Corona-Zahlenvergleiche und kriminologische Dunkelfeldforschung

von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 29.03.2020
Rechtsgebiete: Corona1015|27215 Aufrufe

Dieser Beitrag stammt vom 29. März 2020. Er wurde und wird regelmäßig aktualisiert durch Updates, die unten angehängt sind.

Seit Wochen starren wir alle auf die Infektionszahlen und die Zahl der Todesfälle, überlegen uns, wie Deutschland im Vergleich zu Italien, Frankreich, USA, Südkorea etc. dasteht, sprechen über Exponentialfunktion usw. Seit Wochen denke ich, dass diese Infektionszahlen eigentlich überhaupt nichts aussagen können, denn sie sind weitestgehend eine Funktion der Rate und der Selektion der Messung.

Die täglich angegeben Zahl der Infizierten ist in etwa so verlässlich wie die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in der Kriminalstatistik: Wenn niemand die BtM-Delikte kontrolliert und aufzeichnet, dann GIBT es sie offiziell einfach nicht. Und wenn die Polizei damit beginnt, BtM-Straftaten zu verfolgen und Personen auf Btm zu kontrollieren, dann sind die Fall- und die  Tatverdächtigenzahlen in der polizeilichen Kriminalstistik komplett davon abhängig, wie viele Polizeibeamte wo und wen kontrollieren, wiederum auch abhängig davon, wie die Polizeibeamten ausgerüstet werden und wie motiviert sie bei den Kontrollen sind.

Übertragen auf COVID19: Die Anzahl (wie viele werden überhaupt getestet?) und die Verteilung (wer wird getestet?) der Tests ist derzeit  national, regional, gesundheitspolitisch und faktisch so unterschiedlich und Maßstäbe wie Selektionskriterien ändern sich im Zeitverlauf so stark, dass die Zahl der positiv Getesteten für die derzeitigen Ländervergleiche objektiv praktisch wertlos ist.

Wenn die Zahlen ansteigen, KANN es theoretisch daran liegen, dass die Infektionen tatsächlich häufiger sind, aber es kann genauso daran liegen, dass man mehr Personen getestet hat oder die Selektionskriterien verändert hat, dass man stärker als vorher in einer betroffenen Region testet oder stärker eine andere Altersgruppe oder dass es leichter geworden ist für Personen, die sich krank fühlen, beim Hausarzt getestet zu werden. Anders als das RKI jetzt angekündigt hat, ändert sich an den Verzerrungen auch nichts dadurch, dass man einfach die Anzahl der Tests erhöht: Neue Kriterien machen Vergleiche zur vorherigen Situation noch schwieriger, wenn nicht unmöglich, und sie können die Realitätsabbildung sogar noch stärker verzerren.

Wir starren also auf Kurven, deren Datengrundlage anhand der Messkriterien einfach viel zu unterschiedlich ist und sich noch dazu auch innerhalb eines Staates nahezu täglich ändert, zB hinsichtlich der Verfügbarkeit und Distribution von Tests und Laboratorien. Noch dazu hinken die Ergebnisse einige Tage der Testung hinterher - in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich lange verzögert.

Diese täglichen Vergleiche sind deshalb m.E. komplett sinnlos.

Sinnvolle Vergleiche wären möglich, wenn in jedem Land bzw. in jeder betr. Region eine repräsentative Stichprobe von allen Einwohnern  gezogen und getestet würde (ich schätze 1000 Personen würden in einer Region ausreichen, deren Betroffenheitsgrad vorher bestimmt wurde, für die ganze Bundesrepublik müsste ein weit größere Stichprobe gezogen werden, siehe Diskussion unten), und zwar in regelmäßigen ca. 48-stündigen Abständen: Denn allein daraus, aus einer repräsentativen Stichprobe, die Region, Geschlecht, Alter der Gesamtbevölkerung abbildet, könnten Schlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Infektionsrate tatsächlich ist, wie stark sie steigt und wie viele Infizierte voraussichtlich schwer erkranken, also hospitalisiert oder beatmet werden müssen oder sterben. Schließlich lässt sich nur so ermitteln, ob diese Kurve der Neu-Infizierten aufgrund der getroffenen Maßnahmen abflacht. Denn auch dies lässt sich mit den derzeitigen Messungen gar nicht ermitteln: Solange nicht jeder getestet wird/werden kann oder zumindest eine repräsentative Stichprobe von allen, werden selbst bei Absinken der tatsächlichen Neuinfektionsrate die gemessenen Infektionszahlen noch ansteigen, denn man schöpft dann nur das (bisher nicht getestete) Dunkelfeld aus.

Warum die WHO eine solche repräsentative Stichprobe nicht anregt oder verlangt (nicht einmal von den großen Industriestaaten), ist ein Rätsel. Denn nur so ließe sich der Status und die Entwicklung der Pandemie einigermaßen zuverlässig ermitteln.

Solange es solche repräsentativen Studien nicht gibt, könnte ein anderer Vergleich der zugänglichen Daten nützlich sein, so wie es auch in der Kriminologie etwa bei internationalen Vergleichen erfolgt. So wird für den Vergleich der Gewaltprävalenz die Tötungsrate international verglichen, also die vorsätzlichen Tötungen im Verhältnis zur  Bevölkerung, also (relativ besser) messbare „hard facts“, die nicht praktisch zu 80 bis 90 % von der Selektion bei der Messung abhängen.

Ein einigermaßen hartes Faktum ist die SterbeRATE in der Bevölkerung. Wir können in den westlichen Gesundheitssystemen jedenfalls davon ausgehen, dass die Todesfälle durch COVID19 zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser und objektiver erfasst werden als die tatsächlichen Infektionszahlen. Noch besser wäre es, die Zahl der schwer Erkrankten zu vergleichen, denn die Sterbefälle hängen wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme ja auch davon ab, wie gut oder schlecht eine Gesellschaft mit der Pandemie umgehen kann (Stichwort: Intensivbetten, Beatmungsgeräte).

Im Netz habe ich nur eine Stelle gefunden, die die Todesraten für die westlichen Industriestaaten regelmäßig auswertet und in Beziehung setzt. Kevin Drum ist ein Blogger aus Kalifornien, der neun Staaten miteinander vergleicht Ein keineswegs perfekter Vergleich, dessen Aussagekraft aber m.E. etwas besser einzuschätzen ist.

Zu beachten sind folgende Setzungen:

1. Die Todeszahlen werden jeweils auf die Gesamtbevölkerungszahl bezogen (und nicht, wie üblich, auf die Zahl der gemessenen Infizierungen).

2. Es wird der Vergleichs-Nullpunkt jeweils bei 1 Todesfall pro 10 Millionen der Bevölkerung gesetzt (und nicht wie üblich, ab dem Zeitpunkt einer aufgrund relativ willkürlicher Testraten angenommenen Anzahl der Infektionen.

3. Die Italienkurve wird zum Vergleich herangezogen, weil dort relativ früh ein Sterbefall pro 10 Million Bevölkerung aufgetreten ist und alle anderen westlichen Staaten einige Tage oder Wochen hinterherlaufen.

Was sind nun die Erkenntnisse aus diesem Vergleich (27.03.2019)?

a) anders als alle anderen feststellen: Deutschland steht (bisher) nicht wesentlich besser da als Italien. DE ist vielmehr mit ITA auf derselben Linie wie Frankreich, Schweden und UK. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob DE tatsächlich die Krise so viel besser bewältigt als ITA.

b) Die Schweiz steht überraschend gut da, Spanien viel schlechter als ITA.

c) USA und Canada stehen in dieser Statistik derzeit– noch – gut da, sogar besser als Deutschland.

Einwände, wie etwa das  Dunkelfeld der ungetestet/unbehandelt am Virus Verstorbenen sind allerdings auch hier in Rechnung zu stellen. Erst nach der Krise wird man an der Steigerung der Sterblichkeit im Jahr 2020 weitere Einschätzungen treffen können, auch was die mittelbaren Sterbefälle (durch allg. Überlastung des jew. Gesundheitssystems) angeht.

Update (31.03.):

Ich habe als Bild oben die neuere Grafik von Kevin Drum eingefügt (Stand ist jetzt 30.03.):

a) auch in Deutschland steigen die Sterberaten zwar, aber sie bleiben jetzt etwas niedriger als in Italien im verglichenen Zeitpunkt. Frankreich und UK sind in etwa auf demselben Pfad wie ITA

b) Die Schweiz bleibt bei den Sterbezahlen unter der Vergleichskurve Italiens - dies könnte in etwa der Pfad sein, der sich auch in DE zeigen wird (CH ist in diesem Vergleich neun Tage voraus).

c) In USA steigen die Sterbezahlen an, liegen aber noch deutlich unter der Italienkurve.

Was allerdings diese Kurvenvergleiche nicht abbilden (können), ist, wie sich das Virus innerhalb der einzelnen Staaten verbreitet. Besonders gefährlich ist es dort, wo viele Risikogruppenangehörige  infiziert werden - dort steigen auch die Sterberaten erheblich. Sind dies begrenzte Regionen innerhalb eines Staatsgebildes, dann zeigt sich dies kaum in der Sterblichkeitsrate für den Gesamtstaat. Dies zeigt sich etwa in den USA, aber auch in China (das in dieser Grafik nicht enthalten ist). Man müsste für diesen Vergleich dann kleinere Einheiten verwenden, also etwa den Staat New York oder die Provinz Hubei.

 

Es wird nun unter Leitung des Virologen Streeck zumindest in dem ersten deutschen Infektionscluster Heinsberg eine repräsentative Panel-Studie mit 1000 Personen durchgeführt, Es werden damit nicht nur die (bisher) getesteten und positiven Fälle bei Infektionsverdacht erfasst, sondern eine repräsentative Stichprobe aus dem gesamten Landkreis. Dies geht deutlich in die Richtung, die ich oben angedeutet habe, auch wenn sie natürlich keinen Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern und schon gar nicht Staaten ermöglicht. Wünschenswert wäre zumindest eine weitere repräsentative Pilotstudie in einem bisher unauffälligen Landkreis und ähnliche Panel-Studien in zwei Städten. Aber man kann nicht alles haben. Die Kritik daran, dass man nicht schon vorher repräsentative Studien durchgeführt hat, teile ich.

Update (3. 4. 2020):

Es ist nun mind. eine weitere Studie geplant, die das Dunkelfeld aufhellen soll, berichtet der Spiegel heute.

