... und wo bleibt Ratko Mladic?

von Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg, veröffentlicht am 01.04.2010

Das serbische Parlament hat nach einer ihrer heftigsten Debatten seit dem Sturz von Slobodan Milosevic vor zehn Jahren eine Erklärung angenommen, in der das Massaker von Srebenica im Juli 1995 verurteilt wird (google maps). Nach dem Fall der muslimischen Enklave und "UN-Schutzzone" waren damals fast 8000 muslimische Jungen und Männer von bosnisch-serbischen Truppen unter dem Befehl des Generals Ratko Mladic ermordet worden. Die Eroberung erklärte Mladic zu einem Geschenk an das serbische Volk; ein Geschenk, das das schlimmste Massaker an Zivilisten in Europa seit 1945 zur Folge hatte und an dem die Frauen von Srebrenica noch heute leiden.

Die Erklärung des serbischen Parlaments vermeidet das Wort für das, was es war, "Völkermord". Immerhin wird auf ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs aus dem Jahr 2007 Bezug genommen, das den schrecklichen Massenmord als Genozid beschreibt. Die Erklärung ist ein erster mutiger Schritt, sich der Vergangenheit zu stellen. Nur: Worte allein reichen nicht. Wenigstens jetzt sollte die serbische Regierung Ratko Mladic ausfindig machen und an den Internationalen Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) überstellen.

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