Alle paar Monate: Neue Statistiken zu Verkehrstoten...diesmal 18 % weniger

von Carsten Krumm, veröffentlicht am 24.05.2009

Alle paar Monate komme ich auch mal auf die Seite des Statistischen Bundesamtes www.destatis.de. Hier wurde gerade die neueste Statistik zu Verunglückten und Getöteten bei Straßenverkehrsunfällen für die Monate Januar bis März 2009 veröffentlicht. Aus der Pressemitteilung Nr.194 vom 22.05.2009:

"Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres 802 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen in Deutschland ums Leben. Das waren 175 Personen oder 18% weniger als in den Monaten Januar bis März 2008. Etwas geringer war der Rückgang bei der Zahl der Verletzten mit - 12% auf 74 200....
 
Trotz dieser positiven Entwicklung bei den Verunglückten musste die Polizei im ersten Quartal dieses Jahres mehr Unfälle aufnehmen als im Vorjahr. Insgesamt wurden rund 539 000 Straßenverkehrsunfälle gezählt, 2,1% mehr als von Januar bis März 2008. Während die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 11% auf 57 700 gesunken ist, stieg die Zahl der Unfälle mit ausschließlich Sachschaden um 4,0% auf rund 481 300...."
 

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6 Kommentare

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Das sind doch gute Zahlen! Wären es 0-5% wären das normale statistischte Schwankungen, aber so? Offenbar lohnt sich die Arbeit der Behörden für mehr Sicherheit im Straßenverkehr (Sicherheitsvorschriften für Fahrzeuge, Tempolimits, Gestaltung des Verkehrsraumes), oder wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen?

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Unfälle mit schweren Folgen gehen seit Jahrzehnten - und zwar erheblich - zurück. So gab es ind en 70ern noch ca. 20.000 Verkehrstote pro Jahr, derzeit sind es unter 5.000 Verkehrsunfalltote. Gründe gibt es viele: Verbesserte Fahrzeugsicherheit (Bremsen, Knautschzonen, Airbags), Sicherheitsregeln (Gurtpflicht, Tempolimits), aber auch verbesserte Normakzeptanz (Alkoholfahrten).  Die konkreten Vergleichszahlen eines bestimmten kürzeren Zeitabschnitts können aber z.B. auch durch Wetterbedingungen beeinflusst sein, hier kann sich möglicherweise schlechtes Wetter "positiv" auswirken.  Darauf deutet die Erhöhung der Unfallzahl bei zugleich geringerer Todesrate - mehr Unfälle bei geringeren Geschwindigkeiten.

Die Zahlen sind erfreulich.

Aber, man stelle sich vor, der Bahnverkehr (oder die Luftfahrt) hätten in den ersten 3 Monaten des Jahres 802 Todesopfer gefordert.

Kein Zug dürfte mehr den Bahnhof verlassen, Mehdorn säße vermutlich in U-Haft

 

Stimmt, Herrn Burschels Vergleich hinkt etwas.

Dann vergleichen wir mal Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen: In der Verkehrssicherheitsforschung nimmt man die so genannten Personenkilometer als Maßstab. Nun beschaffen wir uns - z.B. per Suchmaschine mit den Stichwörtern Verkehrssicherheit, Personenkilometer und Bahn - die nötigen Zahlen. Es werden uns sogleich zahlreiche Fundstellen ausgeworfen, die die Verkehrssicherheit des PKW pro Milliarden Personenkilometer mit der Verkehrssicherheit der Bahn pro Milliarden Personenkilometer vergleichen. Der Vergleich ergibt einen hohen zweistelligen Faktor zwischen den Toten hier und den Toten dort. Und er ergibt auch einen hohen zweistelligen Faktor zwischen den Verletzten hier und den Verletzten dort. Die Bahn ist sich in jeder Hinsicht um ein Vielfaches sicherer.

Wer solchen Angaben "Bahnfahren ist 47 mal sicherer als Autofahren" u.ä. nicht glauben mag, kann sich auch die dahinter steckenden Zahlen beschaffen. Für überschlägige Zwecke mag es genügen, die Pkm zu ermitteln:

Auf die Frage, "wieviele Leute Auto und wieviele Bahn" fahren, findet sich ziemlich schnell eine Antwort: Es werden mit dem PKW rund 850 Milliarden Personenkilometer pro Jahr zurückgelegt, mit der Bahn "nur" rund 75 Milliarden Personenkilometer. Das ergibt einen Teiler von rund 11. Stellen wir also Herrn Burschels Frage so: Wenn in den genannten drei Monaten Jan-März 2009, in denen auf der Straße 802 Personen ihr Leben lassen mussten, durch die Bahn 73 Personen getötet worden wären, was wäre dann? Herrn Burschels Antwort wäre wohl die selbe wie die, die er so schon gab.

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