie hatten relativ niedrige Todesraten sowohl im Frühjahr und nun auch zum Herbstbeginn. Dass sich dies leider sehr schnell ändern kann, zeigt sich an drei anderen Nachbarn Deutschlands.
Krass ist die Entwicklung in Belgien und v.a. Tschechien. Unser östliches Nachbarland hat (eingeschränkt gilt dies auch für Polen) nach einem sehr günstigen Verlauf im Frühjahr nun die weltweit höchsten Sterbezahlen, allein im Oktober sind in Tschechien rund doppelt so viel Tote pro Million zu verzeichnen wie in Deutschland seit Beginn der Pandemie.

 

Update 5.11.2020:

1. Dunkelfeldstudie München, Ergebnisse:

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über die Ergebnisse der Münchener Dunkelfeldstudie, die die erste Welle im Frühjahr erfasst.

In den Monaten, in denen die Untersuchungsteams in München unterwegs waren, registrierte das Gesundheitsamt der Stadt 6584 Infektionen - ein Anteil von 0,4 Prozent der Stadtbevölkerung. Schon damals wurde vermutet, dass es eine hohe Dunkelziffer geben könnte, denn nicht jeder Infizierte entwickelt auch Symptome. Die LMU-Studie versuchte, Licht in dieses Dunkel zu bringen, indem sie ihre Probanden auf Antikörper untersuchte. Diese zeigen an, ob der Körper versucht hat, sich gegen einen Eindringling zu wehren. Antikörper sind auch nach Abklingen der Infektion noch vorhanden. Durch die Tests und verschiedene statistische Methoden fanden die LMU-Forscher heraus, dass die Zahl der tatsächlich Infizierten wohl bei etwa 1,8 Prozent liegt - das würde also bedeuten, dass rund 25 000 Münchner die Infektion durchgemacht haben, auch wenn viele vielleicht nichts davon bemerkten. (...)

Um die Sterblichkeitsrate zu überprüfen - sie wird immer wieder herangezogen, um die Gefährlichkeit des Virus zu relativieren oder zu leugnen -, haben die Forscher die sogenannte Übersterblichkeit in den Monaten März bis Juni betrachtet, also das Mehr an Toten im Vergleich zu den gleichen Zeiträumen der Vorjahre, und sie mit der Zahl der offiziellen Corona-Toten verglichen. Die beiden Kurven liegen fast deckungsgleich übereinander, beide mit einem Höhepunkt gegen Ende April, Anfang Mai. "Es gibt für diese Übersterblichkeit keine andere vernünftige Erklärung als das Virus", sagt Michael Hölscher, und: "Das zeigt auch, dass die Ärzte in den Kliniken supergut zugeordnet, registriert und gemeldet haben."

(...)

Die Sterblichkeitsrate einigermaßen sinnvoll zu berechnen, war bislang auch schwierig, weil eine grundlegende Zahl, eben die der tatsächlich Infizierten, mehr oder weniger unbekannt war - wenn die Zahl der Todesfälle gleich bleibt, aber die der Infizierten höher ist als angenommen, dann ist die Sterblichkeitsrate niedriger als vermutet. Ausgehend von den Antikörper-Befunden in der Testgruppe und den gemeldeten Todesfällen errechnet die Studie eine Sterblichkeitsrate von 0,76 Prozent - das heißt, dass von 10 000 Infizierten 76 sterben. "Das ist um ein Vielfaches höher als die Rate bei saisonalen Grippe-Infektionen", sagt Michael Hölscher. "Dort bewegt sie sich im Promillebereich."

 

2. Aktualisierte Diagramme

Auf dem Diagramm von Kevin Drum ist inzwischen der Anstieg der Todesfälle in Deutschland deutlich erkennbar,  deutlich über 1 TpM täglich. Im Nationenvergleich ist dies immer noch recht wenig, wie etwa am Nachbarland Österreich zu erkennen ist, das DE inzwischen "überholt" hat. Auch in Schweden steigt mittlerweile die Zahl der Todesfälle. Wenn nun darüber spekuliert wird, wie lange die gemessenen Infektionszahlen noch steigen, nachdem die Beschleunigung des Wachstums offenbar nachlässt: Im Frühjahr dauerte es in fast allen Staaten etwa 12 bis 15 Tage, bis auch die täglichen Sterbezahlen den Höhepunkt erreicht hatten;
in Deutschland gab es am 27. März: 6933 neue Infektionen, am 8. April: 333 Tote, das waren die jeweiligen Höchstzahlen. Derzeit bewegen sich (infolge der wesentlich verbreiteteren Tests) die Zahlen so: 3x so hohe Neuinfektionen, knapp halb so viele Tote täglich.  

Ein Blick noch auf unser Nachbarland Tschechien: Nach wie vor werden hier die höchsten Sterbezahlen weltweit gemessen: Gestern waren es 25 TpM! Tschechien ist auf dem obigen Diagramm der kumulierten Todesfälle in einem Monat von weit unterhalb der Rangfolge auf  mittlerweile Platz 27 der am meisten betroffenen Staaten vorgerückt.

Update 13.11.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert. In Deutschland zeigen nun auch die Todesfälle eine steigende Tendenz auf mittlerweile über 2 TpM täglich. Damit rückt der Höchstwert aus dem Frühjahr auch bei den Todesfällen in bedenklliche Nähe. Im Vergleich mit Italien und Frankreich, wo sich bei den Todesfällen ein ähnlich starker Anstieg wie im Frühjahr zeigt, mag das Geschehen in Deutschland immer noch "beruhigend" erscheinen. Auch in Schweden nimmt die Sterblichkeit zu, wenn auch noch geringer als in Deutschland. Aber die schwedische Hoffnung, durch weniger einschneidende Maßnahmen im Frühjahr das Geschehen im Herbst besser zu gestalten, scheint auch dort nicht unbedingt bestätigt zu werden. In Tschechien ist die Sterberate immer noch sehr hoch, allerdings  niedriger als in der vergangenen Woche. 

Update 18.11.2020

Nach langer Zeit gibt es wieder aktuelle Daten auf shinyapps, so dass ich die Grafik mit der Entwicklung der Corona-Todesfälle, die ich schon im Frühjahr/Sommer regelmäßig eingestellt habe, noch einmal produzieren konnte. Ich habe neben den neun Staaten, die ich seit Ende März beobachte, nun noch drei Nachbarstaaten (Dänemark, Österreich und Polen) ergänzt. Werte von Tschechien (gehört jetzt zu den Staaten, die mehr als 600 TpM aufweisen) sind in shinyapps leider nicht verfügbar.
Von den schon im Frühjahr stark betroffenen Staaten im oberen Drittel der Grafik sind wiederum alle von der zweiten Welle betroffen mit der Ausnahme von Schweden, wo zwar die Todeszahlen auch steigen, aber (bislang) nicht stark. Sorge macht vor allem Italien. Von den Staaten im Mittelfeld sind alle außer Canada ebenfalls von stark steigenden Sterbeziffern betroffen, insbesondere die Schweiz. Von denjenigen Staaten, bei denen es im Frühjahr glimpflich ausging, sind Polen und Österreich nun wesentlich stärker betroffen, während Deutschland und Dänemark (bislang) von stark steigenden Todeszahlen verschont geblieben sind.

