Bahn setzt auf billigeres Fremdpersonal

von Prof. Dr. Markus Stoffels, veröffentlicht am 27.05.2010
Rechtsgebiete: ArbeitsrechtBahnLohndumpingSubunternehmer|2807 Aufrufe

Die Bahn will nach einem Bericht der SZ künftig neue Strecken zwar mit eigenen Zügen, aus Gründen der Kostenersparnis jedoch mit fremdem Personal (Lokführer, Zugbegleiter) befahren. Aktuell geht es um die Bewerbung der Deutschen-Bahn-Tochter DB Regio um einen Auftrag für das "Warnow-Netz", das Strecken rund um Rostock in Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn, wird hierzu mit den Worten zitiert: "Der Tariflohn der Deutschen Bahn liegt zum Teil 30 Prozent über dem Lohnniveau unserer Wettbewerber. Wenn wir für das Warnow-Netz zu den Bedingungen unseres bestehenden Tarifvertrages bieten würden, könnten wir die Ausschreibung nie gewinnen." Weber sieht sich zum Handeln gezwungen, ja spricht sogar von einer "Notwehrsituation". Hintergrund ist, dass die Bahn im lukrativen Regionalverkehr sukzessive Marktanteile an ihre Mitbewerber verliert. Die Bahn will allerdings nur vorübergehend so handeln und zwar solange, so Weber, "bis wir einen Branchentarifvertrag haben, der für alle Eisenbahnunternehmen annähernde gleiche Löhne regelt." Bei den Bahnmitarbeitern und den Gewerkschaften ist die Empörung hingegen groß. Alexander Kirchner, Chef der Bahngewerkschaft Transnet, spricht von einer "weiteren Eskalation in Richtung Lohn- und Sozialdumping."

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