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Juristische Übersetzungen

Aus dem Papierkorb

von Peter Winslow, veröffentlicht am 18.03.2019

Bei der Lektüre einer wörtlichen Übersetzung wird man häufig an die allererste Begegnung mit den Schriften von John Dewey erinnert: Man versteht jedes Wort, nur nicht in der gegebenen Reihenfolge. Im Gegensatz zu den Schriften von Dewey wird das Verständnis jedoch durch wiederholte Lektüren nicht verbessert, sondern verschlechtert. … Vielleicht könnte man einwenden, dass eine wörtliche Übersetzung nicht per se falsch sein müsse und dass man nur den durch die Übersetzung »wiedergegebenen« Gegenstand kennen müsste, um die Übersetzung zu verstehen. Warum lautet die Antwort darauf nicht etwa: Die Übersetzung muss aber auch nicht per se richtig sein? Übersetzungen sollen ihren Lesern und Leserinnen helfen, den übersetzten Text zu verstehen. Dieses Verständnis vorauszusetzen, hätte ein verkehrtes Verhältnis zur Folge. In diesem Fall zäumte man das Pferd von hinten auf, und zwar mit einem Ergebnis, das im gleichen Maße so vorhersehbar wie unnütz ist. Das Verständnis wird nicht gefördert, sondern erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. … Oder ist dieses Verhältnis noch verheerender, als dass es auf den ersten Blick scheint? Wird hier nicht das Verständnis eines Gegenstands mit dem Verständnis einer Fremdsprache verwechselt? Sollte man da wirklich glauben, dass Übersetzungen in oder aus Fremdsprachen deswegen benötigt werden, weil man eh schon alles versteht oder verstehen sollte?

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3 Kommentare

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Ich kann nicht sagen, ob dieser Blogbeitrag übersetzt ist oder nicht, aber so oder so habe jedenfalls ich Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Vielleicht liegt das an mir. Vielleicht auch nicht.

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Geht mir auch so. Jedenfalls habe ich beim ersten Lesen noch nicht so ganz verstanden, was der Sinngehalt des Textes sein soll. Das mag aber tatsächlich daran liegen, dass (Gott sei Dank) der Feierabend naht. 

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