Bei der anderen Darstellungsweise (tägliche Sterbezahlen, 7-Tages-Mittelwerte) von Kevin Drum lässt sich dies hinsichtlich sechs der Staaten genauer betrachten: Die Kurve steigen überall an, in Italien und Frankreich sogar mit einer ähnlich starken Steigung wie im Frühjahr, in den anderen Staaten etwas abgemildert im Vergleich zum Frühjahr. Keine distinkten Wellen sind nach wie vor in den USA zu erkennen, hier liegt die tägliche Sterberate (TpM) seit dem Sommer kontinuierlich etwa auf dem Niveau des  Höchststands (April) in Deutschland. Gestern lag lt. Worldometer-Daten in Deutschland die tägliche Todeszahl mit 357 erstmals höher als im April, es steht also zu befürchten, dass Deutschland eine ähnliche Entwicklung durchmacht wie zuvor Österreich.

Update 20.11.2020

Aus den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum lässt sich erkennen:

Italien (bei 10 TpM), Frankreich (bei 9 TpM), UK (bei 6 TpM) zeigen Anzeichen einer Plateaubildung der täglichen Sterbefälle auf hohem Niveau. Schweden und Deutschland liegen derzeit bei 4 TpM, aber eine Abschwächung ist in beiden Ländern noch nicht erkennbar, in den USA zeigt sich jetzt erst ein stärkerer Anstieg. Inzwischen wird aus Schweden berichtet, dass man dort härtere Maßnahmen ergreift, die den in Deutschland derzeit geltenden recht ähnlich sind. An der Grafik mit den kumulierten Todesfällen seit Beginn der Pandemie erkennbar (ebenso beim Diagarmm mit den am stärksten betroffenen größeren Staaten): Österreich hat nun Deutschland bei den kumulierten Todesfällen weit hinter sich gelassen. Das einzige (allerdings kleine) Nachbarland, das bezüglich der Todesfälle besser dasteht als DE, ist Dänemark. 

Update 26.11.2020

Ich habe zwei der Diagramme aktualisiert. Erkennbar ist, dass in Frankreich und UK der "Peak" der Todesfälle offenbar erreicht ist, in den anderen vier Staaten steigen die Todesfälle weiterhin an.
Von Deutschlands Nachbarstaaten ist nach wie vor nur Dänemark weniger von der Herbstwelle betroffen, insbesondere Polen und Tschechien liegen nun in der Todesfallstatistik weit vor Deutschland. Innerhalb der EU macht aktuell Bulgarien eine sehr heftige Entwicklung durch (um 20 TpM pro Tag).

Ich habe noch ein weiteres Diagramm zur Verfügung gestellt. Es stammt von John Burn-Murdoch, dem Datenjournalisten der Financial Times. Hier werden die Wellen von Infektionen/Hospitalisierungen und Todesfällen einander gegenübergestellt. Ein Haken wird angebracht, wenn der Peak der jeweiligen Welle erreicht ist.

Update 29.11.2020

Wie tödlich ist die Herbstwelle?

Wochenendbedingt habe ich schon heute die Zahlen zusammengestellt mit den (bislang) im November aufgetretenen Sterbefällen (Tote pro Million der Bevölkerung, TpM), die Daten stammen vom worldometer. Die nachfolgende Aufstellung beinhaltet wie zuvor die Nachbarstaaten Deutschlands und einige westliche Industriestaaten mit vergleichbarer Infrastruktur. Wie im Frühjahr zeigt sich, dass die Staaten sehr unterschiedlich von der Pandemie betroffen sind, bzw. mit ihr zurecht gekommen sind, wenn man die Todesziffern betrachtet.

a) Staaten, in denen im November 2020 zusätzlich bis zu 90 TpM  registriert wurden, also bis zu 3 TpM täglich

Dänemark von 124 auf 143 TpM, also plus 19 TpM
Kanada von 268 auf 316 TpM, also plus 48 TpM
Deutschland von 126 auf 196 TpM, also plus 70 TpM
Schweden von 587 auf 660 TpM, also plus 73 TpM

b) Staaten, in denen im November 2020 bis zu 180 TpM registriert wurden, also bis zu 6 TpM täglich

USA von 712 auf 821 TpM, also plus 109 TpM
Niederlande von 431 auf 545 TpM, also plus 114 TpM
UK von 685 auf 853 TpM, also plus 168 TpM

c) Staaten, in denen im November 2020 bis zu 270 TpM registriert wurden, also bis zu 9 TpM täglich

Spanien von 767 auf 955 TpM, also plus 188 TpM
Österreich von 123 auf 344 TpM, also plus 221 TpM
Frankreich von 563 auf 798 TpM, also plus 235 TpM
Luxemburg von 249 auf 486 TpM, also plus 237 TpM
Italien von 639 auf 900 TpM, also plus 261 TpM
Schweiz von 265 auf 535 TpM, also plus 270 TpM

d) Staaten, in denen im November 2020 täglich 10 TpM oder mehr registriert wurden

Polen von 149 auf 450 TpM, also plus 301 TpM
Belgien von 987 auf 1418 TpM, also plus 431 TpM
Tschechien von 303 auf 752 TpM, also plus 448 TpM

Feststellungen:

Im Ranking steht Dänemark ganz vorn; als einziger der hier einbezogenen Staaten hat Dänemark die zweite Welle bislang mit nur wenigen Todesfällen bewältigt. Dänemark hat allerdinsg gegenüber DEutschland den Vorteil, praktisch ein (Halb-)inselstaat zu sein mit nur einer direkten Landgrenze.
Noch relativ gut stehen Kanada, Deutschland und Schweden da, auch wenn in Deutschland die Anzahl der täglich Verstorbenen jetzt höher ist als im Frühjahr.

Während Belgien in der zweiten Welle wiederum besonders hohe Todeszahlen zu verkraften hat (dem liegt wohl auch eine eigene Zählweise zugrunde!), fallen Polen und Tschechien völlig aus dem Rahmen, denn diese beiden europäischen Staaten hatten als einzige Nachbarländer Deutschlands im Frühjahr sehr niedrige Sterbefallzahlen aufzuweisen, während sie jetzt zur (weltweiten) Spitze gehören.

Update 3.12.2020

Die Diagramme habe ich aktualisiert:

Die Sterbezahlen in Deutschland und Schweden steigen weiter an.  In Frankreich zeigt sich tatsächlich eine "Trendwende" mit allerdings noch immer wesentlich höheren Sterbezahlen als in DE. Auch der Anstieg  in Italien und U.K.  scheint gestoppt. Aus dem  Diagramm mit der (kumulierten) Todesfallentwicklung lässt sich entnehmen, dass unsere Nachbarn Schweiz und Österreich weiterhin eine sehr beunruhigende Todesfallstatistik zeigen.

