Corona-Zahlenvergleiche und kriminologische Dunkelfeldforschung

von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 29.03.2020
Rechtsgebiete: Corona1813|57169 Aufrufe

Dieser Beitrag stammt vom 29. März 2020. Er wurde und wird regelmäßig aktualisiert durch Updates, die unten angehängt sind.

Seit Wochen starren wir alle auf die Infektionszahlen und die Zahl der Todesfälle, überlegen uns, wie Deutschland im Vergleich zu Italien, Frankreich, USA, Südkorea etc. dasteht, sprechen über Exponentialfunktion usw. Seit Wochen denke ich, dass diese Infektionszahlen eigentlich überhaupt nichts aussagen können, denn sie sind weitestgehend eine Funktion der Rate und der Selektion der Messung.

Die täglich angegeben Zahl der Infizierten ist in etwa so verlässlich wie die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in der Kriminalstatistik: Wenn niemand die BtM-Delikte kontrolliert und aufzeichnet, dann GIBT es sie offiziell einfach nicht. Und wenn die Polizei damit beginnt, BtM-Straftaten zu verfolgen und Personen auf Btm zu kontrollieren, dann sind die Fall- und die  Tatverdächtigenzahlen in der polizeilichen Kriminalstistik komplett davon abhängig, wie viele Polizeibeamte wo und wen kontrollieren, wiederum auch abhängig davon, wie die Polizeibeamten ausgerüstet werden und wie motiviert sie bei den Kontrollen sind.

Übertragen auf COVID19: Die Anzahl (wie viele werden überhaupt getestet?) und die Verteilung (wer wird getestet?) der Tests ist derzeit  national, regional, gesundheitspolitisch und faktisch so unterschiedlich und Maßstäbe wie Selektionskriterien ändern sich im Zeitverlauf so stark, dass die Zahl der positiv Getesteten für die derzeitigen Ländervergleiche objektiv praktisch wertlos ist.

Wenn die Zahlen ansteigen, KANN es theoretisch daran liegen, dass die Infektionen tatsächlich häufiger sind, aber es kann genauso daran liegen, dass man mehr Personen getestet hat oder die Selektionskriterien verändert hat, dass man stärker als vorher in einer betroffenen Region testet oder stärker eine andere Altersgruppe oder dass es leichter geworden ist für Personen, die sich krank fühlen, beim Hausarzt getestet zu werden. Anders als das RKI jetzt angekündigt hat, ändert sich an den Verzerrungen auch nichts dadurch, dass man einfach die Anzahl der Tests erhöht: Neue Kriterien machen Vergleiche zur vorherigen Situation noch schwieriger, wenn nicht unmöglich, und sie können die Realitätsabbildung sogar noch stärker verzerren.

Wir starren also auf Kurven, deren Datengrundlage anhand der Messkriterien einfach viel zu unterschiedlich ist und sich noch dazu auch innerhalb eines Staates nahezu täglich ändert, zB hinsichtlich der Verfügbarkeit und Distribution von Tests und Laboratorien. Noch dazu hinken die Ergebnisse einige Tage der Testung hinterher - in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich lange verzögert.

Diese täglichen Vergleiche sind deshalb m.E. komplett sinnlos.

Sinnvolle Vergleiche wären möglich, wenn in jedem Land bzw. in jeder betr. Region eine repräsentative Stichprobe von allen Einwohnern  gezogen und getestet würde (ich schätze 1000 Personen würden in einer Region ausreichen, deren Betroffenheitsgrad vorher bestimmt wurde, für die ganze Bundesrepublik müsste ein weit größere Stichprobe gezogen werden, siehe Diskussion unten), und zwar in regelmäßigen ca. 48-stündigen Abständen: Denn allein daraus, aus einer repräsentativen Stichprobe, die Region, Geschlecht, Alter der Gesamtbevölkerung abbildet, könnten Schlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Infektionsrate tatsächlich ist, wie stark sie steigt und wie viele Infizierte voraussichtlich schwer erkranken, also hospitalisiert oder beatmet werden müssen oder sterben. Schließlich lässt sich nur so ermitteln, ob diese Kurve der Neu-Infizierten aufgrund der getroffenen Maßnahmen abflacht. Denn auch dies lässt sich mit den derzeitigen Messungen gar nicht ermitteln: Solange nicht jeder getestet wird/werden kann oder zumindest eine repräsentative Stichprobe von allen, werden selbst bei Absinken der tatsächlichen Neuinfektionsrate die gemessenen Infektionszahlen noch ansteigen, denn man schöpft dann nur das (bisher nicht getestete) Dunkelfeld aus.

Warum die WHO eine solche repräsentative Stichprobe nicht anregt oder verlangt (nicht einmal von den großen Industriestaaten), ist ein Rätsel. Denn nur so ließe sich der Status und die Entwicklung der Pandemie einigermaßen zuverlässig ermitteln.

Solange es solche repräsentativen Studien nicht gibt, könnte ein anderer Vergleich der zugänglichen Daten nützlich sein, so wie es auch in der Kriminologie etwa bei internationalen Vergleichen erfolgt. So wird für den Vergleich der Gewaltprävalenz die Tötungsrate international verglichen, also die vorsätzlichen Tötungen im Verhältnis zur  Bevölkerung, also (relativ besser) messbare „hard facts“, die nicht praktisch zu 80 bis 90 % von der Selektion bei der Messung abhängen.

Ein einigermaßen hartes Faktum ist die SterbeRATE in der Bevölkerung. Wir können in den westlichen Gesundheitssystemen jedenfalls davon ausgehen, dass die Todesfälle durch COVID19 zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser und objektiver erfasst werden als die tatsächlichen Infektionszahlen. Noch besser wäre es, die Zahl der schwer Erkrankten zu vergleichen, denn die Sterbefälle hängen wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme ja auch davon ab, wie gut oder schlecht die medizinische Versorgung in einer Gesellschaft mit der Pandemie umgehen kann (Stichwort: Intensivbetten, Beatmungsgeräte).

Im Netz habe ich nur eine Stelle gefunden, die die Todesraten für westliche Industriestaaten regelmäßig auswertet und in Beziehung setzt. Kevin Drum ist ein Blogger aus Kalifornien, der neun Staaten miteinander vergleicht Ein keineswegs perfekter Vergleich, dessen Aussagekraft aber m.E. etwas besser einzuschätzen ist.

Zu beachten sind folgende Setzungen:

1. Die Todeszahlen werden jeweils auf die Gesamtbevölkerungszahl bezogen (und nicht, wie üblich, auf die Zahl der gemessenen Infizierungen).

2. Es wird der Vergleichs-Nullpunkt jeweils bei 1 Todesfall pro 10 Millionen der Bevölkerung gesetzt (und nicht wie üblich, ab dem Zeitpunkt einer aufgrund relativ willkürlicher Testraten angenommenen Anzahl der Infektionen.

3. Die "Italienkurve" wird zum Vergleich herangezogen, weil dort relativ früh ein Sterbefall pro 10 Million Bevölkerung aufgetreten ist und alle anderen westlichen Staaten einige Tage oder Wochen hinterherlaufen.

Was sind nun die Erkenntnisse aus diesem Vergleich (27.03.2019)?

a) anders als alle anderen feststellen: Deutschland steht (bisher) nicht wesentlich besser da als Italien. DE ist vielmehr mit ITA auf derselben Linie wie Frankreich, Schweden und UK. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob DE tatsächlich die Krise so viel besser bewältigt als ITA.

b) Die Schweiz steht überraschend gut da, Spanien viel schlechter als ITA.

c) USA und Canada stehen in dieser Statistik derzeit– noch – gut da, sogar besser als Deutschland.

Einwände, wie etwa das  Dunkelfeld der ungetestet/unbehandelt am Virus Verstorbenen sind allerdings auch hier in Rechnung zu stellen. Erst nach der Krise wird man an der Steigerung der Sterblichkeit im Jahr 2020 weitere Einschätzungen treffen können, auch was die mittelbaren Sterbefälle (durch allg. Überlastung des jew. Gesundheitssystems) angeht.

Update (31.03.):

Ich habe als Bild oben die neuere Grafik von Kevin Drum eingefügt (Stand ist jetzt 30.03.):

a) auch in Deutschland steigen die Sterberaten zwar, aber sie bleiben jetzt etwas niedriger als in Italien im verglichenen Zeitpunkt. Frankreich und UK sind in etwa auf demselben Pfad wie ITA

b) Die Schweiz bleibt bei den Sterbezahlen unter der Vergleichskurve Italiens - dies könnte in etwa der Pfad sein, der sich auch in DE zeigen wird (CH ist in diesem Vergleich neun Tage voraus).

c) In USA steigen die Sterbezahlen an, liegen aber noch deutlich unter der Italienkurve.

Was allerdings diese Kurvenvergleiche nicht abbilden (können), ist, wie sich das Virus innerhalb der einzelnen Staaten verbreitet. Besonders gefährlich ist es dort, wo viele Risikogruppenangehörige  infiziert werden - dort steigen auch die Sterberaten erheblich. Sind dies begrenzte Regionen innerhalb eines Staatsgebildes, dann zeigt sich dies kaum in der Sterblichkeitsrate für den Gesamtstaat. Dies zeigt sich etwa in den USA, aber auch in China (das in dieser Grafik nicht enthalten ist). Man müsste für diesen Vergleich dann kleinere Einheiten verwenden, also etwa den Staat New York oder die Provinz Hubei.

 

Es wird nun unter Leitung des Virologen Streeck zumindest in dem ersten deutschen Infektionscluster Heinsberg eine repräsentative Panel-Studie mit 1000 Personen durchgeführt, Es werden damit nicht nur die (bisher) getesteten und positiven Fälle bei Infektionsverdacht erfasst, sondern eine repräsentative Stichprobe aus dem gesamten Landkreis. Dies geht deutlich in die Richtung, die ich oben angedeutet habe, auch wenn sie natürlich keinen Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern und schon gar nicht Staaten ermöglicht. Wünschenswert wäre zumindest eine weitere repräsentative Pilotstudie in einem bisher unauffälligen Landkreis und ähnliche Panel-Studien in zwei Städten. Aber man kann nicht alles haben. Die Kritik daran, dass man nicht schon vorher repräsentative Studien durchgeführt hat, teile ich.

Update (3. 4. 2020):

Es ist nun mind. eine weitere Studie geplant, die das Dunkelfeld aufhellen soll, berichtet der Spiegel heute.

Update (6.4.2020):

Ich habe die Grafik von Kevin Drum aktualisiert.
Fortschreibung der vorher genannten Entwicklungen:
a) die Sterberaten in DE bleiben deutlich unter denen von Italien, sie sind auch besser als die Entwicklung in der Schweiz

b) Frankreich und UK liegen nun etwas über der Kurve von Italien, Schweden etwa gleichauf

c) Die USA bleiben bislang unter der Kurve von Italien, scheinen aber "aufzuholen"

d) Spanien zeigt die schlimmste Entwicklung der neun verglichenen Staaten, Canada die beste.

Update (7.4.2020)

Auszug aus einem Thesenpapier von Schrappe u.a. vom 5. April (Aerztezeitung dazu):

These 1.1. Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da
kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen
zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a.
asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist.
1. Die Zahl der täglich beim RKI gemeldeten Fälle wird in hohem Maße durch die
Testverfügbarkeit und Anwendungshäufigkeit beeinflusst.
2. Unter Berücksichtigung dieser anlassbezogenen Teststrategie ist es nicht
sinnvoll, von einer sog. Verdopplungszeit zu sprechen und von dieser Maßzahl
politische Entscheidungen abhängig zu machen.
3. Die Darstellung in exponentiell ansteigenden Kurven der kumulativen Häufigkeit
führt zu einer überzeichneten Wahrnehmung, sie sollte um die Gesamtzahl der
asymptomatischen Träger und Genesenen korrigiert werden.
4. Die Zahl der gemeldeten Fälle an Tag X stellt keine Aussage über die Situation
an diesem Tag dar, sondern bezieht sich auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit.
5. Ungefähr zwei Drittel der Infizierten werden zu diesem Zeitpunkt nicht erfasst.
6. Überlegungen zu populationsbezogenen Stichproben (Nationale Kohorte)
müssen intensiviert werden.

Die These entspricht weitestgehend meiner Kritik oben.

Update (9.4.2020)

Grafik von Kevin Drum aktualisiert.

Aus der Berichterstattung über erste Ergebnisse aus der oben erwähnten Heinsberg-Studie:

Das sind die ersten, aber schon repräsentativen Zwischenergebnisse:

  • Bei 15 Prozent der untersuchten Bewohner Gangelts konnte eine Infektion nachgewiesen werden.
  • Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liegt in Gangelt bei 0,37 Prozent.
  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Letalität aktuell laut der Johns-Hopkins-Universität bei 1,98 Prozent - also fünf Mal höher.

An der Pilotstudie, bei der es darum ging mehr über die Dunkelziffer des Virus und Übertragungswege herauszufinden, nahmen Streeck zufolge mehr als 1000 Bewohner teil. Die Untersuchung basierte auf Fragebögen, Rachenabstrichen und Blutentnahmen (zum Test von Antikörpern, die auf eine Immunität hinweisen).

Update (11.4.2020)

Inzwischen wird die Heinsberg-Studie stark kritisiert, zum einen wegen der frühen Veröffentlichung mittels einer Art Medienkampagne, zum anderen wegen (angeblicher) methodischer Fehler zum dritten, weil sie nichts wesentliches aussage über Deutschland insgesamt.

Ich habe im Moment eine ganz andere Kritik, die daran anknüpft, was die Studie als Zwischenergebnis aussagt: Unabhängig davon, ob diese oben geäußerten Kritikpunkte zutreffen, denke ich, dass dieses Zwischenergebnis nicht stützt, zu welcher politischen Aussage es jetzt verwendet wird oder werden soll: Es sind aus diesen Zahlen m.E. keine Argumente für oder gegen "Lockerungen" zu entnehmen. Es lassen sich insbesondere zwei Nachrichten/Botschaften entnehmen, die sich in der Richtung widersprechen.

1. Die - eingeschränkt - gute Nachricht:  Das Virus wäre (wenn die Ergebnisse bestätigt werden können) weniger tödlich als bislang von vielen angenommen. Ob das auch auf die Gefährlichkeit zutrifft, dazu müsste auch noch die Hospitalisierungsrate genannt werden, denn wenn die Erkrankten nur aufgrund besonders guter Kliniken gerettet werden können, dann sagt uns diese Sterberate noch nicht viel über die weltweite Gefährlichkeit im Sinne von schwerer Erkrankung.

2. Die schlechte Nachricht: Selbst in Heinsberg sind erst 15 % der Menschen infiziert. Das bedeutet hochgerechnet, dass in Deutschland wohl weit weniger infiziert sind (1 %?) und das bedeutet wiederum, dass wir noch sehr weit entfernt snd von einer Herdenimmunität, da noch 99 % der Menschen infiziert werden können, wenn wir nicht auf Distanz gehen.

Also: Vorsicht ist geboten, sowohl bei  der Interpretation der Daten als auch bei politischen Konsequenzen.

