Impfpflicht für Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen kraft arbeitgeberseitiger Weisung?

von Prof. Dr. Markus Stoffels, veröffentlicht am 14.01.2021
Rechtsgebiete: Arbeitsrecht27|1898 Aufrufe

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat bekanntlich zu bedenken gegeben, ob nicht eine gesetzliche Impfpflicht für das Pflegepersonal eingeführt werden sollte. Diese Äußerung ist vor dem Hintergrund der offenbar nicht sehr ausgeprägten Neigung des Pflegepersonals zu sehen, sich baldmöglichst gegen Covid-19 impfen zu lassen. Der Vorschlag wird derzeit kontrovers diskutiert, wobei sich die Mehrheit – insbesondere auch der Gesundheitsminister Spahn – gegen eine auch nur bereichsbeschränkte Impfpflicht ausspricht.

Wie wäre es aber, wenn der Betreiber eines Alten- und Pflegeheims von sich aus verfügen würde, dass künftig nur noch Pflegepersonal eingesetzt werde, das von der angebotenen Impfmöglichkeit Gebrauch gemacht hat. Ferner würde der Arbeitgeber darauf hinweisen, dass Pfleger/innen, die keinen Impfnachweis erbringen, nicht weiter beschäftigt würden, also zunächst (ohne?) Vergütung freigestellt würden. In der weiteren Konsequenz – so die Verlautbarung unseres fiktiven Arbeitgebers – müssten diese Arbeitnehmer dann mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen rechnen (Abmahnung? Kündigung, hier könnte man auch an eine personenbedingte Kündigung denken?).

Ich möchte das hier einmal zur Diskussion stellen. M.E. dürfte diese Vorgehensweise dem Grunde nach nicht zu beanstanden sein. Schnelltests und Maskentragen allein bringen nicht die notwendige Sicherheit. Der Arbeitgeber als Heimbetreiber ist seinerseits den Heimbewohnern gegenüber für deren Gesundheit verantwortlich; hier drohen übrigens auch erhebliche Haftungsrisiken. Die Schutzpflicht gegenüber den Heimbewohnern verlangt effektive Schutzmaßnahmen. Auch unter Berücksichtigung der Grundrechte des Pflegepersonals (körperliche Unversehrtheit) erschiene mir eine solche Anordnung nicht unbillig (§ 106 GewO). M.E. ist für eine solche Vorgehensweise auch keine gesetzliche Grundlage erforderlich, so dass diese Frage unabhängig von dem Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten beurteilt werden könnte. Zwar sehe ich, dass die Impfung eine andere grundrechtliche Eingriffsintensität aufweist als die – wohl unstreitig - zulässige Anordnung gegenüber dem Pflegepersonal, eine Mund-/Nasenbedeckung zu tragen. Gleichwohl würde ich hier dem Schutz der gefährdeten Heimbewohner in der Abwägung den Vorrang geben.

Ich habe jetzt kurz meine Meinung dargelegt. Wie sehen Sie das?

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27 Kommentare

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Nachdem anders als bei Masern keinerlei gesicherte Erfahrungen mit Imfpstoffen und evtl. Folgewirkungen vorliegen (siehe Vogelgrippe mit Narkolepsiefällen) und es sich bei den verbreitetsten Impfstoffen um bisher nicht bei Menschen im Feldversuch angewandte RNA-Stoffe handelt, meine ich, dass das nicht so einfach ist.

Abgesehen davon soll die Impfung ja die Heimbewohner schützen, und wenn die durch die Impfung (bei der sie ja aufgrund der Altersstruktur und Gesundheitszustandes idR Priorität genießen) geschützt sind, weshalb sollte dann das Personal mit der Begründung Bewohnerschutz pflichtgeimpft werden? Zumal die Frage, ob und wie lange man trotz der RNA-Impfung das Virus aktiv noch verbreiten kann und evtl. nur einen Eigenschutz aufbaut?

KOmischerweise werden die klassischen Totimpfstoffe bei COVID offenbar nur in CHina und Indien entwickelt.

(siehe auf gelbe-liste.de, die Seite dürfte eher unverdächtig sein, was Impfgegnerideologie angeht)

Was, wenn ein Arbeitnehmer sagt: impfen lasse ich mich, aber nur mit der seit Jahrzehnten erprobten Totimpfstoff-Variante und nicht mit dem neuen RNA? Und auch nicht mit DNA,-Stoffen, zu denen es bei gelbe-liste.de heisst:

"Ein potentielles Sicherheitsrisiko könnte eine zufällige Integration von plasmidischer DNA in das Genom des Wirts darstellen. Diese Integration könnte zu einer hypothetischen Aktivierung von Onkogenen oder einer Deaktivierung antikarzinogener DNA-Sequenzen führen sowie Autoimmunkrankheiten hervorrufen. Dieses Risiko ist mutagen: Die Integration könnte Protoonkogene aktivieren oder Tumorsuppressorgene deaktivieren."