 

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In concreto zum Schandbeschluss vm 10.4.2020 1 BvQ 31/20, nicht. In der Tat. Vgl. anderweitig 28.8.2020 und Auswertung dazu. 

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Hooligans in Osteuropa : Mit Gewalt gegen die Corona-Regeln

In Bratislava und Prag haben Hooligans gegen die Corona-Maßnahmen der Regierungen protestiert. Dabei steigen in der Tschechischen Republik die Infektionszahlen exponentiell.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/hooligans-protestieren-in-bratislava-und-prag-17008351.html

Solche Hooligans gibt es hier ja auch .....

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das sind die Widersprüche unserer Zeit: Dass wir soziale Kontakte meiden, aber solidarisch sein sollen. Dass uns steigende Rekordzahlen bei Neuinfektionen nicht schrecken, weil wir ja besser testen. Dass Leichensäcke in Bergamo und New York uns berühren, Horror-Statistiken aus Frankreich und Großbritannien aber nicht. Dass die Freiheit des Einzelnen nicht länger endet, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Dass die Freiheit im Westen zum Risiko wird und die chinesische Unfreiheit zum Schutz. Dass die meisten die Corona-Regeln einhalten, wir aber über jene reden, die das nicht tun. Dass Krawalle bei Anti-Corona-Demonstrationen der neueste Kollateralschaden der Pandemie sind. Dass wir uns auf Antigen-Schnelltests verlassen, die nicht halten, was sie versprechen.

Handelsblatt Morning Briefing 19.10.2020

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Kulturpessimismus oder Herumlamentieren oder Alles schlecht zu reden, ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Gebraucht werden Freude an Wahrheitsfindung (und Freude an ergebisoffener seriöser Wissenschaft), Sachlichkeit, Seriösität, Selbstbeherrschung, Nüchternheit, Verantwortungsbewußsein, Offenheit, Pragmatismus.

Leider sind auch in hochentwickelten demokratischen Ländern (unter anderem auch in Deutschland) Teile der Politik und der Medien und der Bevölkerung noch nicht so weit, sondern Viele lassen sich noch von (leider oft tendeziell rücksichtslosen) Einzelinteressen oder von (leider oft tendenziell selbstgefälligen) Gefühlen leiten.

Grund zum achselzuckenden apathischen Resignieren ist das jedoch nicht, denn immerhin läuft bei uns Vieles besser als zum Beispiel etwa in Brasilien, Mexiko, den USA, Großbritannien, Russland, Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden.

Daß ist der Beweis, daß man mit dem eigenen Verhalten den Lauf der Dinge durchaus beeinflussen kann, auch wenn die Ergebnisse oft enttäuschend und sehr unbefriedigend sind.

Deutschlands Entwicklungstand und unsere Fortschritte und unsere Ethik, schneiden zwar im Vergleich zu manchenen anderen Ländern recht gut ab, aber sie sind ganz offenbar durchaus noch weiter erheblich verbesserungswürdig.

Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Pandemie und im Umgang mit ihr.

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Corona-Liveblog : Irland ruft höchste Warnstufe aus

  • Aktualisiert am 19.10.2020-23:15

Brigitte Macron begibt sich in Quarantäne +++ Ausgangssperre für Berchtesgadener Land +++ Südafrika: Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer +++ Erste Krankenhäuser in England stoßen an Kapazitätsgrenze +++ Alle Entwicklungen im Liveblog. [...]

Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten. Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner. 

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/liveticker-zum-coronavirus-irland-ruft-hoechste-warnstufe-aus-16963069.html

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Schuldenuhr - Bund der Steuerzahler warnt

"Es ist ein trauriger Rekord: Die Schuldenuhr tickt so schnell wie nie in ihrer 25-jährigen Geschichte. Aufgrund der aktuellen Neuverschuldungspläne steigt der gesamtstaatliche Schuldenzuwachs in diesem Jahr auf den Rekordwert von 10.424 Euro pro Sekunde.
Dass Bund und Länder die Schuldenbremse in der Krise ausgesetzt haben, ist nachvollziehbar. Doch jetzt schießen sie mit ihrer Rekord-Neuverschuldung weit über das Ziel hinaus und schaffen sich schuldenfinanzierte Polster für die kommenden Jahre. Dadurch wird die Schuldenbremse missbraucht. Mit neuen Schulden werden zunehmend allgemeine Politik-Wünsche finanziert, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Bewältigung der Pandemie stehen.

Zu den Hintergründen und was der Bund genau plant, lesen Sie hier auf steuerzahler.de."

Spiegel: Neue Fallberichte Man kann sich zweimal mit Corona anstecken - was daraus folgt

In den USA musste ein 25-Jähriger nach einer zweiten Coronavirus-Infektion ins Krankenhaus. In den Niederlanden starb eine 89-Jährige nach einer Reinfektion. Was diese Fälle für Impfungen und Herdenimmunität bedeuten.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-man-kann-sich-zw...

Sars-CoV-2    "Eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe"

20. Oktober 2020, 15:58 Uhr

Von Kathrin Zinkant

Virologen um Christian Drosten warnen davor, das Virus wüten zu lassen, wie es die "Great Barrington Declaration" fordert. Internationale Experten haben einen Gegen-Text verfasst. [...]

Nicht nur die Gesellschaft für Virologie setzt sich deshalb dafür ein, das neue Coronavirus weiterhin so gut wie möglich auszubremsen. Vor wenigen Tagen haben internationale Experten im Fachblatt The Lancet das sogenannte John Snow Memorandum veröffentlicht, das seinerseits deutliche Worte findet. "Die Verbreitung von Covid-19 aufzuhalten ist der beste Weg, unsere Bevölkerungen und Wirtschaftssysteme zu schützen, bis es in den kommenden Monaten sichere, effektive Impfstoffe und Therapeutika geben wird", heißt es in dem Papier. Zu den Unterzeichnern gehören Kapazitäten international anerkannter Universitäten und Institute - vom Imperial College in London und den Universitäten von Oxford, Harvard und Stanford. Auch die Virologen der GfV unterstützen den Text.

 https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-deklaration-massnahmen-drosten-1.5085207

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Update 22.10.2020

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Nun zeigt sich deutlich der Vorteil des Blicks auf die Sterbezahlen im Unterschied zu den teilweise weit auseinanderlaufenden Zahlen der positiv Getesteten in den einzelnen Staaten. Da die positiv Getesteten vermutlich eine ganz andere Altersstruktur aufweisen als im Frühjahr, ist der Vergleich der Infektionszahlen in zeitlicher Hinsicht zur Beurteilung der Gefährlichkeit weiterhin nicht sinnvoll. Die Fixierung der Medien auf die Infektionszahlen führt aber nun regelmäßig zu genau diesem Vergleich ("mehr als im April", "höchste Zahl von Neuinfektionen überhaupt" etc.).

Dass das Virus aber nicht etwa ungefährlich geworden ist, zeigt sich daran, dass - in den beobachteten Staaten bislang v.a. in UK, Frankreich und Italien -  auch die Sterbezahlen wieder ansteigen. In den USA sind sie weiter auf relativ hohem Niveau.