Update (13.04):

Ich habe die Diagramme von Kevin Drum nochmal neu eingefügt. Es zeigt sich bei den Sterberaten in DE (bezogen auf die Bevölkerung!) ein hoffnungsvoller "Knick" seitwärts.

Einiges, was ich oben im Beitrag geschrieben habe, sieht auch Prof. Vogt, ein Schweizer Virologe, ähnlich, in einem sehr lesenswerten Beitrag, der insbes. auf die Schweizer, aber auch auf die europäische Reaktion und Situation insgesamt eingeht und die politischen Versäumnisse klar herausstellt, hier:  Quelle: Mittelländische

Update (17.04.):

Habe die Diagramme von Kevin Drum aktualisiert. Die Todesraten und ihr Wachstum unterscheiden sich nun stark. Deutschland und Kanada liegen recht gut - ein  Abflachen der Kurve in Deutschland ist zu erkennen, Schweden und USA sind aber offenbar noch nicht am "Peak" der Sterbezahlen angekommen, auch Frankreich macht keinen sehr hoffnungsvollen Eindruck.

Beachten Sie (neben der Kurvenentwicklung) auch die Sterbefälle pro Million der Bevölkerung.

Mein Monitum, dass Dunkelfeldstudien erforderlich seien, wird inzwischen von fast allen geteilt, auch - reichlich spät, finde ich - vom RKI: Pressemitteilung vom 9. April 2020.

Auch Kollegen von meiner Universität haben sich  in dem Sinne geäußert, wie ich es oben angedeutet habe (Auszug aus der Pressemitteilung, die Hervorhebung stammt von mir):

Peterhammers Studie legt die Vermutung nahe, dass um den 20. März 2020 herum die tatsächlichen Infektionen in Deutschland über die Kapazitäten für positive Tests hinausgewachsen sind. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Verlaufskurve der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eine deutliche Verlangsamung festzustellen. Der Grund für diese Stagnation liege jedoch nicht darin, dass die politischen Maßnahmen gegriffen hätten - ein positiver Effekt durch die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften sowie durch das Social Distancing hätte sich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in den gemeldeten Zahlen niederschlagen können, erläutert Peterhammer. Vielmehr sei es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, die tatsächlichen Neuinfektionen mithilfe der Testmethoden zu erfassen. Laut Studie spiegelten die gemeldeten Infektionen derzeit vermutlich nicht länger die tatsächlichen Fälle wider, sondern lediglich die Nachweiskapazitäten.

Felix Peterhammer spricht sich dafür aus, für die Überprüfung der Maßnahmen groß angelegte Zufallstests in der Bevölkerung durchzuführen - ähnlich wie bei Wahlumfragen könnte das Ergebnis anschließend auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet werden. Verdachtsabhängig sollte nur noch dort getestet werden, wo es medizinisch notwendig und sinnvoll ist, zum Beispiel bei schwer Erkrankten oder bei Klinikpersonal.

Update 20.04.2020:

Kevin Drum hat in seinem Blog die Darstellungsweise verändert. Er will nun zeigen, welche Länder anhand der Todesfallzahlen schon am Höhepunkt (peak) der Kurve angekommen sind bzw. diesen überschritten haben. In seinen Grafiken (unteres Bild) wird ein 6-Tages-"rolling average" verwendet, d.h. es wird jeweils der Durchschnitt der letzten 6 Tage angezeigt, um die Ausschläge täglicher Abweichungen etwas auszugleichen. Zu beachten ist, dass die Grafiken in den Zeilen verschiedene Skalen benutzen.

Um die frühere Aussage weiter zu ermöglichen, habe ich die gemeldeten Todesopferzahlen derselben neun Staaten mit der App "shinyapp" in einem Diagramm vereint (oberes Bild). Hier zeigt sich nun deutlich, wie stark die Staaten sich unterscheiden: Spanien leider außer Konkurrenz hoch, Italien, Frankreich und UK in etwa auf demselben Pfad, die USA, Schweiz und Schweden etwa gleichauf, Deutschland und Canada ebenfalls ungefähr gleichauf mit den niedrigsten Werten.

Bei shinyapp können Sie selbst weitere Grafiken erstellen und beliebige Staaten vergleichen.

 

Update 23.04.2020:

1. In einem Artikel auf der Seite von üben Sozialwissenschaftler unter dem Titel:

"Lockdown im Blindflug Was bei den Corona-Studien derzeit alles falsch läuft"

ebenfalls methodische Kritik an der bisherigen Datenbasis zur Coronakrise und es werden repräsentative Studien gefordert, Zitat:

Die Sozialwissenschaftler Menno Smid von Infas und Prof. Rainer Schnell von der Universität Duisburg-Essen beobachten immer noch eine Fixierung auf die Zahl der Infizierten. Diese sind nicht nur irreführend, weil in jedem Land zu anderen Zeitpunkten der Erkrankung und nach anderen Maßstäben getestet wird. Der Unterschied auf den Anteil der Verstorbenen im Verhältnis zu den Infizierten, erklärt sich daraus. Es handelt sich laut Schnell auch um eine „selbstrekrutierte Stichprobe“ – getestet wird nur wer Symptome zeigt –, die wenig aussagekräftig ist.

Auch die bisherigen repräsentativen Studien wiesen erhebliche methodische Mängel auf. Die geplante Studie in München sei zwar grundsätzlich geeignet, jedoch wird an der Erhebung unter Polizeibegleitung Kritik geübt:

Diese Vorgehensweise sei wohl gewählt worden, um die Unbedenklichkeit und Seriosität zu verstärken. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive entstehe so jedoch ein verfälschender Interviewereffekt, so Schnell. Schließlich ist die Teilnahme freiwillig und mancher Bürger könnte sich von dem Polizeischutz abgeschrecken lassen. Dann ist es aber wiederum nicht mehr zufällig, wer mitmacht.

2. Auf der Seite "coronasoziologie.net"  findet sich ein Artikel der beiden vorgenannten Soziologen, in denen die methodischen Problem noch einmal näher erläutert werden.

3. Ich selbst habe meine Überlegungen noch einmal in einem Interview mit der Pressestelle der Uni Regensburg zusammengefasst. Das Interview ist auf der Homepage der Uni verfügbar.

 

Update 24.04.2020:

1. Ich habe die Grafiken/Diagramme oben aktualisiert, auch wenn es zunehmend Kritik auch an der Zuverlässigkeit der täglichen Sterbezahlmeldungen gibt (siehe dazu 2.).

Die Entwicklung der Daten anhand der vorhandenen Sterbezahlen zeigt die Fortführung der bisherigen "Kurven" bei den neun beobachteten Staaten, mit einer Ausnahme: In Schweden zeigt sich ein stärkerer Zuwachs als in USA und Schweiz. Schweden erhält ja ganz besondere Beachtung, weil dort deutlich weniger  Distanzmaßnahmen behördlich angeordnet wurden als in den anderen europäischen Ländern. 

2. Nach meinem Interview, das auf der Homepage der Universität Regensburg veröffentlicht wurde, erreichte mich die Post eines örtlichen Kollegen aus den Humanwissenschaften, der wesentlich detaillierter ganz ähnliche Kritik an den offiziellen Infektionszahlen formuliert hat. In seinem Aufsatz "The Scenario of a Pandemic Spread of the Coronavirus SARS CoV 2 is Based on a Statistical Fallacy" hat Christof Kuhbandner  (hier die Pre-Print-Publikation, hier ein deutschsprachiger Beitrag auf scilogs, der sich auf die deutsche Situation bezieht) sich intensiv mit den Daten auseinandergesetzt und ebenso wie ich konstatiert er, dass die Infektionszahlen im Wesentlichen das Testgeschehen und nicht das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Zitat:

since the number of conducted coronavirus tests has rapidly increased over time as well, the apparent increase in infections may actually reflect increased testing, rather than a rapid spread of the coronavirus. To examine this issue, data from Austria, Belgium, France, Germany, Italy, and USA were analyzed. In all countries, the rapid increase in reported new infections was largely attributable to the rapid increase in conducted tests. Statistically controlling for the increased amount of testing revealed that the increases in reported infections dramatically overestimate the true increases in every country.

Seine dazu angestellten Überlegungen sind plausibel und entsprechen meiner Vermutung: Die Steigerung der Infektionszahlen ist mehr oder weniger einer zunehmenden Ausschöpfung des Dunkelfelds geschuldet. Da wir die Größe des jeweiligen  Dunkelfelds aber nicht kennen und die Selektionskriterien (für die Durchführung von Tests) sich zeitlich, regional und  international unterscheiden, halte ich eine korrigierte Berechnung der "wahren Infektionszahl" auf Grundlage der positiv Getesteten für weniger überzeugend.

Aber nicht nur das erörtert er in dem Aufsatz. Kuhbandner formuliert auch Kritik an der Todesfallzahlstatistik, denn auch diese sei von der Erhöhung der Testzahl betroffen. Wenn die meisten Erkrankten etwa erst kurz vor dem Tod positiv getestet wurden, werde die tatsächliche Todesursache möglicherweise verdeckt, da das Coronavirus noch gar nicht hätte so lebensgefährlich wirken können. Argument für diese Schlussfolgerung sieht er darin, dass die Todesfallzahlen in den Statistiken gleichzeitig mit den Infektionszahlen ansteigen, obwohl biologisch eine Zeitverzögerung zu erwarten sei. 

Diese Kritik an der zuverlässigen Todesfallstatistik lässt mich natürlich aufhorchen: Wenn sie zuträfe, wäre meine Annahme unzutreffend, dass das "harte Faktum" des Todesfalls die Ausbreitung der Epidemie tendenziell besser reflektiert als die Infektionszahlen. Und noch eine andere Kritik hat mir der Kollege zukommen lassen (scilogs): Die vom RKI täglich gemeldeten Todesfälle stammten ohnehin aus den letzten 14 Tagen, die Mehrheit der gemeldeten Todesfälle sei schon vor mehr als einer Woche eingetreten. Nach seiner Berechnung sei daher der "Peak" der Sterbefälle schon so früh zu verorten (Anfang April), dass die Mitte März ergriffenen Distanzmaßnahmen und Schulschließungen diesen Rückgang gar nicht erklären könnten.

Hierzu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, auch wenn ich den Einwand der (möglicherweise auch international stark abweichenden) Meldeverzögerung ad hoc nicht zurückweisen kann.

Update 28.04.:

Die beiden Grafiken habe ich aktualisiert. Inzwischen ist zu erkennen, dass sich Schweden deutlich von den beiden Staaten USA und Schweiz, mit denen es bislang in etwa auf gleicher Höhe lag, nach oben absetzt. In allen Staaten (außer Canada) zeigt sich inzwischen ein Rückgang der Todesfälle bzw. eine Plateaubildung (Schweden). Canada hat Deutschland inzwischen eingeholt bzw. überholt. Von den neun verglichenen Staaten hat Deutschland die Krise (bezgl. der Todesraten) bislang am besten bewältigt. Ob es an den Maßnahmen liegt oder schlicht am bisherigen Glück, lässt sich kaum ermessen. Die meisten anderen Staaten haben ja ähnliche oder sogar schärfere Maßnahmen ergriffen.

In einem Artikel in der Taz wird angesichts der Übersterblichkeitsstatistiken in einigen europäischen Staaten vermutet, dass das Virus schon viel mehr Todesfälle verursacht hat als bislang bekannt. Ich habe die zugrundeliegenden Statistiken aus der New York Times oben eingefügt.

Hinsichtlich der tatsächlichen Infektionszahlen und damit auch der tatsächlichen Sterblichkeit des Virus (IFR) wissen wir bislang mangels repräsentativer Studien immer noch nicht viel.

Update 30.04.:

Die Grafiken habe ich erneut aktualisiert. Nun ist auch Schweden (endlich!) "über den Berg", was die täglichen Todeszahlen angeht. Es bleibt aber dabei, dass der von manchen als so erfolgreich angesehene "schwedische Weg" (ob durch Pech oder durch unkluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) bislang deutlich mehr Opfer gekostet hat als in den Nachbarländern und auch als in Deutschland. Canada hat nun (auf Bevölkerung berechnet) ebenfalls recht eindeutig Deutschland überholt. Falls es nicht zu einer "zweiten Welle" kommt, ist Deutschland dann (durch Glück oder durch kluges Verhalten oder durch eine Kombination aus beidem) in diesem Neun-Nationen-Vergleich am besten davon gekommen. Natürlich gibt es jetzt Viele, die meinen, sie hätten schon immer gewusst, dass ein Lockdown gar nicht nötig sei, weil das Virus ja gar nicht soo gefährlich gewesen sei. Ja, hinterher kann man das immer behaupten. Auch das ist aus der Kriminologie bekannt: Erfolgreiche Prävention lässt sich schwer nachweisen und wird auch selten gelobt.

Hier ein aktuelles Interview, das ich der Bayerischen Staatszeitung gegeben habe: Interview vom 28.04..

Update 6.5.2020:

Ich habe das mit shinyapps erstellte Diagramm sowie das von Kevin Drum aktualisiert. Es ist nun erkennbar, dass die (tägl.) Todeszahlen in Spanien, Frankreich, Italien, UK, Schweiz,  Deutschland und (eingeschränkt) Schweden mittlerweile deutlich rückläufig sind. In  Canada und USA zeigt sich zwar auch eine gewisse "Plateaubildung", aber noch kein so deutlicher Rückgang (Diagramme von Kevin Drum). In den kumulierten Todeszahlen (pro Bevölkerungseinheit) bis heute steht Deutschland unter den neun verglichenen Staaten am besten da, auch Canada hat inzwischen deutlich mehr Tote (auf Bevölkerungsgröße berechnet) zu beklagen (shinyapps-Diagramm)

Da jetzt in allen Staaten gewisse "Lockerungen" der vorher unterschiedlich massiven Einschränkungen vorgesehen sind, wird sich wohl über kurz oder lang der bislang eigenwillige "schwedische Weg" überall durchsetzen. Ob und wie sich das auf die Sterberaten auswirkt, muss dann beobachtet werden. Wegen der immer noch deutlich unterschiedlichen Testkriterien (wer, wann und wo wird getestet) halte ich die Todesraten immer noch für einen besseren Vergleichsmaßstab. Aber auch hier ist weiterhin wegen der unterschiedlichen Zuordnung eines Todesfalls zur Ursache "COVID-19" Vorsicht geboten. Auch wenn inzwischen zeitlich etwas überholt, lasse ich auch die Statistiken zur Übersterblichkeit aus der New York Times noch stehen.

Meine Interpretation, dass es nach wie vor - trotz vorhandener Testkapazitäten für repräsentative Stichprobentests - selektive (und nicht unbedingt überall gleich ausgeführte) Testkriterien sind, die zu einem Test führen, die das wirkliche Infektionsgeschehen nicht wiedergibt, wird vom RKI aktuell bestätigt (Quelle: Tagesschau):

Das Robert Koch-Institut teilte vergangene Woche auf Anfrage mit, nicht unmittelbar in die Testungen involviert zu sein. Es lege lediglich die Kriterien fest, bei denen Ärzte einen Corona-Test vornehmen sollen. Bisher war die Linie, dass nur Personen getestet werden sollen, die grippeähnliche Symptome haben und gleichzeitig Kontakt zu einem Infizierten hatten. Von dieser Linie ist das RKI inzwischen abgewichen. Jetzt sollen auch Patienten "bei kleinsten Symptomen" getestet werden, wie Wieler auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Gleichzeitig hält das RKI aber an einem "strategischen Testen" fest, da ein wahlloses Testen wenig bringe. Zu einem strategischen Testen gehöre es aber auch, gezielt in Alten- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern zu testen, so Wieler.