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Zu der Diskussion über Impfpflicht gehört auch die Haftungsfrage bei Impfschäden. Führt der Arbeitgeber die Impfpflicht für seine Arbeitnehmer ein, dann dürfte auch er das Haftungsrisiko tragen. Führt sie der Staat ein, dann liegt das Haftungsrisiko in seiner Sphäre (Aufopferungsanspruch, vgl. BGHZ 9, 83).

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Über BGHZ 9, 83 werden wahrscheinlich nicht alle Leser sofort greifbar verfügen. Das BGH-Urteil vom 19. Februar 1953 kann auch online nachgelesen werden:

https://www.servat.unibe.ch/dfr/bz009083.html

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Ob der Ansatz rechtmäßig ist, ist m. E. wenig relevant. Er wird aus praktischen Erwägungen nicht funktionieren: Pflegepersonal ist Mangelware. Die Androhung einer Kündigung, Umsetzung o. ä. ist dadurch eine hohle, denn der Arbeitgeber schadet sich damit eher selbst.

Richtiger wäre wohl, die Gehälter im Pflegebereich drastisch zu erhöhen, vielleicht auch Boni für Impfungen zu zahlen, und sich für eine bessere Behandlung im nicht-finanziellen Bereich einzusetzen. Das Pflegepersonal - sowohl in Krankenhäusern als auch noch mehr in der Altenpflege - wird behandelt als der Fußabtreter des Gesundheitswesens, angefangen beim Geld über die Arbeitsbelastung über den Umgang durch Ärztinnen und Ärzte sowie Politikerinnen und Politiker.

Bevor man auch nur den - bei allem Respekt - etwas vernagelten Ansatz diskutiert, mit noch mehr Zwang, noch mehr Drohung zu arbeiten, ist erst einmal "Frieden schaffen ohne Waffen" angesagt.

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Was ist die Rechtsgrundlage für die Freistellung ohne Entgelt, § 615 BGB sieht die Entgeltlichkeit der Freistellung vor.

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Vor dem Hintergrund, dass bislang kein wissenschaftlicher Beleg dafür vorliegt, dass von einer geimpften Person überhaupt eine verringerte Ansteckungsgefahr ausgeht, halte ich die geführte Diskussion für einigermaßen peinlich. Dies gilt erst recht, wenn es um einen Impfstoff geht, für dessen Folgewirkungen bislang keine einzige Langzeitstudie vorliegt  Ich sehne mich zurück nach den Zeiten, als nicht jeder noch so invasive Grundrechtseingriff argumentativ mit einer herbeigeredeten Gesundheitsgefahr gerechtfertigt werden konnte.

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Ich gelte ja nicht als pauschal unkritisch gegenüber den Hoheitsmaßnahmen - dermaßen, dass mancher mich dauernd oder wiederholt löscht, weil ihm meine souveräne Meinung nicht passt. Allerdings - selbst wenn nur die Verringerung der Eigenerkrankung Wirkung der Impfung wäre, so wäre jedenfalls bei Pflegepersonen deren effektive Bereithaltung für Pflegebedürftige Geschwächte eine plausible Maßnahme zur Bekämpfung von deren Gesundheitsgefahr. Ob sie für  Pflichten genügt, wäre Abwägungssache. Aber die Wirkung wäre nicht nur "herbeigeredet". Überzeugend der von Ihnen implizit ausgedrückte Vorwurf,  dass die öffentliche Hand diffus palavert. Echte Faktenkontrolle und Faktendarlegung unterbleibt weitgehend. Alle Großlautsprecher des Besorgtesten und Propagandisten des Pflegezugewandtesten können nur im Fernsehen reden und Apparate in Kliniken laufen lassen , wenn  --  Strom da ist. Komisch, dass etwa Kraftwerksarbeiter nie erwähnt werden. Z.B. als "systemrelevant". Gutgutipropaganda auch heute Abend im Fernsehen gesteinmeiert: Heimarbeit, damit nicht Busse und Bahnen vollgestopft sind. Ach - und wie  wär's mit  Pkw?  Geht doch !  Ach nein - im Gutigutitum wäre ja Greta dagegen!