Im Nachbarland Tschechien (ich habe einmal das Diagramm von Worldometer hinzugefügt) ist das besonders krass zu sehen. Mittlerweile sterben dort 11 Menschen pro Million der Bevölkerung täglich (!). Ich habe im Länderüberblick auf worldometer kein Land entdeckt, bei dem die Anzahl der Toten stärker steigt als in Tschechien.

Bei exponentieller Verbreitung des Virus wird (vermutlich und hoffentlich in geringerem Umfang) auch die Sterberate  in Deutschland wieder ansteigen. Im Moment liegt diese Zahl noch bei 0,8 TpM täglich.

Und bei den nächsten wieder höheren Infektionszahlen wird wieder alles von Herrn Sponsel neu gerechnet und dann stehen seine PR-Ampeln wieder auf ROT wie jetzt und auch schon seit vielen Tagen mit viel niedrigeren Infektionszahlen und dann ist der Eintritt ins 10 Quantil bei mehr als derzeit 4090 Neuinfektionen.

Der Informationsgehalt dieser PR-Ampeln geht daher gegen Null, zumal auch kein Bezug auf die Populationsgrösse damit gegeben ist.

Eine völlig irrelevante Zahlenspielerei daher aus Erlangen.

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Am 26. August werden bei Worldometer 7-Tages-durchschnittliche 1.329 Neuinfektionen, am 21. Oktober 7.087 Neuinfektionen für Deutschland angezeigt, die Tageswerte waren 1.428 und 10.457, Vergrösserungsfaktor ca. 7,32 oder 632% mehr,  mit Sponsels Wachstumsraten wrsNInf = 0,034264 und 0,034793 ist der Vergrösserungsfaktor 1.0154, oder 1,54% mehr.

PR-Ampeln stehen auf ROT, also bedeutet das dann wohl keinen Unterschied nach diesen Ampeln, und so geht es dann auch weiter bei steigenden Infektionszahlen mit Herrn Sponsels absurden Rechnungen.

Die kumulierten Zahlen waren 239.000 und 391.355, mit Sponsels Wachstumsraten wrsInf = 0,058416 und 0,048411, die haben also abgenommen, aber unterhalb von 0,15 sollte die Pandemie-Lage stabil sein nach Herrn Sponsel, nachdem mit 0,20 ein Zielkorridor errreicht worden wäre.

Keinerlei Relationentreue und Relevanz also auch noch dabei, das jedoch hätte Herrn Sponsel von Anfang an klar sein müssen, wenn er sich mal mehr mit der mathematischen Statistik und den mathematischen Grundlagen beschäftigt hätte, statt nur wild um sich zu schlagen nach der rechtzeitigen Kritik an dieser ganzen absurden Rechnerei.

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Bereits da stand ja für ganz Deutschland die PR-Ampel des Herrn Sponsel doppelt auf ROT:

(am Mi, 2020-08-26 09:57 ):

Deutschland  Das RKI gibt den Tageswert für Neuinfektionen für Deutschland mit 1576 ROT an. Der 7-Tage-Mittelwert steigt auf 1359 ROT, ermittelt aus.

Zusammenfassung-200825 Bundesländer Tageswerte und 7TageMittelwerte (In Klammer Vorgängeranzahl)

Zus200825-TW:  ROT=4(2), GELB=9(7),  GRÜNGELB=2(5), GRÜN=1(2) Deutschland ROT(ROT) (PR-Datenbasis unterschiedlich)

Zus200825-7TM:  ROT=2(1), GELB=8(8), GRÜNGELB=6(7), GRÜN=0(0), Deutschland ROT(ROT) (PR-Datenbasis ca.12.3.-21.08.2020)

Details am angegebenen Linkort.

Das zeigt die Irrelevanz hinreichend auf.

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Bei einer Notenskala von 1 bis 6, oder bei Bewertungsskalen von 0= nicht      1= kaum      4= mittel      7= gut      9= sehr gut  ist ein Rahmen nach oben vorgegeben, aber nicht bei Infektionszahlen.

Da hat ein Prozent-Rang mit seiner Häufigkeit aller bisher auftretenden absoluten Infektionszahlen  doch keine aktuelle Relevanz mehr.

Das kann doch auch mal abgehakt werden.

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Für die Bürger sind die sogenannten Ampeln des Psychologen Spoensel in der Tat nicht direkt relevant, denn unabhängig davon, ob in der jeweiliegen Stadt seine Ampeln Grün, Gelb oder Rot zeigen, sollten die Bürger in jedem Fall die AHA + L Regeln, also Abstand halten, Hände Waschen, Atemschutzmaske tragen, und Lüften, beachten.

Die sogenannten Ampeln können allenfalls indirekt Relevanz haben, und zwar insofern, daß für die Kreis- und Stadtverwaltungen zum Beispiel Schulschließungen oder Kneipenschließungen bei "Rot" eher in Betracht kommen als bei "Gelb" oder "Grün".

Abstand halten, Hände Waschen, Atemschutzmaske tragen, und Lüften, muß man, solange die Corona-Pandemie andauert, in jedem Fall.

"Gelb" oder auch "Grün" ist für Niemanden eine Rechtfertigung, unvorsichtig oder gar leichtsinnig bzw. leichtfertig zu werden.

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Für die Bürger sind die sogenannten Ampeln des Psychologen Spoensel in der Tat nicht direkt relevant, denn unabhängig davon, ob in der jeweiliegen Stadt seine Ampeln Grün, Gelb oder Rot zeigen, sollten die Bürger in jedem Fall die AHA + L Regeln, also Abstand halten, Hände Waschen, Atemschutzmaske tragen, und Lüften, beachten.

Es gibt zum Glück keine einzige Stadt, die jemals Herrn Sponsels Ampeln verwendete, denn diese geben die relative Gefährdung durch Virusübertragungen nicht wieder. Die bisher verwendeten Warn-Ampeln beruhten immer auf Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohnern, der Inzidenz, denn auch wenn diese wieder in Berlin niedriger werden und dann die Sponselschen PR-Ampeln mal später weider auf GELB, GRÜNGELB oder GRÜN schalten bei einer bestimmten Inzidenz, die für eine bisher kaum belastete Stadt die Sponselsche PR-Ampel aber erstmalig auf ROT schalten lässt, ist eben das statistische Risiko beim Aufenthalt in beiden Städten in etwa gleich, hängt also von dieser Inzidenz ab, und nicht von einer Sponselschen PR-Ampel-Farbe.

Die AHAL-Regeln verringern immer das Risiko von Neu-Infektionen, so wie ein Regenschirm vor dem Nasswerden einen Spaziergänger, aber jeder weiss auch, in Marokko ist das Risiko geringer als in Irland, als Spaziergänger mal nass zu werden.

Denn die statistischen Regenstunden pro Jahr sind sehr unterschiedlich in beiden Ländern, und nur darauf kommt es an.