Update (6.4.2020):

Ich habe die Grafik von Kevin Drum aktualisiert.
Fortschreibung der vorher genannten Entwicklungen:
a) die Sterberaten in DE bleiben deutlich unter denen von Italien, sie sind auch besser als die Entwicklung in der Schweiz

b) Frankreich und UK liegen nun etwas über der Kurve von Italien, Schweden etwa gleichauf

c) Die USA bleiben bislang unter der Kurve von Italien, scheinen aber "aufzuholen"

d) Spanien zeigt die schlimmste Entwicklung der neun verglichenen Staaten, Canada die beste.

Update (7.4.2020)

Auszug aus einem Thesenpapier von Schrappe u.a. vom 5. April (Aerztezeitung dazu):

These 1.1. Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da
kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen
zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a.
asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist.
1. Die Zahl der täglich beim RKI gemeldeten Fälle wird in hohem Maße durch die
Testverfügbarkeit und Anwendungshäufigkeit beeinflusst.
2. Unter Berücksichtigung dieser anlassbezogenen Teststrategie ist es nicht
sinnvoll, von einer sog. Verdopplungszeit zu sprechen und von dieser Maßzahl
politische Entscheidungen abhängig zu machen.
3. Die Darstellung in exponentiell ansteigenden Kurven der kumulativen Häufigkeit
führt zu einer überzeichneten Wahrnehmung, sie sollte um die Gesamtzahl der
asymptomatischen Träger und Genesenen korrigiert werden.
4. Die Zahl der gemeldeten Fälle an Tag X stellt keine Aussage über die Situation
an diesem Tag dar, sondern bezieht sich auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit.
5. Ungefähr zwei Drittel der Infizierten werden zu diesem Zeitpunkt nicht erfasst.
6. Überlegungen zu populationsbezogenen Stichproben (Nationale Kohorte)
müssen intensiviert werden.

Die These entspricht weitestgehend meiner Kritik oben.

Update (9.4.2020)

Grafik von Kevin Drum aktualisiert.

Aus der Berichterstattung über erste Ergebnisse aus der oben erwähnten Heinsberg-Studie:

Das sind die ersten, aber schon repräsentativen Zwischenergebnisse:

  • Bei 15 Prozent der untersuchten Bewohner Gangelts konnte eine Infektion nachgewiesen werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent.
  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Letalität aktuell laut der Johns-Hopkins-Universität bei 1,98 Prozent - also fünf Mal höher.

An der Pilotstudie, bei der es darum ging mehr über die Dunkelziffer des Virus und Übertragungswege herauszufinden, nahmen Streeck zufolge mehr als 1000 Bewohner teil. Die Untersuchung basierte auf Fragebögen, Rachenabstrichen und Blutentnahmen (zum Test von Antikörpern, die auf eine Immunität hinweisen).

Update (11.4.2020)

Inzwischen wird die Heinsberg-Studie stark kritisiert, zum einen wegen der frühen Veröffentlichung mittels einer Art Medienkampagne, zum anderen wegen (angeblicher) methodischer Fehler zum dritten, weil sie nichts wesentliches aussage über Deutschland insgesamt.

Ich habe im Moment eine ganz andere Kritik, die daran anknüpft, was die Studie als Zwischenergebnis aussagt: Unabhängig davon, ob diese oben geäußerten Kritikpunkte zutreffen, denke ich, dass dieses Zwischenergebnis nicht stützt, zu welcher politischen Aussage es jetzt verwendet wird oder werden soll: Es sind aus diesen Zahlen m.E. keine Argumente für oder gegen "Lockerungen" zu entnehmen. Es lassen sich insbesondere zwei Nachrichten/Botschaften entnehmen, die sich in der Richtung widersprechen.

1. Die - eingeschränkt - gute Nachricht:  Das Virus wäre (wenn die Ergebnisse bestätigt werden können) weniger tödlich als bislang von vielen angenommen. Ob das auch auf die Gefährlichkeit zutrifft, dazu müsste auch noch die Hospitalisierungsrate genannt werden, denn wenn die Erkrankten nur aufgrund besonders guter Kliniken gerettet werden können, dann sagt uns diese Sterberate noch nicht viel über die weltweite Gefährlichkeit im Sinne von schwerer Erkrankung.

2. Die schlechte Nachricht: Selbst in Heinsberg sind erst 15 % der Menschen infiziert. Das bedeutet hochgerechnet, dass in Deutschland wohl weit weniger infiziert sind (1 %?) und das bedeutet wiederum, dass wir noch sehr weit entfernt snd von einer Herdenimmunität, da noch 99 % der Menschen infiziert werden können, wenn wir nicht auf Distanz gehen.

Also: Vorsicht ist geboten, sowohl bei  der Interpretation der Daten als auch bei politischen Konsequenzen.

Update (13.04):

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum nochmal neu eingefügt. Es zeigt sich bei den Sterberaten in DE (bezogen auf die Bevölkerung!) ein hoffnungsvoller "Knick" seitwärts.

Einiges, was ich oben im Beitrag geschrieben habe, sieht auch Prof. Vogt, ein Schweizer Virologe, ähnlich, in einem sehr lesenswerten Beitrag, der insbes. auf die Schweizer, aber auch auf die europäische Reaktion und Situation insgesamt eingeht und die politischen Versäumnisse klar herausstellt, hier:  Quelle: Mittelländische

Update (17.04.):

Habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Die Todesraten und ihr Wachstum unterscheiden sich nun stark. Deutschland und Kanada liegen recht gut - ein  Abflachen der Kurve in Deutschland ist zu erkennen, Schweden und USA sind aber offenbar noch nicht am "Peak" der Sterbezahlen angekommen, auch Frankreich macht keinen sehr hoffnungsvollen Eindruck.

Beachten Sie (neben der Kurvenentwicklung) auch die Sterbefälle pro Million der Bevölkerung.

Mein Monitum, dass Dunkelfeldstudien erforderlich seien, wird inzwischen von fast allen geteilt, auch - reichlich spät, finde ich - vom RKI: Pressemitteilung vom 9. April 2020.

Auch Kollegen von meiner Universität haben sich  in dem Sinne geäußert, wie ich es oben angedeutet habe (Auszug aus der Pressemitteilung, die Hervorhebung stammt von mir):

Peterhammers Studie legt die Vermutung nahe, dass um den 20. März 2020 herum die tatsächlichen Infektionen in Deutschland über die Kapazitäten für positive Tests hinausgewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Verlaufskurve der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eine deutliche Verlangsamung festzustellen. Der Grund für diese Stagnation liege jedoch nicht darin, dass die politischen Maßnahmen gegriffen hätten - ein positiver Effekt durch die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften sowie durch das Social Distancing hätte sich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in den gemeldeten Zahlen niederschlagen können, erläutert Peterhammer. Vielmehr sei es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, die tatsächlichen Neuinfektionen mithilfe der Testmethoden zu erfassen. Laut Studie spiegelten die gemeldeten Infektionen derzeit vermutlich nicht länger die tatsächlichen Fälle wider, sondern lediglich die Nachweiskapazitäten.

Felix Peterhammer spricht sich dafür aus, für die Überprüfung der Maßnahmen groß angelegte Zufallstests in der Bevölkerung durchzuführen - ähnlich wie bei Wahlumfragen könnte das Ergebnis anschließend auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet werden. Verdachtsabhängig sollte nur noch dort getestet werden, wo es medizinisch notwendig und sinnvoll ist, zum Beispiel bei schwer Erkrankten oder bei Klinikpersonal.

Update 20.04.2020:

Kevin Drum hat in seinem Blog die Darstellungsweise verändert. Er will nun zeigen, welche Länder anhand der Todesfallzahlen schon am Höhepunkt (peak) der Kurve angekommen sind bzw. diesen überschritten haben. In seinen Grafiken (unteres Bild) wird ein 6-Tages-"rolling average" verwendet, d.h. es wird jeweils der Durchschnitt der letzten 6 Tage angezeigt, um die Ausschläge täglicher Abweichungen etwas auszugleichen. Zu beachten ist, dass die Grafiken in den Zeilen verschiedene Skalen benutzen.

Um die frühere Aussage weiter zu ermöglichen, habe ich die gemeldeten Todesopferzahlen derselben neun Staaten mit der App "shinyapp" in einem Diagramm vereint (oberes Bild). Hier zeigt sich nun deutlich, wie stark die Staaten sich unterscheiden: Spanien leider außer Konkurrenz hoch, Italien, Frankreich und UK in etwa auf demselben Pfad, die USA, Schweiz und Schweden etwa gleichauf, Deutschland und Canada ebenfalls ungefähr gleichauf mit den niedrigsten Werten.

Bei shinyapp können Sie selbst weitere Grafiken erstellen und beliebige Staaten vergleichen.

 

Update 23.04.2020:

1. In einem Artikel auf der Seite von üben Sozialwissenschaftler unter dem Titel:

"Lockdown im Blindflug Was bei den Corona-Studien derzeit alles falsch läuft"

ebenfalls methodische Kritik an der bisherigen Datenbasis zur Coronakrise und es werden repräsentative Studien gefordert, Zitat:

Die Sozialwissenschaftler Menno Smid von Infas und Prof. Rainer Schnell von der Universität Duisburg-Essen beobachten immer noch eine Fixierung auf die Zahl der Infizierten. Diese sind nicht nur irreführend, weil in jedem Land zu anderen Zeitpunkten der Erkrankung und nach anderen Maßstäben getestet wird. Der Unterschied auf den Anteil der Verstorbenen im Verhältnis zu den Infizierten, erklärt sich daraus. Es handelt sich laut Schnell auch um eine „selbstrekrutierte Stichprobe“ – getestet wird nur wer Symptome zeigt –, die wenig aussagekräftig ist.

Auch die bisherigen repräsentativen Studien wiesen erhebliche methodische Mängel auf. Die geplante Studie in München sei zwar grundsätzlich geeignet, jedoch wird an der Erhebung unter Polizeibegleitung Kritik geübt:

Diese Vorgehensweise sei wohl gewählt worden, um die Unbedenklichkeit und Seriosität zu verstärken. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive entstehe so jedoch ein verfälschender Interviewereffekt, so Schnell. Schließlich ist die Teilnahme freiwillig und mancher Bürger könnte sich von dem Polizeischutz abgeschrecken lassen. Dann ist es aber wiederum nicht mehr zufällig, wer mitmacht.