Anmerkung: Was viele empirisch forschende Wissenschaftler fordern, ist natürlich kein "wahlloses" Testen, sondern Studien an Stichproben, die insgesamt ein repräsentatives Bild des Infektionsgeschehens in Deutschland ergeben, also nicht nur Gangelt oder München abbilden. 

Hier noch ein Zitat des Bloggers Kevin Drum, der auf einen Vergleich der Infektionszahlen der US-Bundesstaaten diese Antwort findet:

 I continue to think this is probably highly misleading since different states have vastly different testing regimes. If, say, New York is testing 1 percent of its population and Florida is testing 0.1 percent, then New York will overwhelm the total regardless of who’s going up and who’s going down. Likewise, as testing becomes more widespread, looking at cases over time becomes unreliable even within a single state. The case rate can look like it’s skyrocketing just because we’re testing far more people.

Update 8.5.2020

Ich habe die Diagramme aktualisiert (Datenstand 6.5./7.5.).

Zu erkennen ist nun, dass die Todeszahlen in UK trotz Verlangsamung des Zuwachses über die von Italien hinaus gehen, und die Zuwächse in Schweden, Kanada und USA nur zögerlich bzw. nicht stabil nach unten gehen. Deutschland steht weiterhin unter den neun verglichenen Staaten ziemlich gut da, die täglichen Todesfälle durch corona sind auf ein recht niedriges Niveau gesunken, tödliche Infektionen sind also in Deutschland vergleichsweise selten geworden. Man kann das m.E. durchaus den Maßnahmen zuschreiben, wobei unklar ist, welche Maßnahmen genau den Effekt ausgelöst haben, welche Bedeutung der Zeitpunkt der Maßnahmen hat und wie hoch daneben der Anteil von "Glück" bzw. "Pech" ist, also welche Rolle auch der Zufall spielt (etwa ob wegen ihrer Alters- und Gesundheitsstruktur besonders vulnerable Gegenden oder Institutionen betroffen sind oder nicht).

Erfreulicherweise ist jetzt von örtlichen Kolleg-inn-en eine weitere repräsentative Studie geplant, die im Landkreis Tirschenreuth stattfinden wird. In Bayern würden dann immerhin zwei solche Studien durchgeführt werden, neben der Metropolenstudie in München auch eine in der dünner besiedelten Oberpfalz.

Update 09.05.2020

1. Gingen die Infektionszahlen schon zurück, bevor die Maßnahmen greifen konnten?

Schon oben (Update vom 24.04.) habe ich auch die Thesen meines Regensburger Kollegen Kuhbandner diskutiert. Ich stimme ihm zu (bzw. er mir), dass die Infektionszahlen selbst nicht zur Einschätzung der wahren Lage taugen: Je mehr man testet, desto mehr findet man, soweit unser übereinstimmednes Fazit. Er hat dazu in seinem Artikel auf Telepolis (25.04.) ein anderes Beispiel gebracht, das aber auch sehr anschaulich ist: Bei einer bestimmten Anzahl  im Garten versteckter Ostereier, werden umso mehr gefunden, je mehr Zeit man den Suchenden einräumt. Es wäre unsinnig, aus der gefundenen Anzahl auf die tatsächliche Anzahl der versteckten Eier zu schließen. Wenn man jeden Tag mehr Zeit einräumt und mehr Eier findet, folgt daraus nicht, dass jeden Tag mehr Eier versteckt gewesen seien.

Kuhbandner versucht dann in einem weiteren Schritt aus der Testanzahl auf die wahre Steigerung der Infektionszahlen (im Dunkelfeld) zu schließen, und kommt zum Ergebnis, die tatsächlichen Infektionszahlen seien schon rückläufig gewesen, bevor die Maßnahmen überhaupt greifen konnten. Und da folge ich ihm nicht mehr: Das Dunkelfeld hat seinen Namen nicht umsonst. Es ist eben dunkel. Und aus meiner kriminologischen Erfahrung weiß ich, dass Schlussfolgerungen aus dem Hell- auf das Dunkelfeld methodisch höchst problematisch sind, auch wenn man versucht, die Verzerrungen des Hellfelds irgendwie in den Griff zu bekommen. Man ist dann nämlich darauf angewiesen, dass diese Verzerrungen (hier: Testkriterien und deren Anwendung) gleichförmig bleiben, so dass man sie statistisch auch über einen längeren Zeitraum hinweg herausrechnen kann.  Das weiß auch Kuhbandner und er versucht diese Gleichförmigkeit der Testkriterien zu reklamieren, doch hat er meines Erachtens dabei dreierlei verkannt:

a) Zwar mag das RKI die immer gleichen Selektionskriterien anwenden WOLLEN, wann wer getestet wird, aber ob dies (insbesondere bei Ausweitung der Testkapazitäten) tatsächlich in derselben Strenge eingehalten wird, erscheint mir sehr fraglich. Die Kapazitäten sind regional unterschiedlich und selbstverständlich wird das Signal ("wir sind knapp" oder "wir haben ausreichend Kapazitäten") von den Ärzten, die einen Test vor Ort vornehmen, so verstanden, dass sie ihr Ermessen, wann hinreichend Symptome vorliegen, entsprechend steuern sollen und dies auch können. Vergleich zur Kriminologie: Auch unter den bundesweit gleichen Kriterien für einen Anfangsverdacht finden wir deutlich unterschiedliche Praxen des polizeilichen Vorgehens zwischen versch. Bundesländern und erhebliche Stadt/Land-Unterschiede, ganz zu schweigen von örtlichen Unterschieden, sogar im selben Landkreis.

b) Anders als Kuhbandner annimmt, haben sich die Kriterien, wann wer wo getestet wird, auch aus Sicht des RKI gewandelt. Insbesondere werden inzw. auch sehr viele Menschen getestet, die beruflich ein höheres Infektionsrisiko tragen, ganz ohne Symptome.

c) Symptome werden nicht von Überwachungsgeräten, Robotern, Drohnen oder ähnlichem festgestellt, sondern von den betroffenen Menschen selbst. D.h. es hängt sowohl das Meldedatum als auch die Meldung überhaupt davon ab, ob jemand die Symptome bei sich selbst als Corona-verdächtig einschätzt, ob er einen schnellen Draht zu seinem Hausarzt hat, ob er seine Familie und Kollegen damit behelligen möchte etc., insgesamt von vielen Faktoren, die wir aus der Kriminologie als "Anzeigebereitschaft" kennen und die individuell sehr verschieden sein können (und damit meine ich wörtlich SEHR). Ich würde vermuten, dass zumindest zu Beginn die Angst Viele dazu getrieben hat, schon bei leichtem Husten ihren Hausarzt zu nerven mit Testforderung. Mit Symptomen, die früher niemanden überhaupt zum Arztbesuch gebracht hätten. Inzwischen aber mag diese Sorge bei Vielen einer anderen gewichen sein (ich müsste dann in Quarantäne, kann ich mir das leisten, meiner Familie zumuten?).

d) Es werden nicht nur anzeigebereite  Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch - in unterschiedlichem Maße - Kontaktpersonen derselben. Und das bedeutet, auch hier hängt es stark davon ab, wie viele solcher Kontaktpersonen jemand hat und an wie viele er sich erinnert. Auch das ist nicht irgendwie vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe. Die Rate zwischen symptomatisch Infizierten und ihren Kontaktpersonen kann sogar erheblich von Woche zu Woche verschieden ausfallen.

Soweit meine Einwände. Aus den methodisch unrichtig ermittelten Infektionsdaten kann man mE nicht korrektere Daten errechnen. Es KANN so sein wie Kuhbandner schließt, es kann aber auch ganz ANDERS sein.

2. Noch ein paar Bemerkungen  zur Kritik an den Maßnahmen und  an der politischen Bewältigung der Krisensituation überhaupt:

Dass es keine  Tests an repräsentativen Stichproben gibt, habe ich im obigen Beitrag seit dem 29. März angemahnt. Inzwischen gibt es einige wenige solcher Studien, die nun auch von immer mehr Wissenschaftlern gefordert werden.

Und ich habe hier einige andere wissenschaftliche Kritik zitiert und besprochen, soweit ich meinte, dass diese etwas beitragen können mit ihren Erkenntnissen. Aber ich weiß, ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, noch bin ich politischer Entscheidungsträger. 

Zur BILD-Schlagzeile:  Deutschlands "klügste Corona-Experten": Was ich überhaupt nicht ernstnehmen kann, ist die klugscheißerische Art, mit der selbsternannte Experten, die selbst nicht im geringsten in der Position sind, für Tote verantwortlich gemacht zu werden, NACH den Maßnahmen deren Überflüssigkeit konstatieren oder so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst und sich dafür von der BILD-Zeitung oder von Reichsbürger-YouTube-Sendern feiern lassen. Das ist für einen Wissenschaftler (gleich welchen Fachgebiets) unverantwortlich und peinlich.

Update 11.05.2020

Die Regionalisierung der Gegenmaßnahmen und deren Orientierung an 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner ist theoretisch eine gute Idee, doch hinkt die praktische Umsetzung an mehreren Stellen:

a) die gemessenen Infektionszahlen (also "positiv Getestete"), an denen sich die Gegenmaßnahmen orientieren sollen, sind - wie schon oben ausgeführt - keine empirisch zuverlässigen Daten. Zudem ergibt sich insbesondere bei Menschen, die in einem Landkreis wohnen, in einem anderen (oder in einer Stadt) arbeiten, ein Zuordnungsproblem. Eigentlich müsste solch eine positiv getestete Person zweimal gezählt werden.

b) da die Landkreise sicherlich nicht interessiert sind daran, dass gerade ihr Landkreis und die darin befindlichen Firmen/Restaurants/Hotels betroffen sind von erneuten Schließungen, wird niemand dort auf eine häufigere Verdachtstestung achten, eher im Gegenteil: die Leute werden eher nicht ermuntert sich testen zu lassen, quasi ein "nudge" in die falsche Richtung, weil zu viele positiv Getestete im Landkreis "bestraft" werden.
Auch das kennen wir in der Kriminologie: Man braucht es den Bürgern nur ein bisschen schwerer zu machen, ihre Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, schon werden weniger Delikte angezeigt.

c) Der Hauptunterschied (Bevölkerungsdichte) zwischen Stadt und Land bleibt unberücksichtigt. Für Städte mit ihrem sehr beweglichen Bevölkerungen (man denke nur an den öffentl. Nahverkehr) ist daher das Maß 50 pro 100.000 möglicherweise zu hoch angesetzt, um durch Gegenmaßnahmen einen größeren Ausbruch noch zu verhindern.

Allerdings ist auch die Reproduktionszahl (für ganz Deutschland) kein besserer Maßstab, denn damit werden regional sehr hohe Verbreitungszahlen ausgeglichen durch niedrigere anderswo. Und die Reproduktionszahl beruht ebenfalls auf den positiv Getesteten und eben nicht auf den tatsächlichen Infektionszahlen. Immer wieder muss darauf hingewiesen werden: Die Erhebung dieser Daten entspricht NICHT den anerkannten Methoden empirischer Forschung.

Zu den Schlachthöfen: Wie oben schon zitiert: In den USA sind bereits 115 Fleischfabriken von Ausbrüchen betroffen (Quelle). Es ist nicht anzunehmen, dass dort Rumänen und Bulgaren beschäftigt sind. Es spricht mehr dafür, dass es nicht die "Reservearmee" ist, sondern die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter tätig sind, die eine Infektion begünstigen. Man muss hier vorsichtig sein, nicht fremdenfeindlichen Klischees Vorschub zu leisten.

Eine andere Form spezifischer Schutzmaßnahmen anhand des individuellen Risikos schlagen Schrappe et al. vor, hier (researchgate-Link). Ich möchte dies hier verbreiten, weil Schrappe et. al. (u.a. auch der Rechtsmediziner Püschel) vom selben argumentativen Ausgangspunkt wie ich aus einen anderen Weg einschlagen.

Update 19.05.2020

Ich habe die Diagramme zum Vergleich von neun Staaten hinsichtl. ihrer Todesrate wieder aktualisiert.

Mittlerweile ist deutlich, dass Schweden sich bezüglich der Häufigkeit der Todesfolge den französischen Ergebnissen  annähert und UK denen von Spanien. Schweden hat, auf die Bevölkerung berechnet, mittlerweile etwa viermal so viele Sterbefälle zu beklagen wie Deutschland und die Schere geht weiter auseinander. Ob sich dies bis zum Ende der Pandemie in einigen Jahren wieder ausgleicht, wie manche annehmen, halte ich für fragwürdig. Trotz aller Unsicherheit würde ich feststellen, dass sich Schweden im Moment NICHT eignet als Modell, wie mit dem Virus umgegangen werden sollte. Allerdings nähern sich die europäischen Staaten (einschl. Deutschland) ja nun derzeit dem schwedischen Modell an. 

Auch in der Übersicht von Kevin Drum zeigt sich, dass sich Schweden, neben USA und Canada, auch bei der Reduzierung der tägl. Todesfälle bislang deutlich schwerer tut als die anderen sechs Staaten im Vergleich.

Die Frage, ob die verschieden starken Maßnahmen (Schulschließung, Versammlungsverbote, Restaurantschließung, private Quarantäne) Erfolge bringen, steht nun im Mittelpunkt erster Forschungsprojekte. Eine erste Veröffentlichung in den USA besagt, dass vor allem die Restaurantschließungen und die Privatquarantäne ("shelter-in-place") effektiv gewesen seien, Schulschließungen aber nicht! Das sind erste Zahlen, die sicherlich noch mit etlichen Fragezeichen verbunden sind. Aber wenn sich dies bestätigt, könnte das ein gutes Signal geben für Schulöffnungen auch in Europa.

Jetzt erst entdeckt, aber seine Kritik geht in eine ganz ähnliche Richtung wie ich sie oben formuliert habe: David Spiegelhalter (Statistiker, UK) im Interview.

Update 25.05.

Die Kurven von Kevin Drum habe ich neu hochgeladen, die Daten bei shinyapps werden leider seit dem 14. Mai nicht mehr aktualisiert, so dass sie auf diesem Stand verblieben sind.

Alle neun betrachteten Staaten sind bei den täglichen Todesziffern nunmehr weit unter ihrem jeweiligen Höchststand, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Von den Gesamtzahlen liegt die Rate in diesem neun-Staaten-Vergleich in DE bei 100 pro Million der Bevölkerungszahl. Aufsteigend von hier aus sind es in CA mittlerweile 170/Million, in CH 224/Million, in den USA 295/Million, in SWE 399/Million, in FRA 421/Million, in Italien 546/Million, in UK 557/Million und in ESP  610 pro Million der Bevölkerung. Während sich in Deutschland wahrscheinlich keine Übersterblichkeit im Vergleich zu vergangenen Jahren ergibt, wird sich COVID-19 ab der dreifachen Todeszahl auch in der Jahresstatistik der Sterbefälle deutlich zeigen.