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Sehr richtig,22:01, Uhr: "Abstand halten, Hände Waschen, Atemschutzmaske tragen, und Lüften, muß man, solange die Corona-Pandemie andauert, in jedem Fall." Nichts wirkt total, aber diese vier Maßnahmen sind plausibel als Eingrenzung. Ich verstehe den Sinn gewisser Leute ,gerade auch der AfD nicht, die genau dagegen wettern.

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Ich verstehe den Sinn gewisser Leute ,gerade auch der AfD nicht, die genau dagegen wettern.

Jetzt aber erst, vorher stand doch der Gesundheitsschutz und die Sorge um Kranke im Fokus.

Wir wollen Ärzte, Pfleger, Schwestern und Therapeuten vor einem System schützen, dass sie durch Druck, Zeitmangel und überbordender Bürokratie zunehmend daran hindert, die Kranken in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen.

 Prof. Dr. med. Axel Gehrke MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion im August 2018 in AfD kompakt.

Wollten eigentlich alle, oder ?

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Zur volkswirtschaftlichen gesamten Bilanzierung der Corona-Pandemie mal diese Hinweise:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/_inhalt.html

Deutschland:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/corona-staatsverschuldung-waechst-2020-weniger-stark-als-gedacht-a-68731724-e1cb-4094-992a-7d3552875854

UK:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/corona-krise-britische-regierung-mit-rekordverschuldung-a-cc8811f0-dfae-42e8-a23a-d593ef20a29d

Zu den Treibern der Pandemie:

https://www.welt.de/wissenschaft/article218413974/Pandemie-Forscher-sehen-drei-Haupttreiber-fuer-Corona-Infektionen.html

Beste Grüsse von der Zahlen- und Faktenfront und von der "Antifa-masta" (den Anti-Fakern & mathematisch Statistoiden) ......

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Nun ja, 01:29, Oberlehrer Lauterbach erhebt sich ja nun auch über den Präsidenten der Bundesärztekammer:https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/karl-lauterbach-fordert-aerztekammer-praesident-klaus-reinhardt-zum-ruecktritt-auf-a-6a846ac7-ed4e-465a-90ae-fab9340d4fc1

Inwieweit Prof. Gehrkes hier dargestelltes Begehren von der Positionierung zur Maskenpflicht abweicht, erschließt sich mir freilich nicht. Ich teile seine Auffassung insoweit jedenfalls, als es wohl um den Kampf um Bürokratie ging. Wer Angehörige in Heilberufen hat, weiß um den Regulationsterror. Einen gewissen Einblick dazu traue ich mir zu - Großvater, Vater, Bruder Apotheker, Mutter und eine Tochter Ärztinnen , eine Tochter Tierärztin.

Zur Zeit wütet der Sperrterror von Heimen und Krankenhäusern gegen Besuche.

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Die Corona-Krise kostet weniger als gedacht

Stand: 22.10.2020

https://www.welt.de/wirtschaft/article218410708/Erst-ein-Drittel-weg-fuer-Scholz-wird-die-Krise-zum-Milliarden-Schnaeppchen.html

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Im Berchtesgadener Land war am Donnerstag, den 22. Oktober die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner wieder sehr hoch bei derzeit 292,6 und der Gesamt-Inzidenz von  827,9.

Sinkt sie wieder auf um die 50 herum, ginge die Sponsel-PR-Ampel mit Sicherheit dort wieder auf GRÜN, da die höchsten Zahlen der täglichen Neu-Infektionen dafür massgeblich sind.

Steigt sie auf den gleichen Wert beim  Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt mit derzeit 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 von 3,6 und Gesamt-Inzidenz von  78,2, oder dem Landkreis Uckermark in Brandenburg mit derzeit 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 von 10,1 und Gesamt-Inzidenz von  67,3, geht deren PR-Ampel dann auf ROT bei gleicher 7-Tage-Inzidenz wie im Berchtesgadener Land, die das Risiko grob widerspiegelt in dieses Landkreisen, nicht dann die PR-Ampel-Farben, einmal GRÜN und woanders ROT bei gleichen 7-Tage-Inzidenzen pro 100.000 EW.

Daher haben alle Städte und Landkreise und Bundesländer ihre Warnampeln auf 7-Tage-Inzidenzen pro 100.000 Einwohner aufgebaut, auch mit anderen Indikatoren kombiniert, wie in Berlin und Rheinland-Pfalz.

Wer das aber nicht auseinanderhalten kann, dass PR-Ampeln nicht Inzidenz-Ampeln sind, der hat die Unterschiede dabei nicht verstanden durch die anhaltenden Desinformationen aus Erlangen.

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Corona PR Ampeln Neuinfektionen Deutschland, Nachbarn & einige andere Regionen. Tagesauswertung 22.10.20. 18v21 ROT * 0v21 GELB * 0v21 GRÜNGELB, 2v21 GRÜN * 1/21 MD * 0/21 nne

https://www.sgipt.org/doceval/epidem/PRA/PRA-Vgl20.htm#Zusammenfassung-Tageswerte

Corona Deutschland: Aktualisierung der Hospitalisierungsampel bis zur 42. KW. Mit 1356 steht sie inzwischen auch auf ROT.

https://www.sgipt.org/doceval/epidem/BL/CorVirA-BL.htm#Hospitalisierungs-Ampel

Corona AKK DE, BL, Kreise 22.10.20: (4.Welle). Gemeldet 11242 Neuinfektionen (RKI). Die Zahl könnte höher sein, weil Bremen mit nur 10 Neuinfektionen wenig realistisch ist. DE & 16 BL ROT. Auch Hospitalisierungampel mit 1356 (42.KW) ROT. Wahrscheinl. weit über 100 Kreise > Obergrenze. In der Breite zunehmend weniger unter Kontrolle.

https://www.sgipt.org/doceval/epidem/BL/CorVirA-BL.htm#AKK-201022

Anmerkung zum zurückgekehrten Mobber. Beachten Sie den bösartigen Dummkopf nicht.

Sponsel am Fr, 2020-10-23 um 14:38 Uhr:

Wahrscheinl. weit über 100 Kreise > Obergrenze.

Heute sind es  genau 198 kreisfreie Städte und Landkreise oberhalb  der Obergrenze von 50.

Aktualisierung der Hospitalisierungsampel bis zur 42. KW. Mit 1356 steht sie inzwischen auch auf ROT.

Auch eine nicht auf die Population bezogene Hospitalisierungs-PR-Ampel ist der gleiche nichtssagende Unfug wie die anderen PR-Ampeln Sponsels mit dem gleichen systematischen Strickfehler.

Reine Desinformation also wieder wie gehabt aus Erlangen.

Beachten Sie den bösartigen Dummkopf nicht.

Das wäre für Herrn Sponsel und seinen Unfug anzuraten.

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Für eine sinnvolle Hospitalisierungs-Ampel sind ausserdem neben der Grösse der Population auch noch die Bettenkapazität und die pflegerische Kapazität, Verbrauchs-Material-Kapazität und Ärzte-Kapazität zu berücksichtigen.

Alles das aber hat der absolute Laie Sponsel ja in seinem irrelevanten PR-Ampel-Unfug nicht berücksichtigt.