2. Auf der Seite "coronasoziologie.net"  findet sich ein Artikel der beiden vorgenannten Soziologen, in denen die methodischen Problem noch einmal näher erläutert werden.

3. Ich selbst habe meine Überlegunegn noch einmal in einem Interview mit der Pressestelle der Uni Regensburg zusammengefasst. Das Interview ist auf der Homepage der Uni verfügbar.

 

Update 24.04.2020:

1. Ich habe die Grafiken/Diagramme oben aktualisiert, auch wenn es zunehmend Kritik auch an der Zuverlässigkeit der täglichen Sterbezahlmeldungen gibt (siehe dazu 2.).

Die Entwicklung der Daten anhand der vorhandenen Sterbezahlen zeigt die Fortführung der bisherigen "Kurven" bei den neun beobachteten Staaten, mit einer Ausnahme: In Schweden zeigt sich ein stärkerer Zuwachs als in USA und Schweiz. Schweden erhält ja ganz besondere Beachtung, weil dort deutlich weniger  Distanzmaßnahmen behördlich angeordnet wurden als in den anderen europäischen Ländern. 

2. Nach meinem Interview, das auf der Homepage der Universität Regensburg veröffentlicht wurde, erreichte mich die Post eines örtlichen Kollegen aus den Humanwissenschaften, der wesentlich detaillierter ganz ähnliche Kritik an den offiziellen Infektionszahlen formuliert hat. In seinem Aufsatz "The Scenario of a Pandemic Spread of the Coronavirus SARS CoV 2 is Based on a Statistical Fallacy" hat Christof Kuhbandner  (hier die Pre-Print-Publikation, hier ein deutschsprachiger Beitrag auf scilogs, der sich auf die deutsche Situation bezieht) sich intensiv mit den Daten auseinandergesetzt und ebenso wie ich konstatiert er, dass die Infektionszahlen im Wesentlichen das Testgeschehen und nicht das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Zitat:

since the number of conducted coronavirus tests has rapidly increased over time as well, the apparent increase in infections may actually reflect increased testing, rather than a rapid spread of the coronavirus. To examine this issue, data from Austria, Belgium, France, Germany, Italy, and USA were analyzed. In all countries, the rapid increase in reported new infections was largely attributable to the rapid increase in conducted tests. Statistically controlling for the increased amount of testing revealed that the increases in reported infections dramatically overestimate the true increases in every country.

Seine dazu angestellten Überlegungen sind plausibel und entsprechen meiner Vermutung: Die Steigerung der Infektionszahlen ist mehr oder weniger einer zunehmenden Ausschöpfung des Dunkelfelds geschuldet. Da wir die Größe des jeweiligen  Dunkelfelds aber nicht kennen und die Selektionskriterien (für die Durchführung von Tests) sich zeitlich, regional und  international unterscheiden, halte ich eine korrigierte Berechnung der "wahren Infektionszahl" auf Grundlage der positiv Getesteten für weniger überzeugend.

Aber nicht nur das erörtert er in dem Aufsatz. Kuhbandner formuliert auch Kritik an der Todesfallzahlstatistik, denn auch diese sei von der Erhöhung der Testzahl betroffen. Wenn die meisten Erkrankten etwa erst kurz vor dem Tod positiv getestet wurden, werde die tatsächliche Todesursache möglicherweise verdeckt, da das Coronavirus noch gar nicht hätte so lebensgefährlich wirken können. Argument für diese Schlussfolgerung sieht er darin, dass die Todesfallzahlen in den Statistiken gleichzeitig mit den Infektionszahlen ansteigen, obwohl biologisch eine Zeitverzögerung zu erwarten sei. 

Diese Kritik an der zuverlässigen Todesfallstatistik lässt mich natürlich aufhorchen: Wenn sie zuträfe, wäre meine Annahme unzutreffend, dass das "harte Faktum" des Todesfalls die Ausbreitung der Epidemie tendenziell besser reflektiert als die Infektionszahlen. Und noch eine andere Kritik hat mir der Kollege zukommen lassen (scilogs): Die vom RKI täglich gemeldeten Todesfälle stammten ohnehin aus den letzten 14 Tagen, die Mehrheit der gemeldeten Todesfälle sei schon vor mehr als einer Woche eingetreten. Nach seiner Berechnung sei daher der "Peak" der Sterbefälle schon so früh zu verorten (Anfang April), dass die Mitte März ergriffenen Distanzmaßnahmen und Schulschließungen diesen Rückgang gar nicht erklären könnten.

Hierzu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, auch wenn ich den Einwand der (möglicherweise auch international stark abweichenden) Meldeverzögerung ad hoc nicht zurückweisen kann.

Update 28.04.:

Die beiden Grafiken habe ich aktualisiert. Inzwischen ist zu erkennen, dass sich Schweden deutlich von den beiden Staaten USA und Schweiz, mit denen es bislang in etwa auf gleicher Höhe lag, nach oben absetzt. In allen Staaten (außer Canada) zeigt sich inzwischen ein Rückgang der Todesfälle bzw. eine Plateaubildung (Schweden). Canada hat Deutschland inzwischen eingeholt bzw. überholt. Von den neun verglichenen Staaten hat Deutschland die Krise (bezgl. der Todesraten) bislang am besten bewältigt. Ob es an den Maßnahmen liegt oder schlicht am bisherigen Glück, lässt sich kaum ermessen. Die meisten anderen Staaten haben ja ähnliche oder sogar schärfere Maßnahmen ergriffen.

In einem Artikel in der Taz wird angesichts der Übersterblichkeitsstatistiken in einigen europäischen Staaten vermutet, dass das Virus schon viel mehr Todesfälle verursacht hat als bislang bekannt. Ich habe die zugrundeliegenden Statistiken aus der New York Times oben eingefügt.

Hinsichtlich der tatsächlichen Infektionszahlen und damit auch der tatsächlichen Sterblichkeit des Virus (IFR) wissen wir bislang mangels repräsentativer Studien immer noch nicht viel.

Update 30.04.:

Die Grafiken habe ich erneut aktualisiert. Nun ist auch Schweden (endlich!) "über den Berg", was die täglichen Todeszahlen angeht. Es bleibt aber dabei, dass der von manchen als so erfolgreich angesehene "schwedische Weg" (ob durch Pech oder durch unkluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) bislang deutlich mehr Opfer gekostet hat als in den Nachbarländern und auch als in Deutschland. Canada hat nun (auf Bevölkerung berechnet) ebenfalls recht eindeutig Deutschland überholt. Falls es nicht zu einer "zweiten Welle" kommt, ist Deutschland dann (durch Glück oder durch kluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) in diesem Neun-Nationen-Vergleich am besten davon gekommen. Natürlich gibt es jetzt Viele, die meinen, sie hätten schon immer gewusst, dass ein Lockdown gar nicht nötig sei, weil das Virus ja gar nicht soo gefährlich gewesen sei. Ja, hinterher kann man das immer behaupten. Auch das ist aus der Kriminologie bekannt: Erfolgreiche Prävention lässt sich schwer nachweisen und wird auch selten gelobt.

Hier ein aktuelles Interview, das ich der Bayerischen Staatszeitung gegeben habe: Interview vom 28.04..

Update 6.5.2020:

Ich habe das mit shinyapps erstellte Diagramm sowie das von Kevin Drum aktualisiert. Es ist nun erkennbar, dass die (tägl.) Todeszahlen in Spanien, Frankreich, Italien, UK, Schweiz,  Deutschland und (eingeschränkt) Schweden mittlerweile deutlich rückläufig sind. In  Canada und USA zeigt sich zwar auch eine gewisse "Plateaubildung", aber noch kein so deutlicher Rückgang (Diagramme von Kevin Drum). In den kumulierten Todeszahlen (pro Bevölkerungseinheit) bis heute steht Deutschland unter den neun verglichenen Staaten am besten da, auch Canada hat inzwischen deutlich mehr Tote (auf Bevölkerungsgröße berechnet) zu beklagen (shinyapps-Diagramm)

Da jetzt in allen Staaten gewisse "Lockerungen" der vorher unterschiedlich massiven Einschränkungen vorgesehen sind, wird sich wohl über kurz oder lang der bislang eigenwillige "schwedische Weg" überall durchsetzen. Ob und wie sich das auf die Sterberaten auswirkt, muss dann beobachtet werden. Wegen der immer noch deutlich unterschiedlichen Testkriterien (wer, wann und wo wird getestet) halte ich die Todesraten immer noch für einen besseren Vergleichsmaßstab. Aber auch hier ist weiterhin wegen der unterschiedlichen Zuordnung eines Todesfalls zur Ursache "COVID-19" Vorsicht geboten. Auch wenn inzwischen zeitlich etwas überholt, lasse ich auch die Statistiken zur Übersterblichkeit aus der New York Times noch stehen.

Meine Interpretation, dass es nach wie vor - trotz vorhandener Testkapazitäten für repräsentative Stichprobentests - selektive (und nicht unbedingt überall gleich ausgeführte) Testkriterien sind, die zu einem Test führen, die das wirkliche Infektionsgeschehen nicht wiedergibt, wird vom RKI aktuell bestätigt (Quelle: Tagesschau):

Das Robert Koch-Institut teilte vergangene Woche auf Anfrage mit, nicht unmittelbar in die Testungen involviert zu sein. Es lege lediglich die Kriterien fest, bei denen Ärzte einen Corona-Test vornehmen sollen. Bisher war die Linie, dass nur Personen getestet werden sollen, die grippeähnliche Symptome haben und gleichzeitig Kontakt zu einem Infizierten hatten. Von dieser Linie ist das RKI inzwischen abgewichen. Jetzt sollen auch Patienten "bei kleinsten Symptomen" getestet werden, wie Wieler auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Gleichzeitig hält das RKI aber an einem "strategischen Testen" fest, da ein wahlloses Testen wenig bringe. Zu einem strategischen Testen gehöre es aber auch, gezielt in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern zu testen, so Wieler.

Anmerkung: Was viele empirisch forschende Wissenschaftler fordern, ist natürlich kein "wahlloses" Testen, sondern Studien an Stichproben, die insgesamt ein repräsentatives Bild des Infektionsgeschehens in Deutschland ergeben, also nicht nur Gangelt oder München abbilden. 

