Bundesnetzagentur ./. Helikoptereltern

von Hans-Otto Burschel, veröffentlicht am 18.11.2017
Rechtsgebiete: Familienrecht4|2127 Aufrufe

Die Bundesnetzagentur verbietet den Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion und ist bereits gegen mehrere Angebote im Internet vorgegangen.

"Über eine App können Eltern solche Kinderuhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören. Sie sind als unerlaubte Sendeanlage anzusehen", so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt."

Verbotene Abhörgeräte

Es gibt auf dem deutschen Markt eine große Anzahl von Anbietern, die Smartwatches für Kinder mit einer Abhörfunktion anbieten. Zielgruppe sind Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren.

Diese Uhren verfügen über eine SIM-Karte und eine eingeschränkte Telefoniefunktion, die über eine App eingerichtet und gesteuert werden. Eine solche Abhörfunktion wird häufig als „Babyphone“- oder „Monitorfunktion“ bezeichnet. Der App-Besitzer kann bestimmen, dass die Uhr unbemerkt vom Träger und dessen Umgebung eine beliebige Telefonnummer anruft. So wird er in die Lage versetzt, unbemerkt die Gespräche des Uhrenträgers und dessen Umfeld abzuhören. Eine derartige Abhörfunktion ist in Deutschland verboten.

Vorgehen gegen Käufer

Die Bundesnetzagentur rät speziell Schulen, verstärkt auf Uhren mit Abhörfunktion bei Schülern zu achten. Sofern Käufer solcher Uhren der Bundesnetzagentur bekannt werden, fordert sie diese auf, die Uhr zu vernichten und einen Nachweis hierüber an die Bundesnetzagentur zu senden. Eltern wird daher geraten, die Uhren eigenständig unschädlich zu machen und Vernichtungsnachweise hierzu aufzubewahren. 

Wie ein Vernichtungsnachweis im Falle eines Anschreibens durch die Bundesnetzagentur geführt werden kann, ist zu finden unter: www.bundesnetzagentur.de/spionagekameras.

Dort befindet sich auch eine Übersicht über Produktgruppen, die unerlaubte Sendeanlagen nach deutschem Recht darstellen.

(Pressemitteilung der Netzagentur)

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4 Kommentare

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Es ist irgendwie komisch: So offensichtlich mir die Meldung zusagt, so erscheint sie mir doch wie ein zu früh veröffentlichter Aprilscherz.

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wie ein Aprilscherz. aber scho n vor Jahren gabs "teddys" mit  Abhörfunktion fuer hysterische, Mütter,mit misstrauen  ihreJugendliche abhörten

 

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Schon kurios: Fürsorge kann so weit gehen, dass sie die Grenze zum Strafbaren überschreitet. Was geht zu weit? Die Fürsorge oder die Strafbarkeitsgrenze?

Ich persönlich würde, wohl in Übereinstimmung mit der Rechtslage, hier auf die Fürsorge zeigen. Aber ob das ein gesellschaftlicher Konsens ist?

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