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Ich würde nicht so deutlich werden, wenn Herr Sponsel bisher nur mal Ansätze gezeigt hätte, nicht gleich alle wohlbegründete und dann auch immer detailiert vorgerechnete Kritik an diesem, seinem Gestümper als Majestätsbeleidigungung wütend von sich zu weisen und seine Kritiker noch zu beschimpfen und zu beleidigen.

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Zum DIVI-Intensivregister Tagesreport für den 23.10.2020 und ins Archiv geht es hier:

https://www.divi.de/register/tagesreport

Die Zahlen von heute, den 23.10.2020 und die vom 01.04.2020, als die erste Infektions-Welle auf dem Scheitel der durchschnittlichen täglichen Neu-Infektionen war, zeigen die Verhältnisse zwischen belegten und freien Betten mit einigen weiteren Aufschlüsselungen ja auf.

PR-Ampeln für Hospitialisierungen aus Erlangen sind nur inkompetente Desinformation.

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Corona-Pandemie Zahl der Intensiv-Patienten steigt

Stand: 23.10.2020 15:26 Uhr

Die steigende Zahl der Infektionen macht sich auch auf den Intensivstationen bemerkbar: 1121 Corona-Patienten werden dort behandelt - vor einer Woche waren es 690. Eine Überbelastung droht laut Experten aber derzeit nicht. [...]

Den Angaben zufolge sind aktuell 21.736 Intensivbetten belegt und 7784 Betten frei. Das sind 873 freie Betten weniger als noch vor einer Woche. Darüber hinaus steht eine "Notfallreserve" von 12.717 Intensivbetten bereit, die innerhalb von sieben Tagen verfügbar wären.

DIVI-Präsident Uwe Janssen erklärte, eine Überlastung der intensivmedizinischen Kapazitäten sei derzeit nicht zu erwarten. Es gebe noch ausreichend Betten und medizinisches Gerät. Einen Engpass werde es allerdings - wie in jedem Winter - beim Pflegepersonal geben.

 https://www.tagesschau.de/inland/corona-intensivpatienten-101.html

"Eine Überbelastung droht laut Experten aber derzeit nicht."

Keine Warnampel daher auf ROT, sagen Experten (!).

Mehr dazu dann noch im Text der Tagesschau.

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Jede Minute ein neuer Corona-Patient in der Klinik: Pflegepersonal in Frankreich vor dem Burnout, Krankenhäuser an der Kapazitätsgrenze 23.10.2020 vor 5 Std.

Dramatische Coronavirus-Zahlen in Frankreich: Die Regierung zieht die Notbremse, Kliniken bereiten sich auf den Ernstfall vor. [...]

Besonders die Lage auf den Intensivstationen bereitet große Sorge – gerade in der Hauptstadt Paris sind immer mehr Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Wie die Zeitung "Le Monde" berichtet, schaffen zahlreiche Krankenhäuser aktuell mehr Beatmungsplätze, verschieben nicht dringende Operationen und planen die Verlegung von Patienten, für den Fall, dass sich die Situation weiter zuspitzt.

Eine aktuelle Studie dokumentiert zudem eine zunehmende Überlastung des französischen Gesundheitspersonals. Demnach stehen 57 Prozent der Krankenschwestern und -pfleger kurz vor einem sogenannten Burnout, also einem Zustand völliger Erschöpfung. Vor der Pandemie hatte dieser Anteil noch bei 33 Prozent gelegen. Für die Studie befragte der Berufsverband der Krankenschwestern und -pfleger knapp 60.000 Beschäftigte.

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/jede-minute-ein-neuer-corona-patient-in-der-klinik-pflegepersonal-in-frankreich-vor-dem-burnout-krankenh%c3%a4user-an-der-kapazit%c3%a4tsgrenze/ar-BB1ajY7z?OCID=ansmsnnews11

"Frankreich hat mit 41.622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Spitzenwert verzeichnet."

Mit weniger Einwohnern als Deutschland!

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Gekaufte Rechenprogramme, wie Excel 2003 oder Matlab für Prozentränge und Korrelationen ersetzen weder mathematisch statistisches Grundwissen aus Studium oder noch Schule, noch Epidemiologie, Infektiologie oder solides Wissen aus Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft, aus der Politik, aus Geographie, Geschichte, oder aus Jura, oder aus den Ingenieurswissenschaften.

Wer das aber nicht glaubt, der konnte es hier ausreichend bewiesen sehen.

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AKK-201023  Deutschland, Bundesländer, Kreise für den 23.10.2020.  14714 (erhöht wegen Zuschlägen vom Vortag) Neuinfektionen nach 11242 (erniedrigt wegen fehlender Meldungen). Bewertung neu nach PR-Ampeln 13.10.2020, Maxima können derzeit schnell überholt sein. De und alle BL ROT.  Hospitalisierungs- und Todefälle-Ampel auf ROT. Wahrscheinlich weit mehr 150 Kreise von 401 > Obergrenze.

Spezielle Information PR-Ampeln (Allgemeine Information Prozentränge), Methodik Wachstumsraten, Grundprobleme diagnostischer Validität, Kritik Datenerfassung, Präsentation und Krisenmanagement.

     Für Deutschland berichtet das RKI am 24.10.2020, 0 Uhr für den 23.10.2020  14714  ROT nach 11242  ROT Neuinfektionen. Der aktuelle Tageswert ist erhöht, weil ihm Nachmeldungen vom Vortag zugerechnet wurden. Der Vortragswert ist als zu niedrig anzusehen. Der 7-Tage-Mittelwert mit 8803 ROT nach 7819 ROT.

     Wegen der hohen Neuinfektionswerte seit Beginn der vierten Welle scheint die Lage in der Breite zunehmend weniger unter Kontrolle. Inzwischen steht in der 42. KW auch die Hospitalisierungsampel  auf ROT. Aktuell wurde auch eine Todesfälle-Ampel  für Deutschland berechnet, deren Tageswert (49) auf ROT und deren 7-Tage-Mittelwert (34) auf GELB steht.    

   Trotz der dramatischen Lage sollte man nicht vergessen:

  • Wir haben heute mehr Erfahrung in der Bewältigung.
  • Die Todesfallzahlen, obschon bereits im roten Bereich bei den Tageswerten, sind noch vergleichsweise niedrig.
  • Wir waren schon einmal unten, das wird auch in Zukunft zu erwarten sein.
  • International  gibt es auch einige positive Entwicklungen und möglicherweise Vorbilder (z.B. Singapur, China, Korea, teilweise Japan).

     PR-Ampeln Deutschland und Bundesländer. Deutschland und 16 von 16 BL ROT.

     Neuinfektionszahlen sind natürlich nicht alles, wenn auch ein sehr wichtiges Kriterium. Noch wichtiger sind aber die Folgen, die mit steigenden Neuinfektionen einhergehen. Ein wichtiges Kriterium sind hier die schweren Krankheitsverläufe, erfasst etwa durch das Kriterium Hospitalisierungen. Das RKI aktualisiert die Anzahl der Hospitalisierung derzeit in seinen Lageberichten (siehe bitte unten Hospitalisierungs-Ampel) einmal in der Woche für die letzte Kalenderwoche (aktuell 42.). Hierbei ist natürlich auch die Anzahl der Todesfälle  von besonderem Interesse.