Hier noch ein Zitat des Bloggers Kevin Drum, der auf einen Vergleich der Infektionszahlen der US-Bundesstaaten diese Antwort findet:

 I continue to think this is probably highly misleading since different states have vastly different testing regimes. If, say, New York is testing 1 percent of its population and Florida is testing 0.1 percent, then New York will overwhelm the total regardless of who’s going up and who’s going down. Likewise, as testing becomes more widespread, looking at cases over time becomes unreliable even within a single state. The case rate can look like it’s skyrocketing just because we’re testing far more people.

Update 8.5.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert (Datenstand 6.5./7.5.).

Zu erkennen ist nun, dass die Todeszahlen in UK trotz Verlangsamung des Zuwachses über die von Italien hinaus gehen, und die Zuwächse in Schweden, Kanada und USA nur zögerlich bzw. nicht stabil nach unten gehen. Deutschland steht weiterhin unter den neun verglichenen Staaten ziemlich gut da, die täglichen Todesfälle durch corona sind auf ein recht niedriges Niveau gesunken, tödliche Infektionen sind also in Deutschland vergleichsweise selten geworden. Man kann das m.E. durchaus den maßnahmen zuschreiben, wobei unklar ist, welche Maßnahmen genau den Effekt ausgelöst haben, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Maßnahmen hat und wie hoch daneben der Anteil von "Glück" bzw. "Pech" ist, also welche Rolle auch der Zufall spielt (etwa ob wegen ihrer Alters- und Gesundheitsstruktur besonders vulnerable Gegenden oder Institutionen betroffen sind oder nicht).

Erfreulicherweise ist jetzt von örtlichen Kolleg-inn-en eine weitere repräsentative Studie geplant, die im Landkreis Tirschenreuth stattfinden wird. In Bayern würden dann immerhin zwei solche Studien durchgeführt werden, neben der Metropolenstudie in München auch eine in der dünner besiedelten Oberpfalz.

Update 09.05.2020

1. Gingen die Infektionszahlen schon zurück, bevor die Maßnahmen greifen konnten?

Schon oben (Update vom 24.04.) habe ich auch die Thesen meines Regensburger Kollegen Kuhbandner diskutiert. Ich stimme ihm zu (bzw. er mir), dass die Infektionszahlen selbst nicht zur Einschätzung der wahren Lage taugen: Je mehr man testet, desto mehr findet man, soweit unser übereinstimmednes Fazit. Er hat dazu in seinem Artikel auf Telepolis (25.04.) ein anderes Beispiel gebracht, das aber auch sehr anschaulich ist: Bei einer bestimmten Anzahl  im Garten versteckter Ostereier, werden umso mehr gefunden, je mehr Zeit man den Suchenden einräumt. Es wäre unsinnig, aus der gefundenen Anzahl auf die tatsächliche Anzahl der versteckten Eier zu schließen. Wenn man jeden Tag mehr Zeit einräumt und mehr Eier findet, folgt daraus nicht, dass jeden Tag mehr Eier versteckt gewesen seien.

Kuhbandner versucht dann in einem weiteren Schritt aus der Testanzahl auf die wahre Steigerung der Infektionszahlen (im Dunkelfeld) zu schließen, und kommt zum Ergebnis, die tatsächlichen Infektionszahlen seien schon rückläufig gewesen, bevor die Maßnahmen überhaupt greifen konnten. Und da folge ich ihm nicht mehr: Das Dunkelfeld hat seinen Namen nicht umsonst. Es ist eben dunkel. Und aus meiner kriminologischen Erfahrung weiß ich, dass Schlussfolgerungen aus dem Hell- auf das Dunkelfeld methodisch höchst problematisch sind, auch wenn man versucht, die Verzerrungen des Hellfelds irgendwie in den Griff zu bekommen. Man ist dann nämlich darauf angewiesen, dass diese Verzerrungen (hier: Testkriterien und deren Anwendung) gleichförmig bleiben, so dass man sie statistisch auch über einen längeren Zeitraum hinweg herausrechnen kann.  Das weiß auch Kuhbandner und er versucht diese Gleichförmigkeit der Testkriterien zu reklamieren, doch hat er meines Erachtens dabei dreierlei verkannt:

a) Zwar mag das RKI die immer gleichen Selektionskriterien anwenden WOLLEN, wann wer getestet wird, aber ob dies (insbesondere bei Ausweitung der Testkapazitäten) tatsächlich in derselben Strenge eingehalten wird, erscheint mir sehr fraglich. Die Kapazitäten sind regional unterschiedlich und selbstverständlich wird das Signal ("wir sind knapp" oder "wir haben ausreichend Kapazitäten") von den Ärzten, die einen Test vor Ort vornehmen, so verstanden, dass sie ihr Ermessen, wann hinreichend Symptome vorliegen, entsprechend steuern sollen und dies auch können. Vergleich zur Kriminologie: Auch unter den bundesweit gleichen Kriterien für einen Anfangsverdacht finden wir deutlich unterschiedliche Praxen des polizeilichen Vorgehens zwischen versch. Bundesländern und erhebliche Stadt/Land-Unterschiede, ganz zu schweigen von örtlichen Unterschieden, sogar im selben Landkreis.

b) Anders als Kuhbandner annimmt, haben sich die Kriterien, wann wer wo getestet wird, auch aus Sicht des RKI gewandelt. Insbesondere werden inzw. auch sehr viele Menschen getestet, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko tragen, ganz ohne Symptome.

c) Symptome werden nicht von Überwachungsgeräten, Robotern, Drohnen oder ähnlichem festgestellt, sondern von den betroffenen Menschen selbst. D.h. es hängt sowohl das Meldedatum als auch die Meldung überhaupt davon ab, ob jemand die Symptome bei sich selbst als Corona-verdächtig einschätzt, ob er einen schnellen Draht zu seinem Hausarzt hat, ob er seine Familie und Kollegen damit behelligen möchte etc., insgesamt von vielen Faktoren, die wir aus der Kriminologie als "Anzeigebereitschaft" kennen und die individuell sehr verschieden sein können (und damit meine ich wörtlich SEHR). Ich würde vermuten, dass zumindest zu Beginn die Angst Viele dazu getrieben hat, schon bei leichtem Husten ihren Hausarzt zu nerven mit Testforderung. Mit Symptomen, die früher niemanden überhaupt zum Arztbesuch gebracht hätten. Inzwischen aber mag diese Sorge bei Vielen einer anderen gewichen sein (ich müsste dann in Quarantäne, kann ich mir das leisten, meiner Familie zumuten?).

d) Es werden nicht nur anzeigebereite  Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch - in unterschiedlichem Maße - Kontaktpersonen derselben. Und das bedeutet, auch hier hängt es stark davon ab, wie viele solcher Kontaktpersonen jemand hat und an wie viele er sich erinnert. Auch das ist nicht irgendwie vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe. Die Rate zwischen symptomatisch Infizierten und ihren Kontaktpersonen kann sogar erheblich von Woche zu Woche verschieden ausfallen.

Soweit meine Einwände. Aus den methodisch unrichtig ermittelten Infektionsdaten kann man mE nicht korrektere Daten errechnen. Es KANN so sein wie Kuhbandner schließt, es kann aber auch ganz ANDERS sein.

2. Noch ein paar Bemerkungen  zur Kritik an den Maßnahmen und  an der politischen Bewältigung der Krisensituation überhaupt:

Dass es keine  Tests an repräsentativen Stichproben gibt, habe ich im obigen Beitrag seit dem 29. März angemahnt. Inzwischen gibt es einige wenige solcher Studien, die nun auch von immer mehr Wissenschaftlern gefordert werden.

Und ich habe hier einige andere wissenschaftliche Kritik zitiert und besprochen, soweit ich meinte, dass diese etwas beitragen können mit ihren Erkenntnissen. Aber ich weiß, ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, noch bin ich politischer Entscheidungsträger. 

Zur BILD-Schlagzeile:  Deutschlands "klügste Corona-Experten": Was ich überhaupt nicht ernstnehmen kann, ist die klugscheißerische Art, mit der selbsternannte Experten, die selbst nicht im geringsten in der Position sind, für Tote verantwortlich gemacht zu werden, NACH den Maßnahmen deren Überflüssigkeit konstatieren oder so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst und sich dafür von der BILD-Zeitung oder von Reichsbürger-YouTube-Sendern feiern lassen. Das ist für einen Wissenschaftler (gleich welchen Fachgebiets) unverantwortlich und peinlich.

Update 11.05.2020

Die Regionalisierung der Gegenmaßnahmen und deren Orientierung an 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner ist theoretisch eine gute Idee, doch hinkt die praktische Umsetzung an mehreren Stellen:

a) die gemessenen Infektionszahlen (also "positiv Getestete"), an denen sich die Gegenmaßnahmen orientieren sollen, sind - wie schon oben ausgeführt - keine empirisch zuverlässigen Daten. Zudem ergibt sich insbesondere bei Menschen, die in einem Landkreis wohnen, in einem anderen (oder in einer Stadt) arbeiten, ein Zuordnungsproblem. Eigentlich müsste solch eine positiv getestete Person zweimal gezählt werden.

b) da die Landkreise sicherlich nicht interessiert sind daran, dass gerade ihr Landkreis und die darin befindlichen Firmen/Restaurants/Hotels betroffen sind von erneuten Schließungen, wird niemand dort auf eine häufigere Verdachtstestung achten, eher im Gegenteil: die Leute werden eher nicht ermuntert sich testen zu lassen, quasi ein "nudge" in die falsche Richtung, weil zu viele positiv Getestete im Landkreis "bestraft" werden.
Auch das kennen wir in der Kriminologie: Man braucht es den Bürgern nur ein bisschen schwerer zu machen, ihre Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, schon werden weniger Delikte angezeigt.

c) Der Hauptunterschied (Bevölkerungsdichte) zwischen Stadt und Land bleibt unberücksichtigt. Für Städte mit ihrem sehr beweglichen Bevölkerungen (man denke nur an den öffentl. Nahverkehr) ist daher das Maß 50 pro 100.000 möglicherweise zu hoch angesetzt, um durch Gegenmaßnahmen einen größeren Ausbruch noch zu verhindern.

Allerdings ist auch die Reproduktionszahl (für ganz Deutschland) kein besserer Maßstab, denn damit werden regional sehr hohe Verbreitungszahlen ausgeglichen durch niedrigere anderswo. Und die Reproduktionszahl beruht ebenfalls auf den positiv Getesteten und eben nicht auf den tatsächlichen Infektionszahlen. Immer wieder muss darauf hingewiesen werden: Die Erhebung dieser Daten entspricht NICHT den anerkannten Methoden empirischer Forschung.

