Neuer EU-Standard: Tagfahrlicht - Was meinen Sie?

von Carsten Krumm, veröffentlicht am 08.02.2011
Rechtsgebiete: EU-KommissionTagfahrlichtVerkehrsrecht8|2977 Aufrufe

Beck-Aktuell meldet heute, dass ab dem 07.02.2011 alle neu in Produktion gehenden Pkw- und Kleintransporter-Modelle mit Tagfahrlicht (Daytime Running Lights) ausgerüstet werden müssen. Lkw und Busse folgen im August 2012.


Scheint auf den ersten Blick durchaus sinnvoll, oder?! Ob natürlich Unfallzahlen/Verletztenzahlen hierdurch messbar reduziert werden, dürfte eher zu bezweifeln sein.

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8 Kommentare

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Ich schlage vor, dass alle neu in Produktion gehenden Pkw- und Kleintransporter-Modelle mit Blaulicht und Sirene ausgerüstet werden.

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Gibt es eigentlich mittlerweile auch nur einen einzigen nachvollziehbaren Grund, warum bei TFL keine rote Heckbeleuchtung erlaubt ist?

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Es wurde irgendwann mal mit guten Grund eingeführt, dass Motorräder mit Licht fahren müssen, damit man sie besser wahrnimmt.

Ein Teil des Effekts geht natürlich verloren, wenn alle Fahrzeuge beleuchtet fahren - und Motorradfahrer sind bei Unfällen mangels Knautschzone immer deutlich gefährdeter als Autofahrer.

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Grundsätzlich bin ich dagegen das Fahrzeuge permanent beleuchtet werden müssen, weil man ja annehmen sollte, das bei unzureichenden Lichtverhälltnissen die Autofahrer selbst die Lampen einschalten um besser gesehen zu werden.

 

Leider klappt das so nicht (und deswegen sind Autos in der Hinsicht gleichgefährlich wie Motorräder). Selbst bei schlechtem Sonnenlicht wird ohne Licht gefahren. Das wiederum macht insbesondere Überholmanöver auf der Gegenfahrbahn riskanter.

Aus diesem Grund sehe ich es als absolut sinnvoll an, dass neu hergestelle Autos ein Tagfahlicht erhalten. Es reicht ja schon sone bummelige LED-Leiste. Das kostet nicht viel Strom und schont dabei dann die Umwelt. (Ich denke mal, das 2-3 verhinderte Unfälle den Stromverbrauch aus Umweltbelastungssicht wieder aufwiegen, zwecks auslaufendem Öl und Einsatz von RTW/ Feuerwehr etc.)

 

Somit ist der Einschnitt in die Handlungsfreiheit durch sinnvolle Erwägungen des Allgemeinwohls angemessen ausgeglichen.

In Skandinavien ist das schon lange so, allerdings ist das dort auch im Durchschnitt dunkler.

Ich halte das Thema für ein gutes Beispiel, wieso Deregulierung nicht funktioniert. Dass die für Hellichkeit und Witterungsbedingungen angemessene Beleuchtung in §17 StVO seit Menschengedenken vorgeschrieben ist, hält trotzdem viele nicht davon ab, hier "Strom zu sparen". Bei dem Nebel hier im Maintal heute morgen, kamen mir wie üblich mehrere Fahrzeuge ohne Licht entgegen. "Ich seh ja was". Und das in Franken, dem Land der Regeln und Vorschriften ...

Jedem vernunftbegabten Menschen ist unmittelbar klar, dass so ein Verhalten bei Überholmanövern lebensgefährlich ist.

Was ist also die Folge: Es wird eine Pflicht draus gemacht, die auch technisch umzusetzen ist.

Man sollte also annehmen, dass das auch hilft. Frage ist nur, ob das den Erfolg zeitigen wird, und wann. Wenn nicht noch eine Abwrackprämie kommt, werden wir noch Jahrzehnte Autos auf den Straßen ohne diese technische Umsetzung haben.

Und selbst wenn die Pflicht auch einmal auf alle Fahrzeuge ausgeweitet wird (wovon ja auszugehen ist): Welche gesetzliche Verpflichtung die notorischen Stromsparer nun ignorieren, ist ja eigentlich wurscht, oder ?

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Ich habe nichts gegen das Tagfahrlicht, man sieht den Gegenverkehr und auf Autobahnen auch den Verkehr hinter sich besser mit diesem Licht. Allerdings sollten Autoverkäufer der Kundschaft den Hinweis geben, dass die Rücklichter dabei nicht mit eingeschaltet sind. Ich bin 1-2 mal ohne Licht gefahren, da ich den Eindruck hatte, ich hätte es eingeschaltet, war aber eben nur das Tagfahrlicht!

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Die Motorradfahrer verlieren durch das TFL an Pkw ihren TLF-Vorteil. Radfahrer, die tagsüber oft noch ganz ohne Licht fahren, haben einen erheblichen Nachteil. Das hat bisher zu entsprechend negativen Äußerungen dieser "Betroffenen" und ihrer Verbände geführt.

Allerdings halte ich eine Verpflichtung zum Einbau energiesparenden TFL inzwischen für nicht mehr so schlimm wie noch vor fünf Jahren, weil inzwischen Pkw in der Regel auch freiwillig(!) mit Licht gefahren werden und der eine, der es nicht tut, eben auch eher übersehen wird. Das ist anders als noch vor zehn Jahren.

Am Fahrrad sehe ich inzwischen auch immer öfter TFL. Ich habe ebenfalls keine Lust, das Licht noch (wie vor zehn Jahren) an- und abzuschalten, weil die Systeme kaum noch einer benutzungsabhängige Abnutzung unterliegen und die sechs bis zehn Watt zum Betrieb des Lichts mit prall gefüllten Reifen und einer gut geölten Kette leicht mehrfach reingeholt werden können. Und dabei habe ich dann sogar noch Rücklicht.

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In Österreich hat es auch mal eine Verpflichtung zu Tagfahrlicht gegeben (vom 15.4.2006 bis zum 31.12.2007). Sie wurde wieder abgeschafft, weil man das Gemetzel unter Fußgängern und Radfahrern, das sie (via geänderte Sehgewohnheiten und damit geänderte Fahrgewohnheiten) herbeigeführt hatte ("Da leuchtet nichts? Dann kann ich ja fahren!" - Rumms), nicht länger verantworten konnte.

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