Der relative bisherige "Erfolg" in Deutschland beim Umgang mit dem Virus kann zu einem guten Teil auf glücklichem Zufall beruhen, aber sehr wahrscheinlich haben auch die Maßnahmen zur Kurvenverflachung gewirkt. Die Gegenargumente, die ich dazu bisher gelesen habe, sind wenig plausibel. Welche von diesen Distanz-Maßnahmen geeigneter waren und welche eher überflüssig oder übertrieben, wird man allerdings - wenn überhaupt - erst später genau ermitteln können. Dass diese Maßnahmen auch Kollateralschäden haben, v.a. wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche, kann nicht bestritten werden. Dass diese "tödlicher" seien als das Virus selbst, erscheint mir aber derzeit wenig glaubhaft.

Eine von Epidemiologen/Virologen anfangs als sehr wichtig eingestufte Maßnahme, die Komplettschließung von Schulen und Kindergärten, gerät allerdings zunehmend in die Kritik. Die Infektion selbst ist für Kinder und Jugendliche wenig gefährlich und die Auswirkungen der befürchteten Verbreitung auf andere Familienmitglieder, insbesondere Großeltern, lässt sich möglicherweise mit anderen Maßnahmen verhindern. So jedenfalls die mittlerweile mehrfach publizierte Auffassung, wie - ebenfalls - Kevin Drum zusammenstellt. Leider wurde ausgerechnet in Schweden(!) die Chance versäumt, das Realexperiment (geöffnete Schulen) zu studieren. Wenn man dort geforscht hätte, wüssten wir jetzt alle mehr.

Update 29.05.

Die neuen Diagramme bei Kevin Drum zeigen, dass hinsichtlich der Todeszahlen die (mglw. nur erste, hoffentlich zugleich letzte) Welle der Pandemie in mehreren der neun Staaten vorüber ist, nämlich in Deutschland, Frankreich und Italien. Spanien und die Schweiz werden von Drum nicht mehr aufgeführt, gehören aber ebenfalls dazu.

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist die Welle noch nicht "vorbei"  in Schweden, UK, USA und Kanada. Schweden hat nun berechnet auf die Bevölkerungszahl ebenso viele Tote wie Frankreich und wird womöglich noch die italienischen Zahlen erreichen, das ist besonders bitter für den "schwedischen Weg", der von manchen auch für Deutschland vorgeschlagen wurde. Wie schon mehrfach gesagt: Es war sicherlich auch Glück bzw. Pech dabei, aber die in Deutschland (noch gerade rechtzeitig) ergriffenen Maßnahmen haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Anteil daran, dass es hierzulande bisher glimpflich ausgegangen ist.

In den beiden neu hinzugenommenen Staaten Brasilien und Kolumbien steht die Welle (bei den Todesfällen) offenbar noch bevor.

Update 05.06.

1. Dunkelfeldtestung in New York City

Eine Dunkelfeldstudie in New York (Zufallsstichproben von 15.000 Personen an Supermärkten) mit COVID19-Antikörpertests zeigt, dass die Infektionsrate in New York State bei ca. 12% der Bevölkerung liegt, in New York City bei 20 %, d.h.  etwa 10mal so hoch wie die Zahl der positiv Getesteten. Anhand der ebenfalls verfügbaren Exzess-Todesfälle in New York City (23.000) haben die Forscher daraus eine IFR (Infection Fatality Rate) von 1,4 % ermittelt, also ca. 1,4 % der Infizierten erkrankten mit tödlichem Ausgang. Da hinsichtlich der Zahlen eine gewisse Unsicherheit anzunehmen ist (z.B., dass die Exzess-Todesfälle nicht nur COVID19 Infizierte betreffen), wird man für NYC aber wohl von einer tatsächlichen IFR zwischen 1 und 2 % ausgehen können. Berücksichtigt man nur die "offizielle" Todesziffer in NYC (13.000) läge die IFR bei 0,75 %.

2. Stand der "Welle" der Sterbezahlen in den verglichenen Staaten

Anhand der wiederum aktualisierten Grafiken von Kevin Drum lässt sich sagen: Der Eindruck von letzter Woche setzt sich fort:

Die Staaten Italien, Frankreich und Deutschland  haben im Hinblick auf die täglichen Sterbezahlen die Welle der Pandemie "überstanden" (tägl. nur noch 2 oder weniger pro Million der Bevölkerung), bei den absoluten Zahlen steht DE mit 100 pro Million in diesem Vergleich ziemlich gut da, Italien und Frankreich hat es aufgrund der viel höheren Sterbezahlen im März und April mit  560 und 433 pro Million viel härter getroffen, aber auch dort sind die täglichen Sterbezahlen inzwischen auf ziemlich niedrigem Niveau.

Offenkundig noch nicht vorbei ist die Welle in Staaten, die auch aktuell noch relativ hohe tägliche Sterbeziffern aufweisen:

Schweden (ca. 4 pro Million tägl. hat bei den abs. Zahlen mit 450 pro Million inzwischen auch Frankreich überholt)

Kanada (ca. 3 pro Million tägl, liegt absolut inzwischen bei 200 pro Million),

UK (ca. 5 pro Million tägl., inzwischen absolut mit 600 pro Million deutlich mehr als Italien!) und

USA (ca. 3 pro Million tägl., liegt absolut bei 325 pro Million)

Trotz der schwierigeren Ausgangsbedingungen sieht es momentan so aus, als ob es auch in Brasilien und Kolumbien gelingen könnte, die Sterbezahlen gering zu halten.

Update 08.06.2020

1. Dunkelfeld-Panel-Studie in Lübeck

Die Elisa Studie in Lübeck hat nun erste Ergebnisse publik gemacht: 

Von den 3000 Probanden, die sich seit Beginn der Lockerungen immer wieder testen ließen, ist niemand positiv getestet worden, berichtet der NDR. Schlussfolgerung: Lockerungen einschl. Öffnung von Schulen und KiTas seien in Schleswig Holstein nun angezeigt.

2. Ein detaillierter Bericht von Robert Werner im Blog regensburg digital betrachtet die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Immerhin die Hälfte (europaweit wohl noch mehr) der Corona-Sterbefälle seien in diesen vorgekommen. Die genauere Untersuchung und der Schutz der Menschen seien hier sträflich vernachlässigt worden.

 

Update 11.06.2020

1. Maskenpflicht sinnvoll oder überflüssig bis schädlich?

Während hierzulande insbesondere der Virologe Streeck die Maskenpflicht kritisiert, weil die Menschen oft falsch und unhygienisch mit der Maske umgingen

Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.

, wird die Maskenpflicht von einer in Jena durchgeführten Studie  und einer anderen auf dem Schiff USS Theodore Roosevelt , als sinnvoll ausgewiesen:

Mask use is the most effective countermeasure by far, followed by social distancing and avoiding common areas.

M.E. ist auch der psychologische Effekt der Maske nicht zu unterschätzen. Sie signalisiert anderen, das Virus ist noch da!

2. Vergleichszahlen von neun Staaten: Immer noch Sorgen in vier Staaten

Die Daten vom 9.6. in den Diagrammen von Kevin Drum. Brasilien hat er durch Argentinien ersetzt, wo aber - angesichts der Todesraten - das Virus offenbar noch ganz am Anfang ist oder durch Distanzmaßnahmen bereits in seiner Gefährlichkeit eingehegt werden konnte. Mexiko hingegen hat bei noch stark steigenden Todeszahlen  Deutschland in den absoluten Zahlen bereits überholt. Immer noch sorgenvoll kann man nach UK, Kanada, Schweden und USA blicken, denn nach wie vor werden von dort höhere Sterbeziffern gemeldet. 

Update 15.06.2020

1. Die Diagramme von Kevin Drum (Datenstand 13.06.) zeigen wenig Neuigkeiten. Nach wie vor registrieren die vier schon oben genannten Staaten (USA, UK, SWE und CAN) täglich einige Tote. Inzwischen ist auch der Datenstand von shinyapps wieder aktualisiert und zeigt die Todesfälle pro 100.000 Bevölkerung der (usprünglichen) neun Staaten im direkten Vergleich. Auch hieran lässt sich an den weiter steigenden Todeszahlen der Unterschied zwischen den fünf Staaten, bei denen kaum noch Todesfälle registriert werden und den o.g., bei denen dies weiterhin der Fall ist, gut erkennen.

2. Die Diskussion darum, ob die Maßnahmen ("Lockdown") übertrieben waren bzw. sind, reißt indessen nicht ab. Ich empfehle dazu folgende (kostenfreie) Lektüren:

a)  Coronavirus: Should We Aim for Herd Immunity Like Sweden?

And What Can Countries like the US or Netherlands Learn from It? von Tomas Pueyo (9. Juni)

b) The Effect of Stay-at-Home Orders on COVID-19 Cases and Fatalities in the United
States von Fowler/Hill/Levin/Obradovich (13. April)

 

Update 19.06.2020

Die Neuinfektionen v.a. in einem Schlachtbetrieb zeigen, dass das Virus auch in Deutschland längst nicht verschwunden ist und soziale Distanz weiterhin sinnvoll ist. Für die Verbreitung gerade dort sind wohl in erster Linie die geringen Temperaturen, die nicht ausreichende Lüftung, die Enge und die wegen der Maschinen notwendig  laute Kommunikation verantwortlich, in zweiter Linie die beengte Wohnsituation der dort arbeitenden Menschen. Da das Virus keine Grenzen oder Nationalitäten kennt, ist die Aussage, dass es deren Herkunft sei, schlicht vorurteilsbehaftete Fremdenfeindlichkeit, die im Falle von Politikern von eigenen Fehlern ablenken soll.

Hinsichtlich der täglichen Todesziffern ist es mit Blick auf die Diagramme insbesondere in Schweden nach wie vor nicht gelungen, diese auf ein Mindestmaß zu verringern; inzwischen sind die Zahlen bezogen auf die Bevölkerung dort etwa fünf Mal so hoch wie in Deutschland und nähern sich den Todesziffern in Italien.

Während sie in USA ebenfalls noch nicht beruhigend niedrig sind, erscheinen die Aussichten jetzt in Kanada und UK etwas besser als vor ein paar Tagen.

Bislang hat sich die Strategie "Hammer and Dance", also mehrwöchige Schließungen ("Lockdown") mit erzwungener Distanz zur Ausbremsung der Infektion mit anschließender Nachverfolgung und Kontrolle konkreter Ausbrüche in den meisten Weltregionen als einigermaßen erfolgreich gezeigt.

Update (22.06.2020):

1. Schweden weiterhin hintendran

Die Diagramme oben habe ich aktualisiert. Inzwischen liegen von den sieben Staaten, die von Anfang an von Kevin Drum beobachtet wurden, beim Tagesdurchschnitt der Sterbezahlen alle unter dem Wert von zwei pro Million, mit einer Ausnahme: Schweden. Das ist eine traurige Nachricht für die nach wie vor betroffene Bevölkerung Schwedens und auch eine bittere Nachricht für diejenigen, die meinten, Schweden könne eine Art Vorbildrolle einnehmen für einen weniger beeinträchtigenden Umgang mit der Pandemie.

2. Warum schneidet Deutschland so gut ab?

Kevin Drum hat vor einigen Tagen in seinem Blog auch diese Frage gestellt:

Does anyone know of a really good article that explains the German miracle? Did they adopt different countermeasures than, say, France and Belgium? Did they adopt them earlier? Did everyone in Germany take them more seriously? Or what? It’s not just that they’ve had the best response to the pandemic; they’ve had the best response by light years among large countries. There are other countries that have also done well (Denmark, Norway, Austria, Greece, Switzerland), but they’re all a fraction of the size of Germany.

In der Kommentarspalte dort finden sich einige interessante Bemerkungen (aus der Außenperspektive auf Deutschland) und auch einige Links auf spannende Einschätzungen, z.B. diese hier. Manche machen die "ruhige Hand" der Bundeskanzlerin verantwortlich, andere das den Deutschen eigentümliche Vertrauen in Autoritäten und allg. Gehorsam (etwa bei der Maskenpflicht). Ich denke, es war  neben der Rechtzeitigkeit der Distanzmaßnahmen das  relativ effektive Tracing von Kontaktpersonen und Glück. Ja, Glück war auch dabei.

 

Update (30.06.2020)

Bei den aktualisierten Diagrammen von Kevin Drum zeigt sich jetzt, dass  Kanada auch nur noch ein Minimum an neuen Todesfällen (pro Million der Bevölkerung) registriert. Weiterhin stagnieren aber die USA, UK und SWE bei ca. zwei Toten pro Tag pro Million der Bevölkerung.

Bayerns Ministerpräsident hat jetzt angekündigt, dass sich demnächst jede/r freiwillig testen lassen kann, also unabhängig von Symptomen. Dass nach wie vor - trotz der vorhandenen Kapazitäten - kein repräsentatives Panel in regelmäßigen Abständen getestet wird, halte ich für sehr fragwürdig.

Von der Münchener Dunkelfeldstudie, die Mitte Juni Ergebnisse vorlegen sollte, ist immer noch nichts zu hören.

Update 2.7.2020

Eine Diskussion in den Kommentaren aufgreifend:

Ich habe oben in meinem Ausgangsbeitrag angeführt, warum sich die Infektionszahlen für Vergleiche nicht eignen. Daran halte ich nach wie vor fest. Bei dem Problem mit diesen Zahlen geht es zwar AUCH um die Anzahl der Tests, aber das ist keineswegs der einzige Grund, warum diese Vergleiche nicht sinnvoll sind, noch weniger natürlich, wenn man sich daran macht, bei diesen Werten auch noch Wachstumsraten auf vier Stellen hinter dem Komma zu berechnen.

Auch wenn man die unterschiedliche Anzahl der Tests kontrolliert, kann das keine sinnvollen Vergleiche ergeben, denn es kommt ebenso sehr darauf an, WER und WO getestet wird, also welche Verdachtsmomente/Symptome im jeweiligen Land einen Test auslösen. Hier gibt es starke Unterschiede sogar innerhalb einer Region oder eines Staates, die zu Verzerrungen der Ergebnisse im Zeitverlauf führen, erst Recht beim Vergleich zwischen Staaten. Dabei ist insbesondere auch die Dynamik zu berücksichtigen, mit der die Testkapazitäten ausgebaut und gesteuert wurden und werden.

Ich habe im obigen Beitrag dann begründet, warum die Anzahl der Todesfälle (pro Bevölkerungseinheit in einem Land) ein besseres Maß für die relative Betroffenheit durch das Virus ist. Auch hier gibt es natürlich einen Einfluss der Tests, aber bei den schwereren Fällen von COVID19 ist die Verzerrung geringer als im Feld insgesamt.