Zu den Schlachthöfen: Wie oben schon zitiert: In den USA sind bereits 115 Fleischfabriken von Ausbrüchen betroffen (Quelle). Es ist nicht anzunehmen, dass dort Rumänen und Bulgaren beschäftigt sind. Es spricht mehr dafür, dass es nicht die "Reservearmee" ist, sondern die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter tätig sind, die eine Infektion begünstigen. Man muss hier vorsichtig sein, nicht fremdenfeindlichen Klischees Vorschub zu leisten.

Eine andere Form spezifischer Schutzmaßnahmen anhand des individuellen Risikos schlagen Schrappe et al. vor, hier (researchgate-Link). Ich möchte dies hier verbreiten, weil Schrappe et. al. (u.a. auch der Rechstmediziner Püschel) vom selben Ausgangspunkt aus einen anderen Weg einschlagen.

Update 19.05.2020

Ich habe die Diagramme zum Vergleich von neun Staaten hinsichtl. ihrer Todesrate wieder aktualisiert.

Mittlerweile ist deutlich, dass Schweden sich bezüglcih der Häufigkeit der Todesfolge den französischen Ergebnissen  annähert und UK denen von Spanien. Schweden hat, auf die Bevölkerung berechnet, mittlerweile etwa viermal so viele Sterbefälle zu beklagen wie Deutschland und die Schere geht weiter auseinander. Ob sich dies bis zum Ende der Pandemie in ein bis zwei Jahren wieder ausgleicht, wie manche annehmen, halte ich für fragwürdig. Trotz aller Unsicherheit würde ich feststellen, dass sich Schweden im Momennt NICHT eignet als Modell, wie mit dem Virus umgegangen werden sollte. Allerdings nähern sich die europäischen Staaten (einschl. Deutschland) ja nun derzeit dem schwedischen Modell an. 

Auch in der Übersicht von Kevin Drum zeigt sich, dass sich Schweden, neben USA und Canada, auch bei der Reduzierung der tägl. Todesfälle bislang deutlich schwerer tut als die anderen sechs Staaten im Vergleich.

Die Frage, ob die verschieden starken Maßnahmen (Schulschließung, Versammungsverbote, Restaurantschließung, private Quarantäne) Erfolge bringen, steht nun im Mittelpunkt erster Forschungsprojekte. Eine erste Veröffentlichung in den USA besagt, dass vor allem die Restaurantschließungen und die Privatquarantäne ("shelter-in-place") effektiv gewesen seien, Schulschließungen aber nicht! Das sind erste Zahlen, die sicherlich noch mit etlichen Fragezeichen verbunden sind. Aber wenn sich dies bestätigt, könnte das ein gutes Signal geben für Schulöffnungen auch in Europa.

Jetzt erst entdeckt, aber seine Kritik geht in eine ganz ähnlcihe Richtung wie ich sie oben formuliert habe: David Spiegelhalter (Statistiker, UK) im Interview.

Update 25.05.

Die Kurven von Kevin Drum habe ich neu hochgeladen, die Daten bei shinyapps werden leider seit dem 14. Mai nicht mehr aktualisiert, so dass sie auf diesem Stand verblieben sind.

Alle neun betrachteten Staaten sind bei den täglichen Todesziffern nunmehr weit unter ihrem jeweiligen Höchststand, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Von den Gesamtzahlen liegt die Rate in diesem neun-Staaten-Vergleich in DE bei 100 pro Million der Bevölkerungszahl. Aufsteigend von hier aus sind es in CA mittlerweile 170/Million, in CH 224/Million, in den USA 295/Million, in SWE 399/Million, in FRA 421/Million, in Italien 546/Million, in UK 557/Million und in ESP  610 pro Million der Bevölkerung. Während sich in Deutschland wahrscheinlich keine Übersterblichkeit im Vergleich zu vergangenen Jahren ergibt, wird sich COVID-19 ab der dreifachen Todeszahl auch in der Jahresstatistik der Sterbefälle deutlich zeigen.

Der relative bisherige "Erfolg" in Deutschland beim Umgang mit dem Virus kann zu einem guten Teil auf glücklichem Zufall beruhen, aber sehr wahrscheinlich haben auch die Maßnahmen zur Kurvenverflachung gewirkt. Die Gegenargumente, die ich dazu bisher gelesen habe, sind wenig plausibel. Welche von diesen Distanz-Maßnahmen geeigneter waren und welche eher überflüssig oder übertrieben, wird man allerdings - wenn überhaupt - erst später genau ermitteln können. Dass diese Maßnahmen auch Kollateralschäden haben, v.a. wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche, kann nicht bestritten werden. Dass diese "tödlicher" seien als das Virus selbst, erscheint mir aber derzeit wenig glaubhaft.

Eine von Epidemiologen/Virologen anfangs als sehr wichtig eingestufte Maßnahme, die Komplettschließung von Schulen und Kindergärten, gerät allerdings zunehmend in die Kritik. Die Infektion selbst ist für Kinder und Jugendliche wenig gefährlich und die Auswirkungen der befürchteten Verbreitung auf andere Familienmitglieder, insbesondere Großeltern, lässt sich möglicherweise mit anderen Maßnahmen verhindern. So jedenfalls die mittlerweile mehrfach publizierte Auffassung, wie - ebenfalls - Kevin Drum zusammenstellt. Leider wurde ausgerechnet in Schweden(!) die Chance versäumt, das Realexperiment (geöffnete Schulen) zu studieren. Wenn man dort geforscht hätte, wüssten wir jetzt alle mehr.

 

Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlenDruckversion

Hinweise zur bestehenden Moderationspraxis
Kommentar schreiben

1015 Kommentare

Kommentare als Feed abonnieren

"Über 50 neue Coronavirus-Infektionen in Fleischunternehmen in Dissen

Nach weiteren Tests haben sich unter den Beschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei Osnabrück 54 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Das sei das Ergebnis des zweiten Tests bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag mit. 38 dieser neuen bestätigten Fälle seien bereits als Kontaktpersonen in Quarantäne, weitere 16 Menschen müssten nun ebenfalls in Quarantäne. Ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown für zwei Wochen geschlossen.

Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown hatte am Dienstag den Notbetrieb aufgenommen - bis zu drei Tage lang durfte der Betrieb vorhandene Fleischvorräte abarbeiten. Die Arbeit in dem Zerlegebetrieb war eingestellt worden, weil bei einer Reihenuntersuchung bei 92 von 278 getesteten Beschäftigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurden. (dpa)"

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/spahn-will-praeventive-...

            Das Gute am Schlechten: Die Verhältnisse in der Ausbeuterwirtschaft zeigen, dass mit diesem Staat etwas sehr grundsätzliches nicht stimmt. Schaut man sich die Verfassungen an, dann sträuben sich einem angesichts der Ausbeutungsverhältnisse die Haare; ein paar Kontrast-Beispiele:

  • Artikel 14, 2 GG: "(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
  • Bayerische Verfassung: Artikel 151 (1) Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten. (2) 1Innerhalb dieser Zwecke gilt Vertragsfreiheit nach Maßgabe der Gesetze. 2Die Freiheit der Ent­wicklung persönlicher Entschlußkraft und die Freiheit der selbstän-digen Betäti­gung des einzelnen in der Wirtschaft wird grundsätzlich anerkannt. 3Die wirtschaftliche Freiheit des einzelnen findet ihre Grenze in der Rücksicht auf den Nächsten und auf die sittlichen Forderungen des Gemeinwohls. 4Gemeinschädliche und unsittliche Rechtsgeschäfte, insbesonders alle wirtschaftlichen Ausbeutungs-verträge sind rechtswidrig und nichtig.
  • Brandenburg: Artikel 42 (2) Das Wirtschaftsleben gestaltet sich nach den Grundsätzen einer sozial gerechten und dem Schutz der natürlichen Umwelt verpflichteten markt-wirtschaftlichen Ordnung. Der Mißbrauch wirtschaftlicher Macht ist unzulässig und zu verhindern.
  • NRW: Artikel 24 (1) Im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens steht das Wohl des Menschen. Der Schutz seiner Arbeitskraft hat den Vorrang vor dem Schutz materiel-len Besitzes. Jedermann hat ein Recht auf Arbeit. (2) Der Lohn muß der Leistung entsprechen und den angemessenen Lebensbedarf des Arbeitenden und seiner Familie decken. Für gleiche Tätigkeit und gleiche Leistung besteht Anspruch auf gleichen Lohn. Das gilt auch für Frauen und Jugendliche.
  • Saarland: Artikel 43  Die Wirtschaft hat die Aufgabe, dem Wohle des Volkes und der Befriedigung seines Bedarfes zu dienen. Durch Gesetz sind die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die Erzeugung, Herstellung und Verteilung der Wirt-schaftsgüter sinnvoll zu beeinflussen, um jedermann einen gerechten Anteil am Wirtschaftsertrag zu sichern und ihn vor Ausbeutung zu schützen.

Einzelne Artikel des GG sind heute auch noch durch EU-Richtlinien und andere GG-Artikel und einfachgesetzliche Bestimmungen zu ergänzen.

Ein Abwandern der ganzen, oder von Teilen der Fleischindustrie in das außereuropäische, oder innereuropäische Ausland würde auch ein Herr Dr. Sponsel nioch in irgendeiner Form rein wirtschaftlich doch spüren.

Also mehr Kontrollen sind sinnvoll und auch notwenig, aber die haben auch Sach- und Personal-Kosten.

Dr. Sponsels ständige Theatralik mit der  "Ausbeuterwirtschaft" und dem "Kapitalismus" stoppen auch keine Infektionen im Sozialismus und Kommunismus, falls er demokratisch ist, oder stärken dortige Wirtschaften mit sozialistischen und kommunistischen Ausrichtungen, wie ein unbefangener Blick in die Welt noch zeigt.

Der Herr aus Erlangen darf aber gerne mal Gegenbeispiele bringen, die das über längere Zeiten nun zeigen könnten.

Dass undemokratische Diktaturen im Sozialismus oder Kommunismus aber eine Infektion eventuell schneller stoppen könnten, ist ja durch deren höhere Repression zu erklären.