Anmerkung zum Mobber: am besten nach der Methode DFTT nicht beachten.  

 

Am besten zu den inkompetenten Methoden und Rechenspielereien und auch völlig überflüssigen Kommentaren aus Erlangen:

Nach der Methode DFTT nicht weiter beachten.

Das RND meldet:

Neuer Höchstwert: RKI meldet 14.714 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Stand 24.10.2020, 10:13 Uhr

  • Die Zahl der registrierten Corona-Fälle pro Tag in Deutschland hat mit 14.714 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert erreicht.
  • Aufgrund von Datenlücken bei der Übermittlung der Infektionszahlen vor zwei Tagen könnten in der jüngsten Zahl entsprechende Nachmeldungen enthalten sein.
  • Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überschritt am Samstag die Marke von 10.000.

 https://www.rnd.de/gesundheit/rki-zahlen-heute-14714-corona-neuinfektionen-in-deutschland-2CUWIYPGSWBTEBXN72K44Z5LVQ.html

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Liveblog zum Coronavirus ++ Erstmals mehr als 80.000 Neuinfektionen in den USA ++

Stand: 24.10.2020 um 10:24 Uhr

  • Mehr als 83.000 Neuinfektionen in den USA
  • Merkel mahnt: Kontakte reduzieren
  • Scholz sieht Deutschland finanziell gut aufgestellt
  • Mehr als 14.700 Neuinfektionen

 https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-samstag-167.html

USA heute: 25 Neu-Infektionen pro 100.000 damit, das entspräche einem 7-Tages-Durchschnitt von 179,2 (das wäre die 7-Tage Inzidenz bei Konstanz der Neu-Infektionen)

Deutschland heute: 17,5 Neu-Infektionen pro 100.000 damit, das entspräche einem 7-Tages-Durchschnitt von 122,7 (das wäre die 7-Tage Inzidenz bei Konstanz der Neu-Infektionen)

Frankreich gestern: 63,7 Neu-Infektionen pro 100.000 damit, das entspräche einem 7-Tages-Durchschnitt von 446 (das wäre die 7-Tage Inzidenz bei Konstanz der Neu-Infektionen)

Solche Zahlen gestatten wenigstens grobe Vergleiche, Sponsels Stümpereien indes suggerieren nur Genauigkeit und neue Information durch Zahlenwust ( = Zahlenmüll), eine altbekannte Methode der simplen Desinformationen.

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Sponsel am Sa, 2020-10-24 um 10:29 Uhr:

Hierbei ist natürlich auch die Anzahl der Todesfälle  von besonderem Interesse.

Ein völlig inhaltsleeres Geschwurbel wieder ohne konkrete Nennung der Toten der vergangenen Tage oder Wochen bezogen auf die Populationsgrösse !

USA für die letzten 7-Tage: 17,0 Tote durchschnittlich pro Tag und pro 1 Million EW

Deutschland für die letzten 7-Tage: 3,03 Tote durchschnittlich pro Tag und pro 1 Million EW

Frankreich für die letzten 7-Tage: 18,45 Tote durchschnittlich pro Tag und pro 1 Million EW

Sponsels inhaltsleeres Geschwurbel zeigt wieder einen Erlanger Psychologen ohne seine vorgefertigte und eingekaufte Hilfe durch ein Excel 2003 oder ein Matlab-Programm, bei dem er nur noch auf ein Knöpfchen drücken muss.

Peinlich bis zum Gehtnichtmehr ist doch dieses leere Geschwurbel.

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Aber wer selber noch rechnen kann, der hat die Autokorrektur auch noch mit eingebaut, die Todeszahlen waren für die 7 Tage vom 16.10. bis zum 23.10. kumuliert:

So stimmt es dann genau:

USA für die letzten 7-Tage: 17,0 Tote durchschnittlich und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 2,4

Deutschland für die letzten 7-Tage: 3,03 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 0,4

Frankreich für die letzten 7-Tage: 18,45 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 2,6

Tja, Zahlen aus Worldometer statt Geschwurbel aus Erlangen.

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Todeszahlen für die 7 Tage vom 01.04. bis zum 08.04. kumuliert:

Deutschland für diese 7 Tage: 16,91 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 2,4

Jetzt ist der Vergleichswert in Deutschland bei den Toten nur noch ca. 17,9% in der ersten Infektionswelle.

Tja, mit den Zahlen aus Worldometer mal gerechnet, statt mit leerem PR-Ampel-Geschwurbel aus Erlangen und Matlab oder Excel 2003 ohne Sinn und Verstand angewendet sich als Stümper nur ständig geoutet.

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Was geben die Worldometer-Zahlen auch noch her bei den  Aspekten der Todeszahlen-Entwicklung seit dem Frühjahr 2020:

Todeszahlen für die 7 Tage vom 01.04. bis zum 08.04. kumuliert für einige andere Staaten:

Frankreich für diese 7 Tage: 104,6 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 14,9

Jetzt ist der Vergleichswert in Frankreich bei den Toten nur noch ca. 17,6% in der ersten Infektionswelle, also fast identisch mit Deutschland.

Italien für diese 7 Tage: 74,9 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 10,7

Italien jetzt (16. - 23.10.): 10,5 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 1,5

Jetzt ist der Vergleichswert in Italien bei den Toten nur noch ca. 13,96% in der ersten Infektionswelle, also deutlich weniger als bei Deutschland.

Spanien für diese 7 Tage: 115,6 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 16,5

Spanien jetzt (16. - 23.10.): 20,9 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 3,0

Jetzt ist der Vergleichswert in Spanien bei den Toten nur noch ca. 18,08% in der ersten Infektionswelle, also fast identisch mit Deutschland.

UK für die 7 Tage vom 15. - 22.04., wegen späterem Anstieg als in Kontinental-Europa: 85,86 Tote durchschnittlich und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 12,3

UK jetzt (16. - 23.10.): 16,79 Tote durchschnittlich  und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 2,4

Jetzt ist der Vergleichswert im UK bei den Toten auch nur noch ca. 19,56% in der ersten Infektionswelle, also etwas höher als bei Deutschland und Spanien.

USA für die 7 Tage vom 15. - 22.04., wegen späterem Anstieg als in Kontinental-Europa: 46,8 Tote durchschnittlich und pro 1 Million EW, pro Tag davon ein Siebtel = ca. 6,7

Jetzt ist der Vergleichswert in den USA bei den Toten immerhin noch ca. 36,32% in der ersten Infektionswelle, also sehr deutlich höher als bei Deutschland und in den Staaten Italien, Spanien, Frankreich, UK.

Aus Matlab oder Excel 2003 alles noch nicht per bequemen Klick abrufbar, eine Pandemie-Analyse ist halt dort noch nicht einprogrammiert worden für Psychologen, besonders noch nicht für einen aus Erlangen, der meint, er könne sich mit leerem Geschwurbel noch profilieren, oder mit alten Auswerte-Methoden für Fragebögen in einer Pandemie.