Natürlich kann man jetzt daran gehen und auch die Todeszahlen mit der Anzahl der Tests im jeweiligen Land in Beziehung setzen, die unterschiedliche Anzahl der Tests also "kontrollieren". Das ist zwar insofern nicht zwingend, weil die Anzahl der (positiv getesteten und dann) Verstorbenen weitgehend unabhängig davon ist, wie viele aus der gesunden Bevölkerung man außerdem  gestestet hat, aber sei es drum, hier die Reihe. 

Verglichen werden Deutschland, seine neun Nachbarländer  und sechs weitere westl. Staaten mit vergleichbarer Infrastruktur
geordnet nach Todesfälle pro Million (TpM), die folgende Zahl ist gebildet aus den TpM unter Kontrolle der Testanzahl pro Million, die Zahl in Klammern zeigt die "Rangordnung" nach Berücksichtigung der Testhäufigkeit. Die Rohdaten stammen vom Worldometer heute:

  1. Tschechien 33 TpM, 0,63 (3.)
  2. Polen 39 TpM, 0,95 (4.)
  3. Österreich 78 TpM, 1,11 (5.)
  4. Dänemark 105 TpM, 0,56 (1.)
  5. Deutschland 108 TpM, 1,54 (6.)
  6. Luxemburg 176 TpM, 0,57 (2.)
  7. Schweiz 227 TpM, 3,28 (8.)
  8. Kanada 228 TpM, 3,12 (7.)
  9. Niederlande 357 TpM, 9,91 (14.)
  10. USA 395 TpM, 3,76 (9.)
  11. Frankreich 457 TpM, 21,76 (16.)
  12. Schweden 532 TpM, 10,43 (15.)
  13. Italien 575 TpM, 6,38 (12.)
  14. Spanien 607 TpM, 5,18 (11.)
  15. Großbritannien 647 TpM, 4,55 (10.)
  16. Belgien 842 TpM, 7,79 (13.)

 

 

 

 

 

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1813 Kommentare

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In Stadt und Kreis Heinsberg war als Infektionsbeginn die Kappensitzung am 15. Februar. Gefragt sind nun für Bochum  die Todes- und Infiziertenzahlen in den ersten Wochen seit Beginn der Infizierungen und der Todesfälle, sowie die Gesamtzahlen, die naturgemäss auch heute noch kleiner sein müssen als die in Heinsberg wegen des jeweiligen späteren Datums in Bochum, auf 100.000 bezogen.

Los geht`s, Herr Dr. Peus!

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Also, Archivar, 05-26    15:39, was anderes als die von der Stadt selbst ins Internet gestellten GESAMTZAHLEN kann ich Ihnen auch nicht bieten.https://www.bochum.de/corona . - Als ob nur Rheinländer in Heinsberg toll feiern könnten! In Bochum hat die "Religion" zur köstlichen Erbauung im Coronismus eine Art geistliche "Kontaktsperre" mitunterschrieben. Leute, die Herr Dr. Diestel wohl als "Politpfaffen" bezeichnen würde, haben einen Aufruf mitgezeichnet, mit bestimmten Leuten nicht zu reden. Man hat die Linken zu deren Missvergnügen an diesem Aufruf nicht beteiligt.  Die Maßnahme ist für Büttenreden reif! 

"Liebe Journalistenkollegen, hört auf, Wahrheitspriester zu spielen

Letzte Woche war Auffahrt, aber für den klassischen Journalismus war auch noch Ostern und Weihnachten auf einmal: endlich mal wieder eine Gelegenheit, gemeinsam gegen Bullshit und Verschwörungstheorien zu kämpfen! Das Thema Verschwörungstheorie prangte auf so vielen Titelseiten, dass man sich als Leser fragte: Haben die sich etwa abgesprochen? Aber das wäre wohl eine Verschwörungstheorie. «Cui bono?» darf man aber noch fragen, oder?

Es ist eine Todsünde des Journalismus, den Leser intellektuell zu unterschätzen und deswegen intellektuell zu unterfordern. Die Berichterstattung über Verschwörungstheorien ist dafür ein Paradebeispiel: Aluhutträger, Gesundbeter und Reptiloid-Fans stehen nicht weit entfernt von legitimen Demonstranten und seltsamen «Wahrheitssuchern». Nach dem Wutbürger und dem Covidioten kommen wohl bald der «Freiheitsspinner» und der «Grundrechtsquerulant», falls noch jemand ein Framing in diese Richtung suchen sollte. Ein Leitartikler des «Spiegels» stellte einigen Demonstranten per Ferndiagnose das Attest aus, sie gehörten eigentlich in die Psychiatrie. Gewagte Worte aus der Relotius-Redaktion. ...."

https://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/liebe-journalistenkollegen-hoert-auf-wahrheitspriester-zu-spielen-ld.1558052

Köstlich Herr Dr. Sponsel, allerherzlichsten Dank für den Hinweis! Man ahnt, warum manche sehnsuchtsvoll in Schweiz und NZZ schauen - da herrscht noch Meinungsfreiheit. Gesammelt lässt sich reihen aus dem bullshit-bingo: 

Aluhutträger, Gesundbeter und Reptiloid-Fans «Wahrheitssucher». Wutbürger Covidioten «Freiheitsspinner» «Grundrechtsquerulant», krude», «rechts», «antisemitisch» und «verschwörungstheoretisch» , „rassistisch“ ( u.a. ein Regensburger Professörlein, wie aber auch DBK-Politepiskopen, Merkelianismus Steinmeieroide,  und linksrotgrüne Politropagandajournaile incl. Zwangsgebührenfinanzierte Anstalten für Betreutes Denken)

Auswertung Bundesländer und Landkreise 25.05.2020. Aktuell immer noch schlechte Nachrichten für die Scharfmacher, Berufskatastrophierer und Spaltpilz Merkel: bis auf Regensburg Stadt sind alle 401 Kreise unter der Obergrenze 50/7Tage. Wie sich die 3. Lockerung vom 18.05.2020 auswirkt, werden wir aber erst gegen Ende Mai herum zuverlässiger einschätzen können. Hier noch mal die Entwicklung auch vormaliger Überschreiter oder Problemgebiete:

  • 76.7 nach 72.1, 40.6, 39.3, 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern). Anmerkung Das Bayerische Landesamt für Gesundheit meldet für den
  • 24.05.2020, 10.000  "nur"  40.63. Das RKI erfasst am 24.05.2020 bis 24:00 Uhr.
  • 40.4 nach 41.9, 41.9, 25.4, 38.9, 26.9, 26.9, 29.9 Lkr Lichtenfels
  • 39.1 nach 35.6, 39.1, 39.9, 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)
  • 33.4 nach 41.4, 33.4, 43.7, 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern), Coburg Stadt 26.7 nach 29.1, 26.7,
  • 28.5 nach 28.5, 29.5, 30.6, 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)
  • 26.2 nach 25.2, 25.2  Hof Landkreis (Bayern)
  • 25.7 nach 32.5, 32.5, 25.5 Osnabrück Landkreis
  • 15.0 nach 15.5, 17.3, 18.2, 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW), informativ Heinsbergkreis 7.1 nach 6.3, 26.0,
  • 27.1, 26.3, 25.2
  • 12.9 nach 9.9, 9.9, 9.9, 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)
  • 8.0 nach 21.5, 24.7, 23.3, 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis
  • 6.3 nach 6.3, 6.3, 6.3, 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)

Die aktuellen Wachstumsraten für überhaupt jemals Infizierte sinken weiterhin mit der bekannten Präzision und Plausibilität:

  • Baden-Württemberg (0.1161 nach 0.1174),
  • Bayern (0.0896 nach 0.0903), Berlin (0.1036 nach  0.1048),
  • Brandenburg (0.0962 nach 0.0973),
  • Bremen (0.0825 nach 0.0835),
  • Hamburg (0.0969 nach 0.0981),
  • Hessen (0.0745 nach  0.0752),
  • Mecklenburg-Vorpommern (0.0716 nach 0.0724),
  • Niedersachsen (0.1089 nach 0.1101),
  • NRW (0.1170 nach 0.1183),
  • Rheinland-Pfalz (0.0988 nach 0.0999),
  • Saarland (0.0953 nach 0.0964),
  • Sachsen 0.1019 (nach 0.1032 ),
  • Sachsen-Anhalt (0.0723 nach 0.0732),
  • Schleswig-Holstein (0.0923 nach 0.0933),
  • Thüringen (0.0948 nach 0.0959).
  • Deutschland insgesamt (0.0796 nach 0.0805).

Wachstumsraten müssen natürlich nicht immer fallen, nur weil die Zeit fortschreitet, wovon ein Blick auf G5 der Deutschland-Länderstudie - in Bälde aktualisiert - zeigt. Wenn die Neuinfektionen immer weniger werden, ist die Wachstumsrate für eben diese besser geeignet als die der überhaupt jemals Infizierten, weil sie 0 werden kann. Auch diese wurde auf der Deutschland-Länderstudie in G6 dargestellt. Aber auch die Wachstumsrate der noch Aktiven wird immer wichtiger (G28).

      Mal sehen, Ende Mai steht ohnehin eine Neubewertung an. Dann sollte eine einigermaßen zuverlässige Beurteilung der Auswirkungen der Lockerungen auf die Neuinfektionen möglich sein. Die Scharfmacher, Berufskatastrophierer und Spaltpilz Merkel werden es kaum erwarten können.

Na na, Herr Dr. Sponsel, 5-29  11:07 Uhr  Sie werten Regensburg ( 150.000 Einwohner) aus? Nach Regensburger Weistum ist doch gar eine Stadt mit 364.000 Einwohnern "völlig unerheblich".

Ich weiß, dass es manchen Menschen schwer fällt zu differenzieren, deshalb hier noch einmal kurz, worum es geht:

Die Daten der Todeszahl-Ziffern einer einzelnen Stadt sind für die Frage, ob in Deutschland wegen des Virus eine Übersterrblichkeit stattgefunden hat, tatsächlich völlig unerheblich, da sich das Virus, wie allg. bekannt sein dürfte, eben clustermäßig ausbreitet.

Dass die Infektionszahlen - hier auch die in ganz Deutschland -  für chronologische, regionale und internationale Vergleiche wertlos sind, weil sie nur das Hellfeld (positiv Getestete) wiedergeben, ist Thema dieses Beitrags.

Die Infektionszahlen einzelner Städte und Kreise sind von den zuständigen Stellen als relevant ausgewählt worden, um  die Lockerungen mit einer Art "Bremse" zu versehen, falls sich neue Cluster andeuten. Eine solche "Andeutung" gibt es derzeit gerade in Regensburg. Das gehört m.E. - trotz aller Kritik, die ich an dieser Maßgabe habe (s.o. im Update vom 11.05.) - durchaus hierher, und ist eben nicht unerheblich. Es ergibt sich nämlich, dass zwar diese erhöhten Zahlen gemeldet, aber weder in Regensburg noch anderswo bislang Auswirkungen auf politische Maßnahmen, die die Allgemeinbevölkerung betreffen,  erkennbar sind.

Der Kommentar, man solle die Infektionszahlen in der Stadt Regensburg nicht erwähnen, weil ich die Sterbezahlen in Bochum als unerheblich bezeichnet hätte, ist schlicht dumm.

 

Dr. Sponsel schreibt am  Di, 2020-05-26 um 11:07 Uhr:

Wachstumsraten müssen natürlich nicht immer fallen, nur weil die Zeit fortschreitet, wovon ein Blick auf G5 der Deutschland-Länderstudie - in Bälde aktualisiert - zeigt.

Doch, die sponselschen Wachstumsraten fallen ab gewissen Zeiten aus rein mathematischen Gründen nur noch, da gibt es gar keine anderen Möglichkeiten mehr, da mehr als alle Weltbevölkerung von demnächst 10 Milliarden nicht mehr infiziert werden oder sterben können, wie es auch schon am Beispiel der Spanischen Grippe bei einer fiktiven Zahl von sogar 1 Billion für alle Menschen, die jemals auf diesem Planeten lebten seit 1920 ja bereits hier unwiderlegbar vorgerechnet wurde.

Herr Dr. Sponsel jedoch pflegt die Mathematik beharrlich zu ignorieren.

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Was garnicht geht, ist die ständige Missachtung gängiger und unstrittiger Terminologien. Wenn Juristen mit zwei Staatsexamina auf die juristische Terminologie zu recht setzen bei jeder Debatte, oder andere, die glauben, sie würden etwas von einer Wissenschaft verstehen, sei es fachnah oder fachfremd, aber die Terminologien anderer Fächer prinzipiell - also nicht nur anfänglich, vorübergehend und fahrlässig - ignorieren, dann ist das ein No-go und weist solche Ignoranten als absolute und unwissenschaftliche Stümper aus. Davon kann sich jeder hier in diesem Thread überzeugen, wer in diese Kategorie fällt.

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Was als Statistik aber auch noch sehr interessant wäre anlässlich der globalen Corona-Lagen mit einem Herunterfahren von Emittenten von Klimagasen oder auch Luftschadstoffen, durch z.B.  Luftverkehr und Straßenverkehr, wie beispielsweise Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Ozon, Methan und andere Kohlenwasserstoffe, vielfältige Stickoxide, Schwefelverbindungen, Fluor- und Chlorverbindungen, Schwermetallverbindungen, Stäube aller Partikelgrößen und Aerosole,  sich da die Luftmessungen in den Städten in Hotspots, wie dem Neckartor in Stuttgart und in ruhigeren Stadtlagen, auf dem Land und über den Meeren entwickelt haben, um auch da die Effizienz und auch die Verhältnismässigkeit mal genauer beurteilen zu können.Das wäre doch eine regional, national und global unabdingbare Notwendigkeit, auch wenn da Politiker und Interessensgruppen als Lobbyisten daran vielleicht überhaupt kein Interesse hätten und das auf Teufel komm raus verhindern wollen.

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Das Wort "wie" hatte gefehlt:

"..... wie  sich da die Luftmessungen in den Städten in Hotspots, wie dem Neckartor in Stuttgart und in ruhigeren Stadtlagen, auf dem Land und über den Meeren entwickelt haben, um auch da die Effizienz und auch die Verhältnismässigkeit mal genauer beurteilen zu können."

Wenn Statistik notwendig ist, dann doch auch jetzt da!

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Hier sieht man die grosse Unzulänglichkeit der Beck-Blog-Software für die Darstellung von Thread-Kommentaren, niemand weiss, auf welchen Kommentar sich der Kommentar von Dr. Sponsel vom Di, 2020-05-26 um 19:04 Uhr bezieht.

Meiner vom Di, 2020-05-26 um 22:51 Uhr war es nicht, denn der kam ja später dazu.

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Virus-Hotspot in Frankfurt    Corona-Ausbruch nach Baptisten-Gottesdienst: Zahl der Infizierten steigt auf über 130

Aktualisiert am: 26.05.20 um 21:31 Uhr

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen, die mit dem Corona-Ausbruch in einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt in Verbindung stehen, ist einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge nochmal angewachsen. Demnach gibt es inzwischen 133 Corona-Fälle, die auf den Gottesdienst vor gut zwei Wochen zurückzuführen sind. 