0

Zwei Links zur Statistik der Erzeugung:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Tiere-Tierische-Erzeugung/_inhalt.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/459142/umfrage/schweineschlachtungen-in-deutschland/

Fleisch und andere tierische Produkte  sollen außerdem auch noch billig sein, die Discounter versorgen viele Wenigverdiener, das kommt dazu.

0

Herr Dr. Sponsel hatte auch Österreich in seiner Präferenzliste aufgeführt, sieht es da denn in kleinen Mast- und Schlacht-Betrieben eventuell viel besser aus, nur weil sie klein sind?

Hier (nicht repräsentativ) zwei Videos ("Viehdeos") aus Österreich, da ist Julia Klöckner aber keine Ministerin:

Elektroqual am Schlachthof - Tierärzte schauen nur zu?

https://www.youtube.com/watch?v=KHqS7pmA7u4

Furchtbare Schweinehaltung und Schlachtung in Kärnten 

https://www.youtube.com/watch?v=Zy66P_IuiVY

Beim ersten Video den Ton laut stellen, damit auch alles gehört wird.

Realitäten abbilden, das war´s doch.

0

Nun, Zahlen, schlichte Addition - wo seit 70 Jahren die SPD herrscht, seit einiger Zeit ergänzt mit Grünen, da schafft man es in Bochum nicht, Stand 23.Mai 2020, die Sterbezahlen für Bochum für April(!) 2020 vorzulegen. Beleg: https://bostatis.bochum.de/

 

Da ich Statistiken lesen kann, sagt diese Statistik in kurzen Worten zusammengefasst das aus:

In Bochum sind im ersten Quartal 2020 insgesamt 731 Kinder geboren worden, abnehmend innerhalb der 3 Monate, davon 71 ausländische* Kinder, auch abnehmend innerhalb der 3 Monate.

In Bochum sind im ersten Quartal 2020 insgesamt 1.005 Menschen gestorben, zunehmend innerhalb der 3 Monate, davon 26 ausländische* Menschen, überwiegend zunehmend innerhalb der 3 Monate.

Demografisch gesehen bedeutet das eine Verschiebung des Verhältnisses des Ausländer*-Anteils der Bochumer Gesamt-Bevölkerung zu einem höheren Ausländer*-Anteil hin.

*Ausländer bedeutet Staatsangehörigkeit nichtdeutsch.

Endlich zufrieden damit, Herr Dr. Peus, für das erste Quartal 2020?

Wie es weitergeht in dieser Statistk, werden wir alle ja auch noch sehen und lesen können.

0

Aus den zunehmenden Sterbezahlen für Bochum im ersten Quartal 2020 innerhalb der 3 Monate könnte sich eine positive Korrelation zu den Infektionszahlen aber schon schwach andeuten, denn das ist hier doch das Thema des Threads, nicht zu vergessen.

0

Ja, Gast 05-23    12:18, so ist das mit Statistik. 2019 waren die Zahlen für die drei Monate Jan - März 388/366/388. 2020 309/346/350. Es "könnte" sich folglich eine negative Korrelation "schwach andeuten", vor allem, wenn man denkbare Viraleintragungen aus China bereits ab Januar erwägt. Man wird, da Verstoß gegen die Interessen der Viralkatastrophierungsindustrie, aber nicht einmal die eigentlich logische Frage stellen dürfen, ob das Virus für die Volksgesundheit, jedenfalls in Bochum , vorteilhafte Wirkung haben könnte. 

Dr. Peus schrieb am Sa, 2020-05-23 um 13:51 Uhr:

2019 waren die Zahlen für die drei Monate Jan - März 388/366/388. 2020 309/346/350. Es "könnte" sich folglich eine negative Korrelation "schwach andeuten", vor allem, wenn man denkbare Viraleintragungen aus China bereits ab Januar erwägt.

Das ist doch kompletter Unfug, denn die Zahlen von 2019 zum 1. Quartel zeigen keine zunehmende Tendenz, wohl aber die von 2020!

Also eine positive Korrelation zu den ebenfalls zunehmenden Infektionszahlen! Positive Korrelation heißt gleichläufig!

Wenn Sie doch so wenig Ahnung von Mathematik und Statistik und der Terminologie dabei haben, sollten Sie sich vorher informieren, bevor Sie solchen Unsinn hier posten.

0

Ein einziger Blick in eine Suchmaschine mit den beiden Stichwörtern "positive Korrelation" ergibt:

Definition Korrelation

Eine Korrelation misst die Stärke einer statistischen Beziehung von zwei Variablen zueinander. Bei einer positiven Korrelation gilt „je mehr Variable A… desto mehr Variable B“ bzw. umgekehrt, bei einer negativen Korrelation „je mehr Variable A… desto weniger Variable B“ bzw. umgekehrt.

Quelle:  https://de.statista.com/statistik/lexikon/definition/77/korrelation/

Und alle anderen Quellen schreiben auch nichts anderes!

Ein Quartal eines Jahres ist übrigens auch nichts anderes als ein Quartel des Jahres, selbst Trivialitäten werden ja hier schon angezweifelt von promovierten Stümpern verschiedener Provenienzen, aber auch umgkehrt, diese geben Trivialitäten als wichtige eigene Erkenntnisse an. Eine verkehrte Welt hat offenbar schon Platz gegriffen im Beck-Blog.

0

Wie sagt man noch, katastrophierungsangstbegeisterter Gast, 05-23    14:31 so schön: proportional bzw. disproportional. "Schwache Andeutung" - nun, im 1.Quartal 2019 war nach meiner Kenntnis von Corona keine Rede, ab Dez.2019 hingegen schon. Deutlich allerdings scheint mir eine positive Korrelation zwischen Corona und Anzahl potentieller Statistiken, erst recht angeblichen "Kennziffern", und noch drastisch stärker die Anzahl sogenannter "Wissenschaftler" bzw. "Fachleute". 

Es gibt noch eine positive Korrelation: Die Unfähigkeit der Linken und SPD, schlichte Tatsachen festzustellen und bekanntzugeben. Für Bochum habe ich das bereits belegt. In Berlin läuft seit mittlerweile bei einer Stelle Senat,  für Gesundheit/Informationsstelle  meine Anfrage vom 24.4.2020  zu Tatsachenbehauptungen in der FAZ vom 20.4.2020 antwortlos und insoweit ergebnislos, ob an teils allgemein, teils konkret genannten Berliner Orten/Gemeinschaften  "überproportional" Teilnehmer viralinfiziert seien.  Ich weiß ja nicht, ob man mittlerweile auch in einer FAZ frech dreiste Lügen verbreiten darf oder kann. Manche lallen labernd über "Verschwörungstheoretiker". Nun, die Adepten dieser bullshit-bingo Wörtlein mögen sich in ihrem Schwall ergehen. Ich betreibe schlichte Faktenkontrolle. Das Geschmeiß von sich "investigativ" dünkender Journaille suhlt sich ja eher in der permanenten Dröhnung von katastrophenartig mit Timbre in der Stimme hinausgelallten Zahlen ( als solche ja nicht schlecht), als investigativ faktenorientierte Umstände zu ermitteln und dann mitzuteilen. Ein generelles Problem der heutzeitigen Journaille!

Auch da zeigen Sie ja wieder Unwissen, denn eine Korrelation setzt keine Proportionalität oder umgekehrte Proportionalität voraus, die Zahlen vom 1. Quartal 2019 spielen sowieso keine Rolle, die vom Dez. 2019 hatten aber Sie überhaupt nicht genannt bei Ihrer falschen und unlogischen Behauptung aus den Zahlen abgeleitet, da ging es ja nur um das erste Quartal.

0

Nun, Gast 05-24    23:58Uhr, wenn eventuell mit Verursachung ab Dez. 2019 gerechnet werden könnte, so sind die Zahlen ab Januar 2020 potentiell korrelativ zu Infektionen. Da Anfang 2019 gewiss KEINE Covid19 Belastung stattgefunden hat, sind bei jahreszeitlicher Parallelität die jeweils identischen Monate  Jan-. - März zu vergleichen. Wenn Sie das nicht nachvollziehen können, so ist das Ihre Sache.

Das wissen Sie doch überhaupt nicht, ob es nicht schon im Dezember 2019 in Deutschland unerkannte Infektionen gegeben hatte, aber diese glücklicherweise keine weitere Verbreitung fanden!

0

Zu Gast 05-25     01:40:In der Tat, aber Dez. 2019 potentiell, Anfang 2019 gewiss NICHT. Die SPD schafft es ausweislich soeben vollzogener Kontrolle nicht einmal am 25.5.2020,   08:30 Uhr, die Bochumer Sterbezahlen für April (!! ) in die Statistik aufzunehmen! By the way - auf so etwas basieren wohl auch die RKI-Zahlen???

Die Zahlen in der Stadt Bochum haben keinerlei Bedeutung für die Beurteilung der Corona-Entwicklung in Deutschland, weil sich COVID_19 clustermäßig ausgebreitet hat und nicht etwa gleichmäßig in allen Städten, Landkreisen oder Gemeinden. Nunmehr geht es offenkundig darum, die jeweilige führende Partei der Stadtregierung dafür verantwortlich zu machen, dass ein einzelnes Amt statistische Daten nicht so rechtzeitig zur Verfügung stellt, wie es dem Kommentator genehm ist. Wie das statistische Amt in Bochum aufgebaut ist, ob es dort Krankheitsfälle gibt, ob die dortigen Mitarbeiter irgendwelchen Parteien angehören, die dem Kommentator nicht passen oder gerade irgendeiner Oppositionspartei, ob die Bochumer Stadtverwaltung andere Themen im Moment (berechtigter- oder unberechtigter Weise) als vorrangiger betrachtet, all das interessiert offenbar nicht, wenn und solange nur ein eher beschränkt intelligentes Argument zigmal wiederholt angeführt werden kann.

Die Kritik an der Datenbasis, die das RKI heranzieht, entspricht der meinen.

Die Daten der Gesundheitsämter auch in Bochum gehen vermutlich direkt und glaubhaft an das RKI, ob sie die Stadt Bochum selber schon veröffentlicht, ist völlig nebensächlich dabei.

0

Ja ja, Archivar 05-25     14:10  "Vermutungen" - das ist das, worauf sogenannte "Verschwörungstheoretiker" gern aufbauen. 

Dr. Peus scheint zu vermuten, die Gesundheitsämter der Stadt Bochum haben ihre Zahlen für April 2020, oder frühere Zahlen, nicht DIREKT an das RKI gemeldet, wobei das RKI ja selber bei den Gesundheitsämtern diese Zahlen abfragt.