Das braucht niemand, der nur die Qualitäts-Presse und auch in Diagrammen lesen kann, wer dann noch selber rechnen kann, der kann ja weiter konkretisieren. Old-School-Mathematik macht´s bereits möglich.

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"Inzwischen steht in der 42. KW auch die Hospitalisierungsampel  auf ROT."

Das meint ein Laie aus Erlangen.

Fachleute indes drücken sich selber mit konkreten Zahlen unterfüttert anders aus, auch wenn sie mal plakativ werden.

Deutsche Krankenhausgesellschaft "Hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein"

Stand: 24.10.2020 10:51 Uhr

1000 Intensivbetten sind belegt, 8000 noch frei - die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht Deutschland deshalb gut vorbereitet auf steigende Corona-Infektionszahlen. Ihr Geschäftsführer ruft trotzdem zu Vorsicht auf.

Die Kliniken in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft für einen weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen gut gerüstet.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnete die aktuelle Situation trotz steigender Infektionszahlen als beherrschbar. "Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein", sagte Baum dem "Mannheimer Morgen".

1000 Intensivbetten belegt, 8000 frei

Zurzeit gebe es mehr als 8000 freie Intensivbetten, durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen könnten weitere 10.000 Betten frei gemacht werden. "Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden", so Baum.

https://www.tagesschau.de/inland/krankenhaeuser-corona-kapazitaet-101.html

Zahlen sind besser als Geschwurbel.

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Da in der bereits verlinkten Qualitätspresse auch alle Landkreise und kreisfreien Städte mit ihren Werten der 7-Tage-Inzidenzen, neuen und gesamten Todesfällen und Gesamtinzidenzen aufgeführt sind, braucht niemand solche Zahlen noch über den Daumen zu schätzen, denn aktuell sind es 227 von 401 Landkreise und keisfreien Städte oberhalb der bisherigen Obergrenze von 50.

Gestern waren es noch 198, da gab es sogar noch welche mit 0,0, heute keinen einzigen mehr davon.

Aber da offenbar immer noch auf ein käufliches Analyse-Programm gewartet wird dafür, das alle Arbeit des Zählens oder Rechnens abnehmen könnte, noch einmal zwei Hinweise auf die Qualitätspresse:

https://www.rnd.de/gesundheit/corona-aktuell-fallzahlen-am-24102020-karten-grafiken-ZF7G5L2KOREUFDX5XF4HGGXDFI.html

https://www.n-tv.de/infografik/Coronavirus-aktuelle-Zahlen-Daten-zur-Epidemie-in-Deutschland-Europa-und-der-Welt-article21604983.html

Auch andere Publikationen wurden dafür ebenfalls schon verlinkt, in denen Journalisten gute Arbeit machen.

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Corona PR Ampeln Neuinfektionen Deutschland, Nachbarn & einige andere Regionen. Tagesauswertung 23.10.20. 18v21 ROT * 0v21 GELB * 0v21 GRÜNGELB, 2v21 GRÜN * 1/21 MD * 0/21 nne

https://www.sgipt.org/doceval/epidem/PRA/PRA-Vgl20.htm#Zusammenfassung-Tageswerte

Anmerkung zum PR-Ampelsystem: Die Ampeln zu Neuinfektionen, Hospitalisierungen und Todesfällen markieren einen gewissen Abschluss zur Lageeinschätzung. ROT bedeutet, dass eine Zahl erreicht wurde, die in den Bereich der 25% höchsten bislang erfassten Zahlen gehört. Das ist inzwischen bei allen drei Ampeln der Fall.

Anmerkung zum Mobber: am besten nach der Methode DFTT nicht beachten.  

 

Sponsel am  Sa, 2020-10-24 um 18:53 Uhr:

Anmerkung zum PR-Ampelsystem: Die Ampeln zu Neuinfektionen, Hospitalisierungen und Todesfällen markieren einen gewissen Abschluss zur Lageeinschätzung. ROT bedeutet, dass eine Zahl erreicht wurde, die in den Bereich der 25% höchsten bislang erfassten Zahlen gehört. Das ist inzwischen bei allen drei Ampeln der Fall.

Wieder nur eine grobe Daumenpeilung ohne wirkliche Relevanz.

Anmerkung zum Mobber: am besten nach der Methode DFTT nicht beachten. 

Besten Dank für diese Bestätigung weiterer Notwendigkeit, Erlanger Scharlatanerie beharrlich aufzudecken.

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Beim bunten Zahlenallerlei auf Sponsels Website steht ausserdem noch:

"ROT heißt, die Neuinfektionszahl gehört zu den 25% höchsten (75-100%) Werten"

hier:

"ROT bedeutet, dass eine Zahl erreicht wurde, die in den Bereich der 25% höchsten bislang erfassten Zahlen gehört. Das ist inzwischen bei allen drei Ampeln der Fall."

Bei den Todeszahlen und den Hospitalisierungszahlen in Deutschland jedoch werden die höchsten Todeszahlen und Hospitalisierungszahlen des April jetzt nicht mal annähernd im Oktober in diesen hohen Grössen von 75 -100% der damaligen April-Werte ja erreicht.

Also wieder nur hanebüchener Quatsch aus Erlangen.

 

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Bei den Todeszahlen kann auch jeder Halb-Blinde das schon verifizieren, was ich geschrieben hatte, bei den Hospitalisierungszahlen hilft ein Blick mal hier hin:

https://de.statista.com/infografik/23196/anzahl-der-hospitalisierten-covid-19-faelle-in-deutschland/

Damit ist auch wieder klar, dass ein Erlanger Psychologe wieder nur hanebüchenen Stuss in seiner eigenen Küche fabriziert hatte, statt sich mal vorher besser zu informieren.

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Verehrte Juristen unter den Lesenden btw:

Lebenserfahrene Juristen wissen es ja längst, Fehlurteile kommen leider vor, aber doch  in recht geringer Prozentzahl bei den schweren Kapitaldelikten, aber was sich andere Hilfskräfte bei der Wahrheitsfindung leisten in ihren Fehlbewertungen, das sind noch ganz andere, aber schauderlich hohe  Prozentzahlen.

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Sponsel am Sa, 2020-10-24 um 10:29 Uhr:

International  gibt es auch einige positive Entwicklungen und möglicherweise Vorbilder (z.B. Singapur, China, Korea, teilweise Japan).

Übrigens konnte China im Frühjahr 2020 seine geringen Werte auf seine Population bezogen nur durch äusserst rigorose Massnahmen mit Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen erreichen, die hier die Gerichte reihenweise gekippt hätten.

Südkorea, Singapur haben straffe Selbstbeschränkungen neben behördlichen Einschränkungen zur Nachverfolgung, Japan ist ein Inselstaat, der jetzt mehr Probleme als im Frühjahr mit seinen Todeszahlen hat, erst im August auch die höchsten Neuinfektionen, jetzt noch ein Plateau.

Vorbilder sind das alles nicht bei deren anderer politischer und geographischer Lage.
 

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