Neben den 112 positiven Tests, von denen das Sozialministerium derzeit noch spricht, meldete der Landkreis Darmstadt-Dieburg eigenständig 16 Infizierte. Am Dienstag (26.05.2020) sagte zudem ein Sprecher der Kreisverwaltung Groß-Gerau auf FR-Anfrage, dass dem dortigen Gesundheitsamt fünf weitere Corona-Fälle bekannt seien. Vier infizierte Personen gehörten einer Familie an. 

Die Infektionsketten nachzuvollziehen, wird somit immer schwieriger. Allein in Frankfurt sind derzeit 150 mögliche Kontaktpersonen bekannt.

Quelle: https://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-am-main-ort28687/frankfurt-corona-coronavirus-infektionen-baptisten-gottesdienst-zr-13773287.html

Ein Hotspot, der sehr weit reicht!

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Aktuelle Auswertung Deutschland mit neuen Graphiken bis 25.05.2020

  • G1-25.05.20 (Infizierte, hellblau) und G27 (Aktive, lila) Deutschland. Von den ursprünglich 157770 Infizierten sind am 25.05.2020 noch 11092 Aktiv (= Infizierte - Tote - Geheilte [=nicht mehr infektiös, nicht mehr stationär]). Man sieht, dass die Aktiven abnehmen, obwohl die absolute Anzahl der überhaupt jemals Infizierten immer noch wächst. Der Höhe- und Wendepunkt war mit fast 70.000 aktiv Infizierten am 05.04.2020. Die Wachstumsrate (G5)  für Infizierte fällt seit 21.03.2020 wie auch die Wachstumsrate der noch Aktiven. Die absoluten Häufigkeiten der Infizierten sind kein guter Indikator zur Einschätzung der Lage.
  • G3-25.05.20 Absolute Häufigkeiten der Todesfälle Deutschland bis 25.05.2020. Die absoluten Häufigkeiten haben ihren Gipfel noch nicht erreicht, aber die Dynamik lässt nach, wie die Wachstumsraten der Todesfälle (G7) links zeigen.
  • G5-25.05.20 Wachstumsraten Infizierte Deutschland 14.02.2020 bis 25.05.2020. Die Entwicklung der Wachstumsraten der Infiziertenzahlen zeigen seit dem 20.03.2020 mit 0.1867, dem Höhe- und Wendepunkt, ein fortlaufendes Absinken auf zuletzt 0.0883 am 25.05.2020. Das Absinken setzte also bereits vor den großen Ausgangsbeschränkungen am 23.03.2020 ein. Das zeigt eindringlich, dass gerade bei Wachstumsprozessen das bloße Betrachten der absoluten Häufigkeiten nicht nur erschreckt, sondern auch in die Irre führt. Zur angemessenen Beurteilung von Wachstumsprozessen sind Wachstumsraten unver­zicht­bar.  Sinnvoll ist es natürlich auch, sich die anderen Wachstumsverläufe (z.B. China, Korea, Österreich, Schweden, Singapur) anzusehen.
  • G6-25.05.20 Wachstumsraten Neu Infizierte Deutschland 01.03.2020 bis 25.05.2020. Die Entwicklung der Wachstumsraten der Neu-Infiziertenzahlen zeigen seit dem 20.03.2020 mit 0.1408, dem Höhepunkt, ein fortlaufendes Absinken in mehreren Wellen auf zuletzt 0.0484 am 25.05.2020. Das Absinken setzte also bereits kurz vor den großen Aus­gangsbeschränkungen am 23.03.2020 ein. Das zeigt auch hier wieder eindringlich, dass gerade bei Wachstumspro- zessen das bloße Betrachten der absoluten Häufigkeiten nicht nur erschreckt, sondern auch in die Irre führt. Zur angemesse-nen Beurteilung von Wachs-tumsprozessen sind Wachs-tumsraten unverzichtbar.
  • G7-25.05.20 Wachstumsraten Todesfälle Deutschland vom 11.03.- 25.05.20 Trotz steigender absoluter Häufigkeiten sinken die Wachstumsraten. Es werden zwar mehr, aber immer weniger mehr.
  • G9-25.05.20 Sterblichkeitsrisiko Deutschland seit den ersten zwei Todesfällen 10.03.-25.05.2020. Es steigt wie in den meisten Ländern fortlaufend und bislang unverstan-den an. Zu dem Phänomen wurde eine eigene Seite eingerichtet.
  • G28-25.05.20 Wachstumsraten Aktive Deutschland 18.02.2020 bis 25.05.2020. Die Entwicklung der Wachstumsraten der Infiziertenzahlen zeigen seit dem 20.03.2020 mit 0.205, dem Höhe- und Wendepunkt, ein fortlaufendes Absinken auf zuletzt 0.0654 am 25.05.2020. Es werden also immer weniger Aktive. Das Absinken setzte also bereits vor den großen Ausgangsbeschränkungen am 23.03.2020 ein. Das zeigt eindringlich, dass gerade bei Wachstumsprozessen das bloße Betrachten der absoluten Häufigkeiten nicht nur  erschreckt, sondern auch in die Irre führt. Zur angemessenen Beurteilung von Wachs­tumsprozessen sind Wachstumsraten unverzichtbar. Sinnvoll ist es natürlich auch, sich die anderen Wachstumsverläufe (z.B. China, Korea [wird heute aktualisiert], Österreich, Schweden, Singapur) anzusehen.
  • G29-25.05.20 Deutschland Wachstumsraten Sterblichkeitsrisiko Das Sterblichkeitsrisiko steigt zwar ständig, wie G9 zeigt, aber seit dem 31.03.2020 immer weniger stark, zuletzt mit 0.0462.

Insgesamt eine recht positive Entwicklung, die aber nicht zu Leichtsinn verführen sollte. Erst Ende Mai werden wir sicherer wissen, was die Lockerungsmaßnahmen für Auswirkungen auf die Neuinfektionen, das derzeit wichtigste Kriterium, hatten und haben. Die Regionalisierung der Lockerungen ist sicher vernünftig, auch die Obergrenzenorientierung. 

Dr. Sponsel schrieb am Mi, 2020-05-27 um 10:08 Uhr:

Zur angemessenen Beurteilung von Wachs­tumsprozessen sind Wachstumsraten unverzichtbar.

Reale Wachstumsprozesse, auch solche wie bei einer Infektion, verlaufen ja nicht einheitlich, nur für rein exponentielle und stetige Wachstumsprozesse wären die sponselschen Wachstumsraten angemessen, da sie nur davon abgeleitet wurden. Das ist also schon mal das Eine, das ist unwiderlegbar, denn nur dann reicht so eine einfache Kennzahl aus, das Wachstum zu beschreiben.

Kommt aber Wachstum in eine Abflachung hinein, in Pausen, Plateaus und auch in Wellen daher, dann sind die sponselschen Wachstumsraten völlig ungeeignet, völlig unangemessen und obendrein noch irreführend, wie es ja inzwischen hier vielfach und unwiderlegbar vorgerechnet wurde.

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Auch in der Biologie gibt es keine rein exponentiellen und stetigen Wachstumsprozesse über längere Zeiträume, die fötale Zellteilung am Anfang eines menschlichen Lebens führt aber nicht zu einer immer gleichmässig weiteren Anzahl von Zellen im menschlichen Leben. Krebszellen macht das jedoch so gefährlich, wenn sie ungehemmt sich immer weiter so durch Zellteilungen vermehren, also reproduzieren können und dann auch noch ausstreuen wie es Hotspots bei einer epidemischen Infektion machen.

Viren vermehren sich im Körper Infizierter durch RNA-Reproduktionen, auch das muss daher ebenfalls gehemmt werden.

Im Übrigen ist aus das Längenwachstums eines Pflanzen-Keimlings in die Höhe auch nur am Anfang exponentiell, auch bei daraus entstehenden späteren, älteren Pflanzen sind die Höhen der obersten Teile begrenzt, verholzte Stämme wachsen nicht mehr in die Höhe bzw. in die Länge, die Stammdurchmesser selber wachsen auch nicht exponentiell, stetig und einheitlich über die Zeit.

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Korrektur: Im Übrigen ist auch das Längenwachstum eines Pflanzen-Keimlings in die Höhe auch nur am Anfang exponentiell ....

Fazit: Die sponselschen Wachstumsraten auf eine Pandemie anzuwenden mit ihren Hotspots bzw. Clustern ist völlig daneben und niemand aus der Epidemiologie macht das auch so.

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Ja, Archivar 05-27    12:10 Uhr das ist gesamtgesellschaftlich in der Tat wahr: Krebszellen ebenso wie virologische "Sachverständige"  macht das jedoch so gefährlich, wenn sie ungehemmt sich immer weiter so durch Zellteilungen vermehren, also reproduzieren können und dann auch noch ausstreuen wie es Hotspots bei einer epidemischen Infektion machen.

Die RKI-lichen und gedrosteten Ausstreuungen über Anstalten für Betreutes Denken infizieren die deutsche Bevölkerung epidemisch.

 

Es wäre übrigens doch schön, wenn die deutsche Bevölkerung sich durch Wissen über Entstehung und Verbreitung dieses Virus infizieren liesse, das nun erst neu entstehen muss bei diesem noch unbekannten Virus.

Juristen kennen BGB und StGB indes seit Kaisers Zeiten.

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Die Kampagne z.B. der BILD-Zeitung gegen Prof. Drosten würde ich an Ihrer Stelle, Herr Dr. Peus, nicht andauernd so unterstützen, wie Sie es ja hier tun!

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Ja, Archvar 05-27    12:34, aber die Zahl der in Presse und Anstalten für Betreutes Denken produzierten und sich wortschwallend lallend durch Darlegungen windenden sogenannten "Fachleute" scheint schier unbegrenzt. Das Dunkelfeld lichtet sich da nur in Etappen. : „Das war jetzt aber ein typischer Drosten.“ 

Sie sind nur nicht informiert, Herr Dr. Peus, denn Prof. Drosten erhielt doch Beistand von den Fachleuten, die die BILD-Zeitung gegen ihn in Stellung bringen wollte.

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Im übrigen halten sich die Darlegungen der studierten Virologen und Epidemiologen im Rahmen der wissenschaftlichen Debatten bei solchen neuen Infektionslagen.

Wäre es anders, käme doch sofort von Ihnen der Verdacht einer Absprache, gerichtet gegen die Bevölkerung und gegen die Demokratie und gegen die Wirtschaft und gegen die Religion, und so weiter.

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Wer wissenschaftlichen Diskussionen aber nicht folgen kann, auch das Gemeinsame und Verbindende nicht mehr sieht, der hat den Wald aus dem Blick verloren, weil er nur noch einzelne Bäume sehen kann, oder nur noch Ästchen an den Bäumen.

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Wie reagieren die von „Bild“ zitierten Experten?

In dem Bericht werden die Wissenschaftler Leonhard Held von der Uni Zürich, Dominik Liebl von der Uni Bonn, Christoph Rothe von der Uni Mannheim und Jörg Stoye von der Cornell University in New York mit Kritik an der Charité-Studie aufgeführt. Drei der vier „Bild“-Kronzeugen haben sich mittlerweile von der Darstellung in der Zeitung distanziert. [...]

Auch Rothe erklärte bei Twitter, niemand von der „Bild“-Zeitung habe ihn kontaktiert. Der in den USA forschende deutsche Statistiker Stoye ging im Interview mit Spiegel Online ebenfalls auf Distanz: „Drosten ist ein Gigant der Virologie. Ich habe von seiner Disziplin keine Ahnung, ich bin Statistiker.“ Lesen Sie auch: Virologe bei Lanz – „Bild“-Berichterstattung ist furchtbar

 https://www.morgenpost.de/vermischtes/article229185736/Bild-vs-Drosten-Streit-Coronavirus-Studie-Kinder-Podcast.html

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Nun, Archivar  05-27    15:16 Uhr, ich habe mehrere der Stellungnahmen angelesen. Wenn ich recht sehe, geht eine Tendenz dahin, "Bild" habe sie nicht mündlich befragt - o welch Horror! - , sondern aus ihren Veröffentlichungen zitiert, teils angeblich sinnverfälscht, eher weniger: falsch. Dann mag Herr Drosten ja sein "Gutachten" und spezifiziert die Kritiken daran nebeneinanderstellen und Stellung beziehen. Oder das Bundesgesundheitsamt als insoweit "neutrale STelle" das publizieren. Eine systematische Synopse  gedrosteter WEistümer wäre auch von Interesse, die Frau M. zusammengefasst hat mit dem kernigen Spruch: ": „Das war jetzt aber ein typischer Drosten.“ 

Solche Plänkeleien gehen meistens in weiteren Runden noch weiter, so auch hier.

Wen interessiert denn das noch gross, Drosten indes hat nur beraten und auf sich ändernde Lagen auch hingewiesen und diese berücksichtigt.

Ein Abgeordneter der AfD hat heute im Bundestag jedenfalls eine Grafik hochgehalten mit falschen Angaben zum Gipfel der Neuinfektionen und zum Datum der ersten Gegen-Massnahmen.

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Sehr geehrter anonyer Arcihvar 05-27   17:48 Uhr, in Ihrem dritten Absatz haben Sie - mit gutem Grund - einen neuen juristischen Themenbereich angeschnitten, das Verfassungs- und Parlamentsrecht. Ich habe nach Ihrem interessanten Hinweis den Videobericht der Sitzung durchgecrawlt, und glaube die fragliche Stelle gesehen zu haben. Sie und Ihre Bemerkung veranlassen folgendes:

a) Das hochgehaltene Blatt hatte unten einen gleichbleibenden grünen Balken und dann eine Kurve, erst steil ansteigend, dann bis zum Grün fallend. Erkennen von irgendeiner Sachaussge, Zahlen, Bedeutung, konnte ich nicht. Nach dem Redetext, den ich nur in seiner mündlichen Weise einmal dabei gehört habe, sollte die Tendenz wohl lauten: Zerschlgung der wirtschaftlichen Aktvität ausgerechnet zu einer Zeit, als die Infektionen bereits drastisch zurückgegangen waren.

b) Zur Vortragsmethode: Nach meiner freien Erinnerung galt bis in etwa die 1980er Jahre die Pflicht zum freien Vortrag. Angesichts der allparteiengemäßen intellektuellen  Kakerlakiserung des Typenmaterials der  personellen "Darsteller"-Figuren herrscht faktisch seit langem volksschulhafter "Ablese"-Vorlesungswettbewerb. Dies sogar im "Bundestag" seitens Persönlichkeiten, deren überragende Qualifikation ansonsten eigentlich deutlich wahrnehmbar ist, etwa Dr. Wagenknecht, Dr. Gysi, Dr. Weidel, Dr. Gauland. Neben dem Vorlesewettbewerb des schier Verbalen könnte man sich denken:

aa) Untermauerung durch Graphiken. Seit etwa 50 Jahren allgemein ansonsten üblich, Übertreibungen sind zu meiden ("Haben Sie powerpoint - oder haben Sie etwas zu sagen?") . Da helfen bei Größe des Saales keine DinA4-Zettelchen. 

bb) Gesang. Mindestens einmal erlebt durch Frau Nahles / MdB. War auch thematisch pfiffig eingebaut in ihre Darlegungen. Konnte als Kritik zu Merkels corona-Herumblödeleien gut passen.  ("Ich mach mir die Verbotswelt, wie sie Drosten gefällt....")

cc) Im Rahmen (!!) zugebilligter Redezeit - Gedenkschweigen. Das wurde als "ordnungswidrig" gerügt.  Klar - ohne sachlichen Grund nur eben von wem und vor allem gegen wen! 