Woarauf stützt sich diese Vermutung?

0

Wie wäre es denn mal mit einem Anruf bei einem (oder mehreren, oder allen) der Gesundheitsämter in Bochum als "besorgter Bochumer Bürger gegen Verschwörungstheorien", Herr Dr. Peus?

0

Ob ich, Archivar 05-25    15:05 Uhr wohl schon per mail vorgehalten habe? Bei der im und zum Amt angegebenen mail-Adresse?

 

Cleverle 05-23    12:11 - nun, einer näheren Belehrung bedarf nicht, wer bereits 1985 vor der Erwartung stand, das erste Kind in eine "Grundschule" geben zu müssen, bei der der Türkenanteil 75 % war.(heute 99,5 %). - Was aber coronabezogen von Interesse wäre, das wären Zahlen nach Lebensalter. Und dann wiederum ggf. nach "Herden" in Schulen oder Kindergärten. Und dann wieder nach a) Befall  b) Stärke der Symptome  c)  Für das Ausland wurden rassische Differenzen erörtert. d) Schwer differenzierend abzugrenzen sein dürften soziokulturelle/Sozialsituative Verschiedenheiten.

Und dann wieder nach a) Befall  b) Stärke der Symptome  

Da haben Sie mal etwas Wahres geschrieben: Die Infektionen müssen bewertet werden, also auch bei einer Hospitalisierung, es ist doch ein ganz wichtiger Unterschied, ob ein Infizierter 1 oder 14 Tagen auf einer Infektions- oder Intensiv-Abteilung liegt und damit auch beansprucht!

Die Toten müssen ebenfalls bewertet werden, wie der Rechtsmediziner / Pathologe den Anteil der Infektion am Versterben bewertet!

Alles andere ergibt nur wenig Aussagewert über die primäre Gefährlichkeit dieser Infektion für die Individuen und das Gesundheitssystem.

c)  Für das Ausland wurden rassische Differenzen erörtert. d) Schwer differenzierend abzugrenzen sein dürften soziokulturelle/Sozialsituative Verschiedenheiten. Gefährlichkeit dieser Infektion für die Individuen und das Gesundheitssystem.

Das wäre zuerst nur ein primärer Gesichtspunkt für die Epidemiologie, also die Verbreitung der Infektion, erst sekundär dann auch für Gefährlichkeit dieser Infektion für die Individuen und das Gesundheitssystem. 

Aber wir stehen doch erst noch am Anfang der Pandemie, und alle interessanten Untersuchungen können eben nicht so in voller Zahl gemacht werden, wie ein Statistiker es sich vielleicht wünschen würde, daher wird es bei möglichst repräsentativen Studien dafür bleiben müssen.

Da kann vermutlich auch Prof. Dr. Müller noch zustimmen.

0

Auch Sie, Gast 05-25   02:04 hr, haben da Wahres geschrieben. Das coronisierte "Wissenschaftler"-Wesen kann noch enorm als Besorgnisindustrie gesteigert werden. Man kann angesichts psychosomatischer Zusammenhänge auch die Folgen des Coronadramatisierungswesens, Regierungserklärungen, Statistiken, auf die Psychohygiene untersuchen und Folgen prüfen. 

Auswertung Bundesländer und Landkreise. Im Moment Schlechte Nachrichten für die Scharfmacher und Berufskatastrophierer: alle 401 Kreise unter der Obergrenze 50/7Tage. Allerdings werden wir erst  in ca. 14 Tagen nach der 3. Lockerung am 18.05.2020, also um Ende Mai herum mehr und Sichereres wissen. Hier aber erst mal die Entwicklung vormaliger Überschreiter oder Problemgebiete:

  • 43.7 nach 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern), Coburg Stadt 26.7, informativ: Lkr Lichtenfels 25.4 nach 38.9, 26.9, 26.9, 29.9
  • 39.9 nach 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)
  • 39.3 nach 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern)
  • 30.6 nach 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)
  • 25.5 Osnabrück Landkreis
  • 23.3 nach 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis
  • 18.2 nach 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW), informativ Heinsbergkreis 26.0 nach 27.1, 26.3, 25.2
  • 9.9 nach 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)
  • 6.3 nach 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)

Die Wachstumsraten für Infizierungen der Bundesländer im einzelnen:

  • Baden-Württemberg (0.1200 nach 0.1214),
  • Bayern (0.0918 nach 0.0926),
  • Berlin (0.1073 nach0.1085),
  • Brandenburg (0.0997 nach 0.1009),
  • Bremen (0,0853 nach 0.0863),
  • Hamburg (0.1003 nach 0.1015),
  • Hessen (0.0764 nach 0.0771),
  • Mecklenburg-Vorpommern (0.0743 nach 0.0752),
  • Niedersachsen (0.1127 nach 0.1139),
  • NRW (0.1209 nach 0.1223),
  • Rheinland-Pfalz (0.1022 nach 0.1034),
  • Saarland (0.0988 nach 0.1000),
  • Sachsen (0.1057 nach 0.1069),
  • Sachsen-Anhalt (0.0752 nach 0.0762),
  • Schleswig-Holstein (0.0956 nach 0.0966),
  • Thüringen (0.0981 nach 0.0993).
  • Deutschland insgesamt (0.0825 nach 0.0835).

Die Präzision und Plausibilität mit der die Wachstumsraten die Wirkungen der Maßnahme in der Realität abbilden erstaunt den Empiriker. Es wäre aber auch verwunderlich, wenn das größte Feldexperiment aller Zeiten mit diesen Maßnahmen nicht entsprechende messbare Wirkung zeigte. 

     Die wichtigsten Fallzahlen sind die der Neuinfektionen und der noch Aktiven (= überhaupt jemals Infizierte - Tote - Geheilte).  Die Idee hinter der Reproduktionzahl R ist zwar gut und nachvollziehbar, aber sie ist schlecht operationalisiert, nicht nachvollziehbar abgeleitet und begründet. Außerdem ist die Fixierung auf den Wert  <= 1 ziemlich sicher falsch und als Kriterium auch zu hoch. Ich werde das noch genauer darlegen.

    Die differenzierte Betrachtung, Konzentration und Supervision des lokalen Geschehens und entsprechender Regulierung ist sicher richtig und vernünftig.  

Dr. Sponsel schrieb am Sa, 2020-05-23 um 10:25 Uhr:

Die Präzision und Plausibilität mit der die Wachstumsraten die Wirkungen der Maßnahme in der Realität abbilden erstaunt den Empiriker.

Wie schon oft inzwischen belegt, ist das nur noch Unfug, denn nicht alles, was einen Stümper erstaunt, hat Plausibilität und Prazisison.

Es wäre aber auch verwunderlich, wenn das größte Feldexperiment aller Zeiten mit diesen Maßnahmen nicht entsprechende messbare Wirkung zeigte.

Mit den richtigen Methoden und Messwerkzeugen ist vieles messbar, aber nicht alles ist, was ein Stümper macht, ergibt schon Sinn und eine sinvolle Masszahl.

Die wichtigsten Fallzahlen sind die der Neuinfektionen und der noch Aktiven (= überhaupt jemals Infizierte - Tote - Geheilte).

"Neuinfektionen" sind eine Funktion der Testungen und deren Validität, die noch "Aktiven" sind ebenfalls eine Funktion der Testungen und der Diagnosen und beider Validitäten! Der bei Dr. Sponsel auftauchende Begriff "Geheilte" ist auch Unfug, alles auch ohne Dunkelziffer.

Aber noch zu seiner gestern ja viel zu kurzen G9-Grafik eine Aktualisierung mit Datenstand 23.05.2020, 00:00 Uhr:

(Todeszahl für Deutschland 8.216 / Infizierungszahlen für Deutschland 177.550) x 100 = 4,63%

Aber das sagt, wie schon von mir dargelegt, nur wenig aus, es sind da außerdem auch Mehrfachtestungen dabei, usw., usf. ...., alles auch ohne die Dunkelziffer dabei!

Die Idee hinter der Reproduktionzahl R ist zwar gut und nachvollziehbar, aber sie ist schlecht operationalisiert, nicht nachvollziehbar abgeleitet und begründet. Außerdem ist die Fixierung auf den Wert  <= 1 ziemlich sicher falsch und als Kriterium auch zu hoch. Ich werde das noch genauer darlegen.

Ich bitte darum und warte auch schon lange darauf.

Die differenzierte Betrachtung, Konzentration und Supervision des lokalen Geschehens und entsprechender Regulierung ist sicher richtig und vernünftig. 

Meine Begriff der Supervision bezieht sich doch nicht auf Daten, sondern auf Dr. Sponsel selber, wie es der Kontext ja auch zeigt, und das ist der allgemein übliche Bezug ohne eine Dunkelziffer bei Fachleuten in Psychologie, Psychotherapie und Psychiatrie, wie auch diese beiden Links es ja belegen:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/55553/Lebenswelten-von-Psychotherapeuten-Supervision-ist-unerlaesslich

https://www.constructiv.net/WasistSupervision/

Selbst das weiß Dr. Sponsel also nicht, es ist nicht zu glauben!

0

Rechtschreib-Korrektur:

Wie schon oft inzwischen belegt, ist das nur noch Unfug, denn nicht alles, was einen Stümper erstaunt, hat Plausibilität und Präzision.

Mein Begriff der Supervision bezieht sich doch nicht auf Daten, sondern auf Dr. Sponsel selber .....

0

Danke, ja Gast 05-23    14:48 Uhr, ich hatte davon zuvor in der FR gelesen. https://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-am-main-ort28687/frankfurt-zahlrei...

Ebenso zu einer angeblichen Mehrzahl von Infektionen aus einem Restaurant in Leer. In allen solchen Fällen auffälliger Häufung wäre es Sache echter "Investigativer", exactissme zu klären, wie genau sich da größere Personengruppen verhalten haben. Von einer Familie der Baptisten-Gemeindeleiter wird nur abgedruckt,  man gebe keine Auskunft. In der FR auch ein hübscher ARtikel über Säufer in Köln . Auch lesenswert! Bei den Heiligen Messen, an denen ich seit einiger Zet wieder teilnehmen kann, legt mir die ratio nahe, dass ich da schlechterdings nichts an Zusatzgefahr gegenüber einem Lebensmittelmarkt erkennen kann. Übrigens - mit Eucharistieausteilung! Und da "jeder" das Schubert'sche Heilig Heilig auswendig beherrscht, donnert es dann auch kräftig in der Bude.  Mit personellem Abstand von weit mehr als 1,5 Metern. 

