Bericht von der Berlin Legal Tech 2017

von Prof. Dr. Stephan Breidenbach, veröffentlicht am 21.02.2017
Rechtsgebiete: Weitere ThemenLegal Tech|2570 Aufrufe
Another team that got a special mention for working out a sophisticated model of how to unbundle three-sided work relationships. Copyright by Merav Maroody

Vom 8. – 10. Februar fand die Berlin Legal Tech 2017, organisiert vom Legal Tech Centers der Europa-Universität Viadrina und von hacking.law, statt. Ein 2-tägiger Hackathon brachte Entwickler, Juristen und Legal Knowledge Engineers  zusammen. um neue Ideen, Ansätze und Prototypen für digitale Anwendungen zu entwickeln. Die Konferenz zu den Folgen der Digitalisierung für die Rechtspraxis bildete am dritten Tag den Abschluß.

Die drei Schwerpunkte waren die Themenbereiche Industrialisierung und Standardisierung von Rechtsdienstleistungen, Künstliche Intelligenz und "Machine Learning", sowie die Blockchain-Technologie.

Über 100 Teilnehmer bei dem Hackathon und über 200 Gäste bei der Konferenz, darunter 35 Studierende und Referendare, sprengten jeweils fast die Räumlichkeiten. Für etwa 100 Interessierte blieb nur die Warteliste.

Der Hackathon

Etwa 100-120 Teilnehmer kamen in den Büroräumen des Sponsors IOTA Foundation zusammen. Nach einer kurzen Begrüßung durch die beiden Veranstalter Florian Glatz und Stephan Breidenbach wurde den Teilnehmern der Prozess und die 3 Themenbereiche der Berlin Legal Tech -  Industrialisierung, Künstliche Intelligenz und Blockchain - vorgestellt.

Die durch Moderatoren gesammelten Ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden mit Unterstützung der anwesenden Legal Tech Engineers strukturiert und präsentiert, um die Bildung von "Hacker-Teams" für die Realisierung eines ersten Prototyps innerhalb von 36 Stunden zu unterstützen.

Die Zusammenführung von technik-affinen Juristen, Anwälten und Softwareentwicklern ließ eine Vielzahl hochinteressanter Ideen für den Bereich des Rechts und der Rechtsdiensleistungen entstehen. Vor allem entstand eine besondere Aufbruchsstimmung und sichtlich viel Spass an der gemeinsamen Arbeit.

Nach der ersten Ideensammlung fanden sich die Teams zu den spezifischeren Ausarbeitungen zusammen. Eine der Kernkomponenten eines Hackathons ist es, sich "die Hände schmutzig" zu machen. Das heißt nicht nur Ideen zu sammeln und auszuarbeiten, sondern an erste Umsetzungen der Gedanken zu gehen, das sogenannte "Prototyping".

Um den Wissenstransfer der heterogen, aus Juristen und Entwicklern bestehenden Teams zu fördern fanden, neben dem selbstorganisierten Wissensaustausch in den Teams, auch Workshops statt. Sie halfen, Entwickler mit bestehender Software, Konzepten und Herausforderungen aus dem Rechtsbereich vertraut zu machen. Für Juristen waren sie der Einstieg in den Prozess der Softwareentwicklung von der Idee bis zum ersten Prototypen.

Bei der abschließenden Preisverleihung wurden der hochkarätigen Jury einige für den kurzen Zeitraum beeindruckende Ergebnisse vorgestellt. Das Team von RenoJane gewann mit einer virtuellen Assistentin für den Anwalt, die schon erste sprachgesteuerte Ansagen ausführen konnte. Danach wurde gefeiert. Weitere Impressionen des Hackathons

Mehr zu der faszinierenden Zusammenarbeit von Entwicklern, Juristen und Legal Tech Engineers findet sich von einem der Veranstalter hier Florian Glatz (blog.hacking.law)

Das Foto wurden freundlicherweise von hacking.law zur Verfügung gestellt Copyright by Merav Maroody

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