Nun nennt sich die Bude "Parlament". parlare ist italienisch und bedeutet "reden". So änlich hat Goebbels ja auch den Reichstag als "Quatschbude" bezeichnet. In der Tat behandeln heute ja dort viele so das, was ebendort höchstfeierlich beschworen wurde, vgl. Plenarprotokoll 13/230 Deutscher Bundestag 23.4.1998, ab S. 21.030. Niemals deutsche  Schuldenhaftung für die Schulden anderer Bankrotteursstaaten! Das sei "sichergestelt".

Nun, denn wissen wir alle, was von "Geschwätz" ( "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?) / Quatscherei in dieser Bude zu halten ist. 

c) Das Parlament hat sich in der corona-Diktatur als irrelevant behandeln lassen Die Verkündungen der  Obersten Führung kamen aus dem Führerhauptquartier, gendergerecht dem Führer_#'*/Innen-Hauptquartier, auch in Form von Pressekonferenzen.

d) Inhaltlich - und hier schließt sich der Kreis zur RKI-lichen Verdrostung der "Argumentations"-Pirouetten - , weil ja auch die Wehrmachtsberichte volksmeinungsbeeinflussende Wirkung haben sollten - mit dem Anschein "wissenschaftlicher" Begründung: ich erinnere mich noch aus dem "wissenscftichen" , "fachleutstisch" gedrosteten Wust an Statistiken an eine Zahl die Frau M. heranzog. Tage- und wochenlang: da spielte "10" eine Rolle ( war es die zuwachs-, Verdoppelungs- oder was auch immer für eine gedrostete Kennzahl) ene Rolle. Wir haben 4  dann 6, dann 7 ) - erst wenn wir 10 erreicht haben, können wir Lockerungen erwägen. Dann kamen laut Presse in atemberaubendem Tempo Zahlen wie 12, 14, 17,, 25, 30. Also viel viel höher. Was gab das Führerhauptquartier bekannt, um sich vom selbst(!!)veröffentlichten Parameter für die maßvolle De-Terrorisierung abzusetzen? Das sei "Orgie". Freisler nannte es: "Sie sind ja ein ganz schäbiger Lump"  - nämlich wer Verfassungsrecht mit Grenzen für Grundrechtseinschränkungen in Rede - oder "Orgie" - zu stellen wagte. 

 

Manchmal genügt schon eine Erinnerung an Konrad Adenauer zur Beurteilung der Lage:

»Gestern, Herr Bundeskanzler, haben Sie noch einen ganz anderen Standpunkt vertreten«, erwidert Adenauer mit sichtbarem Genuß an einer gewissen vertrackten Gemütlichkeit seiner Antwort: »Das kann schon sein, Herr Kollege, aber es kann mich doch schließlich nicht daran hindern, alle Tage klüger zu werden.«" -Franz Rodens: Konrad Adenauer- der Mensch und Politiker, Droemer/Knaur 1961. S. 71

Wenn die Österreicher von uns Reparationen verlangen sollten, dann werde ich Ihnen die Gebeine Adolf Hitlers schicken.

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont

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Da ist, Aechivar 05-29    12:59 was Wahres dran. Der Goebbels-ähnliche Löschterrorist Maas ist ja Assessor. Lustig und  Heiterkeit erregend ist in diesen Tagen, dass die linksrotgrünversiffte Journaille Herrn Präsidenten Trump ausgerechnet vorwerfen will, dass er wohl etwas ähnliches wie das Maas'sche Linksdurchsetzungsgesetz als Dekret verordnen will.

Für die Drosten-, Virologen- und Epidemiologen-Basher habe ich noch etwas an Daten und Fakten:

Urknall Karneval und was dann geschah   Von Heinsberg zum Deutschland-Shutdown – Chronologie einer Jahrhundert-Krise

Eine ältere Chronologie vom 15.04.2020, 14:34 Uhr:

https://www.tagesspiegel.de/politik/urknall-karneval-und-was-dann-geschah-von-heinsberg-zum-deutschland-shutdown-chronologie-einer-jahrhundert-krise/25735032.html

Noch im März (am 16. März) erfolgten danach dann erste Gegenmassnahmen in Richtung gemässigter Shutdown, die Kanzlerin-TV-Ansprache am 18. März kam dazu, der Gipfel der gemeldeten Neuinfektionen in der BRD jedoch war später am 28. März mit ca. 6.800 (Johns-Hopkins-Universität).

Noch 2 Zitate:

Es ist jetzt immer von Lockdown und Shutdown die Rede. Was heißt das eigentlich, und worin besteht der Unterschied?

Unter Lockdown versteht man eine Ausgangssperre, wie sie zum Beispiel in Frankreich gilt. Als Shutdown bezeichnet man die Arbeitseinstellung, eine Betriebspause, Produktionsstillstand oder das Herunterfahren, zum Beispiel eines Computers. Allerdings gibt es derzeit in Deutschland gar keinen generellen Shutdown, denn die Landwirtschaft funktioniert, ebenso wie der Handel, der Öffentliche Personennahverkehr, Handwerker, Feuerwehr, Polizei, die Medien, Krankenhäuser, Arztpraxen und Transport. Auch die vielen Menschen arbeiten, die derzeit im Home-Office tätig sind. Richtig wäre es also, wenn man in der derzeitigen Öffnungs-Debatte von einem teilweisen Shutdown spricht.

 https://www.nordkurier.de/ratgeber/was-ist-der-unterschied-zwischen-lockdown-und-shutdown-2839203404.html

Tja, auch die üblichen Fach-Begriffe sollte man schon noch kennen, neben den Daten und Fakten, das sollten sich auch die Fans der AfD hinter die Ohren schreiben, aber auch die Fans anderer Parteien, die von "Nachhaltigkeit" andauernd für ihre  Theorien schwätzen.

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Ich würde, Archivar 05-27   17:25 Uhr, es begrüßen, wenn die Originalquellen und Beleg per Internet greifbar angegeben würden. Damit man selbst prüfen kann, wenn man will. "Bild" in der Tat gilt mir nicht als letztverlässliche Quelle,  wohl freilich auch angesichts der Verbreitung als gesellschaftlich relevante Einflussmaschine. 

Um Ihnen  Beispiele meiner Vorstellung zu geben:

Das Droste-INstitut scheint etwa zu pubilizieren unter https://dzif.clinicalsite.org/de/cat/2084#c2084

https://dzif.clinicalsite.org/de/cat/2084#c2084

https://www.dzif.de/de/das-dzif-fokussiert-seine-forschung-auf-sars-cov-2

Das konkrete Papier habe ich nach langem Suchen im Spiegel verlinkt gefunden, nämlich https://www.dzif.de/de/das-dzif-fokussiert-seine-forschung-auf-sars-cov-2

Dort wird es im laufenden Text als "einen sogenannten Preprint" genannt. Ich habe mir das angeklickt und näher angesehen.

https://zoonosen.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc05/viro...

1,) Warum können nicht alle Verlautbarer und Stellungnehmer, auch in beck blog, so präzise auf ein Original verweisen?

2.) Das Papier mit dem Titel An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age kangewürdigt werden mndestens wie folgt:

a) Es entspricht dem kakerlakenhaften intellektuellen Drecksniveau typischer bundestäglicher und Regierungsgemäßer "Referentenentwürfe" insoweit, als es KEIN Datum trägt. Ich fand jedenfalls keines, nicht vorne, nicht hinten.

b) Die politische Behauptung, in Deutschland nehme die englische Sprache Überhand, hier bei einem Papier eines mit DEUTSCHEN Steuermitteln geschmierten Instituts, erweist sich selbstredend als "fakenews" bzw. "alternative facts".

c) Ich habe mir von jungen Leuten der Naturwissenschaften ua. Medizin sagen lassen , wie solche Autorenangaben - hier neun Autoren - zu verstehen seien.  Der erste ist der eigentliche Autor, es folgen Mitwirkende, reduzierend bis auf figurativ mehr oder minder im Lebenslauf der Vorhergehenden aufgetretene Personen, knapp bis vor Amme und Kindermädchen. Alle aber kommen möglichst in internationale Publikationsverzeichnisse, das ist auch der - alleinige - Sinn der Auflistung. Es schmückt dann im ranking, zu dem man deutsch auch Rangfolge sagen könnte. 

d) Von neun Personen nimmt "Professor" Fachmann Drosten Rang NEUN ein. Er ist der Letzte.

e) Eine der Zitierfähigkeit hilfreiche Paginierung hat das Papier nicht, eine Gliederung abgesehen von Zwischnüberschriften auch nicht. 

f) Figure 1 ist von besonderem Interesse. The distribution of observed viral loads in a total of 3,712 cases are shown in ​Figure 1​. Also: 3.712 Fälle als GESAMTHEIT werden ausgewertet, wohingegen ein hiesiger "Fachmann" eine Stadt wie Bochum mit 364.000 Einwohnern als völlig unerheblich deklariert und wegen Rassismus-Bedenken anscheinend auch eine Debatte über Regensburg mit 150.000 Einwohnern abgewürgt wurde.

g) Es soll um Kinder gehen. Seite unpaginiert, gezählt 3 Absatz 2, findet sich: Due to the small sample sizes in the pediatric age groups, we examined diagnostic indications for 47 cases (1-11 years of age) for whom this information was available. Also für den Welterklärer-Fachmann-"Virologen" des Drostentums SIEBENUNDVIERZG. 

h) Für die politische Debatte nicht unbedeutsam die Zahlen für Kindergarten und Grundschule. Mini bei den Minis. Man sehe die Tabellen 1 links und rechts.

i) Obwohl diese "Studie" wie selbst eingeräumt ein dummer Witz von Klein-Klein ist - wieso Quoten von Befallenen zwischen 2,1 und 10,9 keine signifikanten Unterschiede sein sollen, verstehe jedenfalls ich nicht - , wird ohne jeden Vorbehalt  noch erforderlicher Prüfung und wissenschaftlicher Debatte oder Gegenkontrolle kackfrech die politische Weisung am Schluss dargetan: we have to caution against an unlimited re-opening of schools and kindergartens in the present situation, with a widely susceptible population and the necessity to keep transmission rates low via non-pharmaceutical interventions. Children may be as infectious as adults. 

 j) Und weil es bei manchen Journailloiden , Schwätzern von Anstalten für Betreutes Denken und Debatteuren oft nur für das vorangestellte "wesentliche Ergebnis" ( oder neudeutsch: "Abstract") reicht, dort noch plastischer: Based on these results, we have to caution against an unlimited re-opening of schools and kindergartens in the present situation. Children may be as infectious as adults. 

 

So, verehrter "Archivar" - 5-27  17:25 Uhr - schaffen Sie es, über Lektüre und Zitat von Zeitungen hinauszukommen? Ich stelle konkrete Stellungnahme zu meinen Erwägungen anheim.

 

 

Dr. Peus schrieb am  Mi, 2020-05-27 um 19:38 Uhr:

Das Droste-INstitut scheint etwa zu pubilizieren unter https://dzif.clinicalsite.org/de/cat/2084#c2084

https://dzif.clinicalsite.org/de/cat/2084#c2084

https://www.dzif.de/de/das-dzif-fokussiert-seine-forschung-auf-sars-cov-2

Das konkrete Papier habe ich nach langem Suchen im Spiegel verlinkt gefunden, nämlich https://www.dzif.de/de/das-dzif-fokussiert-seine-forschung-auf-sars-cov-2

Sie machen gleich zu Beginn einen Fehler, Herr Dr. Peus, der nennt sich "ex falso sequitur quodlibet", das ist fatal für einen Jura-Doktor.

   Das  DZIF (Deutsches Zentrum für Infektionsforschung) ist nicht das "Droste-INstitut", dieses Papier, das Sie suchten, habe ich bei der Berliner Charité  selber gesucht und dort gefunden:

An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age

 

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat

30 Apr 2020 ... SARS-CoV-2 viral load. Analysis of variance of viral loads in patients of different age categories found no significant difference between any ...

 

   Ein Datum ist da mit dem 30. April 2020 angegeben, das betrifft eine "Revision history".

 

   und dann auch heruntergeladen mit dieser "Revision history".

   Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

 

   Zu 1.) Ich verweise auf das PDF aus der Charité, dem Institut des Prof. Dr. Drosten.

   Zu 2.a) Ein Datum ist da genannt mit dem 30. April 2020.

   Zu b) Englisch ist inzwischen eine wissenschaftliche Weltsprache, die auf dem ganzen Globus verstanden wird, für die globale Virologie also richtig.

   Zu c) und d) Als Bezug für Korrespondenz ist Prof. Drosten angegeben, Ihre "jungen Leute" erscheinen mir allein daher uninformiert zu sein.

   Zu e)  Als PDF hat es Seiten 1 bis 21 und ist auch gegliedert.

   Zu f) Es wurden vom Januar bis zum 26. April 59.831 Patienten auf das Virus untersucht, davon 3.712 (6,2%) positiv, auf Seite 3 zu lesen unter Results.

   Zu g) Da wird doch extra auf geringe Stichprobengrößen mit genauen Diagnosen hingewiesen, also eine vollkommen korrekte Darstellung in diesem PDF.

   Zu h) Hatten Sie daran etwas statistisches auszusetzen? Sehe ich aber nicht bei Ihnen unter h).

   Zu i) Was Sie mit Quoten zwischen 2,1 und 10,9 meinen, das müssen sie schon mal belegen, wo diese erstens zu finden sind und warum zweitens die signifikant sein sollten.

   zu j)  Da ist auch keinerlei Substanz bei Ihnen zu erkennen in diesem Punkt.

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Der Kommentar vom Mi, 2020-05-27 um 21:57 Uhr stammte aus meiner Feder, ich bin also der Urheber, hatte es nur zuletzt vergessen, das erste Eingabe-Fenster auszufüllen, bis alles nach einiger Zeit zum leichteren Lesen formatiert war.

Als noch einzige offene Fragen sehe ich nur noch den Punkt i):

Zu i) Was Sie mit Quoten zwischen 2,1 und 10,9 meinen, das müssen sie schon mal belegen, wo diese erstens zu finden sind und warum zweitens die signifikant sein sollten.

Bitte um Beantwortung.

