Entweder / Oder - Fragen an Ingo Lenßen

von Gastbeitrag, veröffentlicht am 15.07.2022
Rechtsgebiete: Verlag|947 Aufrufe

Ingo Lenßen ist Fachanwalt für Strafrecht mit eigener Kanzlei in der Bodenseeregion. Bekannt wurde er unter
anderem durch die TV-Serie »Lenßen & Partner«. Seither ist er mit verschiedenen Sendungen eine Konstante im deutschen Fernsehen. Für sein Wiedererkennungsmerkmal, den markanten Schnäuzer, erhielt er 2004 die Auszeichnung als »Bartträger des Jahres« des »Verbands Deutscher Bartclubs«. Neben seiner Tätigkeit als Anwalt hat er mehrere Bücher verfasst, zuletzt einen Knast-Guide in der Ratgeberreihe »Beck im dtv«.

Herr Lenßen, ihr neuestes Buch »Der Knast-Guide« ist ein Ratgeber für Häftlinge und deren Angehörige. Was ist für Sie so interessant am Thema Strafvollzug?
Spätestens, wenn der freundliche Vollzugsbedienstete Sie auffordert, sich nach vorne zu bücken und der danebenstehende Arzt sich währenddessen die Gummihandschuhe überzieht, wissen Sie: Hier wollen Sie nicht sein. Der Strafvollzug ist nicht nur ein Wort, sondern ein tiefgreifender Einschnitt in das Leben von Menschen. Denn in der Regel traumatisiert er nicht nur den Insassen, sondern auch dessen Angehörige, die oft genauso unter dieser Situation leiden und zumeist hilflos dastehen.

Wie kamen Sie ursprünglich zum Fernsehen?
Genau genommen kam ich nicht zum Fernsehen, sondern das Fernsehen kam eines Tages in Form einer Anfrage zu mir,
nämlich ob ich nicht Lust hätte, bei der Produktion von »Richter Alexander Hold« mitzumachen.

Empfinden Sie Ihre Bekanntheit eher hinderlich oder förderlich für Ihre Tätigkeit als Anwalt?
Ich hätte schon arge Zweifel an unserem Rechtssystem, wenn Bekanntheit anstelle von Fachwissen und Hingabe für den Beruf
und Mandanten ausschlaggebend dafür sein sollte, ob meine Tätigkeit als Anwalt davon positiv oder negativ zu bewerten ist.

Kommen wir zu unserem Interviewteil »Entweder | Oder« .

Arbeiten mit oder ohne Kamerabegleitung?
Hauptsache arbeiten.

Eishockey schauen oder spielen?
Wenn's nach mir ginge: spielen. Wenn's nach meiner Frau ginge: schauen. Sie brächte mich nämlich am Morgen danach
nicht mehr aus dem Bett ...

Ruhrpott oder Bodensee?
Ich sitze gerade hier am Bodensee in meinem Garten und höre meine Mutter in ihrem Sarg in Krefeld, wo ich herstamme,
rotieren. Denn genau so wenig, wie man einem Düsseldorfer ein Kölsch anbieten sollte, unterlässt man es der Gesundheit
zuliebe besser, einem Niederrheiner zu unterstellen, er käme aus dem Pott... (lacht)

Bartpflege daheim oder Barbier?
10 Minuten morgens im Badezimmer.

Im Urlaub gen Süden oder Norden?
Kaltes Wetter haben wir hier schon selbst zur Genüge.

Anklage oder Verteidigung?
Ich bin Anwalt.

Kaffee oder Tee?
Rotwein.

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