Nach neuesten Meldungen wurde kein Mundschutz getragen und die Zahl der Infektionen in Hessen hatte sich allein durch diesen Gottesdienst in 3 Kreisen rings um Frankfurt um 107 erhöht bei 9.762 mit Datenstand 24.05.2020, 00:00 Uhr.

Die Erhöhung zum Vortag beträgt nur 92, dadurch ist zu sehen, wie so ein Gottesdienst ohne Mundschutz die absolute Zahl nach oben treiben kann, denn durch die Aerosole beim Ausatmen in geschlossenen Räumen mit längerem Aufenthalt ist eine hohe Übertragungswahrscheinlichkeit vorhanden, Singen ist also ganz schlecht. Politiker sagen manchmal dazu, die Infektionsrate habe sich erhöht bei einer absoluten Zunahme, der Begriff der Rate wird also da völlig unspezifisch gebraucht bei dieser Zunahme um 0,95% gegenüber dem Vortag mit Stand 9.670. Für dieses Wachstum liesse sich der Begriff einer Wachstumsrate von 0,95% verwenden. Die Veränderung der Sponselschen Wachstumsraten zwischen diesen zwei Infektionszahlen allerdings zu bestimmen ist unsinnig, was jeder durch Ausrechnen auch leicht feststellen kann.

0

Sars-CoV-2-Infektionen

Erste Ergebnisse der Münchner Dunkelziffer-Studie ab Mitte Juni

Manche werden schwer krank, andere merken die Infektion gar nicht: Sind viel mehr Menschen als bekannt schon mit Sars-CoV-2 in Kontakt gekommen und haben Antikörper gebildet? Mit einer Studie in 3.000 Haushalten sind Münchner Wissenschaftler der Dunkelziffer auf der Spur.

https://www.aend.de/article/206294?utm_source=Abendnachrichten_2020-05-2...

Auswertung Bundesländer und Landkreise 23.05.2020. Aktuell schlechte Nachrichten für die Scharfmacher und Berufskatastrophierer: alle 401 Kreise unter der Obergrenze 50/7Tage. Allerdings werden wir erst  in ca. 14 Tagen nach der 3. Lockerung vom 18.05.2020, also um Ende Mai herum mehr und Sichereres wissen. Hier aber erst mal die Entwicklung vormaliger Überschreiter oder Problemgebiete:

  • 41.9 nach 25.4, 38.9, 26.9, 26.9, 29.9 Lkr Lichtenfels
  • 40.6 nach 39.3, 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern)
  • 39.1 nach 39.9, 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)
  • 33.4 nach 43.7, 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern), Coburg Stadt 29.1 nach 26.7,
  • 29.5 nach 30.6, 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)
  • 32.5 nach 25.5 Osnabrück
  • 25.2 Landkreis Hof-Landkreis (Bayern)
  • 24.7 nach 23.3, 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis
  • 17.3 nach 18.2, 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW), informativ Heinsbergkreis 6.3 nach 26.0, 27.1, 26.3, 25.2
  • 9.9 nach 9.9, 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)
  • 6.3 nach 6.3, 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)

Alle Wachstumsraten der Bundesländer sinken weiter mit einer Präziison und Plausbilität, die in den Sozialwissenschaften ihresgleichen sucht.

  • Baden-Württemberg (0.1187 nach 0.1200),
  • Bayern (0.0910 nach 0.0918),
  • Berlin (0.1060 nach  0.1073),
  • Brandenburg (0.0985 nach 0.0997),
  • Bremen (0.0843 nach 0.0853),
  • Hamburg (0.0992 nach 0.1003),
  • Hessen (0.0758 nach 0.0764),
  • Mecklenburg-Vorpommern (0.0733 nach 0.0743),
  • Niedersachsen (0.1114 nach 0.1127),
  • NRW (0.1196 nach 0.1209),
  • Rheinland-Pfalz (0.1011 nach 0.1022),
  • Saarland (0.0976 nach 0.0988),
  • Sachsen (0.1044 nach 0.1057),
  • Sachsen-Anhalt (0.0742 nach 0.0752),
  • Schleswig-Holstein (0.0944 nach 0.0956),
  • Thüringen (0.0970 nach 0.0981).
  • Deutschland insgesamt (0.0815 nach 0.0825).

Von einer Wachstumsrate muss man nicht viel verlangen, im Prinzip nur: steigen die Fall­zahlen, sollen die Wachstumsraten dieser Fallzahlen steigen, sinken die Fallzahlen, sollen die Wachstums­raten der Fallzahlen ebenfalls sinken und damit die Wachstumsrealiät abbilden. Das ist das wichtigste Kriterium. Verschiedene Wachstumsraten sollten sich wechselseitig validieren.

    Spannend wird es gegen Ende Mai, nämlich wie sich die Wirkungen der Lockerungen in den beiden wichtigen Fallahlen Neuinfektionen und Aktive = überhaupt jemals Infizierte - Tote - Geheilte zeigen.

 

Dr. Sponsel schrieb am  So, 2020-05-24 um 15:45 Uhr:

Von einer Wachstumsrate muss man nicht viel verlangen, im Prinzip nur: steigen die Fall­zahlen, sollen die Wachstumsraten dieser Fallzahlen steigen, sinken die Fallzahlen, sollen die Wachstums­raten der Fallzahlen ebenfalls sinken und damit die Wachstumsrealiät abbilden. Das ist das wichtigste Kriterium. Verschiedene Wachstumsraten sollten sich wechselseitig validieren.

Ihre Sponselsche Wachstumsraten "wrsInf" machen aber das Gegenteil, die sinken doch bei steigenden Fallzahlen der Gesamtinfektionen.

Noch besser könnten Sie doch kaum Ihren eigenen Unfug beschreiben.

0

Und selbst wenn wieder die täglichen Fallzahlen der Neuinfektionen (oder der neuen Toten) auch sogar noch zunehmen sollten, dann werden die Sponselschen Wachstumsraten weiter sinken.

Aber bei Herrn Dr. Sponsel ist das Widersprüchliche inzwischen die normale Realität geworden.

0

Ebenso in Hamburg war das ja auch mehrfach der Fall, die täglichen Neuinfektionen als Fallzahlen stiegen gegenüber dem Vortag, die sponselschen Wachstumsraten sanken, entgegen:

Von einer Wachstumsrate muss man nicht viel verlangen, im Prinzip nur: steigen die Fall­zahlen, sollen die Wachstumsraten dieser Fallzahlen steigen, sinken die Fallzahlen, sollen die Wachstums­raten der Fallzahlen ebenfalls sinken und damit die Wachstumsrealiät abbilden. Das ist das wichtigste Kriterium.

Tja, so einfach geht eine Widerlegung einer sponselschen Behauptung oder These!

0

..... jemals Infizierte - Tote - Geheilte zeigen.

Wer jemals eine Infektion durchgemacht hatte, dem Tod von der Schippe gesprungen ist, aber schwere Lungenschäden oder Nervenschäden oder ähnliches behalten hatte, der ist kein "Geheilter", außerdem ist noch garnicht sicher, ob es keine Neuinfektion danach noch geben könnte.

0
"Wir werden auch die Corona-Schulden nicht zurückzahlen!

Nun dringt in immer breitere Kreise vor, dass die mit den Coronavirus-Rettungsmaßnahmen explodierenden Staatsschulden niemals zurückgezahlt werden. Ein Kommentar

Wie in einem früheren Beitrag schon ausgeführt, ist mit der Coronavirus-Krise das Wort "Billion" zum neuen Zauberwort in der lange vorhersehbaren Weltwirtschaftskrise geworden und das hat eine entscheidende Bedeutung für die Schulden, die darüber nun angehäuft werden.

Hatte man nach der Finanzkrise ab 2008 noch mit Milliarden um sich geworfen, sind es nun schon Billionen, die weltweit zur Bekämpfung der "Coronaviruskrise" ausgereicht werden. Die Bundesbank rechnet damit, dass die Folgen der Coronavirus-Pandemie allein den deutschen Staat bis zu 1,9 Billionen Euro kosten könnten. ..." [Heise 24.05.2020]

https://www.heise.de/tp/features/Wir-werden-auch-die-Corona-Schulden-nic...

Prof. Dr. Stefan Homburg, StB Strafanträge gegen die SZ

"Strafanträge wegen Verleumdung und übler Nachrede, §§ 186, 187 StGB gegen: Kurt Kister, Wolfgang Krach (V.i.S.d.P.), Dr. Marc Beise und Bastian Brinkmann, alle dienstansässig Hultschiner Str. 8, 81677 München

Tatbestand

Am 14. Mai 2020 veröffentlichte der Journalist Bastian Brinkmann in der „Süddeutschen Zeitung (sz)“ einen mit „Prof. Verschwörungsmystiker“ bzw. „Prof. Dr. Verschwörung“ betitelten Artikel, der unwahre Tatsachen über mich enthält und mich verächtlich macht und in der öffentlichen Meinung herabsetzt:

www.sueddeutsche.de/wirtschaft/corona-verschwoerung-stefan-homburg-1.490...

..."  [23.05.2020]

https://verdacht.mifi.ovh/2020_Strafantraege_SZ.pdf

In München bei der SZ wird man vermutlich herzlich über den Strafantrag des Professors für Öffentliche Finanzen lachen:

„Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einem Treffen mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) in Ulm. Bis es einen Impfstoff gebe, könne es keine Entwarnung und damit auch keine Lockerungen ohne gleichzeitige Auflagen wie eine Maskenpflicht geben.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/soeder-will-corona-impfpflicht-kampf-gegen-covid-19/

Es gab auch keinen Lockdown = Ausgangsperre, lediglich Ausgangsbeschränkungen!

Herr Dr. Sponsel, bleiben Sie am Ball und berichten bitte weiter über den Fall.

0

Ein neues Dunkelfeld ist mir heute Nachmittag beschrieben worden. Es geistern ja Zahlen über Rückgang der Kriminalität  herum. Nun, wie ich höre, gibt es auch Polizeibeamte, die bei Anzeige eines Einbruchs auffordern, doch zur Wache zu gehen, anstatt vor Ort zu ermitteln.

Seiten

Kommentar hinzufügen