Der Beck-Verlag auf Twitter

von Ralf Zosel, veröffentlicht am 16.09.2009
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Seit einigen Tagen twittern die Kolleginnen und Kollegen des Verlagsteils Literatur Sachbuch Wissenschaft unter CHBeckLiteratur "Neues aus dem Verlag". Ich hatte Gelegenheit, den Verantwortlichen ein paar Fragen zu ihrem Twitter-Engagement zu stellen und sprach mit Herrn Dr. Jonathan Beck (jb), Frau Tanja Warter (tw) und Herrn Andreas Kurzal (aKu).

 

Glückwunsch zum - wie ich finde - gelungenen Start auf Twitter. Was bezwecken Sie eigentlich damit?

jb: Wir haben den Eindruck, dass auf Twitter viele schlaue und buchnahe Leute unterwegs sind. Für diese Menschen machen wir Bücher. Unsere Bücher werden zwar oft und fast immer gut in den Printmedien besprochen, aber wir möchten unsere Zielgruppe auch über Twitter erreichen und - das ist vielleicht wichtiger - für sie erreichbar sein. Außerdem interessiert uns einfach, was andere so über den Verlag twittern.

tw: Die Möglichkeiten, sich über gute Sachbücher und in spannende Literatur zu verständigen, scheinen bei Twitter noch unmittelbarer, präziser und leichter zugänglich zu sein. Wenn wir von uns ausgehen: Wir alle sind dankbar, wenn uns von Personen, die mit uns auf einer Wellenlänge liegen, gute Bücher empfohlen werden. Twitter als Medium scheint uns dafür sehr gut geeignet.

Sie twittern nicht einfach drauflos. Wie sieht das Konzept aus?

tw: Im Verlag C.H.Beck Literatur Sachbuch Wissenschaft erscheinen geistes- und kulturgeschichtliche Bücher mit einem deutlichen Schwerpunkt auf zeitgeschichtlichen Themen, seit 10 Jahren außerdem ein literarisches Programm. Indem wir auf druckfrische Novitäten, brillante Gedanken unserer Autoren, anrührende Textpassagen aus unseren Büchern, herausragendes Lob in der Presse, auf Preise und Auszeichnungen, Lesereisen und Vorträge aufmerksam machen, versuchen wir allen Programmteilen gerecht zu werden.

Sie sind ja nicht der erste Verlag, der Twitter ausprobiert. Haben Sie sich an den anderen Verlagen orientiert? Was waren die Vorbilder?

aKu: Wir haben versucht, uns der Twitterwelt individuell zu nähern und haben genau definiert, was unserer Meinung nach sinnvoll und twittergerecht ist. Und natürlich haben wir uns auch angeschaut, was etwa KiWi, Piper und Co. twittern.

Mir gefällt gut, dass Sie nicht anonym twittern, sondern die Tweets per Initialen zuordnen. Leider erfährt man aber nur den Namen und nichts weiter. Können Sie ein paar Hintergrundinformationen zu den Personen geben?

jb: Ich bin ein Mitglied der Familie, die hinter dem Verlag steht. Nach meinem Studium und diversen Jobs als Volkswirt kümmere ich mich seit Februar 2008 im Lektorat Literatur Sachbuch Wissenschaft vor allem um elektronische Medien, und arbeite außerdem in der Betriebswirtschaft mit.

aKu: Ich bin seit nun fast zehn Jahren zuständig für den Internetauftritt www.chbeck.de und habe vorher im Vertrieb und in der Werbung gearbeitet.

tw: Im Oktober 2004 bin ich in den Verlag eingetreten und betreue seit 2006 das literarische und literaturwissenschaftliche Programm innerhalb der C.H.Beck'schen Presseabteilung.

Neulich gab es diese schöne Geschichte "Wenn Unternehmen twittern" im Weblog Trendopfer. Wie sieht das bei Ihnen aus, können Sie frei und spontan agieren oder gibt es einen Abstimmungsmarathon?

tw: Wir halten das tatsächlich frei und spontan - und lassen uns überraschen, was die Twitter-Kollegen spannend finden und welche Tweets sie versenden.

jb: Im Vorfeld haben wir uns schon zusammengesetzt und ein paar strukturierte Gedanken gemacht, aber das war kein Abstimmungsmarathon, mehr ein kurzer Hürdenlauf.

Wie ist bis jetzt die Resonanz?

aKu: Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden! Die große Nachfrage hat uns sehr überrascht, wobei für uns eher die Qualität der Kontakte wichtig ist, weniger die reine Anzahl der Follower.

Frau Warter, Herr Dr. Beck, Herr Kurzal, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

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