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Mit dieser Argumentation müsste man Pflegepersonal auch die Ausübung gefährlicher Hobbies in der Freizeit verbieten dürfen.

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Das Direktionsrecht des Arbeitgebers ist dazu da, die Arbeitsleistung zu konkretisieren. Wie man ernsthaft dazu kommen kann, dass der Arbeitgeber damit medizinische Eingriffe anweisen könnte, ist schon einigermaßen absurd.

Weiter stellt sich die Frage, ob ein Ungeimpfter nicht mehr objektiv geeignet ist für die Tätigkeit. Aber auch das wird man verneinen müssen, wenn es gesetzlich erlaubt ist. Der kann ja weiter seine Arbeit machen.

Eine Freistellung unter Fortzahlung der Bezüge dürfte man wohl hinbekommen, weil man dem Beschäftigungsanspruch dann eben überwiegende Interessen des Heimbetreibers entgegenhalten kann.

Wünschenswert wäre es, dass die Politik regelt, wer wie wo ungeimpft arbeiten kann. 

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Pflegepersonal ist ein ganz besonderes Klientel. Das kann nicht jeder. In der Regel sind es Menschen, die aus Überzeugung heraus anderen Menschen helfen möchten und ihnen nicht vorsätzlich schaden wollen. Das kann man nicht von allen Branchen sagen (Vergleich z. B. zu Finanz-, Versicherungswesen, Rüstungsindustrie). In der Regel führen sie ihren Dienst oft aufopfernd aus (wenig Geld, viel Arbeit, wenig gesellschaftliche Anerkennung). Dass diese Menschen nun auch beim Thema Impfung ihre eigene Gesundheit hinten anstellen sollen, finde ich dreist. Solange eine Impfung nicht zu 99,9 % Schutz für einem selbst und andere bietet und entsprechend sicher ist, darf es zu keinem Impfzwang/Impfdruck duch Staat, Arbeitgeber oder Gesellschaft kommen. Schon allein der Gedanke erscheint mir absurd. Zumal nicht geklärt ist, wer haftet, wenn wirklich ein Impfschaden oder AU in diesem Zusammenhang auftritt. Auch hier muss der Arbeitnehmer dies beweisen. Anerkennung als Berufskrankheit? Sicherlich Fehlanzeige! WIEDER EIN BEWEIS FÜR POITISCHEN Aktionismus zu Lasten der Schwächeren.

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Eines der Probleme ist, dass nicht feststeht, ob bei einer Corona-Vorerkrankung die Impfung noch sinnvoll ist und zusätzlichen Schutz bietet. Solange der Arbeitgeber (oder gar der Gesetzgeber) das auch nicht nachweisen kann, wird er zumindest diesem Personenkreis nicht wirksam eine Anweisung geben können, sich impfen lassen zu müssen - nichtmal wenn es um Eigenschutz zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit geht, weil der Schutz der Patienten vor Ansteckung durch geimpfte ja auch nicht nachgewiesen ist, wie hier schon jemand schrieb. Und gerade in den Pflegeberufen ist der Anteil der Vorerkrankten deutlich über 0.

Nur führt die Ausnahme der Vorerkrankten dann zu dem unschönen Effekt, dass diverse Aluhutträger reagieren werden mit "Wir werden die nächsten sein, die Zwangsgeimpft werden sollen!! Ihr könnt euch aber davor schützen, wenn ihr euch vorher mit der fast ungefährlichen Corona-Grippe infiziert!" Und dann gehen die Spinner los, und machen Virenwichteln. (Das ist leider  NICHT abwegig, Stichwort Masernparties.)

Ball flachhalten, erstmal alle Freiwilligen möglichst schnell durchimpfen (das dauert noch ne ganze Weile) und dann schauen, wo wir stehen.

Aus der FAZ v. 17.1.21:

" Im Dezember ergab eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin: Von etwa 2300 befragten Ärzten und Pflegenden wollten sich jeder dritte Mediziner und die Hälfte der Pflegekräfte nicht gegen Covid-19 impfen lassen."

Das gibt doch sehr zu denken. Immerhin gehört medizinisches Personal zu der am meisten gefährdeten Gruppe.

Es gibt bisher keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine bereits erfolgte Impfung den Geimpften davor schützt, andere anzustecken. Analysiert man die amtlichen Zahlen etwas genauer, so ist das Risiko, an Covid-19 zu sterben, für unter 50 - jährige statistisch kaum noch erfassbar. Die Dunkelziffer wird in der Regel nicht veröffentlicht, so dass die Zahl der Infizierten etwa das vier bis zehnfache über dem liegen dürfte, was veröffentlicht wird - die meisten merken von einer Infektion schlicht gar nichts oder fast nichts.