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Ja danke, Gast 05-27   21:57. Hilfreich. Zu einer bei Ausdruck warnehmbaren Seitenzählung bringt man es dort wohl nicht. In der Tat - die jetzige, anscheinend damals dem Spiegel nicht vorliegende Fassung trägt ein Überarbeitungsdatum, sogar Stunde. - Was die Urheberschaft angeht, so ist nicht die eher aus Reputationsgründen vermutlich gewählte Person von Belang, spndern wie be wssenschaftlichen Veröffentlichungen üblich diem Kopf befindliche Autorenliste. Erstgenannter ist Dr. Jones - ein Zoologe aus Cambridge. 

zu g): ja, in der Studie schon. Auf die ans Nichtssagende geringe Zahl haben aber eben wohl international die Kritiker hingewiesen.

zu i): Ich empfehle Lektüre der pdf-Seite 7, Quote/%-Zahl bei Kindergartenkindern also bis ca. 6 Jahren)  2,1 % virus-positiv, bei Lebensalte 91-100: 10,69 % viruspositiv. Wieso ein bis zu Fünffach höherer Anteil für die thematisch einschlägige Frage nach vergleichsweiser Belastung von Kindern irrelevant sein soll , leuchtet mir nicht ein.

Als wenig sinnhaft erscheint die publizistische Attacke gegen Herrn "Virologen" Drosten. Mit Kindergärten hat sich hier eine Gruppe um einen Zoologen befasst.

Dr. Peus schrieb am am Mi, 2020-05-27 um 22:45 Uhr:

Ja danke, Gast 05-27   21:57. Hilfreich. Zu einer bei Ausdruck warnehmbaren Seitenzählung bringt man es dort wohl nicht. In der Tat - die jetzige, anscheinend damals dem Spiegel nicht vorliegende Fassung trägt ein Überarbeitungsdatum, sogar Stunde. - Was die Urheberschaft angeht, so ist nicht die eher aus Reputationsgründen vermutlich gewählte Person von Belang, spndern wie be wssenschaftlichen Veröffentlichungen üblich diem Kopf befindliche Autorenliste. Erstgenannter ist Dr. Jones - ein Zoologe aus Cambridge.

Zu einem Ranking nach wissenschaftlicher Bedeutung der Namen in der Virologie oben im PDF konnten Sie nichts belegen, also ist Ihre Meinung und die Ihrer "jungen Leute" m.E. irrelevant.

zu g) Das ist so üblich in den Wissenschaften.

zu i) Sie interpretieren etwas in diese genannten Zahlen aus den beiden Kategorien C1 und C2 hinein, was doch meines Wissens niemand ernsthaft behauptet bzw. bestritten hatte.

Bei der KG (Kindergartengruppe) wurden 1.759 Test gemacht, davon 37 positiv, entspricht 2,10%, ein Anteil von 0,40%.  Bei 7 der Tests von 1.759 ergab sich eine höhere Virenbelastung von 1 Million im Abstrich, 7 Kinder von 37 Kinder sind ca. 18,9%.

In der Altersgruppe 91-100 Jahre wurden 159 Test gemacht, davon 17 positiv, entspricht 10,69%, ein Anteil von 5,03% der Tests. Bei 8 von 159 ergab sich eine höhere Virenbelastung von 1 Million im Abstrich. 8 Personen dieser Altersgruppe von 17 Personen sind ca. 47,1%.

Bei der KG wurden jedoch ca. 11 mal so viele Testungen gemacht als bei der Altersgruppe von 91-100 Jahre!

Das hat doch Bedeutung!

Jetzt brauchen wir noch die gesamte Population von Kindergartenkindern und der Altersguppe von 91-100 Jahre in dr BRD, dann können durchaus rein statistische Aussagen* schon mal gemacht werden, die aber für die Epidemiologie der Verbreitung alleine auch noch nicht entscheidend sind, aber das wissen Epidemiologen, Virologen und Statistiker doch alle, bei einigen Juristen und Psychologen jedoch habe ich da ganz grosse Zweifel, auch wenn sie eine Doktortitel führen!

*Siehe auch mal für erste grobe Versuche:

https://www.surveymonkey.de/mp/sample-size-calculator/

Oder auch noch die vielen einschlägigen Seiten und Lehrbücher zu:

Signifikanz und Stichprobenumfang

Tja, so kann es ja noch rein statistisch etwas werden, aber die Virologie und Epidemiologie eines neuen Virus kommt ja noch dazu!

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Damit es aber keine Missverständnisse eventuell noch gibt:

Bei einem Anteil von 0,40% der Tests von 1.759, oder bei 7 der KG, ergab sich eine höhere Virenbelastung von 1 Million im Abstrich, bzw. bei den Untersuchungen.

Bei einem Anteil von 5,03% der Tests von 159, oder bei 8 der Altersgruppe von 91-100 Jahre, ergab sich eine höhere Virenbelastung von 1 Million im Abstrich, bzw. bei den Untersuchungen.

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Zur Reihenfolge der Namensnennungen sind der erste und der letzte Platz besonders von Wichtigkeit, siehe dieses PDF aus der Schweiz von der dortigen Akademie der Wissenschaften:

Autorschaft bei wissenschaftlichen Publikationen

Analyse und Empfehlungen

Auf der Seite 16 von 30 steht auch etwas zu Letztautor und Korrespondierender Autor und zu wissenschaftliche Seniorität.

Da kann es nun mMn keine vernünfigen Zweifel mehr geben, dass die Prof. Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité hat.

Die BILD-Zeitung hat die wohl nicht, auch nicht als Revolverblatt seit Anfang an.

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Zur Alters- / Bevölkerungspyramide für 2019, aber auch für andere, ältere Jahre und noch für Prognosen in die Zukunft für die BRD geht es hier, daraus können auch die Zahlen der gesamten Population für die KG und die Altersgruppe der über 91-jährigen Personen ausgelesen werden:

https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/index.html

Da kann jeder sich schlau machen und dann auch Hobby-Statistik betreiben mit etwas Signifikanz.

Da ich ja einmal das Privileg hatte, Proband bei einer 4-wöchigen randomisierten Doppelblindstudie für eine Wirksamkeit von Präparaten zu sein, war meine Belustigung schon sehr gross, als ich endlich mal die Auswertung sehr viel später einsehen konnte.

Ich werde aber hier keine Namen nennen.

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Dr. Peus schrieb am am Mi, 2020-05-27 um 17:29 Uhr:

So alle drei Wochen einmal eine Droste-Zahl und eine RKI-Zahl - dann sieht man wo Schwerpunkte sind. Lebensnah auch direkt.

Das reicht nicht aus für rasches und gezieltes Eingreifen an allen möglichen Schwerpunkten in der ganzen BRD, die überall auftreten können.

Wenn  in Bochum von insgesamt (!!) 18 oder 19 corona-zugeschriebenen Todesfällen allein etwa 8 in einem einzigen Altersheim auftraten, dann ist da "der Wurm drin"

Das heisst, alle Altersheime in der BRD sind besonders zu schützen, auch das Personal dafür und darin muss besonders getestet und geschützt werden und alle, die auch in Kontakt mit den Bewohnern kommen.

Ähnlich zu dem mehrfach erörterten Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt. Dann muss man da, und genau und exactissime da, nach konkreten Ursachen forschen , um anderswo und allgemein sachgerechte Regelungen zu treffen  keine verfassungswidrigen Rundumtotschlagsterrorverbotsregelungen.

Ganz genau so zeigt dieser Vorfall, Mund- und Nasenschutz sind zu tragen und Abstandsregeln sind einzuhalten, beides unerlässllich überall in der ganzen BRD, weil ja unerkannte Super-Spreader überall auftreten können in der ganzen BRD, und es immer noch Leute gibt, die das alles nicht beachten und auch noch falsche Behauptungen und Erklärungen obendrein sogar abgeben, geht das nicht nur auf freiwilliger Basis. Die Leute müssen sich also auch registrieren lassen, ihre BEWEGUNGEN sind auch einzuschränken, damit ihre Kontakte nachverfolgt werden können zur Eindämmung der Pandemie.

Endlich hat es auch noch Dr. Peus hoffentlich mal begriffen, was zu tun ist.

Manche geilen sich darin auf, angeblich gerade auf China zu verweisen, wo Meinungs(äußerungs)freiheit unterdrückt werde.

Genau so geht es aber in China doch zu, die Infektionen wurden lange Zeit vertuscht, ein Arzt, der solche gedährlichen Infektionen gemeldet hatte, wurde bestraft, in Hongkong wird mir Gewalt die chinesische Diktatur durchgeknüppelt ohne Rücksicht auf alte Zusagen gegenüber der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong: Ein Land, zwei Systeme.

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Nun, Archivar, 05-28  02:40 Uhr, um bei letztem anzufangen:

a) Ich bin nicht Oberlehrer für Hongkong oder China. Meine Kenntnisse dürften wie die Ihren von sog. "Revolverblättern" wie "Bild" und Berichten der Anstalten für Betreutes Denken abhängen. Ich verwies hingegen darauf, dass gerade uns in Deutschland terroristische Maßnahmen der Meinungsunterdrückung zuteil werden. Das habe ich auch belegt mit einem sehr naheliegenden, mittlerweile wieder einmal weggelöschten Beleg.

b) Den Austausch mit Ihnen schätze ich sehr positiv ein. Mag es auch sen, dass Ihr Charakter eine klarnamentliche Zuordnung und Einstehen mit einem echten Namen zu dem, was Sie absondern, nicht erlaubt. Nun denn - immerhin soll es nicht stets der sagenhafte "Gast" sein.

c) Danke besonders für den Hinweis auf die Schwezer Richtlnie. Da Sie nicht verlinkt haben,  habe ich immerhin mit Ihrer klaren und eindeutigen Titelangabe das per google gefunden. 

d) Die können doch tatsächlich paginieren!!!!! Es geht also! Auch: gliedern! 

e) Und immerhin wie bei Publikationen längerfristiger Art üblich zeitlich einordnen, 2013. Meine Diss. hat in der allgemeinen Druckfassug auch nur eine Jahresangabe, die Pflichthexemplare tragen hingegen Tagesdaten, wie üblich des Rigorosums.

Bei der anscheinenden wissenschaftlichen Langlebigkeit drostoidaler Erkenntnisse ist die von Ihnen belegte Uhrzeitangabe gewiss hilfreich. Man kann das mit dem gedrosteten Sachzweck, dem Auftauchen in heute und Tagesschau, dann intellektuell besser abgleichen. Über den geradezu atemberaubend schnellen Positins-und Aussagewechsel hat sich ja Frau M.  aufschlussreich geäußert: „Das war jetzt aber ein typischer Drosten.“ 

 

Auswertung Bundesländer und Landkreise 27.05.2020. Aktuell immer noch schlechte Nachrichten für die Scharfmacher, Berufskatastrophierer und Konjunktiveritiskoryphäen: aktuell kein Kreis über der Obergrenze 50/7Tage. Wie sich die 3. Lockerung vom 18.05.2020 und die Regionalisierung seit 25.05.2020 auswirken, werden wir aber erst gegen Ende Mai zuverlässiger einschätzen können. Hier noch mal die Entwicklung vormaliger Überschreiter oder Problemgebiete:

o       49.8 nach 74.0, 76.7, 72.1, 40.6, 39.3, 38.0, 37.4 Regensburg (Bayern)

o       34.5 nach 24.2, 33.4, 41.4, 33.4, 43.7, 46.0, 47.2, 61.0, 82.8, 66.7, 66.7, 55.2 Lkr Coburg (Bayern), Coburg Stadt 24.2 nach 26.7, 29.1, 26.7,

o       32.0 nach 21.4, 39.1, 35.6, 39.1, 39.9, 37.4, 42.7, 28.5, 33.8, 44.5, 35.6, 46.3 Lkr Sonneberg (Thüringen)

o       31.4 nach 38.9, 40.4, 41.9, 41.9, 25.4, 38.9, 26.9, 26.9, 29.9 Lkr Lichtenfels (Bayern)

o       29.5 nach 22.4, 28.5 nach 28.5, 29.5, 30.6, 30.6, 29.5, 32.0, 43.8, 52.0, 46.9, 49.9 Lkr Greiz (Thüringen)

o       23.1 nach 26.2, 26.2, 25.2, 25.2  Hof Landkreis (Bayern)

o       22.7 nach 22.1, 25.7, 32.5, 32.5, 25.5 Osnabrück Landkreis

o       14.6 nach 4.2, 6.3, 6.3, 6.3, 6.3, 14.6, 43.9, 54.4, 54.4 Straubing kreisfreie Stadt (Bayern)

o       8.2 nach 9.5, 15.0, 15.5, 17.3, 18.2, 16.4, 15.5,  25.5, 36.4, 47.7, 57.7 Lkr Coesfeld (NRW), informativ Heinsbergkreis4.7 nach 7.1, 6.3,

o       26.0, 27.1, 26.3, 25.2 nach 5.8, 8.0, 21.5, 24.7, 23.3, 28.8, 29.5, 29.2 Rhein-Sieg-Kreis

o       5.0 nach 8.9, 12.9, 9.9, 9.9, 9.9, 12.9, 47.7, 45.7, 47.7, 53.7, 53.7, 54.6 Lkr Straubing-Bogen (Bayern)

Die Wachstumsraten für Infizierungen sinken weiter, im einzelnen:

  • Baden-Württemberg (0.1135 nach 0.1148),
  • Bayern (0.0881 nach 0.0888),
  • Berlin (0.1013 nach 0.1024),
  • Brandenburg (0.0941 nach 0.0951),
  • Bremen (0.0810 nach 0.0817),
  • Hamburg (0.0948 nach 0.0959),
  • Hessen (0.0734 nach 0.0739),
  • Mecklenburg-Vorpommern (0.0699 nach 0.0707),
  • Niedersachsen (0.1065 nach 0.1076),
  • NRW (0.1145 nach 0.1157),
  • Rheinland-Pfalz (0.0967 nach 0.0977),
  • Saarland (0.0931 nach 0.0942),
  • Sachsen  (0.0996 nach 0.1008),
  • Sachsen-Anhalt (0.0704 nach           0.0713),
  • Schleswig-Holstein (0.0902 nach 0.0912),
  • Thüringen (0.0928 nach 0.0938).
  • Deutschland insgesamt (0.0777 nach 0.0787).

Die beiden wichtigsten Fallzahlen sind die Anzahl der Neuinfektionen und der Aktiven (überhaupt je Infizierte - Tote - "Geheilte" [= nicht mehr infektiös und nicht mehr in stationärer Behandlung])  und ihre Wachstumsraten.

Die Anzahl der Neuinfektionen habe ich mir noch einmal für die BRD extra genau angesehen in den  Diagrammen der Johns-Hopkins-Universität wegen des Gipfels, auf den ein AfD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag gestern abgehoben hatte. Wenn das Diagramm mit seinen zwei Trampeltier-Höckern etwas beim Gipfel selber geglättet wird, dann war der Gipfel beim 31. März, oder dem 1. April erreicht. Was der AfD-Abgeordnete am Rednerpult da in die Kameras gehalten hatte, das hatte mit seriösen Darstellungen wenig zu tun, seine Argumentation ebenso wenig, aber viel mit Trampeltieren, diese genügsamen Tiere können aber nichts dafür, dass solche Ähnlichkeiten vorhanden sind.

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Für die Datensammler:

Regensburg Kreisfreie Stadt hat die Obergrenze wieder gerissen.

Todesfälle10, 51,8 Todesfälle letzte 7 Tage/100.000 EWFälle 629, 412,2 Fälle/100.000 EW  Einwohnerzahl 152.610  Aktualisierung 29.05.2020, 00:00 Uhr

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