Die meisten Sterbefälle hingegen gibt es in Pflegeheimen. Je nach Bundesland etwas unterschiedlich können die Zahlen diesbezüglich bei 90% der Verstorbenen liegen.

Es wäre vielleicht besser gewesen, die Pflegekräfte zur Benutzung von Masken zu verpflichten, die eine reale Schutzwirkung entfalten. Offenbar gab es diese Masken aber nicht.

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Und dann alle Krankenschwestern und Altenpfleger kündigen und mit Berufsverbot belegen?

Damit wäre den Patienten und den Pflegebedürftigen ein Bärendienst erwiesen.

Es sei denn, die Regierung könnte neue Krankenschwestern und Altenpfleger klonen, aber ich glaube nicht, daß sie das kann.

Im Übrigen gibt es wohl keinen wissenschaftlichen Beweis für die These der Regierung, daß gegen Corona geimpfte Menschen keine anderen Menschen mehr anstecken können.

Da des Personal in den Krankenhäusen und Altenheimen international ist, müßte man den betroffenen Arbeitnehmern zumindest ermöglichen, sich mit Impfstoffen aus ihrer Heimat impfen zu lassen, die besser zu deren Immunsystem und besser zu deren Körpern und zu dessen Genen passen, als die anscheinend hauptsächlich auf weiße Amerikaner und Westeuropäer ausgerichteten Impfstoffe, welche die Bundesregierung bestellt hat.

Wenn eine aus Russland stammende Krankenschwester mehr Vertrauen in den russischen Impfstoff hat, dann sollte sie die Möglichkeit erhalten sich mit diesem Stoff impfen zu lassen. Wenn eine chinesische oder vietnamesische oder phillipinische oder indische Krankenschwester mehr Vertrauen zu einem in Asien entwickelten Impfstoff hat, dann sollte sie die öglichkeit haben sich damit impfen zu lassen.

Der gegenwärtige Drang der Regierung, Krankenschwestern und Altenpfleger gegen Corona zu impfen, überrascht mich übrigens auch deshalb etwas, weil die Regierung nach meinem Kenntnisstand vorher noch nie verlangt hat, diese Berufsgruppen zwangsweise zu impfen, also weder gegen Grippe, noch gegen Pneumokokken, noch gegen Tuberkulose, noch gegen Hepatitis, noch gegen Typhus, noch gegen Pocken, noch gegen Masern, noch gegen Tetanus, obwohl diese Krankheiten auch hierzulande vorkommen, und in den Heimatländern vieler Zugewanderten noch sehr viel häufiger vorkommen, wobei die Heimatländer häufig regelmäßig von Zugewanderten besucht werden, aber auch von hierzulande Alteingesessenen besucht werden, zum Beispiel aus touristischen Gründen.

Sogar Besuche in Gebieten, in denen die Pest grassiert, und in denen Lepra grassiert, und in denen Ebola grassiert, und in denen Malaria grassiert, sind dem Pflegepersonal bisher nicht untersagt worden.

Vor diesem Hntergrund frage ich mich, ob die regierung nun wirklich ernsthaft den Infektionsschutz verbessern will, der ob es mehr darum geht, wie im Wilhelm Tell den Hut auf der Stange grüßen zu lassen, oder die Impfstoffindustrie zu fördern.

Ich glaube das zwar nicht, aber in Anbetracht des wenig konsequenten Handelns der Regierung habe ich Verständnis für diejenigen Bürger und Arbeitnehmer, die was die Cornona-Impfstoffe angeht eher skeptisch sind.    

Unsere Regierungsparteien hierzulande (anders zum Beispiel in Japan) haben sich übrigens jahrzehntelang vergleichsweise wenig für Hygiene und Infektionsschutz interessiert.

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Der CSU-Politiker Söder sagt den Medien, er möchte die Altenpfleger und Krankenschwestern dazu zwingen sich impfen zu lassen.

Warum sagt er das wohl?

Die Antwort könnte lauten: Er ist Politiker.

Und er hat bisher leider keinen großen Erfolg bei der Eindämmung der bereits ein Jahr währenden Vorona-Pandemie.

Also braucht der Politiker einen Sündenbock.

Da in Meinungsumfragen besonders viele Leute die der Regierung und den Corona-Impfstoffen nicht vertrauten, Krankenschwestern und Altenpfleger waren, könnte für einen Politiker die Versuchung entstehen, diesen Menschen die Schuld zuzuschieben, und diesen Menschen (die zur Zeit besonders unter der Pandemie leiden) vorzuwerfen, sie seien selber schuld, und diese Menschen zu Sündenböcken zu machen.

Da dieser Politiker sonst normalerweise meistens ziemlich vernünftig ist, kann man sich fragen, ob vielleicht irgendein obrigkeitlich denkender Kollege (Lauterbach? Horst Seehofer? Ulla Schmidt? Andrea Fischer?) ihn auf diese Idee gebracht hat.

Seit einiger zeit versuchen Politiker sich in der Öffentlichkeit so darzustellen, als seien sie keine Politiker mehr, sondern als wären sie wohlmeinende fürsorgliche patriarchalische Hirten, und manche Medien sind auch bereit sie so darzustellen.

Die Bürger sollten sich jedoch nicht einlullen lassen und nicht naiv werden: Denn Politiker bleiben stets Politiker, unabhängig davon, was gerade auf der Tagesordnung steht.

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Warum sagt er das wohl?

Weil Altenpfleger und Krankenschwestern eine besondere Verantwortung für die ihnen anvertrauten Menschen tragen.

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Wenn die - insbes. Alte- aufgrund der Impfung, bei der sie zudem an erster Stelle stehen, geschützt sind, warum muss dann der ALtenpfleger geimpft werden?

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Vielleicht vertraut man insgeheim seinen eigenen Impfstofffen nicht.

Im Westen versucht man ja, nichtwestliche Impfstoffe negativ zu beweten, und in nichtwestlichen Ländern versucht man ja, Zweifel an westlichen Impfstoffen zu streuen.

Vielleicht geht es dabei ja nicht nur um Chauvinismus oder Protektionismus, sondern vielleicht ist an der jeweiligen Kritik an den jeweiligen Impfstoffen ja etwas Wahres dran.

Die Impfstoffe bieten wohl keinen hundertprozentigen Schutz.

Und zudem möchten die Machthaber vielleicht jeweils, daß ihre Untertanen wie im Wilhelm Tell die Hüte auf der Stange grüßen.

Natürlich nur die Hüte der jeweils eigenen Machthaber, nicht die Hüte fremder Machthaber.

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Hans von Fabek schrieb gestern zur Corona-Politik: "Probleme werden von Politikern vor allem danach beurteilt, in welchem Maße ihre Zuspitzung der eigenen Popularität zuträglich ist."

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Die Ausgangsfrage geht in ihrer Bedeutung sicher weit über den konkreten Anwendungsbereich hinaus.

Die Impfpflicht wird in allen möglichen Zusammenhängen diskutiert, so ist abzusehen, dass bestimmte Dienstleistungen nicht mehr in Anspruch genommen werden können, wenn man nicht einen Impfnachweis vorlegt. Geplant ist auch die Einführung eines global nutzbaren digitalen Impfnachweises, in einem Smartphone abspeicherbar. Einschränkungen der Reisefreiheit innerhalb der EU werden diskutiert, wie auch im internationalen Flugverkehr. Kein Flug mehr ohne Impfpass?

Der von einer starken Lobby ins Spiel gebrachte digitale impfnachweis macht nur dann Sinn, wenn dieser an allen möglichen Stellen verwendet werden muss.

Sicher gibt es auch eine starke Lobby, welche nachhaltig dafür plädiert, möglichst viele Menschen zu impfen, denn irgendwie rechnet sich das. Geradezu traumhaft wird es, wenn man berücksichtigt, dass eine Impfung gegen C19 jedes Jahr wiederholt werden muss, und wenn man sieben Milliarden Leute impfen will / soll. Der Börsenhype hinsichtlich bestimmter Unternehmen kennt daher kaum noch Grenzen.

Das Postulat der Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen oder auch die Verpflichtung, einen impfnachweis vorzulegen bevor man eine Flugreise antritt, ist allerdings problematisch wenn man bedenkt, dass eine wissenschaftlich gesicherte Aussage über die fehlende Infektiosität von Geimpften bisher nicht vorliegt.

Überhaupt: es handelt es sich um Produkte ,
welche nach einer sehr summarischen und abgekürzten Prüfung zugelassen worden sind, die es in dieser sehr abgekürzten Form bisher noch nie gegeben hat. Normalerweise dauert die Entwicklung eines impfstoffes etwa 10 Jahre, und die allermeisten werden nie zugelassen.

Hinsichtlich der jetzt benutzen Impfstoffe kann man konstatieren, dass Daten und Erkenntnisse über bestimmte Eigenschaften schlicht nicht existieren, weil dies noch gar nicht geprüft worden ist.

So gesehen befinden wir uns gerade in einem großen Freilandversuch, dessen Ausgang ein wenig ungewisse ist.

Ueber Nebenwirkungen der Impfstoffe, die im Schnellverfahren zugelassen worden sind, ist schlicht nichts bekannt, weil z.b. Studien über Langzeitfolgen aufgrund der fehlenden Zeit bisher nicht existieren.

Wenn es gesicherte Erkenntnisse gaebe, wie weit die Wirkung von neuartigen Impfstoffen denn nun wirklich reicht, wie lange diese anhält, und wie es sich mit den Nebenwirkungen verhält, dann wäre die Frage einer Impfpflicht sicher relativ unproblematisch zu beantworten.

Dergleichen Erkenntnisse gibt es aber kaum, allein deshalb, weil die Zeit fehlte, um etwa Spätfolgen zu untersuchen.

Genau darum steht auch medizinisches Personal einer Impfpflicht äußerst skeptisch gegenüber.

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Mich macht es stutzig, daß unsere Politiker die Klinik-Chefs sowie die Ärzte nicht impfen wollen, sondern nur die "kleinnen Leute", die nichtakademischen und gering verdienenden Krankenschwestern und Altenpfleger.

Es hat auch etwas von Klassenkampf von oben nach unten, die kleinen Leute zu etwas zwingen zu wollen, aber an den besser gestellten Leuten vorbeizusehen.

Die politische Führungsschicht befürchtet von vermögenden und gut verdienenden Klinik-Chefs wohl mehr Widerstand gegen etwaige diese betreffenden Impfpflichten, als von den armen Leuten, und die Politiker fürchten von den Ärzten als Medizinern und wissenschaftlich ausgebildeten Akademikern vielleicht substantiierteren Widerspruch als vom oft lediglich angelernten Pflegepersonal.

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Mich macht es stutzig, daß unsere Politiker die Klinik-Chefs sowie die Ärzte nicht impfen wollen...

Klinik-Chefs und Ärzte wissen, worum es geht und lassen sich auch ohne Pflicht – freiwillig – impfen.

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Das was Sie sagen, das sagen vielleicht manche Politiker.

Aber sagen das auch Wissenschaftler?

Gibt es wissenschaftliche Beweise für Ihre These?

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Unter den nicht voll ausgebildeten, sondern lediglich angelernten Altenpflegerinnen und Krankenschwestern, befinden sich auch ehemalige Prostituierte. Wenn man diese in die Arbeitslosigkeit schickt, werden sie wahrscheinlich ihre ehemaligen Tätigkeiten wieder aufnehmen, vielleicht auch ohne Gewerbeanmeldung und ohne Kontrolle im Verborgenen.

Andere würden vielleicht in ihre Heimatländer zurückkehren, wo niedrigere Standards gelten.

Damit wäre den Pflegebedürftigen und den Patienten nicht gedient, und das Risiko einer Ausbreitung von Corona-Infektionen wäre auch nicht wirklich effektiv eingedämmt.

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In Krankenhäusern stationäre Patienten sowie insbesondere in Altenpflegeheimen stationäre Pflegebedürftige haben meist deutlich weniger soziale Kontakte als Kindergartenkinder, Schüler und Studenten.

Eine Impfpflicht für Kindergärtnerinnen bzw. Erzieherinnen und Lehrer sowie Professoren läge also wohl näher, wenn man die Ausbreitung der Infektionskrankheit bzw. der Viren eindämmen möchte.

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Aus dem Ärzteblatt (2013)

"Um für Vogelgrippe (2005) und Neue Influenza (2009) gewappnet zu sein, sollen Regierungen weltweit Tamiflu im Wert von acht Milliarden US-Dollar gehortet haben. Auf dem Höhepunkt der Pandemieangst überboten sich die einzelnen Länder mit der Bereitschaft, ihre Bevölkerung zu schützen. Für Roche wurde Tamiflu zum Verkaufsschlager – für die Regierungen zum Ladenhüter. Denn die Angst hat sich zweimal als unbegründet erwiesen".

Wir leben in einer Zeit der Wunder - Doktoren, die ihre Wunder- Waesserchen quer durch das Land irgendwie versuchen an den Mann zu bringen.

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